4X09 Tunguska Teil 1 (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


4X09 Tunguska Teil 1
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

Anmerkung von Yvi: Da dies hier ein Transcript ist, verwende ich hier die Originalübersetzung der deutschen Fassungen der Folgen, nicht mögliche Übersetzungen des O-Tons. Also, das Copyright des Wortlautes gehört ebenfalls Cinephon. Viel Spaß!

BUCH: Chris Carter & Frank Spotnitz
REGIE: Kim Manners


SONDERAUSSCHUSS FÜR SPIONAGE UND TERRORISMUS
WASHINGTON, D.C.

SENATOR SORENSON: Würde die Zeugin sich bitte erheben und den Eid ablegen.

SCULLY: Ich, Dana Katherine Scully, schwöre die Wahrheit zusagen, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit, so wahr mir Gott helfe. Man hört den Hammer und Scully setzt sich Ich würde gerne eine vorbereitete Erklärung verlesen.

SENATOR SORENSON: Erlaubnis erteilt.

SCULLY: Nach dem Medizinstudium wurde ich vor vier Jahren lieber FBI-Agentin als Ärztin, weil ich an dieses Land glaubte. Weil ich seine Gesetzte aufrecht erhalten wollte, um die Schuldigen zu richten und die Unschuldigen zu schützen. Ich glaube auch jetzt noch an dieses Land. Ich glaube aber auch, daß es mächtige Männer in der Regierung gibt, die genau das nicht tun. Man sieht den Raucher. Männer, die unsere Gesetze nicht respektieren und überhaupt nicht an Gerechtigkeit interessiert sind...

CHAIRMAN ROMINE: Ms. Scully. . .

SCULLY fährt fort: Inzwischen habe ich den Eindruck gewonnen, daß es nicht länger möglich ist...

CHAIRMAN ROMINE: Agent Scully- - das hier ist keine Seifenoper, Miss Scully. Ihre Erklärung wird ins Protokoll aufgenommen.

SCULLY: Bei allem Respekt, Herr Vorsitzender, ich würde gerne zu ende lesen.

CHAIRMAN ROMINE: Deswegen sind wir aber heute nicht hier.

SCULLY: Und weswegen sind wir hier, Sir?

SENATOR SORENSON: Agent Scully, wissen Sie etwas über den Verbleib von Agent Mulder? Können oder wollen Sie uns nicht sagen, wo sich Agent Mulder im Augenblick aufhält?

SCULLY: Ich lehne es ab, diese Frage zu diesem Zeitpunkt zu beantworten, Sir.

CHAIRMAN ROMINE: Ms. Scully, Sie können sich nicht weigern diese Frage zu beantworten.

SCULLY: Weil ich glaube, daß die Beantwortung dieser Frage Agent Mulders Leben gefährden würde.

CHAIRMAN ROMINE: Sie scheinen nicht zu begreifen, daß es nicht in Ihrem Ermessen liegt darauf zu antworten. Sie sind eine Agentin des FBI.

SCULLY: Dann darf ich vielleicht zuerst meine Erklärung beenden,... so daß es mir unmöglich geworden ist, meine Pflichten als FBI-Agentin zu erfüllen.

SENATOR SORENSON: Wollen Sie damit vielleicht ausdrücken, daß Sie zu kündigen beabsichtigen, Agent Scully?

SCULLY: Nein, Sir. Was ich sagen will, ist, daß ich durch die Gesetzlosigkeit gewisser Leute ständig davon abgehalten werde, meine Arbeit richtig zu machen. Das sie wahre Zielscheibe dieses Untersuchungsausschusses die Männer sein müßten, die sich außerhalb der Strafverfolgung stellen. Die Männer, deren geheimnistuerische Politik hinter den Verbrechen steht, die Sie untersuchen.

SENATOR SORENSON: Entweder Sie sagen uns, was Sie über den Verbleib von Agent Mulder wissen, oder wir lassen Sie verhaften wegen Mißachtung des Kongresses. Scully und Sorenson starren sich gegenseitig an. Agent Scully?


HONUOLULU AIRPORT, U.S.-ZOLL, ZEHN TAGE ZUVOR

Der erste Kurier stellt sich an der Reihe der Wartenden an und sieht auf seine Uhr. Man sieht seine Aktentasche.

ZOLLBEAMTE: Woher kommen Sie?

ERSTER KURIER: Aus Japan

ZOLLBEAMTE: Und waren Sie noch woanders?

ERSTER KURIER: In der Republik Georgien.

ZOLLBEAMTE: Was war der Zweck Ihrer Reise?

ERSTER KURIER: Regierungsangelegenheit.

ZOLLBEAMTE: Na schön. Ich muß Sie bitten, den Zollbeamten dort hinter der Tür aufzusuchen.

ERSTER KURIER: Wozu? Dieses Visum der USA weist mich als Diplomaten aus.

ZOLLBEAMTE: Zufallskontrolle, Sir. Bitte gehen Sie sofort durch die Tür.

ERSTER KURIER: Ich muß den Anschlußflug kriegen.

ZOLLBEAMTE: Gehen Sie durch die Tür, Sir.

ZOLLBEAMTER: Kommen Sie bitte hierher, Sir.

ERSTER KURIER: Ich weiß nicht, worum es hier geht. Ich habe Diplomatenpapiere. Diese Behandlung ist nicht korrekt.

ZOLLBEAMTER: Ist das Ihr einziges Gepäckstück, Sir?

ERSTER KURIER: Ja.

ZOLLBEAMTER: Könnten Sie es bitte öffnen?

ERSTER KURIER: Nein.

ZOLLBEAMTER: Sie haben keine andere Wahl, Sir. Entweder Sie öffnen den Koffer oder wir öffnen ihn.

ERSTER KURIER: Ich habe die Kombination nicht.

ZOLLBEAMTER: Vince, ich ordne eine vollständige Körperhöhlendurchsuchung dieses Mannes an.

Der Kurier kommt zerzaust aus einem anderen Raum- offensichtlich gerade genau durchsucht.

ERSTER KURIER: Für diese Behandlung wird noch jemand teuer bezahlen müssen.

ZOLLBEAMTER: Hätten Sie etwas dagegen, mir zu sagen, worin Ihre diplomatische Tätigkeit besteht, Sir? Und was Sie in diesen Behältern transportieren. er will einen der Behälter öffnen.

ERSTER KURIER: Das ist... die sind voll mit gefährlichem biologischen Material.

ZOLLBEAMTER: Wo sind die Papiere dafür? Und wieso sind die Container nicht beschriftet?

ERSTER KURIER: Öffnen Sie sie nicht. Was immer Sie tun, dieses Material darf auf keinen Fall... Der Zollbeamte versucht weiter den Behälter zu öffnen. Hören Sie mir zu!

Der Zollbeamte läßt den Behälter fallen. Er bricht auf dem Boden auf.

ZOLLBEAMTER: Verdammt!

ERSTER KURIER: Machen Sie die Tür auf! Machen Sie sofort die Tür auf! Verdammt noch mal! Machen Sie die Tür auf! Machen Sie sofort die Tür auf!

Schwarze Würmer aus Öl krabbeln auf dem Boden herum. Einige kriechen auf den Stiefel des Zollbeamten. Der Kurier schreit und hämmert gegen die Tür.

ZOLLBEAMTER: Was zum Teufel ist das?

Der Zollbeamte bekommt Krämpfe als die Würmer über ihn kriechen.

ERSTER KURIER: Aufmachen! Um Gotteswillen, bitte lassen Sie mich raus! Ah! Hilfe! Oh mein Gott! Machen Sie die Tür auf! Lassen Sie mich doch bitte raus! Holen Sie mich hier raus! Lassen Sie mich doch hier raus! Ich will hier raus!

Man sieht die Würmer unter der Haut des Zollbeamten krabbeln. Seine Augen werden schwarz.


FLUSHING, QUEENS, NEW YORK CITY, 3:07 UHR

Man sieht dunkle Straßen, und dann das Innere eines großen Containers. Scully hält eine große Waffe in der Hand, Mulder guckt auf eine Maschine. Beide tragen SWAT-Ausrüstung.

MULDER: Wir dürfen nicht zu früh zuschlagen. Wir müssen noch etwas Geduld haben.

SCULLY: Warum sind Sie sich so sicher?

MULDER: Mir sind in den letzten paar Wochen eine Reihe von Quittungen geschickt worden. Für Zündschnüre, Benzin und Dieselkraftstoff und 80 Gebinde Ammoniumnitrat. Die von drei verschiedenen Personen in drei verschiedenen Staaten gekauft worden sind.

SCULLY: Und warum sind Sie so sicher, daß es hier und heute Nacht geschieht?

MULDER: Gestern Nacht bekam ich zwei neue Quittungen, die eine war für eine Lagerhalle in diesem Haus und die andere für einen gemieteten Zweitonner. Und in beiden Fällen war die Unterschrift die gleiche. Es geht hier vielleicht um ein Attentat, wie in Oklahoma City.

SCULLY: Und wer hat was durchsickern lassen und warum schickt jemand diese Rechnungen an Sie? Mulder schüttelt den Kopf.

SWAT MITGLIED unterbricht: Da kommt ein Fahrzeug.

Ein streunender Hund frißt etwas auf der Straße. Ein Lieferwagen fährt heran, verscheucht den Hund und verfährt zu einem Gebäude. Er hat ein New Yorker Nummernschild, ZCC-696. Mulder und Scully bereiten sich vor - nehmen ihre Waffen etc.

SWAT MITGLIED: Es kann losgehen..

MULDER: Warten Sie. Warten Sie.

Der Lieferwagen hält an und fährt ein Stück zurück. Miliztypen mit Waffen stehen auf den Ladedocks des Lagerhauses. FBI Leute stoßen die Tür des Containers auf, in dem sie sich versteckt haben. Sie befehlen den Milizleuten die Waffen nieder zu legen. Sie werfen Tränengas; Schüsse sind zu hören. Zwei Männer springen in den Lieferwagen und fahren los. Mulder und Scully verfolgen ihn. Man hört einen Schuß und der Lieferwagen schwenkt zur Seite und bleibt stehen.

MULDER zu Scully: Decken Sie die Fahrerseite. Zum Lieferwagen FBI! Ich bin bewaffnet. Steigen Sie sofort aus dem Fahrzeug aus!

Man sieht an der Seitenscheibe auf der Fahrerseite Blut.

SCULLY: Der Fahrer ist tot.

MULDER: Ich hab vorhin zwei Männer gesehen. Sie nähern sich der Beifahrertür. Steigen Sie aus dem Wagen aus. Steigen Sie endlich aus. Eine Waffe wird aus dem Fenster geworfen. Zeigen Sie mir Ihre Hände. Nehmen Sie die Hände hoch! Ein Mann steigt aus dem Lieferwagen. Es ist Krycek. Sie verfluchter Schweinehund! Mulder stürzt sich auf ihn und schlägt ihn mit dem Griff seiner Waffe in den Magen. Krycek fällt auf den Boden. Mulder zielt mit seiner Waffe auf Krycek, um ihn zu erschießen.

SCULLY: Mulder!

KRYCEK: Diesen Tip verdanken Sie mir, Mulder!

MULDER: Ach, ich bitte Sie, Krycek!

KRYCEK: Wer hat Ihnen denn wohl die Quittungen geschickt?

Hunde schnüffeln nach Sprengstoff, Miliztypen werden abgeführt etc. Krycek führt Mulder und Scully in das Lagerhaus. Er ist in Handschellen.

KRYCEK: Die Zündschnüre sind alle von einer Baustelle gestohlen worden, der Sprengstoff stammt größtenteils von Militärstützpunkten. Die Sicherheit ist da so lasch, daß es ein... Mulder schubst Krycek, zwingt ihn so, sich auf eine Kiste zu setzen....Witz ist. Fast alles andere kam über den Ladentisch. Zweitausend Kilogramm Bumm-Bumm.

[Anmerkung von Yvi: Moment... Mulder hat doch Quittungen über Zündschnüre bekommen - wieso dann alle gestohlen??? Im Original heißt es "die meisten..." - also Übersetzungsfehler]

SCULLY: Wie kamen Sie mit diesen Leuten in Verbindung?

KRYCEK: Sie fanden mich in North Dakota. Man sieht einen der Miliztypen, der Krycek ansieht. Sie befreiten mich aus diesem Raketensilo. Hey, im Untergrund lernen Sie, wie man sich als Ratte verhält. Mulder schlägt Krycek die Baseballkappe vom Kopf. Kryceks Haar ist sehr kurz.

[Anmerkung von Yvi: Unter einen Rasenmäher gekommen?]

MULDER: Sie hatten da bestimmt keine Anpassungsprobleme.

KRYCEK: Diese Männer sind jämmerliche Revolutionäre. Sie würden unschuldige Menschen im Namen idiotischer Ideologien töten.

MULDER: Verschonen Sie uns damit, Krycek. Sie sind doch ein ekelhafter Speichellecker, dessen Moralmaßstab weit unterhalb der Kotzgrenze liegt.

KRYCEK: Hey! steht auf, Nase an Nase mit Mulder. Ich liebe dieses Land.

Mulder schubst ihn wieder auf die Kiste und dreht sich um.

SCULLY: Was wollen Sie, Krycek?

KRYCEK: Dasselbe wie Sie. Den Kerl finden, der mich töten wollte. zu Mulder Der Mann, der verantwortlich für den Tod Ihres Vaters ist und Ihrer Schwester.

SCULLY: Sie wollen den Mann vor Gericht stellen?

KRYCEK: Diese Männer kann man nicht vor Gericht stellen. Sie werden beschützt. Die Gesetze dieses Landes schützen sie, im Namen der nationalen Sicherheit. er lacht nervös Die kennen keine Gesetze.

MULDER: Warum können Sie sie nicht mit einem Kopfschuß töten wie diesen Mann da draußen?

KRYCEK: Diese Männer fürchten nur eins - die Bloßstellung. Wenn Sie ihn bloßstellen und seine Verbrechen ebenso, dann zerstören Sie dadurch seine Fähigkeit zu zerstören.

MULDER: Das einzige, was diese Leute zerstören wird, ist die Wahrheit.

KRYCEK: Die Wahrheit, die Wahrheit! Er lacht wieder nervös Es gibt keine Wahrheit. Diese Leute manipulieren sie nach Belieben. Sie verstehen sich als die Ingenieure der Zukunft Und sie... ähm... sind die wirklichen Revolutionäre. Die kann ich Ihnen auch liefern, wenn Sie wollen.

MULDER lächelt: Wir können Ihnen nicht helfen, Krycek.

KRYCEK: Mulder. Das ist nur eine Bombe, auf der ich hier sitze. Wieso fragen Sie mich nicht, von wie vielen ich noch weiß?


DULLES INTERNATIONAL AIRPORT, HERNDON, VIRGINIA

Mulder, Scully und Krycek gehen durch den Flughafen. Mulder und Scully tragen keine SWAT-Kleidung mehr.

SCULLY: Womit fliegt er?

Sie sehen alle auf die Ankunftstafel.

KRYCEK: Das wird irgendein Charterflug aus Rußland sein. Eine türkische Airline.

MULDER: Dann kann es nur die Air Lacayo sein. Gelandet um 18:45. Das war vor einer Viertelstunde. Kommen Sie. Legt eine Hand auf Kryceks Rücken, drängt ihn nach vorne.

SCULLY: Er wird ja noch durch den Zoll müssen.

KRYCEK: Nein, nein. Wahrscheinlich hat er nur eine Diplomatentasche dabei.

Die drei gehen schnell durch den Flughafen, sehen den zweiten Kurier durch die automatische Tür gehen. Er trägt eine grell-orange Tasche - wohl die Diplomatentasche.

KRYCEK: Das ist der Mann.

SCULLY nähert sich dem zweiten Kurier und zeigt ihre Marke: Sir, FBI. Keine Panik, ich möchte nur mit Ihnen sprechen. Der Kurier rennt durch die Tür zurück. Stehenbleibe! Bleiben Sie sofort stehen! Die Türen schließen sich, Scully ist auf der Seite ohne Bewegungsmelder. Sie sieht zurück zu Mulder. Mulder!

Mulder fesselt mit den Handschellen Krycek an einen Handlauf. Er kooperiert und legt sein Sweatshirt über die Handschellen, damit sie nicht sofort ins Auge fallen. Mulder sieht ihn noch einmal an, nimmt dann die Verfolgung des Kuriers auf, der einige Menschen anrempelt und schließlich über das Flugfeld entkommt. Mulder und Scully stehen am Ende des Ganges, durch den er entkommen ist, und sehen ihm nach.

SCULLY: Mulder, sehen Sie. Sie deutet auf die Tasche, die auf einem Stapel von Gepäck liegt - offensichtlich fallengelassen.

Mulder & Scully kommen durch die automatischen Türen zurück und steuern auf Krycek zu, der immer noch in Handschellen da steht und versucht, gleichgültig auszusehen.

SCULLY: Sollte das etwa ein Witz sein?

KRYCEK: Was denn?

MULDER: Zeigen Sie's ihm, Scully.

KRYCEK: Was ist denn?

MULDER: Stellen Sie ihn damit ruhig bloß, Scully. Scully öffnet die Tasche und ein schwarzer Stein kommt zum Vorschein. Was haben Sie denn eigentlich zu Weihnachten bekommen? Mulder geht verärgert davon, Krycek und Scully sehen sich an.


CHRYSTAL CITY, VIRGINIA, 23:02 UHR

Skinners Apartment

Jemand klopft an die Tür. Skinner kommt die Treppe herunter, macht den Gürtel zu.

SKINNER: Wer ist da?

MULDER: Ich muß mit Ihnen sprechen, Sir.

Skinner seufzt verzweifelt, öffnet die Tür. Mulder steht im Flur.

SKINNER: Was wollen Sie, Agent Mulder?

MULDER: Sir, ich möchte einen Antrag auf Personenschutz stellen.

SKINNER: Personenschutz? Für wen?

MULDER greift zu seiner Rechten und bringt Krycek beim Kragen seiner Jacke in Sicht : Dieser Mann kann uns mit Informationen über rechte Gruppierungen helfen, das Leben unschuldiger Menschen zu retten.

Krycek trifft Skinners Blick und lächelt nervös.

SKINNER: Hier ist er bestimmt sicher.

Mulder schiebt Krycek herein und schließt die Tür. Krycek sieht sich im dunklen Apartment um als Skinner ihn mit aller Kraft in den Magen schlägt. Krycek stöhnt und geht in die Knie. Skinner zieht ihn am Jackenkragen wieder nach oben.

SKINNER: Relativ sicher jedenfalls. Wir sind noch nicht quitt, Freundchen. Schüttelt Krycek, der vor Schmerz stöhnt. Das ist erst der Anfang. zu Mulder Geben Sie mir den Schlüssel. zu Krycek Kommen Sie. Skinner zieht Krycek beim Kragen durch den Raum auf den Balkon. Krycek fällt auf den Boden des Balkons. Skinner zieht ihn wieder nach oben und kettet seine rechte Hand an das Gitter. Krycek lehnt sich gegen das Gitter und versucht aufzustehen.

KRYCEK: Sie können mich doch nicht hier draußen lassen, da erfriere ich ja. klappert mit den Handschellen. Skinner drückt Krycek auf den Boden. Skinner kniet sich nieder.

SKINNER: Machen Sie sich einfach warme Gedanken. steht auf und geht. Krycek klappert wieder mit den Handschellen, ergibt sich dann in sein Schicksal.


NASA GODDARD RAUMFAHRT-CENTER, GREENBELT, MARYLAND

Der nächste Tag. Ein Zeichen an einer Glastür sagt " Department of Exobiology." Man sieht den Stein in einer durchsichtigen Box. Dr. Sacks trägt ihn. Mulder und Scully warten auf ihn.

SACKS: Ich weiß, daß ich Sie schon mal gefragt habe, aber Sie haben wirklich keine Ahnung wo das her kommt?

SCULLY: Nicht wo es ursprünglich herkommt.

MULDER: Aber Sie haben eine Ahnung, nicht wahr?

SACKS: Ich habe in diesem Stein sogenannte polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe entdeckt. Die in etwa der Beschreibung derer entsprechen, die man neulich in Meteoritenfragmenten in der Antarktis gefunden hat.

SCULLY sieht ungläubig aus: Soll das etwa heißen...

SACKS: Das, was Sie hier vor sich sehen, stammt möglicherweise vom Mars. Und ist über vier Milliarden Jahre alt.

MULDER: Ist es wertvoll?

SACKS: Abgesehen davon, daß es Beweise über fossile Überbleibsel fremder Bakterien liefert, ist es relativ wertlos.

SCULLY: Enthält dieser Stein denn fossile Überbleibsel, Dr. Sacks?

SACKS: Das werde ich erst wissen, wenn ich eine Kernprobe daraus entnehmen konnte. Und ich hoffe doch sehr, daß Sie mir das erlauben werden.

MULDER: Ich denke, wir wüßten alle gern, was in diesem Stein ist.

Außerhalb von Skinners Apartmenthaus

Skinner kommt heraus. Er geht los. Der Raucher geht hinter ihm und holt aus seiner Manteltasche eine Zigarettenschachtel.

RAUCHER: Ich hatte ja keine Ahnung, daß Sie hier wohnen, Mr. Skinner.

SKINNER: Ich bin gerade hergezogen.

RAUCHER: Ich schätze, Sie wohnen ziemlich weit oben. Wegen der Aussicht.

SKINNER: Was wollen Sie von mir?

RAUCHER: Die Agenten Mulder und Scully konnten gestern abend hier in Washington eine Diplomatentasche abfangen. Ich fürchte, daß hat ein außenpolitisches Problem geschaffen. Und zwar von beachtlichem Ausmaß. er zündet sich eine Zigarette an

SKINNER: Ich weiß nichts von einer abgefangenen Diplomatentasche.

RAUCHER: Nein? Sie wissen nicht über diesen Fall?

SKINNER: Nein. Gar nichts.

RAUCHER: Also, das zu glauben fällt mir schwer. Sie sind immerhin ihr Vorgesetzter. Ich, als Ihr Freund kann Sie nur warnen , Mr. Skinner, das Verschweigen von Informationen in Belangen der nationalen Sicherheit ist strafbar nach den Gesetzen dieses Landes.

SKINNER: Danke. Ich als Ihr Freund betrachte mich als gewarnt.

RAUCHER: Jedenfalls brauche ich diese Tasche, Mr. Skinner. Und ich will wissen, wer den Befehl gab, sie abzufangen.

SKINNER: Gut. Ich ruf Sie an. Geht weg.

RAUCHER: Kriege sind schon wegen weniger wichtigem ausgebrochen, Mr. Skinner. Wegen sehr viel weniger wichtigem.

Skinners Balkon

Krycek ist immer noch draußen. Er wacht auf, als jemand in das Apartment kommt. Es ist der zweite Kurier. Er durchsucht Schubladen. Krycek sieht verängstigt aus. Der zweite Kurier geht auf den Balkon. Krycek scheint nicht mehr dazusein. Der zweite Kurier sieht um die Ecke und Krycek, der außerhalb des Gitters hängt, greift ihn beim Hemd und zieht ihn nach unten. Er schreit und fällt 17 Stockwerke tief.

Mulders Büro

MULDER am Telefon: Aha. Danke.

SCULLY kommt herein: Haben Sie etwas?

MULDER: Riesen Aufregung im State Department. Zollbeamte haben vor zwei Tagen einen Kurier, der in Honolulu ankam und das gleiche Visum hatte, abgefangen. Er transportierte irgendwelche toxischen Bodenproben, die aus Georgien stammen.

SCULLY: Toxisch?

MULDER: Und deswegen glaube ich, daß in dem Stein, den wir abfangen konnten Antworten stecken, die über die Existenz außerirdischen Lebens hinausgehen. Sogar über die Tatsache einer Konspiration zur Vertuschung dieser Existenz.

SCULLY: Mulder, in diesem Stein sind vielleicht ein paar fossile, fremde Bakterien enthalten, und selbst das ist noch nicht mal klar.

MULDER: Wieso dann all die Mühe, ihn hierher zu bekommen? Ich glaube, was Alex Krycek uns verschafft hat ist das Beweisstück für ein viel größeres Komplott.

SCULLY: Was er uns verschafft hat, Mulder, ist ein Stein. Alex Krycek ist ein Lügner und Mörder.

MULDER: Der dieselben Männer wie wir bloßstellen will und vor nichts zurückschreckt.

SCULLY: Worüber ich mir Sorgen mache, sind Sie, Mulder. Wie weit werden Sie gehen? Und wie weit kann ich Ihnen folgen?

Sie sehen sich an. Mulder dreht sich um und geht.

NASA GODDARD

Dr. Sacks trägt einen Virenschutzanzug und sägt mit einer Kreissäge den Stein auf. Öl spritzt aus dem Stein heraus und Würmer aus Öl kriechen auf Sacks zu. Er schreit.

Scullys Auto

Mulder sitzt auf dem Beifahrersitz und telefoniert.

SKINNER aus einer Telefonzelle: Agent Mulder, wo sind Sie?

MULDER: Ich bin mit Scully unterwegs zur NASA.

SKINNER: Dann schlage ich vor, daß Sie umkehren und sofort zurückkommen. Ich weiß nämlich nicht, was ich der Polizei erklären soll.

MULDER: Was müssen Sie ihr denn erklären?

SKINNER: Die Polizei hat vor meinem Haus eine Leiche gefunden. Sie wollen jetzt mit jedem Bewohner reden. er hängt auf

MULDER: Bitte fahren Sie hier ran.

SCULLY: Was haben Sie vor?

MULDER: Ich nehme ein Taxi. Sie finden alles über den Stein raus. Rufen Sie mich an, wenn Sie was wissen. Steigt aus dem Auto aus.

Außerhalb von Skinners Apartmenthaus

Ein bedeckter Leichnam auf einer Trage, viele Polizisten, Gaffer etc. Skinner redet mit einem Detective.

SKINNER: Nein, ich war nicht zu Hause.

DETECTIVE: Und in welcher Etage wohnen Sie?

SKINNER: In der siebzehnten. Walter Skinner. Ich bin Stellvertretender Direktor beim FBI.

DETECTIVE: Oh. Ich bitte um Entschuldigung, aber ich habe von meinem Vorgesetzten die Nachricht bekommen, daß ein Mann von Ihrem Balkon hing.

Mulder schlüpft in das Haus hinter dem Rücken des Detectives. Skinner sieht ihn bedeutungsvoll an. Krycek wird von Mulder in Skinners Apartment gezogen. Krycek massiert sich die rechte Hand, die angekettet war.

MULDER: Wir verlassen jetzt das Haus, als sei nichts passiert. Wenn uns jemand anspricht, sagen Sie kein Wort.

KRYCEK: Ich hab kein Problem. Sie haben mich her gebracht und jetzt bin ich gespannt, wie Sie mich wieder rausbringen.

MULDER schlägt gegen Kryceks Stirn: So ein dämlicher Haarschnitt!

KRYCEK: Eins sag' ich Ihnen, Mulder. Wenn die rausfinden, wer der Tote da unten ist, dann ist bald klar, aus welcher Wohnung er geschmissen wurde.

MULDER: Wer ist es?

KRYCEK: Der Kerl mit der Diplomatentasche.

MULDER zieht Krycek mit sich: Gehen wir.

KRYCEK: Ich schlage vor, wir folgen der Tasche.

Mulders Handy klingelt.

MULDER: Ja?

SCULLY: Mulder, ich bin's. Hören Sie mir zu: was auch immer dieser Stein enthält ist offenbar tödlich.

MULDER: Was ist denn?

SCULLY: Dr. Sacks ist... ich, ich weiß nicht, Mulder, ich hab so etwas noch nie gesehen. Ich weiß nicht, ob er tot ist oder noch lebt.

MULDER: Dann sollten Sie das lieber rausfinden. Besorgen Sie mir bitte eine Adresse in New York. Sie werden Sie nur durchs FBI kriegen können.


UPPER WEST SIDE, NEW YORK CITY, 0:36 UHR

Flur vor Maritas Apartment. Mulder klopft an die Tür Nr. 22.

MARITA: Wer ist da?

MULDER: Fox Mulder.

MARITA öffnet die mit einer Kette gesicherte Tür ein Stück : Was wollen Sie hier?

MULDER: Ich brauche Ihre Hilfe.

MARITA: Woher wissen Sie, wo ich wohne?

MULDER: Aus der FBI-Datenbank. Tut mir leid, aber es ist sehr wichtig. Eine Diplomatentasche kam aus Rußland in die USA und zwei Männer sind tot. Ich will wissen wieso.

Marita nimmt die Kette weg. Die Tür öffnet sich ganz und Mulder geht hinein. Mulder döst in einem Sessel in Maritas Wohnzimmer.

MARITA am Telefon: Haben Sie den Zielflughafen? Und auf welcher Route kam sie her? Danke. sie kommt herein und kniet sich vor den dösenden Mulder Agent Mulder? Mulder schreckt auf. Die Diplomatentasche nahm den kleinen Umweg über Georgien aus der russischen Provinz Krasnoyarsk.

MULDER: Krasnoyarsk?

MARITA: Um genau zu sein flog sie in der Stadt Norilsk los.

MULDER: Das ist nördlich von Tunguska.

MARITA: Tunguska?

MULDER: Ja.

MARITA: Was suchen Sie denn?

MULDER: Mein Funktelefon. Ich buche sofort den nächsten Flug nach Krasnoyarsk.

MARITA: Ich kann Ihnen helfen, Agent Mulder.

MULDER: Mein Telefon zu finden?

MARITA: Nein. Mit falschem Ausweis. Diplomatenpass und entsprechenden Visa.

MULDER: Wieso? Wieso helfen Sie mir?

MARITA: Weil ich es kann. Und es gibt Leute unter uns, die glauben an Sie... sie glauben an Ihre Suche nach der Wahrheit.

MULDER: Wie lang wird es dauern?

MARITA: Die Zeit sollten Sie sich nehmen.

Mulder sieht auf seine Uhr. Es ist 3:12. Marita geht weg. Mulder wartet. Außerhalb von Maritas Apartmenthaus. Krycek schläft auf dem Beifahrersitz von Mulders Auto mit der linken Hand ans Lenkrad gekettet. Er wacht auf, als Mulder die Tür öffnet.

KRYCEK: Wo sind Sie gewesen?

MULDER: Ich habe Reisevorbereitungen getroffen. Er startet den Wagen. Die Uhr zeigt 3:15 Uhr.

KRYCEK: Wohin soll's gehen?

MULDER: Wir spüren der Tasche nach.

KRYCEK: Und Sie weihen mich nicht ein?

MULDER schlägt ihm ins Gesicht: Nein. Er fährt los.

NASA-Goddard

Scully und Pendrell sind in Virenschutzanzügen. Pendrell sieht nicht sehr glücklich aus.

PENDRELL: Das sind Stufe 4 Anzüge. Genauso einen trägt er auch.

SCULLY: Kontamination ist nur bei einem Leck oder bei einem Druckverlust möglich. Also, was ihm passiert sein mag, den Anzug hat es vermutlich nicht durchdrungen.

PENDRELL: Und was könnte passiert sein?

SCULLY setzt den Helm auf: Das wissen wir erst, wenn wir hineingehen und es uns ansehen.

Sie betreten das Labor, in dem Dr. Sacks ist. Sie gehen durch eine Luftschleuse und hängen sich die Luftschläuche an die Anzüge.

SCULLY: Der ganze Anzug ist von einer Art Film überzogen.

PENDRELL: Sieht beinahe so aus, als ob das beim Sägen dieses Steins entstanden wäre.

Sie starren Sacks an. Er bewegt sich.

SCULLY: Du meine Güte! Dieser Mann lebt ja!

PENDRELL: Unmöglich. Er atmet nicht.

SCULLY: Nein, ich denke doch. Er scheint in einem komaähnlichen Zustand oder in einer Art somatischer Starre zu befinden.

PENDRELL: Durch was?

SCULLY: Ich weiß nicht. Keine Ahnung, aber wir müssen ihn unbedingt hier rausholen.


JFK INTERNATIONAL AIRPORT, NEW YORK CITY

Mulder fährt auf den Langzeit-Parkplatz und parkt das Auto. Er dreht sich um, sieht Krycek an, steigt dann aus und läßt ihn angekettet am Lenkrad sitzen.

KRYCEK: Mulder, Sie können mich doch nicht...

MULDER: Ich laß das Fenster offen. Wenn ich in einer Woche nicht zurück bin, ruf ich Agent Scully an, damit sie Ihnen ein bißchen Wasser bringt.

KRYCEK: Mulder! Mulder, Sie können mich doch nicht einfach hierlassen!

Mulder hält an. Krycek schreit weiter auf Russisch. Mulder dreht sich um und sieht zurück.

MULDER geht zum Wagen zurück und beugt sich vor, um durch das Fenster zu sehen: Wie nannten Sie mich?

KRYCEK: Was?

MULDER: Sie haben mich doch beschimpft.

Krycek beschimpft ihn auf Russisch und spuckt ihn an.

MULDER lächelt: Sie sprechen Russisch, Krycek?

KRYCEK: Meine Eltern sind auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges immigriert, was geht Sie das an?

Mulder nickt und lächelt.


CHARLOTTESVILLE, VIRGINIA

Die Pferdefarm des Well-Manicured Man. Er steht an einem Geländer und sieht einer jungen Frau beim Reiten zu. Ein großer, grauer Sedan fährt vor und der Raucher steigt aus.

WMM: Da haben Sie aber ein Stück fahren müssen.

RAUCHER: Es wäre hilfreich, wenn Sie ein Telefon hätten.

WMM: Ich komme hier her, weil es hier keine Telefone gibt. Was ist denn?

RAUCHER: Unser Kurier ist tot.

WMM: Ja, soweit ich weiß, hat man ihn aus dem Fenster geworfen. Kann uns das möglicherweise schaden?

RAUCHER: Nein, natürlich nicht. Die nötigen Schritte, um alles abzustreiten sind eingeleitet.

WMM: Was führt Sie denn dann hierher?

RAUCHER: Gestern Abend, hat laut Computer der CIA, ein Mann auf dem Flughafen von New York mit UN Papieren einen Flug nach Krasnoyarsk in Russland gebucht.

WMM: Und wer war das?

RAUCHER: Das können wir bis jetzt noch nicht mit Bestimmtheit sagen, aber so wie dieser Mann beschrieben wird, war es wohl Fox Mulder.

WMM: Sie Vollidiot, Sie verdammter Vollidiot! Das hätte unbedingt verhindert werden müssen.

RAUCHER: Aber das können wir doch immer noch. Sie kennen meine Fähigkeiten in Krisenzeiten.

WMM: Was hier auf dem Spiel steht, ist Ihnen wohl gar nicht klar. Auf welcher Ebene das ausgetragen werden muß. Das erfordert mehr als jemanden nur aufs Korn zu nehmen. er geht weg, der Raucher sieht ihm nach und raucht

SKINNERS BÜRO

Skinner sitzt an seinem Schreibtisch, Scully sitzt ihm gegenüber mit einem Brief in der Hand.

SCULLY: Senator Sorenson will uns sehen?

SKINNER: Genau das bedeutet eine Vorladung normalerweise.

SCULLY: Ja, aber warum lädt er uns vor?

SKINNER: Da kann ich nur raten, aber weil ich zusammen mit Ihnen und Agent Mulder vorgeladen worden bin, glaube ich, daß es um etwas ernsthafteres geht, als das, wovon ich schon weiß. Scully sieht zu Boden Um wie viel ernsthafter, Scully?

SCULLY: Das ist schwer zu sagen.

SKINNER: Um ernsteres als die Beherbergung eines Straftäters? Was ist mit Agent Mulder, was weiß er?

SCULLY: Agent Mulder ist unterwegs, um Antworten zu finden, Sir.

SKINNER: Und wo?


TUNGUSKA, SIBIRIEN, RUSSLAND

Ein Lieferwagen fährt eine matschige Straße entlang. Er hält an. Mulder und Krycek, die auf der Ladefläche gesessen haben, steigen ab. Krycek redet mit dem Fahrer auf Russisch.

KRYCEK zu Mulder: Er sagt noch ungefähr fünf Kilometer durch diesen Wald.

MULDER: Gehen wir.

KRYCEK: [Danke.] Er schlägt dem Fahrer auf die Schulter und er und Mulder gehen durch den Wald.

Mulder und Krycek knien auf dem Boden und graben eine Vertiefung unter dem Stacheldraht.

KRYCEK: Sie wollen mich immer noch nicht einweihen, nicht wahr? schlägt auf den Boden Was machen wir hier, Mulder?

MULDER sieht ihn an und gräbt weiter: 30. Juni 1908. Tungusische Ureinwohner und russische Pelzhändler sehen am Himmel des Südöstlichen Sibirien einen Feuerball zu Boden fallen. Als er in die Atmosphäre eintrat, gab es eine Reihe von verheerenden Explosionen, die seitdem als das größte kosmische Ereignis der Zivilisation gelten. Zweitausend Mal so stark wie die Bombe, die auf Hiroshima abgeworfen wurde.

KRYCEK: Was war das?

MULDER: Es wurde spekuliert, es wäre der Teil eines Kometen oder ein Asteroid oder ein Klumpen Antimaterie. Durch die Druckwelle wurden alle Bäume im Umkreis von 2000 Kilometern gefällt. Und man fand nie irgendwelche Hinweise mit deren Hilfe man beweisen konnte, was es war. Klettert unter dem Stacheldraht durch. Dreht sich zu Krycek um und sieht ihn an. Ich fürchte, jemand hat sie jetzt doch gefunden. Und es handelt sich dabei um etwas, daß sich niemand hätte träumen lassen. Mulder dreht sich um und geht auf den Hügel zu, ohne sich zu vergewissern, ob Krycek ihm folgt. Krycek sieht sich um, zögert einen Moment und klettert dann auch unter dem Zaun durch und folgt Mulder.

Mulder und Krycek rennen einen Hügel herunter, legen sich flach nebeneinander auf den Boden. Mulder zieht ein Fernglas heraus.

KRYCEK: Was machen die da?

MULDER sieht durch das Fernglas Männer die mit Spitzhacken im Boden graben und Aufseher mit Peitschen auf Pferden: Das sieht nach einem Bergwerk aus. Ein Mann mit einer Schubkarre fällt hin und wird ausgepeitscht. Ich glaube nur nicht, daß das Bergleute sind. Man hört Pferde. Mulder und Krycek sehen sich um. Laufen Sie!

Sie rennen in verschiedene Richtungen, Russen auf Pferden verfolgen sie. Krycek fällt einen Hügel hinab und ist dann von Russen umringt. Mulder wird von einer Peitsche zu Boden gebracht und ist auch von Russen umringt.

Mulder liegt in einer Zelle. An seiner Schläfe ist Blut und er hat keine Jacke mehr an. Eine Stimme flüstert auf Russisch. Mulder setzt sich auf, lehnt sich gegen die Wand und wischt Blut aus seinem Gesicht.

MULDER: Ich versteh aber kein Russisch.

GEFANGENER: Dann hat Ihnen das auch niemand gesagt.

Mulder steht auf. In der Wand ist ein kleines Loch durch das er den anderen Gefangenen sehen kann, jedenfalls seine Augen.

MULDER: Was hat mir niemand gesagt?

GEFANGENER: Daß Sie hergebracht wurden, um zu sterben. Um sich zu wünschen, Sie wären schon tot.

MULDER: Ich bin nicht gebracht worden. Ich bin hergekommen, weil ich auf der Suche nach etwas war.

GEFANGENER: Das einzige, daß Sie hier finden werden ist Leid und ein qualvoller Tod.

MULDER: Was ist das für ein Ort?

GEFANGENER: Dieser Ort ist ein Gulag. Ein Ort, wo die Schuldigen über die Unschuldigen regieren.

Die Zellentür öffnet sich. Zwei Wachen stehen davor, die Krycek in die Zelle führen. Sie werfen ihn auf den Boden. Er steht auf und schreit etwas auf Russisch. Die Wachen antworten, schließen dann die Tür ab. Krycek wirft sich gegen die Tür.

KRYCEK: Wir müssen hier unbedingt raus. sieht Mulder an Die werden uns foltern. geht durch die Zelle zu dem vergitterten Fenster und rüttelt daran.

MULDER: Woher wollen Sie das wissen?

KRYCEK: Die haben mich verhört. Hört mit den Fenstern auf und geht zu Mulder. Die wollten, daß ich gestehe.

MULDER: Und was?

KRYCEK: Daß ich ein Spion wäre.

MULDER: schiebt Krycek gegen eine Wand, den Arm gegen seinen Hals gedrückt Was haben Sie ihnen gesagt?

KRYCEK: Daß wir nur dämliche Amerikaner wären, die sich verlaufen hätten. Sie starren sich an. Mulder, Sie werden mich hier drinnen noch brauchen. Schiebt Mulders Arm von seinem Hals weg. Fassen Sie mich nie wieder an. Sie starren sich an. Mulder dreht sich schließlich um. Krycek geht wieder zu den Fenstern.

HAUPTGEBÄUDE DES SENATS

Scully und Skinner sind in Senator Sorensons Büro.

SENATOR SORENSON: Ah, Agent Scully und Mr. Skinner. Danke, daß Sie gekommen sind.

SKINNER schüttelt ihm die Hand: Es dürfte schwierig sein, die Einladung eines Kongreßmitglieds abzulehnen, Senator.

SENATOR SORENSON: Bitte, nehmen Sie Platz. Ist Ihnen eigentlich klar, welche Strafen auf Behinderung der Justiz stehen?

SCULLY: Ist das eine rhetorische Frage, Sir?

SENATOR SORENSON: Wissen Sie eigentlich, warum ich Sie heute hergebeten habe?

SKINNER: Wir haben da so eine Ahnung, Senator.

SENATOR SORENSON: Wir prüfen den Todesfall dieses Mannes, der vor Ihrem Wohnhaus lag, Mr. Skinner, und daraus ergeben sich ein paar beunruhigende Fragen.

SKINNER: Und die wären?

SENATOR SORENSON: Zum Beispiel, was hatte dieser Mann auf Ihrem Balkon zu suchen, bevor er da heruntergefallen ist. Skinner und Sorenson sehen sich gegenseitig intensiv an. Es war doch Ihr Balkon, nicht wahr, Mr. Skinner? Der Blick wird intensiver. Ein Meineid ist ein sehr ernsthaftes Vergehen, besonders für einen FBI-Agenten.

SCULLY: Wir beabsichtigen einen vollständigen Bericht darüber abzugeben, Sir, sobald wir verstanden haben, was wir eigentlich untersuchen.

SENATOR SORENSON: Und was Agent Mulder angeht, können Sie mir erklären, warum er es nicht für nötig gehalten hat, heute hier zu erscheinen?

SCULLY: Agent Mulder ist unterwegs, Sir, er sucht nach Antworten auf die Fragen, die von Ihnen gestellt wurden.

SENATOR SORENSON: Und wo sucht er diese Antworten? Scully sieht Skinner an. Agent Scully?

Die Zelle im Gulag

Eine Stimme ruft "Essen" auf Russisch. Schüsseln mit gelber Suppe werden durch einen Eingang in der Tür geschoben. Krycek trinkt aus einer und reicht Mulder die andere. Mulder nimmt einen Schluck und spuckt ihn dann aus. Er zieht eine große, sich windende Kakerlake aus der Suppe. Er zeigt sie Krycek und beide schmeißen ihre Schüsseln auf den Boden. Die Tür öffnet sich und ein Wächter kommt schreiend herein. Er zieht Krycek hoch und will ihn anscheinend zusammenschlagen bis Krycek auf Russisch auf ihn einredet.

MULDER: Was haben Sie gesagt?

KRYCEK: Daß ich seinen Vorgesetzten sprechen will.

Die Wache und Krycek reden noch mal kurz auf Russisch, dann führt die Wache ihn aus der Zelle. Krycek hält an und dreht sich zu Mulder um.

KRYCEK zu Mulder: [Aufwiedersehen] er geht, die Tür schließt sich und Mulder dreht sich um.

GEFANGENER: Dieser Mann ist nicht Ihr Freund. Er spricht anders mit den Wachen. Er spricht mit Ihnen, als ob sie gleichgestellt wären. Sie werden getäuscht.

MULDER: Wer sind Sie?

GEFANGENER: Ein Gefangener, wie Sie, aber ich habe kein Verbrechen begangen.

MULDER: Warum sind Sie hier?

GEFANGENER: Um zu arbeiten. Wie die anderen. Und wie sie, werde ich bei dem Experiment sterben, wenn sie keine Verwendung mehr für mich haben.

MULDER: Was für ein Experiment?

Die Tür öffnet sich wieder. Ein russischer Arzt kommt mit Wachen herein. Sie halten Mulder auf dem Boden und der Arzt injiziert etwas in Mulders Hals.

MULDER: Nein! Warten Sie! Nein! Ah!

Mulder liegt auf einem Tisch unter Maschendraht. Es stehen noch viele andere Tische mit Männern darauf in dem Raum. Eine Wache geht auf und ab und der Arzt beaufsichtigt das ganze. Man hört Schreie. Ein Rohr über Mulders Gesicht läßt eine schwarze, ölige Flüssigkeit auf ihn niedergehen. Schwarze, ölige Würmer kriechen auf seine Nase zu und unter seine Haut. Seine Augen werden schwarz.

FORTSETZUNG FOLGT...

Mitgeschrieben von:

  • Autor: Yvi (Special_Agent_Yvi@gmx.net)

Ursprünglich veröffentlicht auf dana d.'s Home. Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

  • Betalesung: spooky17 (spooky17@gmx.de)
  • Korrektur: CayceP