Scully-Effect

Aus Spookyverse
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel gehört
zum Akte X-Universum.
(X).gif

Der Scully Effect (deutsch: Scully-Effekt) bezeichnet vor allem im englisch-sprachigen Raum ein Phänomen laut dem seit Beginn der Ausstrahlung der Serie Akte X in den frühen 1990er Jahren Frauen vermehrt Berufe in den typischen MINT Berufen (Mathematik/Informationstechnologie/Naturwissenschaften/Technik) (englisches Äquivalent: STEM=Science/Technology/Engineering/Mathematics) ergreifen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Figur der Dana Scully gilt dabei als positives Leitbild einer Frau, die sich in einem Berufsfeld durchsetzt, in dem Frauen unterrepräsentiert sind und dabei ihre kognitiven und fachlichen Fähigkeiten einsetzt anstatt unter Ausnutzung ihrer körperlichen Attribute. Scully wurde zur Inspiration von anderen Fernseh-Figuren wie beispielsweise Temperance “Bones” Brennan aus der Serie Bones - Die Knochenjägerin, Special Agent Olivia Dunham aus der Serie Fringe, Peggy Carter aus der Serie Agent Carter oder auch Olivia Benson aus Law and Order: Special Victims Unit[1].


Scully Darstellerin Gillian Anderson äußerste sich darüber wie folgt:

"“It was a surprise to me, when I was told that. We got a lot of letters all the time, and I was told quite frequently by girls who were going into the medical world or the science world or the FBI world or other worlds that I reigned, that they were pursuing those pursuits because of the character of Scully. And I said, ‘Yay!’"
"Für mich war das ein Überraschung. Wir haben die ganze Zeit viele Briefe bekommen, in denen mir Mädchen mitteilten, dass sie einen medizinischen oder Wissenschaftlichen Beruf ergriffen haben oder zum FBI oder in andere Bereiche, in denen ich herrsche und das sie diesen Bestrebungen wegen der Figur Dana Scully verfolgen. Und ich sagte "Yay!"."


Dr. Anne Simon , die als wissenschaftliche Beraterin für die Serie tätig ist erlebt den Scully Effekt auch in ihren Vorlesungen[2]:

“I asked my class, this was probably in 1999, if anyone was influenced to be here by ‘The X-Files,’” Simon recalls. “Two-thirds of the hands went up. I still get email from people who say that they read my book because they liked “The X-Files,” someone bought the book for them, and then they couldn't put it down. And they say 'I want to be a scientist now!'”
"Ich habe meine Klasse, das war glaube ich 1999 gefragt, ob irgendjemand wegen den X-Files hier [in ihrer Vorlesung] sei. Zwei Drittel der Hände gingen in die Höhe. Ich bekomme immer noch E-Mails von Menschen, die mir mitteilen, dass sie mein Buch gelesen haben weil sie die X-Files mochten. Jemand hatte das Buch für sie gekauft und sie konnten es nicht mehr aus der Hand legen und dass sie jetzt Wissenschaftler sein wollen."


Laut Simon wäre Scully das erste Mal gewesen, dass eine Wissenschaftlerin im Fernsehen positiv dargestellt worden wäre. Sie wollte nicht Glauben, sondern Fakten.[3]

Auswirkungen[Bearbeiten]

2017 führt das Geena Davis Institute for Media eine Studie zum Scully Effekt durch.[4]

Schauspielerin Maria Furtwängler, die sich für mehr Frauen vor und hinter der Kamera engagiert erwähnte den Scully-Effekt in einem Interview im Juli 2018 mit dem Zeit-Magazin.[5]

Die TU München entwickelt mit Furtängler zusammen die Miniserie Technically Single, bei der eine Studentin und Professorin der Elektrotechnik im Zentrum stehen, die durch den "Scully-Effekt" inspiriert wurde.[1]

Der Scully-Effekt in den Medien[Bearbeiten]

„(...)Es überrascht daher nicht, dass die Rolle der Dana Scully eine enorme Wirkung auf ihr Publikum ausgeübt hat, vor allem auf das weibliche. In den 90er und 2000er Jahren gab es eine regelrechte Welle von jungen Frauen, die sich für Medizin oder Naturwissenschaften einschrieben und ihre Entscheidung mit ihrem persönlichen Idol begründeten – Dana Scully. Die Medien sprachen sogar vom „Scully-Effekt“. Er beweist, dass die Zuschauerinnen derselben Faszination erlagen wie ich. Dana zeigte ihnen, wie sexy und anziehend eine wissenschaftliche Karriere sein kann, dass eine erfolgreiche Frau mit beiden Beinen im Leben stehen kann, ohne eine eiskalte Femme fatale oder eine schwertschwingende Amazone zu werden. Auf einmal war es cool, ein Streber zu sein.(...)“

Aurelia Brandenburg: Geekgeflüster[2]


„(...)Lange war der Scully-Effekt nur eine Hypothese, ging es um Einzelfälle, die über ihre Bewunderung von Scully zu ihrer Profession kamen. Doch jetzt hat das Geena Davis Institute of Gender in Media eine erste Studie vorgelegt, die den Scully-Effekt belegen soll. Zusammen mit dem „Akte X“-Sender Fox hat sie im Februar gut 2.000 Frauen, die älter als 25 sind, befragt. Es wurde in der Stichprobe ordentlich rumgewichtet, um eine akkurate Repräsentanz von Frauen in der US-Gesellschaft zu bekommen, die eben jenes Alter überschritten haben, in den Bereichen Naturwissenschaften und Technik arbeiten – und „Akte X“ gesehen haben.

Medien bilden und verändern Wahrnehmung Die Ergebnisse zeigen eindeutig, wie wichtig der Charakter Scully für sie war: Wer Scully kennt, entscheidet sich eher dafür, im Bereich Naturwissenschaft und Technik zu arbeiten. 63 Prozent der Frauen, die in diesem Bereich tätig sind, sagen gar, dass Scully ihr Vorbild sei. Genauso viele gaben an, dass Scully sie darin bestärkt habe, in einer männlich dominierten Arbeitswelt zu bestehen.(...)“

Jurn Kruse: TAZ[3]


„(...)Kurzum: Scully war ein Vorbild für sie. Sie hat sie inspiriert und beeinflusst. Tatsächlich war (und ist) diese Figur eine Ausnahmeerscheinung im Fernsehen. Sie ist die weibliche Hauptfigur von Akte X, sie steht Fox Mulder zur Seite, zusammen sollen sie außerirdische Phänomene untersuchen. (...) Scully ist emanzipiert, ehrgeizig und kompetent, sie entwickelt ihre Stärke aus sich heraus. Sie ist das perfekte Vorbild – und sie hat auch bewiesen, dass Medien Einfluss auf unsere Wahrnehmung haben, dass fiktionale Figuren unsere Vorstellungswelten beeinflussen. Oder wie es der eingängige Slogan des Geena Davis Institute ausdrückt: If she can see it, she can be it. Das in einer Zeit zu erfahren, in der immer wieder diskutiert werden muss, warum es eine Rolle spielt, dass Arbeiten von Frauen weniger präsent sind und geringer geschätzt werden, ist ungemein wohltuend. Und dass dieser Einfluss nun nachgewiesen wurde, hätte Dana Scully sicherlich gefallen.“

Sonja Hartl: Blog der freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen[4]

Notizen[Bearbeiten]

empfehlenswerte Links[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]