3X22 Der See (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.



3X22 Der See
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen



Striker's Cove
Heuvelmans Lake
Blue Ridge Mountains, Georgia


Ein Mann namens Faraday, hebt einen Frosch auf. Er spricht mit einem anderen Mann, Bailey.

FARADAY: Als ich mit meiner Feldforschung hier begann, gediehen diese Frösche prächtig. Seitdem ist die erwachsene Population auf weniger als zweihundert zurückgegangen. Wenn man keine Schutzmaßnahmen ergreift, wird Rana sphenocephala in ein paar Jahren hier ausgestorben sein.

BAILEY: Die Froschpopulationen gehen überall auf der Welt zurück, Dr. Faraday. Keiner weiß, warum. Man kann sie unmöglich alle auf die Liste der gefährdeten Arten setzen.

FARADAY: Die würden einen Weg finden, wenn es sich um süße, pelzige kleine Säugetiere handeln würde, von denen wir hier reden.

BAILEY: Wie dem auch sei, Ihre Studie ist nicht schlüssig. Sie ist bestenfalls spekulativ. Sie haben keine konkreten Beweise dafür geliefert, dass die Entvölkerung der Frösche das ausschließliche Ergebnis der menschlichen Eingriffe ist.

FARADAY: Ein Frosch-Holocaust ist im Gange, Dr. Bailey, und der Mensch ist der Henker.

BAILEY: Sie sind der Biologe, Faraday. Haben Sie noch nie vom Überleben des Stärkeren gehört?

Er geht weg, verärgert über Faraday.

FARADAY: Vergessen Sie nicht, dass diese Regel auch für die Menschheit gilt. Man kann der Natur nicht den Rücken zuwenden, sonst wendet sie sich von einem ab!

Bailey geht zurück zu seinem Auto, will die Tür öffnen, stellt aber kurz vorm einsteigen fest, dass sein Pager weg ist.

BAILEY: Verdammt noch mal. Verdammter Pager.

Er wandert in den Wald und sucht in den Büschen nach seinem Türöffner. Ein Geräusch ist vom Wasser her zu hören, dann ist es still. Der Pager fängt an zu piepen, und er geht zu ihm hin, hebt ihn auf und wischt ihn ab. Plötzlich wird er von hinten angegriffen, von einer unsichtbaren Kreatur. Er schreit und versucht, sich zu wehren, wird aber ins Wasser gezogen.


County Road 33
Rigdon, Georgia


Mulder und Scully fahren mit ihrem Lariat LEihwagen an einem Schild vorbei: "What's Older Than the Hills? ('Was ist älter als die Hügel?') Queequeg, Scullys Haustier, ein Spitz, sitzt unruhig auf dem Rücksitz des Mietwagens.

SCULLY: Die Natur ruft. Ich denke, wir sollten bald anhalten.

MULDER: Mussten Sie dieses Ding wirklich mitnehmen?

SCULLY: Sie wecken mich an einem Samstagmorgen und sagen mir, ich soll in fünf Minuten fertig sein, meine Mutter ist nicht in der Stadt, alle Hundesitter sind ausgebucht, und Sie wissen, was ich von Hundezwingern halte. Wenn Sie also nicht Ihre Kaution für das Auto verlieren wollen, schlage ich vor, Sie halten an.

MULDER: Ich glaube, ich habe mich sowieso verfahren. Ich muss anhalten und nach dem Weg fragen.

SCULLY: Ich weiß, dass ich nicht weiß, warum Sie sich so sehr für diesen Vermisstenfall interessieren.

MULDER: Dr. Bailey arbeitet für den US Forestry Service (Anmerkung: die Forstverwaltung der Vereinigten Staaten). Das macht sein Verschwinden zu einem Fall mit Bundeszuständigkeit.

SCULLY: Es ist nicht die Zuständigkeit, die ich infrage stelle, Mulder.

MULDER: Dr. Bailey ist nicht die erste Person, die in letzter Zeit am Heuvelmans Lake verschwunden ist. Vor zwei Wochen war eine Pfadfindergruppe hier draußen, auf Fossiliensuche. Ihr Anführer ist weggegangen, um sich zu erleichtern, und seitdem hat man nichts mehr von ihm gehört oder gesehen.

SCULLY: Sie glauben also, dass ein Serienmörder auf freiem Fuß ist?

MULDER: Die Betonung liegt auf "auf freiem Fuß".

Scully sieht ein Schild: 'What's Bigger Than the Sky?' (Was ist größer als der Himmel?)

SCULLY: Was lassen Sie aus?

MULDER: Wie kommen Sie darauf, dass ich irgendetwas auslassen würde?

SCULLY: Fälle mit mehreren vermissten Personen sind nicht so ungewöhnlich, Mulder. Warum dieser spezielle Fall es rechtfertigt, dass wir durch das halbe Land fliegen und zwei Stunden fahren, ist mir ein totales Rätsel.

Sie sieht ein weiteres Schild- Mulder grinst.

SCULLY: Oh, sagen Sie mir, dass Sie das nicht ernst meinen?

Das Auto fährt an einem Schild vorbei, 'Big Blue. The Southern Serpent. Spot Him at Heuvelmans Lake.' ('Big Blue, die Schlange des Südens. Erblicken Sie sie am Heuvelmans Lake.')


Ökologisches Wissenschaftslabor
Heuvelmans Lake


SCULLY: Laut dem Bericht des Sheriffs waren Sie die letzte Person, die Dr. Bailey lebend gesehen hat.

FARADAY: Das hat man mir gesagt.

SCULLY: Ich habe gehört, dass Sie sich über eine Petition für gefährdete Arten gestritten haben.

FARADAY: Bailey war die schlimmste Art von Heuchler. Das Naheliegendste, was er je mit der Natur zu tun hatte, war ein Abonnement des National Geographic.

SCULLY: Sie klingen verbittert, Dr. Faraday.

FARADAY: Natürlich bin ich verbittert. Der Mann hat drei Jahre sorgfältig gesammelter Daten in einer zweistündigen Inspektion abgeschrieben, was nicht bedeutet, dass ich seinen Ruin geplant habe. Nun, das ist es doch, was Sie andeuten wollten, oder?

SCULLY: Nun, abgesehen davon, dass Sie ein Motiv haben, scheinen Sie von all dem nicht allzu aufgebracht zu sein.

FARADAY: Sie erwarten von mir, dass ich um einen Mann weine, wenn ganze Spezies am Rande der Ausrottung stehen?

MULDER: Dr. Faraday, Sie kennen die Tierwelt in und um diesen See genauso gut wie jeder andere, nicht wahr?

FARADAY: Ich würde sagen, das ist korrekt.

MULDER: Ist Ihnen eine einheimische Spezies bekannt, die in der Lage ist, einen Menschen anzugreifen?

FARADAY: Ja. Ein anderes menschliches Wesen.

MULDER: Abgesehen davon, gibt es eine Kreatur, die Ihnen in den Sinn kommt...

FARADAY: Hat Ihnen beiden schon mal jemand gesagt, dass Sie ein großes Problem haben, auf den Punkt zu kommen?

Mulder und Scully tauschen einen kurzen Blick aus.

MULDER: Also gut. Sind Sie bei Ihrer Arbeit auf irgendwelche Beweise gestoßen, die für die Existenz dieser Kreatur sprechen, die man Big Blue nennt?

FARADAY: Sehen Sie, das ist es, was immer passiert. So fängt es an.

MULDER: Was?

FARADAY: Die Ablenkung, der Taschenspielertrick. Sehen Sie, wann immer ein Thema ein echtes Nachdenken, eine ernsthafte geistige Anstrengung erfordert, wenden sich die Leute an UFOs und Seeschlangen und Sasquatch. Nachmittags-Talkshows und Boulevard-TV. Sie haben unsere Aufmerksamkeitsspanne auf die Länge eines Soundbites reduziert, so dass unsere Fähigkeit zu denken bald so ausgestorben sein wird wie der Rana sphenocephala-Frosch.

MULDER: Ich verstehe diese weitschweifige Tirade so, dass Sie nicht an die Existenz eines solchen Lebewesens glauben.

FARADAY: Ich werde diese Aussage nicht einmal mit einer Antwort würdigen.

MULDER: Ein prähistorisches Tier, das in einem See lebt, ist nicht ohne Beispiel. Letzten August zogen sie einen Bullenhai aus dem Onata-See in Massachusetts.

FARADAY: Eine Anomalie. Was nichts beweist. Sie dient nur als Futter für Pseudo-Wissenschaftler, die nichts Besseres zu tun haben, als Märchen zu jagen. Entschuldigen Sie mich.


Mulder und Scully laufen im Regen über einen schlammigen Platz und binden Queequeg vor einem Souvenirladen fest. Eine riesige aufblasbare Big Blue-Figur ist auf dem Dach festgebunden, über einem Schild 'Bait & Tackle'.

MULDER: Über Seekreaturen wird seit Jahrhunderten in Dutzenden von Ländern berichtet. Von den Monstern in Loch Ness und Shiel, bis zum Ogopogo im Okanagan-See.

SCULLY: Und Lake Champlain, Lagarfljót, Island...

MULDER: Hört sich an, als wüssten Sie ein wenig über das Thema.

SCULLY: Das tat ich als Kind. Aber dann wurde ich erwachsen und wurde Wissenschaftlerin.

MULDER: Nun, ein sehr erwachsener Kryptozoologe glaubte, es könnte ein evolutionärer Rückschritt sein, möglicherweise prähistorisch.

SCULLY: Ein aquatischer Dinosaurier.

MULDER: Ein Plesiosaurier, genau genommen. Obwohl es zugegebenermaßen nicht viele Beweise gibt, die das bestätigen.

SCULLY: Wissen Sie warum? Weil diese Kreaturen nicht existieren, Mulder. Sie sind Volksmärchen, die aus einer kollektiven Angst vor dem Unbekannten entstanden sind.

MULDER: Nun, wie viele Volksmärchen kennen Sie denn, die einen Pfadfinderanführer und einen Biologen fressen könnten?

Mulder und Scully gehen in den Laden. Mulder sieht sich ein gerahmtes Objekt an, mit einer Plakette: Scale From Big Blue Found February 10 1965 ('Schuppe von Big Blue, gefunden am 10. Februar 1965'.)

MULDER: Sehen Sie sich das an, Scully.

SCULLY: Es sieht aus wie ein Insektengehäuse oder ein Panzer. Oder etwas von einem Käfer.

TED: Wie kann ich euch helfen, Leute?

MULDER: Wir sind auf der Suche nach den Lakeview Cabins. Flipper Road?

TED: Sie haben die Abzweigung vor ein paar Meilen passiert. Es ist, äh, ziemlich schwer zu finden. Äh, eine Karte könnte helfen.

Ted holt eine Karte hervor. Mulder greift nach ihr, aber Ted hält sie weg.

TED: Äh, sie kosten zwei-fünfzig für jeden, plus Uncle Sam (Anmerkung: eine lokale Mehrwertsteuer, die in den USA auf alle Preise zusätzlich aufgeschlagen wird).

MULDER: Gut.

Er schnappt sie die Straßenkarte und holt seine Brieftasche heraus.

TED: Wenn ich das sagen darf, Sie sehen nicht so aus, als wären Sie wegen der Forellen hier.

SCULLY: Nein, wir sind vom FBI. Wir untersuchen ein paar Vermisstenmeldungen.

TED: Oh, ja. Es ist eine große Neuigkeit hier. Jeder redet darüber.

MULDER: Was sagen die denn?

TED: Dasselbe, was sie schon seit Jahren sagen. Ich bin kein Freund von Gerüchten, aber die Wahrheit ist, ich habe die Geschichte schon als Kind gehört.

MULDER: Über Big Blue? Was sind das für Geschichten?

TED: Nun, ich war zehn Jahre alt. Ich war mit meinem Daddy angeln, als ich einen großen Tumult hörte. Weit über den See hinweg. Ein heulendes Geräusch, wie ich es noch nie zuvor gehört hatte und seitdem auch nicht mehr gehört habe. Mein Daddy erzählte mir später, dass es eine Kuh war, die von der Rockdale-Ranch geflohen war und am See trank, als der alte Blue auftauchte und sie direkt vom Ufer weg schnappte.

SCULLY: Das ist eine ganz schöne Geschichte.

TED: Das ist nur eine.

SCULLY: Diese Geschichten müssen eine Menge T-Shirts verkaufen.

TED: Nun, ein Mann muss überleben.

MULDER: Was ist mit Ihnen? Glauben Sie diese Geschichten?

TED: Ich glaube, jeder Mann muss sich die Beweise ansehen und für sich selbst entscheiden.

Ansel Bray betritt den Laden.

TED: Aber wenn Sie einen echten Experten fragen wollen, sollten Sie mit Ansel hier reden. Er ist praktisch jeden Tag da draußen.

Ted beugt sich vor und flüstert Mulder und Scully zu.

TED: Es war die Kuh seines Vaters, die gefressen wurde.

ANSEL: Kannst du die bis morgen entwickeln lassen, Ted? Gib mir noch fünf Filmrollen und schreib sie auf meine Rechnung.

Er legt einen Stapel von Kamerafilmen auf den Tisch.

TED: Diese Leute sind vom FBI, Ansel. Sie untersuchen das ungelöste Rätsel, wie diese beiden Leute verschwunden sind.

ANSEL: Ungelöstes Rätsel? Seit wann ist das ein Rätsel?

MULDER: Sie glauben also, dass Big Blue für das, was passiert ist, verantwortlich ist?

ANSEL: Tun Sie das nicht?

MULDER: Haben Sie das Monster eigentlich jemals gesehen?

ANSEL: Nicht direkt, nein. Aber ich habe es vor. Eines Tages werde ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein und ein Foto von diesem Monster machen.

Scully schaut natürlich skeptisch.


Ansel ist draußen beim Angeln, als er etwas Großes fängt. Er kämpft, um es einzuholen, und ist schockiert über das, was er fängt: eine Leiche.


Ted zeigt Mulder und Scully einen Ort auf der Karte.

TED: Wenn Sie in Striker's Cove sind, sind Sie zu weit gefahren.

Ansel betritt den Laden.

ANSEL: Ruf den Sheriff! Wir haben eine Wasserleiche!

Alle eilen hinaus zum Pier. Die untere Hälfte einer Leiche treibt im Wasser. Mulder zieht eine Brieftasche aus der Gesäßtasche, dann benutzt Scully einen Stift, um ihn umzudrehen.

MULDER: Es ist Scott Moosley. Der Anführer der Pfadfindergruppe.

SCULLY: Nun, sein Hosenstall ist offen.

MULDER: Wollen Sie damit etwas andeuten?

SCULLY: Nein, die meisten Ertrinkungsopfer werden mit einem hohen Alkoholgehalt im Blut und mit offenem Hosenschlitz gefunden. Während sie über den Rand von Booten, Docks oder was auch immer urinieren, verlieren sie ihr Gleichgewicht, fallen hinein und ertrinken.

MULDER: Das erklärt immer noch nicht, warum die Hälfte von ihm fehlt. Sieht für mich aus, als hätte etwas einen großen Bissen genommen.

SCULLY: Vielleicht nicht so groß.

MULDER: Was meinen Sie?

SCULLY: Nun, Fische fressen verwesende Materie, jeder Körper, der für eine gewisse Zeit in dieser Umgebung schwebte, wird zu einer Nahrungsquelle. Wir essen Fische, und Fische essen uns.

MULDER: Aber sind Fische auch dafür bekannt, die Hälfte zu essen und die andere Hälfte für später aufzuheben?


In dieser Nacht macht Ted Abdrücke im Schlamm mit Stiefeln, die eine monstermäßige Form haben. Es ist schwere Arbeit, da der Schlamm an den Stiefeln klebt. Sein Fuß bleibt an der Wurzel eines Baumes hängen. Während er versucht, ihn frei zu bekommen, taucht etwas hinter ihm auf. Er hört ein seltsames Geräusch und schaut sich um. Er versucht wieder, seinen Fuß frei zuziehen, als er etwas aus dem Wasser auf sich zukommen sieht.

TED: Ah, Gott, nein! Nein, nein! Helft mir! Helft mir!

Er wird weggezerrt und lässt den feststeckenden Stiefel zurück.


Am Tatort, am nächsten Tag. Die seltsamen Fußabdrücke sind deutlich zu sehen. In der Nähe liegt Teds rote Baseballmütze. Ansel macht Fotos.

ANSEL: Wie ich schon sagte, ich erkenne seine Mütze.

Mulder hebt die Mütze auf. Darauf steht: Show Us Your Bobbers. Die beiden Bs in der Mitte sehen wie weibliche Brüste aus.

MULDER: Wie könnten Sie das nicht?

ANSEL: Also, Ted Bertrams Geländewagen ist etwa eine Meile in diese Richtung geparkt. Hier ist seine Mütze, und hier sind die Spuren. Verstehen Sie, was ich sagen will? Ich meine, sehen Sie sich die Größe dieser Spuren an.

Scully kommt dazu.

SCULLY: Mulder? Das ist Sheriff Lance Head.

MULDER: Warten Sie. Achten Sie auf die Spuren. Seien Sie vorsichtig. Passen Sie auf, wo Sie hintreten.

Scullys Hund zerrt an der Leine.

SCULLY: Queequeg.

Der Sheriff und Mulder geben sich die Hand zur Begrüßung. Ansel fotografiert immer noch.

SHERIFF: Ansel, warum sehen Sie nicht im Wald nach?

ANSEL: Heute ist der Tag, Sheriff. Ich werde Big Blue erwischen.

Ansel geht.

MULDER: Irgendein Zeichen von Ted Bertram?

SHERIFF: Nein. Und ich werde auch keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wo wir gerade dabei sind, was höre ich da, dass Sie den See schließen wollen?

MULDER: Nur bis wir herausgefunden haben, was hier vor sich geht.

SHERIFF: Nun, Sir, ich glaube, ich kann Ihnen sagen, was hier los ist. Es ist jedes Jahr das Gleiche. Fischer betrinken sich, sie ertrinken, Leute werden von Motorbooten überfahren. Auf einem See dieser Größe gibt es acht, neun Todesfälle pro Saison. Das ist nur eine statistische Tatsache.

MULDER: Aber Sie haben zwei oder drei in ebenso vielen Wochen, ich würde sagen, Sie sind ein wenig außerhalb Ihrer Glockenkurve, Sheriff.

SHERIFF: Agent...Mulder? Mulder. Dieser See hat 48 Meilen (ca. 77 km) Uferlinie. Ich habe vier Hilfssheriffs, die Vollzeit arbeiten. Um einen See dieser Größe zu sperren, müssten Sie die Nationalgarde rufen, wenn so etwas passieren soll.

SCULLY: Sie bräuchten unwiderlegbare Beweise.

MULDER: Was ist mit diesen Spuren?

SCULLY: Mulder, eine Kreatur, die so groß ist wie die, nach der Sie suchen, hätte wesentlich tiefere Abdrücke hinterlassen.

Der Hund zerrt so stark an der Leine, dass Scully mitgerissen wird.

SCULLY: Queequeg! Queequeg komm zurück!

Queequeg rennt durch den Wald, direkt zu Teds Stiefel.

SCULLY: Mulder? Sheriff, kommen Sie und sehen Sie sich das an.

SHERIFF: Was haben Sie?

SCULLY: Da ist Ihr Seeungeheuer, Mulder.

MULDER: So sieht es auch aus.

SCULLY: Das ist alles nur ein Scherz?

SHERIFF: Ich will verdammt sein.

MULDER: Ja, aber was ist mit dem Scherzbold passiert?

Er streicht mit einem Finger über den Stiefel und hält ihn dann hoch, um Blut zu zeigen.


Ein paar junge Erwachsene sitzen auf dem Pier.

STONER: Das habe ich auf dem Discovery Channel gesehen. Die haben so einen ganzen Kult um diese Baumkröten aufgebaut. Die Haut hat diese halluzinogenen Eigenschaften. Sie lässt einen all diese Visionen sehen. Es ist wirklich spirituell.

CHICK: (wirkt skeptisch) Wirklich? Ich weiß nicht.

Stoner hat einen Frosch in der Hand.

STONER: Der soll die Türen der Wahrnehmung so weit aufstoßen, dass man all diese coolen Streifen und Spuren und so sieht.

Stoner leckt an der Kröte und erschaudert.

CHICK: Und? Bist du dir sicher, dass das überhaupt eine Kröte ist?

Ein Taucher kommt an die Oberfläche des Sees und erschreckt die beiden. Stoner lässt vor Schreck die Kröte fallen.

STONER: Alter, was ist los mit dir? Deinetwegen habe ich meine Kröte fallen lassen.

TAUCHER: Beruhige dich, Mann. Ich besorge dir eine neue.

Chick schaut auf die Karte.

STONER: Wie lange dauert es, bis wir in Lauderdale sind?

Der Taucher wird plötzlich angegriffen, dann taucht er schreiend auf. Er wird rückwärts durch das Wasser gezogen. Dann wird er still, und das Wasser färbt sich rot vor Blut.

STONER: Oh, nein...Kumpel?

Dann dümpelt er wieder an der Oberfläche, aber nur sein Kopf, abgetrennt am Hals.


Ein wenig später.

MULDER: Nun, wenn das ein Scherz ist, dann ist er ziemlich ausgeklügelt.

Er sieht sich den Kopf an, der in einer Plastiktüte eingeschlossen ist.

SHERIFF: Ich habe rein gar nichts von Free Bird und Moon Unit da drüben, man kann nicht sagen, was die geraucht haben. Wonach sieht es denn aus?

SCULLY: Nun, es ist schwer zu sagen ohne eine Autopsie, aber es sieht aus wie ein Propellerschaden von einem Motorboot.

SHERIFF: Nun, dies ist ein ausgewiesener Bootsbereich!

MULDER: Zwanzig Fuß (Anmerkung: ca. 6 Meter) vom Ufer entfernt, und das zweimal an einem Tag?

SCULLY: Mulder, sehen Sie sich das da draußen an. Das ist wie zur Hauptverkehrszeit. Ich glaube, Sie ignorieren das Offensichtliche.

MULDER: Was ist mit Ted Bertram?

SCULLY: Soweit wir wissen, ist er in etwas hineingetreten und hat in seine komischen Schuhe geblutet. Wahrscheinlich ist das ihm gerade so peinlich, dass er sein Gesicht nicht zeigen will.

MULDER: Oh, ist das der psychologische Ansatz zur Verbrechensaufklärung? Es ist ihm zu peinlich?

SCULLY: Unabhängig davon, was ich glaube, gibt es keine haltbaren Beweise dafür, dass es das ist, was Sie glauben.


Ansel summt die Melodie von "True Colors", während er seine Kamera aufstellt. Er fokussiert sie auf einen Schlauchring aus Gummi auf dem Wasser, an dem Fleisch befestigt ist. Als er eine weitere Kamera einrichtet, beginnt sich der Ring zu bewegen, und etwas scheint sich durch das Wasser in Richtung Ufer zu bewegen. Ansel sieht dies und beginnt hektisch zu fotografieren, vergisst aber, den Objektivdeckel abzunehmen.

ANSEL: Verdammt!

Er nimmt den Objektivdeckel ab, wird dann aber von dem unsichtbaren Monster angegriffen.


Kurze Zeit später. Der Sheriff und andere Männer werfen Leinen mit Enterhaken ins Wasser.

MULDER: Diese Filmrolle ist belichtet worden, können Sie das entwickeln lassen?

Er reicht eine Kamera an einen Deputy.

MULDER: Das sind drei an einem Tag, Sheriff. Von der ganzen Fahrerei von Tatort zu Tatort bekomme ich eine Highway-Hypnose. Sperren Sie den See ab.

SHERIFF: Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, dass es nicht so einfach ist. Ich habe einfach nicht die nötigen Arbeitskräfte. Außerdem bin ich überhaupt nicht davon überzeugt, dass wir es mit einer aquatischen Bedrohung zu tun haben.

SCULLY: Er hat recht, Mulder. Die zwei Gruppen von Überresten, die wir bisher gefunden haben, sind nicht schlüssig. Wir müssen unbedingt diese Leiche finden.

SHERIFF: Das denke ich auch, Ma'am. Wenn Sie uns nur noch ein paar Minuten geben... Wow!

Der Sheriff wird ins Wasser gezogen, dann schwimmt er schnell zurück ans Ufer.

SCULLY: Sind Sie in Ordnung, Sheriff?

SHERIFF: Irgendetwas ist da draußen gegen mich gestoßen. Etwas Großes. Schließen Sie den See! Sperren Sie ihn ab! Rufen Sie die Staatspolizei und den United States Fish and Wildlife Service an! Sagen Sie denen, wir haben einen Notfall!


Im Motelzimmer in der Nacht sieht Mulder Stapel von Fotos durch.

MULDER: Sieht aus, als hätte Ansel diese während des Angriffs aufgenommen.

SCULLY: Ich stimme Ihnen zu, ich wünschte nur, er hätte uns etwas bessere Aufnahmen hinterlassen.

MULDER: Sehen Sie sich das an, könnte das ein Zahn sein?

SCULLY: Ja, es könnte eine Menge sein, Mulder. Fünfzehn Jahre erfolglose Jagd und das Einzige, was der Kerl zu bieten hat, ist ein verschwommenes Bild vom Zahn des Monsters?

MULDER: Es gibt Tausende von Bildern hier, Scully. Es muss doch irgendwo einen visuellen Beweis geben. Schauen Sie sich diese an.

Er reicht ihr einen Stapel von Fotos.

SCULLY: Mulder, das sind nur ein Haufen schlecht ausgeführter Touristenfotos.

Mulder zeigt ihr ein Foto.

MULDER: Das könnte etwas sein.

SCULLY: Ein Zahn?

Queequeg, der an der Tür sitzt, wimmert.

SCULLY: Ich gehe mit Queequeg spazieren.

MULDER: Soll ich mit Ihnen kommen?

SCULLY: Ich komme schon klar.

Sie zieht ihr Hemd hoch, um ihre Waffe zu zeigen.

SCULLY: Gute Nacht, Mulder.

MULDER: Gute Nacht, ich sehe Sie morgen früh.

Sie geht, während Mulder sich weiter Fotos ansieht. Scully zerrt an der Leine, während Queequeg hektisch bellt.

SCULLY: Komm schon, Queequeg. Queequeg, wir werden nicht in den Wald gehen. Komm, mach dein Geschäft. Ich dachte, du müsstest? Queequeg! Was ist denn da? Queequeg! Wo willst du denn hin?

Der Hund reißt sich los und läuft in den Wald, Scully folgt der Leine mit dem Strahl ihrer Taschenlampe.

SCULLY: Queequeg! Komm zurück! Queequeg! Queequeg? Queequeg! Quee...

Der Griff der Leine verfängt sich, und Scully holt sie zurück. Queequeg wimmert, dann wird er still. Erschrocken holt Scully ihre Waffe heraus. Die Leine kehrt zurück, und zu Scullys Entsetzen ist da nur Queequegs Halsband und Namensschild.


Zurück im Motel, Scully ist verzweifelt.

MULDER: Es tut mir leid wegen Queequeg. Wissen Sie, ich glaube, ich habe durch diese Fotos etwas erfahren.

SCULLY: Mulder...

Mulder geht zu ihr hinüber und zeigt auf einer Karte die Sichtungsorte.

MULDER: Das sind keine Bilder vom Seemonster, das sind Bilder vom See. Orte, an denen der Fisch in den letzten Jahren gesichtet wurde. Sehen Sie sich das an, vor fünf Jahren fanden alle Sichtungen in der Mitte des Sees statt. Aber nach und nach sind die Sichtungen näher und näher ans Ufer gerückt, bis sie dieses Jahr nahezu am Ufer sind.

SCULLY: Könnten Sie den letzten Teil noch einmal wiederholen? Ich bin irgendwie wegetreten gewesen.

MULDER: Welchen Teil?

SCULLY: Nachdem Sie "Es tut mir leid" gesagt haben.

MULDER: Können Sie ein Boot steuern?


Sie sind in einem Boot.

SCULLY: Es ist schade, dass wir nicht hier draußen sind, um zu fischen.

Sie schaut auf ein Fischradar, das viele Fische in der Nähe des Bootes anzeigt.

MULDER: Wir sind Fischen.

SCULLY: Sie erwarten wirklich, dieses Ding zu finden, nicht wahr, Mulder?

MULDER: Wir wollen genau...hierhin.

Er zeigt auf die Karte.

SCULLY: Das werte ich als ein Ja.

MULDER: Ich kenne den Unterschied zwischen Erwartung und Hoffnung. Suchet und ihr werdet finden, Scully.

SCULLY: Wissen Sie, auf den alten Seekarten haben die Kartografen unerforschte Gebiete mit 'Here Be Monsters' (Anmerkung: Achtung - Monster) bezeichnet.

MULDER: Ich habe eine Karte von New York City, die das auch sagt.

SCULLY: Was war das?

Ein riesiger Klecks erscheint auf dem Radarschirm.

MULDER: Das ist kein Barsch.

SCULLY: Was ist das? Was ist das, Mulder?

MULDER: Hier sind Monster, Scully.

SCULLY: Es sieht aus, als käme es direkt auf uns zu.

MULDER: Ja, so sieht es wirklich aus.

Ein riesiges Krachen ist zu hören, dann strömt Wasser durch ein Loch im Heck des Bootes ein.

Scully ruft in das Funkgerät. Das Boot schaukelt im Wasser.

SCULLY: Mayday! Mayday! Mayday! Kann mich jemand hören? Dies ist ein Notruf von der Patricia Rae. PA7A3A27. Mayday! Mayday! Mayday!

MULDER: Scully, lassen Sie uns von hier verschwinden.

Sie ziehen sich Schwimmwesten an und schwimmen dann aus dem Boot. Als das Boot sinkt, stehen sie auf einem nahegelegenen Felsen und schauen zu.

SCULLY: Da gehen unsere fünfhundert Dollar Kaution baden.

MULDER: Ich sage, wir schwimmen ans Ufer.

SCULLY: Schwimmen?

MULDER: Ja, das Ufer kann nicht allzu weit von hier entfernt sein.

SCULLY: In welcher Richtung?

Sie schwenkt ihre Laterne herum. Außer Wasser ist nichts zu sehen.

MULDER: Ja. Wissen Sie, wenn man in der Stadt lebt, vergisst man, dass die Nacht eigentlich so... dunkel ist.

SCULLY: Wenn man in der Stadt lebt, vergisst man eine Menge Dinge. Dort denkt man immer daran, überfallen oder angefahren zu werden. Erst wenn man zurück in die Natur kommt, merkt man, dass alles hinter einem her ist. Das hat mir mein Vater immer beigebracht, die Natur zu respektieren, denn sie hat keinen Respekt vor dir.

Man hört ein Plätschern und beide ziehen ihre Waffen. Dann kommt das Plätschern aus einer anderen Richtung.

MULDER: Das war er, Scully. Das war Big Blue.

SCULLY: Na und wenn schon. Mulder, was tun wir hier?

MULDER: Was meinen Sie damit, was wir hier tun?

SCULLY: Was erhoffen Sie sich zu erreichen?

MULDER: Scully, einige der Dinge, die wir untersuchen, sind so ungreifbar, aber diese Kreatur, sie existiert innerhalb der spezifischen irdischen Grenzen dieses Sees, und ich möchte sie finden.

SCULLY: Wozu?

MULDER: Sie sind Wissenschaftlerin, warum stellen Sie diese Frage? Ich meine, es wäre eine wundersame Entdeckung. Es könnte das evolutionsbiologische Denken revolutionieren.

SCULLY: Ist das wirklich der Grund dafür? Wissen Sie, als Sie mir die Bilder gezeigt haben, die der Fotograf gemacht hat, wollen Sie wissen, was ich wirklich darauf gesehen habe?

MULDER: Einen Zahn?

SCULLY: Nein, Sie. Dieser Mann ist Ihre Zukunft. Er hört nur auf sich selbst, in der Hoffnung, einen Blick auf die Wahrheit zu erhaschen, aus wer weiß welchem Grund.

MULDER: Ich habe in seinen Tagebüchern gelesen, dass er hoffte, von den Lizenzeinnahmen eines echten Big Blue Fotos zu leben.

SCULLY: Nun, so dumm es auch klingt, es ist zumindest ein legitimer Grund.

MULDER: Sie glauben nicht, dass meine Gründe legitim sind?

SCULLY: Mulder, manchmal werde ich einfach nicht schlau aus Ihnen.

Ein Geräusch ist zu hören, sie springen auf, ihre Waffen im Anschlag, aber es ist nur eine Ente, die durch den Nebel schwimmt, der jetzt den See bedeckt. Scully stößt einen Seufzer aus.

MULDER: Ich bin immer noch versucht, zu schießen.

Später. Sie beide sitzen.

MULDER: Hey Scully, denken Sie, Sie könnten jemals jemanden essen? Ich meine, wenn Sie es wirklich müssten.

SCULLY: Nun, so sehr mir der Gedanke auch zuwider ist, ich nehme an, dass ein Lebewesen unter bestimmten Bedingungen praktisch darauf konditioniert ist, alle extremen Maßnahmen zu ergreifen, die notwendig sind, um sein Überleben zu sichern. Ich nehme an, ich bin da nicht anders.

MULDER: Sie haben in letzter Zeit etwas Gewicht verloren, nicht wahr?

SCULLY: Ja, das habe ich, danke für...

Sie starrt ihn an.

MULDER: Aber es ist schon erstaunlich, was manche Tiere tun, um das Fortbestehen einer Spezies zu garantieren, nicht wahr? Eine Kreatur dieser Größe muss ihr Verhalten über die Jahre angepasst haben, um die Chancen zu minimieren, von ihrem einzigen Raubtier, uns, gesehen zu werden. Dieses Näherkommen an das Ufer für seine Beute muss ein Akt der Verzweiflung von seiner Seite gewesen sein.

SCULLY: Armer Queequeg.

MULDER: Warum haben Sie Ihren Hund Queequeg genannt?

SCULLY: Es war der Name des Harpuniers in Moby Dick. Mein Vater hat mir immer aus Moby Dick vorgelesen, als ich ein kleines Mädchen war. Ich nannte ihn Ahab und er nannte mich Starbuck. Also habe ich meinen Hund Queequeg genannt. Es ist lustig, mir ist gerade etwas klar geworden.

MULDER: Das ist ein bizarrer Name für einen Hund, oder?

SCULLY: Nein, wie sehr Sie Ahab ähneln. Sie sind so von Ihrer persönlichen Rache gegen das Leben besessen, ob es nun die ihm innewohnenden Grausamkeiten oder seine Mysterien sind, dass alles eine verzerrte Bedeutung annimmt, die in Ihre größenwahnsinnige Kosmologie passt.

MULDER: Scully, machen Sie sich an mich ran?

SCULLY: Es ist die Wahrheit oder ein weißer Wal. Was für einen Unterschied macht das schon? Ich meine, beide Obsessionen sind unmöglich einzufangen, und der Versuch, dies zu tun, wird Sie nur tot zurücklassen, zusammen mit allen anderen, die Sie mit sich bringen. Wissen Sie Mulder, Sie sind Ahab.

MULDER: Wissen Sie, es ist interessant, dass Sie das sagen, denn ich wollte schon immer ein Holzbein haben. Das ist eine Kindheitssache, aus der ich nie herausgewachsen bin. Ich will nicht leichtsinnig sein, ich habe viel darüber nachgedacht. Wenn man ein Holzbein oder Haken als Hände hat, dann reicht es vielleicht, einfach weiterzuleben. Wissen Sie, sich dem Leben mit Ihrer Behinderung tapfer zu stellen. Es ist heldenhaft, einfach zu überleben. Aber ohne diese Dinge erwartet man eigentlich, dass man etwas aus seinem Leben macht, etwas erreicht, eine Gehaltserhöhung bekommt, eine Krawatte trägt. Wenn überhaupt, bin ich also das Gegenteil von Ahab, denn wenn ich ein Holzbein hätte, wäre ich wahrscheinlich glücklicher und zufriedener, wenn ich nicht das Bedürfnis hätte, diesen Kreaturen des Unbekannten hinterherzujagen.

SCULLY: Und das ist nicht leichtsinnig?

Mulder lacht.

MULDER: Nein, leichtfertig ist mein Lieblingszitat aus Moby Dick. 'Die Hölle ist eine Idee, die zuerst auf einem unverdauten Apfelknödel geboren wurde', hm?

Scully murmelt die letzten Worte des Zitats und sieht beeindruckt aus, dass Mulder das wusste. Dann hören sie ein weiteres Platschen.

SCULLY: Was war das?

MULDER: Ich weiß es nicht, aber es ist keine Ente.

Sie stehen auf und zielen mit ihren Pistolen. Die Lampe geht aus. Dann werden sie von einer Taschenlampe angestrahlt.

FARADAY: Ich dachte, ich hätte Stimmen gehört. Was machen Sie beide hier draußen?

SCULLY: Dr. Faraday?

FARADAY: Ich hoffe, ich störe nicht bei irgendetwas.

SCULLY: Nein, nein. Wir hatten ein kleines Problem mit unserem Boot.

MULDER: Es ist in Wahrheit gesunken.

FARADAY: Wie ist das passiert?

SCULLY: Es war meine Schuld. Wir wären die ganze Nacht hier draußen gewesen, wenn Sie nicht auf unseren Notruf geantwortet hätten.

FARADAY: Oh, das habe ich nicht. Ich bin vorbei gelaufen und habe Sie reden hören.

SCULLY: Vorbei gelaufen?

FARADAY: Ja, das Ufer ist nur einen Katzensprung von hier entfernt. Kommen Sie, ich bringe Sie zurück.

Mulder und Scully waten langsam durch das Wasser, das etwa einen Fuß (Anmerkung: ca. 30 cm) tief ist, zum Ufer. Faraday reicht Mulder die Laterne, die jetzt wieder hell leuchtet.

FARADAY: Es war gerade kein Benzin mehr vorhanden. Der Sheriff wird in ein paar Minuten hier sein. Ich würde Sie ja selbst fahren, aber ich habe noch zu tun.

SCULLY: Was genau machen Sie denn hier draußen, Dr. Faraday? Es ist weit nach Mitternacht.

FARADAY: Die Nacht ist die aktivste Zeit von Rana sphenocephala, und dies ist ihr primärer Brutplatz. Oder zumindest war es das mal. Früher klebten Tausende von Eiern an diesen Schilfrohren, wunderschöne Geleeknäuel. Jetzt muss man so manches Blatt umdrehen, um potenziellen Nachwuchs zu finden.

MULDER: Was ist in dem Sack?

FARADAY: Ausgewachsene Frösche, ich habe sie in Gefangenschaft gezüchtet und will sie in die freie Wildbahn entlassen.

SCULLY: In Striker's Cove?

MULDER: Die Frösche.

FARADAY: Wie meinen Sie das?

MULDER: Die unerklärliche Dezimierung der Frösche hat ihren Ursprung in dieser Bucht. Es ist die Nahrungskette.

FARADAY: Was ist damit?

MULDER: Nahrungskette. Wenn man eine Lebensform in einem Ökosystem verändert, ist der Rest zwangsläufig betroffen, entweder durch eine Zunahme oder Abnahme. Wenn also ein Wassersaurier sich hauptsächlich von Fröschen ernährte, dann müsste er sich, wenn diese Frösche plötzlich knapp werden, eine andere Nahrungsquelle suchen.

SCULLY: Menschen?

FARADAY: Agent Mulder, Sie nehmen meine legitime Forschung und ein grundlegendes biologisches Prinzip und dehnen beides weit über die Proportionen hinaus, in dem Bemühen, einer völlig lächerlichen Theorie irgendeine Art von Gültigkeit zu verleihen. Es gibt kein prähistorisches Seemonster.

MULDER: Diese Kreatur lebt hier in dieser Bucht. Das erklärt das Verschwinden dieser Frösche, für das Sie keine Erklärung haben, Dr., lächerlich oder nicht. Genauso wie die jüngsten Angriffe auf Menschen.

FARADAY: Das ist verrückt. Wenn etwas in diesen Gewässern leben würde, glauben Sie nicht, dass ich es gesehen hätte? Ich forsche hier schon seit drei Jahren.

MULDER: Ich spreche hier von einem prähistorischen Tier, das praktisch seit Tausenden von Jahren unbemerkt geblieben ist. Wenn es etwas kann, dann weiß es, wie man sich versteckt. Man sagt, das Monster von Loch Ness lebt nicht einmal im Wasser, sondern in den umliegenden Klippen. Vielleicht hat Big Blue einen Lebensraum im Landesinneren, irgendwo in den Felsen, oder in diesem dichten Wald hier.

FARADAY: Ich habe keine Zeit für diese Absurditäten. Wenn Sie mich entschuldigen würden, ich muss ein paar Amphibien freilassen.

Er geht weg.

SCULLY: Nun, Captain, was nun?

SHERIFF: Agent Scully! Agent Mulder! Es gab einen weiteren Todesfall, und dieses Mal scheint es eine Art Tierangriff zu sein. Es hat einem Angler den Arm abgebissen.

MULDER: Wo ist das passiert?

SHERIFF: Auf der anderen Seite des Sees, vor ein paar Stunden. Meine Abteilung arbeitet mit der Staatspolizei zusammen und hat alle Boote des United States Fish and Wildlife Service im Einsatz, und ich habe bereits eine groß angelegte Suche auf dem Wasser gestartet.

MULDER: Nein, wir brauchen diese Männer hier, um diese Bucht und diesen Wald zu durchsuchen.

SHERIFF: Aber ich habe schon dreißig Boote auf dem Wasser, wenn wir dieses Ding jetzt noch töten wollen...

MULDER: Wir müssen diese Bucht durchkämmen. Es ist hier in Striker's Cove.

SHERIFF: Die Boote suchen das Gebiet des letzten Angriffs ab, und ich werde sie nicht bewegen. Wenn Sie Ihre Zeit damit verschwenden wollen, den Wald zu durchsuchen, nur zu. Ich habe ein Seeungeheuer zu fangen.

SCULLY: Sheriff, Agent Mulder und ich würden es begrüßen, wenn Sie zwei oder drei Ihrer Männer entbehren könnten, um uns hier zu unterstützen.

SHERIFF: In Ordnung, ich werde sie zurückschicken.

Er geht durch den Wald davon.

MULDER: Danke.

Da ist ein Geräusch.

SCULLY: Was war das?

MULDER: Dr. Faraday.

Sie laufen durch den Wald, folgen Faradays Schreien und finden ihn am Boden liegend.

MULDER: Was ist passiert?

FARADAY: Ich glaube, etwas hat mich am Bein gepackt.

MULDER: Haben Sie es gesehen?

FARADAY: Es kam von hinten. Bevor ich mich versah, hatte es mich. Es schüttelte mich hin und her. Dann hat es einfach losgelassen.

SCULLY: Geben Sie mir Ihren Gürtel.

FARADAY: Ich wollte Ihnen nicht glauben.

SCULLY: Ich glaube, eine Arterie wurde verletzt. Wir müssen ihn in ein Krankenhaus bringen, er verliert Blut.

MULDER: Wo ist es hin?

FARADAY: Ich habe es nicht gesehen. Ich glaube, ich habe gehört... Es ist durch das Schilf dort gegangen.

SCULLY: Mulder, Hilfe ist unterwegs. Mulder!


Mulder geht in die Richtung, die Faraday angegeben hat. Er geht durch den Wald, in der Hand seine Taschenlampe und seine Waffe. Er hört einige verdächtige Geräusche und kommt hinter einem Baum hervor, um mit der Taschenlampe und seiner Waffe zu zielen - auf einen Frosch. Er sucht weiter, und es scheint ihm etwas zu folgen. Er hört ein knackendes Geräusch hinter sich und wirbelt herum, um zu sehen, wie Äste auf den Boden fallen oder zerschmettert werden. Er feuert seine Waffe ab, obwohl nichts zu sehen ist. Dann dreht er sich um und läuft und stolpert über eine Baumwurzel. Er dreht sich um und feuert weiter auf das unsichtbare Ding, bis ihm die Kugeln ausgehen. Seine Taschenlampe leuchtet einen Alligator an. Enttäuscht wirft er die Taschenlampe weg.


Dr. Faraday wird in einen Krankenwagen verladen. Scully sieht Mulder am Ufer, der auf das Wasser hinausschaut. Der Sheriff klopft an die Türen des Krankenwagens.

SHERIFF: In Ordnung, Fahren Sie.

Scully geht hinüber zu Mulder.

MULDER: Wie geht es Dr. Faraday?

SCULLY: Er wird wieder gesund. Wie geht es Ihnen?

MULDER: Mir geht's gut.

SCULLY: Nun, Sie haben den großen weißen Wal erlegt, Ahab.

MULDER: Ja, aber ich habe immer noch nicht das Holzbein.

SCULLY: Wie können Sie enttäuscht sein? Dieser Alligator hätte sich durch die Anwohner gefressen, wenn Sie ihn nicht getötet hätten.

MULDER: Ich weiß. Ich schätze, ich wollte einfach, dass Big Blue echt ist. Ich schätze, ich sehe Hoffnung in einer solchen Möglichkeit.

SCULLY: Nun, es gibt immer noch Hoffnung. Das ist der Grund, warum diese Mythen und Geschichten überdauert haben. Die Menschen wollen glauben.

Sie werfen einen letzten Blick auf den See. Als sie sich umdrehen und weggehen, verpassen sie eine Kreatur, die sich durch das Wasser bewegt - Big Blue.


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