5X14 Cassandra Teil 2 (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


5X14 Cassandra Teil 2
Resist or Serve
Hi folks! Wie versprochen, hier der zweite Teil zu "Cassandra II". Nun ist erst Mal Schluss mit "normalen" Skripten, denn die Schule *würg* ruft wieder. Darum werde ich mich nun mal wieder an eine Übersetzung machen. - 6X18 "Alpha", eventuell noch "Trevor". Danach winkt die Überarbeitung der endgültigen deutschen Fassung von "Triangle".
Bis dahin, stay tuned. - Und schafft was! ;-
KIT-X
P.S.: An dieser Stelle: Viele Grüße an meine Little Sis, Sabine und dana d.!
Das amerikanische Transkript ist auch auf TD's Homepage zu finden: http://www.insanity.com.au/td/ (oder hier: 5X14 Cassandra Teil 2 (englisches Transkript)

NOTIZ - Alles, was zwischen [ und ] geschrieben steht, wurde in dieser Folge auf Russisch gesprochen. Der Untertitel enthielt meistens die deutsche Übersetzung.


RÜCKBLENDE

Während wir einige Aussagen der vergangenen Folge hören, sehen wir einen Zusammenschnitt der wichtigsten Ereignisse. Der Szene in Kasachstan, sehen DIMITRI und seinen FREUND, die in Panik durch die Reihen brennender Autos laufen...

MARITA: Was auch immer in Kasachstan passiert ist... es ist niemand übrig geblieben, um den Hergang zu klären.

Die Versammlung des Syndikates in New York...

ZWEITER ELDER: Alex Krycek hat das getan?

Wir sehen KRYCEK, der sich nach vorne beugt, um DIMITRIS Stirn zu benetzen.

KRYCEK: Wir werden gut für dich sorgen.

MULDER, zuerst in CASSANDRAS Raum, dann im Kellerbüro der FBI-Hauptzentrale.

MULDER: Es gab eine Zeit, da hätte ich ohne zu zweifeln sofort geglaubt, was Sie sagen... - Cassandra Spender ist der lebende Beweis dafür, dass die Wahrheit, nach der ich so unbeirrbar gesucht habe, in Wirklichkeit die Wahrheit eines Übergeschnappten ist.

Cut zu einer anderen Szene. CASSANDRA spricht mit SCULLY.

CASSANDRA: Sie spüren es auch, nicht wahr?

Bildwechsel. KRYCEK wirbelt herum, starrt den WELL-MANICURED-MAN an.

WMM: Was ist denn nun mit dem Jungen?

MULDER am Telefon, wir hören MARITAS Stimme, dann sehen wir sie in der Telefonzelle stehen.

MARITA: Ich war in Kasachstan, Agent Mulder. Irgendwie hängt das zusammen.

DIMITRI steht vor der Telefonzelle, das schwarze Öl läuft aus den Augen und der Nase. - Wir hören Schreie... sehen die Szene auf der Brücke des Ruskin-Dammes bei Nacht, sehen den brennenden Mann, die Gesichtslosen... Ausblende.

TEASER

Wir hören es, bevor wir es sehen - das stetige Klick-Klack einer Schreibmaschine. Langsam folgt die Kamera im Close-Up den getippten Worten, die wir nun lesen können...

Dear Son, I hope this letter finds you well. I get reports of you from time.

"Lieber Sohn, ich hoffe, Du erhältst diesen Brief bei bester Gesundheit. Ich bekomme ab und zu Berichte über dich." - Cut zu einem kleinen Jungen, der in dicke Kleidung eingemummelt durch den Schnee stapft. Dann sehen wir wieder die Schreibmaschine, weitere Worte...

I know these letters come as a surprise. You must wonder about me.

"Ich weiß, diese Briefe kommen etwas überraschend für Dich. Du musst dich über mich wundern, nach allem, was geschehen ist." - Wir sehen wieder den Jungen, der nun einen Berg hinaufgeht, etwas außer Atem. Schneebedeckte Bäume... Das ganze Ambiente ist... ja, einsam. Kein Hinweis auf Zivilisation. Wir sehen keine Häuser, keine Spuren von Menschen - bis auf diesen Jungen... Dann wieder Bildwechsel zur Schreibmaschine.

I remind myself of a Navajo story. Twin war gods come to their father, seeking magic and weapons to eliminate the monsters of the world.

"Das erinnert mich an eine Navajo-Geschichte: Die Zwillingskriegsgötter kommen zu ihrem Vater und wollen von ihm Zauberkraft und Waffen, um die Monster der Welt zu beseitigen." - Wieder der Junge. Etwas näher... - Dann -mal wieder - die Schreibmaschine.

My hope is the same for you, and that we might reconcile the differences between us.
Your Loving Father,

"Ich hoffe das Gleiche für Dich, und dass wir die Differenzen zwischen und beilegen können. Dein Dich liebender Vater," - Wir sehen keine Unterschrift... Das Blatt wird aus der Maschine gezogen. - Cut zu dem Jungen, der sich einen Weg durch den weißen Schnee bahnt und dann eine kleine Hütte erreicht. Der Junge klopft an die Tür, die geöffnet wird. Eine Hand reicht dem Jungen einen Brief roter Umschlag... und etwas Geld. Der Junge nimmt beides entgegen.

JUNGE: Danke, Mister. Ich werfe ihn gleich ein.

Die Tür wird wieder geschlossen. Der Junge starrt auf den Umschlag und liest die Adresse - mit einigen Fehlern, was die Aussprache von "Bureau" anbelangt, *bg*.

JUNGE: Federal Bureau of Investigation...

Und dann beginnt er, seinen Rückweg anzutreten. Im Inneren der Hütte sehen wir, wie eine Hand den Vorhang zurückschiebt. Der "Bewohner" der Hütte beobachtet den Jungen, bis er aus seinem Blickfeld verschwindet. Der Vorhang fällt zurück.

VORSPANN

KIT-X-NOTIZ: Tagline der Originalfolge war "RESIST OR SERVE".


RUSKIN - STAUDAMM, PENNSYLVANIA
06.27 UHR


Ein roter Hubschrauber schwebt über der Brücke - dem Ort des Massakers der letzten Nacht...

PILOT: Wir werden gleich in der richtigen Position sein. Wir sind jetzt über der Brücke. Aber wir fliegen noch ein bisschen näher ran, um, genauer zu sehen. Nachdem, was wir bisher erkennen können, gibt es hier zahlreiche Tote. Ich wiederhole: Zahlreiche Tote.

KIT-X-NOTIZ: Hier haben die deutschen Synchronverantwortlichen wahnsinnig viel geschnitten! Normalerweise erwähnt der Pilot noch seinen Verdacht auf eine Massenverbrennung. Er berichtet, dass nach Überlebenden gesucht wird, und dass medizinische und forensische Teams benötigt werden. Außerdem sollen der Staat und die staatlichen Behörden wegen möglicher medizinischer Quarantäne benachrichtigt werden... - Oh, wenn ich mir überlege, was Cinephon schon alles geschnitten hat! *grrr*

Leichen liegen auf der Brücke. Von einigen steigt immer noch Rauch auf. Neben dem leblosen Körper von QUIET WILLY sehen wir eine Pistole. Sirenen heulen, ein Krankenwagen braust heran, ebenfalls Einheiten der Feuerwehr und der Polizei. Der Wagen von FOX MULDER nähert sich rasch. Feuerwehrmänner und Polizisten hetzen über die Brücke, ein heilloses Chaos. Jeder versucht, jedem zu helfen, ein paar vereinzelte Rufe sind zu hören. Der Helikopter landet auf der Brücke. Leichen in gelben Säcken werden fortgeschafft, verschwinden aus dem Bild, als MULDER durch die Reihen der Toten geht. Er sucht nach seiner Partnerin. Dann sieht er eine Person in einer der gelben Säcke, eine Frau mit roten Haaren, halbverbrannt, tot... Schockiert rennt er zu der Stelle, um erleichtert festzustellen, dass diese Frau nicht SCULLY ist. Der Sack, in dem die Frau liegt, wird verschlossen, die Reißverschlüsse zugezogen. Außerhalb unseres Sichtfeldes hören wir die Stimme von ASSISTANT DIRECTOR WALTER SKINNER. MULDER blickt auf, ihm entgegen.

SKINNER: Agent Mulder!

Als SKINNER heran ist, fragt MULDER zuerst nach SCULLY - sehr besorgt...

MULDER: War sie hier? Ist sie hier?

SKINNER: Ja, sie wird auch schon behandelt.

MULDER erleichtert: Also lebt sie!

SKINNER: Sie wird behandelt, kommen Sie!

Cut zum verbrannten Gesicht DIMITRIS. Er ist tot. Wir befinden uns nun in einem Raum voller Leute, die hektisch hin und her rennen. SKINNER und MULDER bahnen sich ihren Weg durch das heillose Chaos.

SKINNER: Ein Hubschrauberpilot hat sie heute Morgen zusammen mit fünfzig anderen Überlebenden gefunden. Sie hat keine schweren Verbrennungen, aber ihre Flüssigkeits- und Elektrolytwerte sind extrem niedrig.

SKINNER und MULDER erreichen SCULLY, die auf einer Trage liegt, ein Beatmungsgerät über dem Mund.

MULDER: Scully?

Sie antwortet ihm nicht, aber eine HELFERIN tut es.

HELFERIN: Sie steht unter vasogenem Schock. Falls die Herren keine Ärzte sind, stören Sie hier bloß. Sie muss in ein Krankenhaus. - Auf drei. Eins, zwei, drei!

Eine Handvoll Ärzte hebt die Trage an und schiebt sie in einen wartenden Helikopter. MULDER verfolgt die Szene, und SKINNER rennt zu ihm herüber. Sie müssen sich anschreien, denn der Lärm der über ihnen kreisenden Helikopter macht eine Konversation so gut wie unmöglich.

SKINNER: Was ist hier passiert, Agent Mulder?!

MULDER: Die Antwort verlässt uns gerade in diesem Hubschrauber.

Die Tür des Helikopters wird zugeschlagen, und die Maschine hebt ab. MULDER und SKINNER bemerken AGENT JEFFREY SPENDER, der mit einigen Männern spricht. - KIT-X-NOTIZ: Nun dreht die deutsche Synchronisation den Spieß um und erfindet ein Gespräch, das in der Originalversion nie statt gefunden hat - jedenfalls ist es da nicht zu hören gewesen! Als ob da keine Ironie drin stecken würde! Aber was soll's...

SPENDER: Können Sie mir da weiterhelfen?

1. MANN: Nein, das können wir leider nicht.

SPENDER: Wen kann ich denn sonst fragen?

2. MANN: Die beiden Herren da hinten!

SPENDER erkennt MULDER und SKINNER und eilt zu ihnen hinüber. Sprechen tut er aber nur mit MULDER. SKINNER scheint er zu ignorieren.

SPENDER: Kann ich Sie mal kurz sprechen?

Er und MULDER gehen ein paar Schritte weg. Der von den wirbelnden Rotoren verursachte Wind lässt ihre Kleidung wild flattern.

SPENDER: Ist sie hier? Ist sie gefunden worden?

MULDER: Wer?

SKINNER: Agent Spender?

SPENDER sieht ihn nun an: Meine Mutter...

Und er wendet sich ab, um nach CASSANDRA zu suchen. MULDER und SKINNER tauschen einen kurzen Blick aus.


Wir befinden uns in einem Saal. Medizinischer Look. Eine ÄRZTIN steht über einer Frau, die war als MARITA COVARRUBIAS erkennen. Die ÄRZTIN untersucht sie.

ÄRZTIN: Ich bin mir sicher, dass es keine Frage der Dosierung ist. Wir haben ihr inzwischen drei intramuskuläre Injektionen verabreicht, seit wir sie vor zwanzig Stunden am Straßenrand fanden.

Der Mann, bekannt unter dem Namen Well-Manicured-Man WMM steht dabei, einen Mundschutz um seinen Hals. Er trägt medizinische Kleidung.

WMM: Und bisher keine Wirkung?

ÄRZTIN: Nein. Es sieht leider nicht gut aus... - Ganz und gar nicht.

MARITA, die wir nun sehen, liegt im Koma auf dem Krankenbett, unzählige Schläuche... Der WMM zieht sich die Maske über den Mund und öffnet MARITAS Auge. Schwarzer "Nebel" ist darin zu sehen, sie ist mit dem schwarzen Öl infiziert worden. Er schließt das Auge wieder und blickt zu zehn anderen Männern auf, in denen wir Mitglieder des Syndikates erkennen. Er sucht den Augenkontakt zu einem Mann, dem ERSTEN ELDER.


WASHINGTON, D.C.
16:18 UHR


Im Krankenhaus... - SCULLY liegt in einem Bett, sie schläft. MULDER betritt leise den Raum, wir sehen seine Hand, sie sanft eine Haarsträhne SCULLY zurück streicht, was sie aufweckt.

SCULLY: Wie spät ist es?

Darüber muss MULDER lachen.

MULDER: Wie... spät es ist? Sie sollten erst mal Ihrem Glücksstern danken.

SCULLY: Worüber lachen Sie?

SCULLY setzt sich auf und MULDER drückt auf den Knopf neben ihrem Bett, der das Kopfteil hochstellt.

MULDER: Ich lache nicht über Sie. Ich bin nur sehr froh, hier mit Ihnen reden zu können. fast flüsternd Das ist alles.

SCULLY: Mulder, wie komme ich denn hierher.

MULDER: Sie sind hier mit einem vasogenen Schock eingeliefert worden.

SCULLY verständnislos: Wo hab' ich den her?

MULDER: Sie haben ein paar Verbrennungen ersten Grades an Ihren Händen und Ihrem Gesicht.

SCULLY: Wovon denn?

MULDER: Sie wissen es nicht mehr?

SCULLY: Mulder, ich...

Sie bemerkt das Fernsehgerät hinter ihrem Partner. Der Bildschirm zeigt den Ruskin-Damm. Wir können den Text als Untertitel lesen KIT-X-NOTIZ: In der Originalversion war der Ton des Fernsehers ausgeschaltet, die deutschen Synchronschaffenden erfanden einen "Zauberfernseher", der die ganze Zeit schwieg, und nun den Ton hochdreht... - How spooky! *bg*:

THIS SECOND CULT SUICIDE IN SOUTHWESTERN PENNSYLVANIA - THE SITE OF OVER 50 DEATHS SO FAR - WITH MANY MORE MEMBERS IN SERIOUS OR CRITICAL CONDITION. AUTHORITIES ARE STILL ATTEMPTING TO LEARN WHAT WAS BEHIND THIS BIZZARE EVENT.

SPRECHER: Am Schauplatz des zweiten Sekten-Selbstmordes im Südosten von Pennsylvania wurden bisher über fünfzig Tote gefunden. Und noch viel mehr Mitglieder befinden sich im ernsten oder kritischem Zustand. Die Behörden versuchen immer noch, herauszufinden, was hinter diesem bizarren Ereignis steckt...

MULDER dreht sich zu ihr um und blickt sie an. Der "Zauberfernseher" schweigt wieder. *rbg*

MULDER: Können sie sich jetzt wieder erinnern?

SCULLY: Ich war dort?

MULDER seufzt, bestätigt mit einer Geste, das dem so war.

SCULLY: Und was wollte ich da?

MULDER: Ich habe gehofft, diese Fragen könnten Sie mir beantworten...

Eine KRANKENSCHWESTER kommt herein und sieht, dass das Bett hochgestellt wurde.

KRANKENSCHWESTER: Sie sollten noch nicht aufrecht sitzen, Miss Scully, nicht, bevor wir Ihren Blutdruck normalisiert haben. zu MULDER Sie braucht wirklich Ruhe.

Sie lässt die Kopfstütze per Knopfdruck wieder herunterfahren, und MULDER steht auf, um zu gehen.

MULDER: Ich komme wieder.

SCULLY: Oh, ähm, Mulder ...

Schon im Türrahmen stehend hebt er seinen Daumen an und lächelt aufmunternd. Als er den Raum verlässt und auf den Flur tritt, wird er von SPENDER konfrontiert.

SPENDER: Sie ist nicht gefunden worden. Sie war nicht unter den Opfern. Sie haben nur ihren Rollstuhl gefunden.

MULDER: Das tut mir leid.

SPENDER scharf: Was haben Sie mit ihr gemacht?

MULDER: Was "ich" mit ihr gemacht habe? Wie kommen Sie darauf, dass wir was damit zu tun hätten?

SPENDER: Meine Mutter ist ein Krüppel! Sie ist wer-weiß-wie-lange schon nicht mehr Auto gefahren! Ihr Rollstuhl wurde hundertdreißig Meilen vom Krankenhaus entfernt gefunden, wo sie sich - wie ich jetzt weiß - privat mit Agent Scully getroffen hat!

MULDER mit ruhiger Stimme: Hören Sie zu...

SPENDER aufbrausend: Nein, Sie hör'n zu! - Sie ist meine Mutter, sie ist keines von Ihren Versuchskaninchen!

MULDER: Ihre Mutter wird gefunden werden.

SPENDER wieder ruhiger: Ich will doch nur, dass Sie das auf sich beruhen lassen. Ist das zu viel verlangt?

SPENDER geht.


UROFF-KOLTOFF - STERN VON RUSSLAND IM HAFEN VON NEW YORK


Der WELL-MANICURED-MAN hat ALEX KRYCEK Handschellen angelegt und hält ihm im gleichen Raum fest, in dem auch der nun tote DIMITRI gefangen gehalten worden war.

WMM: Sie haben vermutlich Durst?

KRYCEK hustet: Ich werde mich bei dem Kapitän über den miesen Service beschweren.

WMM: Dazu haben Sie vielleicht bald Gelegenheit. Dieses Schiff wird morgen wieder nach Wladiwostok auslaufen. Ich nehme an, dass das eine.. ziemlich enthusiastische Heimkehr werden wird.

Der WMM taucht einen Stofffetzen in eine Schüssel voll Wasser und ringt ihn dann über KRYCEKS Mund aus. KRYCEK verzieht das Gesicht und spuckt die Brühe wieder aus.

KRYCEK: Haben Sie den Jungen?

WMM: Nein. Miss Covarrubias hat ihn mitgenommen. - Ihre Allianz mit ihr war genauso fehlgeleitet wie unsere. Sie ist aber wohl über die Konsequenzen ihrer Täuschung nicht im Klaren gewesen. Sie waren etwas schlauer. Sie haben den Jungen infiziert, damit jeder infiziert wird, der versucht, rauszukriegen, was er weiß - und Sie betrügen würde!

KRYCEK: Und wo ist der Junge?

WMM: Tot. Opfer eines weiteren mysteriösen Massensterbens - und nicht mehr in der Lage, zu erzählen, was er wusste oder gesehen hat.

KRYCEK: Dann sollten Sie jetzt mit mir verhandeln. Sie haben keine Wahl.

WMM: Ich fürchte, dass es nichts zu verhandeln gibt.

KRYCEK mit verschwörungsvoller Stimme: Ich weiß als einziger, was das für Ereignisse sind. Und was sie bedeuten. Und ich weiß, was der Junge gesehen hat.

WMM: Sie haben mir so gut wie alles gesagt, was ich wissen wollte.

KRYCEK: Sie wissen gar nichts!

WMM: Angenommen, der Junge war Ihre Trumpfkarte, dann hätten Sie ihn nur infiziert, wenn Sie ihn auch kurieren könnten. Mit einem Impfstoff, entwickelt von den Russen. Einem Impfstoff, der wirkt. Und das würde bedeuten, dass Widerstand gegen die Außerirdischen von jetzt an möglich wäre!

KRYCEK: Sie träumen ja!

WMM: Haben Sie diesen Impfstoff?

KRYCEK: Sie brauchen das, was ich weiß.

WMM lauter: Haben Sie diesen Impfstoff?

Der WELL-MANICURED-MAN tritt gegen den Eimer, der gegen KRYCEK prallt.

KRYCEK: Ich soll Ihnen helfen, die Covarrubias zu retten, nachdem was sie getan hat?

WMM steht schon in der Tür: Damit würden Sie sich auch selbst retten.

Ein Schild an einem Zaun, auf dem steht: WIEKAMP AIRFORCE BASE
NO TRESPASSING BEYOND THIS POINT
BY AUTHORITY OF THE U.S. GOVERNMENT

Während die Kamera über den Zaun hinweg schwenkt, hören wir das stetige Geräusch eines Flugobjektes. Und plötzlich schlägt ein großer Feuerball auf dem Boden auf, was zu einer gigantischen Explosion führt, die das gesamte Gebiet erhellt. Das Flugobjekt ist ein UFO, nun am Boden, in hellen Flammen. Nach einer Weile sehen wir einen Mann, der einen anderen Mann aus dem Wrack zieht. Wir hören das Geräusch herannahender Armeefahrzeuge im Hintergrund. Vier oder fünf fahren nun auf. Männer mit Waffen springen aus den Trucks, richten sie direkt auf den Mann, der den Körper hinter sich her über den Boden zerrt, einen gesichtslosen Mann. Der, der auf dem Boden liegt, ist ihm ähnlich...

Bilder des Ruskin-Dammes. SCULLY hält sie in ihren Händen, liegt noch immer im Krankenbett. MULDER ist neben ihr.

SCULLY: Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich meine, ich, äh, ich hab nicht die geringste Ahnung. Keinerlei Erinnerung...

MULDER: Wenigstens geht's Ihnen nicht allein so. Keiner der anderen Überlebenden war im Stande, die Vorfälle zu klären.

SCULLY: Mulder, ich war noch niemals dort. Ich könnte Ihnen nicht sagen, wo das liegt, geschweige denn, wie man hinfährt.

MULDER: Wann haben Sie Cassandra Spender zuletzt gesehen?

SCULLY: Sie war auch dort?

MULDER nickt.

MULDER: Ich hab' mir noch mehr Röntgenaufnahmen angesehen, aber noch niemandem gesagt, was ich gefunden habe.

SCULLY: Mehr Implantate?

MULDER nickt erneut.

MULDER: Das würde erklären, wie Sie dorthin dirigiert wurden, warum Sie nichts davon wissen. Das würde das Gefühl erklären, das Cassandra Spender beschrieben hat, Ihre Entführungsphantasien und vermutlich auch Skyland Mountain.

SCULLY: Aber es würde nicht erklären, warum sie mich umbringen wollen. Und es erklärt ebenso wenig, wieso ich überlebt hab...

MULDER: Es läuft alles auf eine Frage hinaus, die bisher nicht beantworte, oder sogar noch nicht mal richtig gestellt wurde: Wer hat den Chip in Ihrem Nacken hergestellt? - Ich hatte diesen Chip in einer militärischen Forschungseinrichtung gefunden. Unsere Regierung produzierte diesen Chip. Sie implantierten ihn in Ihren Nacken, im Rahmen eines geheimen militärischen Projekts zur Entwicklung einer biochemischen Waffe, um festzustellen, ob Sie immun sind. Oder um Sie zu vernichten, wie eine Laborratte. Falls die Wahrheit ans Licht kommen sollte. - Ihr Krebs, Ihre Heilung... - alles, was jetzt mit Ihnen geschieht... - alles verweist auf diesen Chip. Die Wahrheit, nach der ich immer gesucht habe... - diese Wahrheit ist "in" Ihnen.

Eine lange Pause entsteht.

SCULLY: Mulder, als wir uns vor fünf Jahren kennen lernten, sagten Sie mir, dass Ihre Schwester entführt worden sei. Von Außerirdischen. Bei diesen Worten verzieht MULDER geringschätzig das Gesicht, so als würde er über sich selbst lachen müssen. Und dass dieses Ereignis Sie so tief getroffen hätte, dass nichts anderes von Bedeutung sei. - Ich glaubte Ihnen zwar nicht, aber ich folgte Ihnen. Nur wegen Ihres Glaubens, dass die Wahrheit da draußen ist. Sie beruhte nicht auf Fakten oder auf der Wissenschaft, sondern auf Ihren Erinnerungen daran, dass Ihre Schwester Ihnen weggenommen wurde. Diese Erinnerungen waren alles, was Sie hatten...

MULDER leise: Diesen Erinnerungen traue ich aber nicht mehr.

SCULLY: Ob Sie ihnen trauen, oder nicht, sie haben Sie hierher geführt. Und mich. Aber ich habe keine Erinnerungen, denen ich trauen oder nicht trauen könnte. Und wenn Sie mich jetzt bitten, Ihnen wieder zu folgen, und das, obwohl Sie jetzt an etwas anderes glauben, ohne zu wissen, was mir da draußen passiert ist, ohne mich daran zu erinnern... dann kann ich das nicht. - Und ich will es auch nicht.

MULDER steht auf und tritt ans Fenster.

MULDER: Wenn ich Ihnen diese Erinnerung wiedergeben könnte? Wenn ich beweisen könnte, dass ich Recht habe, und dass das, woran ich so lange geglaubt habe, falsch war...

SCULLY: Ist es das, was Sie wirklich wollen?

Seinem Gesichtsausdruck können wir entnehmen, dass er sich nicht so sicher ist.

Wir sehen ein Schwarzweißfoto des gesichtslosen Mannes mit zwei militärischen Offizieren. Einer von ihnen sieht Adolf Hitler verblüffend ähnlich... - Der ERSTE ELDER hält das Foto in seinen Händen, während er den ZWEITEN ELDER passiert. Die Mitglieder des Syndikates stehen um einen... durchsichtigen Tisch herum, durch den sie MARITA COVARRUBIAS sehen können.

ERSTER ELDER: Die Narben im Gesicht scheinen selbst zugefügt zu sein. Sie haben wohl eine Schutzfunktion...

DRITTER ELDER: Und sie dienen als Schutz wogegen?

ERSTER ELDER: Gegen Infektionen durch das schwarze Öl. - Er war der einzige Überlebende eines abgestürzten Raumschiffes auf einem Militärstützpunkt in West Virginia.

DRITTER ELDER: Und was für einer ist er?

WMM: Ein außerirdischer Rebell. Das ist es, was der Junge in Russland gesehen hat. Das letzte Gesicht, das der Tote gesehen hat, auf dem Skyland Mountain, und das ist mit Sicherheit... derjenige, der unseren Mann umgebracht hat, auf diesem Staudamm. Er ist ein Widerstandskämpfer gegen die außerirdischen Kolonisten. Das ist es, was Alex Krycek gewusst hat - dass ein Krieg ausgebrochen ist.

ERSTER ELDER: Wozu war dieses Wissen gut? Ohne einen Impfstoff gegen das schwarze Öl kann niemand überleben.

WMM: Wir haben einen Impfstoff, entwickelt von den Russen, gestohlen von Krycek und an mich ausgehändigt.

Sie blicken hinab. MARITAS ÄRZTIN bereitet eine Injektion des Impfstoffes vor.

WMM: Verstehen Sie, was das bedeutet? Widerstand ist machbar. Wir haben die Waffen und den Zauber in der Hand.

ERSTER ELDER: Wir wissen nicht, ob der Impfstoff wirkt.

WMM: Das wird er. - Und falls doch nicht, müssen wir versuchen, eine neue Allianz zu schließen.

ERSTER ELDER: Uns auf die Seite des Widerstandes schlagen?

DRITTER ELDER: Selbstmord!

ERSTER ELDER: Sie werden uns genauso zermalmen, wie die. Wir müssen ihn den Rebellen ausliefern.

WMM: Aber zuerst warten wir, bis wir wissen, das der Impfstoff wirkt.

Der WELL-MANICURED-MAN klopft auf das Glas, bedeutet der ÄRZTIN, MARITAS Augen zu öffnen, um das schwarze Öl zu sehen. Es ist noch immer in ihr, und die ÄRZTIN injiziert vorsichtig den Impfstoff.


PRAXIS VON DR. HEITZ WERBER
SILVER SPRINGS, MARYLAND


DR. WERBER nimmt Platz, gegenüber von MULDER und SCULLY, die es sich auf einer Couch bequem gemacht haben. SCULLY sitzt DR. WERBER direkt gegenüber. Er schüttelt ihre Hand.

WERBER: Hallo, Dana. Schön, Sie wiederzusehen. - Sind Sie hiermit einverstanden?

SCULLY: Ja, das bin ich.

WERBER: Ich muss Ihnen noch ein paar Dinge sagen, die ich nicht am Telefon erwähnt habe. Wahrscheinlich hat Ihnen Agent Mulder schon verraten, wie das läuft. Sind Sie schon mal hypnotisiert worden?

SCULLY: Einmal, ja. Aber, um ganz ehrlich mit Ihnen zu sein, damals hat es nicht geklappt.

WERBER: Tja, dann hoffe ich, dass wir heute mehr Erfolg haben. Ich werde eine etwas andere Methode anwenden. Vielleicht haben Sie schon von hypnologischer Trance gehört. Es ist nur ein leichter Trance-Zustand, in dem wir ein paar der gedanklichen Filterungsvorgänge entspannen. Okay?

Eine ASSISTENTIN drückt SCULLY sacht in das Polster, damit sie sich entspannt.

WERBER: Ich werde Sie jetzt bitten, zu dem Ort zurückzukehren, über den wir am Telefon gesprochen haben. Schließen Sie jetzt einfach die Augen. Und atmen Sie lang und tief ein. Und Ihr ganzer Körper entspannt sich. - Lang und tief atmen. Entspannen Sie Ihre Hände und Ihre Füße. Entspannen Sie den Kiefer und das Becken. Lang und tief atmen. Und zurück zu diesem Ort in der Nacht.

Das Bild wird schwarz, und SCULLYS Stimme ist als Voiceover zu hören.

SCULLY nur Stimme: Ich glaube nicht, dass das funktioniert...

Plötzlich wird ihr Gesicht von grellem, weißem Licht erhellt.

SCULLY schockiert:' Oh, mein Gott!

Wir sehen ein UFO, das, das auch sie sah, und von jetzt an beginnt das Bild von SCULLYS Vision und der Realität ständig zu wechseln, in beinahe regelmäßigen Abständen.

SCULLY: Oh, mein Gott! Oh, mein Gott!

WERBER: Wo sind Sie, Dana?

SCULLY: Oh... Ich... ich bin... ich bin... bei den anderen.

WERBER: Sind Sie an diesem Ort in der Nacht?

SCULLY: Ja.

Konzentriertes blaues Licht fällt auf CASSANDRA, die neben SCULLY in ihrem Rollstuhl sitzt.

SCULLY: Und dann... dann war es weg... Oh, oh, oh...

SCULLYS Hand rutscht über das Polster der Couch zu MULDER hinüber, und er umschließt ihre Hand mit der seinen.

WERBER: Was ist los, Dana?

SCULLY: Es ist da... Sie sind wieder zurück!

WERBER: Wer?

SCULLY: Oh Gott! Sie... sie verbrennen!

Menschen - in Flammen stehend...

SCULLY: Sie stecken die Menschen in Brand! Ich... ich kann nicht...

WERBER: Wer? Wer steckt sie in Brand?

SCULLY: Ich kann ihre Gesichter nicht... Sie haben keine Gesichter. Sie haben keine Augen. Oh Gott, jetzt kommen Sie auf uns zu!

Schreie. Die gesichtslosen Männer kommen auf SCULLY zu. QUIET WILLY dreht sich zu ihr um, eine Pistole in der Hand, und rennt den Gesichtslosen entgegen, die weiterhin Menschen in Brand setzen.

SCULLY: Sie wollen nicht aufhören. Oh... oh... Da ist... da kommt noch eins! Noch ein Raumschiff.

Ein weiteres UFO fliegt über die gesichtslosen Männer, Licht fällt auf sie, blaues Licht, und die Gesichtslosen gehen in Flammen auf.

SCULLY: Sie sehen es. Sie haben sie angegriffen.

WERBER: Wen haben sie angegriffen, Dana?

SCULLY: Die... die gesichtslosen Männer. Sie... Oh mein Gott...

WERBER: Wollen Sie aufhören, Dana?

Das zweite UFO schwebt nun direkt über uns, helle Lichterspiele. Ein Lichtstrahl in der Mitte scheint auf CASSANDRA hinab.

SCULLY: Nein. Jetzt kommt es auf uns zu. Oh mein Gott! Nein! Cassandra!

WERBER: Wo ist Cassandra?

SCULLY: Sie... holen sie. Oh mein Gott!

Alle "Entführten" strecken ihre Hände in den Himmel hinauf, als CASSANDRA ihre Augen schließt und von dem Lichtstrahl aus ihrem Rollstuhl gezogen wird, durch die Luft, hinauf in den Himmel, zu dem UFO... Bis sie verschwindet.

SCULLY: Ich kann...

WERBER: Dana? Dana, ich werde jetzt aufhören. Also, machen Sie bitte die Augen auf.

SCULLY: Nein, ich...

WERBER: Sie müssen jetzt wieder die Augen öffnen, Dana. Und zurückkommen, Dana, ich möchte, dass Sie Ihre Augen öffnen und zu uns zurückkommen.

SCULLY: Okay.

Sie öffnet ihre Augen und reibt sie. Dann dreht sie sich zu MULDER um, der neben ihr sitzt.

SCULLY: Und Sie waren die ganze Zeit hier?

Er nickt, dann steht er auf.

Wir befinden uns in SKINNERS Büro. Er hat das Band von SCULLYS Hypnose auf dem Tisch liegen. MULDER und SCULLY sitzen ihm gegenüber.

SKINNER: Ich hab' mir auf Ihren Wunsch den Mitschnitt der Sitzung angehört. - Und ehrlich gesagt war ich nicht vorbereitet auf das ich gehört hab.

SCULLY: Nein, Sir, das war ich auch nicht.

SKINNER: Agent Mulder?

MULDER: Ich bin vertraut mit dem Regressionsprozess und Dr. Werbers Arbeit. Ich hab inzwischen schon hundertfach von solchen Entführungsszenarien gehört.

SKINNER: Und was halten Sie von dem hier?

MULDER: Tja, die geschilderten Bilder sind erstaunlich, aber nicht arttypisch. Ein Licht, das Schwerelosigkeit, Gedächtnisverlust und Zeitverlust, hervorgerufen durch ein Aufeinandertreffen, einer Entführung, religiöser Verzückung, als eine Art "Dunkler Nacht der Seele"...

SKINNER: Hervorgerufen wodurch?

MULDER: Die Beschreibung einer Begegnung wird in einem linearen Sinn interpretiert, als eine Art Gestaltimpression einer tieferliegenden nichtlinearen Erfahrung.

SKINNER: Und Ihre Meinung dazu?

MULDER: Agent Scully war Zeugin von etwas sehr Bedeutendem. Etwas ähnlich Bedeutendem, wie ich es damals beschrieben hab. Die falsche Erinnerung an die Entführung meiner Schwester.

SKINNER: Agent Scully?

SCULLY: Ich hab mir dieses Band jetzt ein paar Mal angehört, und ich... ich habe wirklich keine klare Erinnerung an das, was ich mich da sagen höre. Aber ich verstehe andererseits auch nicht, warum ich es dann überhaupt sage.

SKINNER: Ich habe ein Problem. Das Problem ist, dass ich den Auftrag habe, diesen Vorfall aufzuklären. Ich kann mir nicht den Luxus einer Interpretation leisten, ich muss einen Bericht liefern. Und dieser Bericht muss die Gründe dafür erklären und Fakten nennen, oder zumindest eine Vermutung äußern. Aber so, wie ich hier sitze, kann ich das nicht tun. - Ich will wissen, was passiert ist.

MULDER: Es wurde inszeniert.

SKINNER: Wozu?

MULDER: Um irgendein neues Geheimprojekt der Militärs zu testen, oder zu vertuschen.

SKINNER: Und was ist dann mit Cassandra Spender passiert?

MULDER: Cassandra Spender wurde an Bord einer Militärmaschine genommen. Es gehört ebenfalls zu der Inszenierung.

Lange Pause...

SKINNER: Ich hab während der letzten fünf Jahre an Ihnen gezweifelt. Selbst die Kraft Ihres Glaubens an außerirdische Phänomene konnte mich nicht überzeugen. Und jetzt zweifle ich wieder an Ihnen, nicht wegen dieses Glaubens, sondern... weil - offen gesagt - ein außerirdisches Phänomen die plausibelste Erklärung dafür ist.

KIT-X-NOTIZ: Sogar unser "Nicht-mit-mir-Boss" ist Mulders plötzlicher Skeptizismus unheimlich... - Wenn das nichts heißt!

MULDER trotzig: Na gut, dann schreiben Sie das in Ihren Bericht!

MULDER steht auf und geht.

MARITAS Auge wird von der ÄRZTIN geöffnet. Noch immer ist das schwarze Öl in ihr, und das Syndikat zerbricht sich den "einheitlichen" Kopf.

ERSTER ELDER: Der Impfstoff zeigt keine Wirkung.

WMM: Wir müssen noch etwas Geduld haben.

ERSTER ELDER: Zuerst mal müssen wir überleben. - Und Überleben bedeutet Kollaboration.

WMM: Durch die Auslieferung des Rebellen würden wir uns jede Chance auf Widerstand entgehen lassen.

ERSTER ELDER: Das ist bereits geschehen.

SCULLY geht den Flur entlang und betritt das Büro der X-Akten. SPENDER steht hinter MULDERS Schreibtisch, was SCULLY überrascht. Sie hatte nicht erwartet, CASSANDRAS Sohn hier vorzufinden.

SPENDER: Ich hab von diesem Büro gehört. Es liegt also wirklich im Keller. - Ich bin wegen meiner Mutter hier.

SCULLY: Nun, wir... wissen leider noch nicht mehr.

SPENDER: Ich hab von Dr. Werber gehört, dass Sie in seiner Praxis waren.

SCULLY: Hat er auch gesagt wieso?

SPENDER: Nein, das war nicht nötig. - Ich nehme an, dass Sie sich nach den vorliegenden Fakten vielleicht fragen, ob hier die Möglichkeit einer Entführung durch Außerirdische vorliegen könnte. Ich bin sicher, Sie kennen sich damit aus. Agent Mulder hat es ja genug propagiert.

SPENDER holt eine Videokassette hervor und geht an SCULLY vorbei.

SCULLY: Nein, eigentlich tut Agent Mulder genau das nicht.

SPENDER: Das klingt unglaubwürdig

SCULLY: Ich dachte, sie wären wegen ihrer Mutter hier.

SPENDER: Sie haben sich mit ihr getroffen. Worüber haben Sie gesprochen?

SCULLY: Wir haben darüber gesprochen, wie es ihr geht, und über... andere Dinge.

SPENDER: Und auch über Entführungen und ihre Erfahrungen? - Oder vielleicht über mich?

SCULLY: Inwiefern?

SPENDER: Ich habe hier etwas, was vielleicht sehr viel erklärt.

Er schiebt das Tape in den VCR und drückt die Play-Taste. Der Bildschirm des Fernsehers erwacht zum Leben. Wir sehen einen kleinen Jungen, der offensichtlich unter Hypnose steht. Der Junge ist JEFFREY SPENDER. Er sitzt auf einer Couch, mit geschlossenen Augen, berichtet von Ereignisse...

JUNGER SPENDER: ... da... ist ein ganz helles Licht, und eine Menge Leute stehen herum.

SPENDER: Das bin ich. Da war ich elf Jahre alt.

JUNGER SPENDER: Wir gucken nach oben, zum Himmel, wo das helle Licht ist. Ich fange an zu weinen. Und ich habe wirklich eine Wahnsinnsangst. Ich möchte zum Auto zurück. Aber... ich kann meine Mom nicht finden. - Und dann seh' ich sie. Da ist irgendwas am Himmel, das sind blitzende Lichter, die so hell sind, dass mir die Augen weh tun. Und dann steigt sie auf in den Himmel, und ich schreie "Mommy, Mommy... Mommy..." - Und dann fühle ich meine Füße, und sie sind nicht auf dem Boden., Ich schwebe nach oben...

SPENDER: Genug gesehen?

Er stoppt das Band.

SCULLY: Und Sie befürchten, dass das bekannt werden könnte, ja?

SPENDER: Genau. Aber nicht, weil es wahr ist. Es ist gar nicht passiert.

SCULLY: Das versteh' ich jetzt nicht...

SPENDER: Ich hab das erfunden. Oder - genauer gesagt - meine Mutter.

SCULLY: Sie hat ihnen gesagt, das zu erzählen?

SPENDER: Eigentlich schon. Sie hat mir die Story so oft erzählt, dass ich sie geglaubt hab. Und zwar absolut. Sie ist für mich zur Wahrheit geworden. Und in Wirklichkeit ist sie nur ein Ersatz gewesen.

SCULLY: Und wofür?

SPENDER: Dafür, dass mein Vater seine Familie verließ, und meine Mutter verrückt wurde. - Ich war da erst elf Jahre alt und wusste das nicht.

SCULLY: Warum sind Sie hier, Agent Spender? Und warum zeigen Sie mir das?

SPENDER: Weil ich dieses Verfahren für Mumpitz halte. Dr. Werbers Regressionstherapie ist totaler Blödsinn. Es ist so, als ob man einen Traum zur Realität erklärt.

SCULLY: Ich nehme an, dass Dr. Werber das ein bisschen anders sehen wird.

SPENDER: Er nutzte die Infantilität meiner Mutter für seine eigenen Zwecke aus. Ich halte ihn für gefährlich und seine Methoden für oberfaul. Und wenn Sie auf seiner Couch lagen, dann bezweifeln Sie dieses Ergebnis hoffentlich.

SCULLY: Ich respektiere Ihre Meinung, Agent Spender, aber ich keine Mutter, die mir Entführungsstorys erzählt.

SPENDER: Sie haben Agent Mulder, nicht wahr? - Wie oft haben Sie sich seine Geschichten angehört? Wie die über die Entführung seiner Schwester?

Er nimmt das Videoband aus dem VCR.

SPENDER: Lassen Sie sich nicht benutzen.

MULDERS Apartment. Es ist dunkel. MULDER kommt herein. Er bemerkt etwas auf dem Boden und bückt sich. Es ist eine Nachricht. Er liest: THINGS ARE LOOKING UP.

MULDER: Es geht bergauf...

Und aus dem Nichts heraus wird MULDER gepackt und von einem Eindringling zu Boden gestoßen, der eine Waffe auf MULDERS Gesicht richtet. Es ist KRYCEK.

KRYCEK: Sie haben's nicht mehr drauf, Mulder! Ich konnte sie mit einer Hand schlagen!

KIT-X-NOTIZ: KRYCEK hat seinen Arm in 4X10 "Tunguska II" verloren.

MULDER: Schlagen Sie sich so nicht immer auch selbst? KRYCEK entsichert die Pistole, worauf MULDER gewohnt ironisch reagiert. Für meine letzten Worte weiß ich was Besseres!

KRYCEK: Ich bin nicht hier um Sie zu töten, sondern um Ihnen zu helfen.

MULDER sarkastisch: Dankeschön.

KRYCEK: Wissen Sie, wenn es nicht gegen meine Interessen wäre, würde ich sofort abdrücken, ohne zu zögern.

MULDER scharf, beinahe herausfordernd: Wieso machen Sie's nicht?

KRYCEK: Hören Sie zu, Agent Mulder. - Hören Sie gut zu, denn was ich Ihnen zu sagen habe, ist todernst. Ein Krieg ist im Gange, verstehen Sie? Also stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, sonst ergeht es uns und fünf Milliarden anderer Menschen wie den Dinosauriern. - Ich spreche von der geplanten Invasion. Der Kolonisierung dieses Planeten durch eine außerirdische Rasse...

MULDER lacht.

MULDER: Ich dachte, Sie meinen es ernst!

KRYCEK: Kasachstan, Skyland Mountain. Dieser Ort in Pennsylvania... Alles außerirdische Leuchttürme, wo die Eroberung beginnen soll. Wo nun ein Kampf ausgefochten wird. Es wird gerungen um Himmel und Erde... - Und es gibt nur ein Gesetz: 'Kämpfe oder stirb.' Und nur eine Regel: 'Widerstehe oder diene'...

MULDER: Dienen? Wem?

KRYCEK: Nein, nicht wem. - Was!

MULDER: Krycek, Sie sind ein Mörder, ein Lügner und ein Feigling! Und nur weil Sie eine Kanone auf mich richten, soll ich glauben, dass Sie lacht wieder mein Freund sind?!

KRYCEK: Stehen Sie auf!

KRYCEK weicht zurück und MULDER setzt sich auf.

KRYCEK: Ich bin von einem Mann geschickt worden. Und dieser Mann weiß genauso wie ich, dass Widerstand in unserer Macht liegt... - Und in Ihrer. - Die Massenvernichtungen waren Anschläge außerirdischer Rebellen. - Um die Okkupationspläne zu stören. Jetzt wird einer von diesen Rebellen gefangen gehalten. Und wenn der stirbt, stirbt auch der Widerstand...

KRYCEK lehnt sich nach vorne und küsst MULDER auf die Wange. Er sichert seine Pistole wieder und wirft sie neben MULDER auf den Boden. Dann geht er zur Tür.

KRYCEK: [Viel Glück, mein Freund.]

Und er geht... - MULDER bleibt auf dem Boden sitzen, etwas verwirrt.

Ein Schatten, dann ein Schild. "Wiekamp Airforce Base". Dann sehen wir den Schatten - einen Mann, deutlicher. Es ist der KOPFGELDJÄGER. Er springt über den Zaun und verschwindet in der Nacht.

MULDERS Apartment. Es klopft an der Tür.

MULDER: Herein.

Es ist SCULLY, die die Tür öffnet. Sie ist ein wenig verwirrt darüber, MULDER im Dunkeln vorzufinden. Er sitzt auf seiner Couch, den Kopf zurückgelehnt.

SCULLY: Mulder?

MULDER: Hier.

SCULLY: Wieso sitzen Sie denn hier im Dunklen?

MULDER: Ich denke nach.

SCULLY: Und worüber denken Sie nach?

MULDER: Das Übliche. Schicksal, Glauben, wie man einen Curve-Ball wirft... Die unentwirrbaren Beziehungen in unserem Leben, die weder zufällig sind, noch irgendwie unserer Kontrolle unterliegen.

SCULLY: Ich hab... gerade einen Spaziergang gemacht und ich habe festgestellt, dass ich mich vielleicht in Bezug auf das, was mir passiert ist, geirrt haben könnte...

MULDER: Ich hab auch ein paar neue Überlegungen angestellt.

Er reicht ihr den Zettel mit der Notiz THINGS ARE LOOKING UP. Sie dreht den Zettel um. Auf der anderen Seite steht WIEKAMP AIR FORCE BASE.

SCULLY: Was ist das?

MULDER: Vielleicht eine Antwort. Auf eine Frage die zu stellen unsere Bestimmung zu sein scheint.

Er geht an ihr vorbei, und sie folgt ihm...


WIEKAMP AIRFORCE STÜTZPUNKT


MULDER und SCULLY halten vor einem Tor, das dann geöffnet wird. Sie fahren auf das Gelände. Ein junger OFFIZIER, der heute als Wächter dienlich ist, begrüßt die beiden Agenten ziemlich kühl.

OFFIZIER: Ja, Sir?

MULDER zeigt ihm seine ID.

MULDER: Wir sind Bundesagenten und bitten um Zutritt zu diesem Stützpunkt.

OFFIZIER: Haben Sie die erforderlichen Papiere, Agent M"a"lder?

MULDER: Ich heiße M"u"lder. - Ich habe nicht gewusst, dass das erforderlich ist, um hier Zutritt zu erlangen.

OFFIZIER: Auf Grund der Art unserer Einrichtung und wegen der gefährlichen Chemikalien, die hier lagern, ist nur überprüfbaren Zivil- und Militärpersonen der Zutritt erlaubt.

Ein Truck ist nun zu sehen, seine Scheinwerfer strahlen direkt in die Kamera. SCULLY betrachtet ihn.

MULDER: Wissen Sie über das Leck und die Kontaminierung in einem der Labore Bescheid, und dass die geschädigten Personen dort sofort ärztliche Hilfe benötigen?

KIT-X-NOTIZ: Ich bewundere jedesmal MULDERS Fähigkeit, ohne mit der Wimper zu zucken irgendwelche Militärs zu belügen, bloß um sich zu irgendeiner Base Zutritt verschaffen zu können... ;-''

OFFIZIER: Nein, Sir, das wusste ich nicht.

MULDER: Wieso erkundigen Sie sich dann nicht, sonst stirbt noch jemand, weil Sie nicht informiert waren!

Der OFFIZIER eilt in seine Hütte, während der Truck näher kommt.

MULDER: Wir fahren einfach durch.

SCULLY: Mulder, er ist nicht nur bewaffnet, er hat auch seine Vorschriften.

Im Inneren der Hütte wählt der OFFIZIER eine Telefonnummer und beginnt, in den Hörer zu sprechen. - Das Tor öffnet sich für den Truck, der das Gelände verlassen will. SCULLY erkennt den Fahrer des Trucks. Es ist der nun tote QUIET WILLY.

SCULLY: Ich kenne diesen Mann.

MULDER: Wen?

SCULLY: Den Fahrer. - Ich kenne sein Gesicht.

Der OFFIZIER blickt aus dem Fenster auf MULDER und SCULLY. Er telefoniert weiter, und MULDER beobachtet den Truck.

OFFIZIER: Ja, Sir.

Der OFFIZIER kommt aus der Hütte und entdeckt MULDER am hinteren Teil des Trucks. Er zieht seine Waffe.

OFFIZIER: Stoppt den Lastwagen!

SOLDAT: Stehen bleiben! Sofort stehen bleiben!

Er richtet seine Waffe nun auf SCULLY.

OFFIZIER: Steigen Sie aus, Sie sind vorläufig festgenommen! - Hier ist das Westtor. Ich habe einen Verstoß gegen die Sicherheit und Verdacht auf die Entführung eines Militärfahrzeugs. - Wiederhole!

Bildwechsel zum Truck. MULDER kriecht unter die Plane und in den hinteren Innenraum des Fahrzeuges. Dieser ist leer. Wir sehen den zuckenden Lichtstrahl von MULDERS Taschenlampe. MULDER geht zu einer Tür hinüber, die mit einem kleinen Fenster versehen ist. Und als er durch dieses Fenster sieht, erblickt er... den geschichtslosen Mann. Plötzlich stoppt der Truck. Im Führerhaus zieht sich QUIET WILLY die Handschuhe aus und... beginnt sich zu "verändern". Er mutiert zum KOPFGELDJÄGER. Oder sagen wir es anders herum: Der KOPFGELDJÄGER nimmt wieder seine natürliche Gestalt an. - Er steigt aus dem Truck aus und geht zum hinteren Ende, hebt die Plane hoch und steigt auf die Ladefläche. Niemand zu sehen. Aber er nähert sich der Tür, hinter der sich der gesichtslose Mann befindet. Der KOPFGELDJÄGER zieht ein Stilett hervor und lässt die Klinge herausfahren, starrt dabei auf den gesichtslosen Mann. Der KOPFGELDJÄGER beginnt, die Tür zu öffnen, als es plötzlich einen lauten Knall gibt... - ein blaues Licht erhellt den kompletten Truck... - Ein anderer gesichtsloser Mann... - Er ist hier, um den KOPFGELDJÄGER zu töten. Ohne jede Vorwarnung springt plötzlich MULDER aus seinem Versteck hervor, die Pistole von sich gestreckt.

MULDER: Neiiiiiin!

Er feuert, aber wir sehen nicht, wen er trifft, ob er trifft...

MARITAS Auge, offen. Es ist kein schwarzes Öl mehr darin zu sehen... - Der Impfstoff hat gewirkt. Die ÄRZTIN sieht zum WELL-MANICURED-MAN auf, der zustimmend nickt.

MULDER befindet sich noch immer im Truck, scheinbar erinnert er sich nicht mehr daran, was geschehen ist, zumindest sieht er sehr verwirrt aus. MILITÄRISCHE OFFIZIERE lassen den Strahl ihrer Taschenlampen auf dem Agenten ruhen, der nun bemerkt, dass der gesichtslose Mann, der außerirdische Rebell, verschwunden ist. Die OFFIZIERE legen ihm Handschellen an und bringen ihn fort, scheuchen ihn auf den Rücksitz eines Wagens, wo auch schon SCULLY sitzt. Es hat begonnen zu regnen.

SCULLY: Was ist passiert?

MULDER flüsternd: Ich weiß es nicht...

Er bedeckt sein Gesicht mit den Händen, den Tränen nahe. SCULLY greift nach seiner Hand und nimmt sie sachte von seinem Gesicht fort. Er sieht sie traurig an.


FBI-HAUPTQUARTIER,
WASHINGTON D.C.


SPENDER betritt SKINNERS Büro.

SKINNER: Agent Spender?

SPENDER: Sir?

SKINNER: Es tut mir leid, es gibt nichts Neues über Ihre Mutter.

Er reicht SPENDER eine Akte, die mit der Nummer X-152830 beschriftet ist.

SKINNER: Ich weiß, Sie möchten das diskret behandelt wissen. ich werde es versuchen. Aber Sie sollten wissen, dass Agent Mulder eine X-Akte über diesen Fall angelegt hat. - Das hat keinerlei Auswirkungen auf Sie, Agent Spender.

SPENDER: Danke, Sir.

SKINNER: Sie machen sich gut. - Sie haben außerhalb dieses Büros einen Gönner, der offenbar viel von Ihnen hält

SPENDER: Wer ist das?

SKINNER: Ich weiß es nicht. - Jemand, der mit Sicherheit sehr viel Einfluss hat.

SPENDER dreht sich um und geht. Auf dem Flur spricht ihn ein POSTZUSTELLER an.

POSTZUSTELLER: Oh, Agent Spender. Ich hab einen Brief für Sie.

Er holt einen roten Umschlag hervor, beschriftet mit R. R. #1 North Hatley, Quebec JOB 2C0 Canada, und reicht ihn SPENDER. Der starrt den Brief an.

Wieder die schneebedeckte Hütte aus dem TEASER. Der Junge stapft durch den Schnee, erreicht die Hütte und klopft an. Dem Bewohner reicht er den gleichen roten Umschlag, den wir eben gerade gesehen haben. Auf dem Briefumschlag können wir Folgendes lesen:

RETURN TO SENDER NO FORWARDING SERVICE AVAILABLE.

JUNGE: Es tut mir leid, Mister.

STIMME: Zurück an Absender, es liegt kein Nachsendeantrag vor.

Der Junge geht, und die Kamera schwenkt hoch. Nun endlich sehen wir das Gesicht des Mannes, der eine Zigarette in eine Hand hält und einen Zug nimmt... - Es ist das Gesicht eines Mannes, das wir bereits erwartet haben, das Gesicht des Lieblingsfeindes eines jeden X-Philes: Der CIGARETTE-SMOKING-MAN. Er ist zurück...

Mitgeschrieben von:

  • Autor: KIT-X (kit-x@yahoo.com)

Ursprünglich veröffentlicht auf dana d.'s Home. Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

  • Betalesung: spooky17 (spooky17@gmx.de)
  • Korrektur: CayceP