2X15 Frische Knochen (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.


2X15 Frische Knochen
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

Folkstone, North Carolina


Früher Morgen, Winter. Eine Straße in einer Wohngegend. Haus des Privaten Jack McAlpin und seiner Frau Robin. Robin McAlpin liegt allein im Bett und wacht gerade auf, als ein Kleinkind weint.

MRS. McALPIN: Schläfrig Du bist dran.

Keine Antwort.

MRS. McALPIN: Jack?

Sie steigt aus dem Bett und geht zur Badezimmertür, wo sie hört, wie jemand sich übergibt.

MRS. McALPIN: Schatz?

Man hört die Toilettenspülung.''

MRS. McALPIN: Fühlst du dich immer noch krank?

Private McAlpin kommt aus dem Badezimmer. Er ist wütend.

PRIVATE McALPIN: Was ist mit dir los? Hörst du nicht, dass das Baby weint?

Er geht grob an ihr vorbei und holt seine Kleider aus dem Schrank.


Später sitzt sie mit ihrem Kleinkind am Frühstückstisch und frühstückt.

MRS. McALPIN: Wie wär's mit ein paar Cornflakes, Schatz?

Private McAlpin, immer noch wütend, kommt in Armeeuniform die Treppe hinunter und schüttet sich Müsli in eine Schüssel ein.

MRS. McALPIN: Ruhig Du hattest letzte Nacht wieder diese schrecklichen Träume.

PRIVATE McALPIN: Ich habe nicht lange genug geschlafen, um zu träumen.

MRS. McALPIN: Ich möchte, dass du zum Arzt gehst. Herausfinden, was dir fehlt. Wirst du das tun?

PRIVATE McALPIN: Schreiend Ich möchte einfach in Ruhe frühstücken! Wäre das möglich?

Mrs. McAlpin zuckt unter seinem Ausbruch zusammen und beginnt zu weinen. Das Baby beginnt ebenfalls zu weinen und sie versucht, es zu trösten. Der Soldat McAlpin nimmt einen Bissen von seinem Müsli. Als er in seine Schüssel schaut, sieht er eine Masse von wackelnden Mehlwürmern. Er spuckt das Essen angewidert aus und rennt zur Tür hinaus.

Mrs. McAlpin ruft ihm nach, ohne zu verstehen, was los ist.

MRS McALPIN: Jack, was ist los?!

Er rennt zur Tür hinaus, an einer Statue eines Jockeys vorbei. Er steigt ins Auto und fährt schnell weg. Die Statue hat nun schwarze Flecken auf ihrem Gesicht. Der Private McAlpin fährt sehr schnell. Er sieht sich im Rückspiegel an. Sein Gesicht ist mit schwarzen und roten Pusteln bedeckt, aber nur im Spiegel. Wir sehen, dass sein Gesicht tatsächlich klar ist. Er zerschlägt den Spiegel und das Auto fährt mit voller Geschwindigkeit in den Stamm eines großen Baumes neben der Straße. Das Auto ist total zerstört. Auf der anderen Seite des Baumes ist ein kompliziertes Symbol gemalt.


Bezirksstraße 10
Folkstone, North Carolina


Mulder und Scully fahren auf einer Landstraße. Scully sieht die Akte des Privaten McAlpin durch.

MULDER: Private Jack McAlpin-- einer der Wenigen, der Stolzen ... aber tot. Letzte Woche wickelte er sein Auto um einen Baum. Starb beim Aufprall.

Scully liest gerade aus der Akte vor.

SCULLY: Drogen- und Alkoholtests waren negativ. Das Auto zeigt keine Anzeichen von Brems-, Lenk- oder irgendeinem anderen mechanischen Versagen.

MULDER: Das Militär bezeichnet es als Selbstmord. Sie sind besonders besorgt, weil es der zweite in ebenso vielen Wochen ist.

SCULLY: Beide auf derselben Basis?

MULDER: Ja, außer, dass es nicht wirklich eine Basis ist. Drehen Sie es um. Die Marines waren alle im Durchgangszentrum Folkstone in North Carolina stationiert. Mehr als 12.000 Flüchtlinge warten auf Asyl von Uncle Sam.

SCULLY: Gab es dort nicht vor etwa einem Monat einen Aufstand?

MULDER: Ein zehnjähriger Junge wurde getötet, aber die, äh, Einzelheiten über seinen Tod wurden nie veröffentlicht.

SCULLY: Warum hat das Militär Kontakt mit uns aufgenommen?

MULDER: Das haben sie nicht. Mrs. McAlpin hat das [[[FBI]] kontaktiert, als das Militär ihren Antrag abgelehnt hat, den Tod ihres Mannes weiter zu untersuchen.

SCULLY: Sie glaubt nicht, dass es Selbstmord war.

Mulder weist auf etwas hin.

MULDER: Dort.

Mulder bleibt neben dem Baum stehen, in den McAlpin gefahren ist. Sie steigen aus und sehen sich das auf den Baum gemalte Symbol an.

MULDER: Das ist der Baum, der den Wagen des Privaten McAlpin gestoppt hat. Die State Police berichtete, dass sich Graffiti auf der Rinde befindet.

SCULLY: Es sieht wie eine Art rituelles Symbol aus.

MULDER: Die meisten der Flüchtlinge in Folkstone sind Haitianer.

SCULLY: Mrs. McAlpin glaubt, dass Voodoo hinter dem Tod ihres Mannes steckt?

MULDER: Mrs. McAlpin glaubt nicht, dass ihr Mann sich selbst umgebracht hat. Sie will wissen, wer es war.


Das Haus der McAlpins. Das Kleinkind spielt auf dem Boden, während Mrs. McAlpin mit Mulder und Scully am Küchentisch spricht.

MRS. McALPIN: Jack erzählte immer diese Witze. Nun, sie waren ziemlich dumm, glaube ich, aber die Art, wie er sie erzählte, brachte mich immer zum Lachen. Dann wurde er ins Lager verlegt und nichts war mehr besonders lustig.

SCULLY: Hat er jemals mit Ihnen besprochen, was dort vor sich ging? Was zu seinen Aufgaben gehörte?

MRS. McALPIN: Nein. Er kam einfach nur wütend nach Hause, meistens auf sich selbst, obwohl er sich manchmal gegen Luke und mich wandte.

SCULLY: Wurde er jemals wegen Depressionen oder Stress behandelt?

MRS. McALPIN: Nein. Ich habe versucht, ihn dazu zu bringen, mit jemandem zu sprechen, sogar mit unserem Pfarrer, aber Jack glaubte daran, dass er seine eigenen Probleme in den Griff bekommt.

MULDER: Hat er an Voodoo geglaubt?

MRS. McALPIN: Nein. Die Marines, seine Familie und Footballl fassen so ziemlich alles zusammen, woran Jack glaubte.

MULDER: Wann hatten Sie zum ersten Mal den Verdacht, dass sein Tod mit etwas Ungewöhnlichem zu tun hatte?

MRS. McALPIN: Einer der Jungs aus seinem Team erzählte mir, was sie bei dem Unfall gefunden haben und er sagte, es sei eine Art Voodoo-Fluch gewesen - derselbe, den sie auf dem Stuhl fanden, den der Junge aus Puerto Rico benutzt hat, um sich zu erhängen.

MULDER: Wer hat Ihnen das gesagt?

MRS. McALPIN: Harry Dunham. Er ist aus New Orleans, also ist er ziemlich abergläubisch in Bezug auf diese Art von Dingen.

MULDER: Was ist mit Ihnen?

MRS. McALPIN: Mein Mann war gerade verstorben, also dachte ich nicht viel darüber nach, so oder so... Nicht bis Luke das hier in seinem Sandkasten ausgegraben hat.

Mrs. McAlpin greift nach unten und holt eine große rosa Muschelschale mit dem gleichen Symbol hervor, das aaf dem Baum war, auf die Lippe der Schale gemalt. Mulder und Scully sehen sich an.

MRS. McALPIN: Ich weiß, es klingt verrückt, dass ich mir über all das Sorgen mache, aber die Wahrheit ist, dass ich Angst habe. Ich habe Angst um mein Kind... Und ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll.


Mulder und Scully betreten mit einer bewaffneten Eskorte ein militärähnliches Gelände. Stacheldrahtzäune und Aluminiumgebäude. Kein angenehmer Ort. Haitianische Flüchtlinge starren sie an. In der Messe packt einer der Männer Scully und beginnt, sie auf Kreolisch anzuschreien. Ein junger haitianischer Junge, Chester, stößt den Mann von Scully weg.

CHESTER: Los! Geh! Geh weg! Va tu! Va tu! Verschwinde von hier! Geh! Geh!

Der Mann geht.

CHESTER: Er ist verrückt. Zu viel Rum.

Er lächelt Scully an, ein junge Hochstapler.

CHESTER: Für eine so hübsche Dame ist es hier draußen gefährlich. Sie brauchen etwas pour vous gardez - zum Schutz.

Er holt einen kleinen verzierten Stoffbeutel aus seiner Tasche.

CHESTER: Ihr Glücksbringer.

Scully ignoriert ihn.

SCULLY: Kommen Sie, Mulder.

MULDER: Wie viel?

CHESTER: Fünf ...

Er ändert seine Meinung.

CHESTER: Ich meine zehn.

MULDER: Ich gebe dir fünf.

SCULLY: Gehen wir, Mulder.

MULDER: Man sollten immer einen Schutz bei sich haben.

Er gibt Chester etwas Geld und nimmt die kleine Stofftasche.

MULDER: Bitte sehr.

Später sitzen Mulder und Scully in Colonel Whartons Büro. Colonel Wharton ist ein zäher, nüchterner Marine.

COL. WHARTON: Mir ist immer noch nicht klar, was genau Sie hier untersuchen.

SCULLY: Zwei Ihrer Männer sind in den letzten zwei Wochen gestorben, angeblich an selbst zugefügten Verletzungen.

COL. WHARTON: Und ich habe alle Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert. Ich habe sogar das 528. Combat Stress Control Detachment (Kampfstresskontrollkommando) aus Camp LeJeune eingeflogen.

SCULLY: Aber Ihre Soldaten sind nicht im Gefecht.

COL. WHARTON: In gewisser Weise ist das, womit wir es hier zu tun haben, noch schlimmer.

SCULLY: Was meinen Sie?

COL. WHARTON: Wir sind Soldaten. Wir sind keine Gefängniswärter. Man verlangt von uns, eine feindliche Bevölkerung von Ausländern zu bewachen, die nicht über die Mittel verfügt, sie zu ernähren oder unterzubringen. Das führt zwangsläufig zu Konflikten.

SCULLY: Also bekommen Ihre Männer die Hauptlast der Frustration der Flüchtlinge ab?

COL. WHARTON: Es ist Hass, schlicht und einfach. Sie hassen uns und alles, was ich tun kann, ist dafür zu sorgen, dass sie so effizient wie möglich weitergereicht werden.

MULDER: Colonel Wharton, ein bestimmtes rituelles Zeichen wurde am Tatort der beiden Todesfälle gefunden. Gibt es etwas, was Sie uns darüber sagen können?

COL. WHARTON: Nicht viel. Anscheinend ist es eine Art Voodoo-Zeichen.

MULDER: Aber Sie haben es nicht als eine Möglichkeit in Betracht gezogen.

COL. WHARTON: Möglichkeit für was? Ich weiß nur, dass Voodoo einen Aufstand in meinem Lager verursacht hat. Eines Abends hielten sie eine geheime Zeremonie ab. Am nächsten Tag brach die Hölle los.

MULDER: Soweit wir wissen, wurde ein Flüchtling getötet - ein kleiner Junge.

COL. WHARTON: Niemand spürte diese Tragödie tiefer als ich. Glücklicherweise war ich in der Lage, denjenigen zu isolieren, der für die Anstiftung des ganzen Ärgers verantwortlich war.

MULDER: Und wer soll das sein?

COL. WHARTON: Sein Name ist Bauvais. Pierre Bauvais. Er hält sich für eine Art Revolutionär.

MULDER: Meinen Sie, wir können mit ihm sprechen?

COL. WHARTON: Wenn es Ihnen nichts ausmacht, sich seine lange Liste mit Beschwerden anzuhören.

SCULLY: Ich würde auch gerne die Leiche von Private McAlpin untersuchen. Ich habe eine unterschriebene Einwilligung von seiner Frau.

Colonel Wharton zeigt auf einen Soldaten, der an der Tür steht.

COL. WHARTON: Soldat Dunham wird Ihnen beiden bei allem helfen, was Sie brauchen.

Soldat Dunham öffnet ihnen die Tür. Als sie an ihm vorbeigehen, blickt der Private Dunham nervös zu Colonel Wharton zurück, dann folgen Mulder und Scully.


LEICHENSCHAUHAUS DES PROVISORISCHEN LAGERS


Scully befragt den Gerichtsmediziner Foyle.

CORONER FOYLE: Die Todesursache war kein großes Rätsel. Der Junge war mit 60 Sachen unterwegs, als er gegen den Baum schlug.

SCULLY: Sie haben ihn also am Unfallort für tot erklärt?

CORONER FOYLE: Sein Kopf hing an seinen Schultern wie eine zerstörte Pfingstrose und er hatte keine Atmung- oder Herzschlag. Ich sah damals keinen Grund, eine Autopsie durchzuführen und tue es immer noch nicht. Nun, Sie können sich selbst davon überzeugen.

Der Leichenbeschauer öffnet grob eine der Schubladen, in der die Leichen gekühlt werden. Sie starren schockiert auf den stark verwesenden Hundekadaver, der dort liegt, wo ein menschlicher Körper liegen sollte.

CORONER FOYLE: Was ist das für ein kranker Witz? Jackson!

Jackson antwortet von anderswo.

JACKSON: Sir?

Foyle verlässt den Raum.

CORONER FOYLE: Wer zum Teufel war hier drin?! Jemand hat sich an McAlpins Leiche zu schaffen gemacht und ich will wissen, wer!

Scully schaut auf die Hundeleiche hinunter.


BRIG DES VERARBEITUNGSZENTRUM


Zur gleichen Zeit führt Private Dunham Mulder hinunter in Bauvais' Zelle, im Einzelhaftbereich.

MULDER: Sie sind Harry Dunham.

PRIVATE DUNHAM: Ja, Sir.

MULDER: Sie kannten Private McAlpin? Seine Frau sagte, dass Sie Freunde waren.

PRIVATE DUNHAM: Wir waren in der gleichen Truppe.

MULDER: Haben Sie eine Idee, warum er sich umgebracht haben könnte?

PRIVATE DUNHAM: Das kann ich nicht sagen, Sir.

MULDER: Sie können es nicht sagen oder Sie wollen es nicht sagen?

PRIVATE DUNHAM: Ich bin hier, wenn Sie mich brauchen.

Mulder betritt Bauvais' Maschendrahtzelle. Bauvais ist ein großer haitianischer Mann, sehr ruhig und geheimnisvoll. Starker kreolischer Akzent.

MULDER: Mein Name ist Mulder. Ich bin vom FBI. Ich hatte gehofft, Sie könnten einige Fragen über die beiden US-Marines beantworten, die sich das Leben genommen haben.

BAUVAIS: Es ist eine schreckliche Schande.

MULDER: Ich bin nicht davon überzeugt, dass es so einfach ist.

BAUVAIS: Sie glauben doch nicht, dass ich daran beteiligt war, oder? Wie könnte ich... Wenn sie mich hier drin einsperren?

MULDER: Sagen Sie es mir. Diese Fotos wurden an den Orten beider Todesfälle aufgenommen.

Er zeigt ihm einige Fotos.

MULDER: Die Granate wurde unter einem der Häuser der Soldaten vergraben gefunden. Können Sie mir etwas über das Symbol sagen?

BAUVAIS: Warum? Was erwarten Sie daraus zu lernen?

MULDER: Nur die Wahrheit. Einer der Marines hat eine Frau zurückgelassen. Sie ist zu verängstigt, um überhaupt zu trauern. Sie verdient etwas Seelenfrieden.

BAUVAIS: Es ist der Loco-Miroir, die Kreuzung zwischen den beiden Welten - der Spiegel, in dem ein Mann seinem wahren Selbst gegenübertreten muss. Diese Marines... Vielleicht gefiel ihnen nicht, was sie sahen.

MULDER: Colonel Wharton sagt, Sie hätten den Aufstand letzten Monat angezettelt.

BAUVAIS: Mein Land wurde aus dem Blut von Sklaven geboren. Die Freiheit ist unser heiligstes Vermächtnis.

MULDER: Heißt das, dass Sie töten würden, um sie zu bewahren?

BAUVAIS: Wharton wird uns nicht nach Hause zurückkehren lassen... Das ist alles, worum wir bitten.

Scully tritt ein.

SCULLY: Mulder, ich muss mit Ihnen sprechen.

BAUVAIS: Sie ist gekommen, um Ihnen zu sagen, dass die Leiche des Marine weg ist.

Bauvais und Scully starren sich gegenseitig an. Scully ist offensichtlich von dem Mann verunsichert.

SCULLY: Woher wussten Sie das?

BAUVAIS: Es sind die Geister. Loa hat Sie gewarnt.

Bauvais steht im Gegenlicht. Scully kann nur seinen Umriss sehen. Es errinnert an "Todestrieb".

SCULLY: Jemand hat McAlpins Leiche gestohlen und durch etwas ersetzt, das aussieht wie die Leiche eines Hundes.

BAUVAIS: Sie werden Sie nur einmal warnen. Danach kann Sie keine Magie mehr retten.

Mulder tritt schnell zwischen Bauvais und Scully und blockiert sie vor den intensiven Blicken des Gefangenen.

MULDER: Kommen Sie, Scully. Lassen Sie uns gehen.

Sie gehen hinaus.


Nacht. Mulder und Scully sind auf der Straße unterwegs. Scully ist am Steuer.

MULDER: Was glauben Sie, was mit Private McAlpin passiert ist?

SCULLY: Irgendwie muss Bauvais die Leichen vertauscht haben.

MULDER: Das ist ein ziemlicher Trick, wenn man bedenkt, dass er seit einem Monat eingesperrt ist.

SCULLY: Nun, dann hat er das von jemand anderem machen lassen.

MULDER: Aber Sie sagten, es gäbe keine Spuren von Beweisen. Und es ist praktisch unmöglich, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.

SCULLY: Ich habe nur angedeutet, dass derjenige, der es getan hat, clever und gründlich war. Ich wollte nicht andeuten, dass irgendein Geist es getan hat.

MULDER: Nun, nur für den Fall, ich glaube daran, nur um alleine meine Basen zu abdecken.

Mulder hängt den Stoffanhänger, den er von Chester im Lager gekauft hat, an den Rückspiegel des Autos. Scully verdreht die Augen.

SCULLY: Mulder, Voodoo funktioniert nur, indem man den Gläubigen Angst einflößt. Sie haben gesehen, wie Bauvais versucht hat, mich einzuschüchtern. Ich gebe zu, dass die Macht der Suggestion beträchtlich ist, aber das ist nicht magischer als ein paar Schaumstoffwürfel.

Scully wirft einen Blick auf Mulder und nimmt dabei vorübergehend ihre Augen von der Straße.

MULDER: Scully, passen Sie auf!

Scully tritt auf die Bremse und fährt fast eine Gestalt, die plötzlich mitten auf der Straße wie schlafwandelnd auftaucht, um. Mulder und Scully steigen aus dem Auto aus und nähern sich ihr.

MULDER: Hey...

Mulder dreht den Mann um. Er hat Blutergüsse im Gesicht.

SCULLY: Private McAlpin?

McAlpin antwortet nicht. Er scheint verwirrt zu sein.


Psychiatrische Krankenstation


Medizinische Einrichtungen des Lagers. McAlpin sitzt schaukelnd, immer noch wie betäubt.

SCULLY: Er ist nonverbal, reagiert nicht auf Stimme, Berührung oder Schmerz. Die Neurologen vermuten, dass er bei dem Unfall eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hat, die zu einer Amnesie führte.

MULDER: Das ist eine plausible Diagnose. Nur mich interessiert mehr, wie er zurück ins Leben gekommen ist.

SCULLY: Nun, offensichtlich war er nie tot. Dr. Foyle machte einen groben Fehler, als er den Totenschein unterschrieb. Es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist.

MULDER: Haben Sie eine Kopie des Bluttests bekommen?

SCULLY: Ja.

Sie liest aus der Krankenakte vor.

SCULLY: Die Elektrolyte, weiße und rote Blutkörperchen sind alle normal. Außer, dass das seltsam ist. Das Labor hat Spuren von Tetrodotoxin in seinem Blut festgestellt.

Mulder beginnt nervös herumzulaufen.

SCULLY: Das ist ein Gift, das in der Leber und den Fortpflanzungsorganen von Kugelfischen vorkommt - eine japanische Delikatesse.

MULDER: Ich habe nur das Gefühl, dass Private McAlpin nicht all zu viele Sushi-Bars besucht hat.

SCULLY: Haben Sie eine Theorie, wie es in sein Blut gelangt ist?

MULDER: Was wissen Sie über Zombies?

SCULLY: Nun, ich hoffe, Sie haben nicht vor, Robin McAlpin zu sagen, dass sie einen geheiratet hat?

MULDER: 1982 führte ein Harvard-Ethnobotaniker namens Wade Davis] in Haiti umfangreiche Feldforschung über das Zombiefizierungsphänomen durch. Er analysierte mehrere Proben von Zombie-Pulver, das von Voodoo-Priestern zubereitet worden war und er fand heraus, dass Tetrodotoxin in allen gemeinsam ist.

SCULLY: Aber, Mulder, es ist ein tödliches Gift.

MULDER: Aber in kleinen Dosen kann es eine Lähmung verursachen und die kardiorespiratorischen Aktivitäten auf ein so niedriges Niveau drücken, dass das Opfer klinisch tot erscheinen könnte.

SCULLY: Nun, Zombie oder nicht, Jack McAlpin ist am Leben.

MULDER: Ganz genau. Deshalb frage ich mich, was mit dem anderen Marine ist, der sich angeblich umgebracht haben soll.


STÄDTISCHER FRIEDHOF VON FOLKSTONE --- Friedhof. Tag. Mulder und Scully betreten den Friedhof.

SCULLY: Warum haben sie Private Guttierez hier begraben?

Ein großer schwarzer Hund knurrt sie an. Der Friedhofswärter kommt hinter dem Hund zum Vorschein.

FRIEDHOFSWÄRTER: Sie sind Ihnen zuvorgekommen. Sie sind doch das FBI, nicht wahr?

Der Friedhofswärter beruhigt seinen Hund.

FRIEDHOFSWÄRTER: Bleib! Ruhig, Wong.

Mulder zeigt ihm seine Marke.

MULDER: Ja. Wir haben die Exhumierung der Leiche von Manuel Guttierez arrangiert.

FRIEDHOFSWÄRTER: Richtig. Der Marine. Ich habe die Ausgrabung vorbereitet, sobald ich die Anordnung des Richters erhalten habe, aber es ist zu spät.

SCULLY: Zu spät?

FRIEDHOFSWÄRTER: Ja. Die Leichenräuber waren zuerst da. Ich habe sie mehr als nur ein paar Mal auf frischer Tat ertappt, aber es wird immer schlimmer, ich kann nicht mehr denen mithalten. Deshalb, äh, habe ich das hier.

Er zeigt ihnen die Waffe, die er in seiner Tasche hat.

SCULLY: Greift die Polizei nicht ein?

FRIEDHOFSWÄRTER: Sie haben alle Hände voll zu tun, um das Leben der Lebenden zu schützen. Ich bin alles, was diese Menschen haben, um ihre Ruhe zu bewahren.

MULDER: Diese Leichenräuber ... Was machen sie mit den Leichen?

FRIEDHOFSWÄRTER: Ah, sie verkaufen sie.

MULDER: An wen?

FRIEDHOFSWÄRTER: Nun, das ist unterschiedlich. Als die örtliche medizinische Fakultät keine Leichen mehr hatte, ging das Gerücht um, dass die Leichenräuber $200 pro Kopf bekamen. Aber meistens sind es die Voodoo-Typen, die den Kauf tätigen. Viele Leute in dieser Gegend machen das, mit den Medikamenten und den Tränken und... Ja, da sind wir.

Sie schauen in ein leeres Grab.

FRIEDHOFSWÄRTER: Sehen Sie sich das an. Sie haben ihn direkt vor meiner Nase ausgegraben. Wie soll er so in Frieden ruhen?

Mulder sieht sich den Namen auf dem Sarg an.

FRIEDHOFSWÄRTER: Sie können mit den Schweinen und Hühnern machen, was sie wollen, aber das ist Leichenschändung. Das ist uncool.

SCULLY: Mulder ...

Sie deutet auf eine Gestalt, die in der Nähe eines Grabes einige Meter entfernt gräbt.

FRIEDHOFSWÄRTER: Sehen Sie sich das an. Sehen Sie, wovon ich spreche?

Fängt an, seine Pistole zu ziehen, aber Mulder hält ihn auf.

MULDER: Lassen Sie uns darum kümmern.

FRIEDHOFSWÄRTER: Tun Sie, was sie nicht lassen können!

Mulder und Scully rennen auf die Gestalt zu, die in der Nähe eines Grabes gräbt. Es ist der kleine Junge aus dem Gefängnis, Chester. Er versucht davon zu rennen, aber Mulder hält ihn fest. Chester versucht, um zu entkommen.

CHESTER: Lassen Sie mich in Ruhe! Ich habe nichts getan! Was habe ich denn getan?

MULDER: Vielleicht könnest du uns das sagen.

Sie schauen auf Chesters Tasche, die aufgegangen ist. Er ist voller lebender Frösche, die anfangen wegzuhüpfen. Mulder und Scully sehen sich gegenseitig an.

SCULLY: Vielleicht sollte ich ein paar küssen und herausfinden, ob einer davon Guttierez ist.


Später sitzen alle drei in einem Fast-Food-Restaurant an den Docks. Mulder und Scully sehen zu, wie Chester gierig eine Portion Pommes frites verschlingt.

CHESTER: Frische Knochen. Sie zahlen gut. Aber ich gehe wegen der Frösche dorthin. Die besten Frösche finden Sie auf dem Friedhof.

SCULLY: Wie kommst du aus dem Lager heraus?

CHESTER: Ich gehe und dann komme ich zurück.

SCULLY: Was ist mit deinen Eltern? Sind deine Eltern auch im Lager?

Chester schüttelt den Kopf.

MULDER: Wie wäre es mit einem Namen?

CHESTER: Stolz Chester Bonaparte.

MULDER: Was machst du mit den Fröschen, Chester?

CHESTER: Für jeden Frosch, den ich fange, bekomme ich 50 Cent.

MULDER: Von wem? Wer bezahlt dich für die Frösche?

CHESTER: Geheimnisvoll Bauvais. Seine Magie ist die stärkste. Er hat sogar meine Pommes Frites verschwinden lassen!

MULDER: He, Chester. Ich habe auch magische Kräfte und ich wette, ich kann deine Pommes frites wieder zum Vorschein bringen.

Mulder öffnet seine Brieftasche und gibt Chester etwas Geld.

CHESTER: Merci!

Chester grinst und läuft zur Theke, um sich eine weitere Portion Pommes Frites zu holen.

SCULLY: Mulder, bestimmte Froscharten scheiden eine Substanz namens Bufotoxine aus. Sie ähneln chemisch dem, was wir im Blut von Private McAlpin gefunden haben. Ich denke, wir sollten Bauvais fragen, was er mit diesen Fröschen vorhat.

Mulder spricht sehr leise mit Scully.

MULDER: Ich wollte eher nichts sagen, weil ich mir nicht sicher war, aber ich glaube, wir werden verfolgt. Es ist eine graue viertürige Limousine auf dem Parkplatz. Behalten Sie Chester im Auge.

Mulder geht nach draußen und schleicht sich auf die Fahrerseite des grauen Autos. Er öffnet die Tür und zieht den Fahrer aus dem Auto. Es ist Private Dunham, in Zivilkleidung.

MULDER: Raus aus dem Auto, Soldat. Sie sind uns gefolgt.

PRIVATE DUNHAM: Hören Sie, ich musste Sie warnen.

MULDER: Vorhin schienen Sie nicht besonders daran interessiert zu sein, uns zu helfen.

PRIVATE DUNHAM: Ich konnte vorhins nicht reden - nicht mit Colonel Wharton neben mir.

Dunham zeigt auf Chester, als Scully dem Jungen auf den Rücksitz ihres Autos hilft.

PRIVATE DUNHAM: Und nicht mit ihm direkt dort.

MULDER: Chester? Er ist nur ein kleiner Junge.

PRIVATE DUNHAM: Nein, Sir, das ist er nicht.

Scully nähert sich den Männern.

SCULLY: Was geht hier vor?

MULDER: Soldat Dunham wollte uns gerade sagen, warum wir in Gefahr sind.

PRIVATE DUNHAM: Sie stecken mitten in etwas, das Sie nicht verstehen.

MULDER: Aber Sie verstehen es?

PRIVATE DUNHAM: Bauvais hat ihn gewarnt. Er sagte dem Colonel, dass er seine Männer einen nach dem anderen töten würde, es sei denn...

MULDER: Es sei denn, was?

PRIVATE DUNHAM: Es sei denn, der Colonel würde seine Leute nach Haiti zurückgehen lassen. Aber der Colonel...Er hat uns nur dazu gebracht, den Druck zu erhöhen, all die Schläge und das alles.

SCULLY: Hat Colonel Wharton die Schläge gegen die Flüchtlinge gebilligt?

PRIVATE DUNHAM: Er hat es befohlen und Schlimmeres. Die Dinge, die er uns zwingt, diesen Menschen anzutun.

SCULLY: Warum hat niemand etwas gesagt oder eine Beschwerde eingereicht?

PRIVATE DUNHAM: Keiner von uns fühlt sich mit dem allzu gut, Ma'am, aber man geht nicht zu den Marines, um sich gut zu fühlen.

MULDER: Sie sagten, dass Bauvais die Männer des Colonels bedroht hat.

PRIVATE DUNHAM: Er sagte, er würde ihnen die Seelen nehmen.

MULDER: Glauben Sie, dass er das tun kann?

PRIVATE DUNHAM: Jack McAlpin war mein Freund und sehen Sie, was mit ihm passiert ist.

SCULLY: Nun, wir wissen nicht, was mit ihm passiert ist, aber es gibt eine medizinische Erklärung für seinen Zustand.

PRIVATE DUNHAM: Zu Hause hat ein Mitarbeiter meines Vaters, Clyde Jessamin, einmal einen Mann bei einer Art Immobiliengeschäft betrogen. Es vergingen keine zwei Wochen, bis Jessamins Tochter an etwas erkrankte, worüber die Ärzte sich nicht im Klaren waren. Alles, was sie tun konnten, war, sie mit Morphium voll zu pumpen, so schlimm waren die Schmerzen. Sie starb fünf Minuten nach Mitternacht an ihrem Hochzeitstag und als sie eine Autopsie durchführten, um die Ursache herauszufinden, war alles, was sie finden konnten, ein Haufen Schlangen, die sich in ihrem Bauchraum herum schlängelten.

SCULLY: Klingt wie ein Ammenmärchen.

PRIVATE DUNHAM: Nein, Ma'am. Es ist keins. Sehen Sie, ich bin derjenige, den sie heiraten sollte.

Er schiebt sich an Mulder vorbei und steigt wieder in sein Auto. Mulder und Scully sehen ihm beim Wegfahren zu und gehen dann zurück zu ihrem eigenen Auto.

SCULLY: Glauben Sie, er sagt die Wahrheit?

MULDER: Bis ich herausfinde, warum er lügen soltle, ja.

SCULLY: Er ist abergläubisch und Aberglaube erzeugt Angst. Das ist es, worum es bei Voodoo geht. Es ist genauso irrational, wie einen Riss im Bürgersteig zu vermeiden.

MULDER: Warum sollte er versuchen, Chester aus dem Weg zu gehen?

Ihr Auto ist leer, Chesters Pommesverapckung auf dem Rücksitz.

MULDER: Chester!? Chester!?

Sie sehen ihn mehrere Meter entfernt. Mulder verfolgt ihn zu Fuß, Scully fährt mit dem Auto um den Block fährt und versucht, Chester abzufangen.

MULDER: Chester! Chester!

Scully hält den Wagen vor Chester an, der in eine andere Richtung davonläuft.

MULDER: Halt! Ich werde dir nicht wehtun!

Zu Scully.

MULDER: Es ist in Ordnung. Ich werde ihn holen.

Mulder rennt hinter Chester das Pier entlang, an Kisten und Kartons vorbei.

MULDER: Chester! Chester!

Mulder erreicht das Ende des Piers. Es ist menschenleer. Er schaut ins Wasser. Ein schwarzes Kätzchen befindet sich auf einem Fass nahe dem Ende des Piers. Es miaut. Mulder starrt es verwirrt an und schaut sich dann um.


Am nächsten Morgen. Das Büro von Colonel Wharton. Private Kittel stellt ein Tablett mit Essen auf Colonel Whartons Schreibtisch.

PRIVATE KITTEL: Kann ich Ihnen noch etwas bringen, Sir?

Es klopft an der Tür. Colonel Wharton ist verärgert.

COL. WHARTON: Machen Sie einfach die Tür auf.

Mulder und Scully treten ein.

COL. WHARTON: Es tut mir leid. Ich frühstücke gerade.

MULDER: Das ist schon in Ordnung. Wir haben schon gegessen.

Colonel Wharton nickt dem Private Kittel zu, der geht.

COL. WHARTON: Wie ich höre, haben Sie gestern einen Gerichtsbeschluss zur Exhumierung von Private Guttierez erhalten.

MULDER: Das ist richtig.

COL. WHARTON: Sie sollten wissen, dass ich eine Beschwerde beim Justizministerium eingereicht habe.

MULDER: Seine Leiche wird vermisst - offenbar wurde sie aus seinem Sarg gestohlen.

COL. WHARTON: Jetzt sehen Sie, womit wir es hier zu tun haben. Welche Art von barbarischer Religion würde ein Grab schänden?

SCULLY: Wir vermuten, dass es ein Vergeltungsakt war.

COL. WHARTON: Vergeltung?

SCULLY: Für Ihre Misshandlung der Gefangenen.

COL. WHARTON: Wovon zum Teufel reden Sie da?

SCULLY: Körperliche Misshandlung von politischen Flüchtlingen ist ein strafbares Verbrechen nach internationalem Recht.

COL. WHARTON: Es ist Bauvais, oder? Er ist derjenige, von dem Sie diesen Müll haben. Hören Sie, niemand hat je behauptet, dass dies ein Hotel ist, aber es ist wohl kaum ein Konzentrationslager.

SCULLY: Dann gibt es also keine offizielle Politik der Schikanierung?

COL. WHARTON: Wenn überhaupt, dann sind es meine Männer, die schikaniert werden. Die UNO, die Hilfsorganisationen, sie sind alle so sehr damit beschäftigt, die Rechte dieser Flüchtlinge zu schützen, dass sich niemand um meine Männer kümmert.

MULDER: Nun, wir lassen Sie fertig essen. Sie wollen doch nicht, dass Ihr Frühstück kalt wird.

Mulder und Scully verlassen den Raum. Colonel Wharton wendet sich wieder seinem Frühstück zu. Als er eine Scheibe Schinken schneidet, hält er entsetzt inne, als er sieht, wie frisches Blut aus dem Schinken herausquillt.


Draußen steigen Mulder und Scully in ihr Auto ein, Scully auf dem Fahrersitz.

MULDER: So wie ich es sehe, hat Wharton diesen Leuten keine andere Wahl gelassen, als sich mit der einzigen Waffe, die sie haben, zu wehren.

SCULLY: Tut mir leid, Mulder, es besteht ein großer Unterschied zwischen bösen Blicken und der Auferweckung von Toten.

MULDER: Dem Private Dunham zufolge nicht.

Scully schreit auf, als sie den Zündschlüssel umdreht.

SCULLY: Ah!!!

MULDER: Was?

Scully zieht eine mit großen Dornen bedeckte Ranke von der Lenksäule.

SCULLY: Noch mehr Angstmacherei.

Sie wirft die Ranke aus dem Fenster. Mulder greift nach Scullys blutender Hand.

MULDER: Zeigen Sie mal.

SCULLY: Nein, es ist nichts.

Als sie wegfahren, sieht man unter dem Auto das Loco-Miroir-Symbol auf dem Bürgersteig gemalt.


Bauvais' Zelle. Private Kittel hat Bauvais verprügelt. Colonel Wharton steht vor der Zelle.

'PRIVATE KITTEL:' Ich denke nicht, dass er in der Lage ist, zu reden.

COL. WHARTON: Das ist richtig, Soldat. Sie denken nicht. Sie befolgen Befehle.

'PRIVATE KITTEL:' Aber Sir...

COL. WHARTON: Wegtreten!

Private Kittel geht nur widerwillig. Colonel Wharton nähert sich Bauvais und packt ihn am Kragen.

COL. WHARTON: Ouvri barriére pour moi. (Ungefähr: Öffne dein Maul für mich) Ich will das Geheimnis. Vielleicht solltest du es mir jetzt sagen, solange du noch reden kannst.

BAUVAIS: Ma vie nan mais Bon Dieu… (Ungefähr: Mein Leben nein, aber Gott ..)

COL. WHARTON: Nein, Papaloi. Dein Leben liegt in meinen Händen.


Mulder betritt sein Hotelzimmer. Etwas fällt von der Oberkante der Tür. Eine Spielkarte, die Karo-Zehn.


COUNTY ROAD 10


Später, in der Nacht, neben einem rautenförmigen Straßenschild, Route 10. Mulder sitzt im Auto. Ein weiteres Auto kommt an. X öffnet die Beifahrertür und steigt ins Auto ein.

MULDER: Ich war überrascht, Ihre Nachricht zu bekommen. Ich hatte angenommen, dass unser letzter Kontakt... unser letzter sein würde. Warum sind Sie hier?

X: Ihre Ermittlungen sind ins Stocken geraten, Agent Mulder.

MULDER: Wir haben einen abtrünnigen Marine, der möglicherweise jede Menschenrechtsbestimmung verletzt...

X: Diese Leute haben keine Rechte. In 24 Stunden wird jeglicher Zugang zu Folkstone auf Militärpersonal beschränkt sein. Keine Presse, keine Überwachung durch Dritte.

MULDER: Was ist mit Scully und mir?

X: Sie werden in einer vorrangigen Angelegenheit nach Washington zurückberufen.

Mulder seufzt.

MULDER: Sie machen das Lager unsichtbar. Warum?

X: Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, Agent Mulder, die Freiheitsstatue macht Urlaub. Das neue Mandat besagt, wenn Sie kein Staatsbürger sind, halten Sie sich besser raus.

MULDER: Warum sie aufhalten? Warum sie nicht einfach zurückschicken?

X: Während unseres letzten Einsatzes in Haiti haben sich drei US-Soldaten das Leben genommen. Von diesen Männern standen zwei unter dem Kommando von Colonel Wharton.

MULDER: Wollen Sie damit sagen, dass das Militär Whartons Rache sanktioniert? Diese Menschen sind unschuldige Zivilisten. Einige Leute im Kongress könnten damit wirklich ein Problem haben.

X: Bis sie ein Komitee zusammengestellt haben, wird es so sein, als wäre nichts von all dem je passiert.

X steigt aus dem Auto aus.


Scullys Hotelzimmer. Sie ist am Telefon, frustriert.


SCULLY: Nein, Sie verstehen nicht. Ich bin seit einer halben Stunde in der Warteschleife. Ich versuche, einen Private Dunham zu finden.

Scully kratzt sich an ihrer Hand, die geschwollen ist und immer noch blutet. Sie schaut besorgt zu ihrem Spiegelbild im Spiegel auf.

SCULLY: Ja. Ja. Danke.

Scully legt auf. Sie klopft an Mulders Tür, Nr. 7.

SCULLY: Mulder, ich bin gerade zu Dunhams Kaserne durchgekommen. Mulder? Seine Tür ist unverschlossen.

Scully betritt Mulders Zimmer und geht ins Badezimmer, wo das Geräusch von Wasser zu hören ist.

SCULLY: Mulder, hören Sie sich das an. Dunham hat sich seit gestern Abend unerlaubt entfernt...

Scully sieht, wie blutiges Wasser unter der Badezimmertür heraussickert.

SCULLY: Mulder?

Langsam betritt Scully das Badezimmer. Ein toter Mann liegt in der überlaufenden Badewanne. Es ist Private Dunham.

SCULLY: Oh, Gott.

Scully dreht das Wasser ab, dann dreht sie sich um und sieht Private McAlpin ins Badezimmer stolpern.

MULDER: Scully?

Er betritt das Badezimmer und richtet seine Waffe auf Private McAlpin.

SCULLY: Ja.

MULDER: Ich habe ihn draußen herumirren sehen. Sind Sie in Ordnung?

SCULLY: Ja. Es ist Dunham.

MULDER: Als ich ihn gefunden habe, hatte er das hier in seiner Hand.

Er zeigt ihr ein blutiges Messer.

Mulder und Scully verhören McAlpin auf dem Stützpunkt. Colonel Wharton ist ebenfalls anwesend.

MULDER: Erinnern Sie sich, wie Sie das Krankenhaus verlassen haben?

PRIVATE McALPIN: Ich erinnere ich mich an kaum etwas aus den letzten Tagen... Außer dass ich mich sehr schwer fühle, als ob ich schlafe und nicht mehr aufwachen kann.

MULDER: Erinnern Sie sich daran, Private Dunham getötet zu haben?

PRIVATE McALPIN: Alles, woran ich mich erinnere, ist, dass ich ihn dort in all dem Blut gesehen habe.

SCULLY: Warum haben Sie das Geständnis unterschrieben?

COL. WHARTON: Der Private fragte und ich informierte ihn darüber, was Sie am Tatort gefunden haben.

PRIVATE McALPIN: Wer könnte es sonst gewesen sein?

MULDER: Colonel... Können wir uns draußen unterhalten?

Colonel Wharton geht mit Mulder und Scully aus der Zelle.

MULDER: Was genau haben Sie ihm gesagt?

COL. WHARTON: Wenn Sie damit andeuten wollen, dass ich Private McAlpin in irgendeiner Weise genötigt habe...

MULDER: Ich muss wissen, ob er dieses Geständnis freiwillig unterschrieben hat.

COL. WHARTON: Natürlich hat er das getan.

MULDER: Hatte Private McAlpin seit seinem... Wiedererscheinen irgendwelchen Kontakt mit Bauvais?

COL. WHARTON: Meines Wissens nicht.

MULDER: Nun, wir würden trotzdem gerne mit Bauvais sprechen.

COL. WHARTON: Ich fürchte, das ist unmöglich.

MULDER: Warum?

COL. WHARTON: Weil er tot ist. Letzte Nacht hat er sich mit einer Matratzenfeder die Pulsadern aufgeschnitten. Ich werde den Bericht zusammen mit dem Geständnis des Private an Ihr Motel schicken lassen. Da beide Angelegenheiten intern geregelt werden, nehme ich an, dass Ihre Ermittlung hier damit erledigt ist.

Colonel Wharton geht. Scully reibt sich den Kopf mit einem kleinen Stöhnen.

MULDER: Was ist los?

SCULLY: Mir geht es gut. Es sind nur Kopfschmerzen.

Mulders Telefon klingelt. Während er spricht, dreht Scully sich weg und reibt sich die Hand. Es geht ihr nicht gut.

MULDER: Mulder. ...Okay, Mrs. McAlpin. Wir können in einer Viertelstunde da sein.


Das Haus der McAlpins. Mrs. McAlpin ist sehr aufgebracht.


MRS. McALPIN: Erst dachte ich, ich hätte ihn verloren... Als ob das nicht schon schwer genug wäre. Jetzt sagen sie, er hat Harry getötet.

SCULLY: Er hat es selbst gesagt. Er hat ein Geständnis unterschrieben.

MRS. McALPIN: Das ist mir egal. Es ergibt keinen Sinn. Jack und Harry waren Freunde.

MULDER: Mrs. McAlpin, Sie sagten am Telefon, dass Private Dunham gestern Abend hierher kam. Was wollte er?

MRS. McALPIN: Er war auf dem Weg zu Ihnen.

MULDER: Aus welchem Grund?

MRS. McALPIN: Das wollte er mir nicht sagen. Er sagte, wenn ihm etwas zustoßen sollte...

Sie geht zu einer Schublade.

MRS. McALPIN: Ich sollte Ihnen das hier geben. Er sagte, ich solle ihn nicht öffnen.

Sie gibt ihnen einen versiegelten Umschlag. Woanders ist das Weinen des Babys zu hören.

MRS. McALPIN: Luke war schlecht gelaunt, seit das alles anfing. Es ist fast so, als wüsste er, was vor sich geht. Ich bin gleich wieder da.

Mrs. McAlpin verlässt den Raum, um sich um das weinende Baby zu kümmern. Mulder und Scully sehen sich ein Schwarzweißfoto von Soldaten in einem tropischen Gebiet an.

SCULLY: Das ist Bauvais. Und Wharton? Sie müssen sich gekannt haben, als Wharton in Haiti diente.

MULDER: Man soll sich den örtlichen Gepflogenheiten anpassen.


In der Nacht. Das Büro von Colonel Wharton. Mulder und Scully betreten das verlassene Büro und beginnen, sich mit ihren Taschenlampen umzusehen. Scully findet Unterlagen im Papierkorb.


SCULLY: Mulder ... Dunham und Guttierez reichten beide Beschwerde gegen Colonel Wharton ein. Sie nennen beide Vorfälle von Misshandlungen - Daten, Zeiten ...

Mulder findet einige Erkennungsmarken in einer Truhe.

MULDER: Scully .... Sehen Sie sich das an. Sehen Sie sich den Namen auf den Erkennungsmarken an.


Die Tür öffnet sich. Private Kittel unterbricht Mulders und Scully Herumschnüffeln und hält sie mit vorgehaltener Waffe fest.

PRIVATE KITTEL: Kommen Sie mit mir, bitte. Hören Sie auf, mich mit dem Licht zu Blenden.

MULDER: Wo ist Wharton?

PRIVATE KITTEL: Das werden Sie früh genug herausfinden.

MULDER: Er hat Bauvais getötet. Wenn Sie etwas darüber wissen, wird man Sie wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht stellen...

PRIVATE KITTEL: Halten Sie den Mund! Bauvais bekam, was er verdient hat. Nach dem, was er McAlpin und Guttierez angetan hat, hat Bauvais bekommen, was er verdient hat.

SCULLY: Es war nicht Bauvais.

PRIVATE KITTEL: Wovon reden Sie?

SCULLY: Diese Männer waren dabei, gegen Colonel Wharton auszusagen, also hielt er sie auf, bevor sie es tun konnten.

MULDER: Wenn Sie uns nicht glauben, schauen Sie in die Truhe.

Private Kittel schaut nach. Er sieht menschliche Knochen. Mulder übergibt ihm die Erkennungsmarken.

MULDER: Das ist das, was von Private Guttierez übrig geblieben ist. Wo ist nun die Leiche von Bauvais?

PRIVATE KITTEL: Wir haben ihn ... heute Nachmittag ... auf dem städtischen Friedhof begraben.


Später, auf dem Friedhof. Nachts. Viele Kerzen umgeben die Grabstätte von Bauvais. Colonel Wharton zerrt den Sarg aus dem Boden. Er rezitiert eine Beschwörungsformel, während er ein Messer auf den Sarg legt und dann ein Puder um den Sarg streut.

COL. WHARTON: Au nom de saints... et de la lune. (Im Namen der Heiligen ... und des Mondes)

Mulder und Scully kommen am Friedhof an. Scully hat ihre Hände vor dem Gesicht als ob sie Schmerzen hat.

MULDER: Was ist los, Scully?

SCULLY: Mir geht es gut.

MULDER: Sie sehen nicht aus, als ob es ihnen gut geht.

SCULLY: Nein, es geht mir gut. Ich komme nach. Schnappen Sie sich einfach Wharton.

Mulder nickt, steigt aus dem Auto aus und geht über den Friedhof. Scully sieht ihn weggehen und sieht sich dann nervös um. Sie kratzt sich an ihrer Hand, die sehr geschwollen ist. Dann schaut sie in den Rückspiegel und beginnt vor Angst nach Luft zu schnappen. Sie schaut zurück auf ihre Hand. Eine klare, eiterartige Flüssigkeit sickert aus der Wunde, dann drückt ein paar Männerfinger durch die Wunde nach oben. Scully schreit leicht, Blut rinnt aus ihrem Mund und der Mann, der sich ihr genähert hat, als sie zum ersten Mal im Lager ankam, erscheint plötzlich zusammen mit ihr im Auto und beginnt, sie zu erdrosseln.

Mulder geht über den Friedhof auf Colonel Wharton zu, der das Loco-Miroir Symbol auf den Boden macht.

COL. WHARTON: Au nom des Saints et des étoiles. Au nom des Saints et du vent. Au nom des Saints et de Tempéte! (Im Namen der Heiligen und Sterne. Im Namen der Heiligen und des Windes. Im Namen der Heiligen und des Sturms!)

MULDER: Bundesagent! Lassen Sie das Messer fallen, Wharton.

Colonel Wharton spricht weiterhin Kreolisch, aber seine Stimme ist verzerrt.

MULDER: Lassen Sie das Messer fallen!

Colonel Wharton, der immer noch Kreolisch spricht, beginnt, das Messer auf den Boden zu senken, sticht es dann aber plötzlich in die Erde. Mulder schreit auf vor Schmerzen und fällt zu Boden, den Bauch umklammert.

MULDER: Ah!!!

Colonel Wharton ist erschrocken, als er Bauvais hinter sich stehen sieht.

BAUVAIS: Ca qui fait mal, ce mal li we. Wer Böses tut, Böses wird er sehen.

Bauvais bläst Wharton Puder ins Gesicht. Wharton schreit und fällt auf den Rücken.

Im Auto wird Scully immer noch von dem Haitianer gewürgt, der Kreolisch mit ihr spricht. Verzweifelt greift Scully nach dem Anhänger, der am Spiegel hängt. Sobald sich ihre Finger um den Gllücksbringer schließen, verschwindet der Mann. Scully schaut auf das Amulett in ihrer Hand herab. Sie erschrickt über das Miauen einer Katze. Sie schaut auf, um das schwarze Kätzchen auf der Motorhaube des Autos zu sehen. Scully steigt zitternd aus dem Auto. Scully eilt zu Mulder und hilft ihm beim Aufsetzen.

SCULLY: Mulder ...

MULDER: Sind Sie in Ordnung?

SCULLY: Ich fühle mich besser, als Sie aussehen.

Sie setzen sich für einen Moment, verschnaufen und sehen sich an.

SCULLY: Was ist passiert?

MULDER: Ich weiß es nicht.

Scully geht hinüber zu Colonel Wharton.

SCULLY: Er ist tot. Haben Sie ihn getötet?

MULDER: Es war Bauvais.

Scully öffnet den Sarg und sieht Bauvais, ebenfalls tot, darin liegen.


Am nächsten Tag im Lager. Die Gefangenen werden auf Lastwagen verladen. Mulder und Scully kommen an.

SOLDAT: Hier ist die Passagierliste, um die Sie gebeten haben.

SCULLY: Ich danke Ihnen.

SOLDAT: Sie bitten darum, dass Bauvais nach Haiti zurückgebracht wird.

MULDER: Zu schade, dass es in einem Sarg sein muss.

SCULLY: Ist das eine vollständige Liste?

SOLDAT: Soweit ich weiß.

SCULLY: Da war ein Junge. Sein Name war Bonaparte. Chester Bonaparte?

SOLDAT: Sicher, Chester. Der arme Junge. Er starb vor sechs Wochen bei diesem Aufruhr.

Überrascht sehen Mulder und Scully zu, wie der Soldat geht. Sie sehen sich nicht an.


Friedhof, Tag. Ein Hund steht über einem offenen Grab und bellt. Der Friedhofswärter fährt mit einer Planierraupe vor, um das Grab aufzufüllen. Im Inneren des Sarges, der unter der Erde liegt, ist Colonel Wharton bei Bewusstsein und voller Panik, als ihm klar wird, was mit ihm geschieht. Er schreit und schlägt gegen den Sarg, aber es besteht keine Möglichkeit, dass er über das Geräusch des bellenden Hundes und des Motors der Planierraupe zu hören sein wird.

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