2X24 Unsere kleine Stadt (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.



2X24 Unsere kleine Stadt
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen



KREISSTRASSE A7
DUDLEY, ARKANSAS


Wald, bei Nacht. Ein Auto fährt in ein verlassenes Gebiet und hält dann an. George Kearns, der in seinen Vierzigern ist und Paula Gray, Anfang 20, sitzen in einem Auto. George ist sehr nervös, er streichelt Paulas Schulter.

GEORGE: Wir müssen uns nicht hier draußen treffen, weißt du. Es ist ja nicht so, als wärst du noch in der Highschool. Wir können in ein Motel gehen.

PAULA: Ich möchte nicht, dass uns jemand sieht.

GEORGE: Niemand wird uns sehen.

PAULA: Es ist eine kleine Stadt.

Paula steigt aus dem Auto aus und macht die Tür zu. Plötzlich hat George einen kleinen Anfall. Er schafft es, ein paar Pillen zu nehmen, dann entspannt er sich. Paula ruft ihn neckend.

PAULA: George... Komm schon, George.

Er schließt sich ihr an, als sie durch den Wald läuft.

GEORGE: Warum hast du es dir überhaupt anders überlegt?

PAULA: Ich weiß es nicht. Du warst ziemlich hartnäckig, schätze ich.

GEORGE: Hartnäckigkeit zahlt sich aus, oder?

PAULA: Ich denke schon.

GEORGE: Was gefällt die an genau hier nicht? Ich kann einfach die Decke hinlegen und...

PAULA: Noch nicht.

GEORGE: Warum nicht?

PAULA: Weil... Du musst mich erst mal fangen.

Sie rennt in den Wald.

GEORGE: Ach, komm schon. Du willst doch nicht, dass ich dir hinterherlaufe, oder?

Er jagt ihr nach, kann aber nicht so schnell laufen.

GEORGE: Paula!

Keine Spur von ihr. Er stolpert und fällt hin.

GEORGE: Paula?

Im Hintergrund spielt Stammesmusik.

GEORGE: Paula. Wo bist du, Paula?

Er rennt, dann stolpert er und fällt wieder hin. Er ist verletzt.

GEORGE: Verdammte Scheißel!

Er schaut auf und sieht, dass er von Lichtern umgeben ist, die sich ihm nähern. Schließlich sieht er eine große Gestalt, die ein primitives zeremonielles Kostüm und eine bemalte Holzmaske trägt und eine Axt über ihren Kopf hebt. George schreit, als die Axt auf ihn herab saust.


FBI-HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Kellerbüro. Mulder sieht sich eine Akte über George Kearns an.

MULDER: Ich weiß nicht, Scully, der Mann ist verschwunden. Seit zehn Wochen hat man nichts mehr von ihm gesehen oder gehört.

SCULLY: Kommen Sie, Mulder, sehen Sie nicht, was Sie tun? Sie verschwenden unsere Zeit. Sie schicken uns auf eine sinnlose Suche.

MULDER: Hühnchen.

Scully sieht ihn fragend an.

MULDER: George Kearns war ein staatlicher Geflügelinspektor, in Dudley, Arkansas, der Heimat ... von Chaco Chicken.

SCULLY: Ich stelle nicht die Legitimität des Falles in Frage, nur Ihre Motive, ihn uns zu übertragen. Ich meine, stört es Sie überhaupt nicht, dass die Ihre Arbeit untergraben?

MULDER: Sie "glauben" vielleicht, daß sie es tun, aber in der Nacht, in der George Kearns verschwand, sah eine Frau auf der I-10 ein seltsames Feuer in einem angrenzenden Feld.

SCULLY: Ja, ich habe den Bericht gelesen. Sie behauptet, dass sie eine Art leuchtenden Geist gesehen hat. Ich bin überrascht, dass sie Oprah nicht angerufen hat, sobald sie mit der Polizei telefoniert hatte.

MULDER: Volksmärchen aus dem 19. Jahrhundert aus den Ozarks beschreiben Menschen, die von Feuerbällen entführt wurden. Es sollen die Geister von massakrierten Indianern sein.

Scully schließt verzweifelt die Augen.

SCULLY: Das sind nur Legenden, Mulder.

MULDER: Nun, die meisten Legenden hinterlassen keine 3,5 Meter langen Brandspuren.

Er gibt ihr ein Foto von einem Feld mit einem großen verbrannten Kreis.

MULDER: Dieses Foto wurde von der State Police auf dem Feld gemacht, auf dem die Frau behauptet, ein Irrlicht gesehen zu haben.

SCULLY: Das könnte alles Mögliche gewesen sein - ein Lagerfeuer.

MULDER: Das dachte ich auch. Bis ich mich an das hier erinnerte.

Er geht zum Fernseher hinüber.

MULDER: Das ist ein Dokumentarfilm, den ich im College gesehen habe, über eine Nervenheilanstalt. Hat mir Alpträume beschert.

SCULLY: Ich dachte nicht, dass irgendetwas Ihnen Alpträume beschert hat.

MULDER: Ähm, ich war jung.

Mulder beginnt, das Video abzuspielen. Ein Mann, Creighton Jones, ist in einem Krankenhaushemd und läuft hin und her, um seine Geschichte zu erzählen. In seiner Stimme ist ein panischer Ton zu hören.

JONES: Nein... Sie, äh... Sehen Sie, sie haben... Sie, äh... Sie haben mich mitgenommen... Sie haben mich mitgenommen. Die Feuerdämonen. Die Feuerdämonen... die Feuerdämonen wollten ihren Anteil Fleisch, aber, äh... ich bin zu schnell für sie.

Er fängt an zu lachen.

JONES: Sie können dich nicht töten. Siehst du, du darfst nicht zulassen, dass sie dich töten.

JONES: Oh nein. Lass nicht zu, dass sie Sie töten. Lass nicht zu, dass sie Sie töten. So kommt man nicht in den Himmel. Nein, Sir. Nein, Sir. Nein, Sir. So kommt man nicht in den Himmel....

Mulder hält das Band an.

MULDER: Sein Name war Creighton Jones. Er hielt am 17. Mai 1961 am Rande einer Straße an, um ein Nickerchen zu machen. Man fand ihn drei Tage später so verstört durch das vor, was ihm begegnet war, dass er eingewiesen werden musste. Die State Police fand sein Auto auf der I-10 genau in der Mitte von Dudley, Arkansas, ... dem Zuhause von Chaco Chicken.

Mulder geht zurück an seinen Schreibtisch. Scully, durch das Band verwirrt, schaut auf den Fernseher, dann auf das Bild eines verbrannten Feldes.


DUDLEY, ARKANSAS


Mulder und Scully untersuchen die große verbrannte Fläche in der Mitte eines Feldes. Mulder hebt eine Gabel vom Boden auf und untersucht sie. Scully findet einen seltsamen Stock im Boden.

SCULLY: Was ist das, Mulder?

MULDER: Das ist ein Hexenpflock. Er soll böse Geister abwehren, indem er in den Boden gesteckt wird.

Sheriff Arens geht auf sie zu und spricht die beiden Agenten mit einem starken Südstaatenakzent an.

SHERIFF ARENS: Kann ich euch helfen, Leute? Ich bin Sheriff Arens. Ich habe Sie an der Abzweigung gesehen.

MULDER: Wir sind vom FBI. Ich bin Special Agent Mulder. Das ist Agent Scully. Wir untersuchen das Verschwinden von George Kearns.

SHERIFF ARENS: Ich helfe Ihnen gerne mit allem, was ich kann, aber ich bin mir nicht sicher, wie viel es da zu untersuchen gibt.

SCULLY: Nun, Sheriff, ein Mann wird vermisst.

SHERIFF ARENS: Wir haben keine Beweise für kriminelle Aktivitäten gefunden und da keine Leiche aufgetaucht ist, haben wir einfach eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

MULDER: Warum haben Sie diesen Hexenpflock in Ihrem Bericht nicht erwähnt?

SHERIFF ARENS: Weil diese Felder voll mit Hexenpflöcken sind. Viele dieser alten Hügelbewohner klammern sich an ihren Aberglauben.

MULDER: Was ist mit dem verbrannten Bereich?

SHERIFF ARENS: Illegale Müllverbrennung.

Mulder und Scully sehen ihn seltsam an, er zuckt mit den Achseln.

SHERIFF ARENS: Ich verteile ständig Strafzettel. Sie machen es sowieso immer wieder. Es ist billiger, die Strafe zu bezahlen, als es auf die Müllkippe zu bringen.

MULDER: Sie glauben also nicht, dass es Irrlicht ist?

SHERIFF ARENS: Sir, Irrlicht ist nichts weiter als eine Geistergeschichte über Sumpfgas.

Scully schenkt Mulder ein "Ich hab's ja gesagt"-Lächeln. Er quittiert den Treffer mit einem strammen Grinsen.

SHERIFF ARENS: Ich weiß nicht, was Sie alle denken, aber George Kearns war auf der Durchreise durch die Stadt, seit er vor sechs Monaten hier ankam.

SCULLY: Wie meinen Sie das?

SHERIFF ARENS: Er hat nie hierher gepasst - nicht in die Fabrik, nicht einmal in sein eigenes Haus. Es ist kein großes Geheimnis, dass Kearns seine Frau bei jeder sich bietenden Gelegenheit betrogen hat.

SCULLY: Hatte er viele Chancen?

SHERIFF ARENS: Sagen wir einfach, George ist der Typ Mann, von dem man erwarten würde, dass er einen süßes junges Ding aus der Stadt heraus folgt.

SCULLY: Ist das, von dem seine Frau glaubt, was passiert ist?

SHERIFF ARENS: Wenn es hart auf hart kommt, bin ich sicher, dass sie das tut. Aber Sie können sie gerne selbst fragen.


WOHNHAUS DER KEARNS


Mulder und Scully befragen Doris Kearns. Sheriff Arens ist ebenfalls anwesend.

DORIS: Mein Mann hatte einen Charakter, der etwas zu wünschen übrig lässt. Ich wusste das immer über ihn, aber ich hatte nicht vor, etwas dagegen zu unternehmen. Ich denke, er hat mir die Mühe erspart.

SCULLY: Sie sind sich also ziemlich sicher, dass er Sie für jemand anderen verlassen hat.

DORIS: George hat mich schon vor langer Zeit verlassen. Ungefähr zu der Zeit, als ich 40 wurde. Die Stadt zu verlassen, war nur eine Formalität.

SCULLY: Haben Sie eine Ahnung, mit wem er jetzt zusammen sein könnte?

DORIS: Nein. Und ich will es auch nicht wissen.

Mulder sieht sich einen Ordner an.

MULDER: Dieser Inspektionsbericht - Ihr Mann wollte ihn am Tag vor seinem Verschwinden beim Landwirtschaftsministerium einreichen.

DORIS: Davon weiß ich nichts.

MULDER: Er hat seine Arbeit nie mit Ihnen besprochen?

DORIS: Er hat es mir nie erzählt und ich habe nie gefragt.

MULDER: Nun, er zählte mehrere grobe Verstöße gegen Hygienevorschriften auf. Er wollte empfehlen, die Anlage stillzulegen.

DORIS: Ich habe Ihnen gesagt, dass ich nichts darüber weiß, was in diesem Werk vor sich ging.

SCULLY: Hat Ihr Mann jemals Drohanrufe oder etwas Ungewöhnliches in der Post erhalten?

DORIS: Sicher, es wurde aufgelegt, aber ich dachte immer, es wäre eine seiner Freundinnen.

MULDER: Ich werde Ihnen meine Telefonnummer geben. Wenn Ihr Mann versucht, Sie zu kontaktieren, möchte ich, dass Sie sich mit mir in Verbindung setzen. Oder falls Ihnen noch etwas einfällt.

Mulder und Scully gehen.


Chaco Hühnerverarbeitungsanlage. Eine Werbetafel wirbt für "Gute Leute, gutes Essen". Mulder und Scully kommen an und betreten die Fabrik. Sheriff Arens begleitet sie. Paula ist an ihrem Spind und macht sich für ihre Schicht fertig. Sie zittert und sieht krank aus.

ARBEITER: Komm schon, Paula. Lass uns gehen.

Paula sieht sich nervös um und schluckt einige Tabletten ohne Wasser, dann folgt sie den anderen in den Verarbeitungsbereich.

In dem Bereich werden tote Hühner verarbeitet. Sheriff Arens stellt Mulder und Scully Jess Harold vor.

SHERIFF ARENS: Das ist Jess Harold. Er ist hier der Abteilungsleiter. Jess, diese Leute sind vom FBI.

JESS HAROLD: Oh, Sie sind wegen George Kearns hier, richtig?

SCULLY: Nun, es besteht die Möglichkeit, dass sein Verschwinden etwas mit einem Bericht zu tun haben könnte, den er beim Landwirtschaftsministerium einreichen wollte.

Jess Harold lacht.

JESS HAROLD: Sie müssen verstehen, dass George, seit er hierhergekommen ist, versucht hat, uns stillzulegen.

SCULLY: Nun, er bemängelte mehrere Verstöße.

JESS HAROLD: Ich weiß, dass er das getan hat. Glauben Sie mir, ich musste auf jeden einzelnen antworten.

SCULLY: Waren seine Behauptungen berechtigt?

JESS HAROLD: Lassen Sie mich Ihnen etwas zeigen.

Jess Harold führt sie zu einem anderen Teil der Anlage. Als sie herauskommen, beginnt Paula, die in der Nähe gearbeitet hat, wie unter großen Schmerzen zu keuchen. Sie sieht aus, als würde sie gleich ohnmächtig. Ihr Kollege bemerkt es.

ARBEITER: Paula, geht es dir gut?

Paula keucht. Sie beobachtet, wie die toten Hühner auf Stäben aufgespießt vorbeiziehen. Plötzlich sieht sie statt eines Huhnes den abgetrennten Kopf von George. Sie reißt den Kopf von dem Stab, wirft ihn zu Boden und rennt aus dem Raum. Die Mitarbeiterin schaut verwirrt auf das tote Huhn auf dem Boden.

Jess Harold führt Mulder und Scully weiter durch den Raum. Sheriff Arens folgt ihnen.

JESS HAROLD: Hier hat George gearbeitet. Kein einziges Huhn verlässt diese Anlage, ohne die Station des Inspektors passiert zu haben. Wir arbeiten hier seit 50 Jahren ohne Probleme mit dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten. Bis George daherkam.

SCULLY: Er hat also wirklich gedroht, das Werk zu schließen.

JESS HAROLD: Oh, er hat es versucht, aber wir haben drei andere Inspektoren hier, die uns durchweg Bestnoten geben. Hier, sehen Sie selbst.

Er gibt ihr ein Klemmbrett.

JESS HAROLD: Nein, das einzige Problem, das dieses Werk je hatte, war George.

SCULLY: Problem genug, um etwas dagegen zu unternehmen?

Mulder sieht sich in der Anlage um.

JESS HAROLD: Wenn Sie irgendeine Art von Unappetitlichkeit andeuten wollen, ist wohl alles möglich, aber Sie müssen das mit George verstehen. Er hatte mit jedem ein Hühnchen zu rupfen - sogar mit der Bundesregierung.

SCULLY: Wovon reden Sie?

JESS HAROLD: Er reichte eine große Arbeitsentschädigungsklage ein - behauptete, er bekäme schreckliche Kopfschmerzen von seinem Job. Seine Anwälte nannten es "Fließbandhypnose".

SCULLY: Ja, darüber habe ich gelesen. Es wird durch schnelle, sich wiederholende Aktivitäten verursacht.

JESS HAROLD: Ich will nicht leugnen, dass hier jeden Tag eine Menge Hühner durchlaufen, aber wir haben immer weit innerhalb der Bundesrichtlinien gearbeitet.

SCULLY: Was ist mit seiner Klage passiert?

JESS HAROLD: Nun, sie wurde nur ein paar Wochen vor seinem Verschwinden abgewiesen.

Mulder hat sich einen sehr großen Bottich mit ekelerregendem organischen Material angesehen, der langsam von einer Maschine gerührt wird.

MULDER: Was ist das?

JESS HAROLD: Oh, das...

Er führt sie hinüber zu der Maschine.

JESS HAROLD: Das ist ein Futtermahlwerk. Er zerkleinert Knochen und Gewebe. Sehen Sie, jeden Teil des Vogels, den wir nicht in den Handel bringen können, verarbeiten wir und verwenden ihn als Futter.

MULDER: Hühner ernähren sich von Hühnern?

Jess Harold lacht.

JESS HAROLD: Ich weiß, es klingt nicht sehr appetitlich, aber es ist nahrhaft und es senkt die Kosten. Das Fleisch wird gekocht und mit Getreide vermischt. Es gibt keinen Grund, all dieses Protein verschwenden zu lassen.

Ein Signal ist zu hören.

JESS HAROLD: Sie müssen mich entschuldigen. Schichtwechsel.

Jess Harold lässt die Agenten allein, ebenso wie Sheriff Arens, der zu jemand anderem geht.

SHERIFF ARENS: Logan...

SCULLY: Also, Mulder, sind Sie bereit zuzugeben, dass dies vergebene Liebesmühe ist?

MULDER: Wenn der Narr in seiner Torheit verharren würde, würde er weise werden, Scully.

Scully ist ungeduldig.

SCULLY: Nun, egal ob George Kearns die Stadt verlassen hat oder jemand ihn getötet hat, dieser Fall hätte von jedem Agenten des Büros in Kansas City bearbeitet werden können.

MULDER: Da bin ich mir nicht so sicher.

Mulder und Scully beginnen zu gehen, aber kehren um, als sie eine Frau schreien hören. Paula hat ihren Arm um den Hals von Jess Harold gelegt, ein Ausbeinmesser an der Seite seines Gesichts. Mulder zieht seine Waffe. Scully beginnt langsam auf Paula zuzugehen, ihre Hand ausgestreckt.

MULDER: Lassen Sie ihn gehen. Wir sind Bundesagenten.

SCULLY: Bleiben Sie alle ruhig. Tun Sie ihm nichts. Sagen Sie uns einfach, was Sie wollen. Regen Sie sich nicht auf. Beruhigen Sie sich einfach. Bleiben Sie ruhig. Wir wollen nicht, dass jemand verletzt wird. Wir können die Sache ausdiskutieren. Warum geben Sie mir nicht das Messer?

Paula hört Scully zu, aber vom anderen Ende des Raumes hört man einen Schuss, als Sheriff Arens schießt und Paula tötet. Sie fällt in den Bottich hinter ihr. Mulder senkt langsam seine Waffe und sieht Sheriff Arens an. Scully geht zu Jess Harold.

SCULLY: Sind Sie in Ordnung?

Paulas Körper versinkt in dem toten Hühnerbrei.


Später wurde Paulas Leiche aus dem Bottich geborgen. Sie wird in einen Leichensack gesteckt und herausgerollt. Dr. Randolph behandelt den Schnitt am Hals von Jess Harold.

SCULLY: Haben Sie eine Ahnung, was sie zu dem Angriff veranlasst haben könnte?

JESS HAROLD: Nicht die geringste.

SCULLY: Keine kürzlichen Beschwerden oder seltsames Verhalten?

JESS HAROLD: Paula war immer eine unserer besten Mitarbeiterinnen -- verlässlich, beliebt... Ich kann mir nicht einmal ansatzweise vorstellen, was das ausgelöst haben könnte.

MULDER: Was ist mit Ihnen, Dr. Randolph? Haben Sie irgendwelche Ideen?

JESS HAROLD: Falls Sie mit mir fertig sind, ich habe noch Arbeit zu erledigen.

DR. RANDOLPH: Kommen Sie morgen vorbei. Lassen Sie mich einen Blick darauf werfen, um sicherzugehen, dass es sich nicht infiziert hat.

Jess Harold ist angespannt. Er geht weg.

JESS HAROLD: Sicher.

DR. RANDOLPH: Äh, Paula kam letzte Woche vorbei und klagte über anhaltende Kopfschmerzen. Sie war neuerdings... gereizt, konnte nicht mehr schlafen.

SCULLY: Waren Sie in der Lage, die Ursache festzustellen?

DR. RANDOLPH: Nein. Ich bin nur der Betriebsarzt. Ich behandle normalerweise nichts Schwierigeres als eine Handverletzung. Ich bin also in psychiatrischen Angelegenheiten etwas überfordert.

SCULLY: Sie haben kein körperliches Problem bei ihr festgestellt?

DR. RANDOLPH: Ich schickte sie ins County für einen Gehirnscan und ein EEG. Beide kamen unauffälig zurück, sodass ich einfach annahm, dass ihr Zustand stressbedingt war.

SCULLY: Könnte es eine Fließbandhypnose gewesen sein?

DR. RANDOLPH: Wie ich schon sagte, bin ich nicht qualifiziert, diese Diagnose zu stellen.

MULDER: Aber Sie können uns sagen, ob George Kearns mit ähnlichen Beschwerden zu Ihnen kam.

DR. RANDOLPH: Er zeigte ähnliche Symptome, ja.

SCULLY: Wie haben Sie sie behandelt?

DR. RANDOLPH: Ich habe sie beide mit Schmerzmitteln behandelt - Kodein.

SCULLY: Nun, ich denke, eine Autopsie von Paula Gray würde die Dinge klären.

DR. RANDOLPH: Ich fürchte, das kann ich nicht genehmigen. Sie müssten mit Mr. Chaco sprechen.

SCULLY: Warum? Sie sind Arzt.

DR. RANDOLPH: Ja, aber Mr. Chaco war Paula Grays Großvater und ihr gesetzlicher Vormund.


ANWESEN VON WALTER CHACO


Mulder und Scully fahren zu einem eleganten alten Südstaaten-Haus. Sie gehen zur Tür und klingeln. Das Dienstmädchen führt sie durch das Haus in den hinteren Bereich, wo Chaco, ein Mann in seinen sechziger Jahren mit der Hand einige Hühner füttert, die sich in einem kleinen Stall im Freien befinden.

MULDER: Mr. Chaco?

Chaco schaut sie nicht an.

CHACO: Das Füttern der Hühner hilft mir, meinen Kopf freizubekommen. Sie sind perfekte Geschöpfe, wissen Sie. Wir essen ihr Fleisch, ihre Eier. Wir schlafen auf Kissen, die mit ihren Federn gefüllt sind. Nicht viele Menschen, die ich kenne, sind so nützlich wie diese Hühner.

Mulder und Scully fühlen sich sichtlich unwohl.

SCULLY: Es tut uns leid, Sie zu stören, Sir. Uns ist klar, dass dies eine schwierige Zeit für Sie ist.

CHACO: Sie wollen eine Autopsie an meiner Enkelin durchführen. Glauben Sie, dass Paula an einer Krankheit litt, die sie zu diesem Verhalten veranlasst hat?

SCULLY: Das ist von dem wir wir hoffen, was eine Obduktion feststellen wird.

CHACO: Ich dachte, Ihre Aufgabe hier sei das Verschwinden von George Kearns aufzuklären?

MULDER: Das ist es auch, aber wir vermuten, dass das etwas damit zu tun haben könnte, was mit Ihrer Enkelin passiert ist.

CHACO: Inwiefern?

MULDER: Wir sind uns noch nicht sicher, aber es ist möglich, dass beide an der gleichen neurologischen Störung gelitten haben.

CHACO: Wissen Sie, als ich nach dem Krieg hierherkam, war Dudley nur ein Stück Dreck. Ich habe dieses Werk gebaut und meine ganze Familie dort arbeiten lassen. Wir haben diese Stadt zu einem der größten Hühnerverarbeiter der Nation gemacht. Mit Unruhestiftern und Faulenzern hätten wir das nicht geschafft.

SCULLY: Ich nehme an, Sie sprechen von George Kearns.

CHACO: Männer wie George Kearns bauen keine Dinge. Sie neigen dazu, sie einzureißen.

SCULLY: Dann wissen Sie von seiner Empfehlung, Ihr Werk zu schließen?

CHACO: Wissen Sie, ein langes Leben zu leben ist ein gemischter Segen. Sie verbringen Ihre Jugend damit, etwas für sich selbst, Ihre Familie und Ihre Gemeinde aufzubauen, nur um dann im Alter zuzusehen, wie Ihnen alles weggenommen wird. Trotzdem... Ich bin noch nicht bereit zu sterben.

Er lächelt.

CHACO: Machen Sie Ihre Autopsie an Paula. Ich will wissen, was mit meiner Enkelin passiert ist.

Als Chaco allein sein Haus betritt, sehen Mulder und Scully ihm gemeinsam nach.


LEICHENSCHAUHAUS VON SETH COUNTY


Scully betrachtet Gewebe unter einem Mikroskop im Autopsielabor. Mulder tritt ein.

SCULLY: Ich glaube, wir haben hier etwas, Mulder. Sehen Sie sich das mal an.

Mulder schaut durch das Mikroskop.

MULDER: Was sehe ich mir da an?

SCULLY: Es ist eine Probe aus Paula Grays Gehirn. Sie litt an einer seltenen degenerativen Erkrankung namens Creutzfeldt-Jacob-Krankheit. Sie ist gekennzeichnet durch die Bildung schwammartiger Löcher im Hirngewebe.

MULDER: Warum tauchte das nicht ihrer Krankengeschichte auf?

SCULLY: Abgesehen von einer Autopsie ist es eine sehr schwer zu diagnostizierende Krankheit. Außerhalb eines Lehrbuchs habe ich nur einmal infiziertes Gewebe gesehen, und das war damals im Medizinstudium.

MULDER: Könnte das der Grund sein, warum sie Jess Harold angegriffen hat?

SCULLY: Auf jeden Fall. Opfer von Creutzfeldt-Jacob leiden an fortschreitender Demenz, schweren Anfällen...

MULDER: Ist es tödlich?

SCULLY: Dieses Mädchen wäre in ein paar Monaten tot gewesen.

MULDER: Außer, dass Paula Gray kein Mädchen war. Dies ist ihre Personalakte, Scully. Sehen Sie sie durch. Hier steht, dass Paula Gray 1948 geboren wurde, was bedeutet, dass diese Frau - Chacos Enkelin - 47 Jahre alt war.

SCULLY: Da muss es sich um einen Irrtum handeln.

MULDER: Lassen Sie es uns herausfinden. Ihre Geburtsurkunde sollte sich in den Akten im Gerichtsgebäude von Seth County befinden. Wer weiß das schon, Scully? Das könnte *sogar* interessanter sein als Irrlicht.

Mulder geht. Scully starrt einen Moment lang auf Paulas Leiche.


Später. Mulder und Scully fahren eine zweispurige Straße entlang.

SCULLY: Die Wahrschweinlichkeit, dass Paula Gray und George Kearns die gleiche Krankheit hatten, ist praktisch null. Creutzfeldt-Jacob kann vererbbar sein, aber sie ist nicht übertragbar. Dass zwei nicht verwandte Menschen in derselben Kleinstadt an derselben seltenen Krankheit erkranken würden, ist...

MULDER: ...Viel wahrscheinlicher als Paula Gray, drei Jahre vor ihrem 50 Geburtstag stand.

Der Geflügeltransporter auf der Gegenfahrbahn scherrt plötzlich vor ihnen aus.

SCULLY: Mulder, passen Sie auf!

Mulder lenkt das Auto von der Straße und fährt dem Lastwagen aus dem Weg, der in den Bach neben der Straße kracht. Mulder und Scully steigen aus und laufen zu dem Lastwagen. Die Hühner krächzen, als der Lastwagen im rotbraunen Wasser zu versinken beginnt.

MULDER: Rufen Sie einen Krankenwagen. Ich werde versuchen, den Fahrer herauszuholen.

SCULLY: ins Telefon. Hier spricht Bundesagentin Scully. Ich möchte einen Unfall auf County A7 melden...


Später, Unfallort. Ein Abschleppwagen zieht den Lastwagen aus dem Bach heraus.

SCULLY: Ich habe gerade mit Dr. Randolph telefoniert. Er sagte, dieser Fahrer hatte die gleichen Symptome wie Paula Gray und George Kearns.

MULDER: Wollen Sie damit sagen, dass dies ein drittes Opfer von Creutzfeldt-Jacob ist? Sie sind gerade damit fertig geworden, mir zu sagen, dass zwei Fälle statistisch unmöglich wären.

SCULLY: Nun, das wären sie aber...

Sie hält inne.

SCULLY: Mir ist gerade eine kranke Theorie gekommen, Mulder.

Mulder hält inne, legt dann seine Hand auf ihre Schulter und führt sie auf die Seite, um unter vier Augen zu sprechen.

MULDER: Ooh, ich bin ganz Ohr.

SCULLY: Sie haben die Futtermühlen in der Anlage gesehen. Was, wenn jemand George Kearns' Leiche dort hineingelegt hat? Creutzfeldt-Jacob ist eine Prionenkrankheit, was bedeutet, dass sie auf die Hühner und damit auf jeden, der sie verzehrt hat, übertragen worden sein könnte.

MULDER: Jeder, der Hühner aus Dudley isst, wäre also gefährdet?

SCULLY: Das ist möglich. Wissen Sie, manchmal werden in England Rinder verbrannt, um zu verhindern, Rinderwahnsinn auf den Menschen zu übertragen.

MULDER: Ja, aber Hühner aus Dudley werden im ganzen Land verkauft. Wenn das, was Sie sagen, wahr wäre, würden wir eine Epidemie sehen und nicht nur ein paar lokale Fälle.

Scully zuckt mit den Achseln. Mulder schaut noch einmal auf das rote Wasser im Bach.

MULDER: Sheriff? Was stimmt mit diesem Wasser nicht?

SHERIFF ARENS: Das ist Abfluss aus der Verabreitungsanlage. Hauptsächlich Hühnerstreu. Etwas Blut und Geflügelteile.

MULDER: Wurde dieser Fluss nach dem Verschwinden von George Kearns durchsucht?

SHERIFF ARENS: Machen Sie Witze? Sie sprechen von einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

MULDER: Nun, ich möchte, dass er so schnell wie möglich mit Netzen abgesucht wird.

Sheriff Arens ist überrascht.

SHERIFF ARENS: Warum?

MULDER: Um zu sehen, was da drin ist.

SHERIFF ARENS: Nun, hören Sie, das ist ein schmutziger Job und ich möchte ihn nicht machen, wenn ich nicht weiß, wonach Sie suchen.

MULDER: Hoffentlich nichts.

Sheriff Arens sagt nichts.

MULDER: Hören Sie, Sheriff, wenn Sie es nicht tun wollen, kann ich einige meiner Männer herholen, um es zu tun.

Sheriff Arens lächelt.

SHERIFF ARENS: Ich werde es veranlassen.

Er geht.

SCULLY: Mulder ....

MULDER: Oh, es ist nur eine Vermutung. Wenn George Kearns nicht einfach weggelaufen ist, wenn er für diesen Inspektionsbericht ermordet wurde, dann muss seine Leiche irgendwo sein.

Später an diesem Abend, noch immer an dem blutigen Bach, der mit Netzen abgesucht wird. Sheriff Arens kommt schnell zu Mulder und Scully rüber.

SHERIFF ARENS: Wir haben den Überlauf geschlossen, und der Wasserspiegel ist gesunken. Wir sind fast sofort fündig geworden.

MULDER: Haben Sie Kearns gefunden?

SHERIFF ARENS: Vielleicht sehen Sie sich besser selbser an.

Mulder und Scully sehen sich ein Netz voller Knochen an, dann sehen sie sich gegenseitig an.


Später. Scully sortiert gerade Knochen in einem großen Raum. Mulder betritt den Raum.

MULDER: Sheriff Arens ist draußen. Sie sind immer noch dabei, Knochen aus dem Fluss zu holen.

SCULLY: Nun, bis jetzt konnte ich neun verschiedene Skelette zuordnen. Dieses hier gehörte dem verstorbenen George Kearns.

MULDER: Woher wissen Sie das?

SCULLY: Von der Platte in seinem Oberschenkelknochen. Laut seiner medizinischen Akte brach sich Kearns vor vier Jahren das rechte Bein.

MULDER: Was ist mit den anderen?

SCULLY: Nun. Ich brauche eine bessere Ausrüstung, um sicher zu sein, aber ich schätze, dass einige dieser Knochen bis in die 1920er oder 1930 Jahre zurück gehen. Sie alle haben jedoch ein seltsames Detail gemeinsam.

MULDER: Nun, sie scheinen ihren Kopf verloren zu haben.

SCULLY: Nun, abgesehen davon. Die älteren Knochen zeigen, wie man erwarten würde, Anzeichen von Verwesung und Oberflächenabrieb, aber aus irgendeinem Grund sind alle von ihnen, sogar die von Kearns, glatt und an den Enden poliert.

MULDER: Es ist fast so, als wären sie poliert worden.

SCULLY: Nun, es könnte einfach von der Erosion durch das Wasser kommen, aber...

MULDER: Nein. Das Wasser hatte kaum Strömung, und dieser Grad der Erosion würde sich nicht nur auf die Enden der Knochen beschränken.

SCULLY: Irgendwelche Theorien?

MULDER: Vielleicht.

Mulder holt sein Telefon heraus und beginnt zu wählen.


Doris kommt den Gang entlang, in dem sich Sheriff Arens gerade Kaffee holt.

DORIS: Sheriff?

SHERIFF ARENS: Doris.

DORIS: Ist es wahr? Sagen Sie es mir einfach.

SHERIFF ARENS: Doris, ich möchte, dass du mir zuhörst.

DORIS: Sie haben ihn gefunden, nicht wahr?

Sie fängt an zu weinen.

SHERIFF ARENS: Nun, wir haben heute Nachmittag einige Überreste am Fluss gefunden, darunter auch die von George. Es tut mir leid. Ich... Es tut mir wirklich sehr leid.

DORIS: Nein... Nein!

Doris rennt hysterisch weinend den Gang entlang. Sheriff Arens ruft ihr hinterher.

SHERIFF ARENS: Es wird alles wieder gut. Keine Sorge, Doris. Wir kümmern uns um dich. Doris? Doris!


Hühnerverarbeitungsanlage. Jess Harold nimmt einem Arbeiter das Klemmbrett ab.

JESS HAROLD: Ist das der neue Zeitplan?

Er sieht Dr. Randolph am anderen Ende des Raumes und geht zu einem privaten Gespräch mit ihm in einen Raum mit lebenden Hühnern. Dr. Randolph ist sehr nervös.

JESS HAROLD: Warum habe ich das Gefühl, dass Sie nicht hier sind, um mir in den Hals zu sehen?

DR. RANDOLPH: Sie haben Knochen im Fluss gefunden.

JESS HAROLD: Ich weiß. Ich habe es gehört.

DR. RANDOLPH: Haben Sie auch gehört, dass Clayton Walsh an den Symptomen erkrankt ist? Das sind vier. Es wird mit jedem Tag, der vergeht, schlimmer.

JESS HAROLD: Jemand muss es Mr. Chaco sagen.

DR. RANDOLPH: Er weiß, was los ist. Er tut nur nichts dagegen.

JESS HAROLD: Vielleicht sollte ich mit ihm reden.

DR. RANDOLPH: Sie können es versuchen.

JESS HAROLD: Ich werde mit ihm reden. Er wird auf mich hören.

DR. RANDOLPH: Und falls nicht?


Mulder ist im Raum mit den Knochen und sieht sich einige Akten an. Scully kommt mit einem Eimer mit frittierten Hühnerteilen in der Hand herein.

MULDER: Ich habe Danny alle vermissten Personen überprüfen lassen, die zuletzt in einem Umkreis von 200 Meilen (ca. 322 km) um Dudley gesehen wurden. In den letzten 50 Jahren sind hier in der Nähe 87 Personen verschwunden, und nach den forensischen Beweisen zu urteilen, würde ich sagen, dass dieselbe Person oder dieselben Personen dafür verantwortlich waren.

SCULLY: Dann könnte es die Arbeit einer Art Sekte gewesen sein.

MULDER: Scully, ich glaube, die guten Leute von Dudley haben mehr als nur Hühnchen gegessen.

SCULLY: Sie glauben, diese Leute wurden gegessen?

MULDER: Sehen Sie sich diese Knochen an. Sie sind an beiden Enden poliert worden, was darauf hindeutet, dass sie in einem Topf gekocht wurden. Anthropologen haben ähnliche Beweise verwendet, um Kannibalismus unter dem Anasazi-Stamm in New Mexico zu beweisen.

SCULLY: Nun, dann hat sich Paula Gray möglicherweise durch den Verzehr von George Kearns mit Creutzfeldt-Jacob angesteckt.

MULDER: Das könnte eine Erklärung für ihr jugendliches Aussehen sein.

SCULLY: Wovon sprechen Sie?

MULDER: Einige kannibalistische Rituale werden in dem Glauben durchgeführt, dass sie das Leben verlängern können.

SCULLY: Kannibalismus ist eine Sache, aber die Langlebigkeit zu erhöhen, indem man Menschenfleisch isst...

MULDER: Denken Sie darüber nach, Scully. Vom Vampirismus zum Katholizismus, ob wörtlich oder symbolisch, die Belohnung für das Essen von Fleisch ist ewiges Leben. Ich behaupte nicht zu wissen, wie es funktioniert, aber wir haben beide Paula Gray gesehen.

SCULLY: Wir haben das Geburtsdatum in ihrer Personalakte nie überprüft.

MULDER: Die Akten im Gerichtsgebäude sollten uns sagen, wie alt sie wirklich ist und ob noch jemand in Dudley über sein Alter lügt. Kommen Sie mit?

Mulder geht raus. Scully sieht sich die Knochen auf dem Boden an, stellt dann den Eimer mit den Hühnerteilen ab und folgt ihm.


Chaco-Anwesen, Nacht. Jess Harold ist bei Chaco.

JESS HAROLD: Sie müssen etwas gegen das tun, was hier vorgeht, Mr. Chaco. Die Leute bekommen Angst. Sie wissen nicht, was sie von den Vorkommnissen halten sollen.

CHACO: Es hört es sich an, also ob sie ihren Glauben verlören.

JESS HAROLD: Es wird schwer, daran festzuhalten, wie die Dinge laufen. Drei weitere sind seit gestern krank geworden.

CHACO: Ich habe meine Enkelin verloren, Jess, also erzähle mir nicht, womit wir es zu tun haben. Ich sagte, ich kümmere mich darum.

JESS HAROLD: Ich weiß, dass Sie ....

Es klingelt an der Tür. Das Hausmädchen öffnet. Doris tritt weinend ein.

DORIS: Ich muss Mr. Chaco sehen.

CHACO: Doris?

DORIS: Ich... Ich kann das nicht mehr tun, Mr. Chaco. Ich kann nicht mehr lügen.

CHACO: Ist schon gut. Jess hat mir erzählt, was passiert ist. Du musst dir keine Sorgen machen.

DORIS: Sie werden denken, dass ich es war.

CHACO: Nein. Sie werden nichts dergleichen denken.

DORIS: Aber ich war's. Ich habe geholfen!

CHACO: Nein. Er war nicht gut, Doris. Er hatte keine Werte. Er hat nicht hierher gepasst.

DORIS: Aber er war mein Mann.

CHACO: Das war der Preis, den du zahlen musstest. Das wusstest du von Anfang an.

DORIS: Aber diese FBI-Agenten...

CHACO: Nicht doch. Diese Stadt wurde nicht an einem Tag erbaut. Sie fällt nicht an einem Tag auseinander. Du bist jetzt ein Teil von uns und wir werden uns gut um dich kümmern. Jetzt möchte ich, dass du nach Hause gehst und dich ausruhst. Du hast eine Beerdigung, zu der du gehen musst. Die ganze Sache wird bald vorbei sein, und du wirst sich fragen, was der ganze Wirbel sollte.

DORIS: Es tut mir leid.

CHACO: Schon gut. Wir verstehen dich alle, Doris. Wir verstehen dich, Doris. Gute Nacht.

Doris geht, nun nicht mehr weinend, aber immer noch aufgewühlt. Sie lächelt schwach über ihre Schulter, als sie zur Tür hinausgeht.

CHACO: Sie wird es überstehen.

JESS HAROLD: Wir können uns nicht auf sie verlassen.

CHACO: Sie ist jetzt eine von uns, ein Teil unserer Stadt.

JESS HAROLD: Wenn wir nichts gegen sie unternehmen, wird es keine Stadt mehr geben, über die wir sprechen könnten.

CHACO: Nein! Nein. Sobald wir anfangen, uns gegen uns selbst zu wenden, sind wir nicht besser als die Tiere. Es ist das FBI, um das wir uns Sorgen machen sollten. Sie sind das wahre Problem.


SETH COUNTY GERICHTSGEBÄUDE


Nacht. Mulder und Scully brechen das Schloss am Standesamt auf und betreten es mit Taschenlampen. Alle Aktenschränke weisen Brandspuren auf.

MULDER: Da hat wohl jemand mit Streichhölzern gespielt.

SCULLY: Es riecht, als ob das Feuer noch nicht langer her ist.

MULDER: Ich wette, es ist kein Zufall, dass es nur die Geburtsurkunden getroffen hat.

Der Schatten von jemandem, der am Fenster vor der Tür vorbeigeht, ist zu sehen.

SCULLY: Sie glauben, dass uns jemand erwartet hat?

Mulders Telefon klingelt. Er geht ran.

MULDER: Mulder.

Es ist Doris, in ihrem dunklen Haus.

DORIS: Ich bin's, Doris Kearns. Ich bin in meinem Haus. Ich muss sofort mit Ihnen sprechen.

MULDER: Geht es Ihnen gut?

DORIS: Ich habe Angst um mein Leben. Ich habe Angst, dass er mich umbringen wird.

MULDER: Wer?

DORIS: Mr. Chaco.

MULDER: In Ordnung, Mrs. Kearns, ich möchte, dass Sie im Haus bleiben und die Tür abschließen und nicht aufmachen, bis Agent Scully da ist.

Er legt auf.

SCULLY: Wo wollen Sie hin?

MULDER: Ich nehme Chaco in Gewahrsam.

Doris geht aufgewühlt und weinend durch das dunkle Haus und schließt die Türen ab. Die Lichter gehen aus. Sie steht der maskierten Gestalt mit der Axt von Anfang an Auge in Auge gegenüber. Die Gestalt hebt die Axt über ihren Kopf und Doris schreit.

Scully fährt auf das Haus der Kearns zu, geht zur Tür und klingelt. Es ist eine stürmische Nacht.

SCULLY: Mrs. Kearns?! Mrs. Kearns?!

Kein Licht. Sie geht durch die Hintertür und beginnt, mit ihrer Taschenlampe durch das Haus zu gehen. Niemand antwortet ihr.

SCULLY: Mrs. Kearns?

Sie keucht, als die Tür hinter ihr zuschlägt dann geht sie weiter durch das Haus.


Chaco-Residenz. Mulder klingelt und zeigt seinen Ausweis, als das Hausmädchen öffnet.

MULDER: Ist Mr. Chaco da?

Das Hausmädchen will nicht helfen.

DAS DIENSTMÄDCHEN: Ich werde nachsehen, ob er noch wach ist.

Sie geht nach oben. Mulder sieht sich um und sieht sich die primitive Kunst, die Figuren und Masken an, die den Flur schmücken. Er sieht ein altes Bild von Chaco mit einigen Inselbewohnern stehen. Bildunterschrift: "Stamm der Jale, Neuguinea 1944". Er geht hinüber zu einem großen verschlossenen Schrank. Das Dienstmädchen kommt zurück nach unten, glücklich, dass sie nicht helfen kann.

DAS DIENSTMÄDCHEN: Es tut mir leid, aber Mr. Chaco kann Sie jetzt nicht empfangen.

MULDER: Wissen Sie, was hier drin ist?

DAS DIENSTMÄDCHEN: Ich weiß es nicht.

MULDER: Können Sie es öffnen?

DAS DIENSTMÄDCHEN: Ich habe den Schlüssel nicht.

Mulder schaut sich um, nimmt dann eine kleine, schwere Statue und bricht das Vorhängeschloss vom Schrank damit auf.

DAS DIENSTMÄDCHEN: Was glauben Sie, was Sie da tun?

Mulder öffnet den Schrank und sieht vier menschliche Köpfe, darunter den von George. Das Dienstmädchen ist verschwunden. Mulder geht die Treppe hinauf.


Haus der Kearns. Scullys Telefon klingelt.

SCULLY: Scully.

MULDER: Scully, Chaco ist nicht hier.

SCULLY: Ja, Mrs. Kearns wird auch vermisst, Mulder. Ich glaube, es ist jemand hier gewesen.

Eine Gestalt von jemandem - Chaco ist mit ihr im Haus.

SCULLY: Der Strom war abgeschaltet und die Hintertür stand weit offen, als ich hier ankam. Aber ihr Auto steht immer noch hinter dem Haus.

MULDER: Chaco muss sie mitgenommen haben.

Er hört das Geräusch von Scullys Mobiltelefon, das auf den Boden fällt.

MULDER: Scully? Scully? Scully! Scully! Was ist passiert? Scully! Sind Sie noch da?

Scully liegt bewusstlos auf dem Boden.

MULDER: Sind Sie in Ordnung? Antworten Sie mir! (Er ruft) Scully!!

Mulder schaut zu den Köpfen im Schrank auf.


Nacht. In der Mitte eines Feldes. Stadtbewohner laufen um ein großes Lagerfeuer herum und holen sich Suppe aus einem großen Topf. Chaco geht wütend zu der Gruppe mit Scully, deren Hände vor dem Körper gefesselt und Klebeband über den Mund geklebt ist. Sie sieht verängstigt aus und leistet keinen Widerstand.

CHACO: Was habt ihr getan? Ich habe euch gewarnt. Ich sagte, ihr sollen sie nicht anfassen. Doris Kearns war eine von uns! Wer ist dafür verantwortlich?

Jess Harold geht zu Chaco und wischt sich die Lippen ab.

CHACO: Warum hast du nicht auf mich gehört? Wir müssen uns um die Außenseiter kümmern, nicht um die unseren.

Jess Harold ist ruhig.

JESS HAROLD: Wir kümmern uns um sie alle.

CHACO: Seht euch sich an. Seht euch an, was ihr geworden seid. Das ist kein Glaube mehr, es ist nur noch Angst. Ihr habt uns zu einer Abscheulichkeit gemacht.

JESS HAROLD: Sie haben den Außenseiter hergebracht, der uns krank gemacht hat.

CHACO: Wenn ihr euch gegen euch selbst stellt, ist es vorbei. Wie lange dauert es, bis es einer von uns ist? Irgendeiner von euch?

JESS HAROLD: Das ist nicht mehr Ihr Problem, Mr. Chaco.

Chaco zielt mit seiner Waffe auf den maskierten Mann, der eine Axt trägt.

CHACO: Nein.

Jemand packt Chaco von hinten. Jess Harold nimmt ihm die Waffe weg. Chaco spricht leise.

CHACO: Tötet mich... Und ihr tötet uns alle.

Chaco wird gezwungen, sich hinzuknien und seinen Kopf in ein Metallgestell zu legen, das zwei andere Stadtbewohner verriegeln, und dann zurückzutreten. Scully sieht entsetzt zu, wie der maskierte Mann die Axt über Chacos Kopf hebt und herunterschwingt.


Mulder fährt sehr schnell.


Zurück am Lagerfeuer.

JESS HAROLD: Bringt sie rüber.

Sie zwingen Scully, sich hinzuknien und beginnen, ihren Kopf in das Gestell einzuspannen.

Mulder fährt zu dem Feld.

Der maskierte Mann hebt seine Axt über Scully. Scullys Augen sind groß und verängstigt.

Mulder rennt aus dem Auto zum Lagerfeuer, die Waffe gezogen.

'Als der maskierte Mann die Axt über Scully in Stellung bringt, sind Schüsse zu hören und er fällt tot um. Die Stadtbewohner beginnen, wegzurennen und zu schreien. Jess Harold zielt mit der Waffe, wird dann aber von den anderen Stadtbewohnern niedergetrampelt. Mulder rennt zu Scully und befreit sie aus dem Gestell.

MULDER: Sind Sie verletzt?

SCULLY: Mm-Mm.

Er entfernt das Klebeband von ihrem Mund und streicht ihr sanft die Haare aus dem Gesicht.

MULDER: Sind Sie in Ordnung?

Sie nickt. Noch immer mit gefesselten Händen folgt sie Mulder, während er zu dem toten maskierten Mann geht und ihm die Maske abnimmt. Es ist Sheriff Arens.


Am nächsten Tag. Hühnerverarbeitungsanlage. Es geht alles wie gewohnt weiter, dann kommt die State Police und beginnt mit dem Befestigen von Klebeband am Tatort und fordert alle auf, ihre Posten zu verlassen.

SCULLY: (aus dem Off) In Erwartung weiterer Überprüfungen wurde die Verarbeitungsanlage in Chaco vom USDA (dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten) geschlossen. Bis jetzt wurden keine Beweise für infizierte Hühner entdeckt. Obwohl nicht bekannt ist, wie viele Bürger an der rituellen Aktivität teilgenommen haben, sind 27 tödlich an der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit erkrankt. Es ist bekannt, dass ein Transportflugzeug mit Walter Chaco 1944 über Neuguinea abgeschossen wurde. Chaco war der einzige Überlebende dieses Absturzes. Den Aufzeichnungen der Marine zufolge verbrachte er sechs Monate bei den Jale - einem Stamm, dessen kannibalistische Praktiken seit langem vermutet, aber nie bewiesen wurden. Aus den Marineaufzeichnungen geht auch hervor, dass Walter Chaco 1902 geboren wurde, sodass er zum Zeitpunkt seines Todes 93 Jahre alt war. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden seine Überreste noch immer nicht gefunden.

Ein Arbeiter findet einige graue Haare in einem Eimer des Hühnerfutters und füttert die Mischung an einige Hühner, die sie eifrig verschlingen.

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