5X09 Die Wurzeln des Bösen (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.



5X09 Die Wurzeln des Bösen
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen



Coats Grove, Michigan
22:05 Uhr.


Das Zimmer von Bobby Rich. Bobby ist ein 16-Jähriger mit strähnigen Haaren, spielt ein Videospiel. Die Wände sind mit Postern bedeckt, die darauf hinweisen, dass dieser Junge ein Außenseiter ist. Draußen fährt ein Pickup-Truck vor. Phil Rich, 40, steigt aus und sieht eine Schaufel im Boden stecken. Er geht hinein. Seine Frau, Patti, ist unten.

PHIL: Bobby!

PATTI: Phil ....

PHIL: Ich habe die Nase voll von dem Jungen, Patti.

PATTI: Ich habe schon mit ihm geredet.

PHIL: Ja, als ob er je zuhören würde.

Phil geht die Treppe rauf in Bobbys Zimmer.

PHIL: Hörst du, wie ich deinen Namen rufe?

Er nimmt Bobby ein Headset ab.

PHIL: Steh auf.

BOBBY: Was machst du denn da?

PHIL: Glaubst du, dass ich deswegen jeden Tag aufstehe und zur Arbeit gehe, damit du auf deinem Arsch herumsitzen kannst?

BOBBY: Was habe ich denn getan?

PHIL: Was hast du getan? Du tust nie etwas, das ist das Problem. Was für ein Versager wirst du denn werden?

Er gibt ihm seine Stiefel.

PHIL: Zieh deine Stiefel an.

Nacht. Draußen vor dem Haus der Familie Rich. Phil und Bobby sehen sich die Schaufel an, die in der Erde steckt.

PHIL: Lass mein Werkzeug nicht im Regen liegen. Werkzeug ist zum Arbeiten da. Es kostet Geld.

BOBBY: Gut, ich räume es weg.

PHIL: Wenn du fertig bist. Hebe es auf. Ich werde nicht zulassen, dass deine Mutter zusieht, wie du zu einem Idioten heranwächst.

Er reicht ihm die Schaufel.

BOBBY: Gut, ich räume es weg … Phil.

PHIL: Auf keinen Fall. Du wirst die Aufgabe zu Ende bringen. Jetzt.

Bobby ist nun sehr wütend.

BOBBY: Geh weg von mir! Geh weg von mir, sofort!

Patti hört das Geschrei und kommt aus der Haustür, während Bobby Phil mit der Schaufel bedroht.

PATTI: Bobby!

Bobby lässt schließlich die Schaufel fallen und rennt in die Obstplantage. Phil folgt ihm.

PHIL: Bobby! Wo willst du denn hin?! Komm wieder her, Bobby! Ich rufe dich! Hörst du mich nicht?

Bobby rennt weiter. Phil verfolgt ihn.

PHIL: Bobby, hör mir zu! Lauf nicht vor mir weg! Komm sofort wieder her!

Bobby sieht einen alten Mann in der Nähe stehen, der eine Axt hält. Phil rennt hinter Bobby her durch die Obstplantage.

PHIL: Komm her! Bobby! Bobby! Bobby! Bobby? Bobby?

Phil stolpert plötzlich über eine Wurzel und beginnt, im Schlamm unter ihm zu versinken. Bobby schaut zu. Patti rennt hoch.

PATTI: Bobby?! Bobby?!

Patti sieht zu, wie Bobby versucht, sich an Phil festzuhalten, während Phil in den Schlamm versinkt und ertrinkt.


Abteilung des Gerichtsmediziners
11:08 Uhr.


Scully wiegt in Autopsie-Kleidung eine Menge Schlamm in einer hängenden Waage. Mulder beobachtet die Autopsie.

SCULLY: 12 Pfund 9 Unzen (5,695 KG).

MULDER: Das war alles in seinem Magen?

SCULLY: Das meiste davon. Die kleine Menge in seinen Lungen ist das, was ihn getötet hat.

MULDER: Ist es möglich, dass er den Begriff "Schlammkuchen" (Anmerkung auch Mississippi-Schlammkuchen, ein Schokoladenkuchen, den es vielen verschiedenen Variationen gibt) wörtlich genommen hat?

SCULLY: Nun, ich bin sicher, wenn Mr. Rich noch am Leben wäre, würde er das mit Humor nehmen. Laut seinem Polizeibericht war Mr. Rich ein Mann, der gut Witze erzählen konnte. Er ist hier aufgewachsen. Arbeitete seit 20 Jahren auf denselben Feldern. War in der Stadt sehr beliebt. Komisch, dass er ermordet auftaucht.

MULDER: Ist es das, was Sie festgestellt haben?

SCULLY: Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der Kopf dieses Mannes ein bisschen zu lange gewaltsam in den Schlamm von Michigan gedrückt wurde. Höchstwahrscheinlich von seinem Stiefsohn, laut Bericht Bobby Rich, 16 Jahre alt ist.

MULDER: Nun, laut demselben Bericht musste der Gerichtsmediziner einen Bagger anheuern, um die Leiche zu entfernen, die komplett in stehender, vertikaler Position begraben war.

SCULLY: Es gibt einige Hinweise darauf, dass sein Stiefsohn das Loch gegraben haben könnte und dass ein kürzlicher Starkregen dazu beigetragen haben könnte, es in eine schlammige Falle zu verwandeln.

MULDER: Das muss ja ein heftiger Starkregen gewesen ein.

SCULLY: Man sagt, es hat 400 Zoll (ca. 10 m) an einem Tag geregnet. (Anmerkung: Das ist eine Anspielung auf einen Scherz, den David Duchovny in einer Talkshow gemacht hat, auf die den einige Einwohner Vancouvers äußerst verärgert reagiert haben. So hat ein Inhaber von Stripbars in Vancouver Duchovny lebenslanges Hausverbot erteilt - das hat dieser auch bekräftigt, als die Produktion der Serie für das X-Files Revival 2017 nach Vancouver zurückkehrte und hat dies in einer Anzeigetafel außen am Gebäude angebracht.)

MULDER: Das klingt doch etwas übertrieben, finden Sie nicht auch?

SCULLY: Möchten Sie, dass ich Ihnen zeige, wie er es gemacht haben könnte?

MULDER: Wie ein 1,90 m großer, 250 Pfund (Anmerkung: ca. 113 kg)' schwerer Mann in weniger als fünf Minuten von einem 16-jährigen Jungen, den seine Klassenkameraden liebevoll als "Dork-weed" bezeichnen, lebendig begraben wurde?

Scully zeigt ihm einen blauen Fleck auf Phils Knöchel.

SCULLY: Er könnte einen Komplizen gehabt haben.


Das Haus der Familie Rich. Bobbys Zimmer. Mulder befragt Bobby. Er sieht sich eines von Bobbys Postern an.

MULDER: "Ich bin ein Ausländer." "Ich bin ein Außenseiter." Weißt du, als Kennedy zu den Deutschen sagte "Ich bin ein Berliner", sagte er eigentlich, "Ich bin ein Cocktailwürstchen."

BOBBY: Wer ist Kennedy?

Mulder ist verblüfft.

MULDER: Ich bin nicht ... Ich bin nicht hier, um dich wegen irgendetwas zu beschuldigen, Bobby.

BOBBY: Weshalb sind Sie dann hier?

MULDER: Ich möchte deine Geschichte hören.

BOBBY: Ich habe versucht, zu helfen. Aber ich konnte nicht.

MULDER: Nun, die Polizei ist nicht ganz davon überzeugt, dass das die Wahrheit ist.

BOBBY: Und was zum Teufel soll ich dagegen tun? Die wollen, dass ich gestehe, damit sie jemanden haben, dem sie die Schuld geben können.

MULDER: Richtig. Aber siehst du, du machst es denen nicht gerade leicht, etwas anderes zu glauben. Verstehst du das?

BOBBY: Was soll ich sagen? Jeder weiß, dass ich ihn gehasst habe.

Unten befragt Scully Patti.

PATTI: Sie standen sich sehr nahe, als Bobby klein war. Sie haben immer herumgealbert und so. Aber Bobby kam irgendwie in diese Teenager-Phase und er wollte auf niemanden hören.

SCULLY: Und das hat sich gestern Abend zugespitzt?

PATTI: Phil war spät nach Hause gekommen. Er war gestresst, wegen des Brandes und so.

SCULLY: Was meinen Sie?

PATTI: Seine Nussbäume haben alle eine Krankheit bekommen. Und Bobby ist nicht gerade hilfreich, mit seiner Einstellung und so.

SCULLY: Hat Phil angefangen?

PATTI: Es ist schwer zu sagen, was so etwas auslöst. Phil konnte streng sein - so wie es sein eigener Vater zu ihm war. Aber ich habe nie gesehen, dass er die Hand erhoben hat.

Oben.

BOBBY: Als ich ihn im Schlamm liegen sah, erwartete ich fast, dass er mich mit reinziehen würde. Als ob er es geplant hätte oder so.

MULDER: Hat er dir jemals wehgetan?

BOBBY: Phil hat es immer genossen, mich herumzuschubsen, ja.

MULDER: Hast du ihn jemals zurückgeschubst?

BOBBY: Er ist doppelt so groß wie ich.

MULDER: Deshalb dachten einige Leute, du hättest das Loch gegraben. Oder ihn angegriffen, als er in das Loch gefallen ist, weil er dort unten war.

BOBBY: Nun, das ist deren Problem, nicht wahr?

MULDER: Erinnerst du dich, was dir damals durch den Kopf gegangen ist?

BOBBY: Ich denke... Ich hatte das Gefühl, dass er es verdient hat.

Unten.

PATTI: Er hat über Phil gekniet - hat sich sehr gewehrt und so.

SCULLY: Konnten Sie erkennen, dass er wirklich versucht hat, ihm zu helfen?

PATTI: Es schien mir so.

SCULLY: Wissen Sie, es besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass die Polizei Ihren Sohn wegen Mordes verhaften wird.

PATTI: Ich wüsste nicht, weshalb.

SCULLY: Aber wenn sie es tun, und wenn es Beweise für Missbrauch gibt, die Sie nicht vorbringen, könnte es seine Chancen vermindern.

PATTI: Ich weiß, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht, aber ich sehe immer noch keinen Grund dafür.


Außerhalb des Hauses der Familie Rich. Nahaufnahme eines Dorns an einem Baum. Mulder berührt ihn und entdeckt sehr roten Saft. Dieser sieht aus wie Blut. Scully kommt aus dem Haus.

SCULLY: Sie gehen ein. Laut Bobbys Mutter ist das ein großer Grund, warum ihr Mann in die Luft gegangen ist. Seine Haselnussplantage wurde von einer Krautfäule befallen.

Mulder und Scully gehen durch die Obstplantage.

MULDER: Also stößt er das Kind.

SCULLY: Und das Kind schlägt zurück.

MULDER: Hat sie Ihnen das erzählt?

SCULLY: Nun, nicht in so vielen Worten. Eigentlich will sie keine Misshandlungen im Haus zugeben. Ich vermute, dass sie nur versucht, weiterzumachen und das zu schützen, was sie noch an Familie hat.

MULDER: Der Junge sagt, sein Stiefvater hat ihn regelmäßig verprügelt.

SCULLY: Das ist seine Ausrede?

MULDER: Nein, das ist seine Erklärung. Er sagt, er sei unschuldig.

SCULLY: Was denken Sie?

MULDER: Ich denke, er ist ein Junge, der schwer zu lieben ist.

Sie kommen zu der Stelle, wo der Vater gestorben ist. Der Schlamm ist ausgehoben worden und hat ein zehn Fuß (ca. 3 Meter) tiefes Loch hinterlassen.

MULDER: Ich finde es immer noch schwer, die Fakten mit den handfesten Beweisen in Einklang zu bringen.

SCULLY: Nun, selbst wenn er dieses Loch nicht gegraben hat, könnte die Krankheit die Wurzelsysteme abgetötet haben, wodurch der Boden gelockert wurde.

Mulder klettert hinunter in die Grube.

MULDER: Nun, wie hat das Opfer dann 12 Pfund (Anmerkung: 5,44 kg) von diesem Zeug verschluckt?

SCULLY: Nun, wenn man nach Luft ringt, entsteht ein Vakuum. Und vielleicht hat sich seine Speiseröhre in einen Siphon verwandelt, nachdem er einen Mund voll Schlamm eingeatmet hatte. Mit seinem nach unten gedrückten Kopf füllte es alle Gänge wie eine Gasdose.

Mulder grinst sie an und nickt, lachend über ihre Theorie.

SCULLY: Nun ... Sie haben mich nach Antworten gefragt. Das sind die besten, die ich habe.

MULDER: Haben Sie gefragt, ob noch jemand darin verwickelt sein könnte?

SCULLY: Seine Mutter sagt, dass Bobby keine Freunde hat. Er ist seit 1995 wegen seiner Wut in Therapie.

MULDER: Das könnte ich sein.

Scully sieht den Old Orchard Man, der sie aus etwa 30 Meter Entfernung beobachtet.

MULDER: Was ist los?

SCULLY: Jemand beobachtet uns. Sir? Hallo.

Als Mulder aus dem Loch klettert, bleibt sein Fuß an einer Wurzel hängen. Als er ihn wieder freibekommt und aus dem Loch klettert, ist der Old Orchard Man schon in den Bäumen der Plantage verschwunden.

MULDER: Wer war das?

SCULLY: Ich weiß es nicht. Er ist verschwunden.


Highschool-Gang. Die Glocke läutet. Lisa Baiocchi geht an Bobby vorbei, auf dem Weg zu ihrem Spind.

BOBBY: Lisa. Hey.

LISA: Was machst du denn hier?

BOBBY: Ich - ich habe dich gestern Abend angerufen. Ich meine, warum hast du mich nicht zurückgerufen?

LISA: Sie sagen, du hättest ihn umgebracht, Bobby.

BOBBY: Ich habe mich endlich gegen ihn gewehrt.

Ein anderer Teenager kommt auf Bobby zu.

TEENAGER: Hey, Psycho.

Er knallt Lisas Spind zu.

TEENAGER: Denk schnell.

BOBBY: Lass mich einfach in Ruhe, in Ordnung?

Der Teenager schnappt sich Bobby.

TEENAGER: Oder was? Was wirst du tun?

BOBBY: Vielleicht bringe ich dich auch um, hm?

Der Teenager lacht nervös.

TEENAGER: Psycho-Killer.

Er geht weg.

BOBBY: Siehst du ... du musst nur für dich einstehen. Ich sehe dich dann später.

Lisa geht weg, nervös. Bobby eilt in den Gang ...


15:03 Uhr.


Karin Matthews' Haus. Mulder klopft an die Tür.

MULDER: Karin Matthews?

KARIN: Ja.

SCULLY: Wir sind die Agenten Mulder und Scully, vom FBI.

Karin hat nun die Haustür geöffnet.

KARIN: Ich hoffe, meine Wegbeschreibung war eindeutig. Ich wohne ein bisschen versteckt.

Sie betreten das Haus.

KARIN: Ich habe das erste Mal mit Bobby nach einem Vorfall in der Schule gearbeitet. Er hatte Schwierigkeiten, Beziehungen zu aufzubauen und diese Schwierigkeiten haben dazu geführt, dass er sich daneben benommen hat.

SCULLY: Auf welche Art und Weise?

KARIN: Indem er gewisse Allüren an den Tag legte. Indem er ein Verhalten an den Tag legt, das die falsche Art von Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Ich habe gesehen, wie er schlimm verprügelt zu unseren Sitzungen gekommen ist.

MULDER: Körperliche Gewalt?

KARIN: Mehr als nur Kinderkram.

MULDER: War sein Stiefvater jemals darin verwickelt?

KARIN: Es steht mir natürlich nicht frei, mit vollkommener Offenheit zu sprechen.

SCULLY: Wenn Sie wissen, dass Bobby ein Verbrechen begangen hat, sind Sie gesetzlich verpflichtet, es uns zu sagen.

KARIN: Bobby hat einmal beim Essen ein Glas Milch verschüttet. Für die nächsten zwei Wochen war er gezwungen, im Keller zu essen. Kein Tisch, kein Stuhl, kein Licht. Manchmal wurde er bis zum nächsten Morgen dort unten gelassen. Sie sehen, es gibt alle möglichen Arten von Verbrechen.

Mulder bemerkt Schlamm an Karins Schuhen.

KARIN: Nicht nur die, bei denen Sie vielleicht einen Grund finden, sie zu untersuchen.

MULDER: Sie sagen also, dass Bobby einen guten Grund hätte, seinen Vater zu töten?

KARIN: Ich will damit sagen, dass es einige Verbrechen gibt, bei denen es nur Opfer gibt.

MULDER: Es steht Ihnen frei, nicht zu antworten, Miss Matthews - oder Sie können diese vagen Andeutungen machen - aber Ihr Ausweichen wird dieses Kind nur für eine lange, lange Zeit ins Gefängnis bringen.

KARIN: Ich bin mir nicht sicher, ob ich das verstehe?

MULDER: Sie lassen es wie eine Rechtfertigung klingen. Als hätte Bobby es getan. Und ich glaube nicht, dass er es war.


Nacht. Lisa geht allein auf einer dunklen Straße in Richtung ihres Hauses. Bobby fährt in seinem Truck vor. Laute Musik ist aus dem Autoradio zu hören.

BOBBY: Hey. Was machst du da?

LISA: Ich gehe nach Hause.

BOBBY: Nun, ich habe auf dich gewartet. Ich dachte ... Ich dachte, wir könnten uns unterhalten. Also ...

LISA: Du hast mich heute erschreckt, Bobby.

BOBBY: Warum denn? War es, weil ich für mich selbst eingestanden habe oder, ähm ... weil ich mich nicht wie sonst von ihnen verprügeln ließ?

LISA: Ich muss gehen.

BOBBY: Du musst dich wehren, Lisa. Du musst deinem Vater sagen, dass du dir seinen Mist nicht gefallen lässt. Es gibt einen Weg, damit er verschwindet ... für immer.

Sie geht weiter zu ihrem Haus. Bobby parkt vor dem Haus. Sie betritt das Haus. Ihr Vater wartet schon auf sie.

MR. BAIOCCHI: Was zum Teufel hast du mit ihm zu schaffen?

LISA: Gar nichts. Er ist nur ein Freund.

Lisa geht hoch in ihr Zimmer. Ihr Vater folgt ihr.

MR. BAIOCCHI: Ich will nicht, dass du diesen Jungen siehst. Ich will nicht, dass er hierherkommt. Hast du mich verstanden?

LISA: Hören Sie auf, ok?

MR. BAIOCCHI: Ich tue, was richtig für dich ist.

LISA: Halt einfach die Klappe!

Lisa geht aus dem Zimmer und knallt die Tür zu.

Ihr Vater geht zum Fenster und schaut hinaus. Auf seinem Gesicht ist Schock zu erkennen. Etwas schlägt gegen das Fenster. Lautes Krachen ist zu hören. Lisa kommt zurück ins Zimmer. Das Fenster ist zerbrochen. Sie geht zu dem zerbrochenen Fenster und schaut hinaus. Ihr Vater liegt tot auf dem Boden vor dem Haus.


Tag. Draußen vor Lisas Haus. Mulder setzt einen Smiley-Aufkleber zusammen, der auf dem zerbrochenen Fenster war.

SCULLY: Der Name des Opfers war ... Eugene Baiocchi, vierzig Jahre alt. Er war Vorarbeiter bei einem der örtlichen Landwirte. Alleinerziehend.

MULDER: Konnten Sie einen Blick auf die Leiche werfen?

SCULLY: Sie wurde bereits weggebracht. Ich denke, es ist ziemlich klar, was ihn getötet hat. Nach dem, was sie zusammengetragen haben, sind sie zu dem Schluss gekommen, dass er aus dem Fenster gestoßen wurde.

MULDER: Hinausgestoßen?

SCULLY: Seine Tochter Lisa hat um 20:08 Uhr den Notruf gewählt. Sie sagt, dass sie und ihr Vater einen Streit hatten.

MULDER: Worüber?

SCULLY: Bobby.

Im Haus sitzt Karen mit Lisa zusammen. Karen spricht leise.

KARIN: Ich möchte nicht, dass du dir um irgendetwas Sorgen machst, in Ordnung? Ich werde so viel wie möglich für dich da sein. Aber sie werden kommen und dir ein paar Fragen stellen und das Wichtigste ist, dass du dich wohlfühlst. Wenn du dich beim Beantworten der Fragen nicht wohlfühlst, dann möchte ich nicht, dass du sie beantwortest, in Ordnung?

Mulder und Scully betreten das Haus.

SCULLY: Kann ich einen Moment ... mit Lisa allein sprechen?

Mulder und Karen gehen auf die Veranda hinaus und lassen Scully und Lisa drinnen.

MULDER: War Lisa eine weitere Ihrer Klientinnen?

KARIN: Lisa?

MULDER: Ja.

KARIN: Ja, vier Jahre lang.

MULDER: Weshalb haben Sie sie behandelt?

KARIN: Wegen einer Essstörung.

MULDER: Haben Sie sie gefragt, was passiert ist?

KARIN: Ist das nicht Ihre Aufgabe?

MULDER: Wir nehmen an, dass sie einen Streit mit ihrem Vater wegen Bobby Rich hatte.

KARIN: Nun, das überrascht mich nicht. Lisas Vater war generell sehr ablehnend ihr gegenüber, was zu einer Menge ihrer Probleme führte.

MULDER: Haben Sie ihren Vater betreut?

KARIN: Nein. Mein Ansatz ist ausschließlich, mit Opfern zu arbeiten, um ihnen zu ermöglichen, sich selbst zu ermächtigen.

MULDER: Auf welche Weise?

KARIN: Indem sie den Kreislauf des Missbrauchs durchbrechen. Indem sie es sich eingestehen. Indem sie ihn konfrontieren und sich dagegen wehren.

MULDER: Scheint ja zu funktionieren.

KARIN: Als ich Lisa sagte, dass ihre Tante sie morgen abholen würde, fing sie an zu weinen. Nicht aus Kummer.


Später untersuchen Mulder und Scully das Obergeschoss im Haus.

SCULLY: Dreimal dürfen Sie raten, wer Lisa letzte Nacht nach Hause gefolgt ist und draußen im Truck seines Vaters saß, nur Minuten bevor das passiert ist.

MULDER: Denkt sie, dass Bobby es getan hat?

SCULLY: Sie hält ihn durchaus für fähig.

MULDER: Ich denke, wir sind alle durchaus dazu fähig.

SCULLY: Nun, sie sagt, dass er gestern auch gedroht hat, einen Jungen in der Schule zu töten.

MULDER: Kommen Sie her.

Scully gesellt sich zu ihm an das zerbrochene Fenster.

MULDER: Sehen Sie sich das mal an. Wenn Lisas Vater herrausgesstoßen wurde, dann müsste das ganze Glas draußen liegen. Sehen Sie. Hier liegt Glas auf der Innenseite. Die Farbe an den Pfosten ist auf der Außenseite beschädigt, nicht hier auf der Innenseite.

SCULLY: Ich verstehe das nicht.

MULDER: Nun, es scheint mir, als ob einige Fakten angenommen worden sind. Für mich sieht es so aus, als ob Lisas Vater aus dem Fenster gezogen wurde, nicht gestoßen.

SCULLY: Wie?

MULDER: Das weiß ich nicht.

SCULLY: Nun, man kann nirgendwo stehen. Selbst wenn er eine Leiter benutzt hätte, gäbe es kein Punkt um sich einzustemmen. Ich meine, besonders für einen dürren 16-jährigen Jungen.

MULDER: Das ist genau mein Punkt.


Naturwissenschaftsunterricht in der Highschool.

LEHRER: Natriumhydroxid und Salzsäure. In Ordnung, Klasse. Morgen gibt es eine LK darüber, also schreibt gut mit. Und jetzt ...

Scully und die Polizei kommen herein.

LEHRER: Kann ich Ihnen helfen?

SCULLY: Entschuldigen Sie die Störung.

Sie spricht mit Bobby.

SCULLY: Ich muss dich bitten, mit uns zu kommen, bitte.

Bobby tut cool.

BOBBY: Wozu denn?

SCULLY: Um einige Fragen zu beantworten.

BOBBY: Worüber denn?

SCULLY: Ich möchte dich nicht vor deinen Klassenkameraden blamieren.

BOBBY: Nun, ich fühle mich nicht blamiert.

Bobby steht gemächlich auf und geht mit Scully und der Polizei mit.


Leichenschauhaus. Der Gerichtsmediziner öffnet die Schublade, die die Leiche von Lisas Vater enthält. Mulder beobachtet das Ganze.

GERICHTSMEDIZINER: Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Mann an einem gebrochenen Genick gestorben ist.

MULDER: Ja, aber es gab eine beträchtliche Menge Blutverlust, nicht wahr?

GERICHTSMEDIZINER: Ja, aber die Schnitte haben alle die Arterie verfehlt. Ich habe Röntgenbilder, wenn Sie mir nicht glauben. Es ist der vierte und fünfte Wirbel.

MULDER: Haben Sie festgestellt, ob die Nackenverletzung durch den Sturz verursacht wurde?

GERICHTSMEDIZINER: Nun, was sollte es denn sonst gewesen sein?

Mulder findet einen Holzsplitter, der im Nacken des Vaters steckt.

MULDER: Haben Sie das gesehen? Was halten Sie davon?

Der Gerichtsmediziner sieht sich den Splitter an, fasziniert und verwirrt.

GERICHTSMEDIZINER: Oh.


High School Klassenzimmer. Scully schaut auf Bobbys Unterarme.

BOBBY: Bist du zufrieden?

SCULLY: Nein, bin ich nicht.

Mulder betritt das Klassenzimmer und hält den Holzsplitter in einer Beweismitteltüte in der Hand.

MULDER: Scully?

BOBBY: Was ist das?

Mulder zeigt auf das Wort “Evidence”, das auf der Tüte steht.

MULDER: Beweismittel.

BOBBY: Wofür?

Mulder antwortet nicht. Er dreht sich um, um mit Scully unter vier Augen zu sprechen.

SCULLY: Wollen Sie ihm nur Angst einjagen?

MULDER: Nein. Ich denke, er hat so schon genug Angst.

SCULLY: Wovor?

Mulder zeigt Scully den blutigen Splitter.


Nacht. Lisas Haus. Karin und Lisa treten ein.

KARIN: Ich werde dir helfen, den Rest deiner Sachen zu packen. Aber ich denke, es ist das Beste, wenn du so schnell wie möglich zu deiner Tante gehst.

LISA: Wann wollte sie denn kommen?

KARIN: Gleich morgen früh.

Lisa ist aufgewühlt. Karin tröstet sie.

KARIN: Lass die Gefühle raus. Ist ja gut. Komm schon.


Später liegt Lisa wach im Bett in Karins Haus. Sie hört eine fremde, tiefe, wütende Stimme auf dem Flur.

TIEFE STIMME: Du wirst es nie lernen!

KARIN: Es tut mir leid. Bitte, schrei nicht so.

TIEFE STIMME: Was soll aus dir schon werden?

KARIN: Hör auf. Hör auf damit.

TIEFE STIMME: Wohin gehst du?

KARIN: Hoch in mein Zimmer.

KARIN: Du ruinierst mein Leben. Verstehst du? Ich wünschte, du wärst nie geboren worden!

Lisa schaut auf den Flur hinaus und sieht Karin in ein Schlafzimmer gehen. Es ist sonst niemand bei ihr.


Nacht. Draußen vor Lisas Haus. Mulder und Scully stehen dort, wo Lisas Vater nach dem Fenstersturz gefunden wurde.

SCULLY: Wonach suchen Sie?

MULDER: Der Splitter, den Sie in der Hand halten, stammt aus Mr. Baiocchis Hals, aber nicht aus dem zerbrochenen Fenster.

SCULLY: Woher kommt er dann?

MULDER: Es ist Grünholz, frisch von einem lebenden Baum.

SCULLY: Was?

MULDER: Entschuldigen Sie mich. Es ist schon ein paar Jahre her.

Mulder benutzt ein Seil, um auf einen Baum in der Nähe des Fensters zu klettern.

SCULLY: Was? Sie glauben, dass Bobby auf diesen Baum geklettert ist, um Lisas Vater aus dem Fenster zu ziehen?

MULDER: Das wirft irgendwie die Frage auf, nicht wahr?

Er ist jetzt oben auf dem Baum.

MULDER: Hey, Scully, macht Sie diese Demonstration jungenhafter Agilität überhaupt nicht an?

Der Old Orchard Man, der eine Axt trägt, erschreckt Scully.

SCULLY: Wer sind Sie?

OLD ORCHARD MAN: Ich kümmere mich um die Bäume.

MULDER: Scully.

SCULLY: Ich habe nicht erwartet, dass Sie direkt hinter mir stehen. Sie haben uns neulich im Obstplantage beobachtet.

OLD ORCHARD MAN: Die Bäume Sterben.

MULDER: Scully ...

SCULLY: Vielleicht sollten Sie hier herunterkommen, Mulder.

Sie hält dem Old Orchard Man den Holzsplitter hin.

SCULLY: Wissen Sie, äh, von was für einem Baum der stammt?

OLD ORCHARD MAN: Von einem Baum wie diesen

Mulder springt herunter und kommt neben Scully auf dem Boden auf.

SCULLY: Sie, äh ... Sie sagten, diese Bäume würden sterben. Dieser, dieser Splitter ist lebendes Holz.

Der Old Orchard Man schwingt plötzlich die Axt und schlägt sie in den Baum. Roter Saft fließt heraus.

OLD ORCHARD MAN: Vor 20 Jahren ist das passiert.

MULDER: Was verursacht das?

OLD ORCHARD MAN: Ein sehr böser Mann.


Das Haus von Karin. Lisa geht durch die Küche zur Kellertür. Schlammige Fußabdrücke sind auf dem Boden zu sehen. Sie öffnet langsam die Tür und geht die Treppe in den Keller hinunter. Der Boden ist schlammig. Sie sieht ein Paar Füße. Am Kopf der Treppe geht das Licht an. Sie hört die tiefe Stimme vor der Kellertür.

TIEFE STIMME: Sie ist genau wie du - eine kleine Schnüfflerin! Wo ist sie?

Die Tür knallt zu.


Tag. Karins Haus. Mulder und Scully klopfen. Karin öffnet die Tür.

MULDER: Ms. Matthews, wir würden Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.

KARIN: Worüber?

MULDER: Über den Tod Ihres Vaters. Wir müssen ein paar Details klären.

KARIN: Mein Vater? Er ist vor zwanzig Jahren gestorben.

MULDER: Ja, unter ziemlich merkwürdigen Umständen. Seine Leiche wurde aus dem Schlamm einer Obstplantage geborgen?

KARIN: Es tut mir leid, ich war nur ein junges Mädchen. Ich weiß nicht, warum Sie mit mir reden wollen.

MULDER: Nun, wir fanden es seltsam, dass Sie sich nicht die Mühe gemacht haben, das zu erwähnen.

KARIN: Nun, ich dachte nicht, dass das eine Rolle spielt.

MULDER: Wir haben mit jemandem gesprochen, der glaubt, dass es wichtig sei. Jemand, der für Ihren Vater gearbeitet hat? Der Mann von der Obstplantage sagt, dass der Tod Ihres Vaters das Ende der Baumfäule herbeigeführt hat.

KARIN: Mein Vater war ein mächtiger Mann. Mächtige Männer neigen dazu, diese Art von Fantasie zu beflügeln. Sagen Sie mir nicht, dass Sie auch darauf hereingefallen sind.

SCULLY: Wohnt Lisa noch bei Ihnen?

KARIN: Nein. Sie ist zu ihrer Tante gezogen. Hören Sie, es tut mir leid. Ich kann Ihnen nicht helfen.

Karin schließt die Tür. Mulder und Scully kehren zu ihrem Auto zurück. Im Keller klopft Lisa an das Fenster.

LISA: Helfen Sie mir! Ich bin hier unten! Hilfe!

Karin steht hinter der Kellertür und flüstert.

KARIN: Lisa .... Lisa.

Lisa rennt auf die Tür zu.

LISA: Karin ... Karin! Karin! Karin!

KARIN: Lisa, du musst leise sein - mucksmäuschenstill - oder er wird dich da unten hören.

LISA: Karin, ich habe Angst. Lass mich raus, bitte.

KARIN: Das werde ich, aber erst, wenn es sicher ist.

LISA: Karin, Karin, ich will nicht hier unten bleiben. Bitte lassen Sie mich raus. Karin...


Abenddämmerung. Friedhof. Mulder gräbt das Grab von Karins Vater aus. Scully schaut zu.

SCULLY: Mulder, was immer Sie hoffen, dass wir hier finden - ohne Gerichtsbeschluss wird es nicht zulässig sein.

MULDER: Ich erwarte nicht, dass es das wird.

Mulder öffnet den Sarg. Es gibt keine Leiche. Der Sarg ist komplett mit Baumwurzeln gefüllt.

SCULLY: Mulder ... Wo ist die Leiche?


In Karins Haus. Tante Linda fährt in einem Volvo vor. Sie klopft an die Tür. Karin öffnet.

KARIN: Ja?

TANTE LINDA: Ich bin Linda Baiocchi. Lisas Tante. Sind Sie Karin?

KARIN: Ja...

TANTE LINDA: Ist Lisa hier?

KARIN: Nein. Sie ist ... Sie ist zum Busbahnhof gefahren.

TANTE LINDA: Ach ja? Aber es war doch alles abgesprochen ...

KARIN: Ich weiß nicht, was ich Ihnen sagen soll. Es tut mir leid. Das muss ein Missverständnis gewesen sein.

Karin schließt die Tür. Frustriert kehrt Tante Linda zu ihrem Auto zurück. Sie hört, wie Lisa das Kellerfenster einschlägt.

LISA: Helft mir! Ich bin hier unten! Geh nicht weg! Ich bin hier unten!

Tante Linda geht zu dem zerbrochenen Kellerfenster und kniet sich hin, um mit Lisa zu reden.

TANTE LINDA: Was machst du denn da unten?

LISA: Hol mich einfach raus, bitte?

TANTE LINDA: In Ordnung. Es wird alles gut. Ich werde die Polizei anrufen.

Tante Linda keucht, als ein Baumstamm von hinten ihr die Brust durchbohrt und sie tötet. Sehr blutig. Lisa schreit.


Nacht. Mulder und Scully kehren vom Friedhof zurück zu ihrem Auto, Mulder trägt eine Schaufel.

SCULLY: Mulder, Sie haben meine Frage immer noch nicht beantwortet. Was ist mit Karins Vater passiert? Warum sollte jemand seine Leiche stehlen?

MULDER: Ich glaube nicht, dass dies ein Akt von Grabräuberei war, Scully.

Er legt die Schaufel in den Kofferraum des Wagens.

SCULLY: Nein. Das war, was wir getan haben.

MULDER: Eher ein Akt der Natur.

SCULLY: Was meinen Sie?

Mulder und Scully stehen außerhalb des Autos, während es regnet und sie werden wie durch ein Wunder nicht nass! (Anmerkung: Vermutlich handelt es sich dabei um natürlichen Regen. Dieser ist auf Filmmaterial nur schwer bis gar nicht zu erkennen, da man diesen entsprechend ausleuchten müsste. Deshalb wird bei Filmszenen, die bei Regen spielen, künstlicher Regen mit größeren und langsamer fallenden Regentropfen verwendet, da man künstlichen Regen besser kontrollieren und damit ausleuchten kann.)

MULDER: Der Mann von der Obstplantage hat gesagt, dass die Fäule, die diese Stadt plagt, von einem Mann verursacht wurde - was eine Verbindung andeutet.

SCULLY: Ich habe ein wenig Angst zu fragen, was für eine Verbindung.

MULDER: Zwischen den Menschen in diesem Tal und ihrer Lebensgrundlage: den Bäumen. Sehen Sie sich die Opfer an, Scully.

SCULLY: Bobbys Vater, Lisas Vater ...

MULDER: Und Karins Vater, vor 20 Jahren: alles Männer, die auf diesen Obstplantagen gearbeitet haben - ihr Leben und ihr Tod sind mit diesen Bäumen verbunden. Wir haben einen Grünholzsplitter aus dem Hals von Lisas Vater entfernt. Und der blaue Fleck, den Sie am Knöchel von Bobbys Vater gefunden haben, könnte von einer Wurzel stammen - demselben Wurzelsystem, das Karins Vater aus seinem Grab gezogen hat.

SCULLY: Mulder, es gibt eine Verbindung zwischen diesen Todesfällen - eine, die ein klares Motiv und Vorsatz liefert: Das waren missbrauchte Kinder ...

MULDER: Die sich nicht wehren konnten.

SCULLY: Was? Also hat die Natur es für sie getan?

MULDER: Etwas hat es für sie getan - oder jemand, der die Natur kontrolliert. Karin sagte, dass sie Bobby und Lisa beraten hat, um sie zu stärken. Ich denke, wir sollten mit ihnen reden.

SCULLY: Ich habe Lisa vor 20 Minuten bei ihrer Tante angerufen und es ging niemand ran.

MULDER: Dann sollten wir mit Bobby reden.

SCULLY: Mulder, wir haben ihn schon zweimal befragt.

MULDER: Vielleicht haben wir ihm nicht die richtigen Fragen gestellt.

Sie steigen ins Auto ein.


Bobbys Zimmer. Mulder und Scully befragen Bobby. Patti ist auch im Zimmer.

BOBBY: Ich weiß nicht, wovon Sie reden.

MULDER: Doch, das weißt du. Vielleicht hast du deinen Stiefvater gehasst, aber du hast ihn nicht umgebracht. Dafür bist du nicht der Typ.

BOBBY: Das ist gut. Das ist wirklich gut. Kann ich jetzt gehen?

MULDER: Nein. Du kannst nicht gehen, bevor du mir nicht die Wahrheit gesagt hast. Zum ersten Mal in deinem Leben nehmen die Leute dich ernst und ich denke, sie sollten dich auch ernst nehmen. Ich denke, du bist ein ernstzunehmender Junge. Kein Außenseiter mehr, hm?

BOBBY: Ja. Ich denke darüber nach, als ASB-Präsident (Anmerkung: ASB steht für Associated Student Body und vertritt die Interessen und Ziele der gesamten Schülerschaft einer Schule, ähnlich einem Schülersprecher in Deutschland.) zu kandidieren. Also, warum geben Sie nicht einfach auf?

MULDER: Warum gibst du nicht auf? Warum erzählst du mir nicht, was in dieser Nacht passiert ist? Du bist mit der Schaufel zu ihm gegangen, aber du konntest es nicht tun, also bist du weggerannt, du bist in die Obstplantage gerannt, aber nicht, weil du eine Grube gegraben oder eine Falle gestellt hast --

Bobby erlebt das Geschehene erneut: Phil, der ihn durch die Obstplantage jagt.

MULDER: -- weil du Angst hattest, nicht vor Phil …

Rückblende: Bobby erlebt, wie Phil im Schlamm erstickt.

MULDER: Du hattest keine Angst vor Phil. Phil hat dich nie geschlagen oder dir auf diese Weise wehgetan. Ich glaube sogar, du wolltest Phil helfen.

Rückblende: Phil schreit, als er im Schlamm versinkt.

MULDER: Du wolltest ihn retten. Du wolltest nicht, dass Phil stirbt, oder?

Bobby schluchzt jetzt.

MULDER: Wovor hattest du Angst, Bobby?

BOBBY: Ich konnte es nicht tun.

MULDER: Was konntest du nicht tun?

BOBBY: Ich konnte mich nicht gegen ihn durchsetzen. Aber sie hat mich gezwungen.

MULDER: Sie wer?

BOBBY: K-Karin. Karin, sie hat mich, äh ...

Rückblende: Bobby schreit eine emotionslose Karin an.

BOBBY: Du bist ein Versager! Hast du mich verstanden?! Ich wünschte, du wärst nie geboren worden!! Du ruinierst mein Leben!!

Die Rückblende endet.

MULDER: Karin hat dich wozu gebracht?

BOBBY: Sie hat mich dazu gebracht, diese Dinge zu sagen. Sie hat mich dazu gebracht, so zu tun, als wäre ich er - als wäre ich - ich wäre Phil.

MULDER: Sie ließ dich glauben, dass du ein Opfer seist, aber das warst du nicht, oder?

BOBBY: Sie ... sagte, ich hätte ... die Macht, um - um alles verschwinden zu lassen. Aber ich... Ich wollte nicht, dass er stirbt.

Patti geht rüber und hält Bobby fest, während er weint.

PATTI: Ist ja gut.


Karin ist im Keller. Lisa ist allein und verängstigt.

TIEFE STIMME: Denkst du, du kannst dich da unten verstecken? Glaubst du, du bist dort sicher?

Die Tür geht auf. Karin steht da.

KARIN/TIEFE STIMME: Du wirst dir wünschen, du wärst tot.


Karin Matthews' Haus
21:43 Uhr.


Nacht. Mulder und Scully kommen an und betreten das Haus. Die Tür ist nicht verschlossen.

MULDER: Karin?

Mulder sieht schlammige Fußabdrücke auf dem Küchenboden.

MULDER: Scully. Sehen Sie sich das mal an.

Sie gehen die Treppe hinunter in den Keller. Mulders Taschenlampe beleuchtet das leblose Gesicht von Lisas Tante in dem zerbrochenen Fenster.

SCULLY: Mulder ...

Sie finden das Skelett von Karins Vater im Keller, bedeckt mit Wurzeln, als ob er durch die Wand gezogen worden wäre.

MULDER: Wo wir gerade von Wurzeln schlagen sprechen.

SCULLY: Was zum Teufel ist hier los?

MULDER: Ich glaube, wir haben es hier mit Karin Matthews' Vater zu tun.

SCULLY: Aber wie ist er hierhergekommen?

MULDER: Auf die gleiche Weise, wie Bobbys Vater in den Schlamm gezogen wurde.

SCULLY: Mulder, ich ...

MULDER: Das hat mit Karin zu tun, mit dem Missbrauch durch ihren eigenen Vater. Es war nie Bobby, der im Keller eingesperrt war. Es war Karin. Karin hat das alles verursacht.

SCULLY: Sie denken, Karin ist die Mörderin?

MULDER: Ich glaube, sie ist die Mörderin und das Opfer.

Sie hören einen Schlag und einen Schrei im Obergeschoss und laufen in die Küche, wo sie Lisa weinend auf dem Boden sitzen sehen.

MULDER: Lisa ... Wo ist Karin?

Lisa schluchzt.

SCULLY: Das wird schon wieder.

MULDER: Sie bleiben bei ihr, Scully.

Mulder geht nach draußen und sieht Karin in ihr Auto einsteigen. Mulder steigt in sein Auto und folgt ihr. Auf einer zweispurigen Straße stürzt ein Baum vor Mulders Auto. Ein Baumstumpf durchschlägt die Windschutzscheibe und den Fahrersitz. Glücklicherweise wirft sich Mulder rechtzeitig auf den Beifahrersitz. Er zwängt sich unter dem Ast hindurch und aus der Beifahrertür heraus, klettert über den umgestürzten Baum und verfolgt Karin zu Fuß weiter.

Bobbys Haus. Karin klopft an die Tür. Patti antwortet. Karin ist hysterisch.

KARIN: Ich muss Bobby sehen.

PATTI: Es tut mir leid. Bobby ist nicht da.

Bobby hört vom oberen Treppenabsatz aus zu.

KARIN: Er ist in Gefahr.

PATTI: Gehen Sie weg von hier, bitte.

KARIN: Bobby!

PATTI: Er ist nicht hier.

KARIN: Wo ist er?!

Bobby rennt hinten raus und durch die Obstplantage. Karin rennt ihm hinterher.

KARIN: Bobby! Bobby! Bobby! Bobby!

Bobby hört auf, zu rennen und dreht sich um. Karin geht langsam auf Bobby zu.

BOBBY: Bleiben Sie weg von mir! Ich warne Sie .

Der Boden unter Bobby verwandelt sich in Schlamm und er beginnt, einzusinken.

KARIN/TIEFE STIMME: Du bist erbärmlich.

Mulder kommt auf sie zugelaufen.

KARIN/TIEFE STIMME: Du kleines Stück Dreck.

MULDER: Karin! Bleiben Sie stehen!

KARIN/TIEFE STIMME: Bleiben Sie weg von ihm!

MULDER: Stellen Sie sich ihm entgegen!

KARIN/TIEFE STIMME: Karin verdient, was sie bekommt.

Mulder versucht, Bobby davon abzuhalten, im Schlamm zu versinken.

MULDER: Bringen Sie ihn dazu, aufzuhören, Karin! Sagen Sie ihm, was Sie ihm schon vor 20 Jahren hätten sagen sollen. Sie werden es nicht mehr hinnehmen.

KARIN/TIEFE STIMME: Karin ist tot.

Mulder ist jetzt mit Bobby tief im Schlamm versunken. Der Old Orchard Man erscheint, schwingt seine Axt und hackt Karins Kopf damit ab. Dann lässt er die Axt fallen. Mulder und Bobby hören auf, im Schlamm zu versinken.

OLD ORCHARD MAN: Das war's jetzt. Schluss damit.

Mulder und Bobby, die bis zum Hals im Schlamm stecken, sehen zu, wie Karins Kopf und Körper im Schlamm versinken. Sie beginnen, sich selbst aus dem Schlamm zu ziehen. Scully, Patti und Lisa kommen angerannt.

MULDER: (V.O.) Die Behörden voon Coats Grove haben eine detaillierte Untersuchung des Bodens und der Wurzelzusammensetzung im Obstplantage der Familie Rich durchgeführt, konnten aber nicht erklären, was Karin Matthews' Leiche in den Schlamm von Michigan gezogen hat. Auch konnten die Behörden nicht feststellen, wie die Leiche von Karins Vater drei Jahre zuvor aus seinem Grab in ihren Keller gezogen wurde. Während die forensischen Daten nicht schlüssig sind, glaube ich, dass die Erklärung in Krankenhausaufzeichnungen liegt, die bis in Karins Kindheit zurückreichen, was darauf hindeutet, dass sie selbst ein Opfer von Missbrauch war.

Ein Foto von Karin und ihrem Vater ist zu sehen.

MULDER: (V.O.) Wut, die sich nicht konfrontieren lässt, nimmt ihren eigenen Weg. Ich glaube, es war Karins unbewältigte Wut, die sie zwang, sich ihrem verschütteten Vater zu stellen. Dieselbe Wut führte dazu, dass sie sich in den Kindern um sie herum Opfer vorstellte und versuchte, ihnen eine Stärke einzuflößen, die sie in sich selbst nie fand. Was Karin Matthews in jener Nacht im Obstplantage widerfuhr, war eine Erlösung. Erlösung für ein Opfer, das sich seiner eigenen Vergangenheit nicht stellen konnte und schließlich von ihr verschlungen wurde.

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