3X20 Andere Wahrheiten (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


3X20 Andere Wahrheiten
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

KLASS COUNTY; WASHINGTON


Ein Raumschiff schwebt von oben auf uns zu... nein es ist nur eine Arbeitsbühne eines Elektrikers von unten gesehen. Der Elektriker Roky Crikenson, welcher mit dem Lift zu den Leitungen hinauffährt, telefoniert.

ROKY CRIKENSON: Ja, hier ist Roky. Ich habe alle Leitungen kontrolliert. Ich hab keine Ahnung, warum der ganze Strom hier draußen weg ist. Ich muß noch mal zurückfahren und ein paar Prüfgeräte holen. Ja... ja, davon brauch ich mehrere. In Ordnung.

Ein Wagen fährt vorüber. Ein Junge und ein Mädchen sind auf den Vordersitzen, der Junge fährt.

HAROLD LAMB: Ähm... krieg bitte keine Angst, aber... ich fürcht, ich hab mich in dich verliebt. Sie lächelt. Du bist alles woran ich denken kann. Ich bin verrückt nach dir.

CHRISSY GIORGIO: Harold, ich mag dich auch sehr, aber das war unser erstes Date. Ich glaube, daß wir noch ein bißchen mehr Zeit brauchen, um uns kennenzulernen. Der Wagen verlangsamt und macht schließlich halt. Was ist passiert?

Er versucht, den Motor zu starten. Plötzlich blendet ein helles Licht von oben. Chrissy kreischt. Ein Raumschiff schwebt hinunter. Harold versucht verzweifelt, den Motor zu starten.

HAROLD LAMB: Oh Gott... oh...

Zwei Wesen nähern sich dem Wagen von vorne. Sie sehen wie die klassischen grauen Außerirdischen aus.

CHRISSY GIORGIO: Harold, was sind das für Kerle?

HAROLD LAMB: Woher soll ich denn das wissen?

Die zwei Außerirdischen nähern sich von beiden Seiten dem Wagen. Die zwei Teenager starren je den auf ihrer Seite an und kippen zur Seite. Ihre Augen bleiben offen, doch sie sind völlig weggetreten. Wir sehen den Kopf des Außerirdischen auf der Seite von Harold, dann greift seine Hand nach ihm. Die Außerirdischen ziehen die beiden zum Raumschiff zurück. Man hört ein schrilles Geräusch, als ein anders aussehendes Raumschiff hinunter schwebt, welches einen roten Lichtstrahl hinunter sendet. Die Außerirdischen drehen sich erschrocken um und legen die Körper auf den Boden. Ein fürchterlich aussehender Riese springt hinunter und stampft langsam auf sie zu, während er bedrohlich knurrt und brüllt. Er stoppt vor ihnen und brüllt sie an. Der Außerirdische, welcher Chrissy getragen hat, schaut den anderen an...

ALIEN 1: Jack... was ist das für ein Ding?

ALIEN 2: Woher zum Teufel soll ich das wissen?

Der Riese brüllt.

Vorspann.


MULDERS BÜRO
FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON, D.C.


Wir sehen Mulders "I WANT TO BELIEVE" Poster. Zuerst von ganz nahe, dann entfernen wir uns davon und sehen Jose Chung, einen berühmten Schriftsteller und Philosoph.

JOSE CHUNG: Ich habe mir früher nie viele Gedanken darüber gemacht. Wahrscheinlich, weil ich mich selbst immer als Außenseiter gefühlt hab. Deswegen habe ich den Gedanken an irgendwelche Lebensformen von... anderen Planeten eigentlich überhaupt nicht... in Erwägung gezogen.

Anm. Michelle: "Außenseiter" und "Außerirdischer" heisst im Original beides "Alien".

SCULLY: Dieser Gedanke wäre mir auch nie gekommen, bevor ich anfing mich durch meine Arbeit damit zu beschäftigen.

JOSE CHUNG: Ja; also, wenn ich Sie da richtig verstehe, ist... ihr Partner... der eigentliche Experte?

SCULLY: Ja, und ich fürchte, ich muss mich dafür entschuldigen, daß er sich weigert, mit ihnen zu sprechen, Mr. Chung, aber... ich muß zugeben, daß ich vermutlich selbst so gehandelt hätte, wenn ich Sie nicht so sehr für ihre Arbeit bewundern würde. "Der einsame Buddha" ist einer meiner Lieblingsromane.

JOSE CHUNG: Oh!

Er grinst verlegen.

JOSE CHUNG: Also, bisher dacht ich ja bloß Sie wären eine hübsche Intelligenzbestie. Doch jetzt haben Sie auch noch guten Geschmack bewiesen.

Sie lächelt, während er um den Schreibtisch läuft und sich setzt.

SCULLY: Wieso schreiben Sie eigentlich ein Buch über außerirdische Entführungen, wenn Sie das Thema gar nicht so sonderlich interessiert?

Sie setzt sich ihm gegenüber.

JOSE CHUNG: Ehrlich gesagt hatte mein Verleger die Idee. Zuerst hatte ich wenig Lust dazu. Doch dann wurde mir klar, daß ich dadurch die Möglichkeit hatte, ein völlig neues literarisches Genre zu schaffen... die Non-Fiction Science Fiction... Und allein schon dieser Aufhänger wird garantieren, daß es auf der Bestsellerliste landet. Kurz gesagt - um ihre Frage zu beantworten - ich mach's wegen Geld...

SCULLY: Na ja, solange Sie versuchen, trotzdem die Wahrheit aufzuzeichnen...

JOSE CHUNG: Oh Gott, nein, wie sollte mir das wohl gelingen?

SCULLY: Wie meinen Sie das?

JOSE CHUNG: Ich bin drei Monate in Klass County gewesen und alle haben dort eine andere Version von dem, was wirklich passiert ist. Die Wahrheit ist so subjektiv wie die Wirklichkeit. Das erklärt, glaub ich, auch, warum Leute, wenn sie über ihre "UFO-Erfahrungen" reden, daß sie dann immer anfangen mit "Also ich weiß ja, wie verrückt sich das anhören wird..., aber..."

SCULLY: Dann sind Sie also hier, um meine Version der Wahrheit zu hören?

Er fasst ihre Hand.

JOSE CHUNG: Ganz genau. Er nimmt seinen Stift und setzt zum schreiben an. Also, wann haben Sie das erste Mal von diesem Fall erfahren?

SCULLY: Na ja... nicht sofort natürlich. Ähm... es war im Grunde nicht genug Zeit dazwischen, um es für einen Vermisstenfall zu halten, bevor das Mädchen am nächsten Tag gefunden wurde.


KLASS COUNTY; WASHINGTON


Der Wagen steht am Straßenrand. Scully spricht im Voiceover. Chrissy sitzt mit einem leeren Ausdruck im Gesicht da.

SCULLY: Sie litt an einem Phänomen, was mein Partner "verlorene Zeit" nennt. Sie konnte sich an nichts aus der vorangegangenen Nacht erinnern, auch nicht, wie sie dorthin kam, wo sie gefunden wurde. Ihr Körper wies Spuren von Misshandlungen auf und sie hatte ihre gesamte Kleidung verkehrt herum an.

Chrissy spielt mit einem Knopf auf ihrer Bluse, welche sie verkehrt herum anhat. Schnitt zum Büro.

JOSE CHUNG: Na ja, ich habe auch schon einige solcher Morgende erlebt. Tja, aber das sind wohl die Charakteristika von jemandem, der von eh... Er hebt den Finger und blättert eine Seite zurück in seinem Notizbuch. Bevorzugen sie die Bezeichnung "Entführter" oder "Erfahrener"?

SCULLY: Eigentlich bevorzuge ich keine davon, aber mein Partner nennt sie "Entführte".

JOSE CHUNG: Ich bevorzuge die andere Bezeichnung. Er beugt sich zu ihr hin und flüstert. "Ich hatte gerade eine kleine außerirdische Erfahrung." Das klingt besser als "Ich bin gerade entführt worden."

Er zeigt mit seinem Stift zu ihr hin und beginnt zu schreiben.

SCULLY: Bei ihr wurde zuerst aber nichts davon angenommen. Sie schien mehr das Opfer einer Vergewaltigung zu sein als irgend etwas anderes. Schnitt zu Chrissys Schlafzimmer, wo sie schläft. Scully im Voiceover. Sie wurde gründlich untersucht und ihre Aussage zu Protokoll genommen. Später in dieser Nacht erhielt sie ihren... Besuch.

Chrissy wacht langsam auf und merkt, daß ihre Nase blutet. Das Blut tropft auf das Kopfkissen. Sie hebt den Kopf und erschrickt, da ihr ein grauer Außerirdischer entgegenblickt. Sie schreit und zündet das Licht an. Wir sehen nun, daß der "Außerirdische" ihre Plüschkatze ist. Sie stösst die Katze mit den Füssen quer durch den Raum. Als sie ein Klicken hört, schaltet sie das Licht wieder aus. Sie hat wieder Angst. Als sie aus dem Fenster schaut, sieht sie einen riesigen Schatten, welcher wie der von einem Außerirdischen aussieht. Doch es ist der Schatten von Harold, der sich gerade vom Haus entfernt. Sie öffnet das Fenster.

HAROLD LAMB: Oh, Chrissy, Gott sei dank, daß es dir gut geht.

CHRISSY GIORGIO: Wie kannst du es wagen hierher zu kommen!

HAROLD LAMB: Ich hab doch alles getan, was ich konnte.

CHRISSY GIORGIO: Als ob ich das nicht wüsste, du Mistkerl.

HAROLD LAMB: Chrissy! Kannst du dich denn nicht mehr erinnern?

Unter dem Zimmer von Chrissy gehen die Lichter an.

VATER: Wer zum Teufel ist da draußen, verdammt noch mal?

HAROLD LAMB: Chrissy! Ich liebe dich!

Er rennt weg. Scully beginnt wieder, im Voiceover zu sprechen.

SCULLY: Der Vater des Mädchens unterrichtete die Polizei, die den Jungen bei sich zu Hause festnahm.

Harold sitzt auf einem Stuhl im Verhörzimmer. Detective Manners schreitet durch den Raum, ein anderer Mann sitzt Harold gegenüber.

HAROLD LAMB: Wir... sind von Außerirdischen entführt worden.

MANNERS: Das klingt nicht sehr überzeugend.

HAROLD LAMB: Es kommt mir alles so verrückt vor; und ich weiß nicht, wieso sich Chrissy nicht mehr daran erinnert.

MANNERS: Sind Sie bereit, sich einem Lügendetektortest zu unterziehen, um zu beweisen, daß Sie von Außerirdischen entführt worden sind?

HAROLD LAMB: Ja, das bin ich.

MANNERS: Na, das find ich aber schade! Denn ich brauche keinen Lügendetektortest, um zu wissen, daß das einzige, was Sie entführt hat ihre wildgewordenen Hormone waren, Sie Mistkerl!

Harold dreht langsam den Kopf nach unten. Jose und Scully sprechen im Voiceover.

JOSE CHUNG: Aber er hat den Test gemacht... und ihn bestanden?

SCULLY: Und er ist bei seiner Geschichte geblieben... bis wir dort eintrafen.

Man sieht immer noch Harold, wie vorhin, doch jetzt sitzt ihm Scully gegenüber und Mulder läuft durch den Raum.

HAROLD LAMB: Wenn sie sagt, ich hätte sie vergewaltigt, dann werd' ich das wohl gemacht haben.

MULDER: Sie scheinen sich da nicht ganz sicher zu sein.

HAROLD LAMB: Es kommt mir alles so verrückt vor und ich weiß nicht, warum Chrissy das auf diese Weise in Erinnerung hat.

MULDER: Wären Sie bereit, durch den Lügendetektortest feststellen zu lassen, ob Sie sie vergewaltigt haben?

Harold schaut immer nur auf den Tisch.

HAROLD LAMB: Nein, das bin ich nicht.

MULDER: Das ist aber bedauerlich. Denn die nächste Vergewaltigung, die Sie erleben, wird vermutlich Ihre eigene sein... im Gefängnis.

Harold schaut Mulder an, dann senkt er aber den Blick wieder. Scully im Voiceover.

SCULLY: Damit wäre unser Verhör eigentlich beendet gewesen, aber Mulder wollte unbedingt auch das Mädchen befragen.

Chrissy sitzt Mulder gegenüber. Scully lehnt sich gegen die Wand neben der Tür. Chrissys Eltern sitzen im Hintergrund.

MULDER: Haben Sie irgendwelche Schlafstörungen? Leiden Sie vielleicht auch unter Muskelschmerzen? Und Sehproblemen? Nasenbluten? Wenn Sie einen ganz speziellen Gegenstand betrachten, trifft Sie dann plötzlich wie der Blitz die Erkenntnis, daß Sie etwas anderes sehen? Wie das Gesicht eines Außerirdischen?

CHRISSY GIORGIO: Ja!

Mulder dreht sich langsam zu den Eltern um und spricht dann mit ihnen, wir können es aber nicht hören. Scully verdreht die Augen. Scully spricht wieder im Voiceover.

SCULLY: So kam mein Partner zu der Überzeugung, daß sie an dem litt, was er ein "Post-Entführungssyndrom" nennt.

JOSE CHUNG: Sie glauben also nicht an dieses Syndrom?

SCULLY: Ich glaube, daß jede Art Stress all diese physischen Leiden verursachen kann. Jedenfalls hat Mulder das Mädchen und ihre Eltern überredet, sie hypnotisieren zu lassen.

Mulder dreht sich wieder zu Chrissy. Schnitt zu Scully und Chung.

JOSE CHUNG: Und was ist ihre Meinung in Bezug auf Hypnose?

SCULLY: Ich weiß, daß sie einen therapeutischen Wert hat, aber es ist nie bewiesen worden, daß sie die Erinnerungen verbessern könnte. Sie verschlechtert sie sogar in Wirklichkeit, weil die Leute in diesem Zustand doch eher zu gemütlichem Geplauder neigen.

JOSE CHUNG: Als ich damals recherchiert habe für mein Buch "Der Caligarische Kandidat"...

SCULLY: Einer der grössten Thriller die je geschrieben wurden.

JOSE CHUNG: Oh... Er grinst. Danke schön. Da war ich höchst erstaunt, als ich herausfand, daß die CIA-Leute, während sie ihre Bewusstseins-Überwachungsexperimente durchführten, damals in den Fünfzigern, keine Ahnung davon hatten, wie Hypnose wirkt...

SCULLY: Hmm.

JOSE CHUNG: Oder... was sie ist.

SCULLY: Das weiß immer noch keiner.

JOSE CHUNG: Und dennoch, als Geschichtenerzähler, hat mich fasziniert, wie der Bewusstseinszustand von so gut wie allen Menschen derartig transformiert werden kann, von keinem anderen Zauber als dem Hören auf Worte. Dem bloßen Hören auf Worte.

Schnitt zum Verhörzimmer. Dr. Fingers sitzt nun Chrissy gegenüber, Chrissys Eltern immer noch im Hintergrund wie vorher. Manners und Mulder stehen, Scully lehnt sich immer noch an die Wand wie vorhin. Dr. Fingers Stimme ist sehr langsam und beruhigend. Chrissy sitzt mit geschlossenen Augen in einem Lehnstuhl.

FINGERS: Sie fühlen sich jetzt sehr schläfrig, und entspannt, während Ihr Körper nun langsam tiefer und tiefer in einen Zustand friedlicher Entspannung gleitet. Reagieren Sie bloß noch auf den Klang meiner Stimme. Sie öffnet die Augen und sieht den Raum verzerrt. Ihre Augen zittern, da sind alle Personen im Raum durch Außerirdische ersetzt. Einer hält immer noch die Kaffeetasse von Manners, sie leuchtet nun. Der Mund des Außerirdischen, welcher Fingers ersetzt, bewegt sich nicht, während er spricht. Chrissy? Können Sie sich erinnern, wo Sie sind?

Chrissy ist an einen Glastisch angemacht, welcher schiefgestellt ist, etwa so schief wie ihr Lehnstuhl. Auf dem Tisch verlaufen horizontale und vertikale Linien. Sie und Fingers sprechen im Voiceover.

CHRISSY GIORGIO: Ich bin irgendwo... in einem Raumschiff... umgeben von Außerirdischen.

FINGERS: Wie sehen diese Außerirdischen aus?

CHRISSY GIORGIO: Sie sind klein... aber ihre Köpfe und Augen sind groß. Sie sind grau.

FINGERS: Sind Sie allein dort?

Sie schaut nach links und sieht Harold auf einem ähnlichen Tisch, jedoch nicht schiefgestellt, sein Kopf zeigt auf die andere Seite.

CHRISSY GIORGIO: Nein, Harold liegt auf einem anderen Tisch, aber er scheint irgendwie weggetreten zu sein... als sei er nicht wirklich da.

Wir sehen nun die Wirklichkeit, das Verhörzimmer, auf dem Tisch befinden sich Donuts und Kaffee.

FINGERS: Und was tun die Außerirdischen jetzt?

CHRISSY GIORGIO: Es scheint fast, als ob sie... sich streiten würden. Ich kann sie zwar hören, aber nicht verstehen, was sie sagen. Die Außerirdischen sprechen unverständlich. Der "Scully"-Außerirdische läuft nach vorn zum "Mulder"-Außerirdischen. Sie und Fingers sprechen immer noch im Voiceover. Bis auf den Anführer. Den kann ich verstehen.

FINGERS: Wenn der Anführer mit ihnen redet, bewegt sich dann sein Mund?

CHRISSY GIORGIO: Nein. Sie beginnt zu weinen. Aber ich höre ihn in meinem Kopf.

FINGERS: Und was sagt er?

CHRISSY GIORGIO: Er sagt mir, daß das zum Wohle meines Planeten wäre, aber...

FINGERS: Aber was?

CHRISSY GIORGIO: Ich mag nicht, was er tut. Es ist, als wäre er in meinem Geist, als... als stehle er mir meine Erinnerungen.

Mulder schaut zu Scully. Später wird Chrissy aus dem Raum geführt.

MULDER: Die Beschreibung der Außerirdischen, die Untersuchungen, die Geistabtastung, die Anwesenheit eines anderen Menschen, der abgeschaltet wirkt, das ist alles charakteristisch für eine typische Entführung.

SCULLY: Das ist mein Problem damit, Mulder. Es ist alles etwas zu typisch. Die Entführungssaga ist mittlerweile so verbreitet in unserer Gesellschaft, daß Sie irgendjemanden bitten können, sich vorzustellen, entführt worden zu sein, und er nennt Ihnen ein identisches Szenario.

MULDER: Ja, wenn es nur ein Mensch wäre, Scully, aber wir haben hier zwei, und jeder bestätigt die Geschichte des anderen.

Manners kommt auf sie zu.

MANNERS: Na, herzlichen Dank auch! Diesen Fall haben Sie ja hübsch aufgebläht.

Schnitt zur Gegenwart.

SCULLY: Aber natürlich hat er nicht "aufgebläht" gesagt, sondern...

JOSE CHUNG: Ich bin durchaus vertraut mit Detective Manners reichlich blumiger Ausdrucksweise.

Schnitt zurück zum Verhörzimmer.

MULDER: Werden Sie den Jungen noch festhalten?

MANNERS: Darauf können Sie aber Ihren aufgeblähten Hintern verwetten.

MULDER: Das Opfer scheint aber sein Alibi zu bestätigen.

MANNERS: Das tut sie durchaus nicht. Die Geschichten dieser jungen Leute könnten überhaupt nicht verschiedener sein.

Er läuft weg. Scully reibt sich das Gesicht.


UNBEKANNTER ORT

Harold sitzt in einer kleinen Zelle. Man hört das Echo von Schreien durch den ganzen Raum. Der Raum scheint kein Ende zu haben, alles bedeckt von kleinen Gefängniszellen. Er fasst einen Gitterstab, zieht die Hand aber schnell wieder zurück vor Schmerz. Von anderen Stäben springen Funken. Er schaut zu Chrissy hinunter, welche in derselben Zelle ist und schläft.

HAROLD: Chrissy! Chrissy! Er schaut zu einem grauen Außerirdischen hinüber in der nächsten Zelle. Was wollen Sie denn von uns? Der Außerirdische schaut ihn an. Harold wird nun lauter. Was wollen Sie denn von uns?!

Schnitt zum Verhöhrzimmer.

MULDER: Wie hat der Außerirdische darauf reagiert?

HAROLD LAMB: Na ja... er hat nichts weiter getan als...

Schnitt zum Außerirdischen zurück. Harold im Voiceover. Der Außerirdische führt eine Zigarette zum Mund und nimmt einen Zug. Harold starrt ihn nur an. Chrissy wacht auf und schaut zum Außerirdischen hin.

CHRISSY GIORGIO: Was... was ist denn passiert?

HAROLD LAMB: Keine Sorge, das kommt schon wieder in Ordnung. Ich werde dich beschützen, Chrissy. Ich werde nicht zulassen, daß dir irgendwas zustösst.

Das Dach der Zelle öffnet sich und ein helles Licht blendet die beiden. Man hört wieder das Knurren des Riesen. Chrissy schreit, während sie hinaufgezogen wird. Das Dach schliesst sich wieder. Ihre Schreie entfernen sich. Schnitt zum Verhöhrzimmer.

MULDER: Und was hat der andere Außerirdische, der Graue, gemacht, während all das geschah?

HAROLD LAMB: Er hat einfach nur... geredet.

MULDER: Telepathisch?

HAROLD LAMB: Nein, er redete laut. Er hat immer und immer das gleiche gesagt.

Schnitt zum Außerirdischen in der Zelle. Er sitzt, stützt seinen Kopf mit den Händen und bewegt sich nach vorn und zurück. An der Stimme erkennt man, daß es derselbe Außerirdische ist, welcher bei der Anfangsszene Chrissy getragen hat.

ALIEN 1: Das hier kann gar nicht passieren. Das hier kann gar nicht passieren. Das hier kann gar nicht passieren. Das hier kann gar nicht passieren...

HAROLD LAMB: Warum kannst du nicht endlich die Klappe halten?

Das Dach öffnet sich wieder, nun wird auch Harold hinaufgezogen, der Riese knurrt und brüllt. Nein! Neiiin! Neiiiiin!

Die Decke schliesst sich wieder.

ALIEN 1: Das hier kann gar nicht passieren. Das hier kann gar nicht passieren.

Schnitt zum Verhöhrzimmer.

HAROLD LAMB: Wo ich hingebracht wurde, weiß ich nicht. Ich war nämlich die ganze Zeit wie erstarrt... und hatte Schmerzen.

Er hält die Fäuste vors Gesicht, um zu zeigen, wie er die Schläge abgewehrt hat.

MULDER: Weil der andere Außerirdische irgendwelche Tests an Ihnen durchführte, die weh getan haben?

HAROLD LAMB: Nein... nein, es war wie... als wenn man als Kind einem Käfer grundlos die Beine ausreißt... und ich war der Käfer. Na jedenfalls... erinnere ich mich, daß ich plötzlich draußen war. Als wär' ich durch die Luft geflogen oder so was.

MULDER: Und weiter?

HAROLD LAMB: Dann bin ich glaub ich auf dem Boden aufgeschlagen. Als ich zu mir kam, bin ich sofort zu Chrissy hinübergerannt, um mich zu vergewissern, daß sie unverletzt ist.

SCULLY: Harold... haben Sie und Chrissy in dieser Nacht in gegenseitigem Einverständnis Geschlechtsverkehr gehabt?

Harold schaut weg.

HAROLD LAMB: Wenn ihr Vater davon erfährt, bin ich ein toter Mann.

Später sitzen sich die beiden Agenten gegenüber im nun leeren Raum.

MULDER: Er hat gesagt, es sei vor der Entführung geschehen. Aber was heisst das schon, wenn sie Sex hatten?

SCULLY: Wir wissen jetzt jedenfalls, daß kein Außerirdischer sie vergewaltigt hat. Mulder, Sie haben hier zwei Jugendliche, die miteinander geschlafen haben, bevor sie reif genug dafür waren.

MULDER: Soll das jetzt heißen, daß das alles nur ein Fall von sexueller Trauma ist?

SCULLY: Das ist jedenfalls plausibler, als eine Entführung durch Außerirdische, ganz besonders angesichts ihrer gegensätzlichen Außagen.

Manners stürzt hinein.

MANNERS: Hey! Ich bin gerade von einem verrückten Wirrkopf angerufen worden, der behauptet, Augenzeuge dieser außerirdischen Entführung gewesen zu sein. Wollen Sie vielleicht diesen Hohlkopf verhören?

ROKY CRIKENSONS HAUS

Roky sitzt in seiner Garage an einem Schreibtisch, welcher voll von Papieren ist. Mulder und Scully stehen neben ihm.

ROKY CRIKENSON: Ich weiß, wie verrückt sich das alles anhört, aber das ist mir egal. Was ich zu sagen habe, das muß gesagt werden.

SCULLY: Wieso kommen Sie erst jetzt damit zu uns? Das Leben von zwei Jugendlichen ist vielleicht davon betroffen.

ROKY CRIKENSON: Aber das ist bedeutender als das Leben von ein paar Jugendlichen. Es hat mit unserem ganzen Planeten zu tun, dem Universum, und wer weiß womit noch.

MULDER: Wieso erzählen Sie uns nicht was passiert ist?

ROKY CRIKENSON: Das. Er hält ein Bündel zusammengehefteter Papiere hoch. Es steht alles hier drin. Nachdem ich das in dieser Nacht gesehen hatte, raste ich sofort nach Hause und schrieb es auf. Achtundvierzig Stunden hintereinander. Ich wollte kein einziges Detail vergessen. Mulder greift nach den Papieren, aber Roky hält seine Hand davor. Aber ich finde, ich sollte Sie warnen. Ich möchte ja nicht überdramatisieren, aber indem Sie sich das hier ansehen, bringen Sie ihr Leben in Gefahr.

MULDER: Wieso denn das?

ROKY CRIKENSON: Weil in der letzten Nacht etwas sehr grusliges passiert ist.

Schnitt zur vorherigen Nacht. Roky sitzt an seinem Schreibtisch und zeichnet, als sich die Garagentür öffnet. Er dreht sich um und sieht eine schwarze Limousine in die Garage einbiegen. Die Tür schließt sich wieder, und Roky starrt die Limousine an. Ein Fenster öffnet sich, man sieht einen Mann in Schwarz.

MIB 1: Kein anderes Objekt ist fälschlicherweise öfter als fliegende Untertasse missinterpretiert worden als der Planet Venus.

ROKY CRIKENSON: Ach wirklich?

Roky sitzt immer noch gleich da, doch nun ist er von Mulder und Scully umgeben. Und dann wurde mir klar, daß irgendwas faul ist.

SCULLY: An welchem Punkt?

ROKY CRIKENSON: Na, normalerweise würde ich zwei Fremden, die in meine Garage fahren, sagen, sie sollen sich zum Teufel scheren, aber diesmal tat ich das nicht. Es war als wär ich in Trance oder so was.

MULDER: Wie sahen denn diese Männer aus?

ROKY CRIKENSON: Eigentlich kann ich mir Gesichter gut merken, aber diesmal weiß ich bloß noch, wie sie gekleidet waren. Sie waren...

MULDER: Ganz in Schwarz?

Roky starrt ihn an, schaut dann zu Scully, welche ihn auch anschaut, dann starrt er wieder Mulder an.

ROKY CRIKENSON: Woher wissen Sie das?

MULDER: Seit den fünfziger Jahren berichten immer wieder Leute, die Außerirdischen begegnet sind, von nachfolgenden Besuchen, dieser unirdischen Männern in Schwarz.

Scully scheint das alles lächerlich zu finden. Jose Chung im Voiceover.

JOSE CHUNG: Aber Sie wissen doch, Mythen über Männer in schwarzer Kleidung... Schnitt zu Scully und Chung. ... gab es im Laufe der Geschichte in vielen verschiedenen Kulturen. Die keltischen Legenden sind voll von irgendwelchen Männern in Schwarz. Und davon wie jeder Mensch, der ihnen über den Weg läuft, von ihnen verwünscht wird.

SCULLY: Nur leider bin ich nicht sicher, ob durch die moderen Rekonstruktion irgendwelcher alter Märchen Rokys Aussage glaubwürdiger erscheint.

Schnitt zur Garage zurück. Der Mann in Schwarz steigt aus dem Wagen und geht langsam auf Roky zu.

MIB 1: Sogar der frühere Führer ihrer Vereinigten Staaten von Amerika, James Earl Carter Junior, hat mal geglaubt, er hätte ein UFO gesehen... Er schaut auf die Papiere auf dem Schreibtisch wo steht "The Truth About Aliens by Roky Crikenson." Aber inzwischen ist erwiesen, daß er nur den Planeten Venus gesehen hat.

Roky greift nach den Papieren, drückt sie fest an seine Brust und lehnt soweit wie möglich in seinem Stuhl zurück.

ROKY CRIKENSON: Ich wähle republikanisch.

MIB 1: Die Venus war gestern Nacht mit bloßem Auge zu sehen. Sie haben wahrscheinlich gedacht, Sie hätten da irgendwas anderes am Himmel gesehen, aber ich versichere ihnen, es war die Venus.

ROKY CRIKENSON: Ich weiß genau... Roky versucht aufzustehen, doch der Mann in Schwarz drückt ihn wieder zurück. ... was ich da gesehen habe.

Der Mann in Schwarz beugt sich drohend über Roky, während er spricht.

MIB 1: Ihre Wissenschaftler müßen erst noch entdecken, wie neuronale Netzwerke Selbstbewusstsein schaffen können. Ganz zu schweigen davon, wie das menschliche Gehirn zweidimensionale Netzhautbilder in dreidimensionale Phänomene umwandelt, die man Wahrnehmung nennt. Der Mann in Schwarz richtet sich wieder auf und hebt die Arme gegen den Himmel. Und dennoch wagen Sie es gerade, schamlos zu verkünden, daß "zu sehen", "zu glauben" bedeutet? Der zweite Mann in Schwarz geht von hinten auf Roky zu und berührt seine Schulter, so daß Roky erschreckt zu ihm aufschaut. Mister Crikenson, Ihre wissenschaftliche Unkenntnis lässt mich erschaudern, und jetzt verbreiten Sie nicht noch Ihre Ignoranz, indem Sie irgend jemandem sagen, daß Sie gestern Nacht etwas anderes als den Planeten Venus gesehen hätten. Aber falls Sie das doch wagen sollten, sind Sie ein toter Mann.

Er geht zurück in den Wagen. Der zweite Mann in Schwarz ist schon dort.

ROKY CRIKENSON: Hören Sie, Sie können mir nicht drohen.

Der Mann in Schwarz schlägt die Tür zu.

MIB 1: Und ich droh ihnen trotzdem.

Er dreht die Scheibe hoch. Die Garagentür öffnet sich und der Wagen fährt rückwärts hinaus, denselben Weg welchen er gekommen ist. Schnitt zur vorherigen Szene, Roky gibt Mulder die Papiere.

ROKY CRIKENSON: Das hier wollten die mir verbieten, jemandem zu zeigen. Mulder schaut sie an, während Roky aufsteht. Wenn Sie mich jetzt entschuldigen würden, ich geh rauf und packe.

MULDER: Wo können wir Sie finden, falls wir noch weitere Fragen haben?

ROKY CRIKENSON: Sie werden mich nicht finden.

Mulder hebt den Kopf. Roky geht.

MOTELZIMMER

Mulder sitzt in einem Sessel gegenüber einem Bett, wo Scully liegt. Mulder liest aus Rokys Papieren.

MULDER: "Ich saß vor Grauen erstarrt in meinem Lastwagen und beobachtete, wie dieser dritte Außerirdische die anderen beiden grauen Außerirdischen angriff. Und dann passierte es, die Sache, die mein Leben für immer veränderte... "

Schnitt zur Vergangenheit. Roky fährt in seinem Kranwagen der Straße entlang und hält hinter dem verlassenen Wagen von Harold und Chrissy. Die beiden grauen Außerirdischen ducken sich vor dem Riesen, welche mit den Armen um sich schlägt und immer noch brüllt. Roky verbirgt sich in seinem Sitz. Schritte nähern sich, der Riese beugt sich über den Wagen.

LORD KINBOTE: Roky! Roky! Roky erhebt sich ein wenig. Der Riese spricht mit einer sehr tiefen Stimme. Du hast nichts zu befürchten. Dir wird kein Unglück zustoßen und kein Leid geschehen.

ROKY CRIKENSON: Was, was wollen Sie denn von mir?

LORD KINBOTE: Deine ganze Kraft wird jetzt für das Überleben aller Erdbewohner gebraucht.

ROKY CRIKENSON: Was kann ich denn da tun?

Der Riese deutet mit seinen drei langen Krallen an, daß er aus dem Wagen steigen und ihm folgen solle.

LORD KINBOTE: Komm mit. Ich werde dir den Weg...

Schnitt zum Motelzimmer. Mulder liest immer noch.

MULDER: "...zeigen. Und bevor ich mich versah, war ich an Bord des Luftschiffs nicht etwa in den Weltraum, sondern in den inneren Raum unterwegs, in Richtung geschmolzener Erdkern. Weil dort die Heimat des dritten Außerirdischen ist, dessen Name, wie er mir bald sagte, angeblich Lord Kinbote war."

Mulder schaut zu Scully hoch, ein bißchen erstaunt bei dem Namen. Schnitt zu Scully und Chung.

SCULLY: Roky war ganz offensichtlich einer von diesen Menschen, die eine zur Phantasie neigende Persönlichkeit haben.

JOSE CHUNG: Agent Scully, Sie haben ja so ein weiches Herz. Er ist ein Irrer! Ich habe gerade sein Manifest gelesen.

SCULLY: Wie sind Sie da rangekommen?

Er holt das Manifest hervor.

JOSE CHUNG: Mein Verleger bekam eine Kopie. Und ich weiß nicht, was beunruhigender war... seine genaue Beschreibung einer von den re-inkarnierten Seelen des inneren Erdkerns veranstalteten Sexorgie oder die Tatsache, daß das ganze Ding schon in Form eines Filmdrehbuchs geschrieben wurde.

SCULLY: Das war wirklich sehr merkwürdig.

JOSE CHUNG: Ich nehme doch an, daß Ihr Partner nichts davon geglaubt hat?

SCULLY: Na ja, Mulder ist merkwürdigen Ideen gegenüber schon aufgeschlossener, er neigt nicht dazu, Dinge von vornherein abzutun. Schnitt zum Motelzimmer. Mulder, Sie sind verrückt!

MULDER: Ich habe nicht gesagt, er sei nicht wahnhaft. Ich bin nur der Ansicht, daß sein Wahnzustand von etwas ausgelöst wurde, was er in dieser Nacht wirklich gesehen hat. Der erste Teil seiner Geschichte bestätigt die Version des Jungen, und so wie's aussieht, ergibt nur die Ausage des Mädchens keinen Sinn.

Er nimmt den Hörer vom Telefon und beginnt zu wählen.

SCULLY: Wen rufen Sie denn jetzt an?

MULDER: Ich möchte sie noch einmal hypnotisieren lassen.

SCULLY: Noch einmal hypnotisieren? Warum denn?

MULDER: Ich will sehen ob ihre Erinnerung wirklich ihrer Erinnerung entspricht.

Noch einmal das Verhöhrzimmer. Jeder steht so wie zuvor.

FINGERS: Sie fühlen sich jetzt sehr schläfrig und sehr entspannt. Während Ihr Körper jetzt langsam tiefer und tiefer in einen Zustand friedlicher Entspannung gleitet, während Sie bloß noch auf den Klang meiner Stimme reagieren.

Scully im Voiceover.

SCULLY: Das Mädchen wurde also wieder in Hypnose versetzt, um zu sehen, ob sie die Geschichte des Jungen bestätigen könnte, und wie ich schon vermutet hatte, unter diesen Bedingungen, tat sie es auch.

Chrissy hält die Fäuste vors Gesicht, um zu zeigen, wie sie die Schläge abgewehrt hat.

CHRISSY GIORGIO: Die ganze Zeit, als er mich schlug, machte ich so. Und... und dann bin ich auf einmal durch die Luft geflogen. Sie nimmt die Arme langsam herunter. Der Raum sieht wieder verzerrt aus. Manners nimmt einen Schluck aus seiner Tasse.

FINGERS: Und was ist dann passiert?

CHRISSY GIORGIO: Ein paar Männer halfen mir irgendwann aufzustehen... Männer in Air Force Uniformen.

MULDER: Air Force?

FINGERS: Und wo halten Sie sich jetzt auf, Chrissy?

Chrissy noch in einem sehr ähnlichen Stuhl in einem hellen Raum. Vor ihr stehen CIA Männer in der selben Position wie die Leute in der Realität. Chrissy und Dr. Fingers sprechen im Voiceover.

CHRISSY GIORGIO: Ich bin in einem Raum. In einem Büro. Ich bin von Männern umgeben. Manche sind in Uniform, manche in Zivilkleidung. Der Mann, der mir am nächsten steht, sieht wie ein Arzt aus. Er spricht zu mir.

FINGERS: Und was sagt er?

Der Mann, welcher Dr. Fingers ersetzt, spricht.

HAND: Sie fühlen sich jetzt sehr schläfrig und sehr entspannt.

CHRISSY GIORGIO: Ich erinnere mich nicht.

FINGERS: Und was machen die anderen Männer?

CHRISSY GIORGIO: Sie scheinen sich zu streiten.

Der Mann, welcher Manners ersetzt, spricht nun.

AIR FORCE MANN #1: Frag sie, ob der dritte Außerirdische einen Akzent hatte.

Nun spricht der Mann, welcher Mulder ersetzt.

CIA MANN #1: Das ginge weit über deren Fähigkeiten hinaus. Das geht auch weit über unsere Fähigkeiten hinaus.

CIA MANN #2: Frag sie, wohin das Raumschiff des grauen Außerirdischen fuhr.

CIA MANN #1: Woher soll sie das wissen?

AIR FORCE MANN #1: Haben wir den eins von den anderen lokalisiert?

CIA MANN #2: Wir durchkämmen das Gebiet, aber dieses Wetter macht es schwierig.

Der Mann, welcher Scully ersetzt, nähert sich und beugt sich über sie.

CIA MANN #1: Also gut. Dann mach jetzt 'ne Gehirnwäsche. Und gib ihr den üblichen Entführungsschmonzes ein.

FINGERS: Und was macht der Arzt jetzt?

CHRISSY GIORGIO: Er sagt mir, das wäre zum Wohle meines Landes. Aber ich mag nicht, was er tut. Er stiehlt mir meine Erinnerungen.

Später sprechen Mulder und Scully miteinander im leeren Raum.

SCULLY: Mulder, ich glaube, Sie und der Hypnotherapeut haben sie beeinflusst. Ich fand, es war mehr dummes Geschwätz in ihrer zweiten Version als in der ersten.

MULDER: Ich fürchte, daß Sie im Irrtum sind, Scully, aber in einer Sache haben Sie wahrscheinlich recht, dieser Fall hat vielleicht nichts mit Außerirdischen zu tun.

Manners läuft hinein.

MANNERS: Hey, mich hat gerade irgend so ein völlig Bekloppter angerufen, und behauptet, er hätte einen außerirdischen Leichnam gefunden.

Mulder und Scully schauen einander an.

BLAINE FAULKNERS ZIMMER

Blaine auf seinem Bett. Er trägt ein "Space Above And Beyond" T-Shirt. Chung sitzt an einem Schreibtisch. An der Wand hängt ein "I Want To Believe" Poster, wo die Worte "Want To" mit Schwarz übermalt sind.

BLAINE FAULKNER: Ich weiß genau, wie verrückt sich das anhört, aber... ich möchte gern von Außerirdischen entführt werden.

JOSE CHUNG: Wozu? Warum denn bloß?

BLAINE FAULKNER: Ich haße diese Stadt. Und ich hasse... Menschen. Ich möchte einfach weggeführt werden an einen Platz, wo ich... mir keine Sorgen mehr machen muß, einen Job zu finden.

JOSE CHUNG: Sie sind also in dieser Nacht draußen auf den Feldern gewesen?

Blaine nickt.

BLAINE FAULKNER: Ich hielt nach UFOs Ausschau. Schnitt zu einem Wald. Blaine läuft mit einer Taschenlampe durchs Unterholz. Blaine und Chung sprechen im Voiceover. In dieser Gegend waren kürzlich welche gesichtet worden, also hab ich gehofft, zufällig über eins zu stolpern. Blaine stolpert über etwas, schreit und fällt. Ich habe mittlerweile jedes Buch gelesen, das je über UFOs und Außerirdische geschrieben wurde, nicht etwa, weil ich es musste, sondern weil ich es wollte. Blaine setzt seine Brille auf und leuchtet auf etwas vor ihm. Er keucht und versucht, wegzukriechen, gelangt schließlich auf die Füsse. Ich hätte es besser wissen und mir meine Videokamera holen sollen, statt die zuständigen Behörden zu benachrichtigen.

Er rennt weg. Danach schaut er auf einen schwarzen Wagen, der dem der Männer in Schwarz sehr ähnlich sieht. Er hält zwischen zwei Polizeiwagen.

JOSE CHUNG: Warum war denn das Ihrer Meinung nach falsch?

BLAINE FAULKNER: Weil die zuständigen Behörden mit ein paar Männern in Schwarz aufgetaucht sind. Die "Männer in Schwarz", Scully und Mulder, steigen aus dem Wagen. Sie tragen Taschenlampen und laufen langsam auf Blaine zu. Einer von denen war sogar als Frau verkleidet. Das war aber nicht so ganz überzeugend. Zum Beispiel war ihr Haar rot, aber es war ein bißchen zu rot, verstehen Sie? Und der andere, dieser große, hagere Typ. Sein Gesicht war so leer und ausdruckslos, daß er nicht mal menschlich wirkte... ich glaube, er war so was wie ein Android. Blaine dreht sich voller Angst von ihnen weg und drückt die Augen fest zu. Mulder zeigt tatsächlich keine Emotion, als sie sich dem toten grauen Außerirdischen nähern. Und das einzige Mal, daß er reagierte, war, als er den Leichnam sah.

Mulder stösst ein sehr hohes, mädchenhaftes Kreischen aus.

MANNERS: Ja, das sieht nach einem verdammt guten Außerirdischen aus, obwohl ich noch nie vorher einen gesehen hab.

SCULLY: Bringen Sie ihn weg.

Die beiden Polizisten heben den Leichnam hoch.

POLIZIST: Hast du ihn? Schön vorsichtig.

Manners, Mulder und ein anderer Polizist gehen weg. Scully schaut Blaine an, packt ihn bei der Jacke und beleuchtet mir ihrer Taschenlampe sein Gesicht. Blaine keucht vor Angst.

SCULLY: Sie haben das hier nie gesehen. Das ist nicht passiert. Wenn Sie das jemandem erzählen, sind Sie ein toter Mann. Scully stößt ihn weg und geht. Schnitt zu Scully und Chung in der Gegenwart. Er hat erzählt, ich hätte was gesagt?

JOSE CHUNG: Als ich ihn interviewte, hat er behauptet, Sie hätten ihn bedroht.

SCULLY: Das ist völlig lächerlich! Ich hab nur... ich hab sogar erlaubt, daß er bei der Autopsie dabei ist.

Schnitt zum Autopsieraum. Scully, Mulder, Manners und der tote Außerirdische befinden sich im Raum. Scully legt das Skalpell an die Brust des Außerirdischen an, als Blaine hineinplatzt. Er sieht den Leichnam.

BLAINE FAULKNER: Wow!

Er rennt auf sie zu mit einer Videokamera in der Hand. Manners versucht, ihn hinauszudrücken.

MANNERS: Hey, hey!

BLAINE FAULKNER: Sie dürfen die Wahrheit nicht unterdrückten! Die Menschen haben ein Recht darauf, das zu wissen! Roswell... Roswell!

MULDER: Hey! Manners und Blaine halten inne, Blaines Arm mit der Kamera in der Luft. Funktioniert diese Kamera?

Manners und Blaine schauen ihn an. Blaine nickt. Man sieht ein paar erschreckende Aufnahmen der Autopsie, immer wieder Schnitt. Scully untersucht den Mund, dann nimmt sie eine Säge zum Kopf des Außerirdischen. Yappi erscheint auf dem Bildschirm.

YAPPI: Sind das echte Aufnahmen der Autopsie an einem Außerirdischen? Er hebt seine linke Augenbraue. Oder einfach nur ein gut gemachter Schwindel?

Schnitt zu Scully und Chung, wo Chung die Videokassette spult.

JOSE CHUNG: Das sind also wirklich Aufnahmen von der Autopsie, die Sie durchgeführt haben.

Scully stöhnt und läuft vor den Monitor.

SCULLY: Das ist ja so peinlich.

Scully schaut sich den Umschlag der Videokassette an: "Dead Alien! Truth or Humbug", ein Bild vom Yappi in der rechten unteren Ecke.

SCULLY: Der tote Außerirdische! Wahrheit oder dummes Zeug.

Chung drückt die Play-Taste.

YAPPI: Wer ist dieser geheimnisvolle Mann, der den ganzen Vorgang zu beaufsichtigen scheint?

Wir sehen, wie Mulder um den Tisch geht, ohne daß die Kamera sein Gesicht zeigt. Dann zeigt die Kamera Scully. Und für welche Geheimorganisation der Regierung arbeitet diese Gerichtsmedizinerin?

Schnitt zu Scully und Chung.

SCULLY: Aber sehen Sie, wer auch immer diesen Film in die Finger gekriegt hat, hat ihn so umgeschnitten, daß er alle wirklich wesentlichen Funde verbirgt. Schnitt zum Autopsieraum. Scully hebt die Haut mir einer Zange. Es scheinen zwei Schichten Epidermis vorhanden zu sein. Hier ist ein Metallstreifen, der unmittelbar unter der obersten Schicht verläuft... Sie schaut hoch zu Mulder. Es ist ein Reißverschluss.

Mulder schaut sich das genauer an, Scully zieht die Maske weg, es ist ein menschlicher Leichnam. Sie hält die Maske hoch. Mulder sieht ein wenig verlegen aus. Als die ganze Verkleidung weg ist, nimmt Scully ihren Mundschutz weg. Alle sind sehr bestürzt.

BLAINE FAULKNER: Sie meinen also, daß... das nur ein toter Mensch ist? Ja...

Er würgt und rennt weg.

MANNERS: Und wer ist dann dieser Blödmann?

MULDER: Keine Ahnung, aber ich möchte wetten, wir können seine Identität über die Datenbank des Militärs rausfinden. Scully läuft im Gang Mulder entgegen und trägt eine Kopie der Akte über den toten Mann. Haben Sie unseren Videokameramann gesehen?

SCULLY: Nein, aber ich weiß jetzt, wer unser Außerirdischer ist. Sie hatten recht, Mulder, es ist Air Force Major Robert Vallee.

MULDER: Das ging aber schnell.

Er schaut den Gang hinunter, wo zwei Soldaten, angeführt vom Air Force Mann in Chrissys Hypnose.

AIR FORCE MANN: Agent Mulder? Mulder nickt. Soweit wir wissen, befindet sich einer unserer Offiziere hier, unter ihrer Aufsicht.

MULDER: Woher wissen Sie das?

AIR FORCE MANN: Major Vallee ist abgängig, Sir. Wir sollen ihn zurück zum Stützpunkt bringen.

SCULLY: Der Major ist tot. Sein Leichnam wird für weitere Untersuchungen zurückgehalten.

AIR FORCE MANN: Untersuchungen worüber, Ma'am?

MULDER: Eine mögliche Entführung.

AIR FORCE MANN: Dürfen wir wenigstens den Leichnam zwecks Identifizierung sehen?

SCULLY: Ich wüsste nicht, was dagegen...

MULDER: Nein, nein, nein, aber sie können natürlich den anderen sprechen, der bei ihm war.

AIR FORCE MANN: Lieutenant Jack Schaffer ist also auch in Ihrem Gewahrsam?

MULDER: Sehr richtig. Ja, er ist gleich da... hinten. Er zeigt in die andere Richtung des Ganges, wo aber niemand ist. Oh. Da war er jedenfalls noch vor wenigen Minuten, doch jetzt fürchte ich ist er wieder abgehauen. Der Air Force Mann starrt ihn an. Möchten Sie dann Vallee mal sehen?

Sie gehen in den Autopsieraum, doch der Tisch ist leer.

AIR FORCE MANN: Hmmm. Der ist anscheinend auch abgehauen.

Er geht hinaus.

SCULLY: Und was gibt's sonst neues?

MULDER: Ich muß diesen Videokerl suchen.

Mulder geht. Schnitt zu Blaines Zimmer. Er schaut sich das Video an. Scully spricht, während sie am Leichnam arbeitet.

SCULLY: Die Wunde befindet sich links von der Mittellinie des Brustbeins am Bauch. Die Geweberänder scheinen auseinandergerissen zu sein.

Es klopft an der Tür. Blaine steht auf und geht zur Türe.

BLAINE FAULKNER: Wer ist da?

Die Tür wird aufgeschlagen und trifft sein Gesicht, so daß er rückwärts umfällt. Der Mann in Schwarz kommt herein, gefolgt vom zweiten. Er geht über Blaine zum Videorecorder. Hey! Das dürfen Sie nicht. Was bilden Sie sich denn ein? Blaine steht auf. Hey, ich...

Der zweite Mann in Schwarz fasst ihn bei der Schulter. Blaine schaut ihn an und lächelt, er erkennt ihn. Der erste Mann reisst den Deckel vom Videorecorder weg und nimmt das Band heraus. Blaine rennt auf ihn zu. Sie haben kein Recht, das zu unterdrücken... Der Mann hebt ihn hoch und wirft ihn auf sein Bett. Roswell! Roswell! Er wird bewusstlos. Blaine im Voiceover. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich bewusstlos war... und der einzige Grund, weshalb ich zu mir kam, war...

Blaine wacht auf, als Mulder ihm ins Gesicht schlägt. Mulder trägt schwarze Kleidung. Er packt ihn beim Hals.

MULDER: Wo ist das Band?

BLAINE FAULKNER: Die haben es geklaut.

Noch ein Schlag ins Gesicht.

MULDER: Wer?

Blaine wimmert.

BLAINE FAULKNER: Diese anderen Männer in Schwarz.

MULDER: Wenn ich rausfinde, daß Sie mich belügen, sind Sie ein toter Mann.

Er wirft Blaines Kopf zurück, dieser fällt wieder ihn Ohnmacht. Schnitt zum Interview mit Chung.

BLAINE FAULKNER: Und dann verschwand er. Ich habe keinen von denen wiedergesehen.

JOSE CHUNG: Macht es Sie nicht nervös, mir das zu erzählen, nachdem Sie all diese Todesdrohungen bekommen haben?

BLAINE FAULKNER: Ach, wissen Sie, schließlich hab ich nicht all die vielen Jahre Star Trek gesehen, ohne etwas über Mut zu lernen.

JOSE CHUNG: Ah. Er kichert, schreibt dann etwas auf. Mm-hmm.

KLASS COUNTY; WASHINGTON

Mulder fährt der Straße entlang. Scully im Voiceover.

SCULLY: Nachdem er das Videoband nicht gefunden hatte, fuhr Mulder wieder zum Motel zurück. Und ab da wird seine Darstellung der Dinge ein wenig... eigenartig.

Ein Mann läuft in die Straße, Mulder bremst und hält. Er schaut den Mann an und dreht um, um ihm zu folgen. Der Mann ist nackt und hat überall Schürfungen und Schnitte.

MULDER: Lieutenant Jack Schaffer?

Der Mann hält an und schaut ihn an. Er packt Mulder an seinen Armen.

JACK SCHAFFER: Das hier kann gar nicht passieren! Das hier kann gar nicht passieren! Das hier kann gar nicht passieren! Das hier kann gar nicht passieren! Das hier kann gar nicht passieren!

Später sitzen sie in einem Restaurant an der Theke, eine pinkfarbene Neonschrift leuchtet durch das Fenster und beleuchtet den ganzen Raum. Der Koch wischt die Theke ab. Schaffer baut mit seinem Kartoffelbrei einen Berg. Mulder hat nur eine Tasse vor sich. Im ersten Weltkrieg haben die Deutschen das Bild der Jungfrau Maria über die französischen Schützengräben projiziert. Der Feind ist immer bereit, auf irgendwelche Invasoren zu schießen... aber auf ein heiliges Wunder?

MULDER: Oder auf Besucher aus dem Weltall?

JACK SCHAFFER: Ja, der Feind sieht ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug und fängt an zu schießen. Sieht er jedoch 'ne fliegende Untertasse aus einer anderen Galaxis... dann zögert er. Er legt seine Gabel herunter. Wissen Sie, was den meisten Menschen passiert, nachdem sie ein UFO gesehen haben?

Er steckt sich eine Zigarette in den Mund.

MULDER: Sie merken, daß sie Zeit verloren haben.

JACK SCHAFFER: Genau das kann man mit... den soften Alternativkillern erreichen: Nervengas, Niederfrequenz-Infraschallstrahlen... Er zündet ein Zündhölzchen an. ... oder mit Hochleistungs-Mikrowellen... können wir nicht nur die Feindkommunikation zerstören, sondern auch innere Organe kochen.

Er zündet die Zigarette an und schüttelt das Hölzchen, um es auszulöschen.

MULDER: Aber Entführungen?

JACK SCHAFFER: Ich weiß nicht viel darüber. Ich bin nur der Pilot. Haben Sie schon mal 'ne fliegende Untertasse geflogen? Mulder schüttelt langsam den Kopf und schaut zur Theke. Danach kommt Ihnen Sex trivial vor.

Er nimmt einen Zug.

MULDER: Aber was machen Sie mit den Entführten?

JACK SCHAFFER: Wir bringen sie zu Stützpunkt... und lassen sie von den Ärzten bearbeiten. Nichts körperliches, sie fummeln nur mit ihrer Psyche herum.

MULDER: Hypnose.

Schaffer nickt.

JACK SCHAFFER: Ich hab bei uns auf dem Stützpunkt schon Leute gesehen, die in einen stinknormalen Raum mit stinknormalen Ärzten gingen... und die kamen absolut überzeugt davon raus, daß sie von Außerirdischen untersucht worden sind.

MULDER: Aber wenn Entführungen nur geheimdienstliche Operationen sind und UFOs auch bloß... geheime Militärflugzeuge, geflogen von "Außerirdischen" wie ihresgleichen... von wem sind sie dann entführt worden?

JACK SCHAFFER: Verstehen Sie das nicht? Ich bin hundertprozentig überzeugt davon, daß die beiden Jugendlichen, mein Kopilot und ich entführt worden sind. Aber ich bin mir nicht absolut sicher, daß das auch passiert ist. Ich kann mir so gut wie keiner Sache mehr sicher sein!

MULDER: Wie meinen Sie das?

JACK SCHAFFER: Ich bin mir nicht sicher, ob wir überhaupt dieses Gespräch führen. Ich weiß nicht mal, ob dieser Kartoffelbrei hier wirklich da ist. Und ich weiß auch nicht, ob Sie überhaupt existieren.

MULDER: Ich kann Ihnen nur versichern, daß ich das tue.

JACK SCHAFFER: Na ja... danke, Kumpel. Unglücklicherweise... kann ich Ihnen über mich nicht dasselbe versichern. Die Tür geht auf. Mulder und Jack schauen hin und sehen mehrere Soldaten, die vom Air Force Mann angeführt werden. Jack nimmt einen Zug seiner Zigarette. Tja, wie's aussieht, bin ich ein toter Mann.

MULDER: Augenblick, das kann doch nicht alles falsch implantierte Erinnerung sein. Was ist mit dem dritten Außerirdischen? Was war das für ein Ding?

JACK SCHAFFER: Wer? Lord Kinbote?

SOLDAT: Na los, kommen Sie.

Schaffer steht auf. Alle gehen bis auf Mulder. Schnitt zu Scully und Chung.

JOSE CHUNG: Das ist merkwürdig. Denn ich bin während meines Aufenthalts dort fast jeden Tag essen gegangen. Und ich hab mich ein bißchen mit dem Koch angefreundet. Er hat mir eine andere Geschichte über die Nacht, von der Sie sprechen, erzählt. Er schaut in seinen Notizen nach. Schnitt zum Restaurant. Mulder kommt herein. Chung im Voiceover. Ein Mann kam in sein Lokal...

MULDER: Ein Stück süße Kartoffelpastete.

Chung spricht weiter.

JOSE CHUNG: ...setzte sich, bestellte diese süße Kartoffelpastete, wies sich als FBI Agent Mulder aus...

Mulder setzt sich und hält seinen Ausweis hoch, uns entgegen. Der Koch nimmt ein Stück Pastete hervor. ... und befragte dann meinen Freund.

Der Koch stellt das Stück Pastete vor Mulder.

MULDER: Haben Sie hier schon mal ein UFO beobachtet?

Mulder nimmt einen großen Bissen in den Mund. Der Koch schaut ihn an. Chung spricht wieder.

JOSE CHUNG: Dann bestellte er Stück um Stück; und jedesmal stellte er eine andere Frage.

Der Koch nimmt den leeren Teller und stellt einen neuen hin.

MULDER: Haben Sie schon irgendwann mal einen Zeitverlust erlebt? Er nimmt noch einen großen Bissen. Später ersetzt der Koch den leeren Teller wieder durch ein neues Stück Pastete. Hatten Sie schon mal den Verdacht, daß Sie von Außerirdischen entführt worden sind? Ein neues Stück Pastete. Hatten Sie schon mal ein metallisches Implantat im Körper? Der Kopf schüttelt seinen Kopf. Mulder kaut an seiner Pastete. Haben Sie das nachgeprüft?

Der Koch schaut ihn an. Mulder legt Geld auf die Theke. Chung im Voiceover.

JOSE CHUNG: Auf diese Weise hat er die ganze Pastete gegessen. Dann stand er auf und ging. Mulder geht. Mein Freund hat ihn nie wieder gesehen. Der Koch hat auch niemals Lieutenant Schaffer erwähnt, ganz zu schweigen von dem anderen Air Force Personal. Schnitt zu Scully und Chung. Scully ist seelenruhig. Sie scheinen von diesen Widersprüchen überhaupt nicht verwirrt zu sein.

SCULLY: Nein, nicht nachdem, was passierte, als Mulder das Lokal verließ und wieder ins Motel zurück kam.

SCULLYS MOTEL ZIMMER

Mulder klopft an Scullys Tür, Zimmer Nummer 17. Die Tür ist offen, er stößt sie auf.

MULDER: Scully? Mulder sieht den zweiten Mann in Schwarz auf dem Bett sitzen, das Gesicht nach unten. Der erste Mann durchsucht eine Schublade. Mulder holt seine Waffe hervor. Wo ist Scully?

MIB 1: Oh. Sie ist äh... sie wollte etwas Eis holen.

MULDER: Wo ist sie?!

Mulder ist sehr wütend. Scully kommt langsam hinter ihm ins Zimmer und trägt einen Eimer Eis. Sie stellt ihn auf den Nachttisch. Scully, was ist denn hier los?

SCULLY: Mulder, diese Gentlemen haben Ihnen etwas wichtiges zu sagen.

Der erste Mann in Schwarz kommt auf Mulder zu.

MIB 1: Manche Begegnungen mit Außerirdischen sind nur ein von Ihrer Regierung verübter Schwindel, um die Öffentlichkeit zu manipulieren. Und manche von diesen Täuschungen werden ganz bewusst enthüllt, um damit die Wahrheitsucher zu manipulieren und zu diskreditieren, wenn Sie die vorsätzliche absurde Täuschung aufdecken.

Mulder läuft auf den Mann zu.

MULDER: Etwas ähnliches sagt man auch über die Männer in Schwarz. Daß sie sich absichtlich merkwürdig verhalten und kleiden, so daß jemand ein Treffen mit ihnen beschreiben will, sich anhören muß wie ein Verrückter.

MIB 1: Ich wüsste überhaupt keinen Grund, warum Sie jemand für verrückt halten sollte, wenn Sie versuchen sollten, unsere Begegnung zu schildern.

Der zweite Mann in Schwarz legt seine Hand auf Mulders Schulter. Es ist Alex Trebek.

MIB 2: Sie fühlen sich jetzt sehr schläfrig und wirklich... sehr entspannt.

Chung im Voiceover.

JOSE CHUNG: Alex Trebek?! Schnitt zu Scully und Chung. Dieser Game-Show Ansager?!

SCULLY: Mulder hat nicht gesagt, daß es Alex Trebek war. Es war nur jemand, der eine unglaubliche Ähnlichkeit mit ihm hatte.

JOSE CHUNG: Tatsächlich?! Ich meine, sie waren doch da.

SCULLY: Na ja, nicht so ganz, ich hab... ich hab leider keine Erinnerung daran. Ich... war überrascht am nächsten Morgen aufzuwachen und Mulder schlafend in meinem Zimmer zu finden.

JOSE CHUNG: er legt den Kopf in seine Hand Ohhhh...

Schnitt zum Motelzimmer zurück. Scully liegt unter der Decke in ihrem Bett. Mulder liegt ihr gegenüber im Sessel, seine Füße auf einem Stuhl. Als Decke dient seine Jacke.

SCULLY: Aber, Mulder... ich kann mich nicht mehr daran erinnern, Sie reingelassen zu haben...

MULDER: Ich hab ihnen doch gesagt, Sie haben mich nicht reingelassen. Die waren schon hier.

Das Telefon klingelt. Scully nimmt ab.

SCULLY: Scully... Wir kommen sofort.

Mulder taucht seine Hand in den Eiskübel, wo aber nun Wasser ist. Scully hängt auf. Das war Detective Manners. Er sagt, sie hätten gerade Ihr verdammtes UFO gefunden.

ABSTURZSTELLE

Mulder, Scully und Manners gehen zum abgestürzten Flugzeug. Soldaten laufen überall herum. Ein paar tragen einen Leichnam in einem Leichensack weg.

MANNERS: Offenbar war das der Grund für all diese UFO-Sichtungen vor drei Nächten. Sie haben unsere Hilfe abgelehnt, weil das irgend ein streng geheimes Versuchsflugzeug ist.

Sie bleiben stehen.

MULDER: Unsere Hilfe wollen die sowieso nicht. Die wollen nur Zeugen für ihr Alibi.

Die Soldaten, welche den Leichnam tragen, gehen vorbei.

SOLDAT: Entschuldigung, Ma'am.

Mulder schaut auf den Leichnam von Jack Schaffer.

MANNERS: Hey! Das war doch der Kerl, den wir neulich... Scully schaut ihn an und geht dann weg. Manners schaut auf das Wrack. Verdammt noch mal.

MULDERS BÜRO; FBI HAUPTQUARTIER; WASHINGTON, D.C.

Chung schreibt schnell noch fertig und schaut dann Scully an.

SCULLY: Ich weiß, das ist vermutlich nicht die Art von Schluß, die Sie sich wünschen... er ergibt aber mehr Sinn als viele unserer andern Fälle.

Chung schliesst langsam sein Notizbuch.


JOSE CHUNGS BÜRO

Chung tippt an der Schreibmaschine. Er hört etwas und sieht zwei Schatten im Fenster der Tür. Er holt seine Waffe hervor und geht langsam zur Tür. Als er sie öffnet, sieht er Mulder mit dem Hausmeister reden.

JOSE CHUNG: Agent Mulder?

Er winkt ihn herein. Mulder schaut den anderen Mann an.

MULDER: Danke.

Mulder kommt herein, Chung schliesst die Tür. Sie stehen sich gegenüber, dazwischen der Schreibtisch.

JOSE CHUNG: Was kann ich für Sie tun, Agent Mulder?

MULDER: Schreiben Sie dieses Buch nicht. Chung setzt sich. Mulder geht zur linken Seite, hinter sich ein Bücherregal. Sie erweisen damit einer Wissenschaft, der immer daran geliegen war, respektiert zu werden, einen schlechten Dienst. Sie sind ein begabter Autor, aber niemand könnte diese Ereignisse auf eine realistische Weise beschreiben, weil Sie mit alternativen Realitäten zu tun haben, die wir noch begreifen müssen. Und wenn man sie auf eine falsche Weise im falschen Kontext präsentiert, erscheinen die in die Vorfälle verwickelten Personen vielleicht töricht... wenn nicht sogar psychotisch. Er geht wieder nach rechts, vor Chungs Schreibtisch. Ich weiß auch, daß Ihr Verlagshaus ein Unternehmen in der Warden White Incorporated ist... einer Tochtergesellschaft von MacDougall-Kesler, was mich vermuten lässt, daß der Auftraggeber für Ihr Buch ein militärindustrieller Unterhaltungskomplex ist.

JOSE CHUNG: Agent Mulder, dieses Buch wird geschrieben werden. Und es kann nur von unserem Gespräch profitieren, wenn Sie mir jetzt etwas erklären.

MULDER: Und das wäre?

JOSE CHUNG: Was ist nun mit diesen jungen Leuten in jener Nacht wirklich geschehen?

Mulder schaut auf den Boden.

MULDER: Woher zum Teufel soll ich das wissen?

Chung steht auf.

JOSE CHUNG: Agent Mulder, ich weiß Ihren kleinen Besuch zu schätzen, aber ich habe Abgabefristen. Mulder schaut ihn für eine Sekunde an, geht dann aber hinaus. Chung setzt sich wieder und beginnt wieder zu tippen. Er hört aber wieder auf und betrachtet die Tür. Er spricht im Voiceover. Die Beweise für die Existenz außerirdischen Lebens bleiben so unzuverlässig wie immer... Schnitt zu Blaine, er zeigt mit der Taschenlampe in die Höhe. Er fährt mit der Arbeitsbühne zu den Leitungen hoch. Chung spricht weiter. ... aber der Himmel wird auch weiterhin von Leuten wie Blaine Faulkner abgesucht werden, in der Hoffnung, eines Tages nicht nur Beweise für außerirdisches Leben zu finden, sondern auch Zufriedenheit in einer neuen Welt. Bis dahin muß er mit seinem neuen Job zufrieden sein.

Blaine schreit als Funken von der Leitung springen. Schnitt nach El Cajon, Kalifornien. Eine Gruppe Leute sitzt versammelt im Halbkreis auf dem Boden. Vor ihnen steht Roky, welcher eine seltsame Zeichnung der Erde erklärt. Außen ist die Erde blau, dann folgen rote und orange Ringe und im Innern ein Dreieck mit so was wie Augen in den Ecken. Im Innersten Kreis gibt es eine Landschaft mit Wiese und Bergen im Hintergrund. Roky trägt eine Halskette mit einem Kristall. Chung erzählt weiter. Andere suchen nach Antworten aus dem Inneren. Roky zog nach El Cajon in Kalifornien um und predigt den Verlorenen und Verzweifelten.

ROKY CRIKENSON: Und so steigt mit jedem Tod die Seele immer tiefer ab ins Erdinnere und erreicht immer größere Ebenen der Purifikation, und sie gewinnt dann im Erdkern... die Erleuchtung. Die Voraussetzung ist natürlich, daß die Seele es vermeiden kann... die Lavamänner zu treffen.

Er hält seinen Kristall. Schnitt zu Scully und Chung. Scully liest die letzten Seiten von Jose Chungs neuem "From Outer Space." Chung spricht immer noch im Voiceover.

JOSE CHUNG: Die Suche nach Wahrheit über außerirdische Figuren bedeutet für manche einen mechanischen Neun-bis-Fünf-Uhr-Job. Denn obwohl Agent Diana Lesky edlen Geistes und reinen Herzens ist, bleibt sie trotzdem eine Staatsbedienstete. Scully starrt in das Buch. Schnitt zu Mulders Wohnung. Er liegt ohne T-Shirt auf seinem Bett und schaut sich einen Video an, in seiner linken Hand die Fernbedienung. Chung spricht weiter. Was ihren Partner Reynard Muldrake angeht - eine tickende Zeitbombe des Wahnsinns - haben seine Fragen an das Unbekannte seine Psyche so verzerrt, daß man mit Grauen daran denkt, woher er überhaupt noch irgendwelche Lebensfreude bezieht.

Mulder schaut gebannt auf den Bildschirm. Wir sehen, wie so was wie Bigfoot durch einen Wald mit kahlen Bäumen läuft. Schnitt zu Chrissy Giorgio, die vor ihrem Computer sitzt. An der Wand hängen Bilder von "Amnesty International", "Greenpeace" und dergleichen. Chrissy Giorgio glaubt inzwischen, daß ihr außerirdischer Besuch eine Botschaft war, den Zustand ihrer eigenen Welt zu verbessern. Und diesem Ziel hat sie sich von ganzem Herzen gewidmet.

Sie geht zum Fenster und öffnet es. Harold steht draußen.

CHRISSY GIORGIO: Ach du bist es! Und was willst du?

HAROLD LAMB: Ich wollte dir nur sagen, daß ich dich noch liebe.

CHRISSY GIORGIO: Liebe. Ist das alles, woran ihr Männer jemals denkt?

Sie schliesst das Fenster. Harolds Augen blicken sehr traurig. Chung spricht weiter.

JOSE CHUNG: Und dann gibt es noch jene, die sich nicht um Außerirdische kümmern, sondern nach einem Sinn in anderen Menschen suchen. Selten oder vom Glück begünstigt sind die, die ihn finden. Harold geht. Denn obwohl wir vielleicht nicht allein im Universum sein mögen, auf unseren eigenen getrennten Wegen, auf diesem Planeten sind wir alle... ganz allein.

Die Akte X Melodie ertönt, einen Ton höher (Das Stück heißt Closure, zu finden auf The X-Files: Vol. 1 (CD) und Teil der Suite from the X-Files) .

Mitgeschrieben von:

  • Autor: Michelle (michelle@gmx.ch)

Ursprünglich veröffentlicht auf dana d.'s Home. Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

  • Betalesung: spooky17 (spooky17@gmx.de)
  • Korrektur:' CayceP