3X01 Das Ritual (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


Das folgende Transcript beabsichtigt nicht, ein Ersatz für die Serie Akte X - die unheimlichen Fälle des FBI zu sein, es ist lediglich eine Hommage. Dieses Transcript ist weder von Chris Carter, 1013, noch Fox Entertainment genehmigt oder bearbeitet worden. Vic (Vicvega321@aol.com) hat sich im Englischen Original die Finger wund getippt und dana d. im Deutschen. Tiny Dancer (rhonda@globalserve.net) hat die Englische Version auf ihrer Homepage http://www.insanity.com.au/td/ gepostet. Wenn die großen bösen Fox Anwälte uns finden, dann viel Glück, denn in dem Fall kenne ich Rob überhaupt nicht, und ich bin sowieso Pleite.

Anmerkung von dana d.: Da dies hier ein Transcript ist, verwende ich hier die Originalübersetzung der deutschen Fassungen der Folgen, nicht mögliche Übersetzungen des O-Tons. Also, das Copyright des Wortlautes gehört ebenfalls Cinephon.

3X01 Das Ritual
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

NAVAJO RESERVAT
TWO GREY HILLS
NEW MEXICO


(Das Innere des Güterwagons brennt lichterloh. ALBERT HOSTEEN spricht aus dem Off.)

ALBERT HOSTEEN: Es gibt ein altes Indianersprichwort, das besagt, daß etwas nur so lange lebt wie der letzte Mensch, der sich daran erinnert. Mein Volk hat es gelernt, den Erinnerungen mehr als der Geschichte zu glauben. Die Erinnerung ist wie ein Feuer, strahlend und unumkehrbar. Während die Geschichte nur denen dient, die sie zu beherrschen wissen. Jenen, die die Flammen der Erinnerung austreten wollen, um das gefährliche Feuer der Wahrheit zu löschen. Hüte dich vor diesen Männern, denn sie sind selber gefährlich und unklug. Ihre falsche Geschichte ist mit dem Blut derer geschrieben, die sich erinnern könnten, die auf der Suche nach der Wahrheit sind.

ALBERT HOSTEENS Haus

(ALBERT steht neben seinem Sohn am Telefon, wenn plötzlich bewaffnete Truppen hereinstürmen)

SOLDAT 1: Vorwärts!

SOLDAT 2: Hinlegen! Hinlegen! Keine Bewegung!

SOLDAT 1: Auf die Knie, Hände hinter den Kopf.

Er schlägt ALBERTS SOHN mit dem Griff seines Gewehres ins Gesicht.

DER RAUCHER kommt herein und zieht ERIC hinter sich her

DER RAUCHER: Ich will wissen, wo Mulder ist.

ALBERT: Ich weiß es nicht.

(Er stößt ERIC gegen die Wand. ERICS Gesicht ist blutig und voller Beulen.

DER RAUCHER: Sein Auto parkt da draußen. Er war hier! Ich will Mulder und ich will diese Akten!

ALBERT: Sie werden hier gar nichts finden.

(DER RAUCHER deutet einem Officer und geht raus. ALBERT sieht auf und sieht den Griff eines Gewehres vor sich, das auf ihn zurast. Später: Scully fährt vor ALBERTS Haus vor. Sie läuft rein und findet das Zimmer verwüstet vor. ALBERTS SOHN pflegt gerade eine Wunde auf ALBERTS Gesicht.)

ALBERTS SOHN: Es hat aufgehört zu bluten.

SCULLY: Was ist passiert?

ALBERTS SOHN: Hier waren Männer.

ALBERT: Die haben nach Ihrem Partner gesucht.

SCULLY: Und wo ist er?

(ALBERT schüttelt den Kopf. ERIC kommt aus dem Nebenzimmer, sein Gesicht sieht furchtbar aus. SCULLYS sieht ihn entsetzt an. Sie rennt herunter in den Steinbruch zu dem Güterwagon, aus dem Sie Rauch aufsteigen sieht. Sie sieht sich um.)

SCULLY: Mulder!!

(Sie kann ihn nirgendwo sehen und sieht aus, als ob sie den Tränen nahe wäre.)


NAVAJO RESERVAT
NORDWESTLICH VON LOS ALAMOS
NEW MEXIKO


(SCULLY fährt in der Nacht auf einer Straße, als ein grelles Licht über sie fällt. Ein Hubschrauber kreist vor ihr und fliegt neben ihr her. SCULLY hält an, weil sie von dem Hubschrauber geblendet wird und nichts mehr sieht. Der Hubschrauber landet und drei SOLDATEN steigen aus. Einer richtet seine Waffe auf SCULLY, während ein anderer die Autotür öffnet und sie herauszieht.)

SOLDAT: Raus aus dem Wagen! Kommen Sie! Hände aufs Dach und Beine breit!

(Er zwingt sie dazu, während eine Frau in ihr Auto einsteigt. Sie sieht zurück zu ihm, während er sie filzt.)

SCULLY: Wo ist Agent Mulder?

SOLDAT: Sie sollen sich gefälligst umdrehen!

(Es nimmt ihre Waffe.)

SOLDAT: Wo sind die Akten versteckt?

SCULLY: Sie liegen im Kofferraum.

(Er deutet der Frau, diesen zu öffnen. Sie macht ihre Tasche auf und findet eine Akte, aber keine Kassette. Sie schüttelt ihren Kopf und steckt die Akte in ihre Jacke. )

SOLDAT: Wir wollen auch die DAT Kopie.

SCULLY: Die habe ich aber nicht.

SOLDAT: Wer hat sie?

SCULLY: Agent Mulder.

(Er pfeift die Frau zurück und alle steigen wieder in den Helikopter.)

SOLDAT: Einsteigen!

(Der Hubschrauber hebt ab)


FBI HAUPTGEBÄUDE
WASHINGTON DC


DIREKTOR 1: Die Kommission für professionelles Verhalten im Dienst empfiehlt, daß Special Agent Dana Scully einen Zwangsurlaub antritt, bis die volle Tragweite ihres Fehlverhaltens eingeschätzt werden kann. Diese Grundsatzentscheidung ist nach den Richtlinien für diese Überprüfung gerechtfertigt. Und Agent Scully erhält während Ihrer Suspendierung vom Dienst keine Bezahlung oder sonst welche Vergünstigungen aufgrund der Art ihrer Insubordination und des direkten Ungehorsams gegenüber ihrem vorgesetzten Agenten. Wir müssen Sie darum bitten, uns Ihre Dienstmarke und Ihre Waffe auszuhändigen, bevor Sie das Gebäude verlassen, Agent Scully.

SKINNER: Wir fordern Sie hiermit außerdem auf, sich zu unserer Verfügung zu halten, um weitere Fragen über den Verbleib von Agent Mulder zu beantworten.

SCULLY: Die Antworten darauf kennen Sie alle schon. Ich bin mir ziemlich sicher, daß Agent Mulder tot ist.

SKINNER: Denken Sie bloß nicht, daß jemandem von uns diese Entscheidung leicht gefallen ist.

(Sie starrt ihn wütend an und geht aus dem Raum. SKINNER folgt ihr heraus.)


SKINNER: Agent Scully.

SCULLY: Was sind das für Typen?

SKINNER: Diese Leute erfüllen nur ihre Pflicht.

SCULLY: Was sie tun, ist mit dem Amtssiegel den weiteren Fortbestand einer Lüge zu gewährleisten.

SKINNER: Sie haben nur die Vorschriften befolgt, was man von Ihnen und Agent Mulder nicht sagen kann.

SCULLY: Und was ist mit den Typen, die Agent Mulders Wasser vergiftet haben? Welche Vorschrift war das?

SKINNER: Das wird die Untersuchung zeigen...

SCULLY: Die wird nur eine kleine Übung sein und sonst gar nichts! Diese Männer, die Agent Mulder und seinen Vater umbrachten sollen doch überhaupt nicht gefunden werden.

SKINNER: Wir werden sie aber finden.

SCULLY: Bei allem Respekt, Sir, Sie scheinen Ihre Position in der Kommandokette ein klein wenig zu überschätzen.

(Sie geht in das X-Akten Büro und blickt sich um. Sie öffnet die Schublade in MULDERS Schreibtisch. Sie sucht die DAT Kassette, doch die ist nicht mehr da.)


NEW YORK CITY
46. STRASSE


1ST ELDER: Was waren das für Sicherheitsvorkehrungen. Zu diesen Akten hätte niemand haben dürfen.

2ND ELDER: Vierzig Jahre Arbeit. Unabsehbare Schäden daraus entstehen.

3RD ELDER: Die sind glaube ich schon entstanden.

DER RAUCHER: Meine Herren, wir haben alles unter Kontrolle. Die Männer, die an ihrem Diebstahl der Akten beteiligt waren, wurden ohne großes Aufsehen beseitigt. Ein bißchen Sorge macht mir zwar noch das FBI, aber das regeln wir wie gewöhnlich intern. Das Medieninteresse wird höchstens auf ein paar vereinzelte Nachrufe hinauslaufen.

1ST ELDER: Und das Mulder-Problem?

DER RAUCHER: Special Agent Mulder ist tot. Seine Leiche wird niemals gefunden werden. Er wird offiziell als vermißt gelten, bis wir eine unauffällige Lösung finden.

1ST ELDER: Und wir haben die Kopie der gestohlenen Comupterakten wieder zurück?

DER RAUCHER: Ja.

1ST ELDER: Dann sollten alle betroffenen Parteien informiert werden und wir können mit unserer Arbeit fortfahren.


MARGARET SCULLYS HAUS


MARGARET: Dana!

SCULLY: Hallo Mama.

MARGARET: Was hast du denn mit deinen Schuhen gemacht?

SCULLY: Als ich Blasen davon kriegte, habe ich sie ausgezogen.

MARGARET: Du läufst nachts durch die halbe Stadt?

(SCULLY fängt an zu weinen.)

SCULLY: Oh, Mom.

MARGARET: Was ist los, Dana?

SCULLY: Ich habe einen großen Fehler gemacht. Dad würde sich furchtbar für mich schämen.


NAVAJO RESERVAT
TWO GREY HILLS
NEW MEXICO


ALBERT: (aus dem Off) Die Männer, die uns bedroht hatten, sind nicht wieder zu unserem Haus zurückgekommen. Aber am folgenden Tag kamen ein paar Jungen aus dem Reservat, um uns zu erzählen, das sie in der Nähe des Steinbruchs die Bussarde hatten kreisen sehen. Dort, wo Eric den Männern das erste Mal begegnet war. Die Bussarde sind große aber feige Vögel. Sie erlegen ihre Beute nicht selbst, sonder überlassen anderen das Töten. Wenn ich sie in der Wüste kreisen sehe, kann das nur bedeuten, daß etwas gestorben ist, daß sie an seinen Knochen herumpicken werden. Oder, daß der Tod nahe ist und sie nur darauf warten, daß er seine Arbeit für sie tut. Wir konnten nicht entdecken, was sie gesehen haben. Aber ich erinnerte mich an etwas, was ich als junger Mann gesehen hatte. Genau wie mein Enkel hatte auch ich eine Leiche in einem Loch im Steinbruch gefunden, die halb unter den Steinen begraben war. Aber selbst die Bussarde, die sonst alles fressen, rührten sie nicht an. Und an dieser Stelle fanden wir das, weswegen die Bussarde am Himmel kreisten. Zuerst konnten wir nicht feststellen, wer oder was es war, aber mir war bald klar, was die Bussarde schon wußten... daß es mit dem Geruch des Todes behaftet war. Die Wüste vergibt einem Menschen seine Schwäche nicht. Ob stark oder schwach, sie kennt kein Erbamen und kann einen Mann in weniger als einem Tag töten. Um zu überleben, muß man eine Haut wie Leder entwickeln, wissen, wo Wasser zu finden ist, und wann man Schutz suchen muß. Der FBI Mann wäre mit Sicherheit gestorben, wenn er in dieser unterirdischen Höhle nicht wie ein Hase oder Fuchs Schutz gefunden hätte. Und trotzdem, der Tod war nahe. Entsprechend unseren uralten Traditionen legten wir vier Eichenzweige auf die Balken der Hütte, um die heiligen Geister herbeizurufen und ihnen zu sagen, daß wir eine Zeremonie abhalten werden. Sie wird "Der Gesang des gesegneten Weges" genannt. Nur die heiligen Geister können noch das Leben des FBI Mannes retten, er ist in ihren Händen.


SCULLYS WOHNUNG


SCULLY: Frohike?

FROHIKE: Ich weiß, daß jetzt Schlafenszeit ist, aber ich hab die Nachricht gehört. Vielleicht sollte ich lieber gehen. Entschuldigen Sie den Überfall.

SCULLY: Wieviel haben Sie denn getrunken?

FROHIKE: Wollen Sie den Rest haben? (Am Tisch)

FROHIKE: Er war ein guter Freund. Und er wußte seinen Verstand zu benutzen. Von jetzt an werden Sie wohl seine Fackel weitertragen.

SCULLY: Uh, ich fürchte nein. Ich werde bald arbeitslos sein.

FROHIKE: Was sind das für Schweine? Die legen uns rein.

SCULLY: Und wir Ratten rennen wie verrückt in den Holzhaufen.

FROHIKE: Die Ratten, die die Katzen getötet haben.

SCULLY: Was ist das?

FROHIKE: Die Nachricht vom Tod von Kenneth Soona, alias Der Denker. Der Mann, der sich in die MJ Akten gehackt hat, und die er dann Mulder übergeben hat.

SCULLY: "Mordopfer auf Mülldeponie entdeckt. Kenneth Soona wurde regelrecht hingerichtet und alles weist auf professionelle Killer hin. Die Deponie ist offensichtlich auch der Tatort gewesen." Von wann ist das?

(Sie sieht auf das Datum in dem Artikel.)

SCULLY: Er ist vorgestern gefunden worden. Also, nachdem Mulder verschwunden ist. Können die wirklich so dumm sein?


NAVAJO RESERVAT
TWO GREY HILLS
NEW MEXICO


ALBERT: Das Heilungsritual, das "Der gesegnete Weg" genannt wird, ist uns von unseren Navajo-Ahnen überliefert worden. Seine Lieder und Gebete müssen seit Jahrhunderten auf die ewig gleiche Weise vorgetragen werden oder die heiligen Geister werden sich nicht versammeln. Ich habe als Junge erlebt wie mein Vater die Sprechgesänge zelebriert hat, und ihren heiligen Zauber mit eigenen Augen gesehen. Aber ich fürchte für den FBI Mann, daß sein Geist nicht geheilt werden wollte, daß er sich dem Geist seines eigenen Vaters anschließen wollte, der gestorben war, und daß er nicht wieder in die Welt der Lebenden zurückkehren wollte. Sein Körper war müde und schwach geworden und er suchte nach Ruhe. Wenn das Ringen um das Weitermachen zu schwer ist, oder der Wunsch, sich seinen Ahnen anzuschließen, zu stark ist, gibt der Körper auf. Aber wenn die Flamme des Lebenswillens noch hell genug brennt, dann werden die Geister gnädig sein. Die Tage und Nächte werden für den FBI Mann jetzt lang und schwierig werden, wenn die heiligen Geister kommen und ihm helfen zu wählen. (Zwischen den Welten.)

DER MANN MIT DER TIEFEN STIMME: Zuerst warf mich das Fehlen von Zeit völlig aus der Bahn. Nachdem ich davon so abhängig gewesen war als ein Maß meiner Selbst und meines Lebens. Ich bewege mich rückwärts in die immerwährende Nacht, die alles verschlingt. Absicht, Sinn und Zweck, jede Leidenschaft, jeden Willen. Ich komme zu Ihnen, alter Freund, mit der trüben Klarheit der Toten. Nicht, um Sie zu rufen, sondern um das Feuer zu fühlen, die Intensität, die noch in Ihnen wohnt und das schwere Gewicht Ihrer Bürden, die ich früher selbst tragen mußte. Hier ist schon die Wahrheit zu finden, alter Freund, falls das alles ist, was Sie suchen. Aber es gibt keine Gerechtigkeit oder Gerichtsurteile, ohne die die Wahrheit nichts weiter als ein riesiges, totes Loch ist. Leben Sie. Schauen Sie nicht in den Abgrund, sonst wird er Sie verschlingen, sondern erwachen Sie aus dem Schlaf der Vernunft und bekämpfen Sie die Monster, die Sie von innen und außen bedrängen. (Vor einiger Zeit. Aliens rennen in dem Güterwagon schreiend durcheinander, als Kanister mit Hydrogen hineingeworfen werden. )

(Zwischen den Welten.)

BILL MULDER: Hallo, mein Sohn. Ich hatte nicht zu hoffen gewagt, dich so bald wieder zu sehen und auch nicht, daß uns das Schicksal so bald wieder vereint. Und ich wollte auch nie, daß jemand, der mir das Leben verdankt, dasselbe Schicksal wie ich erleidet.

(MULDER öffnet langsam die Augen und blickt ihn an)

BILL MULDER: Die Lügen, die ich dir erzählte, sind wie die Pocken und die Pest für meine Seele gewesen, und jetzt bist du auch hier. Und zwar ihretwegen. Diese Lügen sollten für immer eine Wahrheit verbergen, mit der ich nicht leben konnte. Und jetzt stehe ich hier und schäme mich der Entscheidungen, die ich vor langer Zeit traf, als du noch ein kleiner Junge warst. Das ist mein Vermächtnis, Fox. Es lebt in dir weiter. Falls du jetzt sterben solltest, stirbt auch die Wahrheit und nur die Lügen werden überleben.

MULDER: Meine Schwester. Ist sie hier?

BILL MULDER: Nein. Die Sache, die mich zerstören würde, die Sache, die ich dir immer vorenthalten wollte, ist die Wahrheit, die du finden wirst, falls du dich entschließt vorwärts zu gehen.


FBI HAUPTGEBÄUDE
WASHINGTON DC


FREMDENFÜHRER: Also, jeder von Ihnen muß durch den Metalldetektor und dann beginnen wir mit der Führung. Das Gebäude, in dem wir uns befinden, ist nach J. Edgar Hoover benannt. Es wurde 1975 fertiggestellt und steht auf dem Platz der ursprünglichen FBI Zentrale. In der Ausstellung der zehn meistgesuchten Verbrecher sehen Sie vielleicht ein paar Ihrer Verwandten wieder. Falls Sie irgendwelche Fragen haben, werde ich mich nach besten Kräften bemühen, sie zu beantworten.

SICHERHEITSBEAMTER: Sie dürfen immer noch durch die Vordertüre reinkommen, Agent Scully?

SCULLY: Vorerst schon noch.

SICHERHEITSBEAMTER: Tragen Sie eine Waffe?

SCULLY: Nein.

SICHERHEITSBEAMTER: Tut mir leid, Ihnen das anzutun.

SCULLY: Schon gut. Seltsam, nicht wahr?

SICHERHEITSBEAMTER: Tja, ich habe schon erlebt, daß eine Stecknadel einen Alarm ausgelöst hat, aber Sie können durchgehen.

SCULLY: Danke sehr.

(Vor Skinners Büro.)

SKINER: Bitte kommen Sie rein, Scully.

(Im Büro.)

SKINNER: Sie sagten, Sie wollen mich wegen der Untersuchung sprechen?

SCULLY: Ja, Sir. Ich habe in einer Zeitung gelesen, daß man ein Mordopfer in New Jersey gefunden hat und ich habe Grund zu der Annahme, daß der Mörder derselbe ist, der auch für Agent Mulder verantwortlich ist.

SKINNER: Kann ich das mal sehen?

SCULLY: Er wurde getötet, nachdem Agent Mulder verschwunden war. Sie haben ja schon die ballistischen Untersuchungsergebnisse von Mulders Vater in den Akten. Sie müssen sie nur mit den Resultaten im Fall dieses Mannes vergleichen.

SKINNER: Und was soll dabei rauskommen?

SCULLY: Wenn die Mordwaffe dieselbe ist, würde das beweisen, daß Agent Mulder seinen Vater nicht getötet hat. Und er würde uns helfen, den wahren Mörder zu finden.

SKINNER: Sie sind von der Ermittlung ausgeschlossen worden.

SCULLY: Ja, das weiß ich, Sir, ich dachte nur, es wäre vielleicht hilfreich.

SKINNER: Ich fürchte nein. Dieser Fall wurde von der Polizei in Trenton bearbeitet, und die können unsere Ballistikdaten abrufen. Wenn die beiden Geschosse übereingestimmt hätten, wären schon sämtliche Alarmsirenen losgegangen.

SCULLY: Sie wollen das gar nicht prüfen lassen?

SKINNER: Miss Scully, Sie scheinen wohl das ganze Ausmaß an täglichen Verpflichtungen, die mein Job mit sich bringt, zu unterschätzen.

SCULLY: Ich habe nur versucht, Sie bei Ihren Ermittlungen zu unterstützen, Sir.

SKINNER: Um Ihre Chancen auf Wiedereinsetzung in Ihrem Job zu vergrößern, nicht wahr?

SCULLY: Nein. Ich will nur Antworten.

SKINNER: Genau das will ich auch. Ich will wissen, wieso ich aufgefordert wurde, Ihre Wohnung auf den Kopf zu stellen. Ich soll da 'ne DAT Kassette suchen lassen.

SCULLY: Ich habe sie nicht.

SKINNER: Ist Agent Mulder deswegen ermordet worden?

SCULLY: Ich befürchte ja.

SKINNER: Dann liefern Sie mir die Tatwaffe, Agent Scully, und bringen Sie mir dieses Band. Andernfalls muß ich Sie jetzt auffordern, jetzt nach Hause zu gehen und uns unsere Arbeit machen lassen.

SCULLY: Ist das alles, Sir?

SKINNER: Ja, das ist alles.

(Nachdem sie weg ist, kommt CSM herein.)

CSM: Haben Sie sie nach dem Band gefragt?

SKINNER: Sie sagt, es wäre nicht in ihrem Besitz.

CSM: Ach, wirklich. Sagt sie das?

SKINNER: Ja, das hat sie wirklich gesagt.

CSM: Das ist für jeden von uns sehr bedauerlich.

(SCULLY verläßt den Aufzug und geht wieder durch den Metalldetektor.)

SICHERHEITSBEAMTER: Schon wieder zurück?

SCULLY: Ich bin nur neugierig wegen des Apparats. Darf ich vielleicht noch mal durchgehen?

SICHERHEITSBEAMTER: Von mir aus.

(Sie legt ihren Schlüssel beiseite und geht noch einmal durch. Es blinkt.)

SICHERHEITSBEAMTER: Das Ding ist empfindlicher als jeder Zahnarztpatient.

SCULLY: Würden Sie mich noch einmal mit dem Handdetektor überprüfen?

SICHERHEITMANN: Na klar. Tragen Sie 'ne Halskette oder so was?

SCULLY: Nein. Heute nicht.

SICHERHEITSMANN: Na, was kann denn das sonst sein?

(Später besehen Scully und ein Arzt sich ein Röntgenbild von Scullys Nacken. Ein kleines Metallstück steckt in einem der oberen Wirbel.)

SCULLY: Und was ist das Ihrer Meinung nach?

ARZT: Keine Ahnung. Es ist hier in Ihrem Gewebe eingebettet. Könnte vielleicht ein Stück von einer Schrotkugel oder so was ähnliches sein.

SCULLY: Ich weiß nicht, wie es dahin gelangt sein könnte.

ARZT: Ich kann es fühlen, es sitzt direkt unter der Haut. Und aus der Nähe betrachtet, kann ich auch eine kleine Narbe darüber entdecken. Wenn Sie wollen, könnte ich örtlich betäuben und es rausholen.

SCULLY: Ja. Danke, daß Sie so spät noch Zeit hatten, um mich zu untersuchen.

ARZT: Kein Problem. Sie sind vermutlich in Ausübung des Dienstes verwundet worden, ohne es zu wissen.


NAVAJO RESERVAT
TWO GREY HILLS
NEW MEXICO


(ALBERT betritt die Hütte und sieht MULDER auf der Trage liegen. Er reicht ihm Wasser, während er spricht.)

ALBERT: Wir haben drei Tage lang die Rituale des gesegneten Weges durchgeführt. Der FBI-Mann litt unter hohem Fieber und sein Körper brannte wie Feuer. Es gab Zweifel, ob er genesen würde. Aber die Geister hatten sich versammelt, denn in der Nacht des dritten Tages öffnete er seine Augen und bat um Wasser. Die rituelle Waschung muß vor Sonnenuntergang außerhalb der Hütte erfolgen. Der FBI-Mann war schwach von seiner Reise und wollte nicht sprechen. Aber wie bei einem Sonnenaufgang spürte ich in ihm eine Wiedergeburt. Dennoch wird er Zeit brauchen, um seine Kraft wieder zurück zu gewinnen.


FBI HAUPQUARTIER
WASHINGTON, DC


ARZT: Tja, eine Schrotkugel war das jedenfalls nicht. Ich kann Ihnen sagen, wonach es für mich aussieht, aber nicht, wie es dorthin gelangt sein kann. Sehen Sie es sich an.

SCULLY: Das sieht ja wie ein Computerchip aus.

ARZT: So sieht es für mich auch aus.


MELISSA SCULLYS HAUS


SCULLY: Ich weiß noch nicht einmal, wie lange es da drin war. Und ich habe absolut keine Ahnung, wie es da rein gekommen ist.

MELISSA: Das ist sehr beängstigend. Dana, das ist sehr ernst. Du mußt unbedingt herausfinden, was das ist.

SCULLY: Ich habe keinen Zutritt zu den FBI-Labors.

MELISSA: Du kannst aber auf deine eigenen Erinnerungen zurückgreifen, verstehst du? Du hast das offenbar etwas so tief in deinem Unterbewußtsein vergraben, daß du dich nicht erinnern kannst.

SCULLY: Melissa.

MELISSA: Ich kenne jemanden, der dir dabei helfen...

SCULLY: Nein!

MELISSA: Wovor fürchtest du dich so, Dana? Fürchtest du, etwas über dich selbst zu erfahren? Warum verschließt du dich eigentlich so vor der Möglichkeit, irgendwelche Erklärungen zu akzeptieren, die außerhalb deiner streng wissenschaftlichen Sicht der Welt liegen? Es ist als hättest du jegliches Vertrauen in deine Intuition verloren. Du trägst so viel Trauer und Furcht in dir, daß du nicht sehen kannst. Du hast diese Mauern um deine wahren Gefühle errichtet und um die Erinnerung an das, was dir passiert ist. Tu's einfach für mich. Ich bin deine Schwester. Bitte.


BEHANDLUNGSZIMMER VON DR. POMMERANTZ


Auf der Tür steht:

"Dr. Mark Pomerantz
Psychotherapy
Regression Hypnosis
Energy Fields"

MARK POMERANTZ: Ich werde Sie in eine Art Dämmerzustand versetzen durch eine modifizierte Form der Hypnose, wozu auch die sogenannte holotropische Atemarbeit gehört. Das wird vor allem Ihre Bewußtseinsebene beruhigen, so daß wir es leichter haben werden, zu Ihren unterbewußten Erinnerungen vorzudringen. Also, ich möchte, daß Sie sich jetzt hauptsächlich auf Ihre Atmung konzentrieren. Atmen Sie ganz entspannt. Und jetzt möchte ich, daß Sie die Augen schließen und an einen Ort denken, an dem Sie sich immer sehr behaglich und völlig sicher gefühlt haben. Sie haben mir davon erzählt wie es ist, entführt zu werden und Zeit zu verlieren. Und wie haben Sie sich gefühlt unmittelbar, bevor das passiert ist?

SCULLY: Ich hab mich gefürchtet.

MARK POMERANTZ: Erinnern Sie sich noch, wovor Sie sich gefürchtet haben?

SCULLY: Daß ich sterben würde.

MARK POMERANTZ: Aber das sind Sie nicht. Jemand hat das offenbar verhindert. Können Sie mir sagen, wer das gewesen ist?

SCULLY: Da waren Männer.... Ein Mann holte mich.... Da war so ein Licht und.... laute Geräusche, meine... meine Ohren schmerzten davon....

MARK POMERANTZ: Die haben mit Ihnen ein Experiment durchgeführt. Hat man Ihnen dabei Schmerzen zugefügt?

SCULLY: Ich kann mich nicht erinnern.... die Geräusche waren so verwirrend und.... da war ein Alarm.... Ich.... glaube mich zu erinnern.... daß die wissen wollten, ob es mir gut geht.

MARK POMERANTZ: Haben Sie vielleicht geglaubt, daß sie Ihnen nichts tun? Wäre das eventuell möglich?

SCULLY: Ich weiß es nicht.

MARK POMERANTZ: Beim FBI arbeiten Sie mit Menschen zusammen, denen Sie Ihr Leben anvertrauen müssen. Ist einer dieser Menschen dabei gewesen?

SCULLY: Ich hatte doch keine Wahl... Ich mußte ihnen vertrauen... Ich konnte.... ich konnte ihnen keinen Widerstand leisten....

MARK POMERANTZ: Wenn das zu schmerzlich für Sie ist, gehen Sie bitte wieder zurück zu dem behaglichen Ort zurück, wo wir angefangen hatten, und dann versuchen Sie es noch mal...

SCULLY: (schreckt auf) Nein! Tut mir leid. Ich hab's versucht, ich hab's versucht. Ich fürchte, das funktioniert nicht. Auf diese Weise erreichen wir nichts. Danke, aber jetzt entschuldigen Sie mich bitte.


SCULLYS APARTMENT


(SCULLY fährt vor ihrer Wohnung vor und sieht wie SKINNER gerade aus ihrem Gebäude herauskommt, in ein Auto steigt und davon fährt.)


NAVAJO RESERVAT
TWO GREY HILLS
NEW MEXICO


(MULDER sitzt im Kreise der Indianer, eine Decke um ihn gelegt.)

ALBERT: Sie müssen jetzt sorgfältig darauf achten, die Zeremonie korrekt zu beenden. Wenn Sie fortgehen, dürfen Sie keine Arbeit tun, Ihre Kleidung nicht wechseln oder baden, und zwar vier Tage lang.

MULDER: Dann bin ich ja gar nicht mehr gesellschaftsfähig.

ALBERT: Die Jungs haben ein Geschenk für Sie.

(Einer der Indianerjungen kommt auf MULDER zu und gibt ihm einen kleinen Beutel, den er öffnet und den Inhalt in seine Handfläche kippt. Es sind Sonnenblumenkerne. MULDER lächelt.)

ALBERT: Sie hatten während Ihrer Fieberanfälle darum gebeten.

MULDER: Während meines Fiebers... bin ich von hier aus an einen Ort gereist...

ALBERT: Diesen Ort hier tragen Sie jetzt in sich, er ist in Ihrem Innern. Er ist der Ursprungsort.

MULDER: Es war also kein Traum?

ALBERT: Doch.

(ALBERT verwischt die Sandzeichnung auf dem Boden der Hütte)

ALBERT: Wir sind jetzt fertig.


FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON DC


(SKINNERS Telefon klingelt.)

SKINNER: Skinner?

SCULLY: Sie wollten mich heute besuchen?

SKINNER: Wie bitte?

SCULLY: Sie waren heute bei meiner Wohnung. Ich nehme an, Sie wollten mich wegen irgend etwas sprechen.

SKINNER: Ich weiß gar nicht, wovon Sie reden.

SCULLY: Als Sie aus meinem Haus kamen, habe ich Sie gesehen.

SKINNER: Sie haben sich offenbar mal wieder geirrt. Tut mir leid. (Er legt auf) Ich geh' kurz mal an die Luft. Entschuldigen Sie mich.

(Er steht auf und läßt den RAUCHER, der ihm gegenüber sitzt, zurück.)


SCULLYS APARTMENT


(MULDER wird langsam vor einem sternenbedeckten Nachthimmel eingeblendet.)

MULDER: Ich war auf der Brücke, die zwei Welten überspannt. Der Verbindung zwischen allen Seelen, die wir überqueren müssen, um zu uns selbst zu finden. Sie waren hier heute auf der Suche nach einer Wahrheit, die Ihnen weggenommen wurde. Einer Wahrheit, die eigentlich nie bekannt werden durfte, aber die uns jetzt unter gefährlichen Vorzeichen verbindet. Ich kehre von den Toten zurück, um mit Ihnen weiter zu suchen. Aber ich fürchte, daß diese Gefahren ständig näher rücken, und daß ich zu spät kommen könnte.

SCULLY: (schreckt nach Luft schnappend aus einem Traum auf)


GARTEN DER REFLEKTION
PAKWAY FRIEDHOF
BOSTON, MASSACHUSETTS


PRIESTER: Wir sind hier, um den plötzlichen Tod von William Mulder zu betrauern, und um den Kummer über unseren Verlust, aber auch um die Erinnerungen an einen Mann zu teilen, dessen Leben reich und erfüllt war, und der das Leben seiner Familie und seiner Freunde auch reicher und erfüllter gemacht hat. Betrüblicherweise mußte ich heute von der Mutter von Williams Kindern erfahren, daß sein Sohn Fox nicht hier sein kann, um sich uns in dieser Zeit der Trauer anzuschließen.

(MRS. MULDER legt einen Strauß Blumen auf das Grab. SCULLY kommt zu ihr herüber.)

SCULLY: Mrs. Mulder?

MRS. MULDER: Ja?

SCULLLY: Ich bin Dana Scully, die Arbeitskollegin Ihres Sohnes. Ich weiß in etwa, wie Sie das FBI informiert hat, aber ich habe irgendwie noch das Gefühl, daß Ihr Sohn doch noch gefunden werden wird.

MRS. MULDER: Oh mein Gott, ist das Ihr Ernst?

SCULLY: Ich glaube, daß er noch am Leben ist.

MRS. MULDER: Woher wollen Sie das wissen?

SCULLY: Irgendwie habe ich das im Gefühl.

(Der WELL-MANICURED MAN tritt hinter einem Grabstein hervor und beobachtet die beiden.)

SCULLY: Sobald ich etwa weiß, lasse ich es Sie wissen.

MRS. MULDER: Danke. Ich danke Ihnen vielmals.

WMM: Hallo. Wie ich sehe, sind Sie ein Freund der Familie. Das bin ich auch. Könnten wir uns vielleicht einen Moment unterhalten?

SCULLY: Worüber denn?

WMM: Über ein sehr ernstes Thema. Also bitte... können wir uns ein wenig abseits von den anderen unterhalten?

(Sie gehen ein Stück weg)

WMM: Ich konnte es nicht vermeiden, Ihr Gespräch vorhin mitanzuhören. Sie glauben also, der Sohn sei noch am Leben?

SCULLY: Wer sind Sie?

WMM: Ich bin Mitglied einer Art von Konsortium, und wir repräsentieren gewisse globale Interessen.

SCULLY: Und was sind das für Interessen?

WMM: Interessen, die zum Beispiel durch das digitale Band, das Sie nicht mehr besitzen, überaus gefährdet sind.

SCULLY: Gefährdet genug, um zu morden?

WMM: Oh, aber ja doch!

SCULLY: Was wissen Sie über Mulder?

WMM: Daß er tot ist und in Frieden ruhen möge.

SCULLY: Sie lügen.

WMM: Ich bin nicht hier, um Sie zu belügen.

SCULLY: Und wozu sind Sie dann hier.

WMM: Um Ihnen zu sagen, daß auch Ihr Leben in Gefahr ist.

SCULLY: Lassen Sie mich in Ruhe.

WMM: Sie werden Sie auf eine von zwei Weisen töten. Die schicken jemanden, möglicherweise zwei Männer, und die werden Sie in ihrer Wohnung oder in Ihrer Garage töten mit einer nicht registrierten Waffe, die am Tatort zurückbleiben wird. Und mit den falschen Papieren, die sie von Personen aus meinem Umfeld bekommen werden, werden sie in weniger als zwei Stunden das Land verlassen haben.

SCULLY: Sie sagten doch was von zwei Weisen.

WMM: Ja... Er oder sie ist jemand, der Ihnen nahe steht, und dem Sie vertrauen. Sie werden um ein Treffen gebeten oder bekommen unerwartet Besuch. Gibt es einen anderen Platz, wo Sie bleiben könnten?

SCULLY: Wieso sollten die mich umbringen?

WMM: Sie wollen etwas anderes als die: Gerechtigkeit. Und die glauben jetzt ganz sicher zu sein, daß Sie die Computerkopie der Akten nicht haben, die sie suchen.

SCULLY: Warum beschützen Sie mich?

WMM: Ich finde, meine Kollegen handeln etwas zu impulsiv und Ihr Tod wird nur unnötig viel Aufmerksamkeit auf unsere Gruppe lenken.

SCULLY: Sie beschützen nicht mich, Sie beschützen sich selbst.

WMM: Wieso überrascht Sie das? Motive sind nur sehr selten selbstlos.

SCULLY: In welcher Branche sind Sie überhaupt?

WMM: Wir beschäftigen uns mit der Zukunft. Und der beste Weg, sie vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten. Guten Tag, Agent Scully.


MARTHAS VINEYARD
WEST TISBURY
MASSACHUSSETS


(MRS. MULDER kommt gerade nach Hause und sieht die Familienbilder auf einer Kommode an, als...)

MULDER: Mom?

MRS. MULDER: Oh, mein Gott!! Oh, Fox! Ich kann's gar nicht glauben. Ich mit dem Schlimmsten gerechnet.

MULDER: Ich brauche deine Hilfe, Mom. Ich hab leider nicht sehr viel Zeit.

MRS. MULDER: Die haben gesagt, dir sei etwas Furchtbares geschehen.

MULDER: Es geht mir gut. Aber ich brauche deine Hilfe und dein Erinnerungsvermögen.

(Sie gehen in einen Abstellraum.)

MULDER: Ich muß unbedingt mehr über Dad wissen und wer diese Leute hier sind.

MRS. MULDER: Das war doch alles vor so einer langen Zeit.

MULDER: Versuch doch bitte, dich zu erinnern. Diese Fotos wurden 1972 aufgenommen. Wo?

MRS. MULDER: Ich habe keine Ahnung.

MULDER: Dad hat fürs Außenministerium gearbeitet und ist oft weggefahren, wohin?

MRS. MULDER: Ich erinnere mich nicht mehr. Fox, ich bitte dich.

MULDER: Willst du dir die Fotos nicht einmal ansehen, Mom?

MRS. MULDER: Würdest du das bitte sein lassen...

MULDER: Sieh sie dir doch nur mal an.

MRS. MULDER: Wieso tust du mir das an?

MULDER: Er muß dir doch von seiner Arbeit und von seinen Mitarbeitern erzählt haben. Hat er sie mit nach Haus gebracht? Waren sie jemals hier?

MRS. MULDER: Ja. Aber ich erinnere mich nicht mehr an ihre Namen. Wieso ist das so wichtig für dich, Fox?

MULDER: Weil es mit Samantha zu tun hat. Und mit dem, was ihr zugestoßen ist.


SCULLYS WOHNUNG


(SCULLY kommt herein, als das Telefon klingelt)

SCULLY: Hallo?

MELISSA: Dana, hier ist deine Schwester.

SCULLY: Hallo.

MELISSA: Sag mal, wo bist du denn gewesen?

SCULLY: Ich, äh, ich hatte in Boston zu tun. Ich war auf einer Beerdigung.

MELISSA: Ich hab mir Sorgen um dich gemacht.

SCULLY: Wieso?

MELISSA: Weil ich nichts mehr von dir gehört habe, seit du bei Dr. Pomerantz warst.

SCULLY: Mir ist heute etwas sehr Merkwürdiges geschehen, und ich bin ein bißchen von der Rolle deswegen.

MELISSA: Also, hör mal, ich komm jetzt rüber und dann unterhalten wir uns. Bist du noch eine Weile da?

SCULLY: Ja. Ja, das bin ich. Bis gleich.

MELISSA: Okay, bis gleich.

(SCULLY legt auf, dann klingelt das Telefon noch einmal.)

SCULLY: Hallo?

(Doch es ertönt nur ein leises Klick. SCULLY hebt ab und wählt.)

SCULLY: Komm, nun mach schon.

MELISSAS ANRUFBEANTWORTER: Hallo, hier ist Melissa. Ich bin leider im Moment nicht da. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht und ich ruf Sie zurück, okay? Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.

SCULLY: Melissa, ich bin's. Bitte nimm ab. Melissa? Bitte nimm ab. Ich komme lieber rüber zu dir, und ich werde versuchen, dich unterwegs abzufangen. Bis gleich.

(Draußen fährt SKINNER gerade vor ihrer Wohnung vor. Er macht die Autotüre auf und spricht sie an.)

SKINNER: Steigen Sie ein, Scully. Ich muß mit Ihnen reden, es ist sehr wichtig.

SCULLY: Ich wollte gerade zu meiner Schwester.

SKINNER: Ich werde Sie dort absetzen, aber jetzt müssen Sie erst mal mitkommen.

SCULLY: Und wohin fahren wir?

SKINNER: Wo ein Gespräch unter vier Augen möglich ist.


MULDERS APARTMENT


(SCULLY schließt die Tür zu seiner Wohnung auf.)

SCULLY: Bitte nach Ihnen.

(SKINNER tritt ein)

SCULLY: Augen geradeaus und Hände hoch, damit ich sie sehen kann. Drehen Sie sich nicht um oder ich knall' Sie ab. Und glauben Sie nur nicht, daß ich's nicht tun würde, Sie Schweinehund.

SKINNER: Ich glaube Ihnen ja, nur mit der Ruhe, ich bin auf Ihrer Seite.

SCULLY: Gehen Sie zwei Schritte vorwärts. Und jetzt werden Sie langsam auf die Couch zugehen. Drehen Sie sich um und setzen Sie sich auf ihre Hände.

SKINNER: Wollen Sie denn überhaupt nicht wissen, warum ich hier bin?

SCULLY: Ich weiß, warum Sie hier sind. Ich will wissen, wer Sie geschickt hat.

SKINNER: Niemand hat mich geschickt.

SCULLY: Ohne Antworten werde ich Sie hier nicht lebend rauslassen.

(Schnitt zurück zu SCULLYS Wohnung. MELISSA läuft die Treppe hoch, schließt auf und betritt SCULLYS Apartment. Ein Schuß fällt und MELISSA sinkt mit einem kurzen Aufschrei zu Boden.)

KRYCEK: Oh, nein. Verdammt.

LUIS CARDINAL: Was ist los?

KRYCEK: Laß uns... hier verschwinden.

(Wieder in MULDERS Wohnung.)

SCULLY: Wer steckt dahinter, Skinner? Wer zieht hier die Fäden?

SKINNER: Sie können mich umbringen, Scully, aber dann würden Sie denen nur die Arbeit abnehmen. Vergessen Sie Ihren Job, Ihre Familie. Sie werden den Rest Ihres Lebens hinter Gittern verbringen, die können jeden Bundesrichter überreden.

SCULLY: Was ist die Alternative? Daß ich Sie mich töten lasse?

SKINNER: Ich will Sie überhaupt nicht töten. Ich will bloß Ihnen etwas geben. Ich habe dieses Digitalband.

SCULLY: Sie lügen.

SKINNER: Ich hab's aus Mulders Schreibtisch, es ist in meiner Tasche.

(Sie ziehen beide ihre Waffe, als sie draußen vor der Tür ein Geräusch hören und SCULLY für kurze Zeit abgelenkt ist.)

Fortsetzung folgt

Mitgeschrieben von:

  • Autor: dana d. (dana.d@netcologne.de)

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  • Betalesung: Robert B. (spooky17@gmx.de)