Der Synthesizer

Aus Spookyverse
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Syntheziser Studio

Geschichte

Das Musikinstrument Synthesizer kann auf elektronischem Weg, per Klangsynthese, Töne erzeugen. Es wird zwischen analogen und digitalen Synthesizer unterschieden.

Der erste spiel- und konfigurierbar analoge Synthesizer wurde von Robert Moog 1964 hergestellt. 1970 wurde der Minimoog veröffentlicht, der mit den wichtigsten Komponenten eines Synthesizers ausgestattet wurde und das zu spärliche Moog Modular System für den Bühnen- und Live-Einsatz ersetzen sollte. Weitere Unternehmen schlossen sich im Laufe der 70er Jahre an, Synthesizer auf den Markt zu bringen u. a. ARP Instruments, Oberheim und Sequential Circuits. Jedoch wurde schnell festgestellt, dass die damaligen Synthesizer zwei entscheidende Nachteile hatten, sie waren nur monophon spielbar und nicht dauerhaft programmierbar was bedeutet, dass es keine Möglichkeit gab, Einstellungen zu speichern. Nur wenige dieser Geräte waren in der Lage, zwei Töne zur gleichen Zeit zu erzeugen. Mit dem Yamaha CS-80 und der Oberheim Four-Voice kamen 1976 die ersten polyphonen Synthesizer auf den Markt. Der Prophet-5 von Sequential Circuits zählte 1978 zu einem der ersten erschwinglichen polyphonen Synthesizer. Die Revolution der Synthesizer wurde mit dem Aufkommen von digitaler Klangerzeugung in den 70er Jahren begonnen. Bei der Frequenzmodulationssynthese, kurz FM-Synthese, senden digitale Oszillatoren verschiedene Sinusschwingungen, die sich in Abhängigkeit von einem gewählten Algorithmus gegenseitig modulieren, so dass sich komplexe Schwingungsformen ergeben können. 1983 wurden die analogen Synthesizer durch den DX7 verdrängt. Die FM-Synthese fand nach dem Auslaufen des Patentschutzes weite Verbreitung, z. B. in einfachen 4-Operatoren-Synthesizern auf PC-Soundkarten. Die zweite Revolution fan 1979 mit dem Erfinden des Sampling stellte statt. Beim Sampling werden natürliche Klänge von Instrumenten oder Geräuschen digitalisiert. Mit dem Sampler wurde die reale Wiedergabe akustischer Instrumente möglich. Der Mirage von Ensoniq war 1985 der erste für die breite Masse erschwingliche Sampler. Das Klangbild der Popmusik der 80er Jahre wurde bald mit dem Sampling geprägt. Sehr populär wurde 1987 der D-50 von Roland, ein Multi Task Synthesizer, der besonders aufgrund seines integrierten Effektgerätes und der attack begehrt wurde. Die M1 von KORG repräsentierte 1988 einen neuen Typus von Synthesizer, die „Workstation“ mit integriertem Synthesizer, Effektgerät, Drumcomputer und Sequencer. Mit der Workstation konnten komplette Musiksequenzen mit einem Gerät erstellt werden. Die neuartige Synthesemethode, das Physical Modelling, kam anfang der 90er Jahre auf den Markt. Bei der PM-Synthese wird versucht, eine „natürliche“ physikalische Klangerzeugung anhand von mathematischen Beschreibungen digital zu simulieren. In den letzten Jahren wurden einige Hybridsynthesizer entwickelt. Das Konzept der hybriden Synthesizer stammt aus den 80er Jahren und versucht kurze Samples oder additiv erzeugte Wellenformen mit analogen Filtern zu kombinieren. Der SY99 von Yamaha konnte dagegen geladene Samples in die FM-Synthese einspeisen und die daraus resultierenden Wellenformen nochmals subtraktiv bearbeiten und kombinierte so Sampler und digitale FM-Synthese mit subtraktiver Klangerzeugung. Ein neuer Trend sind sogenannte „native software synthesizer“. Aufgrund der Leistungsfähigkeit moderner PCs ist es möglich, digitale Klangerzeugung auf unspezialisierten Prozessoren durchzuführen. Mittlerweile gibt es für jede Syntheseform verschiedene Software-Synthesizer, die zum Teil Simulationen bekannter Hardware-Synthesizer sind. Diese Software-Synthesizer werden oft durch ein Masterkeyboard, Pad-Controller oder Drehregler gesteuert. Die heutigen Komponisten arbeiten meist auf Sample basierten Systemen.

Die Funktionen

Die Funktionen eines Synthesizers finden sich in dessen Hüllkurve – attack, sustain, decay, release- wieder. Der Anschlag eines Klanges wird durch „attack time“ -wie schnell reagiert mein Klang auf Tastendruck- und „attack level“ -wie stark ist der Anfangsimpuls- bestimmt. Hinter dem sustain verbirgt sich die Möglichkeit einen Klang zu halten, der sogenannte „sustain level“. Der decay ist das Abfallen des Schlagimpulses auf einen „sustain level“ und wird durch die „decay time“ geregelt, die kurz oder lang sein kann. Der decay ist ebenfalls mit der Steuerung anderer Parameter koppel bar. Ein Klang kann mit dem release Effekt nach dem loslassen der Taste sofort verstummen oder aber mit einem Ausklang nachebben.

Klänge

Die zu verwendenden Klänge können in String-, Bass-, Glass-, Voiceähnlicher-, Metallic- und Noise-Sound kategorisiert werden.


Der Synthesizer in Akte X

Die Musik der Serie The X-Files wurde von Mark Snow ausschließlich mit dem Synthesizer erstellt. Die Ausnahme bilden zwei Leitmotive und die Kinoscores, welche aus einem Live Orchester für die komponierte Musik, dem gleichen Orchester, mit großen Live Orchester Sounds und Snows Synthesizer Sounds, besteht.


Informationen aus dem Web

Bilder zu den einzelnen Synthesizern findet ihr hier: http://www.sequencer.de/syns/digital_synthesizer.html

Ebenfalls gibt es auf dem deutschen Zeitschriftenmarkt ein Synthesizer Magazin: http://www.synthesizer-magazin.de/