9ABX16 Erlösung (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


9ABX16 Erlösung
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!


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THE TIP - DER HINWEIS


Nacht. Was auf den ersten Blick wie der Mond erscheint, ist eine flackernde Straßenlaterne. Die Straßen sind naß. Ein dunkles Auto (Kennzeichen 46-RFXG) hält vor einem der Häuser. DOGGETT sitzt am Steuer. Er vergleicht die Hausnummer mit einem kleinen Zettel, den er in der Hand hält. Haus Nr. 1161. Es stimmt. Er steigt aus dem Auto.
Allein bricht er die Tür auf und betritt das Gebäude. Sein einziges Licht kommt aus seiner kleinen Taschenlampe. Er steigt die Treppen hinauf, den kleinen Zettel in der Hand umklammert. Er erreicht das Obergeschoß und geht über einen verlassenen und unordentlichen Flur.
Noch einmal vergleicht er die Zimmernummer mit dem Zettel in seiner Hand. Nr. 311. Es stimmt. Er greift nach dem Türgriff und öffnet die Tür. Er wird von jemandem aus dem Inneren des Raumes gegen die Flurwand zurückgeworfen, der die Treppen hinunterläuft und entkommt.
Statt den fremden Mann zu verfolgen, wird DOGGETT von einen kratzenden Geräusch aus dem Inneren des Raums abgelenkt. Er betritt den Raum. Das Kratzen hält an. Es kommt aus der frisch zementierten Wand. Der Zement ist noch feucht. DOGGETT schabt den Zement beiseite, aus der Wand sickert Blut und läuft an ihr hinunter.

Quantico
SCULLY richtet die Lampe über einem Körper auf dem Untersuchungstisch aus. Sie unterrichtet eine Klasse. Der Tisch ist von Studenten umstellt.
SCULLY: Jane Doe. Gefunden gestern Nacht in einer Zementwand begraben, von einem Agenten, der einem anonymen Hinweis gefolgt ist. Geschätzter Todeszeitpunkt 21 Uhr, drei Stichwunden in den Bauch. Schmutz und Lehm wurden unter den Nägeln ihrer rechten Hand gefunden.
STUDENT: Was sind das für Abschürfungen an ihren Armen und Füßen?
SCULLY: Bißwunden - von Ratten. Der Agent hat ihren Körper durch das Freßgeräusch gefunden. Noch jemand?
STUDENT: Sie wurde woanders getötet. Sie kratzte im Schmutz, bevor sie ihren Verletzungen erlag.
SCULLY: Das ist möglich. Was sonst wird uns helfen, dieses Opfer zu identifizieren und den Mörder zu finden?
CADET RUDOLPH HAYES: Das ist doch offensichtlich.
SCULLY: Was?
CADET RUDOLPH HAYES: Der abgesplitterte Nagellack. Die Haartönung aus der Drogerie. Dies ist eine alleinstehende Frau, arbeitslos. Deshalb hat sie niemand identifiziert. Hat man Blutalkohol gefunden?
SCULLY: Null Komma Vier.
CADET RUDOLPH HAYES: Sie saß mit dem falschen Mann in der Bar. Er hat sie getötet. Der Mann auch vorher schon getötet.
SCULLY: Und das wissen Sie, weil ...
CADET RUDOLPH HAYES: ... die blauen Flecken unter ihren Rippen. Sie sind vom Griff eines Messers. Der Mörder plante einen einzelnen Stich ... die Klinge sollte aufwärts in einem 45 Grad Winkel ins Herz treffen, der Tod wäre sofort eingetreten. Aber sie hat sich so gewehrt, daß er sie verpaßt hat. Dann wurde er wütend. Wie ich gesagt habe ... offensichtlich.
SCULLY ist erstaunt.

Der Angestellte rollt den Körper in einen Untersuchungsraum und bereitet ihn für SCULLY vor. SCULLY untersucht die Leiche. Sie erkennt, daß die Schlußfolgerungen des Studenten richtig sind.

SCULLY'S Büro
REYES und DOGGETT betreten Scullys Büro. SCULLY beendet ein Telefonat.
DOGGETT: Agent Scully?
SCULLY: ( am Telefon) Großartig, danke.
DOGGETT: Haben Sie etwas?
SCULLY: Jede Menge um genau zu sein. Wir haben Ihre Jane Doe als Ellen Persich, 28, aus Redland, Maryland identifiziert.
REYES: Wie konnten Sie sie so schnell identifizieren?
SCULLY: Die Bar, in der sie gestern war, ist etwa eine halbe Meile von der Stelle entfernt, an der vor zwei Wochen eine andere Frau wahrscheinlich von dem selben Mörder getötet wurde.
REYES: Sie sagen, die Leiche, die John gefunden hat, war das zweite Opfer?
DOGGETT: Es heißt, daß Rita Shaw in einem Graben gefunden wurde, getötet durch eine einzelne Stichwunde. Die Frau, die ich gefunden habe, war hinter einer Wand eingemauert und auf sie war dreimal eingestochen worden.
SCULLY: Deshalb habe ich anfangs die Verbindung nicht gesehen, aber das war das Labor am Telefon, und sie bestätigen, daß es in beiden Fällen das selbe Messer war.
REYES: Wie haben Sie dann die Verbindung gefunden?
SCULLY: Das habe ich nicht, aber einer von meinen Studenten meinte, daß der Mörder bei Agent Doggetts Opfer nur einmal zustechen wollte. Die anderen Verletzungen waren aus Wut, weil er versagt hatte.
REYES: Was für eine scharfsinnige Beobachtung.
SCULLY: Und genauso erstaunlich.
DOGGETT: Hat dieser Student noch andere Antworten im Ärmel?
SCULLY: Welche?
DOGGETT: Ich will wissen, warum mich jemand an diesen Ort geschickt hat - zumal es nicht einmal eine X-Akte ist - nicht einmal annähernd.
SCULLY: Ich weiß es nicht, Agent Doggett, aber jetzt haben wir den Fall, nun müssen wir uns darum kümmern.

auf dem Übungsgelände
Gerichtsmedizinisches Training
Joplin, Virginia
DOGGETT und REYES gehen über das Übungsgelände. Sie gehen an mehren Studenten vorbei, die Leichen und Leichenteile untersuchen, die auf den Gras versteckt liegen. Sie gehen auf den einzelnen Studenten zu, der einen abgetrennten Arm untersucht. CADET RUDOLPH HAYES bückt sich um den Arm aufzuheben, der mit Würmern übersät ist.
DOGGETT: Cadet Hayes? Rudolph Hayes?
Der CADET sieht auf, steht jedoch aus seiner hockenden Haltung vor den abgetrennten Körperteil nicht auf.
DOGGETT: Ich bin Agent Doggett. Das ist Agent Reyes.
Der CADET riecht an dem Arm. Er sagt nichts. DOGGETT und REYES sehen einander an, über das merkwürdigen Verhaltens des Studenten erstaunt.
DOGGETT: Ist das Teil der Ausbildung hier, Cadet - an Körperteilen riechen?
CADET RUDOLPH HAYES: Das Fleisch dieses Mannes riecht nach Kreosot ... aber seine Haut ist weich. Ungebräunt. Er hat drinnen gearbeitet. In einem Lager vielleicht. Die Rißwunde auf seinem Ellenbogen verläuft von links nach rechts. Er wurde bei einem Autounfall von der Seite gerammt. Seine Hand hat das Lenkrad so fest gegriffen ... sein Daumenknochen ist beim Aufprall zerbrochen.
DOGGETT: Das stellen Sie alles nur bei der Betrachtung des Armes fest?
HAYES steht auf und wendet seine Aufmerksamkeit den Agenten zu.
CADET RUDOLPH HAYES: Ich sehe Dinge.
REYES: Wir sind gekommen, um Ihnen zu danken. Auf Grund Ihrer Analyse sind wir in der Lage, ein Profil zu erstellen, um den Mörder dieser Frauen zu fangen.
CADET RUDOLPH HAYES: Wie sieht das Profil aus?
DOGGETT: Weiß, männlich, 25 bis 35, Ex-Militär. ( HAYES schüttelt seine Kopf.) Angestellt in der Nähe der Bars, wo er ... Warum schütteln Sie den Kopf?
CADET RUDOLPH HAYES: Das Profil ist falsch. Ihr Mörder ist in den 40ern. Ein Krimineller, kürzlich aus einem anderen Staat angekommen. Sein Bewährungshelfer denkt, er sucht nach einem Job. Er hat schon einen - für das organisierte Verbrechen zu arbeiten. Er hat viele Menschen getötet. Er wird weiterhin töten.
HAYES geht fort. REYES lächelt.
REYES: Er ist etwas lästig.
Sie läßt DOGGETT dort stehen. Er sieht noch immer dem CADET nach.

Ein unbekanntes Wohnhaus
CADET HAYES geht nach Hause. Er geht einen langen, leeren Flur entlang. Er schaltet die Lampe ein. Er pinnt ein Foto des letzten Opfers an die Wand. Er starrt auf das Bild als er zurückgeht. Das Bild ist eins von vielen. Andere Bilder zeigen Opfern von blutigen, grausamen Verbrechen.
Er zieht seine Schuhe aus. Es sind mehr Bilder an die Wand geheftet - die ganze Wand hinunter bis zum Fußboden. Er geht weiter. Die Kamera fährt zurück, um noch mehr Bilder an der Wand freizugeben. Dutzende. Vielleicht Hunderte. Die ganze Wand ist mit ihnen bedeckt. Alles Bilder von Opfern von Gewalttaten.
Die Kamera zeigt, daß die ganze Wand vor CADET HAYES' Bett mit Bildern bedeckt ist. Die Kam

era schwenkt zurück, um einen vollständigen Blick auf die selbe Wand freizugeben. Zwei der drei Seiten sind mit Bildern bedeckt.

Letztendlich zeigt die Kamera einen Blick auf den ganzen Raum. CADET HAYES sitzt am Schreibtisch vor dem Fenster. Die Wand vor dem Schreibtisch ist von der Decke bis zum Boden mit Bildern bedeckt.

Mark Mooney's Bar
Ein dunkles Auto hält vor der Bar.


[Mark Mooney's - innen]
REYES und DOGGETT betreten die Bar. REYES deutet auf jemanden, nach dem sie in der Bar suchen. REYES nickt in die Bar hinein.
REYES: John.
DOGGETT zieht zwei Fotos des Mannes, nach dem sie suchen, heraus, um die Übereinstimmung zu prüfen. Ja. Er sieht wie der Mann aus. Der Mann sitzt ungezwungen an der Bar, raucht eine Zigarre und nimmt einen Drink als die beiden Agenten auf ihn zukommen.
REYES: Nicholas Regali? Ich bin Agent Reyes, das ist Agent Doggett.
Sie zeigen ihm beide ihre Marken und klappen sie dann wieder zusammen.
NICHOLAS REGALI: Oh, stecken Sie sie nicht so schnell wieder weg, Agents. Ich will sie lesen. John Jay... Dog... It.
NICHOLAS REGALI: ( flüsternd) Monica Reyes.
Die Agenten stecken ihre Ausweise ein.
REYES: Mr. Regali, Ihre Anwesenheit in der Stadt verstößt gegen die Auflagen Ihrer Bewährung in New York.
NICHOLAS REGALI: Rufen Sie meine Bewährungshelferin an. Sie wird Ihnen sagen, daß ich hier Arbeit suche.
REYES: Kommen Sie oft hierher, Mr. Regali? So wie letzte Nacht, als Ellen Persich auf dem Parkplatz dort draußen ermordet wurde?
NICHOLAS REGALI: Letzte Nacht? Ich erinnere mich nicht.
REYES: Vielleicht erinnern Sie sich daran, im Bent Oak gewesen zu sein. Der Barkeeper sagt, er habe Sie dort vor zwei Wochen gesehen. In der selben Nacht, in der einer Frau namens Rita Shaw ins Herz gestochen wurde. Was haben Sie dazu zu sagen, Mr. Regali?
NICHOLAS REGALI: Ihr wißt nicht, auf was Ihr euch einlaßt.
DOGGETT greift NICHOLAS REGALI'S Zigarre und steckt sie in seinen Drink.
NICHOLAS REGALI: Sie wollen dieses Spiel nicht spielen, Bulle. Nicht mit mir.
REYES: Töten Sie gern Frauen, Mr. Regali? Sie glauben, Sie kommen damit durch, aber das wird nicht passieren.
NICHOLAS REGALI: Wie ich sagte ... Sie wissen nicht, worauf Sie sich einlassen.
DOGGETT: Ich denke, daß wissen wir.
NICHOLAS REGALI lacht über einen geheimen Scherz.
NICHOLAS REGALI: Agent Dog ... It, Agent Reyes.
NICHOLAS REGALI nimmt, sie entlassend, einen Schluck von seinem Drink. Die beiden Agenten gehen.

CADET RUDOLPH HAYES' Wohnung
CADET RUDOLPH HAYES steht am Fenster und sieht hinaus. Er schaltet die Lampe auf seinem Schreibtisch aus und geht ins Bett. Die Kamera fährt über die Wand mit den Bildern. Sie zeigt auf eine Serie von Fotos eines kleinen Jungen, der mit dem Gesicht im Gras liegt. Es sind Bilder von LUKE DOGGETT, bereits in "Empedocles" zu sehen. Das letzte Bild zeigt DOGGETT als trauernden Vater über seinen Sohn gebeugt.

ASHES - ASCHE


DOGGETT'S Wohnung
DOGGETT liegt im Bett. Es ist mitten in der Nacht und er kann nicht schlafen.
Er öffnete seinen Schrank und nimmt eine kleine Kiste aus dem obersten Fach. Auf der Kiste steht: LUKE DOGGETT 9. Jan. 1986 - 13. Aug. 1993.
DOGGETT sitzt auf dem Bett und hält die Kiste.

Das X Akten Kellerbüro
Tag. DOGGETT sitzt am Schreibtisch und blättert in einer Akte. Er bemerkt, daß jemand ihn beobachtet. Er sieht auf. CADET RUDOLPH HAYES steht im Türrahmen.
DOGGETT: Wie lange stehen Sie schon hier?
CADET RUDOLPH HAYES: Nicht lange.
DOGGETT steht hinter dem Schreibtisch auf.
DOGGETT: Ich bin froh, daß Sie vorbeigekommen sind. Ich wollte Ihnen sagen, daß wir mit Ihrem Profil Staub aufgewirbelt haben. Noch keine Verhaftung bisher, aber wir konstruieren unseren Fall.
CADET RUDOLPH HAYES: Das ist noch nicht alles.
DOGGETT: Es gibt einen anderen Fall, von dem ich möchte, daß Sie ihn sich ansehen. Ein sieben Jahre alter Junge fährt mit dem Rad um das Haus. Seine Mutter ist auf der Veranda und zählt seine Runden. Er winkt ihr jedes Mal zu, wenn er vorbeifährt, und nach sechs Runden kommt er nicht wieder. Sie geht ihn suchen.
DOGGETT sitzt auf der Kante seines Schreibtischs. Er schluckt.
DOGGETT: Das Fahrrad liegt auf dem Gehweg. Es gibt keine Zeugen, keine Lösegeldforderung, keinen Hinweis, wer ihn entführt hat oder warum. Die Polizisten suchen zwei Tage lang von Tür zu Tür, von Block zu Block. Nichts. Überhaupt keine Nachrichten. Und nach drei Tagen finden sie ihn auf dem Rasen.
DOGGETT greift über seinen Schreibtisch und nimmt einen dünnen Hefter. Er öffnet ihn und überfliegt den Inhalt. Er steht auf und geht auf den CADET zu, der sich nicht von seiner Position im Türrahmen bewegt hat.
DOGGETT: Es ist alles hier drin. Die Einzelheiten ... über meinen Sohn.
Es ist sehr schwer für DOGGETT, es einzugestehen.
DOGGETT: Ich habe - ich weiß nicht wie oft -, darüber nachgedacht, aber nach neun Jahren gibt es nicht mehr viel um weiterzumachen. Sie waren gestern so eine große Hilfe. Wenn es etwas gibt, was Sie hier sehen ...
CADET RUDOLPH HAYES blickt auf den Hefter in DOGGETT'S Hand hinab.
CADET RUDOLPH HAYES: Agent Doggett, der Fall, in dem ich Ihnen gestern geholfen habe. Das ist der Fall Ihres Sohnes.

HAYES' Wohnung
Die Tür wird geöffnet. CADET RUDOLPH HAYES betritt das Apartment (2D), dicht von DOGGETT gefolgt. Er schließt die Tür ohne einen Blick zurück. Aus mehreren Gründen sind seine Augen von den Wänden in CADET RUDOLPH HAYES' Apartment gefesselt.
DOGGETT: Was ist das?
CADET RUDOLPH HAYES: Ungeklärte Morde. Ich habe angefangen, sie zu sammeln, bevor ich zum FBI kam. Ich kann nicht sagen, warum.
DOGGETT: Was machen Sie damit?
CADET RUDOLPH HAYES: Wenn ich lange ganz still vor ihnen sitze, erzählen sie mir Dinge.
DOGGETT konzentriert sich auf die Bilderserie des ungeklärten Mordes an seinem Sohn. (Von dem Foto von ihm über dem Körper seines Sohnes bis zu den anderen Fotos seines Sohnes auf dem Rasen liegend.)
CADET RUDOLPH HAYES: Es ist, wie ich sehe, was ich sehe.
DOGGETT: Sie haben den Fall meines Sohnes verfolgt.
CADET RUDOLPH HAYES: Seit langer Zeit. Er hat mich gerufen.
Ob er es glaubt oder nicht, DOGGETT dreht sich um und sieht den CADET an.
DOGGETT: Cadet, Sie sollten wissen, daß die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß Sie verrückt sind.
Der CADET gibt DOGGETT ein Foto.
CADET RUDOLPH HAYES: Erinnern Sie sich an diesen Mann?
DOGGETT: Das ist Bob Harvey. Er war unser Hauptverdächtiger.
CADET RUDOLPH HAYES: Er starb. Getötet bei einem Autounfall letztes Jahr in New Orleans.
DOGGETT: Dieser Mann hat meinen Sohn getötet?
CADET RUDOLPH HAYES: Er hat ihn entführt. ( Er schüttelt den Kopf, nein.) Er hat ihn nicht getötet.
DOGGETT: Wollen Sie sagen, der selbe Mann, der diese Frauen ermordet hat, hat meinen Sohn getötet? Dieser Kerl Regali?
CADET RUDOLPH HAYES nickt leicht.

BRAD FOLLMER'S Büro
BRAD FOLLMER richtet seinen Schlips, während er sein Spiegelbild im Glasrahmen betrachtet. Von hinten klopft DOGGETT an die Tür und tritt ein.
DOGGETT: Assistant Director? Haben Sie eine Minute Zeit?
AD BRAD FOLLMER: Es ist jetzt kein guter Moment. Ich bin unterwegs zu einem Treffen mit dem Director.
DOGGETT: Dies kann nicht warten.
AD BRAD FOLLMER: Und der Director kann?
DOGGETT bewegt sich nicht. Es ist nicht alltäglich, daß DOGGETT FOLLMER sprechen will. FOLLMER blickt auf die Uhr und nimmt sein Jackett.
AD BRAD FOLLMER: Okay, Sie haben eine Minute.
DOGGETT schließt die Tür und betritt das Büro.
DOGGETT: Als Sie in New York waren, arbeiteten Sie an der Bekämpfung des Organisierten Verbrechens, richtig?
AD BRAD FOLLMER: Mm-hmm.
DOGGETT: Haben Sie jemals von einen Mann namens Nicholas Regali gehört?
AD BRAD FOLLMER: Ja, er war ... ein Handlanger, ein unbedeutender Schläger. Warum fragen Sie mich das, Agent Doggett?
DOGGETT: Als das New Yorker Büro im Tod meines Sohnes ermittelt hat, ist sein Name niemals gefallen.
AD BRAD FOLLMER: Wieso sollte er? Haben Sie einen Grund zu glauben, er war darin verwickelt?
DOGGETT: Ich habe keine Beweise, aber jemand hat mir erzählt, er hätte mit dem Verdächtigen in der Entführung meines Sohnes, diesem Bob Harvey, zu tun gehabt.
AD BRAD FOLLMER: Davon habe ich nie gehört. Und ich bin sicher, ich würde mich erinnern.
Wenn das eine Zurechtweisung von FOLLMER war, scheint DOGGETT sie nicht bemerkt zu haben. In der Tat hat DOGGETT sich nicht einmal bewegt. Er ist zu sehr mit seinen eigenen Gedanken über seinen Sohn beschäftigt. Der Gedanke, daß dies auch nur eine Sackgasse sein könnte, läßt DOGGETT seufzen.
FOLLMER beendet, was er getan hat. Er bemerkt, daß DOGGETT keine seiner üblichen geistreichen Bemerkungen für ihn hat. In Wahrheit sieht der Mann trauend aus. Ob aus Mitleid oder aus einem anderen unbekannten Grund bietet FOLLMER DOGGETT an, etwas für ihn zu tun.
AD BRAD FOLLMER: Soll ich mich ein bißchen umzuhören und an ein paar Fäden zu ziehen?
Ein Blick der Hoffnung auf das Unmögliche erscheint auf DOGGETT'S Gesicht. Seine Augen weiten sich als Dank für FOLLMER'S Großzügigkeit. Er nickt leicht.
AD BRAD FOLLMER: Ich seh' mich um, was ich finden kann.
DOGGETT: Ich weiß das zu würdigen.
FOLLMER nickt mit dem Kopf. DOGGETT geht.

FBI Flur
DOGGETT geht den Flur hinab. Er bleibt stehen, als REYES ihn von hinten ruft.
REYES: John! Wo bist du gewesen?
DOGGETT: Ich bin Hinweisen gefolgt.
REYES: Wir hatten verabredet, daß wir uns heute Morgen im Büro treffen. Erinnerst du dich? Um durchzugehen, was wir über Regali haben.
DOGGETT sieht hinter sich und zieht REYES an die Seite. Er vertraut ihr an, was wirklich in seinem Kopf vorgeht.
DOGGETT: Ich denke, dieser Kerl Regali ist vielleicht in Lukes Tod verwickelt.
REYES ist geschockt.
REYES: Was? Seit wann?
DOGGETT: Seit ich mit Cadet Hayes gesprochen habe. Er sagt, Regali kannte Bob Harvey - daß sie gemeinsam damit zu tun hatten.
REYES: Wie kann er das überhaupt wissen?
DOGGETT: Wie kann er die Hälfte von dem wissen, was er weiß? Ich habe ein bißchen gegraben. Ich habe herausgefunden, daß Bob Harvey und Regali beide in 1988 in Walkill eingesessen haben.
REYES: So wie tausend andere Männer auch. Das bedeute nicht, daß sie einander kannten.
DOGGETT: Ich habe Regalis Kreditkarteneinsatz überprüft, Monica. An dem Tag, an dem Luke verschwand, hat er sein Auto zwei Meilen entfernt von meinem Haus betankt.
REYES: Regali ist New Yorker. Eine Menge New Yorker besuchen Long Island.
REYES ist über die plötzliche Wendung der Ermittlungen entsetzt. Ihr Entsetzen darüber scheint größer zu sein als DOGGETT'S Hoffnung auf die Aufklärung von LUKE'S Ermordung.
REYES: Das ist kein Beweis, noch nicht einmal annähernd.
DOGGETT keucht.
REYES: Ich werde niemals wissen, wie sehr es dich schmerzt, deinen Sohn verloren zu haben oder wieviel Schmerz du noch immer in dir trägst. Ich verstehe, wie sehr du seinen Mörder finden willst, aber ich will dich nicht enttäuscht sehen. Nicht noch einmal.
DOGGETT: Das wird nicht passieren. Nicht dieses Mal.
DOGGETT geht davon. REYES seufzt.

BARBARA DOGGETT'S Haus
Woodbury, New York
Draußen vor einem schönen Zweifamilienhaus arbeitet eine Frau im Garten. Sie sieht auf. DOGGETT steht dort.
DOGGETT: Hi, Barbara. Wie geht es dir?

In BARBARA DOGGETT'S Haus
DOGGETT geht einen Schritt ins Wohnzimmer. Er sieht sich um. BARBARA DOGGETT bietet ihm keinen Sitzplatz an. Sie bietet ihm nichts zu trinken an. Sie hat nicht vor, dies einen langen Besuch werden zu lassen.
DOGGETT: Wann hast du die neuen Möbel angeschafft?
BARBARA DOGGETT: Letztes Jahr. Ich wollte einfach eine Veränderung.
DOGGETT: Es sieht gut aus. Du siehst gut aus.
BARBARA DOGGETT: Du mußt erst anrufen, John. Es erschreckt mich, wenn du hier so einfach auftauchst.
DOGGETT: Es tut mir leid. Es wird nicht wieder vorkommen. Ich muß mit dir reden, Barb.
BARBARA DOGGETT: Es ist wegen Luke.
DOGGETT: Ich habe einen Verdächtigen.
BARBARA DOGGETT: Oh, Gott. John ...
DOGGETT: Ich weiß, ich weiß. Aber dieses Mal ist es anders.
BARBARA DOGGETT: Ist es das? Er "kann" es sein? Er "könnte" es sein ... Ich will genauso verzweifelt wie du wissen, wer es getan hat. Aber ich will nicht, daß du wieder hierherkommst, bevor du es weißt ... ganz sicher weißt.
Nach dem Ausdruck auf DOGGETT'S Gesicht ist er nicht sicher.
BARBARA DOGGETT: Das ist es, was ich dachte.
DOGGETT: Schau, dieser Mann ist vielleicht in der Nachbarschaft herumgefahren. Du könntest ihn gesehen haben.
BARBARA DOGGETT: Hast du etwas von dem gehört, was ich gesagt habe?

Gegenüberstellungsraum
DOGGETT öffnet die Tür. BARBARA DOGGETT tritt ein. Sie steht vor einem Fenster. DOGGETT zieht an dem Seil, das die Verblendung aufhebt und ihren Blick auf die zu identifizierenden Männer im Nebenraum freigibt.
DOGGETT sieht sie hoffnungsvoll an. NICHOLAS REGALI ist dort. Der letzte in der Reihe. BARBARA DOGGETT nimmt sich Zeit, die Männer anzusehen. Es sind etwa fünf von ihnen von ähnlicher Größe und Statur in einer Reihe. Sie sieht sich jeden einzelnen Mann an. Sie erkennt keinen. Sie blickt zu DOGGETT hinüber und schüttelt den Kopf. Nein.
Ohne einen Blick zurück zu ihm verläßt BARBARA DOGGETT den Raum.

Flur vor dem Gegenüberstellungsraum
SCULLY betritt den Flur. Sie sieht, daß DOGGETT und REYES mit einem Polizisten im Verhörraum reden.
BARABA
DOGGETT: Agent Scully? Ich bin Barbara. Johns Ex-Frau.
SCULLY: Hi. Ich bin Dana. Schön, Sie kennenzulernen.
BARBARA DOGGETT: Er sagte, Sie würden vorbeikommen.
SCULLY: Sie konnten keine Identifizierung vornehmen?
BARBARA DOGGETT: Ich hatte es nicht erwartet.
Im Raum schreit DOGGETT den Polizisten an. Er ist über die Entwicklung der Ereignisse nicht glücklich. REYES steht neben ihm.
BARBARA DOGGETT: Wissen Sie, er denkt in diesem Fall nicht klar. Er kann es nicht.
SCULLY: Er gibt sich selbst die Schuld.
BARBARA DOGGETT: Er denkt, er hat bei Luke versagt. Seiner Meinung nach kann er niemals genug tun; für das, was passiert ist, niemals genug leiden. Ich denke, wenn Sie ihm helfen, den Mann zu finden, der dies getan hat, kann er vielleicht weitermachen.
BARBARA DOGGETT sieht in den Verhörraum hinüber. REYES steht

vor dem Polizisten, DOGGETT steht an der Seite.

BARBARA DOGGETT: Er und Monica hätten wirklich eine Chance. Aber er wird sie nicht an sich heranlassen.
DOGGETT öffnet die Tür und REYES tritt heraus. Sie gehen beide auf SCULLY und BARBARA DOGGETT zu.
BARBARA DOGGETT: Lassen Sie ihn gehen?
DOGGETT: Vorläufig.
BARBARA DOGGETT: Ich werde bis morgen bei meiner Mutter sein.
Mit einen Lächeln in SCULLY'S Richtung und ohne ein weiteres Wort zu DOGGETT geht BARBARA DOGGETT.
DOGGETT stellt sich vor SCULLY. Er will etwas wissen.
DOGGETT: Sagen Sie mir, daß sie etwas haben.
SCULLY: Wie Sie gebeten haben, habe ich die Verletzungen, die Ihrem Sohn zugefügt wurden, mit denen der beiden Frauen verglichen.
DOGGETT: Und?
SCULLY: Es gibt Übereinstimmungen zwischen dem Verlauf der Verletzungen und der Art, wie sie zugefügt wurden.
DOGGETT: Das bedeutet, Regali ist der Mann.
SCULLY: Das bedeutet, daß es eine brillante forensische Schlußfolgerung von Cadet Hayes war. Aber das ist alles. Der Mörder benutze verschiedene Waffen, er zeigt keine Übereinstimmung im Tathergang, und kein klares Opferschema.
REYES: Nichts davon wird vor Gericht bestehen.
DOGGETT: Irgend etwas da draußen wird es.
DOGGETT geht fort. REYES holt tief Luft und folgt ihm leise.

A MESSAGE - EINE BOTSCHAFT


RUDOLPH HAYES' Apartment
Nahaufnahme des Fotos von DOGGETT über LUKE DOGGETT'S Körper.
Die goldenen Strahlen des Sonnenuntergangs lassen den Schatten von HAYES' Lampe auf seinem Schreibtisch entstehen. Auf der Platte liegen Papiere und Fotos.
CADET RUDOLPH HAYES sitzt an der Wand. Er denkt nach. Er steht langsam auf und geht auf den Strahl des goldenen Sonnenlichtes zu. Er bleibt stehen und dreht sein Gesicht der Sonne zu, seine Lippe zittert vor starken Emotionen.

FBI Kellerbüro
Eine Akte mit NICHOLAS REGALI'S Gefängnisfoto ist aufgeschlagen. DOGGETT schließt die Akte, legt sie weg und steht auf.
DOGGETT: Etwas stimmt nicht.
REYES: Was meinst du?
DOGGETT: Hier ist ein Mann, dessen Name in Zusammenhang mit Erpressung, Prostitution, Drogen, sogar Mord steht und alles, was er bekommt, sind läppische Verurteilungen. Er kommt immer mit einem Klaps auf die Hand davon.
REYES: Du weißt so gut wie ich, daß Bandenverbrechen schwer nachzuweisen sind.
DOGGETT: Was ist meine, ist, daß ich nicht denke, daß es jemand überhaupt versucht hat. Ich denke, der Kerl Regali schmiert jemanden.
REYES: Bestechung?
DOGGETT: Was könnte es sonst sein?
REYES ist still. Sie denkt nach. Zieht Verbindungen. Etwas irritiert sie.
DOGGETT: Was? Was ist?
REYES blickt zu Boden. Als sie wieder DOGGETT ansieht, weiß sie, was es ist.

BRAD FOLLMER'S Büro
Jemand klopft an FOLLMER'S Bürotür. FOLLMER öffnet die Tür. REYES und DOGGETT kommen herein. FOLLMER dreht sich um und geht in das Büro zurück.
AD BRAD FOLLMER: Agents. Ich wollte gerade zu Ihnen kommen.
REYES: Wir müssen mit dir sprechen, Assistant Director. Über New York.
AD BRAD FOLLMER: Oh, hast du die Akten nicht erhalten?
REYES: Ich meine, als wir im New Yorker Büro gearbeitet haben. Du und ich.
AD BRAD FOLLMER: Ich kann dem nicht folgen.
REYES geht weiter und setzt sich auf einen Stuhl.
REYES: Ich gehe von einer Stelle in der 11. Straße aus. Ein kleines Loch in der Mauer. Vielleicht erinnerst du dich daran. Carlos.
FOLLMER sieht zu DOGGETT hinüber, der ruhig an der Tür steht. FOLLMER bewegt sich, um sich REYES gegenüber zu setzen.
AD BRAD FOLLMER: Geht es um mich oder wird dies eine ungewöhnliche Unterhaltung?
REYES: Eine Nacht vor drei Jahren. Ich habe auf meine Befehle gewartet. Ich ging durch die Küche.
FOLLMER dreht sich um und sieht DOGGETT an, der noch immer regungslos ist. DOGGETT macht ein sehr ernstes Gesicht. FOLLMER hat keine Wahl, er muß seine Aufmerksamkeit wieder REYES zuwenden.
REYES: Und ich habe dich gesehen.
AD BRAD FOLLMER: Mich?
REYES: Du hast mit einem Mann gesprochen. Einem aus der Bande. Ich habe gesehen, daß du Geld von ihm genommen hast, Brad. Ein ganzes Bündel.
AD BRAD FOLLMER: Vor drei Jahren? Anstatt mich zu bitten, es zu erklären oder mich sogar beim Bureau zu melden, hast du unsere Beziehung also beendet und bist weggegangen?
REYES: Ich sorgte mich um dich, Brad. Ich verteidige meine Handlung nicht.
AD BRAD FOLLMER: Und jetzt kommst du hierher, weil du denkst, ich habe damit zu tun? Vielleicht hatte ich auch damit zu tun, als Agent Doggetts Sohn ermordet wurde.
DOGGETT: Jemand hat Regali geholfen. Hat seine Bedeutung beim Tod meines Sohnes verdeckt.
FOLLMER gefallen die Spekulationen nicht, die über ihn gemacht werden. Er läßt REYES nicht aus den Augen, die genauso ernst schaut wie DOGGETT. Sie scheint wirklich ärgerlich zu sein.
AD BRAD FOLLMER: Der Mann, mit dem du mich gesehen hast, war ein vertraulicher Informant. Ich habe ihm Geld gegeben.
REYES: Das ist nicht, was passiert ist.
AD BRAD FOLLMER: Wir haben seine Hilfe gekauft, um einen kriminelle Familie zu unterlaufen. Es ist alles dokumentiert. Die ganze Operation.
DOGGETT hört der Erklärung zu und sieht REYES an. REYES bricht den Augenkontakt mit FOLLMER an und sieht zu DOGGETT hinüber. Seine Geschichte hört sich plausibel an.
AD BRAD FOLLMER: Ich kann beweisen, was sich sage, Kannst du es auch? Du hättest zu mir kommen sollen, Monica. Vor allem bei dem, was ich jetzt weiß.
FOLLMER ist mit der Befragung fertig und steht auf, um die Akte von seinem Schreibtisch zu nehmen. REYES bleibt sitzen. DOGGETT wendet seine Aufmerksamkeit FOLLMER zu.
DOGGETT: Was wissen Sie?
AD BRAD FOLLMER: Als Sie Ihre Ermittlungen um Regali intensiviert haben, habe ich mir die Quelle dieser Behauptungen angesehen - ein Student, nicht wahr?
DOGGETT: Rudolph Hayes. Er ist bei dieser Ermittlung sehr hilfreich gewesen.
AD BRAD FOLLMER: Rudolph Hayes starb 1978 bei einem Autounfall.
DOGGETT: Was? Lassen Sie mich sehen.
DOGGETT greift nach der Akte, die FOLLMER ihm hinhält.
AD BRAD FOLLMER: Cadet Hayes' richtiger Name ist Stuart Mimms aus Mendota, Minnesota. Die letzte bekannte Adresse ist die Psychiatrische Klinik Dakota County.
REYES: Er war ein geistesgestörter Patient?
AD BRAD FOLLMER: 1990 wurde paranoide Schizophrenie diagnostiziert. 1992 hat er sich selbst entlassen und ist verschwunden. Da ist noch etwas anderes. Wir konnten ihn auch 1993 in New York lokalisieren ... in dem Jahr, in dem Ihr Sohn ermordet wurde.
FOLLMER unterstellt CADET RUDOLPH HAYES ganz klar etwas. DOGGETT ist überrascht über diese Verwicklung.

RUDOLPH HAYES' Wohnung
Ein Team von bewaffneten FBI Männern geht den Flur zu RUDOLPH HAYES' Apartment hinunter. Draußen ist Tageslicht, es scheint durch die Fenster. DOGGETT und REYES sind in schußsicheren Western dabei. DOGGETT hat noch immer den irritierten Ausdruck auf seinem Gesicht. Er gibt den Männern das Signal zum Eintritt in das Apartment.
Das Team bricht die Tür auf. DOGGETT und REYES übernehmen die Rückendeckung.
RUDOLPH HAYES trägt ein einfaches weißes Shirt und lange Hosen. Er sitzt in einem Drehstuhl vor seinem Schreibtisch, aber sein Gesicht ist der Tür zugewandt, als ob er die Ankunft erwartet hätte. Sein Rücken zeigt auf den Schreibtisch und das Fenster. Es sieht nicht
so aus, als ob ihn die Männer überhaupt überrascht hätten. 
DOGGETT betritt den Raum und sieht sich geschockt um. Das Team zieht RUDOLPH HAYES auf den Boden. Sie verhaften ihn. Er leistet keine Widerstand.
DOGGETT kann seinen Augen noch immer nicht trauen. Alle Fotos, die an den Wänden hingen, sind fort. Die Wände sind komplett leer. Die Männer bringen RUDOLPH HAYES weg. DOGGETT dreht sich um und schüttelt den Kopf zu REYES, sie steht noch immer in der Tür.
DOGGETT weiß nicht, was er denken soll.

in AD BRAD FOLLMER'S Auto
Es ist Nacht. Vor der Mark Mooneys Bar steigt NICHOLAS REGALI in ein Auto. Er raucht eine Zigarre.
NICHOLAS REGALI: Schönes Auto. Ich erinnere mich daran, als sie dich in einem zehn Jahre alten Impala herumknattern ließen. Sieh dich jetzt an. Mr. Assistant Director.
AD BRAD FOLLMER: Du hast Glück. Er hat jetzt einen anderen Verdächtigen.
NICHOLAS REGALI: Bist du hierher gekommen, um mir das zu sagen?
AD BRAD FOLLMER: Da ist noch etwas, was ich wissen muß. Warst du irgendwie an dem Tod von John Doggetts Sohn beteiligt?
ICHOLAS REGALI: Seit wann stellst du mir Fragen?
AD BRAD FOLLMER: Du warst beteiligt!
AD BRAD FOLLMER ist entsetzt. Er dreht seinen Kopf, um NICHOLAS REGALI anzusehen. Diese Haltung taucht sein Gesicht halb in die Dunkelheit und halb ins Licht. NICHOLAS REGALI dreht sich, um ihm zu antworten, auch sein Gesicht ist halb dunkel und halb hell.
NICHOLAS REGALI: Natürlich nicht. Was denkst du, wer ich bin?
AD BRAD FOLLMER: Es reicht, ich bin fertig, Regali.
NICHOLAS REGALI: Fertig?
AD BRAD FOLLMER: Mit dir, hiermit, mit der ganzen Sache.
NICHOLAS REGALI: Und wenn ich nein sage, was machst du dann? Weißt du, wenn ich du wäre, würde ich jetzt denken: "Ich könnte diesen Kerl genau hier erschießen, und wer würde wissen, daß es keine Notwehr war?". Laß mich dich daran erinnern, daß, falls mir irgend etwas passieren sollte, ein Videoband bei der Washington Post landet, das einen jungen Brad Follmer zeigt, der Bargeld von mir annimmt, um eine Anklage fallen zu lassen. Du bist fertig, wenn ich es sage.
NICHOLAS REGALI steigt aus dem Auto aus.

Gegenüberstellungsraum
So wie vorher zieht DOGGETT an dem Seil, um die Sicht in den Raum zu ermöglichen. Er dreht sich um, BARBARA DOGGETT tritt dichter an das Fenster heran. In der Reihe steht RUDOLPH HAYES.
BARBARA DOGGETT sieht sich alle Männer in der Reihe genau an. Sie erkennt RUDOLPH HAYES.

Verhörzimmer
RUDOLPH HAYES zieht den Stuhl heraus und setzt sich. Er trägt Handschellen.
SCULLY legt eine dünne Akte vor RUDOLPH HAYES.
SCULLY: Es ist alles hier drin. Wie Sie das FBI mit einer falschen Identität getäuscht haben, um eine Zulassung zur Akademie zu bekommen. Wir wissen, wer Sie wirklich sind. Wir kennen Ihre Vergangenheit mit der Schizophrenie. Wir wissen, daß Sie diese ganze Sache inszeniert haben, um dichter an Agent Doggett heranzukommen.
DOGGETT steht an der Seite des Verhörtisches.
RUDOLPH HAYES: Ich wurde von Agent Doggetts Ex-Frau erkannt, die gestern Nicholas Regali im selben Raum nicht identifizieren konnte.
SCULLY: Weil Nicholas Regali Agent Doggetts Sohn nicht getötet hat. Sie haben es getan.
RUDOLPH HAYES: Das ist eine Erklärung.
DOGGETT: Das ist die Erklärung.
RUDOLPH HAYES: Nein.
DOGGETT ist ärgerlich und frustriert.
DOGGETT: Wie ist es dann? Was ist los?
RUDOLPH HAYES: Ich habe es Ihnen bereits gesagt, Agent Doggett. Ich habe die Fotos von Tod Ihres Sohnes studiert. Sie sprechen zu mir. Ich weiß nicht warum, aber es war eine Botschaft und ich habe zugehört
SCULLY: Und dann haben Sie Agent Doggetts Sohn getötet.
RUDOLPH HAYES: Ich habe seinen Fall besessen studiert. Ich war schizophren. Das ist es, was Schizophrene tun. Besessen sein. Ich habe Agent Doggett beobachtet. Ich habe seine Ex-Frau ebenfalls beobachtet. Sie kann Ihnen nicht erklären, warum sie mich erkannt hat, aber sie tut es.
DOGGETT: Sie sind ein Lügner. Sie haben das FBI belogen. Sie lügen jetzt.
RUDOLPH HAYES: Hätten Sie mir sonst zugehört? Ein Geisterkranker, der Einblick in den Tod Ihres Sohnes hat? Ich wollte Ihnen nahe sein, Agent Doggett. Um Ihnen zu helfen.
DOGGETT: Sie haben mir den Hinweis gegeben, den Körper der Frau in der Wand zu finden.
RUDOLPH HAYES leugnet nicht, DOGGETT den Hinweis gegeben zu haben. HAYES hört auf, Spiele mit ihnen zu spielen.
RUDOLPH HAYES: Regali hat mit dem Mann zusammengearbeitet, der Ihren Sohn entführt hat. Ich habe Sie gerufen, damit Sie ihn verhaften können.
Die Bedeutung von RUDOLPH HAYES' Worten trifft DOGGETT schwer. Sogar SCULLY versteht, was gesagt wurde. DOGGETT war so beschäftigt damit, REGALI als Lukes Mörder zu überführen, daß sie vergessen haben, REGALI für die Morde an den beiden anderen Frauen zu belangen. Im Klartext: REGALI (Lukes Mörder) ist noch immer frei, weil sie übersehen haben, ihn zu verhaften. So weit es HAYES' Verwicklung betrifft, ist es vorbei.
RUDOLPH HAYES: Ich habe eine andere Botschaft erhalten. Ich möchte jetzt zurück nach Hause in die Klinik.

Flur vor dem Verhörzimmer
REYES und AD FOLLMER warten ungeduldig draußen im Flur.
DOGGETT schlägt die Tür auf und läuft fast in die beiden hinein. Er ist entsetzt. Ohne ein Wort zu einem, stürzt er aus der Tür. Er ignoriert REYES, als er geht.
REYES: John? John!
SCULLY geht langsam aus dem Raum.
AD BRAD FOLLMER: ( zu SCULLY) Nun?
SCULLY: Er hat uns seine Geschichte erzählt. Wenn sie wahr ist ....
REYES: Mit anderen Worten, wir haben nichts. Schon wieder.
REYES seufzt und geht DOGGETT nach. FOLLMER bleibt auf dem Flur allein mit seinen Gedanken zurück.

Vor der Bar
Tag, draußen vor Mooney's Bar. Ein schwarzes Auto parkt vor dem Lokal. DOGGETT steigt aus.

In der Bar
NICHOLAS REGALI sitzt allein an der Bar, als DOGGETT herankommt. REGALI hat einen Drink vor sich und eine Zigarre in der Hand.
NICHOLAS REGALI: Nun, ja. Der FBI Agent.
DOGGETT setzt sich auf den Hocker neben NICHOLAS REGALI.
DOGGETT: Ich bin nicht als FBI Agent hier. Ich bin als Vater hier.
NICHOLAS REGALI: Wow. Was soll das bedeuten?
DOGGETT: Ich will wissen, was mit meinem Sohn passiert ist.
NICHOLAS REGALI: Ich weiß nicht, wer Ihren Sohn ermordet hat. Aber ich mag Sie, FBI. Wirklich. Ich werde Ihnen erzählen, wie es hätte passiert sein können, rein hypothetisch.
DOGGETT hört zu.
NICHOLAS REGALI: Sagen wir, es gibt einen Mann - einen Geschäftsmann. Und sagen wir, dieser Geschäftsmann - im Rahmen seiner Geschäfte - hat Verbindungen zu Schlägern, Abartigen, Perversen. Wie Bob Harvey, zum Beispiel. Und sagen wir, dieser Bob Harvey mag kleine Jungs. Yeah. Widerlich. Sagen wir, eines Tages sah Bob Harvey einen kleine Jungen Fahrrad fahren, und er konnte sich nicht beherrschen. Er ergriff den Jungen. Harvey hat den Jungen zu sich mitgenommen, aber er hat dem Geschäftsmann nicht erzählt, was er tut. So kommt der Geschäftsmann zu ihm herein. Verstehen Sie, was ich sage, FBI? Der Junge sieht das Gesicht des Geschäftsmannes. Des Geschäftsmannes, der dem kleinen Jungen nichts getan hat. Das ist ein Problem. Aber ... für jedes Problem gibt es eine Lösung, nicht wahr?
NICHOLAS REGALI ist mit seiner Geschichte fertig. Er geht fort und läßt DOGGETT an der Bar zurück.
DOGGETT bleibt sitzen und denkt einen Moment nach. Er zieht seine Waffe und folgt NICHOLAS REGALI. Er ist erst ein paar Schritte gegangen, als er einen Schuß von draußen hört.

Draußen vor der Bar
DOGGETT kommt aus der Bar, seine Waffe in der Hand. REGALI liegt mit einer Schußwunde im rechten Auge tot auf der Erde.
Eine Frau steigt vor DOGGETT aus dem Auto und beginnt in DOGGETT'S Richtung zu schreien.
FRAU: Oh, mein Gott. Er hat ihn erschossen. Er hat einfach seine Waffe genommen und ihn erschossen.
Hinter DOGGETT, seine Waffe noch immer zitternd in der Hand, steht AD BRAD FOLLMER. Er blickt gehetzt um sich und hat Blutspritzer an seiner Kleidung und im Gesicht.
DOGGETT steht da und starrt FOLLMER an. FOLLMER senkt die Waffe. Sie scheppert auf das Pflaster.

RELEASE - BEFREIUNG


Strand
Tag. Es ist ein schöner, sonniger Tag am Strand. Die Wellen rollen auf den Sand. DOGGETT und seine Ex-Frau BARBARA stehen in der Flut und halten die kleine Kiste fest, die die Asche ihres Sohnes LUKE DOGGETT enthält. Sie halten einander und sehen in die Ferne, während die Wellen ihre Füße umspielen. Ein vertrauter, besinnlicher Dienst an ihrem Sohn ... und an ihnen selbst.
DOGGETT hält die Kiste mit der schlichten Inschrift: LUKE DOGGETT / 9. Jan. 1986 - 13. Aug. 1993. Er dreht sich um, um BARBARA anzusehen, teilt den Moment mit ihr - vielleicht hat er nach langer Zeit endlich Zugang zu ihr gefunden. Er öffnet die Kiste und läßt die Asche ihres Sohnes vom Wind erfassen, der sie über den Ozean weht. DOGGETT weint ungehemmt. Nach all den Jahren ist es endlich vorbei.
Sie stehen einen Moment dort, dann geht BARBARA fort und nimmt die leere Kiste mit sich.
REYES lehnt an DOGGETT'S weißem Truck und wartet geduldig auf ihn. In der Ferne klettert DOGGETT die Dünen zu ihr herauf. REYES sieht ihn, dreht sich um und geht ihm entgegen.
DOGGETT erreicht den Hügel und wartet auf REYES, die vor ihm stehenbleibt. Sie sehen einander an. DOGGETT legt seine Arme um sie und vergräbt sein Gesicht in ihrem Haar - seine Trauer mit ihr teilend. REYES bleibt stehen, als DOGGETT an sich an ihr festhält.
ENDE


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