2X08 An der Grenze (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.


2X08 An der Grenze
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen

Wir fliegen direkt über den Wolken, während Margaret spricht.

MARGARET SCULLY: Einmal, als sie ein Mädchen war... ein sehr junges Mädchen... war Dana im Wald.

Die Sonne scheint während Blätter fallen.

MARGARET SCULLY: Es war Herbst.

Die junge Dana rennt durch die Wälder.

MARGARET SCULLY: Sie war schon immer ein Wildfang gewesen, im Gegensatz zu ihrer Schwester Melissa.

Dana hält ein Luftgewehr in der Hand, während ihre Brüder ihr zeigen, wie man es benutzt und was es damit auf sich hat.

MARGARET SCULLY: Zu ihrem Geburtstag hatten Danas Brüder ihr ein Luftgewehr geschenkt und zeigten ihr, wie man es benutzt.

Bill Scully, Jr. legt eine Blechdose auf einen Baumstamm.

MARGARET SCULLY: Ihr Vater hatte ihnen gesagt, sie sollten nur auf Dosen schießen...

Bill, Jr. hebt eine Strumpfbandnatter von einem Laubhaufen auf.

MARGARET SCULLY: Aber in einem Grasfeld fand Bill Jr. eine Strumpfbandnatter.

Er wirft die Schlange weg und zielt mit seinem Luftgewehr auf sie, zusammen mit seinem Bruder. Dana macht mit und alle drei schießen auf die Strumpfbandnatter.

MARGARET SCULLY: Und sie begannen zu schießen. Da sie mit ihren Brüdern mithalten wollte, schoss Dana ebenfalls auf die Schlange.

Die Kugeln durchschlagen den Boden in der Nähe der Schlange, als diese versucht, sich zu befreien.

MARGARET SCULLY: Sie wand sich wild und kämpfte verzweifelt um ihr Leben, aber als die Jungen weiter schossen, begann die Schlange zu bluten. Als ihr klar wurde, was sie getan hatte...

Dana senkt ihre Waffe und geht zu der toten Schlange hinüber. Sie kniet sich hin, hebt sie auf und beginnt zu weinen.

MARGARET SCULLY: Dana begann vor unwiderruflicher Schuld zu weinen. Während sie sagte sie, dass... der Schlange etwas fehlte. Sie hatte etwas genommen, das ihr nicht gehörte. Und obwohl sie eine Todesangst vor Schlangen hatte, hielt Dana das Tier, als ob der bloße menschliche Wille es am Leben halten könnte. Die Schlange, ihr Blut an Danas Händen, starb. Es gab nichts, was sie tun konnte, um sie zurückzubringen.

Wir sehen Mrs. Scully und Mulder an einem Tisch sitzen.

MULDER: Es ist noch zu früh, Mrs. Scully. Wir dürfen nicht aufgeben.

MARGARET SCULLY: An diesem Tag im Wald hatte ich Mitgefühl für meine Tochter. Aber in diesem Moment weiß ich, wie sich meine Tochter gefühlt hat.

Die Tür öffnet sich und Mrs. Scully steht auf. Ein Mann kommt herein und trägt etwas. Sie geht hinüber und er hebt die Abdeckung ab. Mulder geht hinüber, sieht sie an und dreht sich weg. Es ist ein Grabstein, auf dem es steht:

"DANA KATHERINE SCULLY
1964 - 1994
LIEBENDE TOCHTER & FREUNDIN
"Denn der Geist ist die Wahrheit." - JOHANNES 5:07


MULDER'S APARTMENT


Eine X-Akte, vermutlich die von Scully, liegt auf seinem Schreibtisch. Wir hören ein Stöhnen aus dem Fernsehen, ein Mann und eine Frau. Mulder liegt auf der Couch. Er schaut auf den Fernseher, spult ihn dann zurück und spielt ihn wieder ab. Das Telefon klingelt. Er schaut auf.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


Mulder stürmt durch die Krankenhausgänge, dann beginnt er zu joggen. Telefone klingeln und Ärzte reden, als Mulder an ihnen vorbei rennt. Eine Krankenschwester ergreift seine Hand und versucht, ihn aufzuhalten.

KRANKENSCHWESTER: Sir... Sir, Sie können da nicht hinein gehen!

Er befreit sich und rennt durch eine Tür mit der Aufschrift "Authorized Personal Only" (Nur für autorisiertes Personal). Er rennt an Scullys Seite. Sie ist an verschiedene Maschinen angeschlossen, ihr Gesicht ist mit Kabeln und Schläuchen bedeckt. Sie liegt im Koma und ist an ein Beatmungsgerät angeschlossen.

MULDER: Wer...?

Er sieht Mrs. Scully an, die ihre Tochter anstarrt. Mulder schaut weg, weil er ihren Schmerz kennt. Er sieht hinüber zu den verschiedenen Leuten, die herum sitzen.

MULDER: Wer hat sie hierher gebracht?

Er steht auf und beginnt um das Bett herum zu gehen.

MULDER: Wie ist sie hierher gekommen?

KRANKENSCHWESTER: Sir, würden Sie bitte...

MULDER: Schreiend Wie ist sie hierher gekommen?

KRANKENSCHWESTER: Ms. Scully war in diesem Zustand, als ich zur Abendschicht kam. Wenn Sie bitte nach draußen gehen würden, vielleicht kann Dr. Daly...

MULDER: Ist das Daly?

Er zeigt auf einen Mann und geht dann zu ihm hinüber.

MULDER: Sind Sie Dr. Daly?

Der Mann nickt.

MULDER: Was geht hier vor? Wie zum Teufel ist sie hierher gekommen?

DOCTOR DALY: Würden Sie sich bitte beruhigen...

MULDER: Waren es, waren es Rettungssanitäter, FBI, Militär? Antworten Sie mir auf der Stelle!

Die Leute fangen an zu murmeln und zu rufen. Mrs. Scully schaut nicht auf, ihre Augen sind auf ihre Tochter fixiert.

DOCTOR DALY: Ich...

MULDER: Wollen Sie mir sagen, dass sie gerade erst aufgetaucht ist?

DOCTOR DALY: Sir...

MULDER: Wer hat ihr das angetan!?

DOCTOR DALY: Sir...

Mulder geht zum Schreibtisch der Krankenschwester und fängt an, mit Papieren zu werfen.

MULDER: Ich möchte ihre Aufnahmeformulare sehen. Wer hat ihr das angetan? Ich will wissen, welche Tests durchgeführt worden sind!

Daly kämpft mit ihm um die Papiere. Die Sicherheitsleute ergreifen Mulder und fangen an, ihn wegzuschleifen.

MULDER: Hören Sie, wenn Sie etwas verheimlichen, schwöre ich, ich werde alles tun, was nötig ist, ich werde herausfinden, was sie ihr angetan haben!


DALY'S BÜRO


Daly schaut sich einige Diagramme an. Mrs. Scully sitzt auf einem Stuhl, Mulder sitzt auf dem Arm.

DOCTOR DALY: Zurzeit haben wir Dana in einem kritischen Zustand, komatös. Sie ist sich ihrer selbst oder ihrer Umgebung völlig unbewusst. Es gibt keine Anzeichen von Sprachverständnis, keine Anzeichen von freiwilligen Reaktionen auf äußere Reize. Ich muss mich entschuldigen, aber... niemand hier kann feststellen, wie Dana im Krankenhaus ankam, wer die Aufnahme durchgeführt hat und wie sie in diesem kritischen Zustand betreut wurde. Ähm... wegen des Fehlens von Danas jüngster medizinischer Vorgeschichte bin ich nicht in der Lage, eine Prognose zu stellen. Ich kann nicht mit Sicherheit feststellen, wie lange sie schon in diesem Zustand ist.

MARGARET SCULLY: Sie haben uns nicht gesagt, warum sie so ist.

DOCTOR DALY: Wir wissen es einfach nicht, Mrs. Scully. Es gibt keine Anzeichen für akute Verletzungen, traumatisch oder nicht-traumatisch, ich kann keine Anzeichen für degenerative oder metabolische Störungen finden. Wir haben jeden möglichen Test durchgeführt.

MULDER: Ich möchte, dass sie auf Spuren untersucht wird.

DOCTOR DALY: Sie wurde seit ihrer Einlieferung gebadet und gereinigt. Außerdem gibt es eine Situation, von der ich nicht weiß, ob Sie sich dessen bewusst sind. Das FBI hat uns über die Bedingungen von Danas Patientenverfügung informiert.

MARGARET SCULLY: Was ist es, was hat sie gesagt?

DOCTOR DALY: Nun, Dana ist Ärztin. Ihre Kriterien für die Beendigung der lebenserhaltenden Maßnahmen sind ziemlich spezifisch. Sie sagt, dass, ähm... wenn ihre Glasgow-Ergebnisskala sie auflistet...

MULDER: Zu Mrs. Scully. Sie möchte nicht in diesem Zustand leben.

DOCTOR DALY: zu Mulder: zu Mulder Sie haben die Verfügung als ihr Zeuge unterschrieben.


DANAS KRANKENHAUSBETT


Danas Schwester Melissa steht über ihr und hält einen Kristall über sie. Mulder kommt dazu und Melissa sieht ihn an.

MELISSA SCULLY: Man hat mir gesagt, dass ich Sie nicht Fox nennen soll.

MULDER: Von wem?

MELISSA SCULLY: Dana, gerade eben.

MULDER: Dana hat gerade mit Ihnen gesprochen? Wenn sie geredet hätte, hätte sich das EEG bewegt.

Melissa lacht.

MELISSA SCULLY: Ihre Seele ist hier.

Mrs. Scully geht hinüber.

MELISSA SCULLY: Hallo, Mom.

MARGARET SCULLY: Ich bin froh, dass du kommen konntest, Melissa.

MULDER: Sie sind Scullys Schwester.

MELISSA SCULLY: Dana entscheidet, ob... ob sie bleiben oder weiterziehen will.

Sie legt ihre Hände über Scullys Körper. Margaret geht weg.

MELISSA SCULLY: Sie können sie fühlen. Sie ist hier.

Sie nimmt seine Hand und hält sie über Scullys Körper. In Scullys Gedanken sitzt diese in einem Ruderboot auf einem See. Das Ruderboot ist mit einem Stück Seil an einem Dock festgebunden. Auf dem Dock sieht sie Mulder und Melissa, mit einer Krankenschwester im Hintergrund.

MULDER: Sie ist nicht hier.

MELISSA SCULLY: Nein, Ihre Wut und Ihre... Ihre Angst blockiert...

Zurück in den Raum.

MELISSA SCULLY: ...alle positiven Emotionen, die sie fühlen muss.

MULDER: Ich muss mehr tun, als nur mit den Händen in der Luft herumzuwedeln.

Er geht weg.


MULDER'S APARTMENT


Mulder nimmt etwas Kreppband und bringt ein "X" an seinem Fenster an. Er leuchtet es mit der Lampe an und schaltet die anderen Lichter aus. Er setzt sich hin. Im Laufe der Nacht wartet er geduldig, manchmal spielt er mit einem Basketball, bevor er schlafen geht. Am Morgen wacht er auf, schaut auf das "X" und geht zur Tür. Er hebt die Zeitung auf, geht wieder hinein, packt sie aus und blättert sie durch. Er findet keinem Hinweis von X. Er wirft die Zeitung weg, reißt das "X" vom Fenster und schlägt mit der Faust nach unten.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


Frohike kommt mit Anzug und Schleife bekleidet und mit einem Blumenstrauß in Arm herein. Er geht zum Schreibtisch der Krankenschwester.

KRANKENSCHWESTER: Kann ich Ihnen helfen?

FROHIKE: Äh, zu Dana Scully, bitte.

Mulder sieht zu der Stimme hinüber, das Telefon von seinem Ohr wegbewegend.

MULDER: Frohike?

Eine Krankenschwester zieht die Vorhänge auf und nimmt Frohikes Blumen entgegen. Sie sehen Scully an, Frohike traurig. Er wirft einen Blick auf ihre Krankenakte.

FROHIKE: He, Mulder. Das ist seltsam.


DAS BÜRO DER LONE GUNMEN
WASHINGTON, D.C.


Byers setzt sich hin und sieht sich die Krankenakte an. Mulder sitzt an einem anderen Schreibtisch. Frohike steht, und Langly geht hinüber und setzt sich auf den Schreibtisch hinter Mulder.

BYERS: Gute Arbeit beim Herausschmuggeln der Krankenblätter.

FROHIKE: Habe sie mir in die Hose gesteckt.

MULDER: Da unten ist jede Menge Platz.

Frohike sieht ihn an und setzt sich auf den Schreibtisch neben Byers.

LANGLY: Du siehst niedergeschlagen aus, Mulder. Weißt du was, Du kannst gerne am Samstagabend vorbeikommen. Wir loggen uns ins Internet ein, um die wissenschaftlichen Ungenauigkeiten von "Earth 2" herauszupicken.

MULDER: Da habe ich Waschtag.

BYERS: Die Krankenakte zeigt abnorme Eiweißketten im Blut. Die Aminosäuresequenz hat eine Kombination, die ich noch nie zuvor gesehen habe.

Er schiebt seinen Stuhl auf den Computer. Sie alle gehen zu ihm hinüber.

BYERS: Ich habe Scullys medizinische Daten heruntergeladen und an den neuesten Lone Gunman geschickt.

FROHIKE: Er hört auf den Namen "Der Denker".

BYERS: Dieser Typ ist ein Hacker-Genie.

Auf dem Bildschirm ist ein Bild von Richard Nixon mit Sätzen wie "Ich bin kein Betrüger!" und "Lassen Sie mich das ganz klar sagen...". Der Bildschirm wechselt zu einem, auf dem ein 3D-Bild von Scullys DNA sowie zwei weitere Diagramme mit DNA-Kodierung zu sehen sind. Der Computer piepst zweimal, und die Sätze beginnen zu erscheinen. Byers und Langly lesen es und sehen besorgt aus.

MULDER: Was?

BYERS: Der Denker berichtet, dass die Proteinketten ein Ergebnis von verzweigter DNA sind.

MULDER: Verzweigte DNA?

LANGLY: Die Spitze der Gentechnik.

BYERS: Ein biologisches Äquivalent zu einem Silizium-Mikrochip.

LANGLY: Das geht weit über die Spitzentechnologie hinaus. Diese Technologie ist erst in fünfzig Jahren verfügbar.

MULDER: Wozu wird sie verwendet?

FROHIKE: Könnte ein Verfolgungssystem sein.

BYERS: Entwicklungsstadien eines biologischen Markers.

MULDER: Ihr meint eine Art Hightech-Ausweis?

LANGLY: Oder etwas so Hinterhältiges wie die Verwandlung eines Menschen in etwas... Nichtmenschliches.

Der Computer piept wieder.

BYERS: Gute Theorien, meine Herren, aber alles umsonst.

Er zeigt auf eine Proteindaten-Karte.

Diese verzweigte DNA ist inaktiv. Sie ist ein Abfallprodukt. Wer auch immer an Scully experimentiert hat, ist damit fertig. Jetzt ist es nicht mehr als ein biologisches Gift.

MULDER: Wird sie überleben?

Byers schaut zu Mulder, dann zu Langly, der ernst zurückblickt.

BYERS: Ähm... ihr Immunsystem wurde dezimiert und, äh... ich bezweifle, dass selbst ein gesunder menschlicher Körper in der Lage ist, dies zu bekämpfen. Mulder, es gibt nichts, was du tun kannst.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


In Scullys Kopf steht jetzt eine Krankenschwester am Ufer.

SCHWESTER OWENS: Dana? Dana, Schatz? Ich weiß, dass Sie mich hören können. Hier spricht Schwester Owens. Ich bin hier, um auf Sie aufzupassen, Ich helfe Ihnen, den Weg nach Hause zu finden.

In Wirklichkeit lehnt Owens sich auf das Bett und flüstert ihr etwas zu.

SCHWESTER OWENS: Ich weiß, dass Sie heute Abend weit weg von zu Hause sind und dass es dort, wo Sie sind friedlich ist. Es wäre schön zu bleiben, aber Dana, Sie dürfen hier erst weggehen, wenn es Zeit ist.

Sie legt ihre Hand auf Scullys Stirn. Mulder kommt herein.

SCHWESTER OWENS: Ich bin hier, falls Sie mich brauchen, Liebes.

Sie küsst Scully auf die Stirn und geht. Eine Krankenschwester kommt mit einer Maschine herein.

KRANKENSCHWESTER: Entschuldigen Sie mich, Sir. Ich muss ihr etwas Blut abnehmen.

Sie nimmt Scully Blut ab. Während sie das tut, schaut Mulder weg in den Raum und sieht einen Mann in einem Mantel über einer alten Dame auf der gegenüberliegenden Seite stehen. Der Mann schaut zurück. Die Krankenschwester legt die Ampulle auf den Tresen, als ein langer Piepton ertönt. Sie schaut auf, um zu sehen, dass die alte Dame einen Herzstillstand hat. Der Mann im Mantel ist nirgendwo zu sehen.

KRANKENSCHWESTER: Code Blau! Notfallwagen!

Sie rennt zu dem Bett, zusammen mit ein paar anderen Ärzten.

KRANKENSCHWESTER: Notfallteam kommt!

KRANKENSCHWESTER: Los geht's!

ARZT: In Ordnung, wir müssen intubieren!

KRANKENSCHWESTER: Sagt etwas Verständliches. Blutdruck 80 zu 60 und fallend.

Mulder schaut zu Scully hinunter. Die Krankenschwester schließt die Vorhänge.

ARZT: In Ordnung, schocken wir sie. Geben Sie mir die Paddle. 200 Joule. Bereit!

KRANKENSCHWESTER: Bereit!

Der Defibrillator löst aus. Mulder bemerkt, dass das Fläschchen mit dem Blut weg ist.

ARZT: Was haben wir hier?

KRANKENSCHWESTER: Sagt etwas Verständliches.

ARZT: Noch mal von vorn, 260, Achtung!

KRANKENSCHWESTER: Bereit!

ARZT: Mach' schon!

Mulder zerrt den Vorhang zurück und sieht, wie sich die Tür schließt. Die Ärzte und Krankenschwestern reden weiter, während er hinter dem Mann im Mantel herläuft. Er rennt hinaus, um sieht den Mann, wie er dem Flur entlang läuft. Er beginnt, ihm nachzulaufen.

MULDER: He!

Der Mann beginnt ebenfalls zu rennen. Der Mann schlüpft in einen Aufzug und drückt mehrmals auf den Knopf. Mulder kommt zu spät, da sich die Aufzugtüren gerade schließen. Er versucht, die Türen aufzudrücken, drückt den Rufknopf und rennt dann die Treppe hinunter. Er rennt hinunter in die Lobby und als er dort niemanden sieht, geht er wieder hinein und rennt zum Parkplatz hinunter. Er sieht den Mann im Mantel, der um eine Ecke biegt. Er holt seine Pistole heraus und bewegt sich lautlos an der Wand entlang, bis X ihn packt, gegen die Wand knallt und ihm eine Pistole an den Kopf hält.

X: Ich habe Sie hier erst nach der Besuchszeit erwartet.

MULDER: Da war ein Mann, der Scullys Blut genommen hat.

X: Vergessen Sie ihn.

MULDER: Nehmen Sie die Waffe aus meinem Gesicht...

X: Diese kompakte Hochleistungswaffe Sig Sauer Kaliber .40, ist auf Ihren Kopf gerichtet, um zu betonen, dass ich darauf bestehe, dass die Suche nach demjenigen, der Ihre Partnerin an das Beatmungsgerät gebracht hat, sofort aufhören soll!

MULDER: Sie ignorieren meinen Hilferuf und erwarten dann, dass ich tue, was Sie sagen? Fahren Sie zur Hölle!

X: Ihretwegen wurde mein Vorgänger getötet! Sie werden auch Scully umbringen. Das wird mir nicht passieren. Sie sind mein Werkzeug, verstehen Sie? Ich komme zu Ihnen, wenn ich Sie brauche. Im Moment folgen Sie einem Weg, der die genau hierherführen kann.

MULDER: Wovon zum Teufel reden Sie da?

X: Das brauchen Sie nicht zu wissen. Das ist der Punkt.

MULDER: Ich schulde ihr mehr als nur herumzusitzen und nichts zu tun.

X: Sie war ein guter Soldat, Mulder, aber es gibt nichts, was Sie tun können, um sie zurückzubringen.

MULDER: Sie ist nicht tot.

X lacht leicht.

X: Hören Sie, was sie sagen. Hören Sie. Sie sind ein verdammter Schuljunge, Mulder. Sie haben keine Ahnung. Nicht den Hauch einer Ahnung!

MULDER: Okay, dann sagen Sie es mir. Sagen Sie es mir!

Sie starren sich wütend an. X lockert seinen Griff.

X: Ich war einmal wie Sie. Ich war da, wo Sie jetzt sind. Aber Sie sind nicht ich, Mulder. Ich glaube nicht, dass Sie das Herz dazu haben. Gehen Sie. Trauern Sie um Scully und blicken Sie dann nie mehr zurück. Sie werden damit leben können, Mulder,... an dem Tag, an dem Sie sterben.

Eine Tür schließt sich und X schaut zur Quelle des Geräuschs. Mulder befreit sich aus X' Griff und rennt in die Richtung des Geräuschs. X, der versucht, im Schatten zu bleiben, kann ihm nicht folgen. Mulder sieht den Mann und schleicht sich hinter den parkenden Autos auf ihn zu.

MULDER: Bundesagent!

Der Mann im Mantel schießt auf ihn. Mulder sucht hinter einer Säule Deckung. Der Mann rennt und öffnet eine Tür, geht dann hinein. Mulder folgt ihm. Er schaut in beide Richtungen des Korridors entlang und geht dann nach rechts. Er hört ein Rasseln und folgt dem Geräusch. Als er in eine Waschküche geht, gelingt es ihm, sich von hinten an den Mann anzuschleichen.

MULDER: Bundesagent, drehen Sie sich nicht um. Sie wissen, dass ich bewaffnet bin. Legen Sie Ihre Waffe ganz langsam auf den Boden.

Der Mann folgt Mulders Anweisungen. Mulder hält die ganze Zeit seine Waffe auf ihn gerichtet.

MULDER: Nehmen Sie die Hände hinter den Kopf und verschränken Sie die Finger. Drehen Sie sich nach rechts zur Maschine und legen Sie Ihren Kopf auf die Maschine.

Der Mann im Mantel tut dies. Mulder geht hinter ihm, greift in seine Tasche und zieht die Ampulle heraus. Er geht dorthin zurück, wo er war.

MULDER: Sehen Sie mir ins Gesicht.

Der Mann dreht sich um, seine Finger sind immer noch hinter seinem Kopf verschränkt.

MULDER: Wer will das? Wer will es haben?

Keine Antwort.

MULDER: In Ordnung, gehen wir. Hier geht's lang. Plötzlich schlägt der Mann im Mantel Mulder etwas entgegen. Mulder stürzt und verliert seine Waffe und die Ampulle mit Scullys Blut rollt weg. Als der Mann im Mantel Mulders Waffe schnappen will, wird ihm von X der Arm verdreht und er tritt Mulders Dienstwaffe außer Reichweite des Mannes im Mantel. Mulder versucht sich unter Schmerzen wieder aufzurichten. Mr. X befielt Mulder, sicht nicht zu bwegen und schießt dem Mann im Mantel in den Arm.

X: Sie wollen wissen, was nötig ist, um die Wahrheit herauszufinden, Agent Mulder? Sie wollen die Geheimnisse wissen, die ich weiß?

Mit diesen Worten sieht man X' Schatten an der Wand, wie er seine Waffe auf den angeschossenen Mann im Mantel richtet und diesem in den Kopf schießt.

X: Ich werde sie hüten.

X tritt in die Dunkelheit und verschwindet.


Später sitzt Daly zusammen mit Melissa, Margaret und Mulder in seinem Büro. Alle sitzen außer Mulder.

DOCTOR DALY: Das Beatmungsgerät abzuschalten bedeutet nicht unbedingt, den Stecker zu ziehen oder ihr Leben zu beenden. Karen Ann Quinlan lebte nach dem Abstellen der künstlichen Beatmung noch neun Jahre lang. Ich glaube jedoch, dass dies bei Ihrer Tochter nicht der Fall sein wird, Mrs. Scully,. Ich vermute, dass sie seit ihrem Verschwinden in diesem Zustand ist und sich ihr Zustand nicht verbessern wird.

MELISSA SCULLY: Liegt sie unter den in ihrer Verfügung festgelegten Kriterien?

MULDER: Es ist möglich, dass verzweigte DNA mit Designer-Antibiotika behandelt werden kann.

DOCTOR DALY: Agent Mulder, ich weiß nicht, woher Sie diese bizarre Diagnose haben, aber ich glaube, Sie sind nicht in der Lage, Ihre...

MULDER: Sie haben nie eine Antwort darauf gegeben, warum sie hier ist oder was mit ihr los ist. Wir müssen sie untersuchen.

MELISSA SCULLY: Sie ist kein Beweisstück.

MULDER: Sie ist wegen unnatürlicher Umstände hier.

MELISSA SCULLY: Sie liegt im Sterben. Das ist völlig natürlich. Wir verstecken Leute in diesen Räumen, weil wir dem Tod nicht zusehen wollen. Wir haben Maschinen, die ein Leben verlängern, das...das enden sollte. Das ist ein viel unnatürlicherer Umstand als jede andere Ursache für ihren Tod.

MULDER: Das ist sehr politisch korrekt.

MELISSA SCULLY: Das ist sehr menschlich. Ich liebe sie. Das ist richtig.

MARGARET SCULLY: Dana hat unsere Entscheidung getroffen. Fox... Sie und Dana hatten eine Freundschaft, die auf Respekt aufgebaut war. Nun, im letzten Jahr...

Sie steht auf und weint fast. Melissa weint beinahe auch.

MARGARET SCULLY: Ich habe meinen Mann verloren. Und Gott weiß, dass ich mein kleines Mädchen nicht verlieren will. Aber wie Sie habe ich sie immer respektiert.

Sie geht zur Tür und dreht sich um.

MARGARET SCULLY: Fox... das ist ein Moment für die Familie. Aber Sie können sich uns anschließen, wenn Sie möchten.

Mulder schüttelt leicht den Kopf, nein. Margaret. Melissa und Daly gehen hinaus. In Scullys Gedanken sieht sie Schwester Owens auf dem Dock stehen. Das Seil, mit dem das Ruderboot angeleint ist, spannt sich und reißt plötzlich. Scully beginnt wegzutreiben.


BÜRO VON ASSISTENT DIRECTOR SKINNER
FBI-HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Der Raucher wirft ein Dokument auf Skinners Schreibtisch und nimmt eine Packung Morley's-Zigaretten in die Hand. Skinner sitzt an seinem Schreibtisch.

CIGARETTE-SMOKING MAN: Lesen Sie es. Es ist alles da drin. Wenn Sie Probleme haben, auf Mulder, Assistant Director Skinner, aufzupassen, wissen Sie sicher, dass wir keine Probleme haben würden.

Er steckt sich eine Zigarette in den Mund und holt sein Feuerzeug heraus.

SKINNER: Uh-uh.

Er nickt zu einem Schild auf Skinners Schreibtisch, auf dem "Danke, dass Sie nicht rauchen" steht. Der Krebskandidat zündet sie trotzdem an. Er nimmt ein paar Züge, als er durch den Raum geht. Er steckt es in einen Aschenbecher und geht durch die Doppeltür hinaus. Durch die einzelne Tür an der Seite seines Büros klopft es an.

SKINNER: Ja, kommen Sie rein.

Mulder geht hinein und bemerkt die Zigarette, die immer noch qualmt.

SKINNER: Setzen Sie sich.

Er setzt sich hin.

SKINNER: Ich habe Sie direkt hierher gerufen, wegen Gerüchten über einen Vorfall im Krankenhaus letzte Nacht.

MULDER: Geht es um den Zahn, der im Wackelpudding in der Cafeteria gefunden wurde?

SKINNER: Es geht das Gerücht, dass Sie in den Vorfall in der Waschküche involviert waren?

MULDER: Nein, Sir.

SKINNER: Ein Mann wurde hingerichtet, Agent Mulder.

MULDER: Ich war bei Scully.

SKINNER: Am Tatort wurden Blutspuren von ihr gefunden.

MULDER: Darf ich den Polizeibericht sehen?

SKINNER: Es gibt keinen Polizeibericht über diesen Vorfall, Agent Mulder und es gibt keine Leiche. Sie wissen das.

MULDER: Da ich mit einem solchen Vorfall nicht vertraut bin, Sir, nein, woher soll ich das wissen?

SKINNER: Lassen Sie das!

Er steht auf.

MULDER: Wie fühlt sich das an? Ständige Leugnung von allem, alle Fragen mit einer Gegenfrage zu beantworten?

SKINNER: Ich will wissen, was passiert ist, verdammt.

MULDER: Er. Er ist das, was passiert ist.

Er steht auf, hebt den Aschenbecher auf und stellt ihn auf Skinners Schreibtisch.

MULDER: Der Krebskandidat! Er ist dafür verantwortlich, was mit Scully passiert ist!

SKINNER: Woher wissen Sie das?

MULDER: Es ist ein Gerücht. Wer ist er?

SKINNER: Es ist nicht Ihr...

MULDER: Oh, Sie können alles haben, Sie können meine Marke haben, Sie können die X-Akten haben, sagen Sie mir nur, wo er ist.

SKINNER: Und was dann? Schläft er dann bei den Fischen? Wir sind nicht die Mafia, Agent Mulder. Ich weiß, es ist leicht, dass zu vergessen, aber wir arbeiten für das Justizministerium.

MULDER: Das ist es, was ich will.

SKINNER: Agent Scully war eine gute Agentin. Mehr als das, ich mochte sie. Ich habe sie respektiert. Wir alle kennen das Feld, auf dem wir spielen und wir alle wissen, was im Laufe eines Spiels passieren kann. Wenn man auf nicht auf alle Möglichkeiten vorbereitet ist, dann sollte man das Feld nicht betreten.

Mulder dreht sich weg und geht ein paar Schritte, bevor er zurückschaut.

MULDER: Was, wenn ich... Ich die möglichen Konsequenzen kannte , aber ich... es ihr nie gesagt habe?

SKINNER: Dann sind Sie genauso schuld an ihrem Zustand wie... Der Krebskandidat.

Mulder geht hinaus.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


In Scullys Gedanken liegt sie mit einem weißen Kleid bekleidet auf einem Tisch. Alle Wände sind weiß, bis auf eine, die eine schwarze Leere zweigt. Durch die Leere kommt ihr Vater, gekleidet in die Uniform seines Admirals und geht auf die zu.

WILLIAM SCULLY, SR.: Hallo, Starbuck. Ich bin's, Ahab. Die Leute würden zu mir sagen: "Das Leben ist kurz." "Kinder, sie werden schnell erwachsen" und "Ehe du dich versiehst, ist es vorbei." Ich habe nie zugehört. Für mich verlief das Leben in einem angemessenen Tempo. Es gab viele Belohnungen... bis zu dem Moment, in dem ich wusste, dass... ich verstand, dass... dass ich dich nie wieder sehen würde... mein kleines Mädchen. Dann fühlte sich mein Leben an, als hätte es die Länge eines Atemzuges, eines Herzschlages gehabt. Ich wusste nie, wie sehr ich meine Tochter liebte, bis ich es ihr nie mehr sagen konnte. In diesem Moment hätte ich jede Medaille, jede Belobigung, jede Beförderung für... noch eine Sekunde mit dir eingetauscht. Wir werden wieder zusammen sein, Starbuck. Aber nicht jetzt. Bald.

Er dreht sich langsam um und geht zurück in die Leere. In Wirklichkeit steht Schwester Owens wieder über ihr. Sie beugt sich vor und flüstert ihr etwas zu.

SCHWESTER OWENS: Dana? Ich weiß, der Tod ist heute Abend in greifbarer Nähe, aber Dana? Ihre Zeit ist noch nicht vorbei.

In der Cafeteria isst Mulder mit Melissa zu Mittag.

MELISSA SCULLY: Wissen Sie, Fox... tut mir leid, Mulder... Sie könntem den Rest deines Lebens damit verbringen, jede Person zu finden, die dafür verantwortlich ist und es wird sie immer noch nicht zurückbringen. Wer auch immer ihr das angetan hat, hat das gleiche Grauen vor sich.

MULDER: Einschließlich mir selbst?

Melissa sieht ihn seltsam an. Eine Frau kommt auf Mulder zu.

FRAU: Entschuldigen Sie, Sir, haben Sie Kleingeld für den Zigarettenautomaten?

Er durchsucht seine Taschen nach Kleingeld.

MULDER: Nein, tut mir leid, das habe ich nicht.

Sie lächelt und geht hinüber zum Automaten.

MELISSA SCULLY: Was meinen Sie mit einschließlich mir selbst"?

FRAU: Es ist schon ein Päckchen hier... Morley's. Nicht meine Marke.

Sie geht weg. Mulder steht auf und zieht die Packung aus dem Schlitz. Er packt den Deckel aus und öffnet ihn. Er nimmt ein gefaltetes Blatt Papier heraus, auf dem steht: "900 W. Georgia St."


APARTMENT DES CIGARETTE-SMOKING MAN


Der Krebskandidat sitzt in seinem Sessel und sieht sich einen alten Kriegsfilm an. Es sind verschiedene Schreie zu hören. Auf dem Tisch ist sein Aschenbecher bis zum Rand mit alten Zigaretten gefüllt. Seine Pistole liegt auf der anderen Seite des Tisches, während er seine eben gerauchte Zigarette in eine der Bierflaschen steckt.

MANN IM FERNSEHEN: Wollen Sie eine Zigarette, Pastor? Wie wär's mit einer Zigarette?

Er nimmt eine Schachtel Morley's und hört ein Knarren. Er beginnt aufzustehen, als Mulder ihn am Rücken seines Hemdes packt und in seinen Stuhl zurückwirft.

MULDER: Setzen Sie sich!

Mulder dreht ihn in dem Sesel zu sich herum und richtet eine Waffe direkt auf seinen Kopf.

CIGARETTE-SMOKING MAN: Wie haben Sie mich gefunden?

MULDER: Halten Sie den Mund! Heute Abend stelle ich die Fragen! Sie werden mir antworten, Sie Mistkerl!

CIGARETTE-SMOKING MAN: Versuchen Sie nicht, mir zu drohen, Mulder. Ich habe schon Präsidenten sterben sehen.

Er steckt sich eine Zigarette in den Mund. Mulder schlägt sie mit seinem Handrücken aus dessen Mund. Der Krebskandidat sieht schockiert aus.

MULDER: Warum sie? Warum sie und nicht ich?

Der Krebskandidat reagiert nicht. Er ist in seinem Stuhl zusammengesunken, offensichtlich etwas verängstigt.

MULDER: Antworten Sie mir!

CIGARETTE-SMOKING MAN: Weil ich Sie mag Sie. Und sie mag ich auch. Deshalb wurde sie zu Ihnen zurückgebracht.

Mulder fasst seine Waffe mit beiden Händen und beugt sich ein wenig vor.

MULDER: Sie sollten derjenige sein, der stirbt.

Der CSM ist jetzt völlig cool und selbstbewusst. Mulder, auf der anderen Seite, bricht fast zusammen.

CIGARETTE-SMOKING MAN: Warum? Sehen Sie mich an. Keine Frau, keine Familie, etwas Macht. Ich bin in dem Spiel, weil ich glaube, dass das, was ich tue, richtig ist.

MULDER: fast flüsternd Richtig? Wer sind Sie, dass Sie entscheiden, was richtig ist?

CIGARETTE-SMOKING MAN: Wer sind Sie, um zu entscheiden, was richtig ist? Wenn die Leute die Dinge wüssten, die ich weiß, würde alles zusammenbrechen. Ich habe Skinner erzählt, dass Sie den Mann im Krankenhaus erschossen haben, aber ich habe es nicht wirklich geglaubt. Und jetzt halten Sie mir eine Pistole an den Kopf. Ich habe mehr Respekt vor Ihnen, Mulder. Sie werden zum Mitspieler. Sie können mich jetzt töten, aber dann würden Sie nie die Wahrheit erfahren,...

Mulder drückt den Abzug, lässt ihn aber langsam wieder los.

CIGARETTE-SMOKING MAN: ...und deshalb werde ich gewinnen. Seien Sie unbesorgt. Das wird unser Geheimnis bleiben. Wir wollen nicht, dass andere... Gerüchte in die Welt setzen.

Er zündet sich eine Zigarette an und nimmt einen Zug. Mulder sieht zu, halb angewidert vom Krebskandidaten und halb von sich selbst angewidert.


KELLERBÜRO
FBI-HAUPTQUARTIER
WASHINGTON D.C.


Mulder sitzt an seinem Computer und tippt etwas. Er klickt auf eine Taste der Maus und der Drucker startet. Er nimmt das Papier heraus und unterschreibt es. Darauf steht:

"An den stellvertretenden Direktor Walter S. Skinner
Bitte nehmen Sie meine Kündigung beim Federal Bureau of Investigation mit sofortiger Wirkung an.
Hochachtungsvoll, Fox Mulder."

Er lehnt sich auf seinem Stuhl zurück. Später nimmt Mulder sein Mikroskop und legt es in eine Kiste. Skinner kommt herein und seufzt.

SKINNER: Als ich anfing, befand sich hier der Kopierer.

MULDER: Zumindest wurde damals der Platz nicht vergeudet.

Skinner geht auf ihn zu und zerreißt Mulders Kündigungsschreiben.

SKINNER: Das ist inakzeptabel.

Mulder packt weiterhin Bücher in den Karton.

SKINNER: Sehen Sie, ich weiß, dass Sie sich für Agent Scully verantwortlich fühlen, aber ich werde Kündigung und Niederlage nicht als Selbstbestrafung akzeptieren.

MULDER: Die ganze Forensik, die Felduntersuchungen, die Augenzeugenberichte... bis jetzt wissen wir noch nichts. Mich selbst zu verlieren... und Scully. Ich hasse, was aus mir geworden ist.

Skinner seufzt und nimmt seine Brille ab. Er geht ein bisschen herum, während Mulder weiter Mappen und dergleichen in die Kiste legt.

SKINNER: Als ich achtzehn war, ging ich, äh... ich ging nach Vietnam. Ich wurde nicht eingezogen, Mulder, ich... Am Tag meines achtzehnten Geburtstags meldete ich mich zum Marinekorps. Ich tat es in blindem Glauben. Ich tat es, weil ich glaubte, dass es das Richtige war. Ich weiß nicht, vielleicht tue ich es immer noch. Drei Wochen nach Beginn meiner Entsendung kam ein zehnjähriger nordvietnamesischer Junge voller Granaten ins Lager, und ich, äh... ich schoss ihm aus zehn Metern Entfernung den Kopf weg.(siehe Kitten)

Mulder schaut ihn schockiert an. Er hört jetzt aufmerksam zu.

SKINNER: Ich habe meinen Glauben verloren. Nicht an mein Land oder an mich selbst, aber an alles. Nichts ergab mehr Sinn. Eines Nachts auf Patrouille wurden wir, äh... erwischt... und alle... alle sind gefallen. Ich meine, alle. Ich sah hinunter... auf meinen Körper... von außen. Zuerst habe ich ihn nicht erkannt. Ich sah zu, wie der Vietcong mir meine Uniform auszog, meine Waffe nahm und ich blieb... in diesem dichten Dschungel... friedlich... ohne Angst... und beobachtete meine... meine toten Freunde. Ich beobachtete mich selbst. Am Morgen kamen die Sanitäter und steckten mich in einen Leichensack, bis... Ich schätze, sie fanden einen Puls. Zwei Wochen später wachte ich in einem Krankenhaus in Saigon auf.

Er geht auf Mulder zu.

SKINNER: Ich habe Angst, diese Erfahrung weiter zu erforschen. Aber Sie? Sie nicht. Ihre Kündigung ist inakzeptabel.

Skinner beginnt, den Raum zu verlassen.

MULDER: Sie.

Skinner dreht sicheh um. Mulder seufzt.

MULDER: Sie haben mir die Adresse des Krebskandidaten verraten. Sie haben Ihr Leben in Gefahr gebracht.

SKINNER: Agent Mulder, jedes Leben ist jeden Tag in Gefahr. So ist einfach das Leben.

Er geht hinaus und schließt die Tür hinter sich.

Später trägt Mulder die Kiste zu seinem Auto hinunter. Als er die Tür der Tiefgarage erreicht, tritt ein Mann vor ihm aus der Deckung heraus. Mulder lässt den Kisten fallen und greift nach seiner Waffe, bis er sieht, dass es X ist. X gibt ihm ein Flugticket.

X: Ihr Flugticket.

MULDER: Aber wir kennen uns doch kaum.

X: Ich kann Ihnen nicht sagen, warum sie entführt wurde. Das ist zu nah an mir dran. Ich gebe Ihnen die Männer, die sie entführt haben.

MULDER: Wie?

X: Sie glauben, dass Sie nicht in der Stadt sein werden. Sie glauben, dass Sie Informationen über Scully in Ihrem Schreibtisch in Ihrer Wohnung aufbewahrt werden. Um 20:17 Uhr heute Abend werden sie Ihre Wohnung durchsuchen. Sie werden bewaffnet sein. Sie werden auf Sie warten.

MULDER: Warten.

X: Um sich mit tödlicher Gewalt zu verteidigen. Das ist der einzige Weg, Mulder. Das Gesetz wird diese Leute nicht bestrafen.

Mulder seufzt und nimmt das Flugticket.

X: Nach dem heutigen Abend können wir für mehrere Wochen keinen Kontakt mehr haben.

Er eilt davon.


MULDER'S APARTMENT


Mulder sitzt allein im Dunkeln, seine Waffe auf dem Tisch. Er sieht einen Schatten, der das Licht unter der Tür verdeckt. Er schaut auf seine Uhr. ERST 19:30 UHR. Er nimmt die Waffe in die Hand. Es klopft. Draußen klopft Melissa erneut.

MELISSA SCULLY: Mulder.

Mulder öffnet die Tür und sieht sich im Flur um.

MELISSA SCULLY: Entschuldigung. Ich bin vorbeigekommen, da Sie nicht auf Anrufe reagiert haben und Ihr Anrufbeantworter ist nicht eingeschaltet. Kann ich reinkommen?

Mulder sieht sie an.

MELISSA SCULLY: Nur für eine Sekunde?

Er führt sie hinein und verriegelt die Tür hinter ihr.

MELISSA SCULLY: Warum ist es hier drin so dunkel?

MULDER: Weil das Licht nicht an ist.

MELISSA SCULLY: Okay. Ich komme gerade aus dem Krankenhaus. Dr. Daly sagt... sie wird schwächer. Es könnte jederzeit so weit sein. Also dachte ich mir, dass Sie vielleicht dazukommen und sie sehen wollen.

MULDER: Nein, das kann ich nicht.

MELISSA SCULLY: Nun, ich dachte, dass Sie das wollen.

MULDER: Ja, das würde ich. Ich kann nicht, nicht jetzt.

Sie geht auf ihn zu.

MELISSA SCULLY: Hören Sie. Ich muss kein Hellseher sein, um zu sehen, dass Sie an einem sehr dunklen Ort sind... viel dunkler als der Ort, an dem meine Schwester ist. Absichtlich tiefer in die Dunkelheit zu gehen, wird ihr überhaupt nicht helfen. Nur das Licht...

MULDER: Genug mit dem Mist über harmonische Konvergenz, okay? Sie sagen mir gar nichts.

MELISSA SCULLY: Warum lassen Sie nicht einfach Ihren Zynismus und Ihre Paranoia und Ihre Niederlage los. Wissen Sie, nur weil etwas positiv und gut ist, ist es noch lange nicht albern oder banal! Warum ist es so viel einfacher für Sie, herumzulaufen und zu versuchen, es denen heimzuzahlen, als ihr gegenüber auszudrücken, was Sie fühlen? Ich erwarte mehr von Ihnen. Dana erwartet mehr.

Wütend macht sie die Tür auf.

MELISSA SCULLY: Auch wenn es sie nicht zurückbringt, wird sie es wenigstens wissen. Und Sie werden es auch wissen.

Sie geht. Mulder verriegelt die Tür, setzt sich hin und legt die Waffe wieder auf den Tisch.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


Mulder geht langsam auf Scullys Krankenbett zu und zieht einen Stuhl heran. Das Beatmungsgerät ist verschwunden. Mulder starrt sie eine Weile an, bevor er seine Hand auf ihre legt.

MULDER: Ich fühle, Scully... dass Sie glauben... Sie sind noch nicht bereit zu gehen. Und Sie haben immer die Stärke Ihrer Überzeugungen gehabt. Ich weiß nicht, ob meine Anwesenheit hier... helfen wird, Sie zurückzubringen. Aber ich bin hier.

Er lehnt sich in seinem Stuhl zurück und starrt sie nachdenklich an. Die Uhr zeigt 20:17 Uhr.


MULDER'S APARTMENT


Es ist Morgen. Mulder geht in seine Wohnung und findet sie völlig randaliert vor. Alles liegt in Trümmern. Er geht zum Durchgang von seinem Wohnzimmer zu seiner Büroecke und schaut hinein. Er lehnt sich gegen den Türbeschlag und beginnt zu weinen. Er lässt sich weinend auf den Boden fallen und schaut auf seine Hände.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


In Scullys Gedanken liegt sie auf einem Bett auf einer kleinen Waldlichtung. In der Ecke steht ein Stuhl. Der Bereich verschwindet langsam und verwandelt sich in das Krankenzimmer. Ärzte und Krankenschwestern gehen umher.

SCHWESTER AM SCHREIBTISCH: Ich sehe mir das Krankenblatt an.

Die Krankenschwester, die ihr Blut abgenommen hat, kommt vorbei, schaut Scully an und bleibt stehen.

KRANKENSCHWESTER: Rufen Sie Dr. Daly, sofort.

Sie geht zum Kopfende von Scully Krankenbett. Scullys Augen sind geöffnet. Sie blinzelt.


MULDER'S APARTMENT


Mulder sitzt auf seinem Sofa, als das Telefon klingelt. Die Anrufbeantworter geht an.

MULDER AUF DEM ANRUFBEANTWORTER: Hallo, hier spricht Fox Mulder. Hinterlassen Sie eine Nachricht...

Er nimmt den Hörer ab.

MULDER: Ich bin hier.

Er hört zu. Langsam kommt ein Lächeln auf sein Gesicht.


NORTHEAST GEORGETOWN MEDICAL CENTER
WASHINGTON, D.C.


Scully ist jetzt in einem privaten Krankenzimmer, umringt von Blumen. Margaret sitzt auf einem Stuhl, Melissa sitzt auf ihrem Bett. Mulder kommt herein. Melissa steht auf und macht Platz.

MARGARET SCULLY: Hallo, Fox.

Scully lacht.

SCULLY:Nicht Fox, Mulder.

Mulder lächelt breit, als sie ihn ansieht.

MULDER: Wie fühlen Sie sich?

SCULLY:Mulder, ich kann mich an nichts mehr erinnern... nach Duane Barry...

MULDER: Das... spielt keine Rolle.

Sie seufzt. Er hält eine blaue Plastiktüte hoch.

MULDER: Ich habe Ihnen ein Geschenk mitgebracht.

Er nimmt ein Video heraus und zeigt es ihr.

MULDER: "Die Superstars des Super Bowls."

SCULLY:Ich wusste, dass es einen Grund gibt, weiterzuleben.

MULDER: Ich weiß, dass Sie sich etwas ausruhen wollen, ich... bin nur vorbeigekommen, um zu sehen... wie es Ihnen geht und um “Hallo” zu sagen.

Er hält ihre Hand und beginnt, zu gehen.

SCULLY:Mulder?

Er dreht sich um.

SCULLY:Ich hatte die Stärke Ihrer Überzeugungen.

Er nickt und nimmt ihr Kreuz aus seiner Tasche. Sie greift nach oben und nimmt es.

MULDER: Ich habe das für Sie aufbewahrt.

Sie schaut es an, dann zu ihrer Mutter, die lächelt.

SCULLY:(leise) Danke.

Mulder lächelt und schaut Melissa an, die ihn anlächelt. Er geht hinaus. Später berührt sie das Kreuz an der Kette, die wieder um ihren Hals liegt. Eine Krankenschwester kommt herein.

SCULLY:Hmm. Könnte ich bitte Schwester Owens sehen? Ich habe etwas, das ich ihr gerne geben würde.

KRANKENSCHWESTER: Schwester wer?

Sie gibt Scully ihre Medizin und einen Becher Wasser. Scully nimmt die Tabletten mit dem Wasser.

SCULLY:Owens. Klein mit glattem, hellbraunem Haar? Sie hat auf der Intensivstation auf mich aufgepasst und ich möchte ihr danken.

KRANKENSCHWESTER: Dana, ich arbeite seit zehn Jahren hier und es gibt keine Schwester Owens in diesem Krankenhaus.

Sie verlässt das Krankenhaus. Scully starrt verwundert auf die Tür während sie das Kreuz an ihrer Kette berührt.

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