1X15 Ewige Jugend (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron/ProSieben, sofern es nicht dabei um eine Übersetzung des englischen Transkripts handelt. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden und dürfen nur nicht-kommerziell verwendet werden. Und dienen zur Zugänglichmachung zugunsten behinderter Menschen sowie zur Verwendung als Zitat. Wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.

Anmerkung von CayceP: Dies hier ist eine Übersetzung des Originals, keine Abschrift der deutschen Episode.



1X15 Ewige Jugend
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen



TASHMOO BUNDESVOLLZUGSANSTALT
PENNSYLVANIA
1989


Ein an den Rollstuhl gefesselter Mann namens Joe Crandall rollt langsam einen Korridor entlang, vorbei an einem leeren Bett, was ihn neugierig macht. Er hört Schreie und rollt in diese Richtung weiter. Die Schreie werden lauter, als er sich einer Tür nähert. Er öffnet sie und rollt langsam hinein. Er sieht Doktor Ridley, der sich um einen Mann namens John Barnett kümmert.

JOE CRANDALL: Was machen Sie mit Barnett?

JOSEPH RIDLEY: Wie bitte?

JOE CRANDALL: Was machen Sie mit Johnny?

Ridley legt sein Messer weg.

JOSEPH RIDLEY: Gehen Sie zurück auf Ihre Station. Es gibt nichts, was Sie jetzt noch für Ihren Freund tun können.

JOE CRANDALL: Was?

JOSEPH RIDLEY: John Barnett ist tot.

JOE CRANDALL: Nein, ich habe ihn schreien gehört.

Ridley hebt ein Messer auf und geht zu ihm hinüber, dann hält er das Messer unter Crandalls Hals.

JOSEPH RIDLEY: Ich sagte, John Barnett ist tot. Haben Sie das verstanden?

Crandall nickt und geht weg. Barnett sieht ihn mit toten, stumpfen Augen an, seine Pupillen sind völlig blau.

JOSEPH RIDLEY: Gehen Sie, Crandall, gehen Sie weg von hier. Hier gibt es nichts mehr zu sehen. Haben Sie verstanden?

Barnett blinzelt. Crandall geht. Barnett blinzelt erneut.


WASHINGTON, D.C.
HEUTE


Mulder und Scully steigen aus ihrem Auto aus und gehen in ein Juweliergeschäft.

SCULLY: Ich verstehe es immer noch nicht. Was hat das mit uns zu tun?

MULDER: Ein Juweliergeschäft auszurauben ist ein Bundesverbrechen.

SCULLY: Vielen Dank.

MULDER: Ich weiß es nicht. Ich bekam einen Anruf von einem Kerl, mit dem ich früher in der Abteilung für Gewaltverbrechen gearbeitet habe, er sagte, es sei wichtig.

Der Gerichtsmediziner rollt ein Opfer weg, während Mulder und Scully zu Agent Reggie Purdue hinübergehen. Mulder beginnt zu rufen.

MULDER: Reggie! Reggie!

Sie schütteln sich die Hände.

REGGIE PURDUE: Mulder, Gott, ich hasse es, wenn du das tust.

MULDER: Das ist Special Agent Scully. Reggie Purdue.

Scully und Purdue schütteln sich die Hände.

REGGIE PURDUE: Wie geht es Ihnen?

SCULLY: Was ist hier passiert?

REGGIE PURDUE: Ein einsamer Schütze hat eine Verkäuferin ausgeschaltet, nachdem sie ihm eine Tüte gefüllt hat.

MULDER: Haben Sie etwas herausgefunden?

REGGIE PURDUE: Nicht viel... außer... dem hier. Es wird dich umhauen.

MULDER: Warum?

REGGIE PURDUE: Ich sage dir, Mulder, das wird...dich...umhauen.

Er reicht Mulder eine Tüte mit einem Stück Papier darin. Mulder liest das Papier.

SCULLY: Was ist es?

MULDER: Moment….moment mal...

REGGIE PURDUE: Verstehst du, warum ich dich gerufen habe?

MULDER: Was ist mit den Zeugenbeschreibungen?

REGGIE PURDUE: Weiß, männlich, fünfeinhalb bis sechs Fuß (Anmerkung: ca. 168 bis 183 Zentimeter) groß, Skimaske.

Mulder starrt ihn an.

MULDER: Verdammt, Reggie, das ist Barnett.

REGGIE PURDUE: Ja, aber das kann nicht sein.

SCULLY: Wer ist Barnett?

Sie starren sie an. Mulder und Scully gehen hinaus.

MULDER: Es war mein erster Falli beim FBI. Barnett bewaffnete Überfälle in ganz D.C. durch und kam damit durch, sehr schießwütig. Er tötete sieben Menschen. Es gab eine große Sondereinheit, Reggie war mein ASAC. Ich war 28 Jahre alt, kam gerade von der Akademie. Ich hatte diese Theorie zu dem Fall. Reggie dachte, ich sei eingebildet. Ich war sehr von mir überzeugt.

SCULLY: Wie lautete die Theorie?

MULDER: Dass Barnett eine Insiderverbindung hatte. Ein Angestellter der Panzerwagenfirma gab ihm einen Tipp über große Geldtransporte. Wie sich herausstellte, hatte ich sozusagen recht.

SCULLY: Irgendwie?

MULDER: Ja, wir haben gefälschte Frachtbriefe und Manifeste bei der Geldtransportfirma hinterlegt, um eine ihnen Falle zu stellen, aber Barnett war uns weit voraus. Das ist... als die Mitteilungen anfingen.

Sie bleiben stehen. Er reicht Scully die Tasche mit der Mitteilung darin.

SCULLY: "Der Fuchs kann den Hühnerstall nicht bewachen."

MULDER: Clever, nicht wahr?

SCULLY: Sie haben ihn also nie erwischt?

MULDER: Doch, das haben wir. Wir haben es getan, aber es lief nicht glatt. Ein Agent ist gestorben, weil ich es vermasselt habe.

Sie starrt ihn eine Sekunde lang an.

SCULLY: Und was ist mit Barnett passiert?

MULDER: Er ist der Todesstrafe wegen einer Formsache entkommen. Aber er wurde für jeden Überfall, den er gemacht hat, zu Fall gebracht. Aufeinanderfolgende Haftstrafen, insgesamt dreihundertvierzig Jahre. Der Richter versprach mir, dass er im Gefängnis sterben würde.

SCULLY: Sie glauben also, dass er geflohen ist?

MULDER: Nein, das ist es ja gerade. Er ist tatsächlich im Gefängnis gestorben, vor vier Jahren.

SCULLY: Sind Sie sicher?

MULDER: Äußerst sicher.

Er geht weg.


KRIMINALLABORE


Agent Henderson sieht sich den Zettel unter einem Elektronenrastermikroskop an. Mulder schaut ebenfalls durch ein zweites Paar Linsen am selben Gerät.

HENDERSON: Ist dieser Typ ein Freund von Ihnen?

MULDER: Ja, ich spiele jeden Sonntag mit ihm Golf. Was meinen Sie dazu?

HENDERSON: Sie haben das erst vor zehn Minuten hergebracht.

MULDER: Sie schwächeln, Henderson.

HENDERSON: Zehn Minuten sind vielleicht genügend Zeit für Sie, Mulder. Natürlich weiß ich das nicht aus eigener Erfahrung.

Mulder sieht sie an und setzt sich hin.

MULDER: Ja... ernsthaft, was denken Sie?

HENDERSON: In Ordnung, erste Eindrücke... die Tinte ist frisch, die Mitteilung wurde in den letzten achtundvierzig Stunden geschrieben. Kugelschreiber, aber das wussten Sie ja. Ein Rechtshänder. Mal sehen... geschrieben von jemandem, der sitzt, aber jetzt gebe ich nur an.

MULDER: Ja, passt es zu Barnett?

HENDERSON: Ich würde sagen, er ist es.

MULDER: Aber Sie sind sich nicht sicher?

Henderson sieht ihn an.

HENDERSON: Fünfundneunzig Prozent. Die Schrift ist schlampig. Einige der Ober- und Unterlängen sind kräftiger.

MULDER: Könnte es über eine alte Mitteilung von Barnett nachgeahmt worden sein?

HENDERSON: Könnte sein, aber wenn es so ist, ist es eine verdammt gute Arbeit.

MULDER: Danke, Henderson, ich bin Ihnen was schuldig.

HENDERSON: Versprechen, Versprechen.

Mulder geht.


REGGIE PURDUES BÜRO


Scully und Purdue sehen sich ein Video von der Überwachungskamera an, bei der Barnett festgenommen wurde. Agenten umringen den Tatort, als Barnett herauskommt und seinem Partner eine Waffe an den Kopf hält.

REGGIE PURDUE: Da ist Barnett. Wir haben ein Lagerhaus am Flughafen observiert, aber alles ging schief, als Barnett den Fahrer des gepanzerten Fahrzeugs als Geisel nahm.

Mulder schleicht sich von hinten an Barnett.

SCULLY: Wo ist Mulder?

REGGIE PURDUE: Da, er kommt hinten herum. Barnett sieht ihn nicht.

SCULLY: Er hat freies Schussfeld.

REGGIE PURDUE: Ja, er hätte ihn niederstrecken sollen.

SCULLY: Aber er konnte nicht.

REGGIE PURDUE: Nein, nein, nicht mit einer Geisel so nah.

SCULLY: Weil es nicht nach den Vorschriften ist.

REGGIE PURDUE: Es hätte ein Leben gerettet, vielleicht zwei. Der Bastard Barnett hat einfach angefangen, loszuballern.

Reggie steht auf. Im Video erschießt Barnett seine Geisel, dann einen anderen Agenten, bevor Mulder ihn zweimal trifft.

SCULLY: Also hat Mulder auf Barnett geschossen.

REGGIE PURDUE: Zweimal, in die Schulter und in die Hand, aber nicht bevor Barnett den Fahrer und Agent Steve Wallenberg getötet hat. Mulder hat sich das nie verziehen. Sie hätten seine Aussage bei Barnetts Prozess hören sollen.

SCULLY: Wahrscheinlich hatte das viel mit der Strafe zu tun, die der Richter Barnett gab.

REGGIE PURDUE: Ich werde nie vergessen, wie Mulder vom Zeugenstand herunterkam und Barnett sich umdrehte und sagte, er würde Mulder kriegen. Um die Wahrheit zu sagen, ich wünschte, Mulder hätte Barnett gleich dort im Lagerhaus umgebracht.

Er geht weg. Auf dem Video ist ein Standbild der Agenten zu sehen, die Barnett umschwärmen.


FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Mulder nimmt einen Ausdruck aus dem Drucker, als Scully herüberkommt.

SCULLY: Was hat Henderson herausgefunden?

MULDER: Fünfundneunzig Prozent Sicherheit, dass es Barnetts Handschrift ist.

Scully sieht sich das Papier an.

SCULLY: Was ist das?

MULDER: Das Federal Bureau of Prisons hat mir eine Kopie seiner Sterbeurkunde geschickt. "Name des Verstorbenen: Barnett, John Irvin. Todesursache: Herzstillstand. Datum, sechzehnter September 1989."

Sie beginnen, zu gehen.

SCULLY: Dann muss es sich um einen sehr cleveren Nachahmer handeln.

MULDER: Die Nachricht wurde in den letzten achtundvierzig Stunden geschrieben.

SCULLY: Haben Sie Fingerabdrücke gefunden?

MULDER: Keine Abdrücke.

SCULLY: Barnett hatte eine Menge Zeit, während er im Gefängnis war, vielleicht hat er es mit jemandem von draußen geplant.

Mulder öffnet die Tür des Kellerbüros.

MULDER: Rache aus dem Grab? Das wäre ein netter Trick.

SCULLY: Er hat geplant, sich an Ihnen zu rächen, oder?

Mulder starrt sie an. Ich habe mit Agent Purdue gesprochen.

MULDER: Und er hat Ihnen das Videoband gezeigt?

Sie nickt.

SCULLY: Sie haben das Richtige getan, Mulder.

MULDER: Habe ich das? Steve Wallenberg hatte eine Frau und zwei Kinder. Einer seiner Jungs ist jetzt ein All-Star in seinem Footballteam. Wenn ich zwei Sekunden früher abgedrückt hätte, wäre Wallenberg noch hier, um seinen Sohn spielen zu sehen. Stattdessen habe ich einen Toten, der Juweliere ausraubt und mir Haikus schickt.

Er geht ins Büro.


FOOTBALLSPIELFELD


Eine Kinder-Footballmannschaft spielt im Schlamm. Der Trainer steht draußen auf dem Feld und schaut zu. Die Kinder rufen sich gegenseitig etwas zu. Die Eltern schauen auf der Tribüne zu. Mulder sitzt auch dort.

COACH: Mach ihn rein!

Der Quarterback wirft einen Pass zu seinem Receiver. Ja, so ist es besser!

MANN: Sehr gut! Gut gemacht, Alex!

COACH: Los, weiter so! Kommt schon, Jungs, stellt euch auf. Los geht's!

QUARTERBACK: Down! Set! Hut! (Anmerkung: Im Kontext des amerikanischen Football ist Hut! ein Signal des Quarterbacks, dass das Spiel im Gange ist.)

Die Jungs führen einen weiteren Spielzug aus.

COACH: Los, los, los! Du bist der Mann, da ist er!

Der Quarterback feuert einen weiteren Schuss auf den Receiver ab.

MANN: Sehr gut!

COACH: Das war über die Linie, los geht's! In Ordnung, pass auf den Ball auf.

Mulder geht. Er geht an einem fremden Mann vorbei, der mit dicker Winterkleidung bekleidet ist. Er geht hinüber zu seinem Auto, als die Schreie verklingen. Auf seinem Autositz liegt ein Paket. Er öffnet die Tür und nimmt es an sich. Als er es öffnet, sieht er Überwachungsfotos und einen Zettel, auf dem steht: "Ein gejagter Fuchs stirbt schließlich." Mulder blättert durch die Überwachungsfotos und sieht sich nach Barnett um.

MULDER: Ich krieg dich noch, du Mistkerl!

Die Eltern und Kinder auf der Tribüne schauen zu ihm zurück. Mulder steigt in sein Auto und fährt los. Der fremde Mann schaut ihn an, die Augen sind glasig, die Pupillen völlig blau und tot.


FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Purdue sitzt an seinem Schreibtisch und sieht sich die verschiedenen Bilder an, die in dem Umschlag waren.

REGGIE PURDUE: Agent Mulder, und ich glaube, dass jemand dich in die Irre führen will.

MULDER: Barnett sagte, er würde mich holen, du warst dabei.

REGGIE PURDUE: Es ist mir egal, was Barnett gesagt hat, er ist tot, Mulder.

MULDER: Anscheinend nicht.

REGGIE PURDUE: Ach, komm schon. Lass’ mich dir etwas sagen, es gibt eine Menge Leute, die wissen, dass Barnett die Drohung ausgesprochen hat.

MULDER: Es ist Barnett, Reggie.

REGGIE PURDUE: Wie kannst du das sagen?

MULDER: Ich weiß es nicht, ich fühle es einfach.

Purdue steht auf und gibt einem Mann ein Zeichen, der hinausgeht. Purdue schließt die Tür.

REGGIE PURDUE: Weißt du, all dieses Gerede über dich, über "Spooky" Mulder, ich habe dem nie viel Beachtung geschenkt. Ich dachte, es wäre nur Gerede darüber, wie paranoid du bist und so.

MULDER: Und nun?

REGGIE PURDUE: Erinnerst du sich an den Tag, an dem du frisch aus Quantico in mein Büro gekommen bist? Du hast mich schon mit deinem Anblick wütend gemacht, aber dann habe ich gesehen, wie dein Verstand arbeitet. Wie du immer drei Sprünge voraus warst. Es war beängstigend, Mulder. Alle haben das gesagt.

MULDER: Ich habe diese Geschichte schon gehört.

Mulder dreht sich um, aber Reggie ergreift seinen Arm und hält ihn wieder zurück.

REGGIE PURDUE: Ja, vielleicht solltest du sie noch einmal hören. Du hast eine Menge Leute hier im FBI enttäuscht. Sie hatten große Pläne mit dir. Eine Menge Leute sagen, dass "Spooky" Mulder eine Peinlichkeit geworden ist, eine Belastung.

MULDER: Was? Willst du damit sagen, dass jemand vom FBI dahintersteckt?

REGGIE PURDUE: Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es ist immer am besten, sich in jedem Fall abzusichern.

Scully kommt herein.

SCULLY: Entschuldigung. Das wurde gerade gefaxt.

Sie überreicht Purdue ein Papier.

SCULLY: Das ist eine Kopie von John Barnetts letztem Willen und Testament. Er hatte keine überlebenden Verwandten, hinterließ das Wenige, was er hatte, einem anderen Gefangenen... einem Joe Crandall... und die Anweisung, dass sein Körper eingeäschert werden sollte. Sein Testament wurde sechs Monate nach seinem Tod vollstreckt und dieses Dokument besagt, dass seine Asche von einem Angestellten des Krematoriums, das vom Gefängnis genutzt wurde, am Ufer des Delaware River verstreut wurde.

REGGIE PURDUE: Es ist, wie ich sagte, ich glaube, jemand versucht, Psychospielchen mit dir zu spielen.

MULDER: Eine Verkäuferin zu töten, nur um mir eine Nachricht zu hinterlassen? Ich würde sagen, das geht ein wenig zu weit.

Er nimmt die Bilder und geht.


COMPUTERLABOR

Mulder sitzt neben einer Computertechnikerin. Auf dem Bildschirm ist ein Bild von Barnett mit den Worten "Betreff: Barnett, John."

MULDER: Er ist jetzt älter, er könnte etwas zugenommen haben.

COMPUTERTECHNIKERIN: Wie viel älter?

MULDER: Fünf Jahre.

Sie drückt einige Tasten und auf dem Bildschirm wird Barnetts Gesicht älter und dünner.

MULDER: Er könnte jede Art von Verkleidung tragen.

Sie drückt ein paar weitere Tasten und Barnett wächst ein Bart. Mulder steht auf und denkt an seinen Tag im Gericht zurück. Er sitzt im Zeugenstand, während die Staatsanwaltin während ihres Plädoyer herumgeht.

STAATSANWÄLTIN: Gehen wir zurück zu dem besagten Tag. Hatten Sie den Eindruck, Agent Mulder, dass John Barnett eine Art perverses Vergnügen an seinen Verbrechen hatte? Hat er Ihnen nicht Mitteilungen geschickt, um Sie zu verspotten?

Sie starrt Barnett an, als sie an ihm vorbeigeht.

MULDER: Ja, ich hatte das Gefühl, dass er uns herausfordert, ihn zu fangen. Dass er seine Opfer tötete, fast als wäre es Teil eines Spiels.

STAATSANWÄLTIN: Beschreiben Sie dem Gericht bitte, Agent Mulder, was passierte, als Sie John Barnett endlich verhaftet hatten.

MULDER: Wir hatten ein Zolllager am Flughafen observiert. Wir wussten, dass Barnett jemanden hat, der für den Geldtransport arbeitet und ihn über große Geldtransporte informiert, aber wir hätten nie gedacht, dass er tatsächlich in dem Fahrzeug sitzen würde, wenn es ankommt. So gelang es Barnett, den Fahrer des Fahrzeugs als Geisel zu nehmen.

STAATSANWÄLTIN: Mit anderen Worten, John Barnett hat seinen eigenen Komplizen als Geisel benutzt?

MULDER: Ja, Ma'am.

Er nickt leicht. Der Richter macht sich Notizen.

STAATSANWÄLTIN: Und was geschah dann?

MULDER: Wir haben Barnett umzingelt. Wir befahlen ihm, seine Geisel und seine Waffe auszuhändigen.

STAATSANWÄLTIN: Und wo waren Sie zu diesem Zeitpunkt, Agent Mulder?

MULDER: Ich war direkt hinter Barnett.

STAATSANWÄLTIN: Mit freiem Blick auf den Verdächtigen?

Mulder zögert, dann nickt er und spricht leise.

MULDER: Ja, Ma'am.

STAATSANWÄLTIN: Aber Sie haben nicht geschossen. Mulder: Warum?

MULDER: Nun, es ist gegen die FBI-Vorschriften, das Leben einer Geisel unnötig zu gefährden.

Purdue, in der ersten Reihe, schaut zu Barnett auf seinem Platz am Verteidigungstisch. Barnett, der Handschellen trägt, scheint großes Vergnügen an Mulders Aussage zu haben.

MULDER: Und ich dachte, dass Barnett ohne Fluchtmöglichkeit aufgeben würde.

STAATSANWÄLTIN: Aber was ist stattdessen passiert?

MULDER: Der Verdächtige, äh, John Barnett, feuerte seine Waffe aus nächster Nähe auf die Geisel ab und dann richtete er seine Waffe auf Steve Wallenberg... schoss ihm ins Gesicht.

Mulders Entschlossenheit beginnt zu schwinden.

STAATSANWÄLTIN: Danke, Agent Mulder. Keine weiteren Fragen zu diesem Zeitpunkt.

Mulder steht auf.

MULDER: Er hat ihn aus reiner Bosheit niedergeschossen.

ANWALT DER VERTEIDIGUNG: Euer Ehren, wir erheben Einspruch...

RICHTERIN: Der Zeuge wird aus dem Zeugenstand treten.

MULDER: Das war ein Mann mit einer Frau und zwei kleinen Kindern...

Die Richterin schlägt mit dem Hammer auf den Tisch.

RICHTERIN: Bitte entfernen Sie sich...

MULDER: ...und Sie, Sie haben ihn ohne zu zögern erschossen, ohne Gewissen, ohne einen Funken Menschlichkeit.

Die Richterin klopft weiter mit ihrem Hammer.

ANWALT DER VERTEIDIGUNG: Euer Ehren, tun Sie etwas.

MULDER: Und deshalb sollten Sie wie ein Tier sterben, Sie Mistkerl!

RICHTERIN: Agent Mulder, wenn Sie nicht aufhören, werde ich Sie wegen Missachtung des Gerichts verurteilen.

Barnett nimmt einen Schluck von seinem Wasser und lächelt Mulder an. Die Menge murmelt weiter.

RICHTERIN: Ruhe, Ruhe im Gerichtssaal.

Mulder tritt aus dem Zeugenstand. Die Menge murmelt weiter und der Richter schlägt weiter auf den Hammer.

RICHTERIN: Wenn in diesem Gericht keine Ordnung herrscht, bin ich gezwungen, den Gerichtssaal zu räumen.

ANWALT DER VERTEIDIGUNG: Euer Ehren, die Verteidigung ist der Meinung, dass diese Äußerungen in hohem Maße irregulär und aufrührerisch gegen den Angeklagten sind, und wir bitten darum, sie aus dem Protokoll zu streichen.

Mulder hält inne und blickt Barnett an, bevor er sich setzt.

RICHTERIN: Ordnungsgemäß notiert, Herr Anwalt. Die Geschworenen werden die letzten Aussagen des Zeugen nicht berücksichtigen…

Barnett sieht Mulder an, als er sich neben Purdue setzt. Er flüstert die Worte.

JOHN BARNETT: Ich... werde...Sie...kriegen.

Er zwinkert und haucht Mulder einen Kuss, dann dreht er sich um. Purdue flüstert Mulder einige Worte zu, als Barnett sich umdreht.

Die Gegenwart. Mulder beugt sich zu der Computerspezialistin hinüber.

MULDER: Ich brauche Ausdrucke von jeder Variante.

COMPUTERSPEZIALISTIN: Aha.

Scully kommt herein.

SCULLY: Ich habe gerade mit dem Gefängnis telefoniert.

MULDER: Was haben die gesagt?

SCULLY: Nein, ich habe sie aufgrund einer Vermutung angerufen. John Barnett ist an einem Herzinfarkt gestorben, richtig? Zumindest steht das so auf seinem Totenschein. Ich ließ mir alle seine Krankenakten faxen. Barnett wurde wegen einer Infektion in der rechten Hand eingeliefert. Es gibt keine Anzeichen oder Diagnosen für koronare Komplikationen. Bei der Untersuchung sechs Monate zuvor wurde er für gesund befunden.


TASHMOO-BUNDESGEFÄNGNIS


Ein Häftling, der neben Crandall steht, zeigt auf Mulder und Scully in der Türöffnung.

HÄFTLING: Crandall. Jemand möchte Sie sehen.

Mulder und Scully nehmen Crandall in ihre Mitte, der immer noch in seinem Rollstuhl sitzt.

JOE CRANDALL: Ich bekomme nicht viele Besucher.

MULDER: Sie kannten John Barnett?

JOE CRANDALL: Ja, Sir.

MULDER: Wie gut kannten Sie ihn?

Eine Wache geht an Scully vorbei und quetscht sich an ihr vorbei.

WACHE: Entschuldigen Sie bitte, Ma'am.

JOE CRANDALL: Ziemlich gut.

SCULLY: Er hat Ihnen in seinem Testament alles hinterlassen, was er hatte. Sie müssen ihn besser als “ziemlich gut” gekannt haben.

JOE CRANDALL: Ich habe ihm immer die Verbände gewechselt, und wir haben uns einfach... kennengelernt.

MULDER: Ist Ihnen bekannt, dass Barnett 1989 in dieser Einrichtung an einem Herzstillstand gestorben ist?

JOE CRANDALL: Herzstillstand? Wo steht das?

SCULLY: Auf seinem Totenschein.

Sie bleiben stehen.

JOE CRANDALL: Er ist doch nicht tot, oder?

MULDER: Warum sagen Sie das?

JOE CRANDALL: Das letzte Mal, als ich John Barnett gesehen habe, war er in dem Raum dort drüben.

Er nickt in Richtung einer Tür.

JOE CRANDALL: Der Arzt, der ihn mit einem Skalpell behandelte, hat ihm die böse Hand sauber abgenommen.

SCULLY: Welcher Arzt?

MULDER: War es Doctor Ridley?

JOE CRANDALL: Ja, ja, es war Doctor Ridley, der war es. Er sagte mir, dass Johnny tot sei, aber ich wusste, dass es eine Lüge war. Er hat mir ein Skalpell unter das Kinn gehalten, nur weil gefragt hatte.

SCULLY: Wie konnten Sie wissen, dass Barnett nicht tot war?

Crandall nimmt einen tiefen Atemzug.

JOE CRANDALL: Ich sah, wie er mich ansah. Ich sah, wie er blinzelte. Mann, diese Augen werde ich nie vergessen.


FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Gefängnisfotos werden auf einem Lichtbildschirm angezeigt, während Mulder das Magazin in seine Waffe einlegt.

SCULLY: Was werden Sie jetzt tun?

MULDER: Ich weiß, was ich nicht tun werde. Ich werde nicht herumhängen und darauf warten, dass Barnett mir einen weiteren Valentinsgruß schickt.

SCULLY: Sie meinen den Geist von John Barnett.

MULDER: Ich wusste nicht, dass Sie an Geister glauben, Scully.

Das Telefon klingelt. Scully geht hinüber und beantwortet den Anruf.

SCULLY: Hallo? Ja, einen Moment.

Sie sieht wieder zu Mulder.

SCULLY: Es ist für Sie.

Er geht hinüber und nimmt den Hörer ab.

MULDER: Mulder.

Schnitt zu Barnett, der bis auf Teile seines Gesichts komplett in Schatten gehüllt ist.

JOHN BARNETT: Fox Mulder.

Schnitt zurück zu Mulder.

MULDER: Barnett?

Er gibt Scully ein Zeichen .

SCULLY: In Ordnung, in Ordnung...

Sie eilt los, um den Anruf zu verfolgen.

JOHN BARNETT: Sie klingen überrascht.

Mulder geht hinüber zu seinem Tonbandgerät und drückt auf Aufnahme.

MULDER: Nun, wissen Sie, sollte ich das nicht sein?

JOHN BARNETT: Wissen Sie, es ist illegal, das Telefongespräch eines anderen mitzuschneiden...

Schnitt zurück zu Barnett.

JOHN BARNETT: ...ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis. So nennt man das doch, oder?

Schnitt zu Mulder.

MULDER: In manchen Staaten. Wie kommen Sie darauf, dass ich Sie abhöre?

JOHN BARNETT: Dasselbe, was mich denken lässt, dass Sie diesen Anruf abhören.

MULDER: In welchem Staat sind Sie?

Schnitt zurück zu Barnett.

JOHN BARNETT: Im selben Zustand wie Sie. Ich stand heute Morgen neben Ihnen in der Schlange für einen Kaffee.

Schnitt zurück zu Mulder.

MULDER: Das glaube ich nicht.

Schnitt zurück zu Barnett, der lacht.

JOHN BARNETT: Mann, ich bin überall, wo Sie sind. Überall. Sie gehören mir.

Schnitt zu Mulder.

MULDER: Woher weiß ich, dass Sie es wirklich sind, Barnett?

Schnitt zu Barnett.

JOHN BARNETT: Was habe ich im Gerichtssaal zu Ihnen gesagt? Haben Sie jemals... an mir gezweifelt?

Schnitt zu Mulder.

MULDER: Ich weiß es nicht, was haben Sie mir im Gerichtssaal gesagt?

Schnitt zurück zu Barnett.

JOHN BARNETT: Huh... wenn Sie glauben, dass Sie mich mit dieser plumpen Nummer am Telefon halten werden...

Schnitt zu Mulder.

MULDER: Hören Sie, nach allem, was man hört, ist John Barnett ein toter Mann.

Schnitt zu Barnett.

JOHN BARNETT: Oh, Sie sind der tote Mann... Mulder.

Schnitt zu Mulder, der sich ein wenig anspannt.

MULDER: Gut. Ich brauche nur die Bestätigung, dass Sie der sind, der Sie vorgeben zu sein.

Schnitt zurück zu Barnett.

JOHN BARNETT: Sie wollen eine Bestätigung? Die bekommen sie.

Er haucht einen Kuss und legt auf. Schnitt zu Mulder.

MULDER: Barnett? Sind Sie noch dran?

Er knallt das Telefon auf. Scully kommt herein.

SCULLY: Sie haben ihn verloren.

MULDER: Ja, er wusste von der Rückverfolgung.

SCULLY: War es Barnett?

MULDER: John Barnett war aus New Hampshire. Er hatte einen leichten Akzent. Hören Sie sich das an.

Er hält den Rekorder an und spult zurück, dann drückt er Stop und Play.

MULDER AUF AUFNAHME: Ich brauche nur die Bestätigung, dass Sie der sind, für den Sie sich ausgeben.

JOHN BARNETT AUF AUFNAHME: Sie wollen eine Bestätigung? Sie bekommen sie.

Mulder stoppt die Aufnahme und schnippt mit den Fingern.

SCULLY: Was hat er damit gemeint?

MULDER: Ich weiß es nicht, aber das ist... John Barnett. Ich bin mir da sicher.


DAS HAUS VON AGENT REGGIE PURDUE


Purdue liegt schlafend in seinem Bett, er ist beim Lesen eingeschlafen. Sein Krimibuch hält er noch in der Hand und seine Brille hat er halb auf dem Gesicht. Das Telefon klingelt und er wacht auf.

REGGIE PURDUE: Oh...

Seine Brille fällt auf den Boden, als er den Hörer abnimmt.

REGGIE PURDUE: Ja.

MULDER: Reggie, ich bin's, Mulder.

REGGIE PURDUE: Mulder, was willst du? Es ist mitten in der Nacht.

Schnitt zu Mulder, der auf seine Uhr schaut und lächelt.

MULDER: ES IST NUR 22:45 Uhr, alter Mann.

Schnitt zurück zu Purdue.

REGGIE PURDUE: Ja, nun... ich habe geschlafen.

MULDER: Höre, Reggie, es sieht nicht so aus, als ob Barnett doch tot ist.

REGGIE PURDUE: Was?

Schnitt zu Mulder.

MULDER: Ich habe einen Insassen im Gefängnis, der schwört, dass er Barnett in der Nacht, in der er angeblich starb, lebend gesehen hat.

Schnitt auf Purdue, der sich aufrichtet.

REGGIE PURDUE: Mulder, geh nach Hause. Ruhe dich etwas aus.

Schnitt zurück zu Mulder.

MULDER: Nein, höre, Reggie, da ist nur eine Sache, die für mich keinen Sinn ergibt.

Schnitt zu Purdue. Ein Schatten schleicht durch den hinteren Teil seines Flurs.

REGGIE PURDUE: Ja, was ist das?

MULDER: Dass, was Agent Henderson gesagt hat, dass die Nachricht, die im Juweliergeschäft hinterlassen wurde, von einem Rechtshänder geschrieben wurde.

Die Person tritt leise ins Schlafzimmer.

REGGIE PURDUE: Ja, und?

MULDER: Nun, dieser Insasse des Gefängnisses schwört, er habe gesehen, wie Barnetts rechte Hand amputiert wurde.

Die Person, Barnett, tritt auf Purdues Brille und schlingt seine deformierte rechte Hand um Purdues Hals und würgt ihn. Purdue würgt vor Schmerzen und lässt sein Telefon fallen, als er vom Bett gehoben wird. Schnitt zu Mulder.

MULDER: Reggie, bist du noch da? Hey, Reggie!

Schnitt zurück zu Barnett und Purdue. Purdue wird auf das Bett geworfen, tot.

MULDER: Reggie! Reggie, was ist da los? Bist Du noch da? Was zum Teufel geht hier vor, Reggie?

Barnett wirft einen Zettel auf Purdues Körper. Schnitt zu Mulder.

MULDER: Reggie! Was ist passiert? Hey, Reggie!

Schnitt zurück zu Purdue. Barnett schleicht sich zurück in den Schatten. Das Telefonat ist immer noch aktiv.

MULDER: Was ist da los? Bist du noch dran? Was zum Teufel ist da los?


Später läuft Scully in ein Handgemenge von Polizisten, Agenten und Kriminalfotografen.

SCULLY: Ich hoffe, Sie haben Ihren feinzahnigen Kamm mitgebracht. Ich will, dass jedes Stückchen Fussel eingesammelt und analysiert wird. Falls Sie nicht finden, durchsuchen Sie nochmal alles.

Sie geht hinüber zu Mulder, der auf den Schreibtisch starrt.

SCULLY: Mulder...

MULDER: Seine Frau ist vor sechs Jahren an Krebs gestorben. Er wollte nie darüber reden.

Er geht um sie herum.

MULDER: Solange ich ihn kannte, hat er an einem Kriminalroman gearbeitet. Er hat mir versprochen, ihn mir einmal zu zeigen, aber er hat es nie getan. Ich glaube, er hatte Angst, dass es mir nicht gefallen würde. Ich bin wahrscheinlich der einzige beim FBI, dem er genug vertraute, um überhaupt zu fragen.

SCULLY: Es tut mir leid.

MULDER: Ich denke nur daran, wie anders die Dinge gewesen wären, wenn ich die Möglichkeit genutzt hätte, Barnett zu töten, als ich sie hatte.

SCULLY: Mulder... wir sind immer noch nicht hundertprozentig sicher, dass er es war.

Draußen ist eine Sirene zu hören. Mulder zeigt auf einen Zettel auf dem Schreibtisch, der in einen Beweisbeutel eingewickelt ist. Sie hebt ihn auf und liest ihn. Auf dem Zettel steht: "Beerdigungen für Fox' Freunde - dann für Fox" Sie sieht ihn wieder an. Er scheint stoisch zu sein.


KRIMINALLABOR

Henderson betrachtet den neuen Zettel unter dem Elektronenemissionsmikroskop.

HENDERSON: Frische Tinte, leicht verschmiert... Ich sage es Ihnen nur ungern, und ich bin nicht dafür bekannt, mich in diesen Dingen zu irren, aber diese Notiz wurde ganz sicher von einem Rechtshänder geschrieben.

Sie zieht sich vom Mikroskop zurück und er schaut hindurch.

HENDERSON: Sehen Sie die Druckpunkte innerhalb der Stiftrillen? Das ist ein eindeutiges Indiz.

MULDER: Wären Sie in der Lage zu sagen, ob diese Notiz von jemandem geschrieben wurde, der eine Handprothese benutzt?

Sie blickt wieder durch.

HENDERSON: Nun, dieser Kerl... und ich nehme aufgrund der kursiven Formen hier an, dass es ein männlicher Verdächtiger ist... er hat einen ziemlich schönen, flüssigen Stil. Nach den Druckvariationen in den Anschlüssen zu urteilen, braucht diese Person eine gute Fingerfertigkeit. Die werden Sie mit einer Prothese nicht bekommen.

MULDER: Sie glauben also, dass es dieselbe Person ist, die den ersten Zettel geschrieben hat.

HENDERSON: Uh-huh.

Mulder nimmt den Zettel.

HENDERSON: Ist das der Typ, von dem Sie glauben, dass er Agent Purdue getötet hat?

MULDER: Ja.

Er geht um sie herum.

HENDERSON: Wissen Sie, was mir aufgefallen ist? Die haben nie irgendwelche Fingerabdrücke auf diesen Zetteln gefunden.

Er greift hinter sie und nimmt den anderen Zettel.

HENDERSON: Wenn dieser Kerl einen Handschuh an seiner Stifthand tragen würde, wäre der Zettel nicht so verschmiert wie er ist. Falls das was hilft.


KELLERBÜRO, FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Scully ist am Telefon, als Mulder hereinkommt. Das Telefon klingelt aber immer noch am anderen Ende. Sie legt auf.

SCULLY: Ich habe gerade versucht, Sie zu finden. Hören Sie sich das an. Laut der A.M.A. (Anmerkung: American Medical Association, die größte Standesvertretung der Ärzte und Medizinstudenten in den Vereinigten Staaten, die auch die medizinische Zulassung von Ärzten verwaltet) ist Doctor Ridley, der Barnetts Totenschein unterschrieben hat, seit 1979 offiziell kein Arzt mehr.

MULDER: Was meinen Sie damit?

SCULLY: Seine Mitgliedschaft ist abgelaufen und er wurde nicht wieder zugelassen, nachdem der Staat Maryland seine medizinische Lizenz wegen eklatanten Fehlverhaltens in der Forschung und Missbrauchs eines Regierungszuschusses entzogen hat.

Er greift nach den Papieren, die sie in der Hand hält.

MULDER: Wo steht das?

SCULLY: Genau hier. Im Bundesjournal des National Institute of Health.

Sie reicht ihm das Papier. Sie gehen in Richtung Tür.

MULDER: Welche Art von Forschung?

SCULLY: Er führte Experimente an kleinen Kindern durch, die von einer Krankheit namens Progerie betroffen waren.

Sie gehen hinaus.


NATIONAL INSTITUTE OF HEALTH
BETHESDA, MARYLAND


Auf dem Bildschirm ist ein Film zu sehen, der ein junges Mädchen zeigt, das sehr klapprig und alt aussieht und herumläuft.

ARZT: Die Patientin, die Sie sehen, ist ein achtjähriges Mädchen, das an Progerie im fortgeschrittenen Stadium leidet.

Er geht vor den Bildschirm und zu den Agenten herum. Auf dem Bildschirm beginnt das Mädchen mit einem Arzt zu sprechen.'#'

MULDER: Sie sieht etwa neunzig aus.

ARZT: Es wurden nur etwa hundert Fälle gemeldet, also ist die Krankheit selten.

SCULLY: Aber tödlich.

ARZT: Einige Progerie-Patienten schaffen es bis ins frühe Erwachsenenalter, aber andere werden im Alter von sieben oder acht Jahren unheilbar.

MULDER: Was ist die Todesursache?

ARZT: Klinisch gesehen ist es eine Herz- oder Hirngefäßerkrankung, aber eigentlich sterben diese armen Kinder an Altersschwäche.

Der Film wechselt zu dem von Doctor Ridley mit dem jungen Mädchen.

MULDER: Ist das Doctor Ridley?

ARZT: Ja, im Jahr 1974. Joe Ridley dachte, dass er das beschleunigte Altern verlangsamen könnte. Anfangs waren einige seiner Laborversuche vielversprechend, aber dann... gerieten die Dinge außer Kontrolle. Er wollte mit Versuchen am Menschen beginnen.

MULDER: Warum wurde ihm das nicht erlaubt?

ARZT: Weil er die Kriterien nicht erfüllt hatte. Es war alles zu hypothetisch, zu... gefährlich. Ich meine... Ich kannte Joe Ridley. Ihm waren diese Kinder egal. Er sprach über sie, als wären sie Versuchstiere. Diese schreckliche Krankheit, Progerie... er sah sie als "eine wunderbare Gelegenheit". Genau diese Worte benutzte er einmal bei mir. Eine Gelegenheit, "alle Geheimnisse zu entschlüsseln". Als sie sich weigerten, die Versuche am Menschen zuzulassen, wurde er wütend. Wissen Sie, wie sie Joe Ridley hinter seinem Rücken nannten?

Auf dem Bildschirm spricht Ridley in die Kamera, aber es gibt keinen Ton.

MULDER: Wie?

ARZT: Doctor Mengele.

SCULLY: Und wie hat Doktor Ridley schließlich seine medizinische Lizenz verloren?

ARZT: Er hat die Versuche am Menschen heimlich und ambulant weitergeführt.

Mulder geht zum Bildschirm hinüber.

ARZT: Als wir davon erfuhren, haben wir natürlich sein Stipendium gekündigt und Anzeige bei den staatlichen Ärztekammern erstattet.

SCULLY: Ich fürchte, Ihr Kollege Doctor Ridley, ist wie vom Erdboden verschluckt.

ARZT: Ja. Obwohl es Gerüchte gibt, dass er nach Südamerika gegangen ist, um seine Arbeit fortzusetzen.

Mulder und Scully verlassen den Raum und gehen den Gang entlang.

SCULLY: Man kann das Altern nicht einfach rückgängig machen.

MULDER: Ridley hat einen Weg gefunden.

SCULLY: Hören Sie das, was Sie da sagen?

MULDER: Er wollte menschliche Forschungsobjekte, richtig? Häftlinge. Gefangene wie John Barnett.

SCULLY: Mulder, das ist Science Fiction.

MULDER: Nun, was hätten Sie vor zwanzig Jahren über Gen-Splicing, DNS-Fingerabdrücke, Klonen, künstliche Intelligenz gesagt?

Er drückt den Abwärtsknopf für den Aufzug.

MULDER: Vielleicht suchen wir doch nicht nach einem Mann in den späten Vierzigern. Vielleicht hat John Barnett die perfekte Verkleidung gefunden... die Jugend.

Die Fahrstuhltür öffnet sich und sie gehen hinein. Scully drückt einen Knopf und die Aufzugstür schließt sich.


COMPUTERLABOR

Auf dem Computerbildschirm ist das Originalbild von John Barnett zu sehen. In der oberen linken Hand steht geschrieben: "Subjekt: Barnett, John."

MULDER: Ich möchte ihn jetzt rückwärts altern lassen. Beginnen wir mit zehn Jahren.

Die Technikerin gibt einige Befehle per Tastatur ein und das Gesicht wird gesünder, das Haar dicker.

MULDER: Jetzt noch mal fünf Jahre.

Weitere Tasten werden gedrückt und das Gesicht wird noch jünger.

MULDER: Und fügen Sie zwanzig Pfund (Anmerkung: ca. 10 Kg) hinzu. Gesunde zwanzig Pfund.

Mulder sieht sich das Endergebnis an.


SCULLY'S APARTMENT
WASHINGTON, D.C.

Scully tippt auf ihrem Laptop. Wir hören ihre Stimme aus dem Off.

SCULLY: Ridleys Notizen von den Menschenversuchen am NIH zeigen, dass er das Altern nicht als unausweichlich ansah, sondern als eine opportunistische Krankheit. Eine Krankheit, die verhindert, ja sogar rückgängig gemacht werden kann, indem man die chemischen Signale verändert, die bestimmte Gene auslösen. Es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, dass Ridleys Arbeit zu irgendwelchen Ergebnissen geführt hat oder dass seine Theorien, allen gegenteiligen Hoffnungen zum Trotz, irgendeine Gültigkeit besitzen.

John Barnetts echsenartige Hand dreht den Türknauf zu Scullys Wohnung. Scully hört die Tür knarren, versucht, weitere wahrnehmbare Geräusche zu hören, und geht zurück zum Tippen.

SCULLY: Laut den führenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften sind Prognosen über diese Art von Gentechnik bestenfalls spekulativ und futuristisch.

Scully, beunruhigt über den Lärm, nimmt ihre Brille ab und steht auf. Sie nimmt ihre Pistole von der Kaminablage, holt sie aus dem Holster und lädt sie. Sie beginnt vorsichtig, die Waffe im Anschlag, ihre Wohnung zu durchsuchen. Im Schatten beobachtet Barnett sie. Es klopft an der Tür und Scully macht sich langsam auf den Weg zur Tür. Es kopft erneut.

SCULLY: Wer ist da?

JOSEPH RIDLEY: Doctor Joe Ridley.

Scully, perplex, öffnet die Tür und zielt mit ihrer Waffe auf ihn. Er hebt instinktiv die Hände. Barnett, der mit dieser neuen Herausforderung konfrontiert ist, schleicht sich im Schatten hinaus.

Mulder, Scully und Ridley setzen sich auf verschiedene Stühle. Scully macht sich Notizen. Ridleys Augen haben den gleichen toten Glanz wie die von Barnett.

MULDER: Wenn Sie wirklich Doktor Joseph Ridley sind, wo waren Sie dann in den letzten fünf Jahren?

JOSEPH RIDLEY: Ursprünglich habe ich meine Forschungen in Mexiko fortgesetzt, aber die letzten drei Jahre habe ich meine Zeit in Mittelamerika verbracht. In Belize, um genau zu sein.

MULDER: Was ist mit Barnett?

JOSEPH RIDLEY: John Barnett ist der einzige verbliebene Patient. Der einzige, der die Experimente überlebt hat.

MULDER: Was ist mit Ihnen?

JOSEPH RIDLEY: Mein Aussehen trügt. Ich habe nicht mehr als einen Monat zu leben, da ich an einer seltenen zerebralen Gefäßerkrankung sterbe.

SCULLY: Die gleiche Krankheit, an der die Kinder mit Progerie sterben?

JOSEPH RIDLEY: Das ist richtig.

Er lacht ein wenig.

JOSEPH RIDLEY: Eine unglückliche Nebenwirkung der Behandlung. Indem ich die genetischen Komponenten der Progerie nutzte, konnte ich den Alterungsprozess auf die gleiche Weise umkehren, wie die Krankheit ihn beschleunigt hat. Gleichzeitig wurden ich und meine Patienten genetisch anfällig für die gleichen Beschwerden, die ein Kind mit sechs oder acht Jahren haben würde, wenn es die Krankheit hätte.

MULDER: Und was ist mit Barnett?

JOSEPH RIDLEY: John Barnett. Wenn ich den Mann nicht so persönlich verabscheuen würde, könnte ich ihn meinen einzigen Triumph nennen.

MULDER: Barnett stirbt nicht.

JOSEPH RIDLEY: Nur seine Augen, die aus irgendeinem Grund nicht auf die Gentherapie ansprechen. Ansonsten scheint es John Barnett gutzugehen.

SCULLY: Aber wie?

JOSEPH RIDLEY: Ich habe Barnetts Behandlung variiert. Nachdem ich die Progerie-Rezeptoren isoliert hatte, stieß ich auf etwas ganz Unerwartetes... dieselben Gene, die mit der Produktion von Myelin zusammenhängen.

SCULLY: Das Material, das die Neuronen im Körper isoliert.

JOSEPH RIDLEY: Ja. Sehen Sie, Myelin ist bei sehr jungen Menschen nicht vorhanden, und indem ich die Auswirkungen des Alterns umkehrte, fand ich mit Barnett heraus, dass ich die Produktion von Myelin regulieren konnte. Myelin ist das Material, das Sie oder mich daran hindert, eine neue Hand zu regenerieren, wenn unsere abgeschnitten wurde.

MULDER: Sie waren in der Lage, John Barnett eine neue Hand wachsen zu lassen?

JOSEPH RIDLEY: Nicht wirklich. Jedenfalls keine menschliche Hand. Ich konnte die Zellen nie dazu bringen, sich zu teilen oder sich richtig zu verhalten.

SCULLY: Ich, ich habe Angst zu fragen. Was für eine Art von Hand haben Sie gezüchtet?

JOSEPH RIDLEY: Es gab einige erfolgreiche Arbeiten in London. Indem sie Proben von dem, was wir Zellmorphegine nennen, von einem amputierten Salamanderarm nahmen und sie auf den Rücken der Kreatur aufbrachten, waren sie in der Lage, eine neue Gliedmaße an einem völlig anderen Teil des Körpers wachsen zu lassen. Aber nur bei Salamandern.

MULDER: Bis John Barnett.

JOSEPH RIDLEY: Ja.

SCULLY: Unglaublich.

JOSEPH RIDLEY: Meine Arbeit hat mich teuer zu stehen kommen. Ich bin ein Ausgestoßener in der medizinischen Gemeinschaft. Ich wurde Doctor Mengele genannt, Doctor Frankenstein, aber das war mir egal.

SCULLY: Weil Sie wussten, dass, wenn sich Ihre Theorien bewahrheiten würden...

JOSEPH RIDLEY: Der Mann, der den Jungbrunnen besitzt, kontrolliert die Welt. Als die A.M.A. mich zensierte, kamen gewisse Sponsoren aus dem Nichts. Einer von ihnen ist die US Regierung.

MULDER: Die haben Ihre Forschung finanziert?

JOSEPH RIDLEY: Sie werden vielleicht noch überraschter sein, wenn Sie erfahren, wie hoch oben dieses schmutzige kleine Geheimnis geht.


GERTIE'S BAR


Deep Throat geht hinein und hinüber zu einem Tisch im hinteren Bereich, wo er sich neben Mulder setzt. Er spricht relativ leise, verglichen mit dem Rest des Lärms in der Bar.

DEEP THROAT: Ich weiß, warum Sie mich kontaktiert haben. Hören Sie zu und ich erkläre es Ihnen. Ich bin nicht besonders stolz auf die Art und Weise, wie diese Angelegenheit gehandhabt wurde, aber, äh, ob Sie es mögen oder nicht, John Barnett ist eine Tatsache des Lebens.

MULDER: Ich wünschte, Agent Perdue wäre hier, um die Ironie zu würdigen.

DEEP THROAT: Die Regierung wusste ganz genau, dass Barnett im Land war. Sie wissen natürlich, dass Barnett alle Forschungen von Ridley gestohlen hat.

MULDER: Ja, Ridley war...

DEEP THROAT: Nun, was Ridley nicht weiß, ist, dass unsere Regierung mit Barnett verhandelt, um sie ihm abzukaufen.

Mulder schaut weg und lacht angewidert.

MULDER: Was will er denn?

DEEP THROAT: Eine Menge Geld, Immunität, Sicherheit.

MULDER: Wird er es bekommen?

Deep Throat lacht.

DEEP THROAT: Er hat alle Trümpfe in der Hand.

MULDER: Sie sind sich bewusst, dass dieser... Freak der Wissenschaft, mit dem Sie verhandeln, ein Mörder ist?

Deep Throat nickt.

DEEP THROAT: Die Informationen, die er hat... könnten den Lauf der Menschheit verändern. Bedenken Sie die Möglichkeiten.

MULDER: Das werde ich.

Er steht auf und geht. Deep Throat seufzt und nimmt einen Schluck von seinem Drink.


SCULLY'S APARTMENT
WASHINGTON, D.C.


Es ist 7:20 Uhr morgens. Die Sonne geht auf. Das Telefon klingelt. Als niemand abhebt, klickt der Apparat.

SCULLY: auf dem Anrufbeantworter Hi. Hier ist Dana Scully. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Ton.

Es piept, dann werden zwei weitere Ziffern gewählt. Scully tritt aus der Dusche.

ANRUFBEANTWORTER: Neue Nachrichten.

Scully sieht auf ihren Anrufbeantworter hinunter.

MARGARET SCULLY: auf dem Anrufbeantworter Hi, Dana, hier ist Mom. Ich wollte nur anrufen und Hallo sagen. Ähm, ruf mich an, wann immer du willst. In Ordnung, tschüss.

Ein weiterer Piepton und die nächste Nachricht wird abgespielt. Scully sieht schockiert aus.

KATHY: (auf dem Anrufbeantworter) Hi, Dana, ich bin's, Kathy. Hör zu, ich hoffe, du triffst mich noch vor meinem Cello-Konzert...


KELLERBÜRO, FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Mulder sieht sich eine künstlerische Darstellung der jüngeren Barnett an. Scully legt ihren Anrufbeantworter auf dem Schreibtisch ab.

MULDER: Was ist das?

SCULLY: Das ist mein privater Anrufbeantworter. Oder zumindest war er das mal.

Er legt die Zeitung auf dem Schreibtisch ab.

MULDER: Was meinen Sie?

SCULLY: Als ich heute Morgen aus der Dusche kam, hörte ich, wie jemand meinen privaten Code einwählte und meine Nachrichten abspielte. Letzte Nacht, vor Doctor Ridley Besuch, hätte ich schwören können, dass jemand in meiner Wohnung war. Aber als Ridley klopfte, dachte ich, ich hätte das Geräusch mit ihm verwechselt.

MULDER: Scully...

Sie hält ihren Anrufbeantworter hoch.

SCULLY: Heute Morgen habe ich das hier zur Fingerabdruckanalyse gebracht, bevor ich hierherkam. John Barnetts linker Zeigefinger ist auf der Unterseite dieses Gerätes.

Das Telefon klingelt und Scully legt den Anrufbeantworter ab, als Mulder abnimmt.

MULDER: Mulder.

Schnitt zu Barnett, der stöhnt. Sein Gesicht liegt im Schatten, bis auf sein linkes Auge, das blau glasiert ist. Schnitt zurück zu Mulder, der aufsteht.

MULDER: Barnett?

Barnett stöhnt.

JOHN BARNETT: Ihr neuer Freund, Ridley?

Schnitt zurück zu Barnett.

JOHN BARNETT: Gewöhnen Sie sich nicht zu sehr an ihn... hm? Er wird bald sterben, wie der Rest Ihrer Freunde.

Schnitt zu Mulder.

MULDER: Der Rest meiner Freunde?

Schnitt zu Barnett, der lächelt.

JOHN BARNETT: Einer nach dem anderen.

Schnitt zurück zu Mulder.

MULDER: Sie sind nicht so schlau.

Schnitt zurück zu Barnett. Er gluckst und reibt sich mit einem Finger seiner grotesken Hand das Kinn.

JOHN BARNETT: Sagen Sie mal, Sie wollen doch nicht, dass ich es Ihnen noch einmal beweise, oder? Oh, na ja, macht nichts. Sie werden bald genug an der Reihe sein.

Schnitt zu Mulder.

MULDER: Nun, diese Möglichkeit werden Sie nicht bekommen.

Schnitt zu Barnett, der das saukomisch findet.

JOHN BARNETT: Oh, nein?

Er lacht.

JOHN BARNETT: Wer wird mich denn aufhalten, hm? Mann, das ist... das ist “das Land der Freien!” (Anmerkung: eine Anspielung auf den Text der Nationalhymne der USA)

Sein Lachen verstummt.

JOHN BARNETT: Nun, ich wollte mich nur kurz melden. Auf Wiedersehen. Für den Moment.

Er reibt sich das Kinn und legt auf. Schnitt zu Mulder, der ebenfalls auflegt.

MULDER: Was weiß Barnett über Ihre Telefonnachrichten?

SCULLY: Äh, dass meine Mutter ohne Grund angerufen hat und dass ich mich mit einer Freundin vor ihrem Cello-Konzert treffe.

MULDER: Wo ist das?


JANIE TAYLOR MEMORIAL RECITAL HALL
WASHINGTON, D.C.


Mulder instruiert seine FBI-Kollegen. Scully verteilt verschiedene Bilder der Computerbildmanipulationen von Barnett.

MULDER: Vor und während der Aufführung sind wir im Nachteil, weil wir nicht genau wissen, wie Barnett aussieht. Studieren Sie jedes dieser Gesichter. Lernen Sie es kennen, besonders die Augen.

SCULLY: Ich füge eine Skizze des Theaters bei. Es gibt sechs Vordereingänge und vier weitere hinter der Bühne.

Sie beendet das Verteilen der Flugblätter und stellt sich neben Mulder.

MULDER: Wir wissen, dass er, wenn er auftaucht, Scully ins Visier nehmen wird. Also, wo auch immer sie ist, sie sollte nicht aus den Augen gelassen werden. Wir haben noch zwei Stunden bis zur Vorstellung. Lernen Sie diesen Ort in- und auswendig. Wir wollen keine Schießerei, wenn es geht. Wir wollen Barnett lebend fassen, in Ordnung?

Die Männer gehen weg. Mulder und Scully machen sich ebenfalls auf den Weg.

MULDER: Wie fühlen Sie sich?

SCULLY: Es ist das erste Mal, dass ich die Zielscheibe spiele.

MULDER: Lassen Sie uns sicherstellen, dass es nicht das letzte Mal sein wird.

Ein Agent kommt auf die Bühne, während die Instrumente gestimmt werden. Auf der Bühne steht Scullys Freundin Kathy mit ihrem Cello. Ein Mann spielt schlecht auf dem Klavier. Der Agent geht die mittlere Treppe hinunter und hinaus. Der Mann am Klavier sieht ihm nach, wie er geht, mit seiner grotesken Hand spielt er Tönen und tut so, als ob er das Klavier stimmt. Seine Augen sind blau glasiert. Mulder geht in den Hauptraum, in dem es laut ist und die Leute sich unterhalten. Er bahnt sich einen Weg durch die Menge und sieht sich die ankommenden Leute an. Scully sieht ihn an. Barnett, der Handschuhe trägt, nimmt seinen Revolver aus einem Etui und stopft ihn unter seinen blauen Pullover in die Hose. Er geht von der Bühne und ruhig den Gang entlang, während das Cello hinter ihm spielt. Er geht in den Hauptraum, bahnt sich seinen Weg durch die Menge und sieht sich um. Er sieht Scully und schiebt sich an zwei Leute vorbei und holt seinen Revolver heraus.

SCULLY: Waffe!

Sie schubst einen Mann aus dem Weg und wird getroffen.

Der nächste Schuss trifft sie direkt in die Brust und Scully fällt auf den Rücken. Mulder rennt rüber, die Waffe gezogen. Er stößt einen Mann aus dem Weg.

MULDER: Runter!

Barnett grinst und senkt seine Waffe, als die Leute schreien. Er rennt in den Hauptraum, während Mulder zu Scully hinüberläuft und auf sie hinunterschaut.

MULDER: Kümmern Sie sich um sie!

Ein Mann sieht nach Scully. Barnett rennt den Gang entlang und auf die Bühne, packt Kathy am Hals und stellt sich hinter sie, hält ihr die Waffe an den Kopf. Mulder rennt hinein, gefolgt von zwei anderen Agenten. Kathy wehrt sich gegen seinen Griff.

JOHN BARNETT: Bleiben Sie zurück, Mulder!

Sie stöhnt und keucht laut.

JOHN BARNETT: zu Kathy Halt die Klappe!

Mulder dreht sich zu den anderen Agenten um.

MULDER: Treten Sie zurück, treten Sie zurück...

Mulder zielt mit seiner Waffe.

JOHN BARNETT: Ich werde sie töten! Denken Sie nicht einmal daran!

MULDER: Lassen Sie sie einfach gehen.

JOHN BARNETT: Nur zu, schießen Sie. Nur zu, Mann. Schießen Sie, Mulder! Wovor haben Sie Angst, hm? Was, ist es gegen die Vorschriften, hm? Nein, Mann. Sie brauchen mich doch lebend, oder? Weil ich der Einzige bin, der weiß, wo die Forschungsergebnisse sind! Hm? Damit ich sie erschießen kann! Und Sie müssen einfach damit leben, nicht wahr, hm?

MULDER: Halt Sie den Mund!

KATHY: Bitte, nein. Bitte, bitte, bitte...

Mulder senkt seine Waffe.

JOHN BARNETT: Wie sieht es aus, Mulder?

Mulder hebt sie mit stählerner Entschlossenheit wieder hoch.

KATHY: Bitte, bitte, bitte, bitte, bitte...

JOHN BARNETT: Genau wie in alten Zeiten, hm? Hm?

Mulder drückt den Abzug. Barnetts Augen werden anders, sein ganzer Körper spannt sich an. Kathy keucht und er fällt langsam um. Sie schreit und fängt an zu weinen. Mulder starrt eine Sekunde lang auf die Bühne, dann sieht er wieder zu den beiden anderen Agenten.

MULDER: Rufen Sie einen Krankenwagen!

AGENT: In Ordnung... es ist in Ordnung, Scully, ein Krankenwagen ist auf dem Weg.

Scullys Augen gehen auf. Sie bewegt sich langsam, ihre Augen konzentrieren sich.

AGENT: Sind Sie in Ordnung? Versuchen Sie nicht, sich zu bewegen…

Sie stöhnt und blickt auf ihre Brust hinunter, zieht ihre Bluse zu Seite, um die beschädigten Kevlarweste zu enthüllen. Sie lässt ihren Kopf zurückfallen und seufzt erleichtert. Sirenen kommen in Hörweite.


KRANKENHAUS

Mulder sieht durch das Fenster, wie Ärzte und Krankenschwestern um Barnetts Leben kämpfen. Ein MIB verhört Barnett ebenfalls.

MAN-IN-BLACK: Wo sind sie? Können Sie mich hören?

ARZT: Eins, zwei, drei...

MAN-IN-BLACK: Wo haben Sie sie versteckt?

Mulder schaut zurück zu Scully, die auf ihn zugeht. Der Lärm im Operationssaal wird zu einem leisen Getöse.

MULDER: Wie fühlen Sie sich?

SCULLY: Als ob mir jemand in die Rippen getreten hätte.

MULDER: Die Kugel ging durch acht Schichten Kevlar, Sie haben Glück, dass Sie noch leben.

SCULLY: Was ist mit ihm?

MULDER: Nun, sie haben drei Spezialisten eingeflogen, um zu versuchen, sein Leben zu retten. Der Kerl in dem hässlichen Anzug dort ist wahrscheinlich von der CIA, die versucht, mit ihm zu reden.

SCULLY: Ist Barnett bei Bewusstsein?

MULDER: Ja, aber er redet nicht.

Sie starren auf das Durcheinander in der Notaufnahme.

SCULLY: Mulder, ich weiß, dass das, was Sie getan haben, nicht nach Vorschrift war.

MULDER: Das sagt eine Menge über das Buch aus, nicht wahr?

Sie starren sich gegenseitig an. Barnett verkrampft sich, als die Krankenschwestern seine Hände festhalten.

ARZT: Barnett! Barnett, kommen Sie!

Barnetts Salamanderhand wird schlaff, und er stirbt.

MANN: Vitalfunktionen sinken...

ÄRZTIN: Barnett... schocken Sie ihn, sofort!

Barnett starrt Mulder durch das Fenster an, tot.

SCULLY: Sie haben ihn verloren.

MULDER: Der Bastard wird diese Forschung mit ins Grab nehmen.

SCULLY: Was denken Sie, wo es ist?

Schnitt zu einem belebten Bahnhof. Mulder spricht mit Scully über das Bild.

MULDER: Wer weiß? Wenn Barnett es nicht zerstört hat, könnte er es überall versteckt haben. Was eine grausame Ironie hätte, nicht wahr? Wissenschaftliches Wissen, das den Lauf der Menschheit verändern könnte, irgendwo auf einem Feld vergraben oder in einem Bankschließfach. Er wird alt, so wie wir alle.

SCULLY: Wenn es nicht zerstört wurde, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es irgendwie, eines Tages, jemand finden wird.

MULDER: Und wenn sie das tun... vielleicht kann er sich aus dem Jenseits rächen, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir nicht das letzte von John Barnett gehört haben.

Viele Menschen gehen an dem Bahnhofsschließfach mit der Nummer 935 vorbei, ohne zu ahnen, was sich darin befindet.'

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