2X21 Heilige Asche (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.


2X21 Heilige Asche
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

LINCOLN PARK
MURRAY, VIRGINIA


Die Familie Holvey genießt einen Nachmittag in einem kleinen Freizeitpark. Ein Miniaturzug tuckert vorbei, und der junge Charlie Holvey sieht von einem Geländer aus zu, wie er einen Ballon an einer Schnur hält. Seine Mutter Maggie ist mit Charlies jüngeren Bruder, dem zweijährigen Teddy, nicht weit entfernt, während sein Vater Steve mit vier Eiswaffeln auf ihn zukommt.

MAGGIE HOLVEY: Charlie! Komm schon, Charlie.

MAGGIE HOLVEY: (zu Teddy, dem sie einen roten Luftballon überreicht.) Bitte sehr, Süßer.

STEVE HOLVEY: Charlie, hey! Eiscreme!

Er kniet nieder und bietet Teddy eine Eiswaffel an.

STEVE HOLVEY: Hey, Kumpel, willst du etwas Eiscreme? Willst du ein Eis?

STEVE HOLVEY: (zu Charlie.) Hier, Charlie. Bitte sehr.

Charlie nimmt das Eis, scheint aber nicht sehr glücklich darüber zu sein. Als der kleine Teddy seine Eistüte hält, lässt er den Ballon los, und der Ballon steigt auf und davon.

MAGGIE HOLVEY: Sieh, da geht er dahin. Er geht ins Ballonland. Auf Wiedersehen.

Teddy fällt hin und lässt sein Eis fallen und fängt an zu weinen.

MAGGIE HOLVEY: Oh, Liebling. Hör auf zu weinen.

Maggie hebt Teddy auf. Steve bietet ihm eine der anderen Eiswaffeln an.

STEVE HOLVEY: Hey, sieh mal! Hier ist etwas Eiscreme! Hier gibt's Eiscreme! Möchtest du Eiscreme? Schau mal!

Teddy weint weiter, also nimmt Steve Charlies Ballon und bietet ihn Teddy an. Charlie sieht nicht erfreut aus.

STEVE HOLVEY: Teddy. Teddy. Hier ist dein Ballon. Sieh ihn dir an.

Maggie spricht weiter beruhigend mit Teddy.

MAGGIE HOLVEY: Shhh! Oh, so eine Sauerei! Wir müssen dich sauber machen.

STEVE HOLVEY: Charlie und ich warten auf dich.

Maggie geht mit Teddy weg. Steve bleibt bei Charlie.

CHARLIE: Das war mein Ballon.

STEVE HOLVEY: Iss dein Eis, bevor es schmilzt.

CHARLIE: Ich will kein Eis. Ich will meinen Luftballon.

Steve ist leicht verärgert.

STEVE HOLVEY: Wir holen dir einen neuen Luftballon, okay?

CHARLIE: Nein, ich will meinen Luftballon.

Steve wird immer ärgerlicher.

STEVE HOLVEY: Schön.

Er nimmt Charlies Eiswaffel.

STEVE HOLVEY: Wir besorgen dir einen anderen Ballon.

STEVE HOLVEY: (Zu sich selbst.) Das war eine Verschwendung von gutem Geld.

Steve wirft alle Eiswaffeln in einen Mülleimer. Auf der Toilette wischt Maggie das Eis von Teddys Gesicht.

MAGGIE HOLVEY: So geht das. Ja. Ja.

Sie hebt ihn auf und stellt ihn vor das Waschbecken, wobei sie sein Haltegeschirr an einer der Halterungen des Waschbeckens befestigt.

MAGGIE HOLVEY: So ist es gut. Das ist mein Junge. Braver Junge. Okay, Teddy. Ich bin gleich wieder da, okay?

Sie geht in eine der Kabinen und macht die Tür zu. Sie singt Teddy etwas vor, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.

MAGGIE HOLVEY: Es waren sechs in einem Bett, und der Kleine sagte: "Roll’ rüber! Roll’ rüber!" Sie drehten sich also alle um und einer fiel heraus. Fünf waren in dem Bett, und der Kleine sagte: "Roll’ rüber! Roll’ rüber!" ...

Teddy hat seinen Ballon wieder losgelassen und sieht zu, wie er an die Decke schwebt.

MAGGIE HOLVEY: ... Und sie drehten sich alle um und einer fiel raus. Vier im Bett und der Kleine sagte: "Roll’ rüber! Roll’ rüber!" ...

Der Ballon hat sich auf mysteriöse Weise über die Decke bewegt, dann 30 cm hinunter und durch den Spalt oben an der Toilettentür hinaus. Maggie beugt sich nach unten und schaut unter der Toilettentür durch, um nach ihm zu sehen. Sie sieht Teddys Beine.

MAGGIE HOLVEY: ... Sie drehten sich also alle um und einer fiel heraus. Drei im Bett und der Kleine sagte: "Roll’ rüber! Roll’ rüber!" Also drehten sie sich alle um, und einer fiel raus. Zwei im Bett, und der Kleine sagte: "Roll’ rüber! ... "

Maggie kommt zum Schluss und öffnet die Tür zur Kabine, nur um Teddys leeres Haltegeschirr auf dem Boden zu sehen - keine Spur von Teddy.

MAGGIE HOLVEY: Teddy? Teddy?!

Sie rennt nach draußen.

MAGGIE HOLVEY: Teddy?! Teddy?! Teddy?!

Teddy folgt dem Ballon, der ihn eine Böschung hinunter und außer Sichtweite von Maggie führt. Anstatt auf und davonzufliegen, verhält sich der Ballon, als ob die Schnur von einem unsichtbaren Wesen gezogen wird. Charlie schaut aus der Ferne zu.

Maggie kann ihn immer noch nicht sehen.

MAGGIE HOLVEY: Teddy?! Teddy?! Teddy?!

Der Ballon führt Teddy zu den Eisenbahnschienen hinunter. In der Nähe posiert eine Familie, während der Vater ein Foto von ihnen macht. Hinter ihnen sieht der Mann Teddy an den Gleisen. Die Zugpfeife ertönt.

MANN: Da ist ein Kind auf den Gleisen!

Steve sieht ihn.

STEVE HOLVEY: Teddy?! Oh mein Gott! Teddy! Teddy! Geh da weg!

Steve rennt auf ihn zu, während Charlie tatenlos zuschaut. Maggie hört Steves Rufe und rennt ebenfalls auf Teddy zu. Der Ballon hat Teddy auf die Schienen geführt, wo Teddy ihn nun an der Schnur hält.

MAGGIE HOLVEY: Teddy!

STEVE HOLVEY: Komm her!

Der Zug fährt um die Kurve, und der Lokführer sieht Teddy vor sich. Er versucht, den Zug anzuhalten, aber er reagiert nicht. Er betätigt wiederholt sein Signal Charlie schaut weiterhin aus der Ferne zu und zeigt keinerlei Emotionen.

STEVE HOLVEY: Teddy!

MAGGIE HOLVEY: Teddy, komm von den Gleisen runter!

Während seine Eltern auf ihn zulaufen, hält Teddy weiterhin den Ballon fest und hört die Warnungen nicht. Steve erreicht den Zaun neben den Gleisen, gerade als der Zug vorbeifährt.

STEVE HOLVEY: Nein!!!

Der Ballon driftet davon. Maggie und Steve warten auf die Vorbeifahrt des Zuges und eilen dann auf die Gleise.

MAGGIE HOLVEY: Oh mein Gott!!!

Sie knien nieder und weinen. Steve umarmt Maggie.

STEVE HOLVEY: Maggie ... Teddy ...

Charlie ist ein Stückchen zu den Gleisen gelaufen, steht aber immer noch da und zeigt keinerlei Emotionen. Der Ballon kommt direkt hinter ihm herunter.


DAS LABOR VON DR. CHARLES BURKS
UNIVERSITÄT VON MARYLAND, COLLEGE PARK


Mulder lässt das von dem Mann im Park aufgenommene Foto auf eine Leinwand projizieren und weist Scully auf Details hin.

MULDER: Dieses Foto wurde vor drei Monaten in einem Vergnügungspark aufgenommen. Der Junge im Hintergrund ist Teddy Holvey, zwei Jahre alt.

Er zeigt auf Teddy, der am Tor eines Zauns neben den Gleisen steht.

MULDER: Er wurde nur Sekunden nach dieser Aufnahme getötet.

SCULLY: Wie?

MULDER: Laut Polizeibericht lief er auf die Gleise des Miniaturzugs des Parks. Der Schaffner konnte wegen einer Fehlfunktion des Bremssystems nicht anhalten. Teddys Vater arbeitet für das Außenministerium, sodass aufgrund der ungewöhnlichen Umstände des Unfalls ein Gerichtsmediziner hinzugezogen wurde.

SCULLY: Und hat die Untersuchung irgendetwas Ungewöhnliches ergeben?

MULDER: Nein. Nein, aber der County Medical Examiner hat mich danach angerufen. Er war beunruhigt über diesen Fall und über dieses Foto, und ich denke, mit gutem Grund. Sehen Sie, das hier ist ein Heliumballon, und das Einzige, was ich im Kindergarten gelernt habe, ist, wenn man so einen loslässt, schwebt er hinauf, auf und davon, aber man sieht, dass er sich von ihm weg bewegt, horizontal.

SCULLY: Haben Sie im Kindergarten auch etwas über Wind gelernt?

MULDER: Nun, ich habe den Nationalen Wetterdienst angerufen, und sie sagten, an dem Tag, als Teddy starb, wehte der Wind Richtung Norden. Aber sehen Sie, der Ballon bewegt sich Richtung Süden, als ob er gegen den Wind gezogen wird.

SCULLY: Gezogen? Von wem?

MULDER: Ich weiß es nicht. Deshalb kam ich zu Chuck, dem König der digitalen Bildverarbeitung. Chuck kann unglaublich kleine Details aus einem einfachen Fotoabzug extrahieren.

Dr. Chuck Burks sitzt vor einem großen Computermonitor. Mulder und Scully kommen hinter ihm herum. Chuck ist ein etwas aufgeblasen wirkender Bursche.

DR. BURKS: Nicht Details - Informationen. Beobachten Sie den Monitor. Wir haben Beschränkungen, wie viele Informationen das Auge ohne Hilfe wahrnehmen kann, aber mit dieser speziellen Software - die ich entworfen habe - können wir, äh, versteckte Informationen erkennen.

Er zeigt das Bild auf dem Monitor an und verstärkt den Kontrast.

DR. BURKS: Wir können es manipulieren. Es verbessern. Schauen Sie jetzt genau hier hin. Da ist es.

Nach mehreren Durchgängen zeigt das Bild einen leichten, menschenähnlichen Umriss einer Person, die den Ballonstrang hält. Dr. Burks zeigt auf den Umriss.

BURKS: Es gibt eindeutig eine Konzentration von elektromagnetischer Energie.

SCULLY: Sie sagen also, dass, äh, ein Geist Teddy Holvey getötet hat.

Mulder nickt und zeigt auf den Bildschirm, während Burks schmunzelt.

SCULLY: Hat jemand die Kamera überprüft, die dieses Foto gemacht hat - das Objektiv oder die Druckplatte?

MULDER: Es wurde alles überprüft, Scully.

Er gibt ihr die Kamera.

MULDER: Ich glaube, nach den Informationen hier zu urteilen, handelt es sich eindeutig um eine Art von Poltergeist-Aktivität.

SCULLY: Mulder, diese Information ist das gleiche, warum Sie ein Zeitungsfoto mit dem Gesicht von Jesus sehen, das im Laub einer Ulme erscheint. Es ist ein zufälliges Auftreten von Licht und Schatten.

Burks lehnt sich in seinem Stuhl zurück und lächelt immer noch. Mulder greift nach einem Beweisbeutel.

MULDER: Um auf diese Spuren zu kommen, musste Teddy Holvey diesem kindersicheren Haltegeschirr entkommen, das seine Mutter an ein Waschbecken in den Toiletten gebunden hatte.

SCULLY: Ich habe schon ein paar ziemlich schlüpfrige Zweijährige gesehen.

MULDER: Also nahm der Gerichtsmediziner es mit nach Hause und legte es seinem eigenen Zweijährigen an und stellte fest, dass es für das Kind physisch unmöglich war, herumzugreifen und sich zu befreien, es sei denn, Teddy Holvey war die Reinkarnation von Houdini - und das wäre an sich schon eine X-Akte ...

Burks hebt seine Augenbrauen in Richtung Scully.


WOHNSITZ DER HOLVEYS
ARLINGTON, VIRGINIA


Es ist Nacht, und Mulder und Scully halten vor dem Haus an. Als sie sich der Tür nähern, beobachtet sie eine alte Frau in einem schwarzen Tuch von einem Fenster im oberen Stockwerk aus argwöhnisch. Vor dem Fenster hängt ein kleines Buntglas mit einem umgekehrten Hakenkreuz.

Mulder und Scully sind mit Maggie und Steve in deren Wohnzimmer. Im Kamin brennt ein Feuer.

MAGGIE HOLVEY: Ich verstehe das nicht. Es hat bereits eine formelle Untersuchung gegeben.

MULDER: Wir sind unabhängig von dieser Untersuchung hier. Wir haben Grund zur Annahme, dass etwas übersehen worden sein könnte.

MAGGIE HOLVEY: Was zum Beispiel?

MULDER: Die Möglichkeit, dass Teddy vielleicht nicht allein auf die Gleise gelangt ist.

MAGGIE HOLVEY: Oh mein Gott.

STEVE HOLVEY: Es gab über hundert Zeugen. Wir haben Teddy selbst gesehen.

Das Feuer im Kamin flammt plötzlich auf.

STEVE HOLVEY: Er folgte einem Ballon. Es war sonst niemand in der Nähe ...

Mulder und Scully bemerken Charlie, der in der Tür steht.

STEVE HOLVEY: ... Es war ein schrecklicher Unfall. Aber das ist alles, was es war - ein Unfall.

Charlie schaut auf und zu seiner Linken, dann rennt er weg, als hätte ihn jemand gerufen. Scully geht zur Tür hinüber.

MULDER: Haben Sie irgendeinen Grund zu vermuten, dass jemand Teddy etwas antun wollte?

MAGGIE HOLVEY: Er war noch ein Baby. Warum sollte ihm irgendjemand etwas antun wollen?

STEVE HOLVEY: Hören Sie, ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen. Wir haben Teddy geliebt. Wenn Sie andeuten wollen, dass dies in etwa so ist wie bei der Frau, die ihre Kinder im See ertränkt hat, dann liegen Sie völlig falsch.

Scully sieht, dass Charlie zu der alten Frau, Golda, gegangen ist, die auf einem Treppenabsatz auf halber Höhe der Treppe steht. Sie zeichnet ein Symbol auf den Handrücken von Charlie - ein umgekehrtes Hakenkreuz mit vier Punkten darin.

MULDER: Mrs. Holvey, haben Sie kurz vor Teddys Verschwinden in den Toilettenräumen etwas gehört?

MAGGIE HOLVEY: Das habe ich der Untersuchung bereits gesagt. Ich habe nichts gehört.

Scully ist zu den anderen zurückgekehrt.

SCULLY: Mrs. Holvey, hatten Sie zum Zeitpunkt des Unfalls irgendeine angestellten Haushaltshilfen?

MAGGIE HOLVEY: Nein. Meine Mutter kam zu uns, als Teddy geboren wurde.

MULDER: Haben Sie um die Zeit von Teddys Tod herum irgendetwas Seltsames im Haus bemerkt, äh, Dinge, die sich bewegten, seltsame Objekte, die auftauchten, irgendetwas in der Art?

Ein lauter, schriller Alarm ertönt.

STEVE HOLVEY: Es ist dieser verdammte Rauchmelder. Ich bin gleich wieder da.

Er geht hinaus. Als er weg ist, geht das Licht aus.

MULDER: Ah ... passiert das oft?

MAGGIE HOLVEY: Es ist ein altes Haus. Wir haben ein Problem mit der Verkabelung.

Das Licht geht wieder an, und Golda steht mit Charlie in der Tür. Golda spricht mit ihrer Tochter auf Rumänisch.

MAGGIE HOLVEY: Mutter!

GOLDA: Diavol.

MAGGIE HOLVEY: Mutter, es war nur ein falscher Alarm.

Golda spricht weiter auf Rumänisch.

Mulder bemerkt das umgekehrte Hakenkreuz auf dem Handrücken von Charlie und eine rote Schnur, die um sein Handgelenk gebunden ist.

MAGGIE HOLVEY: Mutter.

Wieder spricht Golda Rumänisch.

MAGGIE HOLVEY: Aufhören!

SCULLY: Was sagt sie?

STEVE HOLVEY: Maggie!

GOLDA: Man heiratet einen Teufel. Man bekommt ein Teufelskind!

Golda geht und schiebt Charlie vor sich her.

STEVE HOLVEY: Es tut mir leid.


Am nächsten Morgen etrachtet Mulder ein umgekehrtes Hakenkreuz in einem Buch, als Scully mit einer Akte eintritt.

MULDER: Erkennen Sie das?

SCULLY: Sicher, es ist ein Hakenkreuz.

MULDER: Es ist auch als Gammadion oder Fylfot bekannt. Es ist ein altes Symbol, das zum Schutz oder als Glücksbringer benutzt wird. Es wird seit dem Mittelalter von verschiedenen Kulturen verwendet. Das Kind der Holveys hatte gestern Abend eines auf seinem Handrücken. Ich vermute, die alte Dame hat es dorthin gezeichnet, um den Jungen zu schützen.

SCULLY: Sie haben recht. Ich habe gesehen, wie sie es gezeichnet hat.

MULDER: Und Sie fanden das nicht seltsam?

SCULLY: Nun, ich glaube, dieser Junge braucht so viel Schutz, wie er kriegen kann - aber eben nicht vor Geistern oder Bestien. Sehen Sie sich das mal an.

Sie gibt ihm eine Mappe.

SCULLY: Haben Sie jemals vom Münchhausen-Syndrom gehört?

MULDER: Ja, mein Großvater hat das immer für seinen Magen genommen.

SCULLY: Das ist, wenn ein Elternteil oder Betreuer einem Kind Schaden zufügt, indem er medizinische Symptome hervorruft, gewöhnlich als eine Möglichkeit, Aufmerksamkeit oder Ansehen zu bekommen. Wenn Sie einen Blick auf Teddy Holveys Krankengeschichte werfen, werden Sie sehen, dass er in den zwei Jahren, in denen er lebte, zehnmal in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert wurde. Das ist einmal alle drei Monate.

Mulder liest aus der Akte vor.

MULDER: Flutartiges Erbrechen mit drei Monaten. Durchfall mit vier Monaten. Erbrechen ... Durchfall ... Durchfall.

SCULLY: Jedes Mal waren sie nicht in der Lage, die Ursache der Krankheit festzustellen.

MULDER: Und niemand hat das infrage gestellt?

SCULLY: Nun ja, die Familie ist wegen Steves Job viel umgezogen, und die Aufzeichnungen brauchen Zeit, um von Krankenhaus zu Krankenhaus zu gelangen. Aber diese Art von Missbrauch beschränkt sich nicht nur auf ein Kind, also habe ich auch Charlies Vorgeschichte überprüft.

Sie gibt ihm eine zweite Akte.

MULDER: Hatte Charlie auch medizinische Probleme?

SCULLY: Seit der Geburt seines Bruders, was genau zu dem Zeitpunkt geschah, als Holveys Schwiegermutter einzog. Oft wird das Kind von dem Münchhausen-Täter als böse ansehen. Die alte Frau wäre eine wahrscheinliche Kandidatin, aber es könnte jedes Familienmitglied sein.

MULDER: Haben Sie Lust, einen Spaziergang zum Außenministerium zu machen, Scully?

Sie nickt.


US-AUSSENMINISTERIUM
WASHINGTON, D.C.


Mulder und Scully sind in Steve Holveys Büro.

STEVE HOLVEY: Die Dinge sind angespannt, seit Golda - meine Schwiegermutter - bei uns eingezogen ist. Ich habe Maggie 1984 in Rumänien kennengelernt. Golda verbot unsere Ehe - sagte, ich sei der Teufel. Nachdem ich in die USA zurückkehrte, wurden die Dinge etwas besser, bis Teddy geboren wurde und sie zu uns kam, um bei uns zu leben. Das war der Zeitpunkt, an dem die Merkwürdigkeiten wirklich begann.

MULDER: Was für Merkwürdigkeiten?

STEVE HOLVEY: Goldas Leben wird von Aberglauben beherrscht. Sie spuckt aus, wenn jemand den Kindern Komplimente macht. Nachdem sie bei uns eingezogen war, fing sie an, heißes Wasser über die Schwelle zu gießen, um Dämonen abzuwehren, und band den Kindern rote Schnüre um die Handgelenke. Eines Tages erwischte ich sie dabei, wie sie Hühnerdärme auf das Dach warf. Dann fingen Teddy und Charlie an, krank zu werden - sehr krank.

SCULLY: Und Sie verdächtigen Golda?

STEVE HOLVEY: Sie sagt Charlie direkt ins Gesicht, dass er böse sei. Aber gleichzeitig vergöttert sie ihn, als hätte sie Angst vor ihm.

MULDER: Angst vor ihm oder um ihn?

STEVE HOLVEY: Ich weiß es einfach nicht.

SCULLY: Sind Sie mit Münchhausen-Syndrom vertraut?

STEVE HOLVEY: Beschuldigen Sie uns des Kindesmissbrauchs?

SCULLY: Teddys medizinische Aufzeichnungen haben einige Fragen aufgeworfen.

STEVE HOLVEY: Ich kann das Maggie gegenüber nicht erwähnen, aber ich habe mich gefragt, ob es nicht Golda war, die sich reingeschlichen und Teddy an diesem Tag aus dem Toilettenraum gelassen hat.

SCULLY: Ich würde Ihren Sohn Charlie gerne befragen, Mr. Holvey, aber mit einer professionellen Beraterin.

Sie überreicht ihm eine Karte, auf der steht: "Karen F. Kosseff, L.C.S.W., Psychiatrische Sozialarbeiterin, FBI ...".

STEVE HOLVEY: Oh je. Das wird schwer werden.


Im Haus der Holveys streiten Maggie und Steve im Nebenraum, während Mulder und Scully mit Charlie am Küchentisch sitzen. Golda sitzt am Küchenherd und kocht etwas in einem Topf.

STEVE HOLVEY: Maggie!

MAGGIE HOLVEY: Was wollen sie? Charlie von hier wegbringen?

STEVE HOLVEY: Sie wollen nur, dass er mit der Sozialarbeiterin spricht. Sie erwartet ihn.

MAGGIE HOLVEY: Die Sozialarbeiterin? Du kennst sie. Sie werden Charlie Lügen in den Kopf setzen.

STEVE HOLVEY: Du bist unvernünftig.

MAGGIE HOLVEY: Du willst ihn mir wegnehmen. Du gibst mir die Schuld für Teddy, und jetzt willst du ihn mir wegnehmen.

STEVE HOLVEY: Ich werde mir das nicht anhören. Das ist lächerlich. Wenn du mitkommen willst, kannst das tun, aber ich nehme Charlie jetzt mit.

Golda streut unauffälig ein Pulver in den Topf, das aus einem gelben Umschlag stammt, den sie aus ihrer Schürzentasche genommen hat. Scully sieht sie.

MAGGIE HOLVEY: Nein, Steven. Er ist auch mein Sohn.

Als Golda den Topf bringt, um Charlie das Essen servieren, tritt Scully vor.

SCULLY: Was war das?

STEVE HOLVEY: Es gibt nichts mehr zu sagen.

Golda spricht auf Rumänisch.

Steve betritt mit Maggie die Küche.

STEVE HOLVEY: Komm schon, Charlie. Holen wir deinen Mantel.

Golda murmelt auf Rumänisch.

MAGGIE HOLVEY: Du hast kein Recht, das zu tun!

STEVE HOLVEY: Maggie.

STEVE HOLVEY: (zu Charlie) Komm schon.

STEVE HOLVEY: (zu Mulder und Scully) Wir treffen Sie draußen vor der Tür.

Maggie geht hinaus. Scully schaut Golda misstrauisch an und geht dann.


Steve und Charlie gehen in die Garage und steigen ins Auto.

STEVE HOLVEY: In Ordnung. Bist du da hinten angeschnallt?

CHARLIE: Ja.

STEVE HOLVEY: Gut.

Er drückt auf den Knopf für das automatische Garagentor, der an der Sonnenblende montiert ist, aber das Garagentor öffnet sich nicht.

STEVE HOLVEY: Verdammt.

Er steigt aus dem Auto aus.


Mulder und Scully fahren ihren Wagen vor das Haus.


Steve holt eine Trittleiter und klettert zum Garagentoröffner hinauf, wobei er sich die Krawatte über die Schulter wirft. Er versucht ein paar Mal, den manuellen Knopf des Öffners zu betätigen, aber es passiert nichts. Unten schließen sich die Autotüren auf mysteriöse Weise. Die Kette am Garagentoröffner springt plötzlich an und zieht Steves Krawatte ein. Sie zieht ihn hinein, und die Leiter fällt unter ihm um, während Charlie schreit.

CHARLIE: Nein! Nein! Daddy! Nein! Nein!

Während Steve erstickt und kämpft, tritt er gegen die Heckscheibe des Autos.

CHARLIE: Daddy! Nein! Daddy! Nein!

Das Garagentor öffnet sich, und von draußen sieht Scully, wie Steve von der Garagendecke hängt.

SCULLY: Mulder!

Sie steigen aus dem Auto aus und rennen in die Garage. Mulder packt Steve an den Beinen, um ihn zu stützen, aber es ist zu spät.

CHARLIE: Daddy! Nein! Daddy! Nein! (schreit) Daddy! Daddy!


In dieser Nacht, immer noch im Haus der Holveys, schließt Scully die Tür zu Maggies Schlafzimmer, während sie auf dem Bett schläft und ein Arzt in der Nähe ist. Sie nähert sich zwei Polizisten, die am Ende des Gangs stehen.

POLIZIST: Sehen Sie das?

Er öffnet die Tür zu einem Zimmer und Scully tritt ein. Es gibt viele Kerzen in dem Zimmer. Auf einem Tisch in der Mitte des Zimmers liegen zwei tote Hähne sowie Kerzen und anderer Krimskrams. Sie sieht auch die kleine Glasmalerei mit dem umgekehrten Hakenkreuz.

Durch das Fenster sieht Scully Golda neben einem Auto stehen, als drei Männer auftauchen, alle in schwarze Mäntel und mit schwarzen Hüten bekleidet. Sie unterhalten sich kurz auf Rumänisch, und Golda zeigt auf die Garage.

Scully betritt die Garage, wo Mulder auf der Trittleiter steht und Beweise vom Mechanismus des Garagentors sammelt.

SCULLY: Haben Sie etwas gefunden?

MULDER: Ja, vielleicht.

Er klettert hinunter und reicht ihr ein Plastikpaket mit einem Schwarzpulver.

SCULLY: Sieht aus wie Asche.

MULDER: Ja, es ist überall. Sehen Sie sich das an.

Er kratzt etwas vom Autodach ab.

SCULLY: Die Holveys sagten vorhin, dass sie einige Probleme mit der Verkabelung des Hauses hatten. Es könnte vom Kurzschluss des Motors kommen ...

MULDER: Nein, ich habe den Motor überprüft. Er funktioniert einwandfrei.

SCULLY: Nun, was glauben Sie, was es ist?

MULDER: Ich weiß es nicht, aber ich werde das analysieren lassen.

SCULLY: Nun, bevor wir etwas unternehmen, denke ich, dass wir Charlie aus diesem Haus herausholen sollten. Ich habe gerade einen Sozialarbeiter angerufen, der herkommen und einen Begutachtung machen wird.

MULDER: Äh, die Gerichte schrecken davor zurück, in diese Angelegenheiten einzugreifen.

SCULLY: Nicht, wenn ein Kind in Gefahr ist ... und nicht, nachdem sie die zwei tote Hähne im Schlafzimmer der alten Frau gesehen haben.

MULDER: Wirklich? Glauben Sie immer noch, dass das Münchhausen-Syndrom ist, Scully?

SCULLY: Ohne jeden Zweifel.

Das Garagentor beginnt sich zu öffnen.

SCULLY: Was haben Sie getan?

MULDER: Ich habe gar nichts getan.

Als die Tür aufgeht, sehen sie auf der anderen Seite Charlie, mit Golda hinter ihm und den drei Männern neben ihr.

GOLDA: Halten Sie sich von unserem Haus fern!

Sie bringt Charlie in das Haus.


Scully ist im Büro, als Mulder mit einem Stück Papier hereinkommt.

MULDER: Hey. Wollen Sie etwas Seltsames sehen?

SCULLY: Was denn?

MULDER: Die chemische Laboranalyse der Asche aus dem Haus der Holveys.

Er reicht ihr ein Diagramm mit einer flachen horizontalen Linie.

MULDER: Keine Spur von irgendeinem Metall, kein Kohlenstoff, kein Sauerstoff, nichts.

SCULLY: Was meinen Sie damit?

MULDER: Sie enthält nichts Organisches oder Anorganisches. Tatsächlich existiert diese Asche den Technikern zufolge gar nicht.

Er schnappt sich seinen Mantel.

MULDER: Kommen Sie.

SCULLY: Wo gehen wir hin?

MULDER: Eine zweite Meinung einholen.


UNIVERSITÄT VON MARYLAND
COLLEGE PARK


Zurück in Burks' Büro, untersucht dieser gerade das Pulver.

DR. BURKS: Oh, wow. Das habe ich schon eine Weile nicht mehr gesehen. Nicht seit Indien, 1979.

SCULLY: Indien?

MULDER: Bevor Chuck dem Glamour der akademischen Welt erlag, machte er auf dem alten Hippiepfad Station.

DR. BURKS: Das nennt man Vibhuti - heilige Asche. Technisch gesehen ist es als Apport bekannt - etwas, das sich aus dem Nichts materialisiert.

SCULLY: Warten Sie eine Sekunde. Nichts materialisiert sich einfach so aus der Luft.

DR. BURKS: Sie haben die Bibel gelesen? Erinnern Sie sich an die Geschichte über Jesus, der die Brote und Fische schuf?

SCULLY: Ja, aber das war ein Gleichnis.

DR. BURKS: 1979 war ich Zeuge, wie ein Guru namens Sai Baba ein ganzes Festmahl aus dem Nichts erschuf.

SCULLY: Zu schade, dass Sie kein Foto gemacht haben. Sie hätten es durch Ihren Computer laufen lassen und das gesamte Abendmahl sehen können.

Mulder lächelt breit, als Reaktion auf Scullys Witz.

DR. BURKS: Vibhuti wird, äh, während der Anwesenheit von Geistwesen erzeugt, oder während der Bilokation, was, äh, ein Phänomen ist, bei dem die Energie einer Person an einen anderen Ort transportiert wird.

MULDER: Diese Energie könnte der Auslöser für den Garagentoröffner gewesen sein.

DR. BURKS: Ja.

SCULLY: Ja, das oder jemand hat die Fernbedienung aktiviert.

MULDER: Wen meinen Sie denn, der das getan haben könnte?

SCULLY: Nun, wer stand gestern draußen, als sich das Garagentor unerwartet auf uns öffnete?

MULDER: Die alte Dame ... und Charlie.


Im Haus der Holveys lauscht Charlie an der Tür zu Goldas Zimmer. Drinnen singen Golda und die drei Männer auf Rumänisch. Sie stehen mit den toten Hähnen und angezündeten Streichhölzern um den Tisch herum und werfen sie in einen Topf mit rötlicher Flüssigkeit in der Mitte des Tisches. Golda gießt eine Flüssigkeit in den Topf, aus der Rauch aufsteigt. In dem Rauch erscheint ein Bild von Charlie, der Golda und die Männer auf Rumänisch anschreit.


Maggie öffnet die Haustür, vor der Karen Kosseff steht.

KAREN KOSSEFF: Mrs. Holvey? Mein Name ist Karen Kosseff. Ich bin Sozialarbeiterin beim FBI. Ich bin angewiesen worden, einen Bericht für das Gericht zu verfassen. Darf ich hereinkommen?

MAGGIE HOLVEY: Nein. Bitte, ich hatte schon genug Ärger.

KAREN KOSSEFF: Ich verstehe, Mrs. Holvey, aber wenn Sie nicht mit mir sprechen wollen, muss ich das in den Bericht schreiben, und es könnte Ihre Situation sehr wohl komplizieren.

Maggie lässt Kosseff nur widerwillig herein. Charlie ruft von oben an und hört sich verängstigt an.

CHARLIE: Mommy!

MAGGIE HOLVEY: Charlie?

Sie eilt nach oben und findet Charlie auf dem Boden liegend vor Goldas Tür.

MAGGIE HOLVEY: Oh, mein Gott! Charlie? Alles in Ordnung, Charlie.

Sie nimmt ihn in ihre Arme.

MAGGIE HOLVEY: Es ist okay. Es ist okay, Charlie. Ist ja gut, Charlie. Ist ja gut.

Kosseff kommt dazu.

MAGGIE HOLVEY: Er war krank. Meine Mutter sollte sich um ihn kümmern.

Sie hören den Sprechgesang aus Goldas Zimmer und sehen Licht und Rauch unter der Tür hervorkommen.

MAGGIE HOLVEY: Mutter! Mutter!

Sie wirft die Tür auf und sieht Golda und die Männer, die immer noch ihr Ritual durchführen. Golda spricht mit Maggie auf Rumänisch.

MAGGIE HOLVEY: Raus aus meinem Haus.

Golda und einer der Männer antworten Maggie auf Rumänisch.

Maggie umarmt Charlie schützend.

MAGGIE HOLVEY: Raus hier!

Die Männer sehen einander und Golda an. Golda nickt und sie gehen.

MAGGIE HOLVEY: Ich habe genug, Mutter. Ich will, dass du mein Haus verlässt.

Golda spricht Rumänisch. Sie packt Charlie und zieht ihn in den Raum, schließt und verriegelt die Tür. Maggie schlägt auf die Tür ein.

MAGGIE HOLVEY: Nein! Mutter! Mutter!

Drinnen greift Golda nach einem großen Messer und zieht Charlie Hand zu sich. Charlie sieht verängstigt aus.

Golda spricht mit Charlie auf Rumänisch.

MAGGIE HOLVEY: Mutter!

Kosseff ist nach draußen gerannt, während Mulder und Scully mit ihrem Auto vorfahren.

KAREN KOSSEFF: Agent Scully. Die Großmutter hat das Kind. Sie hat ihn mit sich im Raum eingeschlossen. Sie hat vielleicht ein Messer. Ich habe den Notarzt gerufen.

Sie rennen alle auf das Haus zu.

MULDER: Was ist passiert?

KAREN KOSSEFF: Da waren drei seltsame Männer. Sie führten eine Art Ritual durch.

Sie hören Charlie von oben schreien.

CHARLIE: Nein! Nein, Nana!

Im Inneren bewegt Golda das Messer auf Charlies Handfläche zu. Plötzlich erlöschen die Kerzen. Golda klammert Charlie an sich und sticht mit dem Messer nach einem unsichtbaren Feind und schreit. Sie bleibt stehen und umarmt den Jungen.

GOLDA: Mihai! Mihai! Mihai! Mihai! Es ist der einzige Weg.

Sie legt das Messer wieder an Charlies Handfläche, aber er schreit und rennt in die Ecke des Raumes und kauert sich hin. Plötzlich fliegt ein Tisch quer durch den Raum und trifft Golda. Sie stürzt.


Vor der Tür erreichen Mulder und Scully Maggie, die immer noch an die Tür klopft. Mulder zieht seine Waffe.

MAGGIE HOLVEY: Mama!


Drinnen kommt Golda wieder zu sich und sieht Charlie, der über ihr steht und die beiden toten Hähne hält. Jetzt spricht Charlie auf Rumänisch. Er lässt die Hähne auf sie fallen, und plötzlich werden sie lebendig, krächzen und picken nach ihr. Golda schreit, während sie von dem Angriff der Hähne blutet. Charlie steht ruhig da und schaut zu.

Mulder bricht die Tür auf und findet den Raum still vorzufinden. Charlie ist erschrocken, als käme er aus einer Trance. Maggie und Scully rennen zu Golda, die tot auf dem Boden liegt. Neben ihr liegen zwei tote Hähne.

MAGGIE HOLVEY: Oh mein Gott! Mama! Mama! Mama!

Mulder starrt Charlie an, der mit großen Augen zurückblickt.


Mulder und mehrere Polizisten sammeln in Goldas Zimmer Beweise. Mulder schnüffelt am Inhalt eines Glasbehälters auf dem Tisch. Scully tritt ein.

MULDER: Haben Sie mit Charlie gesprochen?

SCULLY: Er sagt, dass er sich an nichts mehr erinnert. Nun, der vorläufige Bericht des Gerichtsmediziners besagt, dass sie an einem Herzinfarkt gestorben ist ... aber diese Wunden, Mulder, ich würde schwören, es sah aus, als wären ihre Augen ausgehackt worden.

MULDER: Nun, es war noch mehr Asche auf dem Boden unter dem Körper der alten Frau, und sehen Sie sich das an.

Er reicht ihr den Glasbehälter.

SCULLY: Was ist das?

MULDER: Es ist Beifuß. Ich glaube, es ist ein zeremonielles Kraut.

SCULLY: Sie glauben, es war ein Ritualmord?

MULDER: Nein. Das umgekehrte Hakenkreuz auf dem Fenster und die rote Schnur um Charlies Handgelenk - das sind Schutzvorrichtungen.

SCULLY: Schutz gegen was?

MULDER: Ich weiß es nicht, aber ich glaube, die alte Frau wusste, dass die Familie in Schwierigkeiten war, und diese Männer waren hier und führten ein Ritual durch, um ihr zu helfen.

Sie hören Maggie schreien und gehen hinaus, um zu sehen, was vor sich geht.

MAGGIE HOLVEY: Ich habe es Ihnen bereits gesagt. Verschwinden Sie aus meinem Haus!

Maggie ist unten bei den Männern. Einer der Männer spricht mit Maggie auf Rumänisch.

MAGGIE HOLVEY: Ich bin an Ihrem Aberglauben nicht interessiert. Verschwinden Sie jetzt. Verschwinden Sie! Sofort!!!

Die Männer gehen zur Vordertür hinaus, als Mulder und Scully die Treppe hinunterkommen.

SCULLY: Mrs. Holvey?

MAGGIE HOLVEY: Es ist alles in Ordnung.

MULDER: Wer sind die?

MAGGIE HOLVEY: Das sind die Călușari. In Rumänien sind sie für die korrekte Befolgung der heiligen Riten verantwortlich.

SCULLY: Was hat er gesagt?

MAGGIE HOLVEY: Er sagte, es ist noch nicht vorbei. Das Böse ist immer noch hier.

MULDER: Entschuldigen Sie mich.

Mulder geht zur Vordertür hinaus und läuft los, um die Călușari einzuholen. Er spricht mit dem ersten Mann, der der Anführer der Călușari ist.

MULDER: Sir? Kann ich kurz mit Ihnen sprechen? Sir, ich bin vom FBI. Ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.

Er zeigt seine Marke, aber die Călușari gehen weiter auf ihr Auto zu.

MULDER: Sie haben versucht, die Familie zu schützen, nicht wahr? Sie sagten, es gäbe hier immer noch Böses. Sir?

Er packt den Anführer der Călușari am Arm, als dieser das Auto erreicht.

MULDER: Ich kann Sie festnehmen, wenn ich muss.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Das Böse, das hier ist, war schon immer hier. Es ist durch die Geschichte unter verschiedenen Namen gegangen - Kain, Luzifer, Hitler. Es kümmert sich nicht darum, ob es einen Jungen oder eine Million Männer tötet. Wenn Sie versuchen, uns aufzuhalten, wird Blut an Ihren Händen kleben.

Er steigt zusammen mit den anderen Männern ins Auto und sie fahren weg.


Später steht Maggie Holvey am Kaminsims und sieht sich traurig Bilder ihrer Familie an. Mulder und Scully treten ein.

MULDER: Mrs. Holvey? Ich weiß, dass dies eine schwierige Zeit ist, aber es gibt einige Fragen, die beantwortet werden müssen.

MAGGIE HOLVEY: Meine Mutter pflegte zu sagen, dass das Böse auf das Böse folgt. Wenn jemand einmal ein Unglück erleidet, wird er immer Pech haben. Ich dachte immer, das sei nur ein Aberglaube. Jetzt weiß ich nicht mehr, was ich glauben soll. Ich habe sie für alles, was passiert ist, verantwortlich gemacht. Ich dachte, vielleicht legt sie einen Fluch auf uns, um mich zu bestrafen.

SCULLY: Sie bestrafen, wofür?

MAGGIE HOLVEY: Dafür, dass ich die alten Wege verlassen habe. Ich wurde dazu erzogen, wie sie, in Geistern, an die unsichtbare Welt zu glauben. Als ich Steve heiratete und in dieses Land kam, ließ ich all das hinter mir.

MULDER: Wissen Sie, was für eine Art von Zeremonie sie oben durchgeführt hat?

MAGGIE HOLVEY: Sie hat versucht, das Haus vom Bösen zu reinigen. Sie dachte, Charlie sei irgendwie verantwortlich.

Sie ist den Tränen nahe.

MAGGIE HOLVEY: Wie konnte er für all dieses Grauen verantwortlich sein? Er ist doch nur ein kleiner Junge.

SCULLY: Ich denke, wir sollten mit Charlie sprechen und herausfinden, was im Schlafzimmer Ihrer Mutter passiert ist.

Maggie nickt.


ST. MATTHEW'S MEDICAL CENTER
ARLINGTON, VIRGINIA


Karen Kosseff unterhält sich mit Charlie in einem Spielzimmer der Einrichtung. Charlie sitzt ruhig da und spielt mit einer Zaubertafel. Mulder, Scully und Maggie sind in einem angrenzenden Raum und schauen und hören zu.

KAREN KOSSEFF: Charlie? Mir wurde gesagt, dass man dich gestern im Zimmer deiner Großmutter gefunden hat. Kannst du mir etwas darüber erzählen?

Er schüttelt den Kopf.

KAREN KOSSEFF: Erinnerst du dich, wie du dorthin gekommen bist?

CHARLIE: Nein.

KAREN KOSSEFF: Deine Mutter sagte, dass du dort warst. Erinnerst du sich nicht mehr?

CHARLIE: Ich war nicht dort!

Er steht auf und geht weg.

KAREN KOSSEFF: Viele Leute haben dich in dem Raum gesehen.

CHARLIE: Ich war es nicht! Ich war nicht dabei! Ich war nicht da! Ich war es nicht!

Er tritt ein paar Spielzeuge durch den Raum.

KAREN KOSSEFF: Wer war in dem Raum?

CHARLIE: Nein!

KAREN KOSSEFF: War noch jemand im Zimmer?

CHARLIE: Nein! Ich habe ihr nicht wehgetan!

KAREN KOSSEFF: Charlie? Charlie? Wer hat deine Groß ...Charlie?

CHARLIE: Er war's!

KAREN KOSSEFF: Wer? Charlie, wer?

CHARLIE: Es war Michael! Michael! Michael!

Mrs. Holvey keucht und dreht sich vom Fenster weg.

SCULLY: Mrs. Holvey?

MAGGIE HOLVEY: Wir haben es ihm nie gesagt. Es war so abgemacht. Es war unser Geheimnis.

MULDER: Welches Geheimnis, Mrs. Holvey? Wovon sprechen Sie denn?

MAGGIE HOLVEY: Michael. Er war Charlies Zwilling. Er war eine Totgeburt. Steven und ich waren uns einig, Charlie nie davon zu erzählen. Meine Mutter wollte ein Trennungsritual vollziehen, als sie von Michaels Tod erfuhr, um ihre Seelen zu trennen. Sie sagte, wenn wir das nicht täten, würde die Welt der Toten Charlie folgen. Aber es war nur ein Aberglaube.

Drinnen liegt Charlie auf dem Boden und Kosseff versucht, ihm zu helfen.

KAREN KOSSEFF: Charlie?

KAREN KOSSEFF: (zu den anderen) Hilfe! Ich brauche hier Ihre Hilfe!

Sie eilen in das Spielzimmer.

MAGGIE HOLVEY: Charlie?

KAREN KOSSEFF: Er hat eine Art Anfall.

SCULLY: Halten Sie ihn nicht fest. Drehen wir ihn auf die Seite, damit er nicht erstickt. Charlie, du wirst wieder in Ordnung kommen.


Später geht Scully die Treppe hinauf auf Mulder zu, der auf einem Podest neben einem Fenster steht. Draußen ist es dunkel.

MULDER: Wie geht es Charlie?

SCULLY: Er ruht sich aus. Wie geht es Mrs. Holvey?

MULDER: Ich bin erstaunt, dass sie noch nicht völlig zusammengebrochen ist. Sie ist im Wartezimmer und versucht, etwas Schlaf zu bekommen.

SCULLY: Der Arzt sagte, dass Charlie eine Art Anfall hatte, aber sie konnten die Ursache nicht feststellen.


Charlie liegt in einem Krankenhausbett. Eine Krankenschwester zieht den Vorhang zur Seite und erschreckt ihn.

SCHWESTER CASTOR: Oh, tut mir leid, Charlie, ich wollte dich nicht erschrecken. Ich bin Schwester Castor. Ich gebe dir jetzt etwas, das dir beim Einschlafen hilft.

CHARLIE: Nein, ich will keine Spritze.

Für die Spritze reibt sie seinen Arm mit Antiseptikum ein. Charlie kämpft gegen sie.

SCHWESTER CASTOR: Ich weiß, aber das passiert, wenn man seine Medizin ausspuckt. Wir müssen sie dir auf andere Weise geben.

CHARLIE: Nein!

SCHWESTER CASTOR: Charlie, ich will, dass du dich jetzt entspannst. Es wird nicht wehtun, und danach gebe ich dir einen Aufkleber.

CHARLIE: Lassen Sie mich in Ruhe!

SCHWESTER CASTOR: Charlie, es wird nur ein kleiner Piekser sein. Entspann dich jetzt.

CHARLIE: Hören Sie auf.

SCHWESTER CASTOR: Charlie, benimm dich jetzt.

CHARLIE: Lassen Sie mich in Ruhe.

Am anderen Ende des Zimmers steht "Michael", Charlies Zwilling, hinter der Tür. Charlie sieht ihn, aber die Krankenschwester steht mit dem Rücken zur Tür.

SCHWESTER CASTOR: Charlie, ich will, dass du dich benimmst. Entspanne dich einfach.

CHARLIE: Nein! Tu's nicht, Charlie. Tu's nicht. Tu's nicht.

"Michael" nähert sich der Krankenschwester mit einem Medizinkoffer aus Metall.

SCHWESTER CASTOR: Charlie ...

CHARLIE: Nein, Michael! Michael, tu's nicht!

Schwester Castor schaut ihr über die Schulter, als "Michael" sie mit dem Ständer schlägt.


Noch immer im Krankenhaus, Maggie schläft auf einem Sofa im Wartezimmer. Sie wird von Charlie geweckt.

CHARLIE: Mommy? Ich möchte jetzt nach Hause gehen.

MAGGIE HOLVEY: Charlie? Warum bist du noch auf? Warum bist du angezogen?

CHARLIE: Sie sagten, ich kann jetzt nach Hause gehen.

MAGGIE HOLVEY: Wer hat das gesagt?

CHARLIE: Die Ärzte. Sie sagten, ich könne jetzt gehen.

MAGGIE HOLVEY: Also gut. Holen wir einfach deinen Mantel und sprechen wir mit den Ärzten.

Sie steht auf.

CHARLIE: Nein, Mommy. Lass uns einfach nach Hause gehen. Sofort.

MAGGIE HOLVEY: In Ordnung, Charlie. Wir gehen direkt nach Hause.

Sie nimmt seine Hand und sie gehen aus dem Wartezimmer.

Mulder geht die Treppe hinauf zu Scully, die sich auf dem gleichen Treppenabsatz wie vorhin befindet. Etwas unterhalb des Fensters erregt ihre Aufmerksamkeit.

MULDER: Was sehen Sie sich da an?

SCULLY: Ist das Mrs. Holvey?

MULDER: Wo?

SCULLY: Dort. Ich glaube, sie hat Charlie bei sich.

Unten steigt Mrs. Holvey in ihren Wagen. Charlie sitzt auf dem Vordersitz.

Mulder und Scully ziehen den medizinschen Vorhang in Charlies Zimmer zur Seite, um zu sehen, dass Charlie immer noch in seinem Bett liegt. Sie hören Schwester Castor, die in der Ecke des Zimmers auf dem Boden liegt.

SCHWESTER CASTOR: Uhhh ...

Scully geht in den Gang hinaus, um Hilfe zu rufen, während Mulder ihr aufhilft.

SCULLY: Schwester!

MULDER: Sind Sie in Ordnung?

SCHWESTER CASTOR: Er hat mich geschlagen.

SCULLY: Wer? Charlie?

SCHWESTER CASTOR: Nein ... nicht er, der andere. Es waren zwei von ihnen, zwei Jungen.

Eine weitere Krankenschwester kommt, um Schwester Castor zu helfen. Mulder und Scully gehen hinaus und den Flur entlang.

MULDER: Sie müssen zu Mrs. Holveys Haus fahren.

SCULLY: Warum?

MULDER: Der Junge, den Sie mit Mrs. Holvey weggehen sahen - das war nicht Charlie.

SCULLY: Wollen Sie damit sagen, dass Mrs. Holvey hier mit einem Geist weggegangen ist?

MULDER: Ein Geist, ein Gespenst - ich bin mir nicht sicher, aber es ist das, was wir auf dem Foto gesehen haben. Es ist das, wovor die alte Frau versucht hat, die Familie zu beschützen.

SCULLY: Aber, Mulder ...

MULDER: Was immer es ist, es hat drei Menschen getötet, und Sie müssen zu Mrs. Holvey gehen, bevor es wieder passiert.

Scully steigt in den Aufzug.

SCULLY: Was werden Sie tun?

MULDER: Hilfe holen.


Maggie ist in ihrer Küche mit dem Sohn, den sie für Charlie hält, der aber in Wirklichkeit Michael ist. Sie stellt ihm etwas Essen hin.

MAGGIE HOLVEY: Hier, Charlie.

MICHAEL: Möchtest du nichts essen?

MAGGIE HOLVEY: Nein, Liebling. Ich bin nicht hungrig.

MICHAEL: Morgen können wir in den Park gehen.

MAGGIE HOLVEY: Ja, sicher.

MICHAEL: Kann ich einen Ballon haben?

Maggie fängt an, sehr beunruhigt auszusehen.

MAGGIE HOLVEY: Mhm-hm.

MICHAEL: Können wir mit dem Zug fahren, Mommy?

Maggie sieht sehr beunruhigt aus, da ihr nun klar ist, dass etwas nicht stimmt. Sie sucht in einer Küchenschublade herum, bis sie eine Schachtel Streichhölzer findet.

MAGGIE HOLVEY: Jetzt isst du fertig und Mommy ist gleich wieder da, in Ordnung?

Maggie ist jetzt in Goldas Zimmer. Es ist dunkel, und sie zündet eine Reihe von Kerzen an. Sie betet auf Rumänisch. Jetzt zündet sie drei Streichhölzer an und lässt sie in eine Schüssel mit Flüssigkeit fallen. Sie erlöschen, wenn sie auf die Flüssigkeit treffen und an der Oberfläche schwimmen.

MAGGIE HOLVEY: Bitte, Gott. Lass es nicht wahr sein.

Eins nach dem anderen sinken die Streichhölzer auf den Boden. Sie keucht, als das letzte Streichholz versinkt.

MICHAEL: Was machst du da, Mommy?

Sie dreht sich um und sieht Michael in der Tür stehen. Wind bewegt sein Haar. Maggie betet weiter auf Rumänisch. Sie nimmt ein Messer, hält es über ihren Kopf und nähert sich Michael. Der Wind bläst weiter.

MICHAEL: Mommy?

Maggie setzt das Gebet fort.


Mulder wartet auf dem Flur vor Charlies Zimmer. Vier Călușari betreten den Flur und gehen auf ihn zu. Er bewegt sich auf Charlies Zimmer zu und sie betreten den Raum. Mulder folgt ihnen.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Bewachen Sie die Tür.

Mulder schließt die Tür.


Scully betritt das Haus des Holveys. Es ist dunkel.

SCULLY: Mrs. Holvey?

Sie tritt ein und macht eine Taschenlampe an. Sie versucht, den Lichtschalter zu betätigen, aber das Licht geht nicht an. Sie geht in das Foyer und hört ein Geräusch von oben.

SCULLY: Hallo?


Zurück im Krankenhaus umgeben die Călușari Charlies Bett und chanten auf Rumänisch und beten. Der Anführer der Călușari reißt Charlies Pyjamahemd auf. Charlie scheint zu schlafen. Während sie weiter beten, streut einer der Călușari ein Pulver auf Charlies Brust, der plötzlich erwacht und sie anfaucht. Die Călușari halten ihn fest, zwei halten seine Arme, während ein dritter seinen Kopf hält. Der vierte, der Călușari mit dem Kopf, streut ein Kraut in eine Schüssel mit Flüssigkeit, und es blubbert. Charlie zischt weiter und beginnt, auf das Bett zu schlagen, und beginnt nun auf Rumänisch zu schreien. Der Anführer der Călușari gibt ein rotes Pulver in die Schüssel mit Flüssigkeit. Die Flüssigkeit färbt sich rot und blubbert heftiger, wobei Rauch austritt. Charlie schlägt weiter umher, während die anderen Călușari weiter singen. Der oberste Călușari spricht mit Mulder.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Kommen Sie. Halten Sie ihn fest.

Mulder kommt an das Fußende des Bettes und hält Charlies Füße fest. Charlie kämpft weiter, knurrt und wirft Mulder einen bösen Blick zu.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Schauen Sie ihn nicht an. Schauen Sie weg, oder es wird Sie erkennen.

Mulder dreht seinen Kopf und sieht eine orangefarbene Flüssigkeit, die jetzt die Wände bedeckt.


Zurück bei den Holveys öffnet Scully die Tür zu Goldas Schlafzimmer. Das Buntglas mit dem umgekehrten Hakenkreuz bewegt sich, und dann zerbersten beide Fenster in den Raum hinein. Scully tritt zurück und schirmt ihre Augen ab, dann tritt sie ein. Ein starker Wind heult durch die Fenster. Sie tritt ein und schwenkt mit ihrer Taschenlampe durch den Raum. Ein Glasobjekt zerbricht zu ihren Füßen. Sie hört schwache Gebete auf Rumänisch, und als sie an der Wand entlanggeht, wird ihr Kopf plötzlich von einem Paar Füße berührt. Erschrocken dreht sie sich weg und schaut auf und sieht, wie Maggie durch eine unsichtbare Kraft an die Decke gepresst wird. Maggie betet. Scully sieht, wie sich ein Schatten über die Wand bewegt und dreht sich schnell zum Fenster zurück, aber sie sieht niemanden. Die Zimmertür fällt plötzlich zu. Sie keucht und dreht sich zur Tür.

SCULLY: Charlie?

CHARLIES STIMME AUS MAGGIE: Mommy?

Scully richtet ihre Taschenlampe auf Maggie, die das Gebet auf Rumänisch wieder aufnimmt. Scully wird von einer unsichtbaren Kraft aufgegriffen und in die Ecke des Raumes neben dem Fenster geschleudert. Sie fällt zu Boden und wird dann zusammen mit einigen Möbeln in die andere Ecke geschoben.


Zurück im Krankenhaus zieht der Anführer der Călușari ein großes Messer über die Schüssel mit der blubbernden roten Flüssigkeit. Charlie schreit sie nun auf Rumänisch an. Mulder hält weiterhin die Füße fest. Das Bett beginnt zu wackeln und erhebt sich einen Meter über den Boden.

CHARLIE: Das tut weh!

Mulder, der auf Charlies Schrei reagiert, lässt seine Füße los.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Lassen Sie nicht los. Er trickst Sie aus.

Mulder greift wieder nach Charlies Füßen. Einer der Călușari drückt eine Flüssigkeit in einen kleinen Becher und reicht sie dem Călușari-Anführer. Er gibt den Inhalt in die andere Schüssel mit Flüssigkeit und hebt eine weiße Feder auf. Während Charlie weiter schreit, taucht der Călușari-Anführer die Feder in die rote Flüssigkeit und beginnt, ein umgekehrtes Hakenkreuz auf Charlies Brust zu malen. Er schreit weiter, während die Călușari weiter skandieren.


Bei den Holveys schreit Michael ebenfalls und hebt das große Messer vom Boden auf. Er geht auf Scully zu, das Messer hoch über seinem Kopf gehalten. Scully schirmt ihren Kopf mit ihrem Arm ab und versucht, sich wegzudrehen. --- Im Krankenhaus vollendet der Călușari-Anführer das umgekehrte Hakenkreuz auf Charlies Brust. Charlies Körper entspannt sich und das Bett fällt zurück auf den Boden.

Im Haus der Holveys fällt das Messer gefahrlos auf den Boden neben Scully. Der Wind stoppt. Auch Maggie fällt auf den Boden. Scully kommt Maggie zu Hilfe.

SCULLY: Sind Sie in Ordnung?

MAGGIE HOLVEY: Charlie?

Sie schauen durch den Raum, aber sonst ist niemand da. Es ist graue Asche auf dem Boden und eine kleine Rauchfahne, die darüber treibt.


Im Krankenhaus liegt Charlie ruhig und mit geschlossenen Augen auf dem Bett. Er ist mit Schweiß bedeckt, ebenso wie das umgekehrte Hakenkreuz, das in Rot auf seine Brust gemalt ist.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Lassen Sie den Jungen ausruhen. Wir müssen die Mutter finden. Der Junge braucht sie.

Die Călușari treten vom Bett weg und lassen Mulder zurück, der Charlie anstarrt. --- Später steht Mulder auf dem Flur vor Charlies Zimmer. Scully und Maggie kommen aus dem Aufzug und laufen auf ihn zu.

MULDER: Scully, sind Sie in Ordnung?

SCULLY: Uns geht es gut. Wie geht es Charlie?

Maggie rennt an ihm vorbei und betritt Charlies Zimmer, wobei sie sich an dem Anführer der Călușari vorbeidrängt. Es ist jetzt draußen Tag.

MAGGIE HOLVEY: Charlie! Es ist alles in Ordnung, Charlie!

Sie eilt an sein Bett. Charlie schläft noch, scheint aber in Ordnung zu sein. Der Anführer der Călușari spricht mit Mulder.

CĂLUȘARI-ANFÜHRER: Es ist vorbei, vorläufig. Aber Sie müssen vorsichtig sein. Es kennt Sie jetzt.

Der Anführer der Călușari schließt die Tür. Mulder und Scully starren sich einen Moment lang an, dann gehen sie langsam den Flur hinunter.

MULDER: V.O. Der seltsame Fall von Charlie Holvey und die Todesfälle, die sich während seine Besessenheit durch eine dunkle und böswillige Macht ereigneten, sind ungelöst.

Maggie sitzt auf dem Bett neben dem schlafenden Charlie, während die Călușari um das Bett herumstehen und beten.

MULDER: (V.O.) Der Junge, der nächsten Monat seinen zehnten Geburtstag feiern wird, bleibt unter der wachsamen Obhut seiner Mutter. Und obwohl ich ihn für unschuldig an den Verbrechen halte, beunruhigen mich die Warnungen der Călușari, dass weder Unschuld noch Wachsamkeit Schutz vor dem heulenden Herzen des Bösen bieten können.

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