7ABX05 Millennium (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


7ABX05 Millennium
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!



TALLAHASSEE, FLORIDA
21. DEZEMBER 1999


Beerdigungsinstitut. Nach der Trauerfeier. Einige Trauergäste sind noch da und sprechen mit der trauernden Witwe.

FRAU: Es tut uns so leid, Mrs. Crouch. Falls wir irgendetwas für Sie tun können, irgendetwas, lass es uns wissen.

WITWE: Vielen Dank. Das hätte ihm viel bedeutet. Entschuldigen Sie. Vielen Dank (umarmt die Frau) Vielen Dank, dass Sie gekommen sind.

Die Trauergäste gehen. Ein Mann, glatt rasiert, etwa 50, tritt auf die Witwe zu.

MANN: Mrs. Crouch? Mein tiefstes Mitgefühl wegen Ihres Verlustes.

WITWE: Vielen Dank. Mr ...

MANN: Johnson. Ich habe kurz mit Ihrem Mann zusammen gearbeitet. Ich war beeindruckt von ihm. Sehr sogar.

WITWE: Vielen Dank.

MANN: Es tut mir sehr leid.

Der Mann geht. Die Witwe sieht auf den Sarg. Der Direktor des Beerdigungsinstitutes schließt die Tür und stellt sich neben die Witwe.

WITWE: (zum Sarg, traurig) Das ist das furchtbarste Weihnachten, Raymond.

DIREKTOR: Er ruht jetzt in Frieden. Das ist vielleicht ein kleiner Trost.

WITWE: Er hat nicht mal einen Abschiedsbrief hinterlassen

Die Witwe geht. Der Direktor des Beerdigungsinstituts macht die Lichter aus, schließt die Türen und geht ebenfalls. Der Mann tritt hinter einer anderen Tür hervor, hinter der er sich versteckt hatte. Er geht zu dem Sarg und öffnet ihn. Darin liegt ein toter Mann (Er sieht aus, als wäre er schon etwas länger tot.) Er zieht seine eigene Jacke und das Hemd aus und lässt sie auf den Boden fallen, alles unter leisem Beten.

MANN: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Er beginnt den Körper in dem Sarg zu entkleiden, muss sich dabei anstrengen, um den Ärmel von dem steifen Arm des Mannes herunter zu bekommen. Er entfernt die FBI-Krawattennadel des Mannes und hält sie mit den Zähnen fest, während er dem Mann das Hemd auszieht.

MANN: Wer an mich glaubt, … wird leben, … auch wenn er stirbt, … und jeder, der lebt … und an mich glaubt, … wird auf ewig nicht sterben.

Er hat den Körper bis aufs Unterhemd ausgezogen. Er legt ein eingeschaltetes Mobiltelefon in die Hand des Mannes.

MANN: ... Wer an mich glaubt, wird leben, ... auch wenn er stirbt, ... und jeder, der lebt und an mich glaubt, ... wird auf ewig nicht sterben.

Er schließt den Deckel des Sarges und geht.


29. DEZEMBER 1999


Ein Friedhof bei Nacht. Donner grollt, es regnet. Der Mann aus der Trauerhalle, der jetzt die Kleidung trägt, die er dem toten Mann ausgezogen hat, einschließlich der FBI-Krawattennadel, sitzt in seinem Auto und beobachtet eines der Gräber. Es ist ein Mobiltelefon auf dem Sitz neben ihm. Es klingelt. Anstatt ranzugehen, nimmt er eine Schaufel aus dem Kofferraum und geht rüber zu dem Grab. Das Mobiltelefon klingelt weiter.


30. DEZEMBER 1999


Friedhof. Rund um das Grab ist es jetzt abgesperrt, als Areal eines Verbrechens. Scully kommt mit dem Auto an, bremst, steigt aus und zeigt ihre FBI-Dienstmarke.

JUNGER POLIZIST: Danke sehr.

Scully hebt das Absperrband, duckt sich darunter hindurch und geht in Richtung des Grabes. Sie wird vom Direktor des Beerdigungsinstituts gestoppt. Er ist etwas verärgert.

DIREKTOR: Sind Sie auch vom FBI?

SCULLY: Ja Sir.

DIREKTOR: Verstehen Sie, ich beherrsche meinen Job. Dieser Mann war tot.

SCULLY: Verzeihung?

DIREKTOR: Ich verstehe ja, dass er einer von Ihren Leuten war - aber diese Gerüchte ... - man sagt, ich hätte einen lebenden Menschen unter die Erde gebracht ... Ihre Leute sollten besser schnell die Fakten klären.

Scully, mit einem resignierten Gesichtsausdruck, geht hinüber zu dem offenen Grab. Mulder, der Gummistiefel trägt, ist in dem Grab und sieht sich den nun leeren Sarg an. Eine freundliche, neckische Unterhaltung beginnt.

SCULLY: Mulder, hast du irgendwelche Gerüchte in die Welt gesetzt?

MULDER: Warum? Hast du kürzlich ein paar gute gehört?

SCULLY: Eher nicht. Also was hast du hier?

MULDER: Bei der Gelegenheit, Frohe Weihnachten, Scully.

SCULLY: Danke. Dir auch Frohe Weihnachten.

MULDER: Das ist ein Grabraub mit einem interessanten Unterschied. Sieh dir die Sargpolsterung an, Scully.

Er hebt den Deckel an und man sieht, dass die Polsterung zerrissen ist, wie von Fingernägeln.

SCULLY: Es sieht so aus, als ob jemand von innen versucht hat, herauszukommen.

MULDER: Genau das tut es. Um deine Frage zu beantworten - nein, ich habe keine Gerüchte verbreitet. Die örtliche Polizei hat das selbst schon ziemlich gut gemacht, seitdem sie die Fingerabdrücke des Toten, mit denen hier verglichen haben. Und mit denen auf dem Grabstein. Da ist ein großer fetter Handabdruck auf der Rückseite.

Scully sieht genauer hin. Es ist der Grabstein von Raymond Crouch. Tatsächlich ist dort ein Abdruck. Mulder klettert aus dem Grab

SCULLY: Was ist mit der oder den Personen, die gegraben haben?

MULDER: Tja, da ist ein Haufen Erde. Ich vermute, eine Person mit 'ner Schaufel. Darüber hinaus hat uns der Regen der letzten Nacht nicht viel übriggelassen. Na ja, leg los, Scully, widerleg meine Theorie. Der Körper eines FBI-Agenten wird exhumiert, um dann selbständig herauszuklettern und in die weihnachtliche Nacht zu entschwinden.

SCULLY: (mit einem leichten Lächeln) Bis dahin hattest du mich fast überzeugt.

MULDER: Hätte ich?

SCULLY: Ich denke, es ist genau so, wie du gesagt hast. Ich glaube, das ist eine recht merkwürdige Art von Grabraub. Wir haben hier die Fingerabdrücke und die zerrissene Sargpolsterung. Wahrscheinlich manipulierte Beweise, die derjenige gefälscht hat, der den Körper exhumiert hat.

MULDER: Gefälscht - zu welchem Zweck?

SCULLY: Öffentliche Aufmerksamkeit ... Furcht ... um Gerüchte zu verbreiten ... Ich meine, ich weiß nicht zu welchem spezifischen Zweck, aber nichtsdestotrotz ist es ...(bemerkt, dass Mulder auf den Boden schaut) Was ist?

Ein schwacher roter Ring rund um das Grab ist erkennbar.

MULDER: Sieht aus wie Blut.


Der Mann aus dem Bestattungsinstitut fährt in einem Kleinlaster eine Landstraße entlang. Er ist allein in der Fahrerkabine.

MANN: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.

Ein klopfendes Geräusch ist zu hören. Im Rückspiegel sieht er eine Hand, die vom Boden der Ladefläche nach oben greift. Er betet weiter, jetzt etwas intensiver.

MANN: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Er passiert ein Straßenschild, auf dem steht, Georgia, Highway 121


FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, DC


Skinners Büro. Skinner, Scully, Mulder und drei andere Agenten sitzen an Skinners Konferenztisch und sehen sich Akten und Fotos an. Scully öffnet eine Akte mit dem Foto des Mannes aus dem Sarg.

SCULLY: Special Agent Raymond Crouch, 56, verheiratet, keine Kinder. Nach einer gediegenen 21-jährigen Karriere beim FBI, ging er 1993 in Rente. Und dann, Anfang des Monats, fand man ihn in der Garage seines Hauses in Tallahassee, mit seiner Dienstwaffe in der Hand.

Sie hält ein Foto des Mannes hoch, der gegen die Wand gestürzt ist und eine Schusswunde in der Brust hat.

SKINNER: Definitiv Selbstmord?

SCULLY: Ich habe den Bericht gelesen und es gibt keinen Hinweis auf etwas Anderes.

SKINNER: Was ist mit einem Motiv für die Grabdiebstähle?

MÄNNLICHER AGENT: Ich bin alle Fälle durchgegangen, die Crouch bearbeitet hat. Er scheint sich keine Feinde gemacht zu haben.

WEIBLICHE AGENTIN: Genau wie in seinem Privatleben. Keine großen Schulden, keine Fehden mit Nachbarn, kein böses Wort gegen ihn.

SKINNER: Nichts Herausragendes?

MULDER: Sollte etwas herausragen?

SKINNER: Agent Mulder, was ist denn Ihre Ansicht hierzu?

MULDER: Na ja, ich glaube einfach nicht, dass es Grabraub an sich war (Pause. Er und Scully sehen zu Boden. Dann rückt er damit raus.) Es war Geisterbeschwörung.

Die anderen Agenten fühlen sich unbehaglich.

MULDER: Die Anrufung der Toten. Das ist eine Form von Magie, die zurückgeht auf primitiven Schamanismus, aber eine lange Tradition in der christlichen Kirche hat. Der Tote wird dadurch zurückgebracht ins Leben, um geheimnisvolle Erkenntnisse preiszugeben oder rituelle Handlungen durchzuführen.

MÄNNLICHER AGENT: Das glaubte dieser Spinner also? Dass er den Toten auferstehen ließ?

MULDER: Nein, genau das hat er tatsächlich gemacht (zeigt ein Foto) Das ist ein, ähm ... das ist ein magischer Kreis aus Ziegenblut. Der Regen hat das meiste weggewaschen. Das Blut lockt den Geist des Untoten an, während der Kreis die Energie des Beschwörers fokussiert und ihn gleichzeitig vor dem Geist schützt, den er beschwört.

MÄNNLICHER AGENT: (ungläubig) In Ordnung.

MULDER: Er könnte auch die Kleider des Toten tragen, um eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen. Sie würden bestimmt nicht die Kleidung dieses Mannes reinigen wollen.

SCULLY: Offensichtlich gibt es klare rituelle Elemente bei diesem Verbrechen. Die Frage ist allerdings, warum sind sie auf Raymond Crouch gerichtet?

MULDER: Das ist die Frage.

SKINNER: Na ja, dann lassen Sie uns mal Antworten finden.

Die Agenten stehen auf und nehmen die Akten und Fotos.

SKINNER: Mulder, Scully, auf ein Wort bitte.

Die anderen drei Agenten verlassen den Raum.

SKINNER: Geisterbeschwörung mal beiseite ... dieser magische Kreis, den Sie erwähnten - sieht der irgendwie so aus wie das?

Skinner gibt ihnen ein Foto von einer Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Das gleiche Symbol, das sich Scully in der Episode 4X13 Mutterkorn in der 4. Staffel hat tätowieren lassen.

MULDER: Das ist ein Ouroboros ... Möglicherweise. Definitiv ein mystisches Symbol. Die Alchimisten haben das bevorzugt. Sie glaubten, dass es die gesamte Existenz repräsentiert.

SKINNER: Ich denke da mehr an die Millennium-Gruppe. Das war auch ihr Symbol. Kennen Sie die?

SCULLY: Ja, ein wenig. Sie waren frühere FBI-Agenten, die beratende Hilfe bei der Strafverfolgung anboten. Irgendwie sind sie in Misskredit geraten.

SKINNER: Sie haben unter extremer Geheimhaltung gearbeitet. Gerüchten zufolge hatten sie ihre eigenen Beweggründe, die alles andere als uneigennützig war, wenn nicht sogar rechtswidrig oder illegal.

MULDER: Und dass es in Wirklichkeit ein Kult war, basierend auf jüdisch-christlichen "Endzeit" Prophezeiungen in Bezug auf das kommende Millennium. War Raymond Crouch ein Mitglied?

SKINNER: Das konnte ich bisher nicht herausfinden. Anscheinend hat sich die Gruppe vor einigen Monaten aufgelöst. Sie hat keine schriftlichen Spuren hinterlassen - absolut nichts. Allerdings ... Ich habe drei andere Grabschändungen, alle innerhalb der letzten sechs Monate. Long Island ... Nord-Kalifornien, Arizona. In allen drei Gräbern waren die Körper von früheren FBI-Agenten. Alle drei hatten kürzlich Selbstmord begangen.

Skinner gibt ihnen drei weitere Fotos von offenen Gräbern mit roten Kreisen im Sand drumherum.

MULDER: Wie lange hatten Sie vor, das geheimzuhalten?

SKINNER: Wegen der früheren Verbindung der Millennium-Gruppe zum FBI ist diese Angelegenheit ... zu sensibel, um es milde auszudrücken. Untersuchen Sie sie. Verhalten Sie sich unauffällig.

MULDER: Ich denke, ich weiß, wo wir anfangen.


HARTWELL PSYCHIATRIC HOSPITAL
WOODBRIDGE, VIRGINA


Eingang zu einem geschlossenen Bereich des Krankenhauses. Mulder und Scully bekommen Besucherausweise von einem Wachmann.

SCULLY: Wie gut kennst du diesen Mann?

MULDER: Nur vom Hörensagen. Er hinterließ etwas, ähm, alles Übertreffendes bevor ich dort hinkam. Aber man nannte ihn den größten Kriminal-Profiler, den Quantico je hervorgebracht hat.

SCULLY: Was macht er hier?

Als sie den Gang betreten, passieren sie einen älteren, lächelnden, nicht zurechnungsfähig wirkenden Mann.

MULDER: (zu dem Mann) Guten Morgen (lächelt, als der alte Mann irgendetwas sagt. Dann dreht er sich zurück zu Scully und sie gehen den Gang entlang.) Anscheinend hat er sich selbst für eine 30-tägige Beobachtung einweisen lassen. Ich vermute, die letzten paar Jahre haben es nicht gut mit ihm gemeint. Falls es irgendjemanden gibt, der uns etwas über die Millennium-Gruppe erzählen kann, ist er es. Sie hat ihn früher zurate gezogen. Später hat er gegen sie gekämpft, um sie zu zerstören, auf Kosten seiner eigenen Karriere und seines Rufes.

SCULLY: Zielgerichtet.

MULDER: Ja.

SCULLY: Hört sich an wie jemand, den ich kenne.

Sie betreten einen Gemeinschaftsraum. Ein Mann, Frank Black, sieht sich ein Footballspiel im Fernsehen an.

TV SPRECHER: ... 12 Yard (ca. 11 m) Linie und sie sind bedrohlich ... sie klopfen an die Tür vom Boston College …

MULDER: Frank Black?

Frank Black dreht sich herum und sieht zu ihnen hoch. Mulder zeigt seine Marke.

MULDER: Hi, mein Name ist, ähm, Fox Mulder. Das ist meine Partnerin, Dana Scully. Es ist uns eine Ehre, Sie kennenzulernen. Dürfen wir uns setzen?

KOMMENTATOR: … Higgins versucht es durch die Mitte und kommt ... nicht weit. Er läuft in die graue Wand der Bostoner Spieler …

Frank Black sieht zurück zum Fernseher. Ohne auf eine Reaktion zu warten, setzen sich Mulder und Scully. Frank Black schließt kurz seine Augen und seufzt.

MULDER: Wer spielt?

FRANK BLACK: Oh, es sind Notre Dame und Boston College.

MULDER: Ah, die Fighting Irish und die Golden Eagles, huh?

FRANK BLACK: Was kann ich für Sie tun, Agents?

Scully sieht zu Mulder.

MULDER: Nun ja, wir arbeiten an einem Fall, der, äh, wir glauben, dass Sie vielleicht einige spezielle Insiderinformationen haben - den Tod von vier FBI Agenten betreffend. Kennen Sie diese Männer?

Mulder zeigt ihm Fotos der vier Männer. Frank Black sieht kurz darauf und dann zurück zum Fernseher.

FRANK BLACK: Ja.

Pause.

SCULLY: Alle vier haben in den letzten sechs Monaten Selbstmord begangen. Alle wurden durch eine rituelle Grabschändung aus ihren Gräbern exhumiert. Sie waren Mitglieder der Millennium-Gruppe. Ist das richtig?

Frank Black nickt.

SCULLY: Sir, es für ist uns überaus schwierig, irgendwelche Informationen über die Gruppe zu sammeln, welcher Art auch immer ... über ihre Mitglieder, ihre Praktiken ... Ich glaube, Sie können uns helfen.

FRANK BLACK: Nein danke. Ich bin im Ruhestand. Wie Sie an den Umständen erkennen können, versuche ich gerade mein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Ich kann mich da nicht hineinziehen lassen.

MULDER: Wir wollen Sie da nicht hineinziehen. Ich frage Sie nur, ob Sie sich diesen Fall einmal ansehen können.

FRANK BLACK: Nein danke.

MULDER: Mr. Black, übermorgen ist der 1. Januar 2000. Das ist ein signifikantes Datum für diese Leute. Das lässt uns nicht viel Zeit. Wollen Sie nicht, dass sie aufgehalten werden?

Frank Black, unbehaglich, ignoriert ihn, starrt auf den Fernseher. Ein enttäuschter Mulder sammelt die Fotos ein.

MULDER: Nun gut, Mr. Black, Sie sind nicht das, was ich erwartet habe.

FRANK BLACK: Agent Mulder ...

MULDER: Ja.

FRANK BLACK: 1:18. Lassen Sie mich einfach in Frieden dieses Spiel ansehen.

Mulder sieht hoch zu dem Footballspiel. Die Punktzahl ist 7:7, drittes Viertel, 10. Minute.

MULDER: (nicht glücklich) Es ist 3:10. Es ist 3:10, Notre Dame.

FRANK BLACK: Frohes neues Jahr.

MULDER: (überhaupt nicht glücklich) Ihnen auch.

Mulder und Scully gehen.


LÄNDLICHES MARYLAND
23:21 UHR


Der Mann aus dem Bestattungsinstitut und vom Friedhof wechselt einen platten Reifen seines Fahrzeugs. Ein Deputy hält und geht zu ihm, mit einer Taschenlampe in der Hand.

DEPUTY: 'n Abend.

MANN: Hi.

DEPUTY: Kann ich, äh, Ihnen irgendwie helfen?

MANN: Oh, nein. Ich bin fast fertig, aber danke. Ich denke, ich bin über einen Nagel oder irgendwas gefahren.

DEPUTY: (richtet die Lampe auf den Reifen) Gut, dann kann ich Ihnen wenigstens helfen, etwas zu sehen.

MANN: Ja, ich bin die ganze Nacht gefahren. Wie gut, endlich zu Hause anzukommen.

DEPUTY: Sie sagen es.

Der Deputy schnüffelt die Luft.

DEPUTY: Mann ... Wow. Was ist das?

MANN: (sieht um sich) Oh, ja. Wahrscheinlich ist ein Reh da draußen im Wald gestorben.

Der Deputy hört Fliegen summen. Er sieht misstrauisch zur Ladefläche des Fahrzeugs.

DEPUTY: Sir? Was ist in dem Fahrzeug?

MANN: Nichts.

DEPUTY: Darf ich mal sehen?

MANN: (hält noch das Reifenmontiereisen fest) Da ist nichts drin, also ...

DEPUTY: Lassen Sie das fallen und treten Sie zwei Schritte zurück. Fallen lassen.

Der Mann lässt das Montiereisen fallen. Der Deputy geht zum Fahrzeug. Das Fliegensummen wird lauter. Der Mann rieselt einen Ring aus weißen Zeug um sich herum auf den Boden.

MANN: (leise) Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Der Deputy sieht in die Ladefläche des Fahrzeugs, sieht den Toten aus der ersten Szene, dreht sich herum zu dem Mann, der immer noch betet.

DEPUTY: Oh, Gott! Stehen Sie auf! Stehen Sie auf! Lassen Sie mich Ihre Hände sehen.

MANN: Ich bin die Auferstehung ...

DEPUTY: Was?

MANN: Wer an mich glaubt, wird leben, auch ...

DEPUTY: Sprechen Sie lauter!

Der Körper erhebt sich von der Ladefläche und attackiert den Deputy. Der Deputy schreit. Der Mann betet weiter innerhalb des Kreises.


31. DEZEMBER 1999
7:32 UHR


Nächster Morgen auf dem Highway im ländlichen [[Maryland]. Tatort. Das Auto des Deputys parkt noch immer an der gleichen Stelle. Viele Polizisten sind vor Ort. Scully geht zu Mulder, der sich den weißen Ring ansieht, den der Mann gestreut hat.

SCULLY: Hey (Mulder sieht nicht auf) Ich habe den Männern empfohlen, sich ganz auf das Waldgebiet zu konzentriert.

MULDER: Unser Totenbeschwörer war definitiv hier (er reibt das weiße Zeug zwischen seinen Gummihandschuh-Fingern, steht auf und leckt daran) Es ist Salz. Das hat starke magische Kraft.

SCULLY: Also, wenn du mir jetzt erzählen willst, dass er, ähm, mal eben am Straßenrand gehalten hat, um einen Toten zu erwecken, was ich hoffe, dass du das nicht tun wirst, dann muss ich dir zwei Dinge sagen: erstens wurden die vorigen Kreise aus Blut und nicht aus Salz und zweitens ...

MULDER: Und sie waren groß genug für einen Körper. Das ist ein beschützender Kreis, groß genug, dass ein Mann darin stehen kann.

SCULLY: Um sich selbst wogegen zu schützen?

Sie sehen nach unten auf das blutüberströmte Pflaster.

MULDER: Was immer das getan hat.

SHERIFF: Agents! Hier drüben!

Mulder und Scully eilen zum Sheriff, der etwas gefunden hat.

SHERIFF: Ich sah ein Stück Stoff im Boden …

Es ist die Leiche des Deputys.

SHERIFF: Mein Gott ...

MULDER: Bissspuren. Sie sehen menschlich aus.

SCULLY: Noch mehr Salz.

Der Mund des Deputys ist mit zwei großen Klammern verschlossen und voll mit Salz. Mulder zieht ein Stück Papier aus dem Mund des Deputys, entrollt und liest es. Es ist handgeschrieben und rot.

MULDER: (liest) "Ich bin der, der lebt, obwohl schon tot; und, sieh da, ich bin lebendig in alle Ewigkeit, amen; Und habe den Schlüssel zur Hölle und des Todes."

JUNGER COP: (kennt die Bibel) Buch der Offenbarung, Kapitel 1, Vers 18.

MULDER: Fighting Irish...

Scully wirft ihm einen Blick zu.


In der psychiatrischen Klinik. Mulder wirft das Stück Papier aus dem Mund des Deputys vor Frank Black auf den Tisch.

MULDER: 1:18. Das ist kein Football, das ist die Offenbarung. Sie wollten uns etwas sagen Frank. Warum haben Sie es nicht einfach ausgesprochen?

FRANK BLACK: Ich weiß nicht, wovon Sie reden. Ich sagte Ihnen schon, ich will damit nichts zu tun haben.

MULDER: Richtig, deshalb lassen Sie gelegentlich kleine geheimnisvolle Andeutungen fallen? Ein Officer der Polizei wurde umgebracht, Frank. Warum wollen Sie immer noch Spielchen spielen? Ihre Ablehnung ist ein Zeichen dafür, dass Sie ganz offensichtlich etwas darüber wissen. Sie wussten, dass wir sowas finden würden. Wovor haben Sie Angst?

Scully ist hereingekommen.

SCULLY: Ihre Tochter zu verlieren. Sie befinden sich im Sorgerechtsstreit mit den Eltern Ihrer verstorbenen Frau. Ich habe gerade mit Ihrem Arzt gesprochen. Deswegen sind Sie hier.

FRANK BLACK: Sie behaupteten, ich sei ein unfähiger Vater, dass ich besessen war von Verschwörungen und dem Ende der Welt und dass mir meine Arbeit mehr bedeutete, als meine Tochter Jordan. Die Sache ist ... sie hatten recht.

SCULLY: Und deshalb sind Sie ausgestiegen.

FRANK BLACK: Von mir aus werde ich Versicherungsvertreter. Ich werde alles tun, was nötig ist. Ich werde gesund werden und was immer sie wollen über mich ergehen lassen, aber ich werde die Millennium-Gruppe nie wieder erwähnen.

MULDER: Aber ganz offensichtlich wollen Sie helfen. Sie ... haben uns diesen Hinweis gegeben. Sehen Sie, Frank, niemand braucht etwas darüber zu wissen. Wir sind einfach nur drei Leute, die zusammensitzen und reden.

Später. Die Drei sitzen am Tisch und sehen sich die X-Akte zum Fall #X-120898 an. Das Foto von Agent Raymond Crouch wurde herausgenommen und zum Stapel auf den Tisch gelegt.

FRANK BLACK: Das Buch der Offenbarung beschreibt das Ende der physischen Welt als einen Krieg zwischen Himmel und Hölle ... Gut gegen Böse. Die Millennium-Gruppe glaubte, dass diese Zeit gekommen war. Diese vier repräsentieren eine Abspaltung aus der Gruppe (Frank deutet auf die Bilder der vier toten Männer, die ausgebreitet auf dem Tisch liegen) Sie glauben, dass man zur Herbeiführung der Endzeit, wie vorgesehen, aktiv etwas tun muss.

SCULLY: Zu diesem Zweck haben sie Selbstmord begangen.

FRANK BLACK: Ja.

MULDER: Mit der ausdrücklichen Absicht, ins Leben zurückgebracht zu werden. Die vier Reiter der Apokalypse. Die vier Männer, die für Krieg stehen, für Seuchen, für Hungersnot und Tod.

FRANK BLACK: Damit alle Toten der Erde auferstehen - Armageddon. Das muss beginnen mit dem Anbruch des neuen Jahrtausends ... oder gar nicht. Das ist es, was sie glauben. Der Mann, den Sie suchen, Ihr Totenbeschwörer, exhumierte diese Männer gemäß deren Wünschen.

MULDER: Also ist er auch ein Mitglied der Millennium-Gruppe?

FRANK BLACK: Nein, sie haben sich ihn ausgesucht. Er glaubt, er tut Gottes Werk, aber er irrt sich.

SCULLY: Können Sie uns etwas mehr über diesen Mann sagen?

FRANK BLACK: Er ist ein männlicher Weißer, 45 bis 50. Er ist religiös, keine Vorstrafen, ... ohne feste Beziehung. Sie würden an ihm vorbeigehen, ohne Notiz von ihm zu nehmen.

MULDER: Dann ist das das Ereignis, dass seinem Leben einen Sinn gibt.

FRANK BLACK: Ja. Er braucht Zurückgezogenheit dafür. Sicher lebt er allein ... möglicherweise in dem Haus, in dem er aufgewachsen ist. Höchstwahrscheinlich ist es ein großes ländliches Anwesen, abseits neugieriger Blicke. Er wird einen Lastwagen oder Lieferwagen besitzen. Er muss die Körper transportieren. Da werden hohe Zäune sein mit "Betreten verboten" Schildern. Er führt ein Einsiedlerdasein. Seine Arbeit hat mit etwas rund um den Tod zu tun, sein Leben lang - in einem Beerdigungsinstitut oder auf einem Friedhof. Der Tod beruhigt ihn.

Während Frank Black spricht, schwenkt die Kamera genau durch so eine Szenerie, wie er sie beschreibt - das Haus des Mannes. Ein großer Maschendrahtzaun umgibt das Grundstück. Er ist anscheinend ein Präparator, gerade an einem fuchsähnlichen Tierauge arbeitend. Er sieht nebenbei im Fernsehen den Nachrichtenbericht über den vermissten Deputy.

TV SPRECHER: Ein Deputy des Rice County Scheriff ...

FRANK BLACK: ... Er hat sehr darauf geachtet, wie er den Deputy begraben hat, trotz seiner Befürchtung, entdeckt zu werden. Er hat die Lippen zu geklammert, um den Mund zu verschließen. Er wollte verhindern, dass er ins Leben zurückkommt. Er glaubt, dass, falls er gestört wird, der Deputy von den Toten auferstehen wird. Es ist dafür zu früh und deshalb wird er, sobald er merkt, dass der Deputy entdeckt wurde, in Aktion treten. Er wird bei der ersten Möglichkeit zu dem Toten zurückkehren.

SCULLY: Das Rice County Leichenschauhaus.

FRANK BLACK: Ich denke, dort werden Sie ihn erwischen.

MULDER: Diese vier Mitglieder der Millennium-Gruppe ... die, die "wahrhaft leben, obwohl schon tot", das sind die, die wir finden müssen.

Scully sieht ihn an.

PFLEGEFACHKRAFT: Mr. Black?

FRANK BLACK: Ja?

PFLEGEFACHKRAFT: Es gibt einen Anruf für Sie. Ich glaube, es ist Ihre Tochter.

FRANK BLACK: Danke (er lächelt warm) Meine Tochter. Entschuldigen Sie mich.

Frank Black verlässt den Raum. Scully sieht für einen Moment zu Boden, dann tauschen sie und Mulder einen Blick und gehen zurück zum Eingang des Krankenhauses.

SCULLY: Mulder, willst du mir wirklich sagen, es ist wichtiger vier tote Körper aufzuspüren, als einen lebenden Mörder?

MULDER: Er ist nicht unser Mörder und diese vier toten Körper sind nicht tot und das Millennium ist … (er sieht auf seine Uhr) ... 14 Stunden entfernt.

Die Tür öffnet sich summend vor ihnen, als sie den Eingangsbereich verlassen.

SCULLY: Mulder, diese Leute, selbst wenn sie am Leben wären, verzerren die biblische Prophezeiung bis zur Unkenntlichkeit. Das Jahr 2000 ist deren fiktiver Stichtag und, abgesehen davon, 2001 ist eigentlich der wirkliche Beginn des neuen Millenniums.

MULDER: (lächelt leicht) Niemand mag einen Mathestreber, Scully.

SCULLY: Wie auch immer, ich denke, dass Franks Profil vernünftig ist.

MULDER: Ich auch.

SCULLY: Und ich denke, damit haben wir die beste Chance, diesen Totenbeschwörer, wie du ihn nennst, zu finden. Deshalb fahre ich jetzt zur städtischen Leichenhalle.

MULDER: Ich denke auch, dass du das tun solltest.

SCULLY: Und was wirst du tun?

MULDER: Dem Profil folgen. Der Deputy wurde an einer Straße umgebracht, die aus dem Norden kommt und mit keinem großen Highway verbunden ist. Ich glaube, unser Totenbeschwörer lebt dort irgendwo. Ich werde mir eine Liste mit allen alleinstehenden Landbesitzern der Gegend besorgen und diese aufsuchen, um zu sehen, wo die Körper begraben sind, da wir alle ... Oh, Scully, kannst du mir einen Gefallen tun? Lass niemanden die Klammern vom Mund des Deputys entfernen, in Ordnung? Bitte? Mir zuliebe. Danke.


RICE COUNTY LEICHENHALLE
10:32 UHR


Leichenhalle. Die Leichenbeschauerin entfernt die Klammern vom Mund des Deputys und spricht in den Rekorder.

LEICHENBESCHAUERIN: Ich fahre mit der optischen Untersuchung des Mundes fort.

Sie öffnet den Mund und Salz rieselt heraus. Das Telefon klingelt. Sie ist verärgert, jetzt gestört zu werden.

LEICHENBESCHAUERIN: Oh je.

Der Anrufbeantworter springt an. Sie fährt mit ihrer Untersuchung fort.

LEICHENBESCHAUERIN: Der Mund des Opfers ist gefüllt mit etwas, das wie Salz aussieht.

Schwach hört man Scullys Stimme, die eine Nachricht hinterlässt.

LEICHENBESCHAUERIN: Gott weiß, wieso. Ich entferne es.

Sie entfernt einige Löffel Salz aus dem Mund des Deputys. Das Telefon klingelt erneut. Sie geht ins Büro und hört den Anrufbeantworter ab.

ANRUFBEANTWORTER: Hier ist die Rice County Leichenhalle. Im Augenblick kann niemand ans Telefon kommen.

SCULLYS STIMME: Hier ist Agent Dana Scully vom FBI. Bitte machen Sie keine Autopsie an dem Mordopfer, das vorhin zu Ihnen gebracht wurde - dem Sheriff Deputy. Falls Sie schon begonnen haben, hören Sie sofort auf. Ich werde in Kürze da sein und alles erklären, sobald ich angekommen bin.

Während der Nachricht sieht man eine Bewegung durch das Fenster hinter der Leichenbeschauerin. Die Maschine piept und die Nachricht ist beendet. Sie dreht sich um und schreit, als der Deputy, jetzt von den Toten auferstanden, sie attackiert. Der Telefonhörer wird von der Gabel gestoßen.

Kurze Zeit später. Scully betritt vorsichtig die Leichenhalle. Drei Leichen liegen auf den Tischen. Die Leichenhalle ist voll davon.

SCULLY: Hallo?

Sie zieht ihre Dienstwaffe aus dem Holster. Der Telefonhörer ist nicht auf der Gabel und macht ein lautes Geräusch, das immer auftritt, wenn ein Hörer ein paar Minuten nicht auf der Gabel liegt. Blut und die zerbrochene Schutzbrille der Leichenbeschauerin sind auf dem Boden zu sehen. Scully folgt einer Blutspur in einen angrenzenden Raum. Die Leichenbeschauerin liegt gegen die Wand gelehnt und voller Blut und Bissspuren. Sie ist schwer verletzt, keucht und würgt. Scully prüft ihren Puls, dreht sich um und sieht einen Mann im Eingang stehen. Scully richtet die Waffe auf ihn, dreht sich dann aber um und sieht sich dem vermeintlich toten Deputy gegenüber, der sie attackiert. Sie feuert ihm drei Schüsse in die Brust. Diese zeigen keine Wirkung und er kommt näher. Dann wird ihr die Waffe aus der Hand geschlagen und landet vor den Füßen des Mannes, der noch immer in der Tür steht. Er sieht hinunter zur Waffe.


Leichenschauhaus. Später. Mitarbeiter der Spurensicherung und Polizei wuseln am Tatort herum. Sie heben die verwundete Leichenbeschauerin in eine Ambulanz als Skinner eintrifft.

SKINNER: Wo ist sie?

SHERIFF: (zeigt nach drinnen) Rechts.

Skinner betritt die Leichenhalle und geht zu der Ecke, in der ein toter Körper mit einem Laken darüber auf dem Boden liegt. Es ist der Deputy, diesmal wirklich tot. Scully kommt zu Skinner.

SCULLY: Sir?

Skinner sieht die Biss/Kratzspuren an Scullys Hals. Sie scheint nicht sehr schwer verletzt zu sein, ist aber sehr müde.

SKINNER: Wie fühlen Sie sich?

SCULLY: Anbetracht der Umstände ...?

SKINNER: Was, zur Hölle, ist hier passiert? Wer ist dieser Mann?

SCULLY: Der Deputy des Sheriffs. Der Mann, den wir heute Morgen gefunden haben. Er war tot und dann, irgendwie, doch nicht. Er hat mich angegriffen.

SKINNER: Sie haben auf ihn geschossen?

SCULLY: Drei Schüsse, mitten in die Brust. Ohne Effekt.

SKINNER: Da ist auch eine Schusswunde in seinem Kopf.

SCULLY: Ja, dieser Mann, ähm, Mulder nennt ihn einen "Totenbeschwörer", unser Verdächtiger, er war auch hier. Er hat diesen Schuss abgefeuert, mit meiner Waffe. Er hat mich gerettet und ich habe keine Ahnung warum. Er ging weg, aber ich war nicht imstande ihm zu folgen.Sir, ich kann nicht einmal eine Erklärung dafür liefern, was passiert ist, aber ich muss sagen, dass es genau das war, was Mulder befürchtet hatte.

SKINNER: Ja, deshalb möchte ich mit ihm reden. Warum geht er nicht ans Telefon? (Scullys Blick ist besorgt.)


Ländliches Gebiet. Mulder erreicht das umzäunte Grundstück des Mannes. Er überprüft eine Liste mit Namen und unterstreicht den Namen Mark Johnson. Es ist Nummer 10, die anderen darüber sind durchgestrichen, übrig bleiben die Namen Fred Keenan und Lee Montana, Nummer 11 und 12. Die anderen Namen, die wir sehen sind, Erik Haas, Shane Hammond und Gary Hashimoto. Mulder versucht zu telefonieren, aber sein Mobiltelefon zeigt an, dass es kein Netz gibt.

MULDER: Willkommen in der Wildnis.

Mulder steigt aus dem Auto und geht zum Zaun. Er sieht zu den Mülltonnen, eine trägt den Namen "Johnson". Er öffnet diese und findet einen großen leeren Sack, der 50 Pfund (ca. 23 kg) koscheres Salz enthielt. Er nimmt eine Handvoll Salz vom Boden des Sackes und steckt es in seine Hosentasche. Er sieht sich das Schloss am Zaun an und klettert dann darüber.


Der Mann fährt Auto und singt vor sich hin. Er sieht auf seine Uhr.

MANN: (singt) "Eines schönen Tages sehen wir uns am schönen Meeresufer wieder."


Mulder öffnet mit einem Dietrich das Türschloss und betritt das Haus. Er sieht sich um, sieht all die ausgestopften wilden Tiere und geht dann zur Kellertür. Sie ist mit schweren Holzbohlen verbarrikadiert.

Draußen hält der Mann seinen Wagen an, direkt hinter Mulders.

Drinnen entfernt Mulder die Bohlen von der Tür, öffnet sie und macht seine Taschenlampe an. Er geht hinunter in den Keller, der einen Sandfußboden hat. Sehr unheimlich. Plötzlich erhebt sich eine Hand aus dem Sand, dann noch eine und noch eine, bis sich vier zombie-ähnliche Männer aus dem Sand erheben. Mulder dreht sich geschockt im Kreis und leuchtet mit seiner Lampe die Männer an. Er sieht den Mann oben in der Kellertür stehen. Einer der toten Männer attackiert Mulder, wirft ihn krachend am Treppenende zu Boden. Als Mulder hinaufrennt, schließt der Mann die Tür und blockiert sie wieder.

MULDER: (schreit) Öffnen Sie die Tür! Öffnen Sie die Tür! Aufmachen! Lassen Sie mich raus! Lassen Sie mich raus!

Der Mann zuckt zusammen, als er fünf Schüsse aus dem Keller hört.


20:17 UHR


In der Psychiatrie. Scully, sehr besorgt, spricht mit Frank Black.

FRANK BLACK: Ich habe nichts von ihm gehört. Ist er nicht mit Ihnen zum Leichenschauhaus gegangen?

SCULLY: Nein, er zog los, um nach dem Haus des Verdächtigen zu suchen. Seitdem kann ihn niemand erreichen. Ich habe eine Einsatzgruppe, die den Nordwesten von Maryland überprüft, aber das ist ein großes Gebiet und uns läuft die Zeit davon. Sir, ich habe die größten Befürchtungen, dass Mulder gefunden hat, wonach er gesucht hat. Ich brauche Ihre Hilfe, um ihn zu finden.

FRANK BLACK: Nun, Sie haben bisher meine Gründe respektiert, Agent Scully. Bitte, respektieren Sie sie auch jetzt.

SCULLY: Ich bin mir nicht sicher, ob ich Ihre Gründe richtig verstehe, Sir, und ich beginne mich zu fragen, worum es hier eigentlich geht und wie viel Sie darüber wissen. Mulder erwähnte etwas über die vier Millennium-Mitglieder, die "leben, obwohl schon tot". Nun, heute Morgen im Leichenschauhaus, habe ich gesehen, wovon er sprach.

FRANK BLACK: Das haben Sie?

SCULLY: Einer von ihnen hat mich angegriffen.

FRANK BLACK: Das tut mir leid.

SCULLY: Nun, so verrückt das auch klingt, muss ich Sie etwas fragen. Glauben Sie, dass die Millennium-Gruppe wirklich in der Lage ist, die Endzeit herbei zu führen? Armageddon?

FRANK BLACK: Ich verstehe, woran die glauben. Ich habe jahrelang versucht ihre Überzeugungen zu enträtseln, ihnen einen Sinn zu geben. Das heißt nicht, dass ich selbst daran glaube.

SCULLY: Aber was wäre, wenn es wahr wäre? Gut und Böse - was würde siegen?

FRANK BLACK: Es tut mir leid.

Scully ist niedergeschlagen und geht. Frank Black sucht die Pflegefachkraft.

FRANK BLACK: Octavia, ich werde mich selbst entlassen.

PFLEGEFACHKRAFT: Möchten Sie einen Tag Ausgang?

FRANK BLACK: Ich werde nicht wiederkommen.


Keller. Mulder schaut sich panisch um. Er steht in einem kleinen Kreis aus Salz. Sein rechter Arm ist schwer verletzt. Knurrende Geräusche kommen aus allen Richtungen des Raumes.

Draußen sitzt der Mann ans Haus gelehnt. Er hört Schritte und geht, um nachzusehen, wer es ist.

MANN: Wer ist da?

FRANK BLACK: Ich bin's.

MANN: (erstaunt und erfreut) Sie sind gekommen.

FRANK BLACK: Ich wäre es beinahe nicht.

MANN: Wir hatten Sie schon aufgegeben. Danke Gott. Danke Gott. Da ist jemand im Keller ... ein Polizist. Er hat eines der Mitglieder umgebracht. Er hat ihm in den Kopf geschossen. Aber Sie sind hier. Wir werden vier haben.

FRANK BLACK: Ich bin hier.


Frank Black und der Mann betreten das Haus.

MANN: Ich kann Ihnen nicht sagen, wie froh ich bin. Sie sind bestimmt, der Vierte zu sein. Ich wusste das immer. Ich hatte so gehofft, dass Sie vorbeikommen würden.

FRANK BLACK: Ich wollte nicht. Der Mann im Keller? Ich habe ihm gesagt, wie er diesen Ort hier findet.

MANN: Sie ... wieso?

FRANK BLACK: Ich habe versucht, den ganz normalen Weg zu gehen. Die Millennium-Gruppe hinter mir zu lassen. Aber ich weiß, ich kann das nicht mehr tun. Jetzt, wo ich weiß, dass Sie Erfolg hatten.

MANN: Sie haben nicht geglaubt, dass die Toten auferstehen würden?

FRANK BLACK: Nein.

MANN: Sie sehen, was die Zukunft bringt, Frank. Sie wissen, dass Sie davor nicht weglaufen können.

FRANK BLACK: Nein, ich kann nicht weglaufen.

MANN: Sie haben einen so hohen Preis bezahlt. Die haben Ihnen Ihre Tochter weggenommen. Ihre Frau umgebracht ... es gibt keine Gerechtigkeit in dieser Welt.

Der Mann nimmt einen Revolver vom Regal und legt ihn auf den Tisch.

MANN: Das wird es aber in der nächsten.

Die Uhr zeigt 10:13.

MANN: Die Stunde ist nahe. Sind sie bereit Frank?

FRANK BLACK: (nimmt die Waffe) Ich bin bereit.

Frank checkt den Revolver, er ist voll geladen mit 6 Patronen.

MANN: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, ...

FRANK BLACK: ... und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.

Frank Black überrascht den Mann, indem er die Waffe auf dessen Brust richtet.


Scully fährt im Auto. Es ist dunkel und regnerisch. Ihr Telefon klingelt.

SCULLY: (ins Telefon) Scully.

SKINNER: (ins Telefon) Hier ist Skinner. Wir haben Frank Blacks Hintergrund überprüft, wie Sie es wollten.

SCULLY: (ins Telefon) Und?

SKINNER: (ins Telefon) Er hat in der Hartwell Psychiatrie keine Anrufe entgegengenommen, außer von seiner Tochter, aber die Angestellten haben Nachrichten entgegen genommen, einschließlich einen mit einer Nummer aus dem Rice County.

SCULLY: Rice County? Da bin ich gerade.

SKINNER: (ins Telefon) Wir haben die Anrufe für Agent Crouch und die anderen Opfer der Grabschändungen überprüft. Alle vier haben Anrufe von derselben Nummer erhalten, in den Wochen vor ihrem Tod.

SCULLY: Ich brauche eine Adresse.


Zurück in dem Haus des Mannes. Frank Black fesselt den Mann mit Klebeband an einen Stuhl.

MANN: (verzweifelt) Tun Sie das nicht. Ich flehe Sie an, bitte. Sie wissen, wie die Welt ist. Das Böse bleibt ungestraft. Das Gute leidet. Es gibt hier keine Zukunft, nur Unsicherheit und Schmerz. Lassen Sie das Gericht kommen! Sie verdammen sich selbst, Frank!

Frank Black entfernt die Bohlen von der Kellertür und betritt vorsichtig den Keller.

FRANK BLACK: Agent Mulder? Können Sie mich hören? Agent Mulder?

MULDER: (verstört) Ja ... ich bin hier unten. Sie haben mich umzingelt.

Frank Black entzündet eine Leuchtfackel und wirft sie in den Raum. Man sieht Mulder immer noch in seinem kleinen Kreis stehen und den Toten #1, jetzt wirklich tot, mit einem Kopfschuss, vor ihm am Boden liegen. Frank entzündet noch eine Fackel und wirft sie herunter.

MULDER: Sind Sie bewaffnet?

FRANK BLACK: (nimmt die Waffe heraus) Oh ja.

MULDER: Schießen Sie auf den Kopf. Das scheint sie zu stoppen. Da sind noch drei von ihnen.

FRANK BLACK: Wo?

MULDER: Ich weiß es nicht. Sie verstecken sich.

Frank Black kommt die Treppe herunter. Er dreht sich um und sieht den Toten #2 auf sich zurennen. Er schießt ihm dreimal in den Kopf und er fällt hin, nun wirklich tot. Ein anderer faucht.


Scully fährt weiterhin Auto. Sie blickt kurz auf eine Karte.


Keller. Mulder sitzt auf dem Boden,

FRANK BLACK: Mulder, können Sie aufstehen?

MULDER: Ja, ich denke schon.

Mulder beginnt aufzustehen. Er sieht einen anderen Toten angreifen.

MULDER: Passen Sie auf!

Knurrend greift der Tote #3 Frank Black an, schubst ihn zu Boden und versucht ihn zu beißen.

Draußen ist Scully angekommen. Sie steigt aus dem Auto und versucht das Schloss am Tor zu öffnen.

Im Keller schießt Mulder den Toten #3 zweimal in den Kopf. Jetzt wirklich tot fällt er auf Frank Black.

Draußen öffnet Scully das Tor.

Im Keller hilft Mulder Frank Black sich aufzusetzen, als der letzte Tote durch die Wand bricht und in den Raum stürmt. Mulder schießt auf ihn, aber das Magazin ist leer. Der Tote #4 zischt und kommt auf sie zu, aber Scully, die die Treppe heruntergekommen ist, schießt ihm dreimal in den Kopf und er fällt nun wirklich tot zu Boden.


Warteraum im Krankenhaus. Dick Clarks Rocking Silvestershow läuft im Fernsehen. Frank Black sieht es sich an.

DICK CLARK: Noch ein Licht der Millennium-Kristallkugel ist angegangen. Sie machen sich bereit, das Neue Jahr einzuläuten. Mann, ist das voller Menschen heute Nacht. Schon allein die Körperwärme hält sie warm. Sehen Sie sich das an, sie stehen bis weit hinter der 52. Straße. Das ist das X-förmige Ding, von dem ich vorhin gesprochen habe. Das ist der Times Square - die berühmteste Kreuzung der Welt ...

SCULLY: Mr. Black.

FRANK BLACK: Hallo.

SCULLY: Mike Johnson wurde zur psychiatrischen Untersuchung gebracht. Er wird wegen Selbstmordgefahr unter Beobachtung gehalten, wie Sie es wollten.

FRANK BLACK: Gut.

SCULLY: (lächelt) Und, ähm ...

FRANK BLACK: Was?

SCULLY: Hier ist jemand, der Sie sehen möchte.

Ein kleines Mädchen, Jordan, Frank Blacks Tochter kommt hereingerannt.

JORDAN: Hallo, Daddy!

FRANK BLACK: (umarmt sie) Hallo, meine Kleine! Oh, ich habe Dich so vermisst, meine Süße!

JORDAN: Ich habe Dich auch vermisst, Daddy!

Scully sieht ihrer Umarmung zu, dann sieht sie auf, als Mulder eintritt und lächelt. Sein rechter Arm steckt in einer Schlinge.

FRANK BLACK: Lass uns hier verschwinden.

Frank Black und Mulder schütteln sich die linke Hand.

MULDER: Frank, viel Glück mit allem.

FRANK BLACK: Agent Mulder, Agent Scully. Ich glaube, das war es, hm?

Die Uhr im Fernsehen zeigt 11:59:23.

DICK CLARK: (im Fernsehen) ... Die Kugel ist auf dem Weg ...

SCULLY: Sie wollen nicht bleiben und sich das ansehen?

FRANK BLACK: Nein, wir wollen nur nach Hause.

Frank Black und seine Tochter verlassen den Raum. Mulder und Scully sind nun allein und sehen auf den Fernseher.

DICK CLARK: (aus dem Fernsehen) Was für ein Jahrtausend ...

FRANK BLACK: Geben Sie auf sich acht.

DICK CLARK: (aus dem Fernsehen) ... 30 Sekunden noch, 30. Machen Sie sich bereit für das lauteste Geschrei, das Sie jemals hören werden. Umarmen Sie Ihre Freunde und Lieben heute Nacht. Wer, zum Teufel, auch immer neben Ihnen ist. Das ist der Augenblick. Sind Sie bereit? Los geht's. Zehn, Neun ... Acht, Sieben, Sechs ... Fünf, Vier, Drei, Zwei, Eins ... Frohes neues Jahr, 2000!

"Auld Lang Syne" wird gespielt. Man sieht im TV, wie sich Paare küssen.

TV MUSIK: Should auld acquaintance be forgot and days of auld lang syne ...

Mulder sieht sich die küssenden Paare an, dreht sich zu Scully, die auf den Fernseher schaut. Er schaut auf ihre Lippen. Mulder beugt sich zu ihr runter. Sie dreht sich zu ihm. Sie küssen sich ein paar Sekunden. Dann lösen sie sich voneinander, sehen sich an und lächeln.

MULDER: Die Welt ist nicht untergegangen.

SCULLY: Nein, ist sie nicht.

Scully bekommt einen wehmütig, verträumten Ausdruck.

MULDER: Frohes neues Jahr, Scully.

SCULLY: Frohes neues Jahr, Mulder.

Mulder legt seinen Arm um Scullys Schultern und sie gehen zusammen aus dem Warteraum.


Mitgeschrieben von:[Bearbeiten]

  • Autor: Line (Email)
  • Betaleser: Shadowkatze (Email)
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