5X13 Cassandra Teil 1 (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Wechseln zu: Navigation, Suche
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


5X13 Cassandra Teil 1
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!
Ein neues Skript von mir, KIT-X. Diesmal habe ich einen kleinen Abstecher in die fünfte Staffel gemacht und mich der Doppelfolge "Cassandra" zugewandt. Viel Spaß bei Lesen des ersten Teils, der zweite kommt bald, I promise!
Das amerikanische Transkript ist auf TD's Homepage zu finden: http://www.insanity.com.au/td/.

NOTIZ - Alles, was zwischen und geschrieben steht, wurde in dieser Folge auf Russisch gesprochen. Der Untertitel enthielt meistens die deutsche Übersetzung.


TEASER

Wir befinden uns im Weltraum - den unendlichen Weiten. Vor uns ein Sternennebel in hellen Farben, unzählige Sterne. Wir hören MULDER, der zu uns spricht, während wir durch das All wandern, durch den Sternennebel, vorbei an Sternbildern, die wir aus unseren Horoskopen kennen, wie z. B. den Löwen. Die Sternbilder erscheinen als weiße Konturen, verwischen dann. Aus der Mitte eines dieser Sternbilder bewegt sich ein helles kleines Objekt, das auch nach dem Verschwinden der hellen Konturen sichtbar bleibt, sich bewegt, größer wird, nach unten zu fliegen scheint. Immer weiter und weiter...

MULDER nur Stimme: Vor der Erforschung des Weltraumes, des Mondes und der Planeten, hielt der Mensch den Himmel für das Zuhause und den Herrschaftsbereich mächtiger Götter, die nicht nur das weite Firmament regierten, sondern auch das irdische Schicksal der Menschheit lenkten, und dass das Pantheon mächtiger kriegführender Gottheiten der ursächliche Ursprung für den Zustand der Menschheit sei - für die Vergangenheit und die Zukunft - und wofür große Denkmäler errichtet werden würden. Auf Erden wie im Himmel. Aber mit der Zeit ersetzte der Mensch diese Götter durch neue Götter und Religionen, die auch keine besseren Antworten boten, als jene Götter, die von seinen griechischen, römischen oder ägyptischen Vorfahren angebetet worden waren. - Und während wir uns nun unsere allmächtigen und gütigen Götter ausgesucht und uns die Welt wissenschaftlich erklärt haben, wollen wir doch alle glauben, und warten auf ein Zeichen. Auf eine Offenbarung. Unsere Augen richten sich himmelwärts, bereit, das wahrhaft Unglaubliche zu akzeptieren... Um unser Schicksal in den Sternen geschrieben zu finden. Aber wie können wir das am Besten erkennen? Mit neuen Augen? Oder mit alten?

Der helle Stern, der zur Erde herniedergesunken war - ein UFO - schwebt langsam zu Boden, verschwindet hinter den Baumkronen des nahen Waldes bei den Bergen im nächtlichen Kasachstan. Zwei Jungen, DIMITRI und ein FREUND beobachten dieses Ereignis. DIMITRI ist ein Junge mit kurzgeschnittenem blonden Haar, sein Freund hat braunes Haar und trägt eine Brille. Sie starren zu dem verschwindenden Objekt hinüber, dann schauen sie einander an.

FREUND: Sie sind hier.

DIMITRI: Glaubst du, dass die anderen sie gesehen haben?

FREUND: Komm, wir erzählen es ihnen.

Die beiden Jungen rennen los und hasten durch ein Waldstück - leichter Nebel - dem Berg zu. Dann greift der FREUND hastig nach DIMITRIS Anorak und zwingt ihn dazu, stehen zu bleiben.

FREUND: Riechst du das auch?

DIMITRI: Feuer.

Die beiden rennen weiter. Als sich der Wald lichtet, erstarren sie. Vor ihnen, auf der Lichtung, stehen unzählige Autos in Flammen. Von einigen sind nur noch die verkohlten Karosserien übrig. Die Jungen sind geschockt, erwachen aber urplötzlich aus ihrer Starre und eilen auf die Lichtung, gehen zwischen den brennenden Autos durch, suchend und verzweifelt.

FREUND: Mama! Papa!

DIMITRI: Papa!

Die Jungen gehen weiter. Wir können die Anzahl der Autos in Etwa einschätzen, um die 20 brennende Wagen. DIMITRI schirmt sich von der Hitze ab. Ein brennender Mann ist zu sehen, der vergeblich versucht, die an seinem Körper fressenden Flammen zu löschen, indem er sich auf dem Boden hin und her rollt. Die Jungen rennen schockiert fort, wieder in den Wald. Es ist noch nebliger geworden. DIMITRI läuft, ohne hinter sich zu blicken. Er sieht nicht, wie sein FREUND von einem GESICHTSLOSEN MANN gepackt wird. Aber DIMITRI ist schon zu weit weg, um das nun Folgende sehen zu können. Er kann nur die Schreie seines FREUNDES hören, die zu ihm herüber schallen. Er hält inne, dreht sich um, sein Gesicht voller Angst und Verzweiflung.

VORSPANN

Am nächsten Tag fahren drei Trucks der United Nations über den nahen Hügel, bis sie die Lichtung erreichen, auf der in der Nacht zuvor das Feuer tobte. Ausgebrannte Wagen. Die Trucks parken in großen Abständen zueinander, UN-Soldaten springen aus jedem von ihnen, mit Feuerlöschern bewaffnet.

SOLDAT: Vorwärts!

Aus einem der Fahrzeuge steigt eine Frau. Sie ist blond und trägt einen schwarzen Mantel. Es ist MARITA COVARRUBIAS, die "Special Representative to the Secretary General of the United Nations". Was ein Titel! Die Soldaten löschen die übriggebliebenen Flammen der Nacht und brechen die Türen der Wagen auf, holen verbrannte Leichen heraus. DIMITRI versteckt sich nicht weit entfernt im Unterholz und beobachtet das Schauspiel. Eine Person steht plötzlich hinter ihm. DIMITRI will wegrennen, als er die Person bemerkt, doch läuft er einer anderen direkt in die Arme - einem Mann, den wir als ALEX KRYCEK kennen.

KRYCEK: [Wie heißt du?]

DIMITRI: [Dimitri.]

KRYCEK: [Hast du gesehen, was hier passiert ist?]

DIMITRI: DIMITRI nickt. [Ja.]

KRYCEK legt ihm die Hände auf die Schultern: Dann hast du Pech gehabt.

Bildwechsel. Eine Brille mit zerbrochenen Gläsern liegt am Boden. Die Kamera schwenkt hoch, über verkohlte Teile einer Leiche, bis hinauf in das Gesicht eines fassungslosen UN-Soldaten.

SOLDAT: Das ist, als wäre das Fleisch gekocht... sieht zu MARITA auf, die vor ihm steht Es ist durch und durch gar...

Eine Gruppe Soldaten kommt heran, allen voran KRYCEK mit DIMITRI, der von einem anderen Mann festgehalten wird.

KRYCEK: Wer gibt Ihnen das Recht, diesen Schauplatz eines Verbrechens zu verwüsten?

KRYCEK bahnt sich seinen Weg zu MARITA. Die beiden sind einander noch nie zuvor begegnet.

MARITA hält einen Ausweis hoch: Die Charta der Vereinten Nationen, Kapitel 7, Artikel 39 und 42.

KRYCEK: Ihre Autorität wird hier nicht anerkannt. Nur Ihre Lügen.

MARITA: Das ist die UN-Friedenstruppe, das ist eine Mission der Barmherzigkeit.

KRYCEK fällt ihr ins Wort: Das ist eine Mission der Furcht. Ihrer und der Männer, für die Sie arbeiten.

MARITA defensiv: Ich weiß gar nicht, wovon Sie sprechen!

KRYCEK: Gehen Sie lieber zurück, und erzählen Sie, was Sie gesehen... und gefunden haben.

MARITA: Mein Name ist Marita Covarrubias, und ich bin Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen.

KRYCEK: Ich weiß, wer Sie sind und für wen Sie arbeiten. Gehen Sie wieder zurück und sagen Sie denen...

MARITA unterbricht ihn: Was soll ich denen sagen? Was ist hier passiert?

KRYCEK: Dass alles den Bach runtergeht, können Sie denen sagen!

Auf Russisch befielt KRYCEK seinen Männern, DIMITRI wegzubringen.. MARITA starrt ihn an.

MARITA: Weiß der Junge Bescheid?

KRYCEK sieht sie nur kurz an, wendet sich ab, und will gehen.

MARITA: Hat er es gesehen?!

KRYCEK dreht sich um, geht auf sie zu, beugt sich etwas nach vorne.

KRYCEK: Sie können mich an meinem amerikanischen Arsch lecken!

Er spuckt aus, die Szene wechselt zu...

... einer Videoaufnahme, die eine Frau im Rollstuhl zeigt. Die Aufnahme wird über einen großen Bildschirm übertragen. Wir befinden uns im INSTITUT VON MASSACHUSETTS, FORUM FÜR GASTDOZENTEN. Der Name der Frau auf dem Videoband ist CASSANDRA SPENDER.

CASSANDRA: Während meiner letzten Entführungen, da empfand ich offen gesagt überhaupt keine Angst mehr. Und das Fehlen jeglicher Angst hat es mir ermöglicht, auf einer Ebene mit ihnen zu kommunizieren. lacht Sie sagten mir, ich wäre ein Apostel. Und ich müsse das Wort vom Heraufdämmern einer Zeit übernatürlicher Erleuchtung verbreiten.

Das Band wird gestoppt. Wir hören Applaus aus dem Publikum. Vor diesem Publikum sitzt eine Handvoll UFO-Spezialisten - sieben, um genau zu sein. FOX MULDER ist unter ihnen. Der Applaus verebbt.

LAGERQVIST: älterer Mann mit weißem Haar und Bart Vernünftigerweise ist das hier keine Frage von Wahrheit gegen Fiktion, sondern von Wahrheiten, die unbegreifbar sind, denn wir haben keine Möglichkeit, ähm, keine richtige Ausdrucksweise, um die Geschichte von Patientin X zu erklären. Geschweige denn die Existenz von Außerirdischen. Wir sind unvorbereitet auf den ontologischen Schock der zwangsläufigen Folgen...

ALEPIN: unterbricht ihn - entschuldigt, ich habe keine Ahnung, wie sie heißt, sie hat kein Namensschild Wir betreiben hier Haarspaltereien über die Notwendigkeit von Beweisen. Von Indizien. Als ob uns das weiterbringen würde oder irgendeinen Unterschied ausmachte. Wo doch das, wonach wir suchen sollten, genau das ist, was uns diese Frau beschrieben hat. Die Frage ist doch nicht, OB sie hier sind, sondern WARUM. Was sie hier bei uns eigentlich vorhaben.

FAZIO: In meinen Gesprächen mit ihr war sie davon überzeugt, dass das mit diesen Entführungen und Experimenten alles wegen ihrer Pläne für uns geschieht, und dass wir nicht einfach... bloß Zuchtvieh für sie sind, wie von manchen vermutet. Sondern vielmehr Themen. Etwa so wie unsere Beziehung zu Gott ein Thema für uns ist. Und dass es Ort geben wird, die sie Leuchttürme nannte, an denen es große Aktivitäten geben wird...

MULDER: All diese Mutmaßungen, dieser... "ontologische... Schock" von dem Sie sprachen, für den wir so schlecht gerüstet sind, sind meiner Meinung nach nicht nur falsch, sondern auch gefährlich. Diese Frau.. diese Frau kann niemals ein gutes oder glaubwürdiges Zeugnis abgeben, außer der "Fühl-dich-gut"-Botschaft, die sie verbreitet...

FAZIO: Sie denken, dass sie lügt?

MULDER: Nein. Ich glaube nicht, dass sie lügt, ich denke... - Wenn man Menschen gut genug darauf vorbereitet, Lügen zu glauben, dann werden sie glauben, sie wären wahr. Und tischt man ihnen eine besonders große Lüge auf, wie Außerirdische aus dem Weltraum, wird einem noch bereitwilliger geglaubt. Und wenn man dann unterstellt, dass die Außerirdischen schlimmes mit ihnen vorhaben, dann wird die Bedeutung dieser Unterstellung gewisse Personen Glauben machen, dass so manche Psychopathologien und Neurosen, unter denen sie leiden, jetzt dem zugeschrieben werden.

LAGERQVIST: Mr. Mulder .. Agent Mulder, sie hat körperliche Gebrechen.

MULDER: Schon in Ordnung.

ALEPIN: Lehnen Sie im Grunde genommen, jeden Glauben an die Existenz von Außerirdischen ab?

MULDER: Ich stelle nur gedankenlosen Umgang damit in Frage.

FAZIO: Aber Sie haben doch früher selbst solche Behauptungen aufgestellt.

MULDER: Was ich gesehen habe, das habe ich gesehen, weil ich daran glauben wollte. Ich... - Wenn man zu angestrengt sucht, wird man verrückt, aber wenn man weitersucht, dann wird man irgendwann freier und man erwacht, wie aus einem Traum, und man sieht, dass... dass die Lügen nur den Zweck haben, die zu schützen, die sie verbreiten: Eine Regierung, die weiß, dass ihre größte Stärke nicht in der Verteidigung, sondern im Angriff liegt!

Erschrockenes Raunen im Publikum. Einige der Zuschauer schütteln ungläubig den Kopf, allgemeine Unruhe und Gemurmel im Saal.

MULDER: Einer unter den UFO-Gläubigen weitverbreiteten Meinung nach, gibt es eine militärische Komplizenschaft oder Beteiligung an den Entführungen. Aber was ist, wenn es keine Entführungen gibt, wenn es...einfach nur das Militär ist, das versucht, ein Arsenal von Waffen zu entwickeln, gegen die es keine Verteidigung gibt? Der Lärm im Saal wird lauter, MULDER wird immer energischer, während er spricht Biologische Kriegsführung, die es in ihren Augen rechtfertigt, die Nation zum Narren zu halten, mit Geschichten von kleinen grünen Männchen?! Das ist eine Verschwörung, für die bestimmte Leute innerhalb unserer Regierung verantwortlich sind!

Das ungläubige Gemurmel und die Aufruhr erreicht ihren Höhepunkt.

KIT-X-NOTIZ: Als ich diese Folge zum ersten Mal sah, bin ich bei dieser Stelle äußerst misstrauisch geworden, und glaubte schon, in die falsche Serie geraten zu sein. *bg* Was ist bloß in MULDER gefahren??? Scheinbar hat er den Berichten von Kritschgau bezüglich der Biowaffen im "Redux"-Dreiteiler (4X24, 5X02, 5X03) zuviel Beachtung und vor Allem Glauben geschenkt. Bloß - warum kommt das erst jetzt durch??? Ist es Ironie, dass unser Ober-Ufologe genau jetzt, genau hier - im Angesicht der Öffentlichkeit - all das, woran er in der Vergangenheit seine Seele hängte, als Schwachsinn darstellt, die Entführungen - und die Existenz Außerirdischer im Allgemeinen - dementiert? Nehmen wir MULDERS plötzlichen Skeptizismus und seine Sinneswandlung halt als gegeben hin und hoffen wir mit Fug und Recht auf Besserung...

SCHNITT

Später, als die Konferenz vorbei ist, will MULDER gehen. Aber ein Mann aus dem Publikum erweckt seine Aufmerksamkeit - DR. HEITZ WERBER, der Mann, der MULDER vor einigen Jahren durch Regressionshypnose Erinnerungen zurückbrachte. KIT-X-NOTIZ: Einige glauben ja - nein, sind sogar fest davon überzeugt - dass WERBER mit Vornamen ja eigentlich Heinz heißen sollte. Na, wenn ihr meint... - Informationen am Ende des Transkriptes.

MULDER: Dr. Werber?

WERBER: Wir haben uns lange nicht gesehen.

MULDER: Es muss fünf Jahre her sein.

WERBER: Ich kam hierher, um etwas über Ihre Fortschritte zu hören. Ich bin... überrascht, wenn ich ehrlich sein soll

MULDER: Es hat sich vieles verändert.

WERBER: Sie scheinen jetzt etwas abzulehnen, an das Sie bedingungslos geglaubt hatten. Trotz allem, was ich über Sie aus unserer Zusammenarbeit weiß. Und obwohl ich Ihre Erinnerungen geweckt habe, über das Erlebnis mit Ihrer Schwester...

MULDER: Tja, inzwischen misstraue ich vielen Dingen, und ehrlich gesagt bin ich schon so weit, diesen Erinnerungen zu misstrauen.

WERBER: Das tut mir leid.

MULDER: Weshalb?

WERBER: Ich bin wegen meiner Arbeit mit Entführten - auch wegen meiner Methoden - sehr kritisiert worden. Die Regresssionshypnose, die ich bei Ihnen angewandt hatte...

MULDER: Ich bin kein Gegner Ihrer Methode, Dr. Werber, ich stelle mich selbst in Frage, und wie ich ausgetrickst wurde und mit großem Aufwand dazu gebracht wurde, an die Entführung meiner Schwester zu glauben.

WERBER: Jemand, der glaubt, kann sich natürlich den Luxus des Zweifels leisten.

MULDER: Ich befürchte, Sie verstehen nicht. Zu vieles spricht dafür, dass das alles bloß Lügen sind. Die Verschwörung soll nicht die Existenz von Außerirdischen vertuschen, sondern vielmehr die Leute dazu bringen, daran zu glauben, ohne Fragen zu stellen.

WERBER: Also sind Sie und ich nur Anwälte Irrsinns gewesen? Ist das die extreme Möglichkeit, an die Sie jetzt glauben?

MULDER: Tja, ist "Patientin X" etwa glaubwürdiger?

WERBER: Das hoffe ich. Ich bin ihr Arzt. Ich glaube, Sie sollten sie kennen lernen. Das ändert vielleicht Ihre Meinung..


GULAG VON TUNGUSKA / RUSSLAND


Ja, dieser Ort kommt uns mit Recht bekannt vor - Tunguska... und zwar aus der gleichnamigen Folge aus der vierten Staffel, wo wir diesen Ort zum ersten Mal zu Gesicht bekamen. Es ist dunkel. Ein helles Licht schwenkt herum, so als wolle es die Gefangenen auftreiben, die eventuell entkommen sein könnten. Innerhalb des Gulag gehen zwei Männer einen Gang entlang. Einer von ihnen, ein ARZT, er schiebt einen kleinen Rolltisch vor sich her. Der andere Mann, der WÄCHTER, holt einen Schlüsselbund hervor und öffnet damit eine der Zellentüren. Der ARZT tritt ein. Er trägt einen weißen Kittel. Der WÄCHTER folgt ihm. In der Zelle finden sie KRYCEK und DIMITRI vor. DIMITRI liegt in einer Ecke auf dem Boden, sinnlos zusammengeschlagen.

KRYCEK: [Der Junge hat mir erzählt, was ich wissen wollte. Sie können anfangen.]

ARZT: [Aber er ist doch noch ein Junge... Wir führen unsere Experimente nur an Kriminellen durch.]

KRYCEK: [Wollen Sie mir widersprechen?]

ARZT: [Ich habe meine Befehle.]

KRYCEK: [Und jetzt haben Sie neue Befehle.]

KRYCEK dreht sich zu dem WÄCHTER um, verlässt den Raum mit dem ARZT und DIMITRI. Er drückt einen Geldschein gegen die Brust des WÄCHTERS - ein Bestechungsgeschenk.

KRYCEK: [Sie sind nie hier gewesen.]

Der WÄCHTER geht, läuft den Flur entlang. KRYCEK bemerkt auf dem Rolltisch des ARZTES diverse Flaschen. KRYCEK versichert sich, dass der ARZT auch nicht zu ihm blickt, und nimmt eine der Flaschen an sich. Derweil untersucht der ARZT DIMITRI, der aus den Augen, der Nase und dem Mund blutet.

DIMITRI: [Werden Sie mich jetzt töten?]

ARZT: [Nein.]

DIMITRI: [Warum nicht?]

ARZT: [Wir machen einen Test...]

Nun befinden wir uns im Krankenzimmer von CASSANDRA. Sie dreht sich zu einem Mann um, der ihr Zimmer betritt - MULDER - gefolgt von Dr. WERBER.

WERBER: Cassandra?

CASSANDRA: Hallo.

Sie rollt zu MULDER hinüber.

CASSANDRA: Fox Mulder.

MULDER: Hallo.

CASSANDRA: Also, ich freu' mich wahnsinnig, Sie mal kennen zu lernen. Sie sind nämlich ein Held für mich.

MULDER: Ach ja?

CASSANDRA: Ich habe Sie im Fernsehen gesehen, vor drei Jahren, und der...als Sie diesem Mann helfen wollten, der aus dem Krankenhaus geflohen war, Duane Barry, äh, nahm dann doch die Leute in dem Reisebüro als Geiseln, weil er dazu von Außerirdischen gezwungen wurde. Und Sie waren der Einzige, der ihm geglaubt hat.

MULDER: Sie werden mich vielleicht nicht so mögen, wie Sie diese Geschichte mögen.

CASSANDRA: Tja, wissen Sie, diese Geschichte hat mir das Leben gerettet.

MULDER: Inwiefern?

CASSANDRA: Ich bin mehrmals entführt worden, während der letzten dreißig Jahre. Und ich hatte Angst davor, um Hilfe zu bitten. lächelt Niemand glaubte mir jemals ein Wort. Doch dann, las ich alles über Sie, dadurch habe ich dann Dr. Werber kennen gelernt.

MULDER: Cassandra ...

CASSANDRA: Er hat mir erzählt, dass Sie sich selbst der hypnotischen Regressionstherapie unterzogen haben, und auf diese Weise entdeckt hätten, dass Ihre Schwester entführt wurde.

MULDER: Cassandra?

CASSANDRA: Ja?

MULDER: Sind Sie aus freien Stücken hier?

CASSANDRA: Äh, ja, unter ärztlicher Aufsicht.

MULDER: Hm. Egal, wovor Sie sich auch fürchten, ich schlage vor, dass Sie den Laden hier so schnell Sie können verlassen, und anfangen zu leben, okay? Er dreht sich um und geht zur Tür.

CASSANDRA: Jetzt ist dafür kein guter Zeitpunkt.

MULDER bleibt im Türrahmen stehen.

WERBER: Cassandra hat das Gefühl, dass sie in Kürze gerufen wird.

KIT-X-NOTIZ: Die Tatsache, dass Menschen das Gefühl haben, an einen speziellen Ort "gerufen" zu werden, erinnert doch irgendwie an die "Unheimliche Begegnung dritter Art" von Steven Spielberg, oder?

CASSANDRA: Es gibt im Augenblick kämpferische Auseinandersetzungen zwischen den außerirdischen Nationen. Die verschiedenen Rassen sind im hellen Aufruhr. Ich werde zu einem bestimmten Ort gerufen werden, genauso wie Duane Barry.

MULDER geht wieder auf sie zu: Sie sprechen von einem Mann, der wegen seines Glaubens gestorben ist. Er ist gestorben, nachdem ich ihn verhört hatte, und nachdem er Besuch von gewissen Männern der Regierung bekommen hatte.

CASSANDRA: Die Regierung ist bestimmt darin verwickelt, die wollen einfach nicht, dass wir von All dem wissen.

MULDER: Cassandra... Es gab eine Zeit, da hätte ich ohne zu zweifeln sofort geglaubt, was Sie sagen.

CASSANDRA: Hier gibt es keine Zweifel, Mr. Mulder. Ich weiß, was mir widerfahren ist, ich... ich habe inzwischen diesen Horror der Tests unzählige Male erleben müssen, und irgendwann ist mir sogar ein Fötus entnommen worden. Aber die sind nicht an aus den Gründen hier, an die Sie vielleicht denken. Die sind hier, weil sie uns eine Nachricht bringen wollen. Nur offenbar ist da... etwas schief gegangen, es sind...irgendwelche anderen Kräfte am Werk. Sie werden mich zu sich rufen. Das kann ich fühlen. Und es war mir sehr wichtig, Sie darüber zu informieren, weil nur Sie im Stande sind, irgend etwas zu unternehmen!

MULDER: Das bin ich nicht.

Und mit diesen Worten verlässt MULDER den Raum. CASSANDRA und DR. WERBER tauschen einen langen Blick aus.


GULAG VON TUNGUSKA / RUSSLAND


Wir sind wieder im Gulag, doch diesmal in einem anderen Raum. DIMITRI liegt - festgebunden - auf einem Tisch. Eine Klappe über ihm öffnet sich, etwas Licht fällt durch die Öffnung. DIMITRI sieht auf. Eine schwarze Flüssigkeit fällt auf den Jungen hinab. Wir haben diese Flüssigkeit zum erstem Mal in 3X15 Piper Maru gesehen, dann in 3X16 Apocrypha, 4X09 Tunguska und 4X10 Terma. Seit Ende der fünften Staffel und dem ersten Kinofilm wissen wir ja, wobei es sich bei diesem schwarzen Öl handelt - noch klarer wird uns das bei der Folge 6X22 Biogenesis geworden sein. Diese Flüssigkeit enthält ein Virus, das außerirdische DNS beinhaltet. - Das schwarze Öl beginnt, an DIMITRI hinaufzukriechen, tritt durch seine Nase und seinen Mund in seinen Körper ein. Der Junge ballt vor Schmerz die Fäuste. Dann sehen wir einen Mann, den wir als den KOMMANDANTEN von 4X09 Tunguska und 4X10 Terma kennen. Er geht den Flur entlang, mit dem gleichen WÄCHTER, der zuvor den ARZT zur Zelle brachte.

KOMMANDANT: Warum bin ich nicht darüber informiert worden?

WÄCHTER: Krycek hat die Befehle gegeben.

KOMMANDANT: Wo ist der Junge gefangen genommen worden?

WÄCHTER: Soweit ich weiß an einem Ort, wo Menschen bei lebendigem Leib verbrannt wurden.

KOMMANDANT: Was hat der Junge darüber erzählt?

WÄCHTER: Das weiß ich nicht. Nur Krycek weiß es. Er hat ihn verhört. Und geschlagen. Dann hat er den Test befohlen.

Der KOMMANDANT öffnet eine Zellentür, vor der sie nun stehen. Im Inneren finden sie den ARZT - erhängt.

KOMMANDANT: Was ist denn das? Wer hat das getan?

Der WÄCHTER sieht sehr schockiert aus...


UROFF-KOLTOFF STAR VON RUSSLAND
BEIM AUSLAUFEN AUS WLADIWOSTOK


In dem Schiff geht Krycek einige Stufen hinab, er trägt eine Schüssel. Er öffnet eine Tür und betritt einen Raum, in dem DIMITRI liegt.

KRYCEK: [Ich habe dir Wasser gebracht. Kannst du mich verstehen? Wenn du mich verstehst, dann will ich, dass du mit dem Kopf nickst.]

DIMITRI nickt langsam, und KRYCEK beugt sich vor, um mit einem feuchten Lappen die Stirn des Jungen zu benetzen.

KRYCEK: Wir werden gut für dich sorgen.


FBI-ZENTRALE
WASHINGTON, D.C.


Wir sehen das FBI-Gebäude als Spiegelung auf glattem, dunklen Marmor, auf dem geschrieben steht: "... AND JUSTICE FOR ALL" - "Und Gerechtigkeit für alle". - In dem Gebäude: DANA SCULLY geht den Flur entlang, ein Mann, SPECIAL AGENT JEFFREY SPENDER, schließt sich ihr an.

SPENDER: Agent Scully, mein Name ist Jeffrey Spender. Special Agent Spender.

SCULLY: Kann ich irgend etwas für Sie tun, Agent Spender?

SPENDER: Es ist mir unangenehm, so nahe an Sie heranzutreten, aber ich konnte Agent Mulder nicht erreichen.

SCULLY: Worum geht es?

SPENDER: Um jemanden, mit dem er geredet hat. Jemand, der behauptet, von Außerirdischen entführt worden zu sein, und mit dem er lieber nicht reden sollte.

SCULLY: Und verraten Sie mir, wer das ist?

SPENDER: etwas beschämt Es klingt sicher komisch.... Es... es ist meine Mutter.

SCULLY: verwirrt Ihre Mutter?

SPENDER: Da ist eine sehr lange Geschichte, äh... Sie ist... ein außergewöhnlicher Mensch, aber aus Gründen, die ja wohl auf der Hand liegen, wäre es mir lieber, wenn es nicht bekannt würde. - Es geht mir darum, das Gesicht zu wahren.

SCULLY: Hat es mit einem Fall zu tun?

SPENDER: Nein.

SCULLY: Warum redet er dann mit ihr?

SPENDER: Ich weiß es nicht. Als sie mich gerade anrief, hat sie... einen sehr verstörten Eindruck gemacht. Vor zwanzig Jahren passierte eine Geschichte, die hat ihr sehr viel Kummer bereitet. Ich bin nicht gerade versessen auf eine weitere Demütigung. Ich würde mir gern in diesem Haus einen Ruf verschaffen - aber keinen zweifelhaften.

SCULLY: Das kann ich gut verstehen.


EAST 46TH STREET
NEW YORK CITY


Das "Zuhause" der Gruppe von Männern, die wir als das Syndikat kennen. In dem Gebäude sitzen der WELL-MANICURED MAN (WMM), der ERSTE ELDER, der ZWEITE ELDER, QUIET WILLY und einige andere, die wir nicht kennen. Sie hören MARITA COVARRUBIAS zu, die zu ihnen spricht.

MARITA: Was auch immer in Kasachstan passiert ist... es ist niemand übrig geblieben, um den Hergang zu klären.

ERSTER ELDER: Wie viele Opfer gab es da?

MARITA: Einundvierzig. Alle bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Als Ergebnis einer intensiven biochemischen Reaktion, die keinem der UN-Mediziner bekannt ist. Weder aus dem Golfkrieg, von irgendeinem anderen Schlachtfeld. Die Leichen waren von der Hitze buchstäblich verkohlt.

ZWEITER ELDER: Eine neue Waffe, die man testet?

ERSTER ELDER: Darüber gibt es keine Erkenntnisse.

MARITA: Es gibt auch keine Erkenntnisse über die Opfer und was sie zusammenführte. Aber ich habe zumindest zwei von denen hier bei den Toten gefunden.

Sie zeigt den Männern zwei Implantate in einem Glasröhrchen.

WMM: Ich halte es für ziemlich sicher, dass alle Opfer sie hatten. Und was dort statt gefunden hat, war... das Szenario... für eine Gruppenentführung.

ZWEITER ELDER: Was soll denn das heißen?

WMM: In der Endphase, bevor alles beginnt, gibt es höchstwahrscheinlich Zusammenkünfte.

ZWEITER ELDER: Wir sind noch Jahre davon entfernt.

ERSTER ELDER: Nur, falls wir deren Zeitplan Glauben schenken dürfen.

WMM: Oder es hat bereits begonnen.

ZWEITER ELDER: Es sind noch fünfzehn Jahre bis dahin!

MARITA: Ich glaube nicht, dass das geplant war. Ich denke etwas... oder jemand hat das Ganze in Bewegung gesetzt, als eine Art Kriegserklärung. Gegen uns und unsere Pläne. Krycek war an der Brandstelle, mit einer Einheit russischer Soldaten.

ZWEITER ELDER: Alex Krycek hat das getan?

MARITA: Er war dort - vermutlich aufgrund derselben Daten, die wir kennen. Auch wenn er nicht direkt etwas mit dem zu tun hat, was passierte, er weiß, was es verursacht hat.

WMM: Und woher??

MARITA: Er nahm an diesem Ort einen Jungen gefangen, einen Überlebenden - jemand, der es gesehen hat.

ERSTER ELDER: Und was hat Krycek nun vor?

MARITA: Ich weiß es nicht.

ZWEITER ELDER: Wie können wir das rausfinden?

Das Telefon klingelt. Sie alle wissen, dass nur wenige Leute die Nummer kennen. Langsam beugt sich der WELL MANICURED MAN vor und nimmt ab.

WMM: Ja?

KRYCEK ist am anderen Ende der Leitung. Das Bild wechselt, während dem Gespräch.

KRYCEK: Wer geht denn da an das Telefon von Batman?

WMM: Alex Krycek.

KRYCEK: Sind diese Kerle zu geizig, um Sie in Rente zu schicken?

WMM: Wo sind Sie?

KRYCEK: Ich bin in der Stadt. In New York City.

WMM: etwas herausfordernd Sagen Sie uns doch, was Sie wollen.

KRYCEK: Sie arbeiteten an einem Impfstoff, gegen das schwarze Öl.

WMM: Erfolglos, wie Sie wissen.

KRYCEK: Ja, aber, tja, Sie und Ihre Freunde waren ja wohl nicht etwas untätig, während ich weg war.

WMM: kühl Unsere Forschung geht natürlich weiter.

KRYCEK: Ich nehme alles, was Sie haben.

WMM: Und was bekommen wir?

KRYCEK: Den Jungen.

WMM: Warum sollten wir an ihm Interesse haben?

KRYCEK: Weil Sie ohne das, was er weiß, keinen Impfstoff brauchen werden.

WMM: Was weiß er denn?

KRYCEK: Das ist mein Eröffnungsangebot. Je länger Sie warten... - desto schlanker wird dieser Junge.

KRYCEK legt auf, dasselbe tut der WELL MANICURED MAN, der zu MARITA hinaufsieht.

Das Büro der X-Akten. MULDER sitzt an seinem Schreibtisch und bekritzelt ein Blatt Papier keine Ahnung, was er da malt, irgend etwas Rundes... SCULLY betritt den Raum und klatscht ihrem Partner eine Zeitung vor die Nase.

SCULLY: kühl Sollte das nicht mein Foto unter dieser Schlagzeile sein?

Die Schlagzeile der Zeitung lautet: "All This Conjecture About Little Green Men - False, Dangerous, Delusional. -- Panelist Fox Mulder". Ein Foto von Mulder befindet sich unter der Überschrift.

MULDER: liest vor Mutmaßungen über grüne Männchen gefährlicher Irrglaube.

SCULLY: noch kühler, etwas herausfordernd Oder war das nur einer von Ihren Späßen?

MULDER: setzt sich auf seinem Stuhl zurecht und blickt sie an Sehe ich aus, als ob ich Spaß hätte, hm?

KIT-X-NOTIZ: Bei diesem Blick, den ein Bernardiner aufzusetzen pflegt, dem man sein Futter weggenommen hat... - Nein, eindeutig nicht.

SCULLY: Sie sehen aus, als ob Sie Verstopfung hätten.

MULDER: Das ergäbe sogar Sinn, da mein Verstand ja während der letzten fünf Jahre im Arsch gewesen ist.

SCULLY: setzt sich, noch immer herausfordernd, nun beinahe mit Spott in der Stimme Das hat nicht ganz zufällig irgend etwas mit Cassandra Spender zu tun?

MULDER beginnt, sein Foto in der Zeitung zu bekritzeln, und verpasst sich einen Schnurrbart.

MULDER: Cassandra Spender ist der lebende Beweise dafür, dass die Wahrheit, nach der ich so unbeirrbar gesucht habe, in Wirklichkeit die Wahrheit eines Übergeschnappten ist.

SCULLY: Wie kommen Sie darauf?

MULDER: Wenn mir noch einmal einer was über mit Analsonden herumhantierende Außerirdische erzählen möchte, nehme ich meine Knarre und erschieße jemanden.

SCULLY: Ich glaub, dann... bin ich hier überflüssig. Sie führen die Arbeit der letzten Jahre ad absurdum, also "Auf Wiedersehen".

MULDER: schiebt eine Akte über den Tisch Woher wissen Sie von Cassandra Spender?

SCULLY: Durch ihren Sohn, der mich angesprochen hat. Er ist FBI-Agent.

MULDER: verdreht die Augen Großartig!

SCULLY: Er ist übrigens derselben Meinung wie Sie - dass Sie daneben ist.

MULDER: Wissen Sie, da, da... da versucht man das, was dahintersteckt offenzulegen und die Leute mit Fakten zu überzeugen, aber die glauben lieber irgendwelchen Unsinn, und weigern sich zu glauben, wozu die Regierung im Stande ist.

SCULLY: Sie scheinen ja eine Kehrtwendung gemacht zu haben...

MULDER: Ja, und trotzdem glaubt mir niemand...

SCULLY blickt verwirrt, als sie die Akte liest.

MULDER: Was ist?

SCULLY: Cassandra Spender ist am Skyland Mountain entführt worden. Dort wurde ich auch entführt, nachdem mich Duane Barry hingebracht hatte.

MULDER: seufzt genervt Diese Frau ist eine Verrückte, Scully.

SCULLY: Hier steht auch, dass sie ein Implantat hat... und zwar im Genick.

MULDER: Wo ihr die Regierung zweifellos das Gehirn abgesaugt hat. MULDER steht auf. Hat ihr Sohn Sie nicht gebeten, mir das zu sagen, Scully?

SCULLY: Nein, nein, er... er lässt Sie bitten, Stillschweigen darüber zu bewahren.

MULDER: Den Wunsch erfüll' ich gern.

MULDER verlässt das Büro, ein wenig aufgebracht, wie mir scheint...

Es ist Nacht. Wir sehen ein Schild mit der Aufschrift "Beautiful Skyland Mountain National Park - 20 Miles Ahead." Einige Autos passierend das Schild. Ein Auto fährt nicht. Der Insasse, mit einer Taschenlampe in der Hand, versucht eine Karte zu lesen. Sein Wagen steht bei einem Gebäude, bei dem Brückengeld eingenommen wird. Ein ZÖLLNER kommt heran - er sieht verwirrt aus.

FAHRER: Hallo! Ich bin auf der Suche nach einem... - Ich bin auf der Suche nach einem...

ZÖLLNER: Wonach suchen Sie?

FAHRER: Nach einem... einem Berg, schätze ich.

ZÖLLNER: Genauso wie die anderen.

FAHRER: Welche anderen?

ZÖLLNER: Na ja, Sie sind etwas spät dran. Sechs Dollar. - Ich hoffe, Sie finden noch einen Parkplatz.

Wir sehen CASSANDRA, die aus dem Fenster in den Nachthimmel und die Sterne starrt. Mit den Fingern macht sie Punkte auf dem Fensterglas. Eine Sternenkonstellation - Cassiopeia. Die Tür hinter CASSANDRA öffnet sich, und SCULLY tritt ein.

SCULLY: Cassandra? Miss Spender?

CASSANDRA dreht sich zu ihr um.

CASSANDRA: Oh. Ja? Kennen wir uns? Ja, natürlich kennen wir uns.

SCULLY: Ich glaube nicht...

CASSANDRA: Nein? lacht Doch, ich bin mir da ganz sicher. Sind Sie Ärztin?

SCULLY: Äh... ja. Aber ich praktiziere nicht.

CASSANDRA: Nicht?

SCULLY: Mein Name ist Dana Scully und, äh, ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen.

CASSANDRA: Fragen stellen? Worüber?

SCULLY: Darf ich? zieht sich einen Stuhl heran und setzt sich Ähm, ich finde, Sie sollten wissen, dass ich... äh, durch Ihren Sohn von Ihnen erfahren habe.

CASSANDRA: Durch Jeffrey?

SCULLY: Ja. ich bin FBI-Agentin. Und ehrlich gesagt soll ich ihm helfen, dafür zu sorgen, dass Ihre Story nicht publik wird.

CASSANDRA: Ach so.

SCULLY: Ich verstoße wohl schon dagegen, indem ich hergekommen bin. Aber... das ist eigentlich... - Ich bin aus sehr persönlichen Gründen hier, ganz offen gesagt. Ich habe mir erlaubt, Ihre Krankenakte durchzulesen.

CASSANDRA: Sie fühlen es auch, nicht wahr?

CASSANDRA streckt ihre Hand auf und legt sie auf SCULLYS Nacken, drückt mit dem Finger auf einen bestimmten Punkt.

CASSANDRA: Hier. Sie wachen mitten in der Nacht auf und wissen, dass Sie irgendwo hin müssen, aber Sie wissen nicht, wo das ist. So als ob Sie eine Verabredung vergessen hätten, von der Sie nichts wissen.

SCULLY: Deswegen bin ich nicht hier.

CASSANDRA: Oh.

SCULLY: Ich bin hier, weil ich, ähm, ich möchte Sie unbedingt davor warnen, zu versuchen, dieses Implantat in Ihrem Genick entfernen zu lassen. Weil es vielleicht ernste Konsequenzen hat. Ich bin sehr krank geworden...

CASSANDRA: lächelt Nicht im Traum würde ich es mir entfernen lassen Ich will dorthin gehen. Wo immer es auch sein mag. Wissen Sie, wir können so viel von ihnen lernen. Sie müssen es doch als Ärztin faszinierend finden, was für großartige Heiler sie sind. Vielleicht wurden Sie deswegen ausgewählt.

Wir sind wieder im Wagen unseres FAHRERS. Er starrt durch den dichten Nebel, der über der Spitze des Skyland Mountain hängt. Plötzlich rennt ein Mann durch den Nebel und kracht gegen sein Auto. Er ist von dem gesichtslosen Mann aus dem Teaser gejagt worden, der nun metallische Stilette bei sich trägt.

FAHRER: Oh, mein Gott!

Der Mann versucht vergebens, die Tür des Wagens des FAHRERS zu öffnen, doch es gelingt ihm nicht. Der gesichtslose Mann kommt näher.

MANN: Helfen Sie mir! Helfen Sie mir, helfen Sie mir, bitte, helfen Sie mir!

Der Gesichtslose greift nach dem Mann vor dem Wagen des FAHRERS und sticht zu. Der Mann geht vor den Augen des FAHRERS in Flammen auf. Schreckliche Schreie.

Der nächste Tag. Ein POLIZIST steigt aus seinem Wagen und rennt zu MULDER hinüber. MULDER geht durch Rauch hindurch. Überall Menschen...Feuerwehrleute, Polizisten, dunkle gekleidete Männer. MULDER erreicht ein mit einer Plane überdachtes Areal, wo große, gelbe Säcke liegen - in jedem von ihnen ein toter Mensch. Die Säcke werden von Leuten untersucht. SCULLY ist ebenfalls anwesend. MULDER steuert auf sie zu, als sie ihm entgegengeht.

MULDER: Gibt es irgendwelche Überlebenden?

SCULLY: Nein. Jedenfalls bisher noch nicht...

Sie beginnen, durch die Reihen von Leichen zu laufen.

MULDER: Was ein Geruch...

SCULLY: Sie sind alle verbrannt worden. Es gibt noch sehr viel mehr Opfer, man ist noch mit ihrer Bergung beschäftigt

MULDER: Gibt es schon irgendwelche Theorien?

SCULLY: Ja, offenbar kamen sie alle mit dem Auto. Die meisten der Toten sind in einem kleinen Waldstück unterhalb der Straße gefunden worden.

MULDER: Massenselbstmord?

SCULLY: Darauf weist im Moment nichts hin. Es sind weder Zünder, noch Brandbeschleuniger gefunden worden.

MULDER: Und wie waren ihre Beziehungen zueinander? Waren es Familien?

SCULLY: Die Leichen zu identifizieren ist im Moment schwierig, dazu müssen erst mal die Zahnarztunterlagen verglichen werden. - Mulder, warum nehmen Sie nicht die offensichtlichen Fakten zur Kenntnis? Ich meine, das hier ist Skyland Mountain. Wir sind wieder zurück auf Skyland Mountain.

KIT-X-NOTIZ: Es ist doch immer faszinierend zu erleben, dass MULDER der Skeptiker ist, wenn SCULLY sich zu nahe an den Glauben heranwagt...

MULDER: Sie denken, hier besteht ein Zusammenhang mit Ihrer Entführung?

SCULLY: Also, ich finde, das ist gar nicht zu leugnen.

MULDER: Sie halten das also für eine Art Entführungsszenario?

SCULLY: Nein, das habe ich nicht gesagt...

MULDER: Haben Sie irgendeinen Beweis dafür?

KIT-X-NOTIZ: MULDER, du machst mir Angst! *bg* Immer diese extremen Kehrtwendungen...

SCULLY: Was meinen Sei denn mit Beweis?

MULDER: Das hab ich Sie gefragt.

SCULLY: seufzt ungläubig Verraten Sie mir dann Ihre Theorie?

MULDER: Nein. Sie starrt ihn an. Ich werde es Ihnen aber erklären.

Er geht.

Und wieder sind wir in New York, im Hauptquartier des Syndikats. Die Männer sehen sich gerade die Nachrichten an. MARITA ist bei ihnen. Sie schaut ebenfalls zu.

MARITA: Genau das habe ich alles schon mal in Kasachstan gesehen.

ZWEITER ELDER: Was, zum Teufel, ist nur los? Das ist quasi vor unserer Haustür!

ERSTER ELDER: Das ist ganz schlecht. Ich hasse es, darum beim Ungewissen zu sein.

WMM: Irgend jemand lässt anscheinend nichts unversucht, unsere Arbeit zu sabotieren.

ZWEITER ELDER: Und wer?

WMM: Egal, wer. Und wir sollten das lieber schnell herausfinden. Bevor nicht zu übersehen ist, dass wir nicht im Stande sind, das zu handhaben, es selbst zu beenden, bevor die Kolonisten intervenieren.

Ein kurzer Blick genügt. QUIET WILLY steht auf und geht.

Wir sind wieder bei CASSANDRA, in ihrem Zimmer. Auch sie sieht die Nachrichten. Die NACHRICHTENSPRECHERIN bricht das Schweigen.

KIT-X-NOTIZ: In der Originalversion war's ein Mann... Das nenne ich erfolgreiche Geschlechtsumwandlung. Thanx Cinephone! *lol*

NACHRICHTENSPRECHERIN: Und wieder neue Informationen zu unserem Top-Thema. In Nord-Virginia ist gestern Nacht in einem Wald innerhalb des Nationalparks am Skyland Mountain eine große Anzahl von Menschen um's Leben gekommen. Die Behörden haben jetzt erneut eine noch unvollständige Liste der Toten herausgegeben. Zusammengestellt nach den Fahrzeugzulassungen, in der Hoffnung, dass Verwandte oder Freunde sich melden und helfen, Licht in das Dunkel dieser bizarren Tragödie zu bringen. Hier im ländlichen Virginia. Zur Zeit gibt es nur bruchstückhafte Informationen über die Einzelheiten der Katastrophe am Skyland Mountain.

Namen erscheinen auf dem Bildschirm, und CASSANDRA liest sie voller Schrecken. Sie erkennt die Namen und beginnt zu weinen.

DAVE BROWNLEE
MITCH LA FLEUR
WAYNE POWER
BOB BUXTON
MARTY LACROIX
WILLIAM UNRAU
ANDREW SCULTHROP
CHRIS FLEMINGTON
PETER HUFF
MARTY GROHN
MALCOLM JOHNSON
NIGEL HABGOOD
BRUCE McLEOD
KARL OJAMAE
VAL ARNTZEN

KIT-X-NOTIZ: Arntzen... - War das nicht der Name, den KRYCEK benutzt hat, als er in Rußland war???

JAMES PATE
KATHLEEN KASINGER
GALE IRVINE
INA BROOKS
DON McGILL

MULDER und SCULLY stehen in der Tür.

SCULLY: Cassandra? - Sie hatten angerufen?

CASSANDRA: Das hätte niemals passieren dürfen. Ich kannte diese Menschen.

MULDER: Sie kannten sie?

CASSANDRA: Sie... waren Freunde von mir.

SCULLY: Freunde von woher?

CASSANDRA: Ich hab sie vor langer Zeit kennen gelernt. verzweifelt Das hätte niemals passieren dürfen! Und schon gar nicht so! - Sie müssen etwas dagegen unternehmen!

MULDER: Und was sollen wir Ihrer Meinung nach tun?

CASSANDRA: Sie müssen es aufhalten.

MULDER: Wen sollen wir aufhalten?

CASSANDRAS Sohn, JEFFREY SPENDER, betritt den Raum- Er entdeckt MULDER und SCULLY - was ihm scheinbar gar nicht gefällt.

CASSANDRA: Ich weiß es nicht.

SPENDER: Agent Mulder? Mein Name ist Jeffrey Spender.

MULDER: Ach, der Sohn... der Prophetin.

KIT-X-NOTIZ: Irgendwie komme ich gerade auf diese alte griechische Sage, die erstaunliche Parallelen zu dieser Story aufweist: Kassandra, Tochter des Priamos und der Hekuba, wurde von Apoll mit der Gabe der Weissagung beschenkt. Als sie jedoch seine Liebe zurückwies, belegte er sie mit einem Fluch, dass niemand mehr ihren Worten Glauben schenken würde. So konnte Odysseus trotz ihrer Warnung mit Hilfe des Trojanischen Pferdes Troja einnehmen. - Auch heute noch nennt man vergebliche Warnungen "Kassandrarufe". - Daher vielleicht der Name "Cassandra"???

SPENDER dreht sich zu SCULLY um.

SPENDER: Sie sollten sie doch in Ruhe lassen.

SCULLY: Ihre Mutter rief uns wegen dieser Sache in Virginia an. Sie sagte, sie kenne ein paar von diesen Toten.

SPENDER: Aber natürlich! Sie gehörten derselben lächerlichen Sekte an wie sie.

MULDER: zu SCULLY Da haben Sie's.

SCULLY: Sie gehörte einer Sekte an?

SPENDER: Einer UFO-Sekte, deren Mitglieder glauben, sie würden von einer Art fliegendem Mutterrad in die Unsterblichkeit getragen werden.

MULDER: Es tut mir leid. - Wir werden Sie oder Ihre Mutter nicht mehr belästigen.

SPENDER geht, und MULDER und SCULLY folgen dem Flur. Sie passieren einen Mann in einem schwarzen Mantel und einem schwarzen Hut. Der Mann - QUIET WILLY - betritt CASSANDRAS Raum.


UROFF-KOLTOFF STAR VON RUSSLAND
IM HAFEN VON NEW YORK


Im Inneren des Schiffes drückt KRYCEK einen in Wasser getränkten Stofffetzen über dem Gesicht des schlafenden DIMITRI aus, um den Jungen aufzuwecken. Dann dreht er sich um, um den Raum zu verlassen, und ist überrascht, MARITA gegenüberzustehen.

MARITA: Sie denken offenbar, Sie können die Nummer durchziehen, was?

KRYCEK greift nach MARITA, presst sie gegen die Wand, und beginnt, sie leidenschaftlich zu küssen. Sie stöhnt leise.

KRYCEK: Werden sie mir geben, was ich will? Dann bin ich der Herrscher der Welt.

MARITA: Wir haben sie schon auf den Knien, Alex.

KRYCEK: Ja?

MARITA: Lass uns aus diesem Loch hier verschwinden.

Hand in Hand gehen sie fort, lassen DIMITRI unbewacht in seinem Raum zurück.

SCULLYS Schlafzimmer. Durch das Fenster sehen wir den Nachthimmel und die Sterne - auch die Plejarden, die CASSANDRA zuvor auf ihr Fenster zeichnete. Plötzlich springt SCULLY in ihrem Bett auf. Sie sieht die Sternkonstellation durch das Fenster und steht auf. Ihre Hand fährt über ihr Genick, die Stelle, wo einst das Implantat saß. Sie ist ruhelos - wie es CASSANDRA beschrieb. Denn sie wird gerufen...

Wieder die Uroff-Koltoff Star. KRYCEK kommt zurück in DIMITRIS Zelle. DIMITRI ist nicht mehr da. KRYCEK betritt den Raum, sieht sich nach dem Jungen um, als er die Stimme des WELL MANICURED MANS hört.

WMM: Also?

KRYCEK dreht sich zu dem Alten um, der seine Waffe auf ihn gerichtet hat.

WMM: Was ist denn nun mit dem Jungen?

Im Büro der X-Akten. SCULLY kommt herein und schließt die Tür hinter sich. MULDER steht von seinem Stuhl auf und reicht ihr einen Stapel Papiere.

MULDER: Machen Sie sich auf einiges gefasst. Ich habe mir den ersten gerichtsmedizinischen Bericht angesehen, von diesem Vorfall am Skyland Mountain, und während das Ereignis selbst immer noch unerklärlich bleibt, ist es eigentlich kein Geheimnis mehr, wer damit zu tun hat. Wenigstens für mich nicht, und sicher auf für Sie nicht. Die Pathologen sind zwar noch nicht fertig mit ihren Berichten, aber ich hab mir mal aufs Geratewohl die Röntgenbilder von drei Opfern ausgewählt.

Er geht zu einem UV-Licht hinüber und legt die drei Röntgenbilder darauf, um sie besser betrachten zu können.

MULDER: Und so hab ich die gefunden. - Kleine Metallstückchen im verkohlten Zervikalgewebe. KIT-X-NOTIZ: "Zervikal" = Den Hals oder den Halsteil Zervix eines Organs betreffend Hier, hier... und hier. - Implantate.

Er deutet auf kleine schwarze Punkte, die auf jeder Aufnahme zu sehen sind.

MULDER: Ich habe bei den Familien dieser drei Opfer nachgeforscht, und rausgefunden, dass keiner irgendeiner Sekte angehörte. Aber zwei von den Dreien waren Mitglieder der jeweiligen örtlichen UFO-Netzwerke und behaupteten, schon mal entführt worden zu sein - und beide sind während der letzten paar Monate von einem Heilpraktiker behandelt worden.

SCULLY: Weswegen?

MULDER: Sehen Sie selbst.

Er recht SCULLY medizinische Unterlagen und sie überfliegt sie.

SCULLY: Manisch-depressive Störungen charakterisierend durch fortwährende Angstzustände und Paranoia. Patient glaubt, dass man ihn holen oder an einen unbekannten Ort rufen würde, wird dann von Außerirdischen entführt...

MULDER: Die Implantate rufen das hervor. Diese Menschen sind dorthin gelotst worden.

SCULLY: Von wem?

MULDER: Von derselben Regierung, der Sie Ihr Implantat verdanken. Es funktioniert als Ziel-Such-Mechanismus.

SCULLY: Aber Mulder, das ergibt keinen Sinn.

MULDER: Warum nicht? Als Ziel-Such-System, das militärische Weltraumtechnologie verwendet, um Leute zu überwachen. Oder etwas zu inszenieren, was von Menschen für eine außerirdische Entführung gehalten wird.

SCULLY: Aber sie wurden nicht entführt, sie wurden in den Tod gelockt. Und zu welchem Zweck?

MULDER: Das weiß ich nicht.

SCULLY: Mulder ...

Das Telefon klingelt.

SCULLY: Vielleicht... sollten Sie doch nicht so vorschnell... alles ausschließe, was Cassandra Spender zu sagen hat.

MULDER nickt langsam, dann nimmt er ab.

MULDER: Mulder.

Bildwechsel. Wir sehen MARITA COVARRUBIAS, die in einer Telefonzelle steht.

MARITA: Agent Mulder?

MULDER: Ja?

MARITA: Hier ist Marita Covarrubias. Ist diese Leitung abhörsicher?

MULDER: Ja.

MARITA: Sie waren doch auf dem Skyland Mountain. Kennen Sie den UN-Bericht über einen ähnlichen Zwischenfall auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion?

MULDER: Nein.

MARITA: Ich war in Kasachstan, Agent Mulder. Irgendwie hängt das zusammen. Ich kenne jemanden, der davon weiß. Ich habe ihn jetzt bei mir.

Sie starrt durch das Glas zu ihrem Wagen, in dem DIMITRI sitzt und sich, als sie wieder wegsieht, die Fäden aus den Augen entfernt, die zugenäht worden waren, ebenso Nase und Mund.

MULDER: Wo sind Sie?

MARITA: In einer Telefonzelle an der Skodal Road, an der Anfahrt der Interstate 90. Kommen Sie her und warten Sie auf meinen Anruf. Ich sage Ihnen dann, wie es weitergeht.

MARITA versucht zu schreien, doch sie kann nicht. DIMITRI steht vor der Telefonzelle. Schwarzes Öl läuft aus seinen Augen und aus seinem Mund. MARITA lässt den Hörer fallen.

MULDER: Marita? Mar ...

MULDER dreht sich nach SCULLY um, doch sie ist nicht mehr da. Die Bürotür steht offen.

Ein Aufzug öffnet seine Türen, und SCULLY kommt heraus. Sie geht durch den Flur zu einem Brunnen und nimmt einen Schluck Wasser.

TELEFONZELLE

MULDERS Wagen parkt neben der Telefonzelle, und er steigt aus. Weit und breit ist von MARITA nichts zu sehen. Der Hörer baumelt im Inneren der Zelle. MULDER geht darauf zu. Spuren des schwarzen Öls sind auf der Glasscheibe...

Ein Telefon klingelt in CASSANDRAS Zimmer. SPENDER hebt ab.

SPENDER: Hallo?

MULDER ist in der Leitung, er steht in der Telefonzelle.

MULDER: Wer ist da?

SPENDER: Hier ist Special Agent Spender. Und wer ist dort?

MULDER: Hier ist Fox Mulder.

SPENDER: Warum rufen Sie hier an?

MULDER: Ich bin eigentlich auf der Suche nach Agent Scully. Ich konnte sie nicht erreichen, sie hat gesagt...

SPENDER: Aber sie ist nicht hier. Genauso wenig wie meine Mutter.

Spender dreht sich zu einem Mann um - Dr. Werber.

MULDER: Was soll denn das jetzt heißen?

SPENDER: Sie ist aus Ihrem Zimmer verschwunden.

MULDER: Und wohin.

SPENDER: Hören Sie, sie ist einfach weg! Verstehen Sie nicht, sie kann eigentlich nirgendwo hingehen!

Es ist Nacht. Wir sehen eine vom Licht hell [(Ruskin Damm|erleuchtete Brücke, mit einem wundervollen Wasserfall im Hintergrund]]. Hunderte von Menschen stehen auf der Brücke und warten. Wir wissen, sie sind "Entführte", und einige der Gesichter kommen uns bekannt vor. Eine von ihnen ist CASSANDRA. Ihr Rollstuhl wird von einem Mann geschoben - QUIET WILLY. Sie kommen an einer weiteren Person vorbei - DIMITRI. Und wer ist noch in der Menge? SCULLY. Plötzlich beginnen die Menschen, in den Himmel zu zeigen, wo ein blaues Licht erschienen ist.

FRAU: Seht!

MANN: Da! Da ist es!

Das Licht fliegt über sie, es scheint so, als würde es sich ruckartig - wie ein Raubtier - nach vorne bewegen, in einer Art Explosion. Jeder, der auf der Brücke steht, sieht zu dem Licht hinauf, das weiter über sie hinwegzieht. SCULLY bahnt sich ihren Weg durch die Menge und tritt neben CASSANDRA, die zu ihr aufsieht und ihre Hand nimmt. Sie strahlt über das ganze Gesicht. SCULLY scheint QUIET WILLY nicht zu erkennen... - Plötzlich ertönen Schreie. Ein Mann, der in Flammen steht, rennt panisch über die Brücke. Hinter ihm laufen zwei gesichtslose Männer, einer von ihnen ist der aus dem Teaser. Sie gehen auf die Gruppe von "Entführten" zu. Wir sehen SCULLYS entsetztes Gesicht, und dann wird das Bild schwarz...

FORTSETZUNG FOLGT...


NACHWORT: Der Charakter von Heitz Werber erinnert sicher nicht zufällig an den bekannten UFO-Forscher Dr. John Mack. Mack war Professor für Psychologie an der renommierten Harvard-Universität in Boston, Massachusetts.

Ursprünglich beschäftigte er sich damit, Erkenntnisse aus der Kinder- und Erwachsenenpsychologie auf den atomaren Rüstungswettlauf oder die globale ökologische Krise anzuwenden. Eines Tages stieß er jedoch auf das Phänomen der UFO-Entführungen. Mit einem skeptischen Ansatz untersuchte er zahlreiche Fälle und kam schließlich zu dem Schluss, dass die meisten Entführten vollkommen normale Menschen seien, die tatsächlich etwas Unglaubliches erlebt haben.

Er veröffentlichte die Ergebnisse seiner Studien in dem Bestseller Entführt von Außerirdischen (Heyne-Taschenbuch) und trat in zahlreichen Fernsehsendungen und auf den UFO-Kongressen in aller Welt auf, um seine Theorie zu vertreten. Natürlich dauerte es nicht lange, bis sich seine Gegner an der Harvard- Universität formierten. Für sie war Mack mit seiner - wie sie meinten - "unwissenschaftlichen" Arbeit ein Schandfleck, den es unbedingt auszumerzen galt. Mack wehrte sich mit allen Mitteln gegen diese Anschuldigungen, nicht zuletzt, um den Ruf derer zu schützen, die sich ihm offenbart hatten. Die "Entführten" hatten in ihm endlich jemanden gefunden, der ihre phantastisch anmutenden Geschichten ernst nahm und dem sie sich anvertrauen konnten.

Dieser kleine Durchbruch aber drohte nun rückgängig gemacht zu werden. Nach langem Hin und Her und einer Reihe von Prozessen konnte Mack sich jedoch gegen seine Widersacher durchsetzen und seinen Platz in Harvard und damit innerhalb wenn auch am äußersten Rande des wissenschaftlichen Establishments wahren. In den letzten Jahren hat Mack sich mehr und mehr auf seine Arbeit mit den "Entführten" oder, wie er sie nennt, "Experiencers" konzentriert. Um die Forschung zu optimieren, gründete er das "Programm for Extraordinary Experience Research" "Programm für die Erforschung außergewöhnlicher Erlebnisse", kurz PEER. Hier werden die Forschungen zum Thema "UFO- Entführungen" intensiviert und mit dem Ergebnissen anderer Forscher verglichen. Mack hofft so, eines Tages vielleicht auch die Skeptiker von der Realität des Phänomens überzeugten zu können. (aus "Akte X-Die fünfte Staffel" von Kai Krick, Christian Frank, Roland Heep und anderen, Heyne-Verlag, Seite 143 - 144.)

Mitgeschrieben von:

  • Autor: KIT-X (kit-x@yahoo.com)

Ursprünglich veröffentlicht auf dana d.'s Home. Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

  • Betalesung: spooky17 (spooky17@gmx.de)
  • Korrektur: CayceP