9ABX14 Sechs und neun (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


9ABX14 Sechs und neun
DIO TI AMA
Italienisch für "Gott liebt dich".



Im Casino - Nacht
Ein nicht nach Vegas-Casino aussehendes Establishment ist voll Gesichter mittleren Alters. Es gibt Automaten, Spieltische und eine Bar für durstige, einsame Stammgäste.
Die Kamera eröffnet mit dem Blick auf Karten, die mit der Bildseite nach oben in Dreierreihen aufgefächert und dann vom Geber gemischt werden. Der Bildschirm teilt sich und zeigt drei Spieler (eine Frau und zwei Männer) die dem Geber zugewandt sitzen. Sie haben alle den selben grimmigen Ausdruck auf ihrem Gesicht. Was auch immer ihre Gründe fürs Hiersein sein mögen, sie sind sehr ernst und scheinen nicht viel Spaß zu haben. Der Geber fährt fort, die Karten auf dem Tisch (halb auf dem Bildschirm) zu mischen.
Die Kamera fährt über die Spieler, die an diesem Black Jack-Spieltisch sitzen, und bleibt letztendlich auf einem ausdruckslosen Spieler stehen, einem Mann. Dies ist MAD WAYNE. Das bemerkenswerte an MAD WAYNE ist, daß er zwei Ringe trägt. Einen großen runden Ring am Ringfinger der rechten Hand und einen Ehering am Mittelfinger der linken Hand. Der Geber (eine Frau) verteilt die Karten über den Tisch an zwei Spieler. Er bekommt wirklich lausige Karten: eine Karo drei und eine Kreuz zwei. Mit diesen Karten kann man nicht viel machen, geschweige denn spielen (und vielleicht gewinnen). MAD WAYNE sieht den Geber an, der auf weitere Anweisungen wartet. Als ob es ihre Schuld wäre, daß er schlechte Karten hat, wirft er sie auf den Tisch.
MAD WAYNE: Hure.
MAD WAYNE steht auf und verläßt den Tisch. Er geht langsam durch den Raum und sieht sich die anderen Spieler an. Sein düsteres Starren trifft auf eine BLONDE FRAU (in rot) die an einem Automaten sitzt. Er geht zu ihr herüber. Es ist nicht sicher, ob er ihre Aufmerksamkeit erregen will, aber für einen Moment steht er da und beobachtet sie. Die BLONDE FRAU wendet die Augen nicht vom Automaten ab. Sie füttert ihn weiterhin mit Münzen - eine nach der anderen. Sie beachtet ihn nicht, und es ist unklar, ob sie mit dem Automaten zu beschäftigt ist, um ihn zu bemerken, oder ob sie ihn bewußt ignoriert. Wie auch immer, die beiden tun einen Moment lang genau dies.
Die Kamera zeigt einen lange Schwenk auf die benachbarte Bar. Dort sitzt ein grauhaariger Mann mit einem Schnurrbart und hält einen Stapel Karten. Er beobachtet sie. Nach einem Moment dreht sich MAD WAYNE von der BLONDEN FRAU weg. Der MANN an der Bar wendet seine Aufmerksamkeit dem BARKEEPER zu. Der MANN ist MR. BURT.
Er ist ein gelassener Mann mit einem leichten Lächeln auf dem Gesicht. Kurz bevor MAD WAYNE kommt, um sich neben ihn zu setzen, lehnt sich MR. BURT zum BARKEEPER mit einem wissenden Lächeln herüber.
MR. BURT: ( als ob er eine Wette abgibt) Barkeeper, sieben und sieben, eine Packung Morleys.
MR. BURT wendet sich wieder seinem Solitärspiel zu.
MAD WAYNE setzt sich neben MR. BURT. Er beachtet ihn nicht. Er sieht den BARKEEPER an, klopft zweimal auf die Bar und sagt ...
MAD WAYNE: Sieben und sieben, eine Packung Morleys.
Der BARKEEPER wirft MR. BURT einen wissenden Blick zu. Sie lächeln einander an. MR. BURT lacht und sagt laut ...
MR. BURT: Wir haben einen Sieger!
MAD WAYNE: ( verärgert) Kenne ich Sie?
MR. BURT: ( überrascht) Ob du mich kennst? Komm, Wayno ... Ich bin Teil des Spiels.
MAD WAYNE ist von dem Verrückten neben ihm völlig verärgert. Er will nicht gestört werden. Er dreht sich von MR. BURT weg und versucht, ihn zu ignorieren. MR. BURT hingegen spricht weiter, als ob er MAD WAYNE kennen würde.
MR. BURT: Kennst du dein Problem, mein Freund? Es sind nicht die Karten. Es geht darum, die Hand zu spielen, mit der du handelst. Viele Typen bekommen ein schlechtes Blatt. Es geht nur darum, was du damit machst. Weißt du, was ich meine, Partner?
MAD WAYNE wirft einen eisigen Blick in MR. BURT'S Richtung. MR. BURT wendet sich wieder seinem Solitär zu. Hier habe ich bemerkt, daß die ersten drei Reihen rechts vollständig sind (sie sind lang) und der Rest der Reihen nur noch eine umgedrehte Karte enthält. Ich denke, wir sollen annehmen, daß, als MR. BURT weiterspielt, die Reihen durch eine glückliche Hand beim Solitär wachsen.
MR. BURT: Du kannst denken. Karten können es nicht. Sie liegen einfach nur da. Du bringst sie dazu, für dich zu arbeiten. Herzbube.
Mit einem Lächeln dreht MR. BURT die nächste Karte um und zeigt sie MAD WAYNE ohne sie selbst anzusehen. Es ist Herzbube.
MR. BURT: Zweimillionenfünfhundertachtundneunzigtausendneunhundertundsechzig Möglichkeiten, fünf Karten auf der Hand zu haben. Zwölfhundertundsiebenundsiebzig Blätter bei jeder gegebenen Farbe. Einemillionachtundneunzigtausendzweihundertundvierzig Arten, zwei Paare zu kombinieren. Und trotzdem ... das Spiel kann einen Mann nicht besiegen. Ein Mann schlägt sich nur selbst und so weiter und so fort.
MR. BURT sieht MAD WAYNE an, um festzustellen, daß er sich umgedreht hat, allerdings sieht MAD WAYNE nicht MR. BURT an, er sieht etwas ... oder jemanden ... genau hinter ihm an. MR. BURT bemerkt dies und dreht sich um, um zu sehen, was MAD WAYNES Aufmerksamkeit erregt hat.
Genau dahinter ist die SCHÖNE BLONDE FRAU (in rot) die noch immer am Automaten spielt.
MR. BURT: Sie kommt jeden Freitag hierher und verspielt ihren Gehaltsscheck - und weint das ganze Wochenende.
Die SCHÖNE BLONDE FRAU wirft ihre letzte Münze in den Automaten. Sie hängt ihren leeren Pappbecher auf den Automatenarm, steht auf und geht davon. MAD WAYNE merkt auf.
MR. BURT: Sie ist so ein hübsches Mädchen. Ich hoffe noch immer, daß eines Nachts ihr Glück wechselt und sie den Durchbruch schafft.
Die SCHÖNE BLONDE FRAU geht an der Bar und den beiden Männern vorbei und in den Waschraum. MAD WAYNE begleitet sie mit seinem Blick, sein Kopf dreht sich, als sie vorbeigeht. MR. BURT hat in der Zwischenzeit aufgehört, Solitär zu spielen. MAD WAYNE starrt weiterhin auf den Waschraum. Er denkt über etwas nach ... trifft eine Entscheidung.
MR. BURT: ( hoffnungsvoll) Gehen wir jetzt? Machen wir für heute Schluß?
MAD WAYNE steht langsam von seinem Barhocker auf. Er steckt die Hand in seine Tasche, um für der Drink zu zahlen. Er hat den Blick noch immer nicht vom Waschraum abgewandt.
MR. BURT: ( hoffnungsvoll) Hey, ich weiß.
MR. BURT überrascht MAD WAYNE, indem er nach seinem Arm greift und ihn festhält. Endlich hat er MAD WAYNE'S Aufmerksamkeit. MAD WAYNE wendet seinen brennenden Blick MR. BURT zu.
MR. BURT: Du bluffst, nicht wahr? Du wirst mir die fünfte Straße zeigen. Geh einfach hier raus - überrasche mich mit einer Veränderung.
MR. BURT hört sich fast an, als ob er MAD WAYNE anfleht, nicht zu tun, was immer er tun wollte. Daß er statt dessen irgend etwas anderes tun würde. MAD WAYNE schüttelt MR. BURTS Hand ab, er wirft ein paar Scheine auf die Bar und geht in Richtung der Toiletten. MR. BURT beobachtet ihn. MAD WAYNE bleibt vor den Toiletten stehen und schaut, als ob er nicht dorthin wollte, dann dreht er sich um und betritt den Damenwaschraum.
Die Kamera verweilt auf MR. BURT, dessen leichtes Lächeln vollständig vergangen ist und statt dessen durch Besorgnis ersetzt wurde.
MR. BURT wendet sich wieder seinem Solitär zu. Er dreht die erste Karte um.
MR. BURT: Herz drei ...
Er dreht die zweite Karte um.
MR. BURT: Kreuz zwei ...
In diesem Moment trifft ein Automat den Jackpot und die freudige Stimme eines Mannes ist zu hören.
MANN: Ich habe gewonnen! Ich habe gewonnen!
MR. BURT ist kurzzeitig durch das Geräusch abgelenkt. Er dreht sich um und sieht einen Mann mittleren Alters an genau dem Automaten sitzen, an dem die SCHÖNE BLONDE FRAU gespielt hat. Offensichtlich hat er den Jackpot gewonnen.
In genau diesem Moment stürzt eine Frau aus der Damentoilette. Sie schreit und ist hysterisch.
FRAU: Oh, mein Gott! Helfen Sie mir, bitte! Helfen Sie mir! Jemand soll mir helfen! Da drin wurde eine Frau ermordet.
MR. BURT dreht sich von dem Automaten weg und starrt geradeaus. Er ist über dieses Ereignis sehr betrübt. Die Frau schreit weiter.
FRAU: Jemand muß mir helfen! Da ist eine Frau ermordet worden. Helfen Sie mir! Jemand muß mir helfen! Sie wurde ermordet!
MR. BURT dreht sich nicht um, um die Toiletten anzusehen. Es ist, als ob er dies alles erwartet hätte, obwohl es keine Anzeichen dafür gibt, daß der Mann übersinnlich veranlagt oder sonst irgendwie anormal ist. Er sitzt dort an der Bar und hält seinen Stapel Karten, sieht nichts spezielles an, tief in seinen eigenen Gedanken versunken.
MR. BURT dreht die letzte Karte um. Pik As. Die Todeskarte.
< VORSPANN >
TAGLINE: DIO TI AMA
ÜBERSETZUNG: GOTT LIEBT DICH

FBI Hauptquartier
Washington, D.C.
Im FBI Gebäude - Tag
MONICA REYES geht durch den Korridor. Ihr Aufmerksamkeit ist vollständig von einer Ausgabe der Zeitung "Metro Edition" gefesselt, die sie liest. Im Artikel auf der Titelseite steht:
Schlagzeile: "Casinomord ohne Hinweis" und daneben ein Foto der SCHÖNEN BLONDEN FRAU (AMY).
Kleinere Schlagzeile 1 (links): "Stadtnachrichten"
Überschrift 1 (links): "Eine wirklich große Show"
Foto 1 (links): Flugzeuge
Kleinere Schlagzeile 2 (rechts): SGI verkauft US ...
Überschrift 2 (rechts): "Fernsehen: SGI ... eine Gesellschaft der ..."
REYES geht mit ruhigen Schritten weiter den Flur entlang. Menschen gehen an ihr vorbei. Die Kamera steigt auf und zeigt einen Blick auf REYES hinunter, als sie (und wir durch die Kamera) zur Mitte des Flurs weitergeht. Sie bemerkt die Menschen nicht, die ihr ausweichen. Ich denke, ich muß anmerken, daß die Leute in dem Flur im Zickzack-Muster gehen. Es fällt wirklich auf, wenn man diesen Teil vor- oder zurückspult. Sie beginnen auf der einen Seite von ihr und als sie sie passieren, wechseln sie auf die andere Seite. Sie wechseln auch untereinander. Einer links, der andere rechts. Wie auch immer, die Kamera an der Decke wechselt zur normalen Ansicht und REYES geht auf dem Weg zum Fahrstuhl weiter.
REYES betritt als erste den leeren Fahrstuhl. Die andere stellen sich im Fahrstuhl in zwei perfekte Bögen von je drei (plus eine zusätzliche Person, die vor ihr steht) zu insgesamt acht Menschen im Fahrstuhl, die in der gleichen Formation wie die Augen auf einer Spielkarte sind.
REYES liest die Zeitung weiter, als sich die Türen schließen.

Im X-Akten-Büro - Tag
REYES sitzt an Mulders altem Schreibtisch. Sie ist in drei Akten vertieft, die vor ihr liegen. Sie tippt auf jede einzelne und zählt etwas an den Fingern ab. In ihrer linken Hand hält sie eine vierte Akte. Okay, jetzt werde ich kleinlich. Genau bevor uns die Kamera von oben einen Blick auf REYES am Schreibtisch gibt, sind nur ZWEI Bleistifte im Stiftbecher auf dem Schreibtisch. Ich weiß es, weil ich sagen wollte, daß dort DREI Stifte sind, aber ich kann es nicht, denn ich habe nur ZWEI gezählt. Während die Kamera nach oben und wieder zurück schwenkt, sind es offensichtlich DREI Stifte im Becher. Schaut es euch selbst an.
SCULLY tritt ein. REYES bemerkt sie nicht, bevor sie etwas sagt.
SCULLY: Agent Reyes?
REYES sieht auf und stellt fest, daß SCULLY direkt vor ihr steht.
REYES: ... Drei plus vier ist sieben. Sieben und sechs sind dreizehn ...
SCULLY: Was tun Sie?
REYES: Zehn, dreizehn, vierzehn, sechzehn ...
REYES tippt auf jeden Aktenordner vor sich, als sie die Zahlen sa

gt, als ob sie jeder Akte eine Zahl zuordnen würde.

REYES: Ich möchte Sie bitten, Ihren Geist für etwas zu öffnen. Ich möchte nicht, daß Sie mich für verrückt halten, ja?
SCULLY: Warum sollte ich Sie für verrückt halten?
REYES: Glauben Sie, das Universum ist als mathematisch Berechnung denkbar, als gesamte Reduzierung auf eine einzige Gleichung?
SCULLY: Nein.
REYES: Warum nicht?
SCULLY: Weil ich nicht glaube, daß seine Komplexibilität sich so einfach zusammenfassen läßt.
REYES: Aber Sie akzeptieren, daß das einige Leute tun?
SCULLY: Ich vermute, Sie meinen die sogenannte "Einheitstheorie"? Physiker führen sie oft als die Theorie von allem an. Eine Gleichung, so einfach, sagen sie, daß sie auf ein T-Shirt gedruckt werden könnte. Sie ist der Heilige Gral in der Welt der Wissenschaft. Vielleicht die wichtigste Frage, die die Menschheit jemals gestellt hat. Aber daß so eine komplexe Berechnung überhaupt möglich ist, ist der Streitpunkt großer Kontroversen.
SCULLY hat REYES irgendwo während des spontanen Vortrags verloren. REYES schiebt die Akten auf dem Schreibtisch zusammen.
SCULLY: Ist es das, was Sie meinten?
REYES: ( unsicher, es aber überspielend) Hmm ... möglich.
REYES steht auf und verläßt das Bild. SCULLY nickt mit dem Kopf ... hm ... okay.

Im Büro - anschließend
REYES legt ein Foto auf den Projektor, das auf der Wand vergrößert wird. Es ist ein Foto einer toten Frau. Ihr langes, dunkles Haar ist verzottelt und windet sich um sie auf der Erde. Ihre Nase und ihr Mund sind mit getrocknetem Blut und Quetschungen überzogen. In der rechten oberen Ecke steht mit einem Stift "C. CARPENTER" geschrieben. In jeder anderen Ecke sind ebenfalls Notizen. Auf das Foto selbst ist ein Strich gezeichnet, der auf einen Blutfleck neben dem Mund der Frau zeigt.
REYES: Carla Marie Carpenter, geboren eins, zwei, siebenundsiebzig [01.02.77]. Vor zwei Jahren vor einem Nachtklub getötet. Der Mord an ihr ist noch immer ungeklärt.
REYES wechselt das Foto. Sie legt das Bild einer toten blonden Frau auf.
REYES: Judy Anne Fuller, geboren einundzwanzig, drei, neunundsechzig [21.03.69]. Getötet vor dem Einkaufszentrum vor zwei Jahren. Ungelöst.
Ein drittes Foto ist zu sehen. Es ist ein Bild einer toten dunkelhaarigen Frau im Auto.
REYES: Julie Francis Gresham, geboren zweiundzwanzig, eins, achtzig [22.01.80]. Getötet letzten Monat in ihrem geparkten Auto. Ungelöst.
SCULLY wendet REYES den Blick zu.
SCULLY: Agent Reyes, wenn es eine Verbindung gibt, die ich sehen sollte, dann sehe ich sie nicht.
Ein viertes Foto der SCHÖNEN BLONDEN FRAU aus dem Casino wird auf den Projektor gelegt. Sie ist tot und liegt auf dem gefliesten Boden des Waschraums. Ihr Gesicht und blutig und voll blauer Flecken. Ihr Haar ist zerzaust.
REYES: Und unser letztes Opfer: Amy Sheridan Aufsbergher, geboren vier, vier, siebenundsiebzig [04.04.77]. Vor zwei Wochen im Casino getötet. Die Polizei sucht noch immer ihren Mörder.
SCULLY: Agent Reyes, soll ich etwa annehmen, daß Sie diese ungelösten Fälle durch die Verwendung irgendeiner mathematischen Formel geklärt haben?
REYES: ( wie auswendig gelernt) Buchstaben von Namen entsprechen Zahlen, addiert zu den Geburtsdaten, reduziert auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. A, J, S, auf eins gesetzt. B, K, T ...
SCULLY: ( ungläubig) Nummerologie, Agent Reyes? Sie versuchen, diese Fälle mit etwas zu lösen, was nur ein Kinderspiel ist?
REYES: Es wird seit dem sechsten Jahrhundert vor Christi genutzt. Als Pythagoras erkannte, daß die Welt auf der Macht und dem Einfluß von Zahlen aufgebaut ist.
SCULLY: Und, uh, wann genau sind Sie darüber gestolpert?
REYES: Wir haben das als Kinder gemacht.
SCULLY wirft ihr einen Blick zu. Wie sie erwartet hatte.
REYES: Ich mache das noch immer. Man trifft Leute auf einer Party und fragt sie nach ihrem Geburtsdatum. Es ist eine Art Eisbrecher. Und als ich die Geschichte dieser Frau las, habe ich errechnet, daß sie eine 14 war - das nennt man eine Karmazahl - eine extrem bezeichnende nummerologische Zahl. Das brachte mich dazu, mir all diese anderen ungelösten Fälle der Opfer zu nehmen und ebenfalls ihre Karmazahlen zu berechnen - zehn, dreizehn und sechzehn.
SCULLY: Mit anderen Worten, Sie haben diese Fälle nicht wirklich gelöst.
REYES: ( nachdrücklich) Vielleicht ist "geknackt" ein besseres Wort.
SCULLY sieht REYES höflich, aber etwas gezwungen an..
SCULLY: Ohne einen anderen Beweis, der sie direkt verbindet ... über Indizien oder nachweislich ...
Während SCULLY dies sagt, fällt ihr etwas auf dem Foto auf dem Projektor ins Auge. SCULLY hört auf zu sprechen, als sie offensichtlich die Verbindung erkennt ... irgendwo ... zu irgend etwas ...
REYES: Was?
SCULLY dreht sich um und sieht das große Bild an der Wand an.
SCULLY: Können Sie das vergrößern?
REYES richtet den Projektor aus und vergrößert das Gesicht des Opfers. SCULLY geht ein paar Schritte näher an die Wand heran. Sie sieht etwas. Sie dreht sich zu REYES um, noch immer über die mögliche Verbindung nachdenkend ... das Muster unter den Opfern ...
SCULLY: Kann ich den Rest von den Fotos sehen?
SCULLY geht zu REYES zurück, die SCULLY die Bilder aushändigt.
REYES: Was ist?
SCULLY blättert schnell und schweigsam die Fotos durch. Sie sucht offensichtlich etwas spezielles.
SCULLY: Es gibt ein Muster in den Quetschungen.
SCULLY findet es auf jedem der Fotos. Das letzte Foto von Carla Carpenter dreht SCULLY um, um es REYES zu zeigen.
SCULLY: Ja ... alle vier Oper haben es. Drei kleine Kreise. Sie könnten von einem Ring sein, den der Mörder trägt.
REYES: ( mit Verwunderung in der Stimme) Also sagen Sie, diese Fälle haben eine Verbindung. Daß Nummerologie den Mörder antreibt und daß ich definitiv nicht verrückt bin.
SCULLY: Oder daß wir vielleicht beide verrückt sind.
Ich liebe SCULLY'S Sinn für Humor. REYES ist sich nicht sicher, ob SCULLY einen Scherz gemacht hat oder ganz ernst ist.

In einem heruntergekommenen Hotelzimmer - Tag
Karl Zeros "Ponciana" aus "Songs for Cabriolets and otros tipos de vehículos".
MAD WAYNE steckt einen riesigen Ring mit einem Teufelsgesicht auf den Mittelfinger der rechten Hand. Er zieht ein Hemd über sein schwarzes Unterhemd. Er hält inne.) GESPROCHENER TEXT (MUSIK):
Souviens-toi
Ce disque, c'est ton disque
C'est mon disque
C'est notre disque
Etwas zwingt ihn, direkt zum offenen Fenster zu gehen. Mit einem grimmigen Gesicht lehnt er sich hinaus und schaut auf die Straße hinab. GESPROCHENER TEXT (MUSIK):
This record is for you
Este disco...
Es para tí...
GESANG: Ah-h-h-h

MR. BURT'S Sicht auf ein hohes Hotelgebäude
Draußen, es ist ein schöner Tag. Die Sonne scheint und die Straße ist belebt. MR. BURT steht hinter einem Klapptisch und spielt das Hütchenspiel mit drei Karten mit zwei alten Italienern, die das Spiel beobachten. MR. BURT schaut hoch und sieht MAD WAYNE aus dem oberen Fenster gelehnt (an dem Gebäude steht "Carmella's Grocery and Deli - seit 1920").
MAD WAYNE schaut aus dem mittleren von drei Fenstern. Er sieht MR. BURT'S Nicken und geht hastig ins Zimmer zurück und zieht die Vorhänge zu. An dieser Stelle zeigt die Kamera ein Muster von drei identischen Fenstern, in allen sind die Vorhänge zugezogen.
MUSIK: Oh-h-h-h
MR. BURT lächelt und beginnt, die Lippen entsprechend der Musik zu bewegen.
MR. BURT: ( lippensynchron in Französisch) Luciole
MUSIK (singt auf Spanisch): Lucero ...
Er sieht an den beiden Italienern vorbei, die vor ihm stehen und sieht ein junges Paar, das an einem Tisch auf dem Bürgersteig sitzt. Sie küssen sich dreimal, flüchtige Küsse auf die Lippen - im Takt der Musik.
MR. BURT: ( synchron) Qui brillent dans le ciel de la nuit
MR. BURT: ( synchron) Tes yeux...
MUSIK (singt): Que brillan en el cielo allí
MUSIK (singt): Tus ojos ...
Eine Mutter mit Kind sitzt auf einer Bank. Die Mutter schüttelt die Babyklapper dreimal unbewußt im Takt der Musik.
MR. BURT: ( synchron) Illuminent mon existence
MUSIK (singt) ... iluminaron mi existir
MR. BURT fährt mit dem Hütchenspiel fort. Er schaut auf, um das Café auf der anderen Straßenseite zu betrachten: Der Koch im Fenster schüttelt eine Salz- oder Pfefferstreuerden Spender im Takt der Musik. Der Mann, der draußen an einem Bürgersteigtisch sitzt, streut aus dem Salz- und Pfefferstreuer im Takt der Musik. Die Kellnerin wischt im Takt der Musik mit einen gefalteten Tuch über den kahlen Kopf eines Kunden.
MR. BURT: ( synchron) Sans tes baisers
MUSIK (singt): Sin tus besos
Nahaufnahme vom italienischen Koch und seinem Gehilfen, die im Takt der Musik Essen zubereiten.
MR. BURT: ( synchron) Mon c?ur ne vivrait pas
MR. BURT: ( synchron) Je suis à toi
MUSIK (singt): Mi corazón no vivira
MUSIK (singt): Soy tuyo ...
Nahaufnahme des Fensterputzers, der das Fenster im Takt der Musik putzt. Und auch der Gehilfe im Inneren knetet den Teig im Takt der Musik. MR. BURT tippt auf eine Karte und dreht sie um. Es ist der Joker. Die alten Italiener sind amüsiert.
MR. BURT: ( synchron) Ne m'abandonne jamais
MR. BURT: ( synchron) Ponciana
MUSIK (singt): ... no me abandones nunca más
Nahaufnahme eines Schuhputzers, der die Schuhe im Takt der Musik poliert. Der Kunde, dessen Schuhe geputzt werden, wippt seine Zigarre im Takt der Musik. Die Menschen im Hintergrund gehen im Takt der Musik. Im Friseurladen auf der anderen Straßenseite, kämmt der Friseur die Haare des Kunden im Takt der Musik. Der andere Friseur fegt den Gehweg im Takt der Musik.
MR. BURT: ( synchron) No me abandones nunca más
Nahaufnahme des Friseursalons, in dem der Friseur die Haare des Kunden im Takt der Musik kämmt und des anderen Friseurs, der im Takt der Musik die Gehweg fegt.
MR. BURT: ( synchron) Ponciana
Nahaufnahme des Bauarbeiters, der den Hammer im Takt der Musik schwingt. Der andere Bauarbeiter regelt den Verkehr mit einer kleinen roten Fahne im Takt der Musik. Der rot-grüne Bus, der in der Straße hält, hat die Nummer 3.
MR. BURT beobachtet diese unbekannte Straßensymphonie mit offensichtlichem Vergnügen und Entzücken. Er spielt weiterhin das Hütchenspiel mit den beiden Italienern. Er bewegt die Karten im Takt der Musik und jedes Mal, wenn er auf eine Karte tippt und sie umdreht, ist es die selbe Karte. Dies verblüfft die Italiener, die das Spiel fortsetzen, das sie amüsiert. MR. BURT lächelt und betra

chtet weiterhin die belebte Straße vor sich.

Nahaufnahme von drei eleganten italienischen Frauen (Drillinge) die im Takt der Musik fächern.
MR. BURT: ( synchron) Inoubliable étreinte
Hinter ihnen wischt der Fensterputzer im Takt der Musik und die Menschen gehen im Takt der Musik den Bürgersteig entlang.
Die Kamera zeigt einige Tauben auf der Erde. Bis auf drei fliegen sie alle davon. Eine Mutter schiebt Drillinge in einer Karre.
MR. BURT: ( synchron) Ponciana
MR. BURT dreht eine Karte um. Es ist Karo König.
MR. BURT: ( synchron) Je vais chanter pour toi.
Die Musik endet. Die beiden Italiener sind amüsiert und sehr glücklich über das Spiel.
ZWEI ITALIENER: Bravo, Bravo. Arrivederci. Arrivederci.
MR. BURT: Arrivederci.
Sie applaudieren MR. BURT enthusiastisch, als sie das Spiel verlassen; über die Show, die sie gesehen haben, sind sie sehr amüsiert.
Als MR. BURT sich für das nächste Spiel vorbereitet, tritt MAD WAYNE an den Tisch. MAD WAYNE ist komplett schwarz gekleidet. Er hat ein grimmiges Gesicht.
MR. BURT: Wayno! Komm, bleib!
MAD WAYNE: Hör auf, mir zu folgen, oder du wirst dich bald selbst tot finden.
MR. BURT: ( freundlich) Oh, komm, Wayno, das ist nicht dein Stil. Das paßt nicht zu dir. Es liegt mir fern, dich zu verpfeifen. Ich kann ihnen nicht zeigen, was sie nicht sehen können.
MR. BURT beginnt, das Hütchenspiel mit MAD WAYNE zu spielen. Er beginnt das Spiel, indem er alle drei Karten umdreht: zwei Joker und eine Karo König.
MR. BURT: Nun, zwei Clowns und ein Mann mit einer Krone. Willst du dein Glück versuchen, Seemann?
MR. BURT dreht die Karten zurück und beginnt, sie zu mischen.
MR. BURT: Der König läuft, aber er kann sich nicht verstecken. Wie kannst du da verlieren? Ein Kinderspiel.
MR. BURT wartet auf MAD WAYNE'S Bewegung. MAD WAYNE starrt die Karten an und dann MR. BURT. MAD WAYNE tippt auf eine Karte. Es ist ein Joker.
MR. BURT: Sie sind in der Nachbarschaft, aber Mr. Money wohnt rechts daneben.
MR. BURT dreht die Karte daneben um. Es ist Karo König.
MR. BURT: Du weißt, es gibt ein Geheimnis in diesem Spiel, Wayno und ich werde dir dieses Geheimnis erzählen. Zwei Worte: Wähle besser.
MAD WAYNE sieht MR. BURT scharf an. Der Mann macht einfach keine Sinn für ihn. Er tritt einen Schritt näher an MR. BURT heran.
MAD WAYNE: Wenn du mir etwas zu sagen hast, dann sag es.
MR. BURT: ( ruhig) Sohn, das habe ich gerade getan.
Frustriert schlägt MAD WAYNE auf den kleinen Tisch und die Karten fliegen auf den Gehweg. Er stürmt davon. MR. BURT bleibt mit einem traurigen Gesichtsausdruck zurück. MAD WAYNE stürmt über die Straße, eine dunkle Gestalt in einer strahlenden, sonnigen Welt.
Die Kamera folgt MAD WAYNE, als er den Bürgersteig hinabgeht. Hinter ihm läuft REYES fast in ihn hinein. Sie geht um ihn herum, und MAD WAYNE stürmt weiter in die Richtung, aus der REYES kam.
REYES geht in der Zwischenzeit weiter den Gehweg entlang, eine Akte unter dem Arm. Sie trägt einen Mantel, der vorn mit sechs Knöpfen geschlossen ist. Sie betritt das HOTEL KNICKERBOCKER, es ist das selbe Hotel, in dem MAD WAYNE lebt.

Flur vor dem Büro einer Nummerologin - Tag
REYES geht durch die Hotelhalle und bleibt vor einer Tür stehen. Dort steht:
"SUITE 33.
VICKI BURDICK, NUMMEROLOGE
DEIN SCHICKSAL ERWARTET DICH"
REYES öffnet die Tür und betritt das kleine Büro. An einem kleinen Schreibtisch vor einem alten Computer sitzt VICKI BURDICK. Sie ist eine blonde 50jährig Frau mit Pony. Sie dreht sich kaum um, als REYES eintritt, während sie ihre Begrüßungsrede herunterrattert.
REYES: Hallo.
VICKI BURDICK: Da drüben liegt ein Klemmbrett mit drei Formularen darauf. Füllen Sie das oberste aus, oder alle drei, wenn Sie Ihre geheimsten Zahlen für Liebe, Leben und wahres persönliches Glück erfahren wollen.
REYES: Ich bin nicht wegen einer privaten Übersicht hier.
REYES macht noch einen Schritt in das kleine Büro und zieht eine Visitenkarte heraus. VICKI BURDICK dreht sich um.
REYES: Ich bin vom FBI und ermittle in einer Mordserie, die einen nummerologischen Zusammenhang zu haben scheint.
VICKI BURDICK: Ich gebe wertvolle Einblicke für die Lebenden. Die Toten kennen ihre Zukunft bereits.
REYES: Es sind Mordfälle. Ich bitte um Ihre Hilfe bei dem Versuch, sie zu lösen.
VICKI BURDICK: Sie überschätzen wahrscheinlich die Tätigkeit, zu der ich hier fähig bin.
REYES: Meine Hoffnung besteht darin, daß Sie mittels der kompletten Nummerologie der Opfer ein Bild des Mörders erstellen können.
VICKI BURDICK: Ich glaube nicht, daß Sie verstehen. Ich betreibe hier ein kleines Geschäft. Die Menschen kommen zu mir, wenn sie ihr Leben verbessern, reich werden, den Mann ihrer Träume heiraten wollen. Ich meine, schauen Sie sich um. Wenn ich wirklich solche Informationen liefern könnte ... ich zeichne Ihnen kein Bild.
REYES: Sie glauben nicht daran?
VICKI BURDICK: Es ist bestenfalls ein Kunststück.
REYES will nicht aufgeben. Sie nimmt die Akte heraus, die sie mitgebracht hat und hält sie VICKI BURDICK hin.
REYES: Ich habe eine unübersehbare nummerologische Verbindung zwischen allen Opfern dieser Fälle hergestellt.
REYES gibt ihr den Hefter, den die Frau aufschlägt. Sie schreckt beim Anblick der Fotos, die wir schon gesehen haben, zurück.
REYES: Wenn ich den Mörder finde, kann ich vielleicht verhindern, daß es wieder passiert.
VICKI BURDICK seufzt.
VICKI BURDICK: Lassen Sie mich sehen, was ich tun kann.
Als REYES' Handy klingelt, nimmt sie es heraus und antwortet.
REYES: Monica Reyes.

Im Besprechungsraum für Verhaltenswissenschaften - Tag
Die Wände sind mit Bildern von Serienmördern gefüllt. Und mit Karten, die mit Nadeln gespickt sind, Steckbriefe, etc. Ein Raum wie aus "Das Schweigen der Lämmer". DOGGETT ist am Telefon.
DOGGETT: Monica, du wirst es nicht glauben. Wir haben noch zwei Fälle gefunden - noch zwei zusätzliche Opfer und beide mit diesen Malen im Gesicht.
Als DOGGETT dies sagt, zeigt die Kamera auf zwei Tatortfotos, die an die Wand hinter DOGGETT gepinnt sind. Beide scheinen rote Haare zu haben, anders als die bereits gezeigten anderen Opfer.
DOGGETT: Nun, ich wußte, daß Du gut bist, aber dies ... dies ist der Anfang einer brillanten Karriere. Du kommst besser hierher zurück.

Im Besprechungsraum für Verhaltenswissenschaften - Tag
REYES betritt den Raum im aufbrausenden Applaus, der sie erschreckt, überrascht und verlegen macht. Der Raum ist mit Agenten gefüllt. DOGGETT und SCULLY sind hier.)
DOGGETT: Gute Arbeit.
REYES: Danke.
AGENT FORDYCE, wahrscheinlich der dienstälteste Agent in diesem Fall, spricht
SPECIAL AGENT FORDYCE: Gut gemacht. Gut gemacht.
REYES: Danke.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Durch die brillante Verbindung dieser Mordfälle untereinander, arbeitet VICAP jetzt hart daran, ein Profil des Mannes zu erstellen, den wir offiziell den Dreifach-Null-Mörder nennen. Durch die Erkennung des Musters, das er bei den Opfern hinterläßt, waren wir in der Lage, sechs ungelöste Fälle einschließlich der beiden neuen mit einem Mörder in Verbindung zu bringen. Agent Scully wird als führende Kraft in der Gerichtsmedizin dieses Falles agieren.
AGENT FORDYCE nickt AGENT SCULLY zu.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Es gibt drei kürzliche Morde und drei von 1999. Das entdeckte Muster scheint zu sein, daß in Dreiergruppen in einer Linie entlang der östlichen Küste gemordet wird. Agent Doggett wird den Einsatz leiten und ist bereit, aufzubrechen.
AGENT FORDYCE zeigt auf etwas an der Wand. Man kann es nicht sehen, aber vermutlich zeigt er auf die Karte an der Wand, in die die Nadeln gesteckt sind.
SPECIAL AGENT FORDYCE: ( zählt mit Nachdruck an den Fingern) Hier steht, was wir nicht wissen. Eins: Wie er seine Opfer auswählt. Zwei: Wie er tötet. Und drei: Ob er bald wieder tötet oder verschwindet, wie er es vor zwei Jahren getan hat.
DOGGETT: Vielleicht war er während dieser zwei Jahre inhaftiert. Wir könnten nach jemanden mit einer Akte suchen.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Das ist eine sehr gute Beobachtung.
SCULLY: Der Mörder ist stark. Er nutzt seine Fäuste als Waffen. Rohe Gewalt. Er ist wütend und er handelt im Affekt.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Gut. Wichtig. Agent Reyes, wir arbeiten alle nach ihren Erkenntnissen. Weihen uns in ihre speziellen Erkenntnisse des Falles ein.
Schweigen breitet sich im Raum aus.
REYES: Nun, ... der Mörder hat wahrscheinlich eine Seelenzahl von entweder vier oder sechs. Sein Geburtspfad ist, denke ich, eine neun, oder vielleicht eine sechs. Die Schicksals- und Erkenntniszahlen sind ganz sicher karmisch. Ich werde es genau wissen, wenn ich die Übersicht von der Nummerologin habe, aber der Mörder arbeitet höchstwahrscheinlich nach leichten nummerologischen Unstimmigkeiten.
Die Stille im Raum ist ohrenbetäubend geworden. Die Versammelten starren REYES sprachlos an. Den Agenten wird nach und nach unbehaglich bei dem, was REYES sagt. REYES' Handy klingelt, unterbricht die Stille. Sie nimmt es heraus und prüft die Nummer des Anrufers.
REYES: Das ist sie schon. Monica Reyes.

Im Büro der Nummerologin - später Tag
VICKI BURDICK sitzt vor ihrem Computer, hält das Telefon ans Ohr. Sie hat die Übersichten vor sich.
VICKI BURDICK: Agent Reyes? Ich habe die Zahlen der Mordopfer durchgesehen.
REYES: ( am Telefon) Ja, uh-huh.
VICKI BURDICK: Und etwas unglaublich merkwürdiges ist dabei herausgekommen.
Hinter ihr öffnet sich die Bürotür. VICKI BURDICK dreht sich um und beginnt ihre Begrüßungsrede.
REYES: ( am Telefon) Was? Was ist es?
VICKI BURDICK: Da drüben liegt ein Klemmbrett mit drei Formularen darauf. Füllen Sie das oberste aus, oder alle drei, wenn Sie Ihre geheimsten Zahlen für ...
Sie bricht ab, als sie etwas an dem Mann wiedererkennt, der in ihrer Tür steht. Was auch immer es ist, wir werden nicht eingeweiht. Es ist MAD WAYNE.

Draußen vor dem alten heruntergekommenen Hotel - Tag
Die Kamera zeigt die Perspektive aus einer Tasche. Der Leichensack wird geöffnet und wir sehen AGENT FORDYCE auf uns herunterschauen.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Ich will ihre Leiche nach Quantico schicken.

Im Büro der Nummerologin - Tag
VICKI BURDICK'S stark angeschlagenes Gesicht ist durch die Öffnung des Leichensacks zu sehen. Der unterer Teil des Gesichtes ist blutig und voll blauer Flecken.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Ich will Fakten, ich will Einzelheiten. Ich will, daß Agent Scully diese Frau ganz genau unter die Lupe nimmt.
AGENT FORDYCE spricht mit DOGGETT und REYES. Anderes Polizeiangestellte untersuchen den Tatort.
DOGGETT: Ja, Sir.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Und ich will, daß Sie, Agent Reyes, mir erzählen, wer noch davon wußte.
REYES: Wer wovon wußte?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Von diesem Fall, davon, daß Sie in dieses Büro gekommen sind, um diese Frau zu treffen.
REYES: Ich glaube nicht, daß ich jemandem davon erzählt habe.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Wie hat der Mörder dann hierher gefunden? Geraten? Zufall?
REYES: Ich ... ich ...
SPECIAL AGENT FORDYCE: ( unterbrechend) Wir haben einen Kerl, der mordend die ganze Ostküste rauf- und runterzieht. Sagen Sie mir, was ihn in diese Stadt gebracht hat, in dieses Gebäude, auf diese Etage, in dieses Zimmer am selben Tag, an dem Sie hierher gekommen sind, um sie zu fragen, wenn er es nicht gewußt hat?
REYES: Das ist genau das, weshalb ich diese Frau sprechen wollte - um herauszufinden, wer der Mörder ist, warum er tut, was er tut, wenn er es tut.
SPECIAL AGENT FORDYCE: ( mit seiner Geduld fast am Ende) Wir haben einen Ruf zu wahren, Agent Reyes. Das FBI geht nicht zu Nummorologen aus den selben Gründen, aus denen wir keine Horoskope oder Handleser oder Kristallkugeln befragen. Ein Mörder tötet aus einem Grund. Er lebt in einer Welt von Ursache und Wirkung, so wie wir alle. Er hat einen Anlaß und handelt. Das ist immer der Fall, auch wenn er es auch nicht weiß, und so kriegen wir ihn.
REYES läßt sich von AGENT FORDYCE nicht einschüchtern. Sie erklärt so vernünftig, daß es für die X-Akten einen perfekten Sinn macht.
REYES: Wenn er auf einen Auslöser hin handelt, den er nicht versteht, ist es dann nicht möglich, daß wir ihn auch nicht verstehen? Können wir nicht akzeptieren, daß nicht jeder Mörder vom selben Impuls angetrieben wird, und daß es Impulse gibt, nach denen nicht jeder Mörder tötet?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Nein.
REYES: Warum nicht?
SPECIAL AGENT FORDYCE: ( abschließend) Weil es nicht akzeptabel ist.
DOGGETT: Aber wenn Agent Reyes niemandem davon erzählt hat, hierherzukommen, dann ist die einzige Person, die davon wissen konnte, beim FBI.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Ein Maulwurf? Das kann nicht sein.
DOGGETT: Aber müssen wir das letztendlich nicht als Möglichkeit annehmen?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Nein, müssen wir nicht.
REYES: Warum?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Weil es höchst unwahrscheinlich ist.
DOGGETT: ( kontert) Aber nicht unmöglich.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Das läuft auf das selbe hinaus.
DOGGETT scheint den Respekt vor dem Mann vor ihm zu verlieren.
DOGGETT: Wie wollen Sie, daß wir weiterverfahren, Sir?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Kurz gesagt, ich will Ergebnisse. Es ist mir egal, wie Sie sie erhalten. Ich will, daß der Mörder gefaßt wird.
Damit geht er. AGENT FORDYCE: ( zu den anderen im Raum) Okay, laßt die Leiche hier wegbringen.
DOGGETT: ( zu REYES) Vielleicht wurdest du verfolgt.
REYES: Wie? Wenn der Mörder nicht einmal wußte, daß ich nach ihm suche?
DOGGETT: ( frustriert) Ich weiß nicht - dann erkläre du es.
REYES: Diese Frau hat mich angerufen, kurz bevor sie ermordet wurde. Sie wollte mir etwas erzählen, was sie in den Tabellen der Opfer gefunden hatte.
DOGGETT: Ihren Tabellen?
REYES: Ihre Nummerologie - eine Aufstellung von Zahlen, die ihr Leben in dreizehn verschiedenen Kategorien bestimmen.
DOGGETT: Aber worauf basiert diese Aufstellung?
REYES: Auf Namen und Geburtsdaten.
DOGGETT: Weil mein Name John Jay Doggett ist und ich am 4. April 1960 geboren bin, habe ich eine Art magischen Zahl?
REYES rechnet bereits.
REYES: Sechs. Das macht dich zu einem aktiven, anpassungsfähigen, wißbegierigen Menschen, der auf seiner Unabhängigkeit besteht, gute Angebote liebt und vor allem erfolgreich sein will.
DOGGETT: Nun, das beschreibt fast jeden.
REYES: Menschen sind Menschen.
DOGGETT: Richtig, aber sie sind keine Zahlen.
REYES: Warum hat sie mich dann angerufen?
DOGGETT ist um Worte verlegen.
DOGGETT: Ich lasse dich jetzt hier, um es herauszufinden. Ich gehe ins Bureau zurück.
DOGGETT geht.
Musik: Karl Zeros "La Panse".
REYES seufzt und geht ans Fenster, wo sie die Vorhänge hochzieht.

Draußen vor dem alten heruntergekommenen Hotel - Tag
Als REYES das Rollo aufzieht, zeigt die Kamera, daß es ein Muster in der Anordnung der Fenster des Gebäudes gibt. Es sind zwei Reihen von je fünf Fenstern. Die inneren drei Fenster beider Reihen haben ihre Vorhänge geöffnet. Sie sind schwarz. Die anderen beiden auf jeder Seite haben die Rollos geschlossen. Sie sind weiß. Das Muster paßt ...
Die Kamera zeigt eine Nahaufnahme der sechs Punkte auf einem Dominostein mit einer unscharfen REYES, die noch immer aus dem Fenster im Hintergrund sieht. Der Dominostein wird in der Hand gehalten. Die Kamera wird schärfer, als eine verschwommene Person in den Hintergrund tritt. Es ist MAD WAYNE.
Die Person, die den Dominostein hält, ist MR. BURT.
MAD WAYNE dreht sich um und sieht MR. BURT überrascht an. Er ist verärgert, ihn hier zu sehen.
MR. BURT: Buon Giorno! Wayno.
MAD WAYNE: Was glauben Sie, wer Sie sind?
MR. BURT: Was glaubst du, wer ich bin?
MAD WAYNE wird von den Stimmen der Polizisten hinter ihm abgelenkt. Er dreht sich um und sieht DOGGETT und zwei oder drei andere Polizisten auf dem Treppeneingang des Hotels stehen. Er setzt sich schnell hin und dreht das Gesicht weg.
MAD WAYNE: ( leise) Sagen Sie nichts.
MR. BURT: ( lächelnd) Habe ich das jemals?
Als DOGGETT am Tisch der beiden Männer vorbeikommt, tippt MR. BURT einen Dominostein an, der eine Kettenreaktion unter den Steinen auslöst, die in einem Spiralmuster aufgebaut sind. DOGGETT bleibt stehen und beobachtet das Spiel. Er sieht zu MAD WAYNE hinunter, der jeglichen Augenkontakt vermeidet. Die Dominosteine fallen und DOGGETT geht weiter. MR. BURT lächelt.
MAD WAYNE: ( durch die Zähne) Sie wollen, daß die mich kriegen.
MR. BURT: ( schulterzuckend) Ich spiele nur Domino. So lange, wie du hier sitzt. Wie fühlst du dich?
MAD WAYNE: Gehen Sie zur Hölle.
MR. BURT: Läuft die Reservierung auf deinen Namen?
MR. BURT: Du bist ein Witzbold. Du bist wirklich nur ein Witzbold, aber ich liebe dich.
MR. BURT: ( lächelnd) Ein kurzes Spiel gefällig?
MAD WAYNE: Ich spiele Ihre Spiele nicht.
Plötzlich lächelt MR. BURT nicht mehr. Er wirkt untypisch ernst bei MAD WAYNE'S Worten. MAD WAYNE bemerkt es nicht.
MR. BURT: Ein wahreres Wort wurde nie gesprochen.
MAD WAYNE starrt MR. BURT wütend an. Er steht auf und geht. MR. BURT sieht auf den einzelnen Dominostein hinunter, den er in der Hand hält. Es ist eine drei.

Quantico - Autopsiesaal - Abend
SCULLY untersucht das letzte Opfer. Sie betrachtet durch ein Vergrößerungsglas die drei Punkte links auf dem Gesicht der Nummerologin.
Das Lied von Karl Zero endet.
SCULLY spricht in ein Diktiergerät.
SCULLY: Die Verstorbene ist Vicki Louise Burdick. Laut der äußeren Untersuchung scheint die Todesursache ein starker Schlag auf den Oberkiefer zu sein, der ein kleines Muster mit drei Kreisen hinterlassen hat. Ich beginne die innere Untersuchung um ...
SCULLY sieht auf die Digitaluhr über sich. Sie zeigt 6:06.
SCULLY: ... sechs Uhr sechs abends.
SCULLY schaltet das Diktiergerät aus und nimmt ein Skalpell von einem Tablett neben sich. Die Kamera zeigt das Tablett, auf dem alle notwendigen Utensilien in sechsfacher Ausfertigung liegen. Es gibt sechs Wattetupfer, sechs Wattebällchen auf der Spitze von sechs Scheren, sechs Skalpelle, sechs Lineale, sechs Pipetten, sechs kleine Flaschen mit was auch immer und eine große Packung von irgend etwas mit der Zahl "6" darauf.
SCULLY dreht sich um, um das Opfer zu untersuchen und stockt. Auf VICKI BURDICK'S Stirn haben sich ein paar Haare gedreht ... in die Form einer sechs. Tatsächlich bilden die drei Locken auf ihre Stirn die Zahl 666.)
SCULLY dreht sich um, um mit der Untersuchen fortzufahren, als sie etwas anderes bemerkt und abbricht. Ein Dominomuster von sechs Sommersprossen ist auf der Haut der Frau zu sehen, dort wo sie schneiden wollte. SCULLY sieht zurück auf die 666 im Pony der Frau. Das ist zu merkwürdig für SCULLY, sie hebt das Diktiergerät, als etwas anderes ihre Aufmerksamkeit erregt. Das Zählwerk zeigt 666.
Musik beginnt

Im Büro der Nummerologin - Abend
REYES sitzt an VICKI BURDICK'S Schreibtisch und arbeitet allein. Hinter ihr erscheint eine Gestalt in der Tür. Die Tür wird geöffnet. Es ist SCULLY. REYES dreht sich schnell um und steht auf, um sie zu begrüßen.
REYES: Agent Scully.
SCULLY: Ich habe etwas, was ich Ihnen zeigen will.
REYES: Was?
SCULLY öffnet die Akte, die sie mitgebracht hat, und gibt sie REYES. Darin ist ein Foto vom Gesicht des letzten Opfers mit dem Schwerpunkt auf dem dreifachen Kreismuster.
SCULLY: Ich habe herausgefunden, was das dreifache Nullmuster auf den Opfern bedeutet. Es sind gar keine Nullen. Es ist die Zahl 666, nur verwischt.
REYES ist beeindruckt
SCULLY: Es muß vom Ring des Mörders gestempelt sein. 666, das Zeichen des Teufels.
REYES: Natürlich. Wie haben Sie das herausgefunden?
SCULLY: Habe ich nicht.
REYES: Wie haben Sie es dann entdeckt?
SCULLY: Rein zufällig.
REYES: Ich habe auch etwas entdeckt - die Tabellen der Opfer. Als die Zahlen feststanden, hat die Nummerologin festgestellt, daß sie zu ihren eigenen Zahlen passen.
SCULLY: Wie hat der Mörder sie gefunden?
ali

gn="right" | REYES:

Das war offensichtlich kein Zufall.
SCULLY: Und wie hilft uns das, den Mörder zu finden?
REYES: Überhaupt nicht.
SCULLY und REYES sehen einander an. Sie sind überfragt.
Musik setzt ein: Karl Zeros "Inouis".

Im Besprechungsraum - Nacht
Eine Kameranahaufnahme des Zeitungsartikels aus der "Metro Section" mit der Überschrift "Ihre Zeit war abgelaufen". Ein Bild der Nummerologin ist neben dem Artikel. Die Kamera fährt ein bißchen zurück und man sieht, daß die Zeitung an ein Brett neben die Fotos der andern Opfer des Falls gepinnt ist.)
DOGGETT steht vor dem Brett und studiert die Fotos. DOGGETT dreht sich zur Karte um, in der die Nadeln mit den Fundorten der Opfer stecken. Alle Nadeln sind mit einem orangen Faden verbunden. DOGGETT zeigt auf die Karte und bemerkt, daß das Muster die Form der Zahl sechs hat.)
DOGGETT wird von AGENT FORDYCE'S lauter Stimme erschreckt, als er dazukommt.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Agent Doggett, ich denke, wir haben das psychologische Profil des Mörders.
DOGGETT: Wie sieht es aus?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Basierend auf den Ergebnissen aus der Gerichtsmedizin und den Daten wie Zeit und Ort der Morde und des Krafteinsatzes, glauben wir, daß der Mann Mitte 20 bis Ende 40 ist, von durchschnittlich Gestalt, getrieben vom ständiger Wut durch den Haß seiner Mutter in frühster Kindheit. Er was Bettnässer, fühlte sich minderwertig, das hat er in die Welt hinausgetragen, indem er kleine Tiere tötete.
DOGGETT: Das ist es?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Gehen Sie an die Arbeit.
DOGGETT: Das ist das durchschnittliche Profil von fast jedem Serienmörder, den das FBI jemals gejagt hat.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Ist das wirklich so überraschend?
DOGGETT scheint ein Problem damit zu haben. Er sagt nichts. Er wendet seine Aufmerksamkeit einfach wieder der Karte am Brett vor sich zu.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Gibt es ein Problem, Agent Doggett?
DOGGETT: Es ist die Art, wie Agent Reyes die Fälle gefunden hat. Ich glaube nicht, daß sie so einfach übergangen werden sollte.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Glauben Sie all diesen Unsinn?
DOGGETT: Sehen Sie sich dies an: Der Weg des Mörders ergibt die Zahl sechs.
DOGGETT deutet auf die Karte und den orangen Faden, der eine große sechs zeigt. AGENT FORDYCE ist nicht überzeugt.
SPECIAL AGENT FORDYCE: Ihre Idee?
DOGGETT: Ich weiß nicht. Es ist mir nur aufgefallen.
SPECIAL AGENT FORDYCE: ( spöttisch) Ist Ihnen jemals aufgefallen, daß alle Babys wie Winston Churchill aussehen? Der gleiche Unterschied, Agent Doggett.
DOGGETT: ( die Karte betrachtend) Was ist das Muster des Mörders? Was, wenn die Zahl sechs eine besondere Bedeutung für die Morde hat?
SPECIAL AGENT FORDYCE: Es mag sein ... für Sie und für Agent Reyes, aber nicht für das Opfer Nummer sieben.
AGENT FORDYCE deutet auf das Foto der toten Nummerologin. Er wirft DOGGETT einen bedeutungsvollen Blick zu und geht. Die Kamera verweilt auf DOGGETT.
Die Musik endet.

Flur vor den Büro der Nummerologin - Nacht
SCULLY und REYES verlassen das Büro und ziehen die Tür hinter sich zu. REYES hält den Aktenordner und die Blätter mit der Zahlenanalyse. Ihre Augen lösen sich nicht vom Papier. Sie ist völlig in dem versunken, was vor ihr Gestalt annimmt.
REYES: Wenn wir diese Zahlen analysieren könnten, bin ich sicher, daß wir es herausfinden würden.
SCULLY: Trotz dem, was wir über die Nummerologie der Opfer wissen, über den Ring, von dem wir glauben, daß er ihn trägt, wissen wir so gut wie nichts, mit dem wir anfangen können, nach dem Mann zu suchen.
Sie bleiben vor dem Fahrstuhl stehen.
REYES: ( streicht über die Tabellen) Die Antworten werden zu mir kommen.
Die Fahrstuhltüren öffnen sich vor MAD WAYNE. Die Fahrstuhlglocke klingelt.
SCULLY: Fahren Sie nach unten?
MAD WAYNE nickt und die Frauen steigen ein. REYES ist in den Tabellen versunken. Sie bemerkt den Mann im Fahrstuhl kaum. Die drei stehen im Fahrstuhl Seite an Seite, als sich die Türen schließen.

Im Hotelfahrstuhl - Nacht
Der Fahrstuhl hält auf der Etage und die Türen öffnen sich. REYES ist noch immer von den Papieren in ihrer Hand gefesselt. Sie tritt automatisch aus dem Fahrstuhl. MAD WAYNE streckt die Hand in einer höflichen Geste vor, um die Türen am Schließen zu hindern.
SCULLY: Danke.
SCULLY bemerkt plötzlich den Ring an seiner Hand. Sie bleibt stehen, sieht zu MAD WAYNE zurück, der sie intensiv beobachtet. SCULLY lächelt ihn leicht an und tritt aus dem Fahrstuhl heraus. MAD WAYNE läßt die Hand sinken.
Drei Schritte vor dem Fahrstuhl zieht SCULLY ihre Waffe und richtet sie auf MAD WAYNE.

In der Hotellobby - Nacht
Im Hintergrund steht REYES und liest noch immer. Die Lobby ist leer. Niemand ist vor oder hinter der Rezeption. REYES reagiert erst, als SCULLY schreit.
SCULLY: Kommen Sie aus dem Fahrstuhl! Bewegen Sie sich!
Das überrascht MAD WAYNE.
MAD WAYNE: Ganz ruhig. Ruhig. Alles in Ordnung. Alles wird gut. Ganz ruhig.
MAD WAYNE hebt seine Hände und steigt langsam aus dem Fahrstuhl. Als sich die Türen zu schließen beginnen, tritt er einen Schritt zurück, schließt sich so selbst im Fahrstuhl ein und läßt SCULLY und REYES in der Lobby stehen.
Sie stehen und beobachten die Stockwerkanzeige des Fahrstuhls über der Tür.
SCULLY: Er ist es.
REYES: Er fährt nach unten.
SCULLY: Die Treppen.
SCULLY läuft los, REYES läßt die Akten fallen und folgt ihr. SCULLY erreicht die Tür ins Treppenhaus als erste. Sie rennen die Treppen hinunter. REYES hat ihre Pistole in der Hand.
Musik beginnt: Karl Zeros "Torero".

In der Tiefgarage des Hotels - Nacht
SCULLY und REYES stoßen die Tür auf, die in die Tiefgarage führt. Die quietschenden Autoreifen und das Aufheulen des Motors ziehen ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sie wenden sich schnell in diese Richtung.
Eine Limousine verschwindet aus ihrem Blickfeld. Sie fährt nicht sehr schnell, will jedoch offensichtlich das Parkhaus verlassen. Zur selben Zeit, als SCULLY und REYES die Ausfahrtsrampe erreichen, beginnen sich die Metalltore zu schließen.
Die Frauen sind zu spät. Die Tore haben sie in der Garage eingeschlossen.
MUSIK: Olé!

In der Tiefgarage - Nacht
SCULLY und REYES laufen in die Richtung zurück, aus der sie gekommen sind. REYES zieht ihr Handy heraus und versucht zu telefonieren.
REYES: Ich bekomme keine Empfang.
SCULLY dreht sich zum Fahrstuhl, ruft ihn. Der Fahrstuhl reagiert nicht.
SCULLY: Großartig.
REYES: ( liest auf ihrem Handy) "Kein Netz"
SCULLY dreht sich zur Treppenhaustür, zieht und rüttelt daran. Sie bewegt sich nicht. Sie schlägt voll Frustration dreimal gegen die Tür. Sie sind in der Garage eingesperrt.
SCULLY: Wir müssen eine Fahndung nach dem Auto veranlassen. Konnten Sie das Nummernschild sehen?
REYES: Nein.
REYES schüttelt den Kopf. SCULLY wendet sich wieder dem Kombinationsschloß zum Treppenhaus zu und beginnt, in der Hoffnung, daß irgendetwas passiert, wiederholt die Knöpfe zu drücken. Kein Effekt.
SCULLY: Wir haben all die Zahlen aus diesem Fall mit Ausnahme der einen, die wir brachen.
REYES: Vielleicht gibt es noch einen anderen Ausgang.
REYES sieht sich um. SCULLY blickt auf die Uhr.
SCULLY: Gut, es ist erst Mitternacht. Es kann sein, daß noch jemand kommt oder geht.
SCULLY steckt die Waffe ein, als REYES sich zu ihr umdreht.
REYES: Woher wissen wir, wer das Auto gefahren hat? Daß er das überhaupt war? Daß der Mörder nicht noch immer hier ist?
Der Gedanke war ihnen noch nicht gekommen. Sie waren beide davon ausgegangen, daß der Mörder das Auto gefahren hat. Sie ziehen beide ihre Pistolen wieder heraus und beginnen, die Garage zu durchsuchen.
Sie gehen vorsichtig zwischen den parkenden Autos durch. Ihr Waffen tragen sie im vollem Bewußtsein, daß der Mörder für sie selbst eine Gefahr darstellt.
SCULLY: Wir sind Bundesagenten und wir sind bewaffnet. Wenn Sie hier sind und eine plötzliche Bewegung machen, sind wir gezwungen, Sie als Bedrohung anzusehen.
In der Ferne räuspert sich ein Mann. SCULLY dreht sich in die Richtung, aus der das Geräusch kam.
Ihre Aufmerksamkeit fällt auf die Gestalt eines Mannes, der in einem alten grünen Auto sitzt. Mir wurde gesagt, daß alle Autos in der Garage Klassiker sind. Sogar das Auto, daß die Garage kurz davon verlassen hat, war eine Limousine von 1960 und mir wurde gesagt, daß das Auto, das wir jetzt sehen, ein Oldtimer Cadillac ist. Vielleicht findet jemand, der sich damit besser auskennt und sich dafür interessiert, dies etwas faszinierender. Für alle anderen: das Auto erscheint mir alt, riesig und sehr, sehr grün.
SCULLY: Bleiben Sie, wo Sie sind! Genau dort!
SCULLY stellt sich hinter ein Auto und richtet ihre Waffe auf den Mann im Auto. REYES folgt ihr kurzentschlossen.
REYES: Die Hände dahin, wo wir sie sehen können!
Die Kamera zeigt, daß im Auto hinter dem Lenkrad ein Mannes zu sitzen scheint.
REYES: Steigen Sie langsam aus dem Auto aus.
Die Tür öffnet sich und heraus kommt ... MR. BURT.
MR. BURT: Habe ich etwas falsch gemacht?
SCULLY: Kommen Sie hinter dem Auto hervor.
SCULLY und REYES stellen sich vor MR. BURT hin. Sie haben ihre Waffen nicht gesenkt. Sie sind nicht sicher, ob der Mann vor ihnen auch mit den Morden zu tun hat.
SCULLY: Ich will, daß Sie uns einen Ausweis zeigen.
MR. BURT: Ich habe keine Brieftasche.
REYES: Haben Sie eine andere Legitimation?
MR. BURT: Ich glaube nicht.
SCULLY: Sir, was tun Sie hier?
MR. BURT: Ich warte auf einen Freund.
SCULLY: Um Mitternacht? In einer Tiefgarage?
MR. BURT: Wir haben ein regelmäßiges Spiel, das wir spielen.
REYES: Was für ein Spiel?
MR. BURT: Dame.
SCULLY dreht sich zu REYES. Sie glauben beide, daß sie auf den Arm genommen werden.
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"right" | MR. BURT:

Das Damespiel ist im Kofferraum, falls jemand von Ihnen spielt.
SCULLY: Sir, sieht es aus, als ob wir hier wären, um Dame zu spielen?
MR. BURT: Nein.
MR. BURT nimmt die Frage erst. Er senkt die Hände, als er fragt ...
MR. BURT: Warum sind Sie hier?
REYES: ( beunruhigt) Nehmen Sie Ihre Hände wieder hoch. Treten Sie vor. Legen Sie die Hände auf den Kofferraum.
MR. BURT bewegt sich folgsam. Er legt die Hände langsam auf den Kofferraum und wartet geduldig, während REYES ihn abtastet. Sie findet nichts. SCULLY hat ihre Waffe nicht von ihm abgewandt.
REYES: Er ist sauber.
SCULLY: Gut. Öffnen Sie den Kofferraum.

Blick auf den Kofferraum des Cadillacs (Dies ist eine kurze Einstellung)
Der Kofferraum wird geöffnet. Die Kamera zeigt aus dem Inneren des Kofferraums, so daß wir MR. BURT sehen, als sich der Kofferraum öffnet.
SCULLY sieht hinein und erblickt ein Damebrett ganz oben auf einem unordentlichen Stapel von CDs. Es sind selbstgebrannte CDs, keine gekauften. Sie sind in ihren Hüllen, die Beschriftungsfelder sind leer.
SCULLY: Was ist das alles?
MR. BURT: Musik.
REYES: ( scherzhaft) Sie müssen Musik wirklich mögen.
MR. BURT: Oh, ich liebe sie. Die Klassiker natürlich. Mozart, Bach, den frühen Jazz: Louis Armstrong, Sinatra, Doo-wop, Elvis, Marschmusik ...
SCULLY: Sir, genug.
MR. BURT: Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich liebe jede Musik, aber ich bevorzuge das, was bleibt.
MR. BURT lächelt.
REYES greift hinein und nimmt ein paar CDs heraus.
MR. BURT: Gefallen Sie Ihnen? Behalten Sie sie. Dank der wundervollen Welt der digitalen Technologie kann ich immer mehr machen.
SCULLY: Wann wird Ihr Freund kommen?
MR. BURT sieht auf sein Handgelenk, als ob er auf die Uhr sehen würde. Nur, daß er keine Uhr trägt.
MR. BURT: Bald.
REYES: ( zu SCULLY) Was wollen Sie tun?
SCULLY: Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.
SCULLY schüttelt den Kopf und steckt die Waffe weg. Sie weiß es nicht.
MR. BURT: Ich habe auch schöne Tanzmusik.
SCULLY: Wir sind hier, Sir, weil ein Serienmörder frei herumläuft.
MR. BURT: Wie viele hat er getötet?
REYES: Sieben Frauen bisher.
MR. BURT schüttelt darüber traurig den Kopf.
MR. BURT: Wie werden Sie ihn fangen?
SCULLY: Hier unten eingesperrt - überhaupt nicht.
MR. BURT: Sind Sie sicher, daß ich nichts tun kann?
SCULLY rollt mit den Augen. Dies wird immer schlimmer. Dann:
SCULLY: Haben Sie die Kombination für die Tür?
MR. BURT: Nein.
REYES: Haben Sie ein Handy, das funktioniert?
MR. BURT: Ich wünschte, ich hätte eins.
Eine Weile Schweigen. Dann:
MR. BURT: Wir haben immer noch Dame.
SCULLY sieht REYES an, sie zuckt mit den Schultern. MR. BURT lächelt.
Musik beginnt: Karl Zeros cha cha Cover von "El Bodeguero".

MR. BURT sitzt an einem provisorischen tragbaren Tisch mit dem Damebrett darauf. Er hebt die Hand und überspringt ALLE gegnerischen Steine. SCULLY kann es nicht glauben.
MR. BURT lächelt.
MR. BURT: Nächstes Opfer?
SCULLY ist nicht amüsiert. Sie steht langsam vom Opferstuhl auf und geht zu REYES hinüber.
SCULLY: ( zu Reyes) Wie sind wir bloß hierhergekommen?
REYES sieht zu MR. BURT hinüber, der mit dem Kopf nickt, er ist bereit.

Auf dem Damebrett liegt die selbe Stellung für REYES wie sie für SCULLY war. MR. BURT springt noch einmal über alle gegnerischen Steine.
REYES ist geschockt. Sie springt auf, als drei Schüsse von irgendwo durch die Garage hallen. Der Klang wird im leeren Parkhaus zurückgeworfen.
Die Musik endet.
Hinter ihnen steht SCULLY mit gezogenen Waffe und zielt auf die geschlossenen Tür zum Treppenhaus. Ihre Waffe raucht, sie versucht es mit der Tür noch einmal ... sie ist noch immer verschlossen. Mist!
Die Musik geht weiter.
SCULLY wirft REYES und MR. BURT einen Blick zu und läuft weiterhin vor der Tür auf und ab.

Noch immer im Parkhaus
Ein neues Damespiel hat begonnen. REYES spielt rot auf der einen Seite und SCULLY spielt schwarz auf der anderen. Jede von ihnen macht den selben Zug. In der Zwischenzeit tanzt MR. BURT Cha Cha rund um den Tisch.
MR. BURT: ( zur Musik) ... cha cha cha ...
Während sie spielen, fällt REYES etwas auf. Sie greift über das Brett und dreht es um, so daß SCULLY rot spielt und sie schwarz.
SCULLY: Agent Reyes?
REYES steht auf. MR. BURT hört auf zu tanzen und stellt sich neben sie. Die Musik wird leiser und endet. Sie sieht auf das Brett hinab.
REYES: Ihre Haarfarbe.
SCULLY greift hinauf und berührt ihr eigenes Haar. Auch sie sieht die Verbindung.
SCULLY: Ich glaube es nicht.
MR. BURT: Was?
REYES: Was ist, wenn wir die nächsten Opfer sind?
MR. BURT: Sie?
REYES: Das siebte Opfer war blond.
MR. BURT: Aber keine von Ihnen ist blond.
REYES: Er tötet in Dreiergruppen. Blond, rothaarig, brünett. Die nächsten Opfer werden eine Rothaarige und eine Brünette sein.
MR. BURT: Erstaunlich - und das von einem Damespiel.
SCULLY sieht MR. BURT verdächtig an. Sie zieht plötzlich ihre Waffe und richtet sie auf ihn.
SCULLY: Wer sind Sie?
MR. BURT: Offensichtlich jemand, von dem Sie großes Glück hatten, ihn zu treffen.
SCULLY: Nein. Nein. Sie sind ein Teil hiervon.
MR. BURT: Wie haben Sie das herausgefunden?
REYES: Nein, es hat alles mit den Zahlen zu tun. Es macht alles Sinn. Die Zahlen haben uns zum Mörder geführt, der Mörder führte uns in das Parkhaus und jetzt haben wir das wirkliche Muster des Serienmörders erkannt.
MR. BURT: Also sagen Sie, daß ich nichts damit zu tun habe.
SCULLY: He, behalten Sie die Hände oben.
MR. BURT: Warum?
SCULLY: Ich weiß es nicht.
SCULLY steckt ihre Waffe weg. MR. BURT nimmt jetzt die Hände herunter.
MR. BURT: Was hat es mit den Zahlen auf sich?
SCULLY: ( richtet die Waffe wieder auf ihn) Werden Sie ... ?
MR. BURT: Ich kann gut mit Zahlen umgehen.
SCULLY läßt die Waffe sinken.
REYES: Der Mörder wird von etwas angetrieben, was wir für nummerologisch halten.
MR. BURT: Natürlich. Er ist ein Serienmörder.
SCULLY: Nein, das ist es nicht, was sie meint. Sie denkt, sein Handeln wird von der Abfolge von Zahlen bestimmt.
MR. BURT: So hat der Mörder keine Kontrolle über seine Taten, die Zahlen aber schon?
REYES: Ja.
MR. BURT: Hm, helfen die Zahlen Ihnen, ihn zu fangen oder helfen sie ihm, nicht gefangen zu werden?
REYES: Das ist eine gute Frage.
MR. BURT: Es ist also eine Art Spiel.
SCULLY: Nein, ist es nicht.
REYES: Nein, vielleicht ist es das. Vielleicht geht es darum - wer das Spiel gewinnt.
MR. BURT: Ich glaube, sie hat eine Idee.
SCULLY: Agent Reyes, Sie können einen komplexen Faktor wie das Physische und das Psychologische nicht auf ein Spiel reduzieren.
REYES: Sie sind Wissenschaftlerin, Agent Scully. Ihre Welt wird von Zahlen regiert: Atome, Moleküle, Perioden.
MR. BURT: Wow!
REYES: Und folgt daraus nicht, daß alles, was aus diesen Dingen entsteht, ebenfalls von Zahlen gesteuert wird: Gene, Chromosomen, wir, das Universum.
MR. BURT: Weiter, Mädel.
SCULLY: Agent Reyes, das ist völliger Unsinn, okay? Das würde bedeuten, daß wir alle Damesteine auf einem Damebrett sind, bewegt von einer höheren und uns vollständig unbekannten Macht.
REYES: Was hat Einstein gesagt?
MR. BURT: Einstein - jetzt haben wir einen Sieger.
REYES: "Gott würfelt mit dem Universum nicht."
SCULLY: Genausowenig spielt er Dame. Sehen Sie, Agent Reyes, Sie können nicht das ganze Leben, alle Geschöpfe, jedes Stück der Architektur, Musik, Literatur auf ein Spiel von Gewinnen oder Verlieren reduzieren.
REYES: Warum nicht? Vielleicht sind die Sieger diejenigen, die das Spiel besser spielen. Die, die die Muster und Verbindungen erkennen, genauso wie wir es gerade tun.
MR. BURT: ( schnippt mit den Fingern) Der freie Wille.
REYES: ( versteht jetzt) Vielleicht sind wir nicht die nächsten Opfer. Vielleicht sind wir hier, weil wir die Zahlen gesehen und das Muster verstanden haben. Wir sind hier, um den Mörder zu fangen.
SCULLY: Aber der Mörder ist draußen, tötet und wir sind in einem Parkhaus eingesperrt.
REYES: Was, wenn er es nicht ist? Was, wenn wir nicht gründlich genug gesucht haben? Was, wenn der Mörder noch immer hier unten ist?
REYES zieht ihre Waffe. Eine schattenhafte Gestalt verschwindet schnell hinter den Autos in der Dunkelheit. SCULLY ist beunruhigt. MR. BURT lächelt.
SCULLY: Wonach suchen Sie?
Das Licht geht plötzlich aus. Läßt sie alle in der Dunkelheit zurück.
MR. BURT: Nach dem selben wie Sie.

In der Tiefgarage - Nacht
Das Parkhaus ist in Dunkelheit getaucht. Das einzige Licht ist die natürliche Helligkeit von der Straße. MR. BURT beginnt die Steine einzusammeln und sein Spiel wegzuräumen. Sowohl REYES als auch SCULLY haben ihre Waffen gezogen.
' MR. BURT:

'

Was nun?
SCULLY: Sie gehen nach links, ich nach rechts.
SCULLY: ( zu MR. BURT) Sie, Sie bleiben genau hier, wo Sie sind.
MR. BURT: Oh, mich wird man nicht los.
Die Frauen trennen sich und durchsuchen das Parkhaus noch einmal.
REYES geht vorsichtig an den Fahrstühlen entlang. Eine Hand wird vorgestreckt und greift nach ihr, erstickt ihre Schreie. SCULLY geht noch immer durch die Dunkelheit, REYES' Situation nicht ahnend.
An dieser Stelle ist nicht klar, ob MR. BURT weiß, was mit REYES passiert. Er könnte es wissen. SCULLY bemerkt, daß der Sicherungskasten offen ist und geht daran vorbei. REYES wehrt sich verzweifelt, um sich von MAD WAYNE zu befreien und ihre Waffe außerhalb seiner Reichweite zu halten. Sie hat nicht vor aufzugeben.
REYES und MAD WAYNE stürzen auf die Erde. REYES' Waffe rutscht von ihnen fort. MAD WAYNE kriecht auf die Waffe zu und erreicht sie als erster. Er hebt sie auf und dreht sie herum, um sie auf REYES zu richten.
REYES sieht MAD WAYNE an ... genau in den Lauf ihrer eigenen Waffe.
Dann feuert plötzlich eine schattenhafte Gestalt hinter ihr drei Schüsse auf MAD WAYNE ab. Die Lichter gehen an. Es ist AGENT DOGGETT.
Er steht regungslos hinter ihr. Die rauchende Waffe hält er noch in der Hand. AGENT SCULLY kommt zu ihnen.
DOGGETT geht zu REYES hinüber, um ihr aufzuhelfen. SCULLY untersucht MAD WAYNE, der in einer Blutlache liegt. Er lebt noch. Aber nur noch schwach.
SCULLY: Er stirbt.
Mit einem Arm um ihren Körper hilft DOGGETT REYES auf die Beine.
DOGGETT: Bist du okay?
REYES: Ja, ich glaube schon.
Sie erreichen MAD WAYNE. SCULLY und REYES dicht bei ihm, DOGGETT in sicherer Entfernung, die Waffe noch immer in der Hand.
SCULLY: Können Sie mich hören?
REYES: Warum haben Sie das getan - diese Frauen getötet?
MAD WAYNE schüttelt den Kopf und versucht zu sprechen. Er zittert und stirbt, bevor er eine Erklärung geben kann.
REYES und SCULLY drehen sich um und sehen AGENT DOGGETT an.
SCULLY: Wie haben Sie uns gefunden?
DOGGETT: Ich habe etwas in seinem Muster gesehen. Das machte mir klar, daß es neun Opfer geben wird. Vielleicht wärt ihr zwei acht und neun geworden.
Der Zufall ist unglaublich. Sowohl SCULLY als auch REYES verstehen in diesem Moment etwas. Sie springen beide auf und laufen zurück durch das Parkhaus, dorthin, wo sie ihn zurückgelassen haben.
REYES: Wo ist er hin?
Musik beginnt: Karl Zeros "I Love You For Sentimental Reasons."
MR. BURT'S Cadillac ist fort.

Im Besprechungsraum - Tag
Die Kamera zeigt eine Nahaufnahme von AGENT FORDYCE mit dem gesamten Agententeam im Hintergrund. AGENT FORDYCE sieht perplex aus.
Die Kamera zeigt, worauf AGENT FORDYCE blickt. Es ist die Karte mit den Tatorten der Morde in Form der sechs. Noch einmal schwenkt die Kamera zurück auf AGENT FORDYCE, der beginnt, seinen Kopf nach links zu neigen. Etwas weiter als man erwarten würde.
Als er den Kopf neigt, dreht auch die Kamera die Karte um der Bewegung von AGENT FORDYCE'S Kopf zu folgen und um uns zu zeigen, was er sieht .. und vermutlich auch, was AGENT DOGGETT gesehen und ihn das Parkhaus geschickt hat. Es ist eine umgedrehte sechs ... das ergibt die Zahl neun.
Die Kamera schwenkt zurück zu AGENT FORDYCE und dem gesamten Team, die alle ihre Köpfe nach links gedreht haben. Keine Ahnung, warum sie die Karte nicht einfach umdrehen. Nein, so sieht es viel spaßiger aus.

In SCULLY'S Wohnung - Kinderzimmer - Nacht
Nahaufnahme von William, der wirklich süß aussieht. Er liegt in seiner Wiege und SCULLY macht ihn für die Nacht fertig. Er lächelt und winkt mit den Armen. Sie streichelt seine Wange und klopft auf seine Brust.)
SCULLY sieht ihren Sohn an. Sie geht aus dem Kinderzimmer und läßt die Tür angelehnt.
Die Kamera zeigt SCULLY, die sich ins Bett legt und das Licht ausschaltet um zu schlafen. Aber sie kann es nicht. Etwas beunruhigt sie. Sie schaltet das Licht wieder an und greift nach dem Telefon.

In REYES' Wohnung - Schlafzimmer - Nacht
Das Telefon klingelt. REYES, im Nachthemd, nimmt den Hörer ab. Die Digitaluhr neben ihrem Bett zeigt 9:09.
REYES: Hallo?
SCULLY: Okay, ich muß es wissen.
REYES: Was?
SCULLY: Wie meine Nummerologie ist, und wie meine Zahl ist ... wie auch immer Sie es nennen. Was bin ich?
REYES lächelt über diese Neugier.
REYES: Sie sind eine neun.
SCULLY: Was bedeutet das?
REYES: Neun ist Vollendung. Sie haben durch die Erfahrungen aller anderen Zahlen die spirituelle Erkenntnis entwickelt, daß dieses Leben nur Teil eines großen Ganzen ist.
Wow. SCULLY sitzt still. Sie ist davon wirklich bewegt.
REYES: Dana, sind Sie noch dran?
SCULLY: Es gibt noch etwas anderes, was mich nicht in Ruhe läßt.
REYES: Was denn?
SCULLY: Wer war der Mann?
REYES: ( weiß es nicht) Das weiß nur Gott.
Das Lied endet und ein neues beginnt: Karl Zeros "Io Mammate E Tu".

Vor dem alten heruntergekommenen Hotel
Polizisten regeln den Abtransport von MAD WAYNE'S Leiche in ein wartenden Auto. Eine Menschenmenge steht herum. GESPROCHENER TEXT (MUSIK): Michelangelo!
Zwei alte italienische Herren stehen dort und sehen zu. Sie singen den Text zum Lied und gehen durch die Straßen.
ALTER ITALIENER: ( im grauen Anzug)
Ti avevo detto dal primo apputamento
Di non portar niscuino appresso a te
DICKER ITALIENER: ( im blauen Pullover)
Invece vonn'o frate na sora e nu nepote
Solo nun sta' na vota ascimm sempre a tre
ALTER ITALIENER:
E m'hai promesso domani chi lo sa
Vegghi sultanto, sultanto con mamma
DICKER ITALIENER:
Pa-a, pa-a, pa-pa-pa-pa
Sie gehen an mehreren Ständen und Vorführungen vorbei, die alle Teil des San Gennaro Festivals sind, das schon früher in dieser Episode vorbereitet wurde. Die beiden Männer gehen einfach, miteinander redend / singend, durch die Festivitäten um sie herum. Im Hintergrund ist ein Eßwettbewerb vor einem Café.
BEIDE: Io mammate e tu
DICKER ITALIENER:
Sempre appriesso,cosi pazzi
Ch'esta viene pur'i pur'i
O' viaggo nozze
Auf der Straße steht ein Riesenrad. Die Tänzer warten darauf, daß die Parade beginnt. Die beiden alten Italiener gehen sprechend / singend weiter durch die Straßen.
DICKER ITALIENER: Vuo ballone
ALTER ITALIENER: Vuo a baba
DICKER ITALIENER: Nun'e file
ALTER ITALIENER: A cammera
DICKER ITALIENER: Guardo ...
ALTER ITALIENER: Guardo o'mare
DICKER ITALIENER: Sto piensando a me mamma
BEIDE:
Tu m'enguaiate
M'e spusa n'ate
Non ve vede chiu
Mammate, sorrete e tu
Eine schöne junge Frau, AMY, und ihr Freund, GUIDO, laufen auf die beiden Italiener zu und schicken sie aus dem Weg, als die Parade beginnt. Sie streiten hin und her und führen die Parade so irgendwann selber an.
AMY:
Igo I guai ch'aggia passato
Mammate, papate, fratete,
Sorrete, ziate
Ma iatevinne
Die Tänzer, die in den Straßen stehen, beginnen zu tanzen, die Zuschauer an den Seiten, die die Parade beobachten, beginnen ebenfalls zu tanzen. ALLE nehmen an den Festlichkeiten um sie herum teil.
ALTER ITALIENER: Sto pavannu andai alla
DICKER ITALIENER: Mire nara chi me da
ALTER ITALIENER: O ve laso fra n'u mese sto cercando
DICKER ITALIENER: A carita
BEIDE:
Tu m'enguaiate
M'e spusa n'ate
Nun ve vede chiu
Mammate, ziate e tu
Die Kamera erhebt sich langsam in die Luft und zeigt auf das Festivalfeierlichkeiten hinunter. Die Kamera fährt höher und höher.
BEIDE:
Nun ne pozzo chiu
Patete, fratete e tu
Sie fährt immer weiter zurück, zeigt aus der Vogelperspektive die ganze Innenstadt, fährt noch weiter zurück und zeigt ein Bild der ganzen Region.
BEIDE:
Nun me fire chiu
Patete, fratete e tu
Das Bild, das entsteht, nimmt die Gestalt und die Züge eines vertrautes Gesichts an: MR. BURT. Er lächelt uns an.
BEIDE: Mamate, sorrete e tu Nun me spose chiu.
Ende


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