3X12 Krieg der Koprophagen (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


3X12 Krieg der Koprophagen
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!


Erstausstrahlung:
USA: 5. Januar 1996
Deutschland: 5. Dezember 1996


Teaser:


MILLER'’S GROVE, MASSACHUSETTS


Keller von DR. ECKERLES Haus

fade-in: DR. BUGGER (Kammerjäger) nimmt eine Kakerlake von der Wand und schaut sie an, die Taschenlampe unter sein Gesicht haltend.

DR. BUGGER: Sieh an, die gewaltige Kakerlake. Ihr Ursprung geht bis ins Zeitalter des Silur zurück. Vor über 350 Millionen Jahren, und sie kommt praktisch überall auf der Welt vor, von den Tropen bis zur Antarktis. Es existieren viertausend Arten, die bekannt sind, und in nur einem Jahr kann ein einziges Weibchen über eine halbe Millionen Nachkommen in die Welt setzen. Er lacht in sich hinein. Und man kann sie nicht durch Strahlung umbringen. Im evolutionären Sinne sind sie...so gut wie makellose Kreaturen, aber...trotzdem nur Kreaturen. Sie besitzen nur ein einfaches Nervensystem, und ihr Verhalten wird ausschließlich von ihren artspeziefischen Reaktionen auf Umweltreize beeinflußt. Anders als wir sind sie nicht in der Lage über etwas nachzudenken...und unfähig zu...einem eigenen Bewußtsein. Er schaltet das Licht an. Verglichen mit der Kakerlake sind wir nichts geringeres als Götter, und müssen uns daher dementsprechend verhalten.

Er läßt die Kakerlake fallen und tritt mit seinem Stiefel auf sie.

DR. ECKERLE: Stimmt es, daß sie - wenn man sie köpft - trotzdem weiterleben und erst sterben, wenn sie irgendwann verhungert sind?

DR. BUGGER: Weiß nicht. Ich bring’ sie gleich um.

DR. ECKERLE: Na ja, deswegen habe ich Sie ja auch gerufen.

DR. BUGGER nimmt seine Giftspritze und bespritzt die Kakerlaken.

DR. ECKERLE: Ich -e- ich habe gedacht, daß Sie die Insekten heutzutage durch Kälte töten würden.

DR. BUGGER: Daß sie erfrieren? Da bleibt ja der Spaß auf der Strecke. Nein, wir haben ein neues Pestizid, das wie ein Pilz wirkt. Es tötet nicht nur die infizierte Kakerlake, sondern überträgt die Seuche auch auf jede andere Kakerlake mit der sie in Berührung kommt.

DR. ECKERLE: Hauptsache ist, daß Sie sie irgendwie so schnell wie möglich ausräuchern. Das Viehzeug, wissen Sie, das macht mich wahnsinnig.

Dr. Eckerle verläßt den Keller.

Dr. Bugger spritzt weiter und sieht eine Kakerlake an einer Schranktür sitzen.

DR. BUGGER: Na warte, du arrogantes, kleines Ding.

Er bespritzt sie, doch die Kakerlake klettert an der Schranktür an ihren alten Platz zurück. Ihre Bewegung verursacht auf dem Holz ein leicht metallisches klicken. Dr Bugger stößt sie mit der Spritze von dem Holz. Die Kakerlake rennt über den Zementboden - wieder sind metallische Geräusche zu hören. Dr Bugger tritt auf sie drauf.

DR. BUGGER: Ahh!

Dr. Bugger tritt eine Schritt zurück und faßt sich an den Hals als hätte er Atemnot. Die Kakerlake bewegt sich noch immer - scheinbar unverletzt - am Boden. Er stützt sich gegen die Wand vor ihm, rutscht an ihr herunter und bleibt mit dem Rücken gegen sie gelehnt am Boden liegen. Plötzlich krabbeln aus einem Loch über ihm an der Wand mehrere Kakerlaken - eine fällt auf den schwer atmenden Mann, der schreiend zur Seite kippt. Dr. Eckerle kommt die Kellertreppe hinunter.

DR. ECKERLE: Ich hab’ vergessen ihnen zu sagen, wo ich noch ‘ne Kakerlake gefu-

Er sieht erschrocken, wie sich Dr. Bugger schreiend und keuchend über den Boden zieht. Sein oberer Rückenteil ist von Kakerlaken übersät. Kurz darauf bricht er zusammen und bleibt reglos am Boden liegen, während die Kakerlaken unter den Augen von Dr. Eckerle mit metallischem Klicken über seine Arme und seinen Rücken laufen.

nachts, irgendwo am Rande einer Landstraße in Massachusetts

Man sieht aus dem Inneren eines Wagens, wie eine Heuschrecke auf der Windschutzscheibe landet. Der Scheibenwischer wird betätigt und verscheucht sie. Die Kamera zoomt von außen langsam auf die Fahrgastzelle des stehenden Autos und man erkennt Fox Mulder. Sein Handy klingelt und er nimmt ab.

MULDER: Mulder?

SCULLY: off-screen Mulder, wo waren Sie? Ich versuch’ schon den ganzen Tag Sie zu erreichen.

MULDER: Da mein Haus im Moment desinfiziert wird, bin ich übers Wochenende einfach weggefahren. Ich bin in Massachusetts.

Die Kamera wechselt kurz zu Scully. Sie sitzt in ihrer Wohnung, ihr Telefon zwischen Hals und Schulter geklemmt und putzt ihre Dienstwaffe.

SCULLY: Besuchen Sie ihre Mutter?

Man sieht wieder Mulder .

MULDER: Nein. Ich sitze nur rum...und denke nach.

Das Bild wechselt erneut zu Scully.

MULDER: am Telefon Gestern Nacht sind hier überall in der Gegend unidentifizierbare Lichter gemeldet worden, ...die einfach am Himmel schwebten. Das Bild kommt zu ihm zurück. Hören Sie, ich weiß, daß Sie nicht dazu neigen, aber ... ist es Ihnen beim Betrachten des Nachthimmels noch nie passiert, daß Sie nicht nur mit Gewißheit gespürt haben, daß da oben etwas ist, sondern wußten, daß es Sie genau zur gleichen Zeit auch seinerseits beobachtet und sich...genauso Gedanken über Sie macht, wie Sie über es.

SCULLY: wieder im Bild, den Lauf der Waffe reinigend Mulder, das einzige, was noch zufälliger ist als das Auftauchen von Leben auf diesem Planeten, ist, daß er aufgrund absolut zufälliger biologischer Evolution eine Intelligenz, die so komplex ist wie unsere, hervorgebracht hat. Ich finde, allein schon der Gedanke man sieht kurz Mulder, einen enttäuschter Blick in seinen Augen an intelligentes außerirdisches Leben ist nicht nur astronomisch unglaubwürdig, sonder vielmehr auf grundlegender Ebene auch völlig anti-darwinistisch.

MULDER: durchs Telefon Scully,...was haben Sie gerade an?

SCULLY lächelt und lacht

MULDER: on-camera Ich weiß, was Sie sagen wollen, aber...ich werde weiter in den Nachthimmel gucken.

SCULLY: im Bild Halten Sie nicht zu intensiv Ausschau, vielleicht gefällt Ihnen nicht, was Sie entdecken.

MULDER: wieder on-camera Sind das nicht Worte, die er betätigt erneut den Scheibenwischer Dr. Zaius zu Charlton Heston in der Schlußszene von Planet der Affen gesagt hat?

SCULLY: Da war das ja wohl berechtigt.

Mulder wird von den Scheinwerfern eines Autos geblendet, daß anzuhalten scheint

MULDER: durchs Telefon, resolut Scully, ich muß jetzt auflegen.

SCULLY: Was? Mulder was ist denn los? Mulder hat aufgelegt, man hört das Freizeichen. Mulder!?

Scully schaltet mit einem fragenden Blick ihr Telefon aus.

Ein Sheriff steigt aus dem Wagen und kommt an Mulders Seitenfenster.

SHERIFF FRASS: Einen schönen guten Abend. Und was tun Sie hier?

MULDER: Ich sitz’ nur rum...und denke nach.

SHERIFF FRASS: Sie sitzten also ‘rum und denken nach? Mulders nickt bekräftigend Und telefonieren - mit wem? Ihrem Drogenhändler? Mulders grinst Zeigen Sie mir mal Ihren Ausweis. Mulders zeigt ihm seinen FBI-Ausweis FBI? Sind Sie an einem Fall dran?

MULDER: Angeblich sind hier gestern Nacht mehrere UFO’s gesehen worden. Konnten Sie die auch sehen?

SHERIFF FRASS: Hmm, nein Sir, nicht persönlich. Aber wir sind deswegen sehr oft angerufen worden.

MULDER: Und niemand ruft Sie heute an?

SHERIFF FRASS: Nein, Sir. Verfolgt das FBI solche Dinge?

MULDER: Nein.

SHERIFF FRASS: nach kurzem Zögern Entschuldigung, Sir - ich will ja nicht neugierig sein - aber warum sitzen Sie hier und lassen die Scheibenwischer laufen?

MULDER: Ich wollte nur einige Insekten abwehren, die auf meiner - Sheriff Frass weicht einen Schritt zurück und faßt an seine Dienstpistole ...Windschutzscheibe gelandet sind.

SHERIFF FRASS: Kakerlaken?

MULDER: Vielleicht, aber...vielleicht waren’s auch Käfer - ich kenn’ mich nicht so mit den Viechern so aus.

ein Funkspruch kommt aus Sheriff Frass’ Wagen: „Sheriff Frass, melden Sie sich bitte bei der Zentrale. Over. Wagen 7 und 9 bitte bei der Zentrale melden.“

Sheriff Frass geht zu seinem Wagen zurück und fährt neben Mulder

SHERIFF FRASS:'Mulders Ausweis durchs Fenster reichend Tut mir leid Sie gestört zu haben.

MULDER: Was ist denn los?

SHERIFF FRASS: Schon wieder ein Kakerlakenangriff.

Sheriff Frass fährt los

Scullys Appartement / KELLER von DR. ECKERLES Haus

SCULLY sitzt in ihrem Wohnzimmer, ißt zu abend und schaut fern

NACHRICHTENSPRECHERIN: Wie wir soeben erfahren haben - SCULLYS Telefon klingelt - findet eine Geiselnahme in der „Tribidi Ölraffinerie“ statt. Scully nimmt ab

SCULLY: Hallo?

Mulder hockt vor Dr. Buggers Leiche in Eckerles Keller, umgeben von einigen Polizeibeamten

MULDER: Ich glaube, Sie sollten lieber herkommen.

SCULLY: durchs Telefon Was ist denn los?

MULDER: Offenbar werden hier Menschen von Kakerlaken angegriffen und getötet.

SCULLY: Ich werde Sie jetzt nicht fragen, ob Sie das noch mal wiederholen könnten, weil ich weiß, daß Sie’s tun würden.

MULDER: Ich hocke hier vor der Leiche eines Kammerjägers, auf dessen jüngst verstorbenen Körper haufenweise Kakerlaken herumkrabbeln. Der Sheriff sagt, daß heute nachmittag zwei weitere Leichen im gleichen Zustand gefunden wurden.

SCULLY: Wo sind Sie noch mal?

MULDER: durchs Telefon In Miller’'s Grove. wieder im Bild Hier wohnen anscheinend viele Wissenschaftler. Die ersten zwei Leichen waren ein Molekularbiologe, ein Astrophysiker und in diesem Falle ist der Zeuge ein alternativer Treibstofforscher. Diese Meldungen stammen also nicht von irgendwelchen Bauernlümmeln.

DR. ECKERLE: wird von Sheriff Frass befragt. Er wirkt verstört und zittert Also, ich fürchte das Bild dieser Kakerlaken hat sich wohl für immer...in mein Gehirn...eingeprägt. Ich, ich seh’' sie jedesmal, wenn ich...meine Augen schließe.

SHERIFF FRASS: Versuchen Sie einfach sie nicht zu schließen.

DR. ECKERLE: Und wie...und wie soll ich dann schlafen können? Und wo? Ich verbringe die heutige Nacht jedenfalls garantiert nicht hier.

SHERIFF FRASS: Vielleicht können Sie sich ja ein Motel-Zimmer oder so ‘was nehmen.

SCULLY: zu Mulder Gab es Insektenbisse an den Körpern?

MULDER: zu Dr. Newton (Gerichtsmediziner) Insektenbisse?

DR. NEWTON: Nein.

MULDER: zu Scully Nein.

SCULLY: Wissen Sie, Mulder, Millionen Menschen sind allergisch gegen Kakerlaken. Es gibt immer wieder Fälle von tödlichen Reaktionen. Man spricht dann von einem anaphylaktischen Schock.

MULDER: zu Dr. Newton Anaphylaktischer Schock?

SCULLY: Hmhmhmm, und auffällig oft trifft er Insektenforscher, ...und natürlich auch Kammerjäger.

MULDER: durchs Telefon Na schön, wir werden das überprüfen.

SCULLY: Wollen Sie immer noch, daß ich komme?

MULDER: Nein, nein, nein, nein. Ich glaube, Sie haben recht. Danke, Scully.

Mulder steht auf und schaltet sein Handy aus

SHERIFF FRASS: Wer war das?

MULDER: Mein Drogenhändler.

Dachboden mit selbstgemachter Laboreinrichtung

zwei Jugendliche (Dude, Stoner) mixen sich Rauschmittel aus Dung, eine Freundin (Chick) ist anwesend

Stoner inhaliert Methan, er prustet

STONER: Junge...das Zeug turnt ja heftig! Jetzt bist du dran, Süße.

CHICK: Mh, mh, das ist nicht so mein Ding, Leute.

DUDE: Du weißt nicht was du versäumst. Versuch es. Weißt Du, dieser Stoff dringt nämlich in deinen Geist ein, und irgendwie...erweitert er ihn.

CHICK: Irgendwie hab’ ich nur das dumme Gefühl, daß mein Geist nicht das Einzige ist, was ihr erweitern wollt.

STONER: Ähh, willst Du dann vielleicht noch’n Bier trinken?

CHICK: Okay.

STONER gibt ihr eine Bierflasche aus einer selbstgebauten Kühlvorrichtung

DUDE: Ich weiß nicht recht. Ich glaub’, du machst einen Fehler. Bier ist doch nichts weiter - man sieht, wie eine Kakerlake aus einem Dunghaufen krabbelt - als Bier, aber dieses Zeug,...das steigert...-eh-...deine Wahrnehmungsfähigkeit so sehr, daß du draußen eine ganz andere Welt zu sehen glaubst - aber es ist noch die gleiche Welt, weißt du. er kratzt beiläufig sein linkes Handgelenk Es ergreift Besitzt von deinem Verstand und verändert deine ganze Bewußtseinsebene. Und erst dann kannst Du die Wirklichkeit sehen, wie sie...- er kratzt intensiver, ohne auf seinen Arm zu gucken -...in Wirklichkeit existiert. er schaut auf seinen Arm und sieht, wie eine Kakerlake durch eine Art Wunde in seinen Unterarm kriecht

DUDE: Oh Gott!

STONER: Was haste denn, Mann?

man sieht, wie sich mehrere Kakerlaken in seine Arme bohren, und unter der Haut entlanglaufen, es klickt teilweise metallisch.

DUDE: OH GOTT! KAKERLAKEN!!!

STONER: Nun flipp' nich'’ gleich aus, Alter.

CHICK: Was ist denn los?

DUDE: KAKERLAKEN!!!

er schnappt sich eine Rasierklinge, die auf dem Tisch liegt und schneidet sich wie wild in die Arme.

STONER: Was ist los mit dir?!

CHICK: Aufhören!!!

Stoner und Chick versuchen ihn festzuhalten

DUDE: - raus aus mir! Ich will sie nicht in mir drin haben!!! SIE SIND IN MIR DRINN!!! AHHHH!

Dachboden der Jugendlichen / Scullys Apartment

Scully wäscht ihren Hund Queequeg mit einem Anti-Floh-Shampoo („Die! Flea! Die!“) in der Spüle. Das Telefon klingelt

SCULLY: zu Queequeg Sitz!

Queequeg winselt. Sie nimmt den Hörer ab

SCULLY: Hallo?

MULDER: durchs Telefon Ich glaube, es ist doch besser, wenn Sie herkommen, Scully.

SCULLY: Schon wieder ein Toter?

Er hockt zusammen mit Dr. Newton vor Dudes Leiche. Hinter ihm im Raum werden Stoner und Chick von Sheriff Frass vernommen. Außer ihnen sind noch weitere Officers anwesend

MULDER: Ja, und das war keine allergische Reaktion. Zwei Zeugen haben erlebt, wie das Opfer geschrien hat wegen der Kakerlaken, die sich in seinen Körper gruben.

SCULLY: Sind die Dinger noch immer in der Leiche?

MULDER: Gefunden haben wir noch keine, aber er hat Wunden am ganzen Körper.

SCULLY: off-screen Von den Kakerlaken?

MULDER: Na ja, das Opfer hat mit einer Rasierklinge versucht, sich von den Viechern zu befreien, aber wir sind nicht sicher, daß er sich alle Wunden selbst zugeführt hat - abgesehen von der zerfetzten Aeterie.

SCULLY: Waren da vielleicht irgendwelche Drogen im Spiel?

MULDER: durch den Raum wandernd Na ja, hier steht eine selbstgemachte Laboreinrichtung und ich bin mir nicht sicher, was er da zusammengebraut hat.

Mulder riecht an einem Zylinder und fährt angewiedert zurück

MULDER: Mann, das riecht ja wie ein Chemieklo. zu einem Officer Bitte lassen sie das hier analysieren, ja?

SCULLY: Es gibt eine psychotische Störung bei manchen Arten von Drogenmißbrauch, wo der Betroffene an der Wahnvorstellung leidet, daß Insekten seine Haut befallen. Man nennt sie das Ekbom-Syndrom.

MULDER: Ekbom-Syndrom?

SCULLY: Das Oper schlitzt sich bei dem Versuch auf, das eingebildete Insekt zu entfernen off-screen Möchten sie noch immer, daß ich komme?

MULDER: mit entschuldigendem Unterton Nein, Sie haben wahrscheinlich recht. Tut mir leid, Sie gestört zu haben.

SCULLY: Das macht doch nichts. leicht entnervt Bis dann.

Scully schaltet ihr Telefon aus und dreht sich zur Spüle um - doch Queequeg ist weg. Sie schaut nach links und man hört Sachen umfallen, zusammen mit Queequegs Gekläffe

SCULLY: aus dem Bild stürzend Hey!

SHERIFF FRASS: auf Mulder zukommend Aus den anderen beiden war nichts rauszubekommen.

MULDER: Wie wär’s mit etwas Urin? Sheriff Frass schaut ihn fragend an Für Drogentests.

Mulder sieht an der Unterseite eines Holztisches hinter Sheriff Frass eine Kakerlake sitzen und geht auf sie zu. Er bückt sich nach unten und betrachtet sie kurz, bevor er sie mit seiner rechten Hand umschließt und wieder nach oben kommt

SHERIFF FRASS: Haben Sie sie?

MULDER: Bringen Sie mir einen Behälter.

Sheriff Frass und Dr. Newton bringen ihm ein Glasgefäß. Mulder hält seine Hand darüber und öffnet sie, wobei man es knacken hört und das einzige, was ins Glas fällt sind kleine, sandkorngroße Stückchen

MULDER: Oh, ich habe sie getötet.

SHERIFF FRASS: Sie haben sie nicht nur getötet - sie haben sie vernichtet.

MULDER: Sie muß irgendwie geschmolzen sein: Es ist bloß noch ein leeres Skelett.

SHERIFF FRASS: Jetzt haben wir den Beweis, daß irgendwelche Kakerlaken hier waren.

MULDER: Wir haben mehr als das, Sheriff. Ich glaube nämlich, daß diese Insektenhülle aus Metall besteht.

Dr. Newton schaut den Agenten erstaunt, aber auch skeptisch an. Man sieht Mulders rechte Hand, deren Haut von der metallischen Substanz aufgerissen wurde.

irgendein Krankenhaus in Miller'’s Grove

Dr. Newton behandelt Mulders Hand in einem Nebenzimmer

DR. NEWTON: Das ist nichts weiter als ‘ne Hautabschürfung.

MULDER: Eine Abschürfung durch eine metallische Substanz?

DR. NEWTON: Nah, also bevor die Analyse der Insektenüberreste nicht fertig ist, möchte ich lieber keine voreiligen Schlüsse ziehen. Nach kurzer Pause Ah, hm, Agent Mulder, ich...ich als Arzt habe es schon immer am besten gefunden...vollkommen ehrlich und offen zu meinen Patienten zu sein, egal wie unangenehm und negativ die Information auch sein mag.

MULDER: Was hat das jetzt zu bedeuten?

DR. NEWTON: Ich hoffe, daß Sie auch offen zu mir sind. Was zum Teufel geht hier eigentlich vor? Was ist los? Schweben wir irgendwie in Gefahr?

MULDER: Das weiß ich nicht.

DR. NEWTON: Oder sollte ich vielleicht meine Familie evakuieren?

MULDER: Woher soll ich das wissen?

Sheriff Frass kommt herein

SHERIFF FRASS: Doktor, wir warten darauf, daß Sie den Leichnam obduzieren.

DR. NEWTON: Ja, hm. Zuerst muß ich noch ‘ne kleine Pause einlegen. Seit der Unterhaltung mit Agent Mulder scheine ich ein wenig unter Verstopfung zu leiden.

Er verläßt den Raum.

SHERIFF FRASS: Was hat denn der für ein Problem?

MULDER: Ach, er regt sich darüber auf, daß ich nicht weiß, was hier los ist

SHERIFF FRASS: Und was zum Teufel ist denn hier nun los?

Szenenwechsel zu Dr. Newton, der im Waschraum auf der Toilette sitzt und eine Zeitschrift liest. Eine Kakerlake kriecht aus einem Abfluß am Boden und krabbelt zu Dr. Newtons Kabine - es sind wieder metallische Geräusche zu hören. Man sieht, wie vier Kakerlaken auf dem Spülkasten herumlaufen und eine weitere krabbelt auf der Toilettenpapierrolle.

Szenenwechsel zurück Mulder

MULDER: Ich seh’' ja die Wechselwirkung auch, aber nur weil ich für die Bundesregierung arbeite bin ich noch kein Experte für Kakerlaken.

SHERIFF FRASS: Soll das etwa heißen, daß Sie nichts über die Experimente wissen, die die Regierung hier durchführen läßt?

MULDER: Experimente?

SHERIFF FRASS: Vor ein paar Monaten hat jemand, der angeblich vom Landwirtschaftsministerium ist, seinen Stützpunkt auf der anderen Seite der Stadt errichtet. Niemand weiß genau, was da draußen vor sich geht. Es ist streng geheim - nach dem Motto: Schnauze halten.

MULDER: Und was unterstellen Sie jetzt?

SHERIFF FRASS: Die Killerbienen...waren ein genetisches Experiment, das schief ging, und sie wurden auf eine arglose Bevölkerung losgelassen. Kann doch sein, daß sie im Auftrag der Regierung eine völlig neue Art von Mörderkakerlaken züchten.

MULDER: Behalten Sie lieber diese Theorie für sich, Sheriff - sonst geraten die Leute in Panik.

plötzlich hören sie jemanden auf dem Flur schreien

MANN: Ahhh! Oh Gott! Hilfe! Ich brauch’ unbedingt Hilfe!

Mulder und Sheriff Frass folgen dem Hilferuf und kommen in den Waschraum, wo schon andere Angestellte des Krankenhauses sind. Der Mann (Arzthelfer) hockt neben Dr. Newtons reglosen Körper und checkt den Puls

SHERIFF FRASS: Was ist denn hier passiert?

ARZTHELFER: Kakerlaken. Er ist völlig von Kakerlaken bedeckt gewesen.

SHERIFF FRASS: Ich seh'’ keine Kakerlaken.

ARZTHELFER: Ich war draußen, um Hilfe zu holen, und als ich zurückgekommen bin...waren sie verschwunden.

Mulder blickt durch den Raum und sieht auf dem hintersten Waschbecken eine anscheinend tote Kakerlake liegen. Er und Sheriff Frass kommen vorsichtig näher.

SHERIFF FRASS: Vorsichtig. Vorsichtig.

Mulder nimmt die Kakerlake mit der linken Hand

MULDER: Hmm. Sie kommt mir überhaupt nicht ungewöhnlich vor.

Plötzlich beginnt die Kakerlake zu krabbeln und Mulder läßt sie vor Schreck ins Waschbecken fallen, wobei sie ins Abflußrohr entkommt. Danach zeigt die Kameraperspektive aus dem Inneren des Rohres Sheriff Frass und Mulder, der noch mit zwei Fingern versucht, die Kakerlake zu fassen, doch sie krabbelt davon.

SHERIFF FRASS: Das nächste Mal überlassen Sie mir die Kakerlaken.

Scullys Appartement / Waschraum des Krankenhauses

Scully liegt auf ihrer Couch und liest „Breakfast at Tiffany's“. Das Telefon klingelt - Scully nimmt ab.

SCULLY: Wer ist jetzt gestorben?

MULDER: Der Gerichtsmediziner. Seine Leiche ist bedeckt von Kakerlaken neben einer Toilette gefunden worden. 'durchs Telefon Ich glaube sie sollten doch kommen.

SCULLY: In einer Toilette? Sehen sie sich seine Augen an.

man sieht wieder Mulder. Er hockt sich neben Dr. Newtons Leiche und untersucht dessen Augen durchs Telefon Ist eins davon blutunterlaufen und hat eine erweiterte Pupille?

MULDER: Ja. Und?

SCULLY: Er starb vermutlich an einem Gehirnaneurysma.

MULDER: durchs Telefon Gehirnaneurysma?

SCULLY: Eine große Kraftanstrengung ist eine der üblichen Ursachen für Gehirnaneurysmen.

MULDER: Und was hat das mit den Kakerlaken zu tun?

SCULLY: zuckt die Schultern Haben sie welche gefangen?

MULDER: durchs Telefon Nein. Nur beinahe.

SCULLY: verzieht den Mund Ich weiß nicht, was ich Ihnen antworten soll. Sie behaupten doch hoffentlich nicht, Sie wären auf eine Plage von Killerkakerlaken gestoßen.

Regierungseinrichtung für den landwirtschaftlichen Forschungsdienst, Miller'’s Grove / Scullys Apartement

Es ist noch immer dunkel. Die Kamera ist auf ein Schild mit der Aufschrift 'NO TRESPASSING - Property of - The United States - Department of Agriculture' gerichtet. Im Hintergrund kann man ein gewöhnliches, zweistöckiges Einfamilienhaus sehen. Mulder klettert über Zaun. Sein Mobiltelefon klingelt - er nimmt ab

MULDER: durch den Vorgarten gehend Mulder.

SCULLY: durchs Telefon Mulder? wieder on-srceen. Sie sitzt vor ihrem Laptop und ißt Eiscreme Ich hab’ mal ein bißchen nachgeforscht: Mitte der 80er gab es eine Kakerlakenspezies, die vorher nur in Asien anzutreffen war. Doch seit damals gibt es sie auch in Florida und inzwischen haben sie ihren festen Platz in der heimischen Tierwelt.

MULDER: wieder on-screen. Er geht auf ein Fenster zu Greifen sie Manschen an?

SCULLY: durchs Telefon Nein, aber sie verhalten sich anders, als unsere einheimischen Arten. on-screen Sie können lange Strecken fliegen. Und sie werden vom Licht angezogen.

MULDER: Aber greifen sie auch Menschen an?

SCULLY: Ich nehme an, was da bei Ihnen passiert, ist vielleicht das erste Auftauchen einer neuen Art von Kakerlaken man sieht wieder Mulder. Er geht auf die Haustür zu

durchs Telefon in diesem Land, und zwar einer, die von Menschen angezogen wird.

MULDER: Obwohl das ja ganz überzeugend klingt, gefällt mir das gar nicht, Scully. Haben Sie gewußt, daß das Landwirtschaftsministerium hier im Auftrag der Bundesregierung streng geheime Experimente durchgeführt hat?

SCULLY: durchs Telefon Mulder, Sie wollen doch nicht etwa schon wieder unbefugt Regierungseigentum betreten, oder?

Mulder zieht seinen lock-pick und setzt ihn am Schloß an

SCULLY: Ich weiß, daß Sie das öfter machen, aber ich denke nicht, daß es in diesem Fall -

MULDER: durchsTelefon Zu spät, ich bin schon längst drin. man sieht wieder Mulder: er steht im Eingang des Hauses und knipst seine Taschenlampe an.

SCULLY: off-screen Und, was geht da vor? Was können Sie sehen?

MULDER: Ich bin in einem Haus. Es ist offenbar leer.

SCULLY: Wie sieht’s in dem Haus denn aus?

sie schiebt sich einen Löffel Eiscreme in den Mund

MULDER: durch den Raum wandernd Es ist ein...typisches, zweigeschossiges Vororthaus. Schönes großes Wohnzimmer, sparsam möbliert. durchs Telefon - man sieht Scully weiter Eis essen Schicker Teppichboden, Kamin.

on-screen - er geht in die Küche Nette Küche...mit modernsten Haushaltsgeräten... und sich bewegenden Wänden. man sieht kleine Hubbel unter der Tapete wandern.

SCULLY: Sich bewegende Wände?

MULDER: Ja. er geht auf eine Wand zu. Wellenförmig.

Er hält seine Taschenlampe direkt vor ein Loch in der Tapete - plötzlich krabbeln unzählige Kakerlaken aus dem Riß.

MULDER: Ah, Kakerlaken!

SCULLY: Was?!

MULDER: Kakerlaken!! er leuchtet durch den Raum Sie sind überall!

er schaut zu seien Füßen, wo über 40 Kakerlaken entlang laufen

MULDER: Ah, ich bin umzingelt!

SCULLY: Sie müssen versuchen, das Haus sofort zu verlassen!

MULDER: durchs Telefon AH! NEIN!

SCULLY: Was ist denn jetzt los? Was ist passiert?

MULDER: Die Taschenlampe ist aus gegangen.

das Licht im Raum geht an

SCULLY: Mulder, was ist denn mit Ihnen?

Die Kamera zoomt aus der Froschperspektive auf Mulders Gesicht. Er hat einen faszinierten und erwartungsvollen Blick in den Augen und hebt kurz beide Augenbrauen bei halboffenem Mund.

MULDER: Ich leg’ jetzt auf.

er schaltet sein Mobiltelefon aus

SCULLY: Mulder?! MULDER!

Sie schaltet mit einem besorgten und halbängstlichen Gesichtsausdruck ihr Telefon aus

Man sieht wieder Mulder, der noch immer wie angewurzelt im Raum steht, dann sieht man Dr. Bambi Berenbaum in der Tür stehen - die Hände auffordernd in die Seiten gestemmt

BAMBI: Darf ich Sie fragen, warum Sie unbefugt Regierungseigentum betreten?

MULDER: Ich bin Bundesagent.

er greift nach seinem Asuweiß.

BAMBI: Das bin ich auch.

Mulder hält seinen Ausweis vor sich

MULDER: Agent Mulder. FBI.

Bambi zückt ihren Ausweis

BAMBI: Dr. Berenbaum. USDA. Landwirtschaftlicher Forschungsdienst.

MULDER: Dr. Berenbaum, ich werde Ihnen ein paar Fragen stellen müssen.

BAMBI: Und die wären?

MULDER: Was macht eine Frau wie Sie an einem Ort wie diesem?

Die Kamera wechselt kurz zu Scully: sie sitzt noch immer vor ihrem Laptop, den sorgenvollen Blick starr auf ihr Telefon vor ihr gerichtet, wobei sie ihre Arme verschränkt auf den Tisch gestützt hat und dabei versucht, ruhig zu atmen. Währenddessen läßt sich Mulder von Bambi die Laboreinrichtung zeigen

BAMBI: Indem wir untersuchen, wie Insekten auf Lichtveränderungen, Temperatur, Luftströmungen und Nahrungsangebot reagieren, können wir die beste Methode bestimmen, sie auszurotten.

MULDER: Aber wieso die ganze Heimlichtuerei, die die guten Bürger dieser Stadt mißtrauisch gemacht hat?

BAMBI: Erwarten Sie von uns, daß wir annoncieren, daß wir tausende von Kakerlaken absichtlich in einem Haus in ihrer Nachbarschaft aussetzten?

MULDER: Nein - aber diese, er zeigt aus dem Raum diese Kakerlaken, sind die eine ganz normale Spezies?

BAMBI: Ja, es sind einheimische.

MULDER: Haben Sie vielleicht...eine Kakerlakenspezies kennengelernt, die - eh - sich sogar an Menschen heranwagt?

sie setzen sich an einen Tisch

BAMBI: Von den meisten Kakerlakenarten ist bekannt, daß sie sich waschen, nachdem sie von Menschen berührt worden sind.

MULDER: Wirklich? Also gab es ihres Wissens nach noch nie Angriffe er hebt seine Hände stoßend zwischen sich und Bambi, um das Wort Angriff zu verdeutlichen durch Kakerlaken auf Menschen.

bei den letzten Worten schaut er auf seine Hände und merkt, daß er sie in einer diversen Haltung auf einer gewissen Höhe vor ihr hält und läßt sie sofort wieder in seinen Schoß fallen.

BAMBI: Na ja, es gab schon Fälle wo Kakerlaken einem Menschen ins Ohr oder in die Nase gekrochen sind.

MULDER: In die Nase? Mhhhh. er lehnt sich angeekelt zurück auf eine Vorrichtung zeigend Und...was ist das da?

er rollt mit seinem Stuhl auf die andere Seite von ihr, um näher (am Gerät) zu sein

BAMBI: Das ist ein Lieblingsprojekt von mir. Da das Exoskelett eines Insekts eine di-elektrische Umgebung ist, die Kamera zeigt die Versuchsvorrichtung: eine Kakerlake krabbelt träge in einer Petrischale, die mit einer Kupferdrahtspule unter ihr verbunden ist. Über der Petrischale ist ein hakenförmiges Metallröhrchen angebracht. Also das leitende Medium seiner Körperflüssigkeit, fällt die sogenannte Büschelentladung farbig aus, wenn es ein elektrische Feld durchläuft.

Sie drückt auf einen roten Button und man hört ein elektrisches Summen, wobei die Kakerlake blau aufleuchtet

MULDER: Oh. Und was wollen Sie damit beweisen?

BAMBI: Wissen Sie, ich habe die Theorie entwickelt, daß UFOs eigentlich Insektenschwärme sind. Ich weiß ja nicht, ob Sie irgend etwas über UFOs wissen, aber...

Mulder nickt (mehr oder weniger) vielsagend zur Seite Alle Charakteristika einer angeblichen Sichtung sind die gleichen, wie bei Nachtinsektenschwärmen, die durch elektrische Felder fliegen. Das urplötzliche Erscheinen einer glühenden, farbigen Lichtquelle, die die Nacht erleuchtet Mulder nickt heftig und möglicherweise summend am Himmel zu schweben scheint Mulder nickt weiter und irgendwelche Störungen beim Empfang von Radio- und

Mulder nickt noch heftiger Fernsehsignalen erzeugt und die dann ganz urplötzlich verschwindet.

MULDER: er schüttelt leicht den Kopf und klingt desorientiert Also...nächtliche Insektenschwärme. er schaut auf die Versuchskakerlake Das ist...das ist faszinierend.

BAMBI: Einfach alles, was mit Insekten zu tun hat, ist faszinierend. Sie sind wirklich bemerkenswerte Geschöpfe, so wunderschön und so ehrlich.

MULDER: Ehrlich?

BAMBI: Essen, schlafen, verdauen und sich fortpflanzen. Das ist alles, was sie tun. Das ist auch alles, was wir tun, aber wenigstens tun Insekten nicht so, als ob es mehr als das wäre. Stört meine wissenschaftliche Objektivität Sie?

MULDER: Nein. Nein, eigentlich find’' ich sie...sehr erfrischend.

Mulders Mobiltelefon klingelt. Er stößt ein beiläufiges „ahh“ aus und nimmt ab

MULDER: Nicht jetzt. er knipst es sofort wieder aus Wissen Sie...ich hab’...irgendwie...an Insekten schon immer großes Interesse gehabt.

BAMBI: Wirklich?

Die Kamera wechselt die Einstellung, und man sieht die beiden Bundesagenten im Hintergrund der Versuchsvorrichtung mit der Kakerlake. Die - ohne daß der rote Button gedrückt zu werden scheint - unter statischem Summen blau aufleuchtet


MILLER’'S GROVE MOTOR LODGE


ein Mann (1. Motelgast) liegt auf seinem Hotelbett und schaut Nachrichten (Sender WRBK 3)

NACHRICHTENSPRECHERIN: Das ist nun schon die fünfte Meldung über eine Leiche, die inmitten einer Horde von Kakerlaken gefunden wurde. eine Kakerlake krabbelt über das Fußende des Betts Aber die Polizei bestätigt nicht - oder zumindest noch nicht - daß die Insekten etwas mit den Todesfällen zu tun haben. Die Polizei hat auch Gerüchte zurückgewiesen, daß diese Todesfälle das Resultat eines Ausbruchs des Ebolavirus sind, das irgendwie von infizierte Kakerlaken verbreitet wird. Drei Kakerlake laufen unbemerkt am Kopfkissen des Mannes entlang. Es sind metallische Geräusche zu hören Die Aufklärung dieser Fälle bleibt zunächst den örtlichen Behörden überlassen, aber eine der Krankenschwester hier hat bestätigt, daß auch ein FBI Agent daran arbeitet. Die Polizei rät: Falls sie irgendwelche Kakerlaken sehen nicht in Panik zu geraten, sondern die Behörden sofort zu unterrichten, und diese Gebiet so schnell wie möglich zu verlassen. man sieht auf Fernseher, wie zwei Männer in Schutzanzügen durchs Bild gehen Das war ein Life-Bericht von Skye Leikin für die Spätnachrichten auf Kanal 3. der Mann greift zur Fernbedienung - um die drei Kakerlaken krabbeln - und schaltet zu einem Spielfilm

FRAU: zu ihrem Gegenüber Und dann hat es auf einmal ganz furchtbar geknallt. Weißt du, du hättest getötet werden können.

Mulders Zimmer in der Miller’'s Grove Motor Lodge / Scullys Appartment

Mulder liegt anscheinend ruhig in seinem Bett, doch dann greift er kurz um sich und schaut darauf hektisch unter die Bettdecke. Nach kurzem Warten packt er sich an die Nase und atmet stoßweise aus. Danach fährt er sich zweimal von hinten durch die Haare, bevor er sich wieder ins Bett zurückfallen läßt. Er nimmt den Telefonhörer auf dem Nachttisch ab, knipst das Licht an und wählt

Schnitt zu Scully: sie liegt in ihrem Bett, das Telefon neben ihr auf dem Kopfkissen und die Raumbeleuchtung eingeschaltet. Es klingelt und sie nimmt sofort ab.

SCULLY: Mulder, ist alles in Ordnung?

MULDER: durchs Telefon Ich kann nicht schlafen.

SCULLY: Und was hat es mit diesem Haus nun auf sich?

MULDER: durchs Telefon Ach, die führen da legale Experimente durch. on-screen Der verantwortliche Entomologe Dr. Berenbaum stimmt ihrer Theorie über das zufällige Auftauchen einer neuen Kakerlakenspezies zu.

SCULLY: durchs Telefon Hat er ihnen einen Tip gegeben, wie man sie fangen kann?

MULDER: Nein, aber sonst hat sie mir alles über Insekten erzählt, was es zu wissen gibt.

SCULLY: on-screen Sie?!

MULDER: steht auf und geht zum Fenster Ja, wußten Sie, daß die alten Ägypter die Mistkäfer verehrten und möglicherweise ihnen zu Ehren die Pyramiden errichtet haben, ...die vielleicht nur gigantische symbolische Dunghaufen sind?

SCULLY: Wußten sie, daß der Erfinder der Toilettenspülung sich selbst ‘runtergespült hat?

Mulder lacht

MULDER: durchs Telefon Bambi hat auch eine Theorie entwickelt, von der ich noch nie gehört habe.

SCULLY: ihm ins Wort fallend Wer?!

MULDER: off-screen Dr. Berenbaum. Jedenfalls ist sie der Meinung, daß -

SCULLY: Ihr Name ist Bambi?!

MULDER: Ja, ihre Eltern war’n beide Naturkundler. Sie hat die Theorie entwickelt, daß UFOs eigentlich nur Nachtinsektenschwärme sind, die elektrische Felder durchfliegen.

SCULLY: Ihr Name ist Bambi?

MULDER: sich an die Stirn packend Scully, darf ich Ihnen ‘was beichten?

SCULLY: verunsichert Ja, natürlich. Nur zu.

MULDER: Ich hasse Insekten.

SCULLY: Wissen Sie, viele Menschen haben Angst vor Insekten, Mulder, das ist nur ein...ein ganz natürlicher Instinkt sich vor -

MULDER: Nein, nein, ich hab’ keine Angst vor ihnen. er setzt sich auf sein Bett Ich hasse sie. nach kurzer Pause Ich bin mal - als ich noch ein Junge war - auf einen Baum geklettert und da kam dieses Blatt auf mich zugelaufen. Ich brauchte ‘ne halbe Ewigkeit um zu merken, daß es kein Blatt war.

SCULLY: Eine Gottesanbeterin?

MULDER: Ja. Ich sah mich plötzlich mit ‘ner Gottesanbeterin konfrontiert und fing an zu schreien - und das war nicht etwa das kreischen eines kleinen Mädchens sondern vielmehr der Schrei von jemanden der einem Monster gegenübersteht, das nicht das Recht hat, den gleichen Planeten wie ich zu bewohnen. Ist Ihnen aufgefallen, daß der Kopf einer Gottesanbeterin dem Kopf eines Außerirdischen sehr ähnlich ist? An diesem Tag hat die Natur mir ihre Geheimnisse offenbart, aber statt fasziniert zu staunen fühlte ich mich...nur abgestoßen.

SCULLY: Kann es nicht doch nur ein Mädchenkreischen gewesen sein?

MULDER: Nein -

Mulders Antwort wird von einem langen, schmerzvollen Schrei unterbrochen.

SCULLY: Was war das?

MULDER: Ich ruf’ Sie wieder an.

SCULLY: Mul-

sie hört das Freizeichen und legt frustriert auf

Schnitt in den Motelflur: Dr. Eckerle geht vorsichtig den Gang entlang und ein anderer Motelgast kommt aus seinem Zimmer heraus

DR. ECKERLE: Haben Sie das auch gehört?

2. MOTELGAST: Das kam von da drüben.

er deutet mit dem Daumen auf das Zimmer nebenan. Ein weiterer, farbiger Mann kommt aus seinem Zimmer

3. MOTELGAST: Was zum Teufel ist hier los?

sie gehen gemeinsam zur Tür des besagten Zimmers

DR. ECKERLE: Hallo? er klopft gegen die Holztür Ist da drinnen bei Ihnen alles in Ordnung?

Er öffnet die anscheinend unverschlossene Tür, knipst das Licht an und sieht den 1. Motelgast mit Kakerlaken übersät regungslos auf dem Bett liegen. Er schreit auf und weicht zusammen mit den anderen beiden Motelgästen zurück. Einige Kakerlaken krabbeln umher - man hört metallisches Zirpen.

DR. ECKERLE: Bloß weg -

2. MOTELGAST: Nichts wie weg hier! Sie stürzen davon. Mulder kommt mit blankem Oberkörper und in Jeans (der Gürtel ist offen) Dr. Eckerle und dem 3. Motelgast im Flur entgegen: er hat seine Dienstwaffe in der Hand und hält sie neben dem Oberschenkel als er sich zwischen den beiden durchdrängt und aufs Zimmer zu rennt.

DR. ECKERLE: im Vorbeirennen Das ist genau wie bei dem Kammerjäger!

Mulder wird vorm Zimmer langsamer, hält vor der Tür kurz inne, schaut in den Raum und geht dann hinein, wobei er beim Eintreten scharf einatmet. Die Kamera zoomt auf sein Gesicht, bevor man erneut den 1. Motelgast sieht, auf dem keine einzige Kakerlake zu sehen ist. Danach zeigt die Kamera wieder Mulder mit resigniertem Gesichtsausdruck in der Totalen und blendet aus.

Scullys Apartment / Motelzimmer des 1. MOTELGASTS

Das Bild blendet in Scullys Schlafzimmer über: Sie hat diesmal eines ihrer Kostüme an und öffnet gerade eine Schublade, um einen Pullover vermutlich herauszuholen, als ihr Telefon klingelt. Sie geht mit dem Pullover in der Hand zum Bett zurück und läßt ihn in ihre Reisetasche fallen und nimmt dann ab.

SCULLY: Wen hat es diesmal dahingerafft?

Schnitt zu Mulder: ein Polizist schießt ein Foto vom toten Motelgast und geht aus dem Bild - hinter ihm kommt Mulder zum Vorschein

MULDER: Einer der Motelgäste ist gestorben.

SCULLY: wieder on-screen. Weiter packend Mulder, ich komme jetzt sofort zu Ihnen.

MULDER: on-screen Scully, ich fürchte dieser Mann starb einfach durch eine Reaktion auf die Kakerlaken.

im Hintergrund sieht man, wie Dr. Eckerle von einem Polizisten hinaus geleitet wird. Hinter der Tür steht ein Kameramann mit einer weiteren Person. Mulder setzt sich auf das Bett.

SCULLY: off-screen Zwei Fälle von anaphylaktischem Schock on-screen am selben Tag in der selben Stadt sind äußerst unwahrscheinlich.

MULDER: Nein, ich glaube, daß dieser Mann einfach einen Herzinfarkt hatte. Sheriff Frass kommt ins Zimmer und gibt Mulder einen Bericht und geht darauf wieder Gerüchte über die Kakerlaken und die damit verbundenen Todesfälle sind nach draußen gedrungen und...ich schätze der Mann hat sich bei dem Anblick von ein paar Kakerlaken irgendwie zu Tode erschreckt.

SCULLY: Wie dem auch sei, Mulder, ich finde, daß da bei Ihnen etwas sehr merkwürdiges vor sich geht.

MULDER: durchs Telefon Vielleicht auch nicht. on-screen - er blättert in dem Bericht Sie hatten mit jeder Ihrer Vermutungen Recht: Der Kammerjäger starb an einem anaphylaktischen Schock, der junge Mann ist an selbst zugefügten Wunden gestorben und war außerdem high von Methandämpfen aus brennendem Dung und der Gerichtsmediziner ist an einem Gehirnaneurysma gestorben.

Schnitt zu Scully

SCULLY: Das erklärt trotzdem nicht, warum die Kakerlaken an all d en Orten gewesen sind.

MULDER: on-screen Und genauso wenig, daß ihr Skelett offenbar aus Metall ist.

SCULLY: durchs Telefon Aus Metall? Wovon sprechen Sie überhaupt?

Mulders Aufmerksamkeit ist nun auf eine Pappschachtel gerichtet, die unter dem Zimmertisch liegt Mulder?

Er legt den Bericht zur Seite und läßt sich langsam auf den Boden gleiten, um in die Schachtel schauen zu können

SCULLY: on-screen Mulder, ich mach mich auf den Weg.

Schnitt zurück zu Mulder

MULDER: Ganz wie Sie wollen.

Er schaltet sein Mobiltelefon ab, dann hebt er die Schachtel vorsichtig unter dem Tisch hervor und guckt hinein. Man kann im Inneren der Schachtel eine Kakerlake sehen, die vor einem Beinpaar hockt und sich merkwürdig bewegt

Dr. Bambi Berenbaums Labor

Die Kamera ist von unten durch ein Vergrößerungsglas gerichtet: im Vordergrund kann man unscharf ein Kakerlakenteil erkennen, das von Dr. Berenbaum mit einer Pinzette gehalten wird - hinter dem Vergrößerungsglas sieht man links die eine Augenpartie von Bambi, kurz darauf drückt sich Mulder von rechts kommend an ihr Gesicht ins Bild

MULDER: Können Sie mir sagen, was für eine Art von Kakerlake das ist?

BAMBI: Das müßte ich eigentlich können. die Kamera zeigt nun beide im Profil Der Unterleib ist noch dran und wir differenzieren die Spezies immer durch ihre Genitalien. die Kameraeinstellung wechselt in eine Seitenansicht Ach du meine Güte.

MULDER: Ist es anormal?

BAMBI: Das würd’ ich schon sagen. Da hängt ja wie bei einer Libelle. Entschuldigen Sie mal.

sie drückt sich an ihm vorbei um es unter dem Mikroskop zu betrachten

MULDER: Ist es auch jetzt noch ungewöhnlich?

BAMBI: Na ja, jedenfalls für ein Insektengeschlechtsteil. Aber vielleicht nicht für einen Mikroprozessor.

MULDER: Wollen Sie damit sagen, daß dieses Insekt mechanisch ist? Mulder schaut selber durchs Mikroskop Worauf muß ich denn hier besonders achten? Haben Sie denn je zuvor so etwas gesehen?

BAMBI: Nur in Wissenschaftsjournalen. Es gibt einen Forscher, der sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt und Roboter entwirft, die Insekten gleichen und sich wie solche verhalten. Ich hab’ sie zwar nie selber gesehen aber oft daran gedacht ihn zu besuchen.

MULDER: Er arbeitet also in dieser Stadt?


MASSACHUSETTS
INSTITUT FÜR ROBOTERTECHNIK


Mulder kommt die Treppe am Ende des Gangs hinunter; ein schuhkartongroßer, insektenähnlicher Robotor kreuzt von links nach rechts das Kamerabild und schafft es im Vorbeikrabbeln den Text der Ortsangabe zu löschen. Mulder bleibt stehen und betrachtet, wie es in den vor ihm liegenden Raum krabbelt, dann geht er auf das Labor zu; der Roboter kommt wieder in die Türschwelle gekrabbelt und schaut zu Mulder hoch; er geht einen Schritt auf den Roboter zu, der sofort etwas zurückweicht; daraufhin macht Mulder noch einen kleinen Schritt und der Roboter „flieht“ in den Raum zurück - Mulder folgt ihm und schaut sich suchend nach ihm um. Plötzlich hört er etwas größeres von hinten an sich heranfahren und dreht sich um: hinter ihm sitzt ein Mann in einem elektrischen Rollstuhl, an dem ein Laptop angebracht ist, und ein Mikrophon wird von einer Stange vor seinen Kehlkopf gehalten

MULDER: Dr. Ivanov?

IVANOV: Warum erschrecken Sie meine Roboter?

Kameraschnitt; das Bild zoomt von einem bauähnlichen Roboter weg, das auf einem Tisch neben Mulder steht

IVANOV: Seit Jahrzehnten haben meine Kollegen, die sich mit der künstlichen Intelligenz beschäftigen, einen autonomen Roboter zu erschaffen versucht. Aber sie wollten ihren Maschinen das Gehirn eines Menschen geben Mulder hockt sich vor den Roboter , der auf dem Tisch steht, und bewegt eine Hand vor dessen Sensorantennen, worauf der Roboter den Kopf und die Beine bewegt und das hat sie versagen lassen: Ein menschliches Gehirn ist zu komplex, zu berechnend. Es denkt einfach zu viel, aber Insekten reagieren bloß auf Umweltreize. Kameraschnitt zu dem Roboter, den Mulder im Gang getroffen hat. Er kommt auf Mulder zugekrabbelt Ich habe meine Roboter nach dem Vorbild von Insekten gestaltet, der Roboter krabbelt vor Mulder her, der schrittweise zurückweicht nicht nur am Design sondern auch dadurch, daß ich Ihnen die einfachsten Computerprogramme gebe: ‘Geh auf das Objekt zu.’ ‘Geh von dem sich bewegenden Objekt weg.’ Gesteuert werden sie nur von Sensoren der Roboter ist stehengeblieben und reflexmäßigen Reaktionen und schon dadurch nehmen sie das Verhalten von intelligenten Lebewesen an.

MULDER: Dann wurde der hier offenbar nur darauf programmiert, sich auf Objekte zu zubewegen, die im Bereich seiner Sensoren liegen.

IVANOV: Äh, nein.

der Roboter kommt wieder vor Mulders Füße gekrabbelt

MULDER: Und warum verfolgt er mich dann?

IVANOV: Er scheint Sie zu mögen.

Kameraschnitt: Mulder sitzt mit Dr. Ivanov vor dem Computer und schaut sich einen technischen Bauplan an.

MULDER: Sie forschen also für die NASA?

IVANOV: Das Ziel ist der Transport von Robotern auf einen anderen Planeten. Durch sie kann man das Terrain sehr viel ausführlicher erforschen, als das je zuvor durch die üblichen Raumsonden möglich war. Es klingt vielleicht etwas phantastisch, aber das einzige wirkliche Hindernis, das ich sehe, ist das Fehlen einer erneuerbaren Energiequelle. Jedenfalls ist das hier er deutet auf einen der Roboter ganz sicher die Zukunft der Weltraumforschung und schließt den Einsatz von lebenden Einheiten aus.

MULDER: Also , ich spekuliere nur, aber falls irgendwelche außerirdischen Lebensformen existieren, dann -

IVANOV: Es ist nicht nötig zu spekulieren, ich glaube ganz fest daran.

MULDER: Und angenommen sie wären technisch fortgeschrittener als wir und falls ihre eigene Ideen über die Zukunft der Weltraumforschung richtig sind, dann... -

IVANOV: Dann werden die interplanetarischen Forscherteams von außerirdischen Zivilisationen ebenfalls von der mechanisierten Sorte sein, und jeder der glaubt, daß außerirdische Besucher nicht in der Erscheinungsform von Robotern kommen würden, sonder als lebende Wesen mit übergroßen Augen und grauer Haut, der hat sich vermutlich mit zu viel Science-Fiction das Gehirn weichgespült

Mulder nickt bei Dr. Ivanovs letzter Aussage zur Seite und macht ein leicht bedrücktes Gesicht

MULDER: Hm. er zögert kurz, bevor er Dr. Ivanov die metallenen Insektenteile zeigt Können Sie das identifizieren?

IVANOV: Ich kenn’ mich nicht so gut mit Käfern aus. Gehört das zu einer Grille?

MULDER: Legen Sie’s doch mal unters Mikroskop.

Dr. Ivanov legt die drei metallenen Insektenbeine auf einen Objektträger und schaut durchs Mikroskop; sein Blick verändert sich schlagartig und er kommt langsam mit seinem Kopf zurück.

MULDER: Ist alles in Ordnung, Dr. Ivanov? Dr. Ivanov nickt Können Sie das identifizieren? Dr. Ivanov bewegt den Mund, aber man kann nichts hören. Sir? Dr. Ivanov hält seinen Kehlkopf an das Mikrophon.

IVANOV: Das geht...einfach über...meinen Horizont. eine Kakerlake krabbelt von links oben diagonal über den Bildschirm der Kamera.

irgendein Tankstellen-Shop in (der Nähe) von Miller'’s Grove

In Miller'’s Grove und Umgebung ist mittlerweile eine Massenhysterie ausgebrochen und die Einwohner stürmen die Supermärkte, um sich Proviant für die Selbstevakuierung zu besorgen.

Eine Frau packt mit ihren beiden Kindern an einem Regal eilig Sachen ein. Ein farbiger Mann zieht eines der Kinder weg.

FARBIGER: Hey, das will ich haben!

Er schnappt sich ein Paket Toilettenpapier und rennt aus dem Bild. Der ganze Laden ist voll von Leuten, die hektisch alle Lebensmittel mitzunehmen versuchen, sich durch den Laden drängeln und schubsen und sich Wörter an den Kopf schmeißen; Ein Mann greift mit beiden Armen um eine Palette Wasserflaschen und umklammert so viele wie möglich - ein anderer Mann (1. Mann), der schon mehrere Lebensmittel in den Armen hat, steuert auf das Regal mit Insektenschutzmitteln zu und greift sich eine Flasche Bug! Die!] bevor er weiter stürmt. Nach ihm stürzen sich mehrere Leute auf das Spray, das zu den begehrtesten Objekten zu gehören scheint. Ein junger Seemann greift sich zwei „Cruncho- Schokoriegel und nimmt sich vier Paar Strumpfhosen. Scully betritt den Laden und schaut mit fassungslosem Blick auf das Chaos. Plötzlich rauscht hinter ihr ein weißes Auto in ein vor ihm anhaltenden Wagen, der aus dem Bild katapultiert wird; Scully dreht sich geschockt um und man hört die Fahrer schreien.

FAHRER: Sind sie verrückt?! Warum haben Sie denn gebremst?!

FAHRERIN: Was wolle’n Sie, Sie Idiot?!

Scully dreht sich um und wird von einem hinauseilenden Mann angerempelt. Sie geht zur Ladentheke, wo die Verkäuferin einer Kundin die Sachen einpackt.

SCULLY: zur Verkäuferin Entschuldigung, haben Sie auch Straßenkarten von der Gegend? die Verkäuferin nickt Können Sie mir auch sagen, wo sie sind?

KUNDIN: Nun beeilen Sie sich doch mal.

SCULY: Was ist denn hier los?

KUNDIN: Wissen Sie denn das mit den Kakerlaken nicht? Die verspeisen Menschen mit Haut und Haaren Scully schaut die Frau ungläubig an. und deswegen verschwinden wir jetzt alle hier!

SCULLY: Haben Sie denn irgendwelche Kakerlaken gesehen?

KUNDIN: im Weggehen Nein, aber sie sind überall.

1. MANN: kramt in seiner Hosentasche nach Geld zu Scully Kakerlaken greifen zwar keine Menschen an, doch sie übertragen das Ebola Virus. er schmeißt einen Schein auf den Verkaufstisch und nimmt seine Sachen wieder auf. Die Verkäuferin will den Betrag zusammenrechnen. zur Verkäuferin Nein, stimmt schon so. zu Scully im Vorübergehen Wir werden alle aus unseren Brustwarzen bluten!

SCULLY: atmet entnervt aus Ahh. beim Umdrehen Also gut. Sie hält ihren FBI Ausweis hoch und spricht mit lauter und energischer Stimme zu den Leuten Jetzt reicht es endgültig! Höre’n Sie mal zu! tatsächlich bleiben die Leute stehen und hören ihr zu Ich bin Agent Dana Scully vom Federal Bureau of Investigation und ich versichere Ihnen hiermit, daß Sie keineswegs in Gefahr sind! Es kommt alles wieder in Ordnung, wenn Sie sich beruhigen und anfangen sich, vernünftig zu verhalten! sich zur Verkäuferin drehend Also wo zum Teufel kann ich diese Straßenkarten finden?! eine Frau (1. Frau) schaut ihre Gegenüber (2. Frau) kurz an und beide greifen gleichzeitig nach der letzten Flasche „Die! Bug! Die!“

1. FRAU: Hey! Diese Letzte Dose gehört mir! Beide ziehen wie besessen an der Flasche; die 2. Frau schubst ihre Kontrahentin mit dem Rücken in einen Süßigkeitenständer, der mit ihnen zusammen umfällt, wobei die Schokoladenkugeln über den Boden rollen. Ein Mann (2. Mann) hält sie für Kakerlaken und gerät in Panik

2. MANN: KAKERLAKEN!!!

Alle Leute rennen schreiend aus dem Laden und in wenigen Sekunden ist Scully die einzige, die sich noch im Laden befindet. Sie wartet bis die Menge an ihr vorbeigestürmt ist und geht dann ruhig zu dem umgestoßenen Ständer; hinter ihr hört man Autos hupen und durchdrehende Reifen quietschen. Scully bückt sich, hebt eine der offenen Schachteln auf und steckt sich eine Schokokugeln in den Mund, die sie langsam zerkaut und sich im Raum umblickt.


MASSACHUSETTS, INSTITUT FÜR ROBOTERTECHNIK


Mulder sitzt neben Dr. Ivanov vor einer nur noch zu einem drittel gefüllten Flasche Scotch, die auf dessen Laptop steht.

MULDER: Also, Doktor, ich -ehm- bin ihnen dankbar, daß Sie ich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten.

IVANOV: Jahh.

Mulder leert sein Glas, stellt es auf den Laptop und geht hinaus. Dr. Ivanov trinkt noch einen weiteren Schluck.

Auf dem Flur krabbelt ein anderes Roboterinsekt an einer Kakerlake vorbei, die hilflos auf dem Rücken liegt, ohne sich weder an ihr noch an Mulder, der aus der Tür kommt, zu stören. Mulder hebt das Insekt auf und hält es vor sein Gesicht. Die Kamera zeigt zuerst den Kopf der Schabe bevor sie Mulder kaleidoskopartig aus der Sicht des Insekts zeigt.

MULDER: Grüße vom Planeten Erde.

das Bild blendet aus

Dr. Bambi Berenbaums Labor / Tankstellen-Shop

Das Bild blendet wieder ein: man sieht die Kakerlake, die Dr. Bambi Berenbaum untersucht, durch ein Vergrößerungsglas.

BAMBI: Na, ja, das ist eine Kakerlake. Sie ist nicht wie das Beinsegment, das Sie mich untersuchen haben lassen. Sie ist nur eine typische Kakerlake.

MULDER: Und sogar die....

BAMBI: Ja und sogar die Genitalien sind normal.

Mulder verzieht dabei das Gesicht

BAMBI: Kakerlaken sind hier um diese Jahreszeit sehr verbreitet und deswegen habe ich ja auch mein Labor hier.

Mulder haut frustriert auf den roten Button von Bambis Versuchsvorrichtung und hält ihn mehrere Sekunden gedrückt, bis ihn das Klingeln seines Mobiltelefons unterbricht; er setzt sich neben Bambi und nimmt ab.

MULDER: Mulder.

Schnitt zu Scully: Sie steht hinter dem Verkaufstresen im durchwühlten und sonst menschenleeren Supermarkt und studiert eine Straßenkarte.

SCULLY: Mulder, diese Stadt ist wahnsinnig.

MULDER: on-screen Und wo sind Sie jetzt?

SCULLY: durchs Telefon Ich bin in einem Supermarkt, der offenbar außerhalb der... on-screen Zivilisation liegt. Hören Sie, ich hab’ einen Verdacht: Dieser Treibstofforscher, dieser Dr. Eckerle, der, soviel ich weiß, Zeuge beim Tod des Kammerjägers gewesen ist, erforscht den alternativen Treibstoff Methangas. Methangas, das aus Dung gewonnen wird.

MULDER: on-screen Aus Dung?

SCULLY: off-screen Er hat eine offizielle Ein- on-sreen -fuhrgenehmigung für tierische Dungproben aus anderen Ländern, und - vielleicht informieren Sie sich ja noch mal bei Ihrer Dr. Bambi - Wechsel zu Mulder, der kurz Bambi anschaut, die in ein Kakerlakenbuch vertieft ist off-screen aber ich glaube, Kakerlaken on-screen sind Dungfresser, und falls ich recht haben sollte, sind vielleicht ein paar von ihnen mit diesen Dungproben eingefürt worden. Diese Treibstofforschungseinrichtung kann die Brutstätte für den jetzigen Befall gewesen sein.

sie steckt sich eine der Schokokugeln in den Mund

Wechsel zu Mulder

MULDER: Scully. Falls eine außerirdische Zivilisation eine so hochentwickelte Technologie hätte, um mit künstlicher Intelligenz versehene Roboter auf Expeditionen in den Weltraum zu schicken, müßte die dann nicht ebenso im Stande sein, eine Möglichkeit zu finden, wie man Methantreibstoff aus Dung gewinnt?

Bambi dreht den Kopf und schaut Mulder schräg von der Seite an Einer reichlichen und nachwachsenden Energiequelle auf einem Planeten, dessen Bewohner Dung produzieren ohne Ende?

Schnitt zurück zu Scully: sie läßt die Schokokugel im Mund über den Unterkiefer rollen, bevor sie ihm ein Antwort gibt

SCULLY: langsam Mulder, ich glaube, Sie sind schon zu lange hier.

MULDER: on-screen Wo ist diese Forschungseinrichtung denn?


Alt-Fuels Forschungseinrichtung, Miller'’s Grove


Die Kamera ist auf das Schild der lagerhausähnlichen Forschungseinrichtung gerichtet. Aufschrift: „ALT-FUEL
Waste is a Terrible Thing to Waste“

Schnitt vor das Lagerhaus: Mulder kommt mit seinem Wagen vorgefahren.

MULDER: zu Bambi, die aussteigen will Warten Sie, Bambi. Ich werde lieber erst mal nachsehen, ob es hier sicher ist.

BAMBI: Seien Sie aber vorsichtig. Wir wissen immer noch nicht, wozu diese Kakerlaken fähig sind - falls es wirklich welche sind.

MULDER: Ich mache mir weniger Sorgen wegen der Kakerlaken, sondern mehr wegen der Menschen.

Das Bild zoomt von außen auf ein Fenster der Einrichtung (Aufschrift: „Dr. Jeff Eckerle
President and Chief Science Officer“). Dahinter steht Dr. Eckerle und schaut angespannt durch die Jalousien. Die ganze Zeit ist metallähnliche Zirpen zu hören.

Schnitt ins Labor: in dem Raum liegen mehrere angebrochenen und verschlossene Dungpäckchen auf denen Kakerlaken umherkrabbeln. Dr. Eckerle wendet sich vom Fenster ab und hockt sich auf den Boden. Er sieht eine Kakerlake in seiner Nähe an der Tischkante sitzen und spritzt den Rest seines „Die! Bug! Die!“-Insektizids ängstlich auf die Kakerlake, die in Deckung krabbelt. Als er merkt, daß seine Flasche leer ist schmeißt er sie wütend gegen den Tisch. Schnitt: Mulder kommt durch eine Halle, in der Fässer und Kisten stehen, und geht eine Treppe zu einer Zwischenetage herunter, wo ebenfalls Dung auf Glastischen in Petrischalen aufgehäuft ist; Mulder betrachtet eine von ihnen genauer und sieht drei Kakerlaken auf dem Haufen; er will eine von ihnen mit den Fingern nehmen als eine Kugel in den Haufen geschossen wird; er geht instinktiv hinter dem Tisch in Deckung, dann schaut er mit dem Kopf hervor und sieht Dr. Eckerle in der Tür zu dessen Labor stehen, der eine Pistole auf ihn gerichtet hat.

MULDER: beim Aufstehen Dr. Eckerle?

er hebt die Hände hoch

DR. ECKERLE: Sie sind hinter mir her. Zuerst in meinem Haus, dann im Motel. Und dann bin ich hierher gekommen, um sie loszuwerden, aber...sie - sie verfolgen mich.

MULDER: hebt seine Stimme Sie sind nicht in Gefahr. Diese Insekten werden Ihnen nichts tun.

Mulder kommt langsam auf Dr. Eckerle zu, der noch immer mit zitternden Händen auf ihn zielt

DR. ECKERLE: Ich hab’ gesehen, wie sie Zwei Männer umbrachten.

MULDER: Für diese Todesfälle waren sie nicht verantwortlich. Sie werden aber für unsere verantwortlich sein, wenn Sie noch mal mit Ihrer Waffe in einen Berg von Methangas schießen.

DR. ECKERLE: unsicher und verzweifelt. Sein Gesicht ist ängstlich zusammengekniffen Verstehe’n Sie das denn nicht? er schaut zur Seite und schluckt angespannt, dann wendet er sich wieder Mulder zu. Diese Viecher...die machen mich verrückt.

Eckerle scheint kurz vor einem Panikausbruch zu stehen und er schafft es kaum noch, seine Waffe gerade zu halten. Schnitt nach draußen: Scully kommt mit ihrem Wagen neben Mulders vorgefahren und sieht Bambi auf dem Beifahrersitz.

SCULLY: Nun lassen Sie mich raten: Bambi?

BAMBI: Fox hat mir gesagt, ich soll hier warten, bis er sich umgesehen hat. Scully steigt aus ihrem Wagen aus Soll ich mit Ihnen mitgehen?

SCULLY: während sie ihre Dienstwaffe hervorholt und das Magazin aus dem Schacht gleiten läßt, um es dann wieder hörbar einrasten zu lassen. Nein. Das hier ist kein Platz für eine Insektenforscherin.

Scully geht ins Gebäude; Schnitt wieder nach drinnen - die Situation ist noch immer unverändert

DR. ECKERLE: Wieso...machen diese Kakerlaken...so merkwürdige Geräusche?

MULDER: In Madagaskar gibt es Kakerlaken, die zischen, indem sie Luft durch Löcher in ihrem Brustkorb ausstoßen.

DR. ECKERLE: verunsichert Wirklich? Und - ehm- woher, woher wissen Sie so viel über sie?

MULDER: Das tu ich nicht. Und deswegen sollten wir diese nicht töten sondern fangen um sie zu untersuchen, und jetzt bitte - nehmen Sie die Waffe runter.

Er streckt ihm seine rechte Hand entgegen; Dr. Eckerle nimmt zögernd seine Waffe zurück.

DR. ECKERLE: Hab’ ich denn meinen Verstand verloren?

MULDER: Nein, nur nach diesem Tag ist ihre Fähigkeit klar zu denken stark beeinträchtigt. Ihr Urteilsvermögen ist zur Zeit etwas eingeschränkt.

DR. ECKERLE: Ist es das? Mulder nickt. Dr. Eckerle richtet wieder seine Pistole auf Mulder und beginnt, auf ihn zu zugehen, wobei Mulder zurückweicht und wieder die Hände über den Kopf nimmt.

mit einem wahnsinnigem Grinsen Und woher soll ich dann wissen, daß Sie keine Kakerlake sind?

Bildwechsel zu Scully, die ihren Partner sucht

SCULLY: rufend Mulder?! Mulder!

Sie nimmt ihr Mobiltelefon und wählt seine Nummer. Schnitt zurück zu Mulder

MULDER: Ich versichere Ihnen, Dr. Eckerle, ich bin genau so ein Mensch wie Sie. Einigermaßen, jedenfalls.

Plötzlich klingelt sein Mobiltelefon aus der Jackentasche, was Dr. Eckerle in seiner Vermutung bestärkt.

DR. ECKERLE: Sie sind also doch eine von ihnen!

Er feuert panisch einen Schuß auf Mulder ab, trifft aber eine Gasleitung, die Feuer fängt; Mulder läuft sofort los und wird von Dr. Eckerle erneut beschossen, der aber wieder nur eine Gasleitung in Brandt setzt. Auf seiner Flucht nach draußen kommt ihm Scully aus einem Seitengang entgegen.

SCULLY: Mulder!

MULDER: Raus hier, Scully! Das ganze Gebäude kann gleich in die Luft fliegen!

Beide kommen durch die Fronttür gerannt. Mulder bleibt kurz stehen

MULDER: zu Bambi Geh’en Sie in Deckung!

Bambi nimmt ihren Kopf zwischen die Knie. Mulder und Scully können sich noch rechtzeitig hinter seinen Wagen ducken, bevor die Fenster durch die Explosion bersten und Flammen daraus schlagen, genauso, wie der Dung nach draußen geschleudert wird. Nach der Explosionswelle dreht sich Bambi im Wagen zu den beiden Agenten um, die sich langsam aufrichten und mit Dung bedeckt sind.

MULDER: Verdammter Mist.

Alt-Fuels Forschungseinrichtung, Miller’'s Grove, am nächsten Morgen

Es regnet leicht. Feuerwehrleute rollen die Wasserschläuche zusammen und beginnen mit den Aufräumarbeiten. Noch immer steigt Wasserdunst von der Straße auf. Sheriff Frass kommt auf Mulder und Scully zu, die sich einen Regenschirm teilen. Bambi steht neben ihnen.

SHERIFF FRASS: Das ist das reinste Krematorium da drinnen. Ich fürchte, daß wir die Leichen des Doktors niemals finden.

MULDER: Oder auch nur irgend ‘was anderes.

SHERIFF FRASS: Hier ist es trotzdem nicht so schlimm, wie bei den anderen Bränden in der letzten Nacht.

SCULLY: Es gab auch noch andere?

SHERIFF FRASS: Vier - um genau zu sein. Und achtzehn Autounfällen und dreizehn Fälle von Körperverletzung. Zwei Geschäfte wurden geplündert, sechsunddreißig Verletzte insgesamt - die Hälfte davon durch Insektizidvergiftungen. Aber keine neuen Anrufe wegen Kakerlaken oder irgend so ‘was während der letzten paar Stunden. Vielleicht ist diese Stadt endlich zur Vernunft gekommen. zu Mulder und Scully Sie sollten sich jetzt mal ein bißchen ausruhen. Sie sehen ziemlich beschissen aus.

Sheriff Frass geht aus dem Bild; Mulder grinst zu Scully herunter. Dr. Ivanov kommt in seinem Rollstuhl angefahren, an dem ein Regenschirm angebracht ist.

DR. IVANOV: Agent Mulder. Es wurde mir gesagt, daß ich Sie hier finden kann. Diese Insektenfragmente, die Sie mir schon mal zeigten - darf ich die noch mal untersuchen?

MULDER: Sie sind aber schon völlig ausgetrocknet. er gibt ihm das Tütchen mit den Beinsegmenten Genau wie das normale Insektenskelett.

BAMBI: Wissen Sie, viele Insekten kriegen ihre Flügel erst im letzten Entwicklungsstadium und was immer das auch für Dinger waren, sie hatten vielleicht ihre letzte Entwicklungsstufe erreicht und sind wieder dorthin geflogen, wo sie hergekommen sind.

SCULLY: Ja, das würde so ziemlich alles erklären.

Mulder setzt zu einem Einwand an, wird aber von Dr. Ivanov unterbrochen

DR. IVANOV: Darf ich mir das von ihnen leihen, Agent Mulder, für weitere Studien?

MULDER: Ich habe bereits so ein Exemplar analysieren lassen: Das ganze Ding besteht aus Metall. Was hoffen Sie dadurch zu finden?

BAMBI: Sein Schicksal.

DR. IVANOV: Sind das nicht die Worte, die Dr. Zaius zu Zira am Ende von Planet der Affen gesagt hat?

BAMBI: Das ist einer meiner Lieblingsfilme.

DR. IVANOV: Meiner auch. Ich steh wahnsinnig auf Science-Fiction.

BAMBI: Ich bin genauso von ihrer Forschung fasziniert. beide gehen zusammen langsam weg. Haben Sie schon mal versucht ihre Roboter so zu programmieren, daß sie das Verhalten von sozialen Insekten wie Ameisen oder Bienen nachahmen können?

DR. IVANOV: Um ganz ehrlich zu sein: Das hab’ ich schon.

BAMBI: Wissen Sie, daß hab’ ich schon mal ‘'94 in einem Entomologie-Journal angeregt.

DR. IVANOV: Oh, daran erinnere ich mich.

BAMBI: Sie haben sich also offenbar von diesem Artikel inspirieren lassen?

DR. IVANOV: Ja natürlich. Ich habe den ganzen Abend daran... .

Sie verschwinden hinter einem Feuerwehrwagen: Mulder schaut Bambi mit einem leicht sehnsüchtigen und enttäuschten Blick hinterher.

SCULLY: Wissen macht sexy. Sehen Sie das doch mal so, Mulder: Bis es mal wieder eine Invasion von dungfressenden und künstlich intelligenten Robotersonden aus dem Weltraum gibt, haben ihre Superkinder vielleicht schon einen Weg gefunden unseren Planeten zu retten.

MULDER: Wissen Sie, ich hätte nie gedacht, daß ich Ihnen das mal sagen würde: Aber sie riechen furchtbar.

Mulder beugt sich andeutungsweise zu ihr herunter und geht dann samt Regenschirm aus dem Bild


Mulders Apartment


Mulder sitzt an seinem Schreibtisch und tippt seinen Bericht; er ißt nebenbei ein (großes) Stück Kuchen, das eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Dunghaufen hat. Man hört ihn sagen was er schreibt.

MULDER: Die Entwicklung unserer Großhirnrinde war die größte Errungenschaft des Evolutionsprozesses. Na und? Obwohl uns das Gehirn die Freuden des Intellekts und die Qualen die Selbstbewußtseins ermöglicht, wird es allzu oft von unseren Instinkten überstimmt, die uns empfehlen zu reagieren, und nicht reflektieren, lieber wegzurennen anstatt erst mal zu grübeln. er nimmt sich ein Stück Kuchen Vielleicht sind wir soweit gegangen, wie wir gehen konnten und der nächste Fortschritt - was auch immer das sein mag - wird von Wesen gemacht, die wir selber erschaffen, indem wir unserer eigenen Tech- sein Computer piept, als er die erste Silbe schreibt Tech- der Computer piept erneut. Mulder haut gegen den Monitor - der Computer piept dreimal Technologie benutzen; Lebensformen, die von uns entworfen und programmiert werden, um letztlich nicht durch die Regeln des Überlebens beherrscht und eingeengt zu werden. er nimmt sich noch ein Stück Kuchen Oder vielleicht ist dieser Fortschritt schon auf einem anderen Planeten erreicht worden, von Organismen, die eine Milliarde Jahre Vorsprung vor uns hatten. Wenn uns diese Wesen jemals besuchen, würden wir dann noch erkennen, was wir vor uns sehen? Und würden sie bei unserem Anblick vielleicht mit schierem Entsetzen reagieren, wenn sie derartig geistlosen, primitiven und abscheulichen Kreaturen begegneten?

Mulder will sich noch ein Stück Kuchen nehmen, doch plötzlich sieht er ein kakerlakenähnliches Insekt mit einem perlmuttartigen Panzer auf dem Teller sitzen. Er fährt erschrocken zurück, greift sofort zu einem Aktenstapel (Nummer: 667386) und holt damit aus, aber er verharrt mitten in der Bewegung und betrachtet das Tier eingehender, wie es den Kopf bewegt und läßt die Akten sinken - doch als es auf den Tisch krabbelt und auf ihn zukommt, haut er den Papierstapel auf das Insekt drauf. Die Akte bleibt kurz eingeblendet, dann Schnitt ins Schwarze.

Mitgeschrieben von:

  • Autor: Fallen Angel (the one) (xf.sw.fallenangel@gmx.net)

Ursprünglich veröffentlicht auf dana d.'s Home. Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

  • Betalesung: spooky17 (spooky17@gmx.de)
  • Korrektur: CayceP