2X04 Schlaflos (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


2X04 Schlaflos
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

NEW YORK CITY, 23.23 UHR


Dr. Saul Grissom sitzt auf seinem Sofa und sieht fern, eine Nachrichtensendung, es laufen gerade die Börsenkurse. Er hört vor der Tür ein Geräusch und öffnet sie, um nachzusehen, was los ist. Ein Feuer schlägt ihm entgegen.

GRISSOM: Ah!

Er ruft 911 an, den Notruf.

TELEFONISTIN: Sie haben 911 gewählt, dies ist der Polizeinotruf.

GRISSOM: Hier ist Dr. Saul Grissom. Vor meiner Wohnung brennt es. Ich bin hier gefangen.

TELEFONISTIN: Wohnen Sie in der 56. Straße Nummer 700?

GRISSOM: Ja, in der Wohnung 606. Beeilen Sie sich, um Gottes Willen!

TELEFONISTIN: Ich schicke Ihnen sofort die Feuerwehr.

Er greift sich einen Feuerlöscher aus dem Wandschrank.

GRISSOM: Warum hilft mir denn keiner? Hilfe!

Flammen sind im ganzen Raum und er fängt vom ganzen Rauch an zu husten während Feuerwehrleute nach oben rennen. Man sieht einen großen schwarzen Mann, Augustus Cole, die Treppe herunterkommen. Sehr viele Rufe und absolutes Chaos.

FEUERWEHRMANN 1 zu den Leuten im Treppenhaus: Weiter gehen. Halten Sie sich rechts. Bitte gehen Sie weiter, Sir.

FEUERWEHRMANN 2: Ich rieche gar keinen Rauch. Eine Einheit muß aufs Dach.

LT. REAGAN: Hier ist Lt. Reagan, wir haben möglicherweise einen falschen Alarm in der Wohnung 606. Ich bitte um Bestätigung des Standorts. 606.

FRAU IN DER ZENTRALE: Ja, der Alarm kam aus 606.

REAGAN: Die Tür ist kalt. Brecht sie auf!

Die Männer brechen die Tür auf und finden nichts außer Grissoms Leiche. Keine Anzeichen eines Feuers.

FEUERWEHRMANN 3: Ich seh‘ mal im Schlafzimmer nach.

FEUERWEHRMANN 2 Ich glaube er ist tot.

FEUERWEHRMANN 3: Hier hat's nicht gebrannt.


FBI-ZENTRALE, WASHINGTON, D.C.


Mulder schlägt seine Zeitung auf und eine Kassette fällt heraus, der Artikel von Dr. Grissom ist eingekreist.

MULDER: "Berühmter Arzt gestorben. Er war ein Pionier auf dem Gebiet der Schlafforschung."

Die Szene wechselt zu Mulder und Skinner, die sich in Skinners Büro das Band von Dr. Grissoms Notruf anhören.

MULDER: In diesem Artikel steht kein Wort von einem Feuer.

SKINNER: Ja, Agent Mulder, ich kann lesen. er schiebt ihm die Zeitung über seinen Schreibtisch zu.

MULDER: Grissoms Firma hatte ein paar Regierungsaufträge und deswegen sind wir in dieser Sache für die Ermittlungen zuständig.

SKINNER: Und Sie wollen die Ermittlungen durchführen?

MULDER: Ich denke doch, daß die näheren Umstände an Grissoms Tod eine Überprüfung rechtfertigen. Als ich die New Yorker Polizei anrief, wollten die nicht mal mit mir reden, ohne den Segen des Generalstaatsanwalts.

SKINNER: Woher ist dieses Band? Vermutlich hat Sie jemand auf die Idee gebracht, daß hier mehr dran ist, als gemeldet wurde.

MULDER: Meine einzige Quelle, der ich jemals...voll und ganz vertrauen konnte, ist tot.

SKINNER: Ich werde sehen, was an der Sache dran ist und laß es Sie dann wissen. Inzwischen warten 24 Abhörbänder auf Sie, die transkibiert werden müssen.

PERSON AUF DEM BAND: Kommst du nun rüber, oder was? Du hast vor zwei Stunden gesagt, daß du rüber kommen würdest. Und jetzt warte ich hier wie eine blöde Barbiepuppe, die nichts besseres zu tun hat...

Mulder spult das Band ein wenig zurück. [Anmerkung von Yvi: Diese Arbeit kommt mir tierisch bekannt vor, ich weiß nicht wieso...] Ein Stück vor dem Schreibtisch steht ein junger, unbekannter Agent, Krycek.

PERSON: . . .warte ich hier wie eine blöde Barbiepuppe, die nichts besseres zu tun hat als herumzusitzen und auf jemanden wie dich zu warten...

KRYCEK: Agent Mulder?

MULDER: Ja?

KRYCEK reicht ihm eine Akte: Das ist Ihr 302. Der Stellvertretende Direktor Skinner hat es gerade genehmigt.

MULDER blättert in der Akte: Da scheint etwas nicht zu stimmen. Es arbeitet doch ein anderer Agent an diesem Fall.

KRYCEK: Ja stimmt, das bin ich. Krycek, Alex Krycek.

Krycek streckt die Hand aus, aber Mulder sieht ihn nur weiter an.

MULDER: Skinner hat nichts über einen anderen Partner gesagt.

KRYCEK zieht seine Hand wieder zurück: Dafür kann Skinner nichts. Ich habe diese Akte zwei Stunden vor Ihrer Anfrage eröffnet und daher ist es mein Fall.

MULDER lehnt sich zurück: Dann haben...Sie auch sicher schon die Polizei angerufen?

KRYCEK: Ja. er holt sein Notizblock hervor Ich habe vorhin gerade den zuständigen Officer an der Strippe gehabt. er blättert in seinem Notizblock ein Detctive namens Horton. Er sagte Grissom hätte über den Notruf ein Feuer gemeldet.

MULDER: Ich kenne das Band.

KRYCEK: Wissen Sie auch, daß ein entleerter Feuerlöscher in der Wohnung gefunden wurde? Grissoms Fingerabdrücke waren da überall drauf. Die Wände und der Fußboden in seinem Wohnzimmer waren mit Amoniumphosphat bedeckt.

MULDER: Aber keine Spur von Feuer.

KRYCEK: Nicht mal ein abgebranntes Streichholz.

MULDER: Ist das alles, was Sie wissen?

KRYCEK: Ja. Bis jetzt schon. Und was meinen Sie dazu?

MULDER: Hören Sie, es hat mich gefreut, Sie mal kennenzulernen und ich meine das nicht persönlich, er steht auf und geht aber ich arbeite allein. Ich werde die Sache mit Skinner klären.

KRYCEK dreht sich um als Mulder an ihm vorbeigeht: Das ist mein Fall, Agent Mulder. Ich...ähm... bin vielleicht noch grün hinter den Ohren, aber ich hatte den Fall zuerst und gebe ihn so schnell nicht wieder her.

MULDER: Na schön, ich schlage vor, Sie lassen mich noch diese Arbeit beenden. Wieso gehen Sie nicht zum Fuhrpark und besorgen uns ein Auto und...ich treffe Sie dann dort.

KRYCEK: Das ist alles? Sie haben also kein Problem damit, daß wir Partner sind?

MULDER: Es ist Ihre Party.

KRYCEK: Dann...hole ich jetzt das Auto.

Krycek geht mit einem zufriedenen Grinsen weg, Mulder sieht ihm nach.


FBI-AKADEMIE, QUANTICO, VIRGINIA

Scully ist beim Autopsieunterricht.

SCULLY: Bei einer Hinrichtung durch Stromschlag wird die Elektrolytregulation gestört, der Herzschlag wird unterbrochen und die meisten autonomen Systeme zerstört. Tatsächlich tritt der Tod durch einen Gewebeschaden, eine Nekrose im Herzen selbst, ein. Besonders im Sinus- und Artrioventrikulärknoten..

MANN öffnet die Tür: Agent Scully, entschuldigen Sie die Unterbrechung, aber Sie werden am Telefon von einem George Hale verlangt. Er sagt, es sei dringend.

SCULLY geht: Entschuldigen Sie mich.

Scully nimmt den Hörer.

SCULLY: Wo sind Sie?

MULDER: Ich bin am Flughafen. Ich werde in ungefähr einer halben Stunde nach New York fliegen. Hätten Sie nicht Lust auf eine kleine Autopsie im "Big Apple"?

SCULLY: Was ist denn los?

MULDER: Ich habe gehofft, daß Sie mir das sagen können.

SCULLY: Heute kann ich aber nicht. Mein Unterricht ist erst um halb fünf zu Ende.

MULDER: Das macht nichts. Ich lasse die Leiche vom Gerichtsmediziner zu Ihnen schicken.

SCULLY: Mulder. . .

MULDER: Sie kriegen sie um fünf.

SCULLY seufzt verzweifelt: Und wie ist der Name?


GRISSOM-INSTITUT FÜR SCHLAFSTÖRUNGEN, STAMFORD, CONNECTICUT


Mulder und eine Krankenschwester gehen durch einen langen Gang, in dem viele Türen mit Monitoren daneben sind.

KRANKENSCHWESTER: Dr. Grissoms Alphawellen-Analyse hat neue Maßstäbe gesetzt. Sie hat unsere Betrachtungsweise des Schlafes revolutioniert. Sein Tod bedeutet einen enormen Verlust für die wissenschaftliche Forschung.

MULDER: Wieviel Arten von Schlafstörungen hat er denn behandelt?

KRANKENSCHWESTER: Es gibt 38 verschiedene Arten von Schlafstörungen und Parasomnien. Dr. Grissom hat sie alle mit einer einmaligen Erfolgsrate behandelt.

MULDER: Aber eine solche Trefferquote muß doch ihren Tribut gefordert haben.

KRANKENSCHWESTER: Erstklassigkeit erfordert immer gewisse Opfer.

MULDER: Hat er denn nie unter dem Erfolgsdruck gelitten?

Mulder bleibt vor einem Monitor stehen.

KRANKENSCHWESTER: Eigentlich nicht. Er litt nur manchmal selbst unter Schlaflosigkeit.

MULDER: Aber er hatte nie Wahnvorstellungen.

KRANKENSCHWESTER: Selbstverständlich nicht.

MULDER: Worum geht's denn bei dem hier?

KRANKENSCHWESTER: Die Ängste dieses Patienten verhindern, daß er aus dem REM Schlaf in den erholsameren Deltawellenschlaf überwechselt. Es ist immer noch ein Experiment, aber was wir hier zu tun versuchen ist, seine Gehirnströme von außen zu verändern.

MULDER: Und wie tun Sie das?

KRANKENSCHWESTER: Die elektrische Stimulation des Okzipitallappens kreiert einfache Seh- und Hörhalluzinationen.

MULDER: Dann ist es wirklich möglich, die Träume eines Menschen zu verändern?

KRANKENSCHWESTER: Theoretisch gesehen, ja.


Vor der Klinik, Mulder sieht sich auf der Straße um. Krycek steigt aus einem Auto aus und geht auf Mulder zu.

KRYCEK: Ich habe Ihr Taxi bezahlt. Mulder, ich mag das nicht, wenn man mich wie einen dummen Jungen sitzen läßt.

MULDER: Ich wollte Ihnen nicht auf den Schlips treten.

KRYCEK: Warum behandeln Sie mich dann so? Sie kennen mich nicht und wissen auch überhaupt nichts über mich.

MULDER: Genau deswegen.

KRYCEK: Wissen Sie, auf der Akademie haben die Jungs sich über Sie lustig gemacht.

MULDER: Hören Sie auf damit sonst treten Sie mir auf den Schlips.

KRYCEK: Aber manche von uns verfolgten Ihre Arbeit und glaubten an Sie, weil wir wußten, daß mehr da draußen ist, als man uns gesagt hat.

Mulders Telefon klingelt.

MULDER: Ja?

SCULLY: Dr. Grissom starb nicht an einem Herzstillstand.

MULDER: Und woran dann?

SCULLY: Ich hielte es für besser, wenn Sie sich das selbst mal ansehen würden. Nachdem ich die Bauchhöhle und den Thorax geöffnet habe, kann ich Ihnen noch mehr erzählen.

MULDER: Ich werde in zwei Stunden bei Ihnen sein.

Mulder greift nach dem Türgriff. Krycek hält den Schlüssel hoch.

KRYCEK: Wo fahren wir hin?

Mulder nickt.


FBI-AKADEMIE, QUANTICO, VIRGINIA


Scully ist gerade dabei die Autopsie an Grissom durchzuführen. Sie legt ein großes Organ auf die Waage.

MULDER: Milz oder Bauchspeicheldrüse?

SCULLY: Das ist der Magen. Ich wollte gerade damit anfangen.

Scully sieht hinter Mulder, daß Krycek durch die Tür gekommen ist und sieht ihn fragend an.

MULDER: Oh...das ist Alex Krycek. Wir...wir arbeiten zusammen an dem Fall.

SCULLY: Freut mich. Guten Tag.

KRYCEK: Gleichfalls.

Wieder streckt er seine Hand zur Begrüßung aus und wieder wird sie ignoriert.

[Anmerkung von Yvi: Armer Junge, niemand will ihm die Hand geben...]

SCULLY: Beachten Sie die verkrümmte Haltung des Leichnams.

Krycek dreht sich schnell zur Seite und hustet laut. Mulder und Scully drehen sich zu ihm um. [Anmerkung von Yvi: Dieser Blick von den beiden - einfach genial!!!]

SCULLY: Dieser Zustand tritt für gewöhnlich einige Stunden nach dem Tod ein. Er wird verursacht durch die Gerinnung von Muskeleiweiß, wenn der Körper extrem hohen Temperaturen ausgesetzt wurde.

MULDER: Wie einem Feuer?

SCULLY: Dieser Grad der Gliedmaßenbeugung wird normalerweise nur bei Verbrennungsopfern beobachtet.

KRYCEK: Es gab aber kein Feuer.

SCULLY: Er hat auch keine Hautverbrennungen, die darauf hindeuteten, aber als ich seinen Schädel öffnete stieß ich auf extradurale Blutungen, die nur durch extreme Hitze verursacht werden können. Irgendwie zeigt dieser Mann alle sekundären, aber nicht die primären physiologischen Reaktionen eines Verbrennungsopfers.

MULDER: Habe Sie eine Theorie?

SCULLY: Ich kann noch nicht mal ansatzweise erklären, was so etwas verursacht haben könnte. Ich meine es ist fast so als...

MULDER: Was?

SCULLY: Es ist fast so, als ob sein Körper geglaubt hätte, er würde brennen.


BROOKLYN, NEW YORK


Ein Mann, Henry Willig, sieht sich in einem heruntergekommenen Apartment den Homeshopping Kanal an. Man sieht eine Narbe in seinem Genick.

COLE: Du hast die Tür offen gelassen, Willie.

Henry sieht sich um und hinter ihm steht Augustus Cole, der Schwarze aus dem Teaser.

HENRY: Preacher?

COLE: Es ist sehr unklug, in dieser Gegend seine Tür nicht abzuschließen. Man weiß ja nie, wer vorbeischaut.

HENRY: Verdammt. Was machst du denn hier? Wie lange bist du schon in der Stadt?

COLE: Nicht lange.

HENRY: Willst du ein Bier?

COLE: Wie geht's denn? Hä? Hä? Wie geht's dir, mein Junge?

HENRY: Wie's mir geht? Ich versuche...es zu vergessen. Verstehst du? Ich versuche, es aus dem Kopf zu kriegen.

COLE: Es gelingt dir nur nicht, hä?

HENRY stößt ein Lachen aus: Nein. Es geht mir nicht gut. Ich kämpfe dagegen an, verstehst du? Ich sehe immer diese Gesichter...und zwar jeden Tag....von Neuem. Ach, was macht das schon aus? Wir fahren doch alle zur Hölle, oder?

COLE: Wo waren wir denn in den letzten 24 Jahren? Der Tod muß uns nachdem, wo er uns hingeschickt hat, vorkommen wie ein...wie ein Urlaub auf Hawaii, verstehst du?

HENRY: Was willst du eigentlich hier, Preacher? Du hast Grissom umgebracht, nicht wahr? Du hast ihn umgebracht, ich habe es im Fernsehen gesehen.

COLE: Ja, er mußte zahlen, Henry. Wir müssen uns alle für das verantworten, was wir getan haben und wir können dem nicht entrinnen.

Viele Vietnamesen kommen heran, alle sind bewaffnet.

HENRY: Nein.

COLE: Er wird nicht ewiglich Zorn walten lassen, denn er erfreut sich der Gnade. Er wird sich unser wieder erbarmen. Unsere Missetaten dämpfen, Henry. Und all unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Jetzt wird alles gut, Henry. Gleich wird es vorbei sein.

Die Vietnamesen erheben ihre Waffen und schießen auf Henry. Er sinkt tot an der Wand herunter.


FBI-ZENTRALE


Mulder und Krycek sehen sich die Fotos vom ermordeten Henry an, die an einer Tafel angepinnt sind.

KRYCEK: Der Tote heißt Henry Willig. Er war arbeitslos und lebte von einer Invalidenrente. Die Polizei fand nichts, was auf einen Einbruch oder einen Kampf hindeutet. Der Leichnam weist keinerlei Spuren von äußerer Gewaltanwendung auf und die Todesursache war ein geplatztes Aneurysma.

MULDER: Und wieso hat uns Ihr Freund vom Morddezernat angerufen?

KRYCEK: Weil ihn der Gerichtsmediziner angerufen hat. Die Autopsie ergab 43 kleine innere Blutungen und Knochenfragmente, was nicht einfach so spontan von innen heraus entsteht. Nicht ohne ein korrespondierendes äußeres Trauma.

MULDER: Was sagt der Gerichtsmediziner dazu?

KRYCEK: Er sagt, wenn er es nicht besser wüßte, würde er schwören, daß das Schußwunden sind.

MULDER deutet auf eins der Fotos: Was ist das hier für eine Narbe?

KRYCEK: Laut seiner Krankengeschichte ist ihm nur einmal der Blinddarm rausgenommen worden.

MULDER: Seit wann schneidet man den Blinddarm durch den Hals raus?

KRYCEK: Vielleicht stammt die Narbe aus Vietnam. Er war da bis 1970 bei den Marines und die haben ihre Unterlagen nicht gerade korrekt geführt.

MULDER nimmt sich eine Akte vom Tisch und blättert darin: Willig war bei den Marines?

KRYCEK: Ja.

MULDER: Und wo findet die Grundausbildung der Marines an der Ostküste statt?

KRYCEK: In Parris Island.

MULDER: Dort war auch Grissom stationiert und zwar von '68 bis '71.

KRYCEK: Was bedeutet, daß er und Willig genau zur selben Zeit dort waren, vor 24 Jahren.


FBI-BIBLIOTHEK, NEW YORK CITY


Mulder und Krycek sitzen an einem Computer.

MULDER: Hier haben wir ihn. Willig war bei der Spezialtruppe und Aufklärungseinheit J-7. Er ist einer der zwei Überlebenden von ursprünglich 13 Mitgliedern.

KRYCEK: Jedenfalls bis gestern.

MULDER: Aber jetzt ist nur noch ein Mensch übrig, der uns sagen kann, was in Parris Island geschehen ist.

Er zeigt auf den Namen - Augustus D. Cole.


VETERANEN-KLINIK, NORTH ORANGE, NEW JERSEY


Ein Arzt geht mit Mulder und Krycek durch die Gänge.

ARZT: Ich habe Mr. Coles Behandlung überwacht, seit ich ihn vor zwölf Jahren eingewiesen habe. Ich fürchte nur, Sie werden ihn nicht sehr kooperativ finden.

MULDER: Wir möchten ihm nur ein paar Fragen über seinen Militärdienst stellen.

ARZT: Er reagiert nicht besonders wohlwollend auf...Autoritätspersonen.

MULDER: Haben Sie ihn vielleicht deswegen isoliert?

ARZT: Tja, wir mußten Mr. Cole in diesem Teil der Station unterbringen, weil er die Behandlung unserer anderen Patienten gestört hat.

MULDER: Inwiefern hat er sie gestört?

ARZT: Er hat ihre Schlafrhythmen unterbrochen. Bei psychiatrischen Patienten ist es besonders wichtig, daß sie ihren 24-Stundenrhythmus strikt einhalten.

MULDER: Entschuldigung, aber wie genau hat Cole ihren Schlafrhythmus unterbrochen?

Der Arzt hat inzwischen an einer Tür angehalten.

ARZT: Hier sind wir. Mr. Cole, hier sind ein paar Herren, die...

Cole ist nicht in seiner Zelle als sich die Tür öffnet. An der Aufnahme: Der Arzt diskutiert aufgeregt mit der Stationsschwester.

STATIONSSCHWESTER: Sie haben ihn doch vor zwei Tagen entlassen.

ARZT: Das habe ich ganz sicher nicht. Denken Sie, ich würde mich nicht daran erinnern, wenn ich das getan hätte?

Die Schwester greift nach einem Entlassungsschein unter dem Tisch und reicht sie dem Arzt.

STATIONSSCHWESTER: Das war während meiner Schicht. Und Sie haben die Anweisung selbst unterschreiben. Das ist doch Ihre Unterschrift, oder?

Krycek nimmt das Klemmbrett, auf dem auch ein Foto von Cole ist und sieht es sich mit Mulder an. Mulders Telefon klingelt.

MULDER: Coles Gesicht muß auf die Fahndungsliste. ins Telefon Mulder.

X: Mr. Mulder. Ich habe Informationen, die Licht auf Ihre derzeitige Arbeit werfen könnten. Aber Sie müßten Diskretion üben, wenn wir uns treffen. Falls Ihnen jemand folgt, werde ich nicht da sein.

Szenenwechsel zu einem leeren Stadion, in dem gerade gebaut wird.

MULDER: Wer sind Sie?

X: Wer ich bin, ist irrelevant.

MULDER: Warum versuchen Sie mir zu helfen?

X: Denken Sie vielleicht ich bin gerne hier, Agent Mulder? Ich möchte überhaupt nicht hier sein. Er gibt ihm eine Akte.

MULDER: Was ist das?

X: Daten eines streng geheimen, militärischen Projekts. Beruhend auf der Idee, daß der schlimmste Feind eines Soldaten der Schlaf ist.

MULDER: Grissom führte also auf Parris Island Schlafentzugsexperimente durch?

X: Es ging nicht um den Entzug von Schlaf, sondern die Beseitigung.

MULDER: Und wieso?

X: Warum wohl? Um einen besseren Soldaten zu züchten. Ständiges Wachsein tötet jede Furcht ab und steigert die Aggression. Die Wissenschaft hatte es ermöglicht zum Mond zu fliegen, nun sollte die Wissenschaft auch noch einen verlorenen Krieg gewinnen.

MULDER: Und Willig und Cole waren die Laborratten.

X: Laborratten mit der höchsten Tötungsquote des Marinecorps. Mehr als 4.000 Opfer sind ziemlich viel für eine 13 Mann starke Einheit.

MULDER: Denken Sie, daß Cole hinter dem steckt, was hier geschieht?

X: Ich bin nicht hier, um für Sie zu denken, Agent Mulder. Ich weiß nur eins, dieser Augustus Cole hat seit 24 Jahren nicht geschlafen. Es gibt noch jemanden, den Sie aufsuchen sollten. Ein anderes Mitglied der Einheit, das angeblich gefallen war.

MULDER: Ich dachte Cole wäre der letzte.

X: Sein Name steht auf dem Umschlag. X geht.

MULDER: Wie kann ich mit Ihnen in Kontakt treten?

X: Gar nicht.

MULDER: Ich brauche vielleicht mehr.

X: Sie verstehen wohl noch immer nicht? Die X-Akten zu schließen und Sie von Scully zu trennen war erst der Anfang. Die Wahrheit ist immer noch da draußen, sie ist aber gefährlicher als je zuvor. Der Mann, den wir beide gekannt haben, bezahlte für diese Informationen mit seinem Leben und dieses Opfer bin ich nicht bereit zu bringen.

Mulder fährt mit dem Auto und versteckt seinen gerade erhaltenen Umschlag unter dem Sitz, als Krycek ihn vor dem Hotel abfängt.

KRYCEK: Wo waren Sie denn? Jemand, auf den Coles Beschreibung paßt hat eben einen Drugstore in Queens ausgeraubt. Die Polizei hat ihn in einem Motel ausfindig gemacht.

MULDER: Und ist er am Leben?

KRYCEK: Jedenfalls war er es noch, als der Nachtportier ihn gesehen hat. Und wo waren Sie?

Mulder antwortet nicht. Sie betreten das Hotel.

KRYCEK: Detective Horton? Ich bin Agent Krycek, das ist Agent Mulder.

HORTON: Ich hab schon auf Sie gewartet. Ich habe versucht, die Jungs vom Sonderkommando zurückzuhalten, aber die werden schon etwas kribblig. Falls Sie das interessiert, Cole hat überhaupt kein Geld aus dem Drugstore gestohlen, nur ein Haufen Pillen.

Es werden drei Schüsse abgefeuert und man hört einen Schrei. Mulder und Krycek rennen die Treppe hoch.

HORTON: Rein in die Wohnung und Tür zu! Ein Polizist ist getroffen!

MANN: Wir haben zwei verletzte Polizisten, beide in kritischem Zustand. Wir brauchen hier unbedingt sofort ein paar Krankenwagen.

FRAU: antwortet über Funk Roger, ich habe Ihre Anweisung verstanden. Ich werde Ihnen unverzüglich zwei Krankenwagen schicken.

Mulder sieht aus dem Fenster, sieht aber Cole nicht, der sich an eine Wand drückt.

KRYCEK: Was ist hier los, Mulder? Diese beiden Polizisten haben sich gegenseitig erschossen.

Scully tippt auf ihrem Computer.

SCULLY: In diesem Bericht wird auch die hochgradig experimentelle neurochirurgische Prozedur beschreiben, die nötig ist, um einen permanenten Wachzustand herbeizuführen. Während der Operation wurde ein Teil des Hirnstammes in der Mittelpunktsregion entfernt, was die Narbe an Henry Willigs Nacken erklären würde. Eine solche Narbe müßte auch bei Augustus Cole nachzuweisen sein. Die postoperative Behandlung umfaßt eine große Anzahl synthetischer Beigaben, um die durch verlängerten Schlafmangel verursachten organischen Defizite zu kompensieren. Das erklärt auch die Anti-Depressiva, die Cole aus dem Drugstore gestohlen hat. Diese Arzneien stabilisieren die Serotoninwerte im Blut. Serotonin ist die Hauptsubstanz, die während des Schlafs produziert wird. Obwohl es theoretisch möglich ist, daß diese Operation das Schlafbedürfnis der Testperson im großen Maße gemindert hat, kann ich ihren Erfolg ohne eine weitere klinische Testreihe weder quantitativ bestimmen, noch beweisen.

Ihr Telefon klingelt.

SCULLY: Scully.

MULDER: Der zweite Polizist liegt immer noch im Koma, also können wir nicht erwarten, daß er uns sobald erzählt, was passiert ist.

SCULLY: Ich lese gerade die Berichte, die sie mir gefaxt haben. Die sind ja unglaublich.

MULDER: Tja, das Militär hat doch auch schon Truppen durch radioaktiv verseuchte Gebiete geschickt. Ich nehme an, die wollen das damit noch übertreffen, oder?

SCULLY: Eine Schlafbeseitigung erklärt aber noch nicht die Schießerei zwischen den Polizisten, oder die anormalen Autopsieergebnisse von Willig oder Dr. Grissom.

MULDER: Ich habe in der Grissom-Klinik erfahren, was jemand erlebt, wenn sein Gehirn mit Elektrizität stimuliert wird.

SCULLY: Er erlebt harmlose Seh- und Hörhalluzinationen. Das kann Ihnen jeder Medizinstudent erzählen.

MULDER: Aber was ist, wenn diese Stimulierung irgendwie ferngesteuert ist? Was ist, wenn Cole sein Unterbewußtsein in jemanden projizieren könnte, Scully?

SCULLY: Wollen Sie unterstellen, daß Cole diese Leute mit telepathischen Bildern umgebracht hat?

MULDER: Denken Sie darüber nach. Cole hat in all den Jahren ohne REM Schlaf vielleicht eine Art Brücke gebaut zwischen der Welt des Wachseins und der Traumwelt. Ein kollektives Unterbewußtsein. Und vielleicht hat er durch die bewußte Existenz in der Welt des Unterbewußtseins gelernt, seine Träume nach außen zu verlagern, um die Wirklichkeit zu verändern.

SCULLY: Selbst wenn Sie recht hätten, haben Sie eine bessere Chance Cole zu finden, wenn Sie ein Psychogramm erarbeiten und versuchen seine nächsten Schritte vorherzusagen.

MULDER: Na gut, dann spitze ich meinen Bleistift und wir sehen uns nachher.

Krycek, der hinter Mulder aufgetaucht ist, klopft ungeduldig.

MULDER: Ich komm gleich, Krycek.

SCULLY: Wo wollen Sie hin?

MULDER: Wir suchen noch einen anderen dieser Marines auf, der kann uns vielleicht was über Cole erzählen.

SCULLY: Klingt, als würde es mit Ihrem neuen Partner gut funktionieren.

MULDER: Er ist ganz in Ordnung. Er muß nur geduldiger werden und sich besser anziehen. Aber er ist offener für extreme Möglichkeiten als...

SCULLY: Als ich es war?

MULDER: ...als ich von ihm angenommen hatte.

SCULLY: Das muß für Sie doch sehr schön sein, wenn Ihre Vorgehensweise nicht immer bezweifelt wird und niemand Ihre Theorien in Frage stellt.

MULDER: Oh, oh ja, das...das ist großartig. Ich bin überrascht, daß ich es so lange mit Ihnen aushalten konnte.

SCULLY: Sie müssen jetzt gehen. Ich lese mir noch mal diesen Bericht durch, vielleicht entdecke ich ja noch was neues.

MULDER: Okay. Legt auf.


Mulder und Krycek gehen in ein Lokal.

MULDER: Salvatore Matola?

MATOLA: Sind Sie hier, um mich zu erschießen? Wollen Sie mich töten?

MULDER: Nein. Wir sind vom FBI. Wir wollen Ihnen nur ein paar Fragen stellen. Warum denken Sie, daß wir Sie töten wollten?

MATOLA: Ich weiß nicht.

MULDER: Sie wissen Bescheid über Willig und Grissom.

MOTOLA: Ich habe in der Zeitung davon gelesen. Ich dachte, die würden uns jetzt endlich alle umbringen.

MULDER: Wer? Matola sammelt weiter Geschirr ein. Sal, hätten Sie ein bißchen Zeit für uns?

MATOLA: Ja, ich schätze schon. Ich hab bald ne Pause. er dreht sich um, man kann seine Narbe sehen. Ob ich ein bißchen Zeit hätte. Ich schätz‘ schon. Sie sitzen an einem Tisch. Matola raucht, Krycek trink Kaffee. Die haben gesagt, das wäre so, als ob man zweimal lebt. Und zuerst...zuerst war das ja auch so ähnlich. Nicht schlafen zu müssen gab uns das Gefühl, daß nichts uns was anhaben könnte, verstehen Sie. Wir gingen...wir gingen 24 Stunden auf Patrouille und legten uns nachts im Dschungel auf die Lauer um uns ein paar Vietkong zu schnappen.

MULDER: Und müde wurden Sie nie?

MATOLA: Nein. Nicht so, daß wir schlafen mußten. Und dann hatten wir auch noch diese Pillen, die uns fit hielten.

MULDER: Serotonin?

MATOLA: Ja.

MULDER: Und wie lange ging das so.

MATOLA: Ne ganze Weile, würde ich sagen. Ne ganze Weile, irgendwann akzeptierten wir die Befehle nicht mehr, die wir aus Saigon erhielten.

KRYCEK: Die ganze Einheit hat gemeutert?

MATOLA: Ja, könnte man so sagen.

MULDER: Von wem haben Sie dann Befehle entgegengenommen?

MATOLA: Von niemandem. Wir entwickelten unsere Missionen im Laufe der Zeit selbständig. Bis es keine Rolle mehr gespielt hat, wen wir getötet haben. Bauern, Frauen. Außerhalb von Phu Bai, da war eine Schule und da waren es...da waren es nur Kinder.

KRYCEK: Hat niemand versucht, Sie aufzuhalten?

MATOLA: Nein, Sir.

MULDER: Wir haben den Verdacht, daß Augustus Cole hinter den Morden an Willig und Grissom stecken könnte.

MATOLA: Sie meinen den Preacher? Naja, so haben wir ihn genannt, weil er uns immer was aus seiner Bibel vorgelesen hat, verstehen Sie? Er hat uns immer vom Jüngsten Gericht erzählt und er sagte, daß wir eines Tages bezahlen müßten für alles, was wir getan hätten. Das ist es, was er damals gesagt hat, das hat er immer gesagt.

MULDER: Und warum Grissom. Er war nie in Vietnam und kein Mitglied der Einheit.

MATOLA: Natürlich war er das. Er machte uns zu dem, was wir sind. Zusammen mit Dr. Gerardi.

MULDER: Wer ist Dr. Gerardi?

MATOLA: Der andere Arzt. Der Arzt, der die Operation an uns durchgeführt hat. Ich habe wegen diesem Mann seit 24 Jahren nicht mehr schlafen können.


LONG ISLAND EXPRESSWAY


Mulder und Krycek stehen im Stau.

KRYCEK: Mir ist immer noch nicht klar, warum Sie glauben, daß Cole hinter Gerardi her ist.

MULDER: Cole hält sich für eine Art Racheengel. Nach seiner Vorstellung muß jeder, der für die Ungeheuerlichkeiten verantwortlich ist, ob direkt oder indirekt, bestraft werden.

KRYCEK: Ja, aber warum jetzt. Warum erst jetzt nach all diesen Jahren?

MULDER: Phu Bai war eins der blutigsten Massaker des Krieges. Über 300 Kinder wurden da abgeschlachtet. Im Gegensatz zu My Lai sind nie US Truppen angeklagt worden. Der 24. Jahrestag des Massakers war vorgestern.

Mulders Handy klingelt.

MULDER: Mulder.

SCULLY: Ich denke, ich habe Ihren Dr. Francis Gerardi gefunden. Er ist Professor für Neurochirurgie in Harvard.

MULDER: Und haben Sie seine Nummer in Boston?

SCULLY: Ja, aber er kommt zur Beisetzung von Grissom nach New York.

MULDER: Und wann?

SCULLY: Heute noch. Er wird mit dem 19:30 Uhr Zug an der Bronx Station eintreffen.

MULDER: Lassen Sie am Sicherheitsschalter ein Foto für uns hinterlegen, damit wir wissen, wen wir suchen, okay?

SCULLY: Alles klar.


BRONX STATION, NEW YORK


Mulder und Krycek erreichen den Bahnhof.

MULDER: Mulder, FBI. Haben Sie ein Foto für uns?

SICHERHEITSBEAMTER: Hier bitte.

Sie bekommen das Foto und rennen los um ihn zu finden.

MULDER: Wenn Sie hierbleiben übernehme ich die andere Seite.

Ein Mann steht bei den Münztelefonen und dreht sich um. Es ist Augustus Cole. Mulder sieht Gerardi und Cole hinter ihm, der eine Waffe auf ihn richtet.

MULDER: Keine Bewegung! Lassen Sie die Waffe fallen! Ich habe gesagt fallen lasse!

Mulder schießt viermal.

Krycek rennt zu ihm.

KRYCEK: Mulder. Was ist denn mit Ihnen?

MULDER: Gerardi! Wo ist er?

KRYCEK: Gerardi ist nicht hier.

MULDER: Ich hab ihn gesehen. Er war...

KRYCEK: Mulder! Sie haben geschrien und mit Ihrer Kanone rumgewedelt, aber von Gerardi war nichts zu sehen.

MULDER: Doch. Gerardi war hier und Cole auch, wir haben sie nur verpaßt.

KRYCEK: Mulder, wenn sie hier gewesen wären, hätte ich sie gesehen. Ich sag's Ihnen Mulder, sie waren nicht hier.

Mulder und Krycek sind im Sicherheitsbüro des Bahnhofs.

MULDER: Okay, hier ist nichts, also lassen wir das Band zurücklaufen. Beginnen Sie mit einer kleinen Zeitspanne, sagen wir von 19:35 Uhr bis 19:45 Uhr. Wenn Sie innerhalb dieser Zeitspanne nichts finden, verlängern Sie sie um jeweils eine weitere Minute. Mit all diesen Kameras müssen wir doch was entdecken.

KRYCEK: Kann ich Sie mal sprechen?

MULDER: Was gibt's denn?

KRYCEK: Ich will endlich mal wissen, was vorhin passiert ist.

MULDER: Ich dachte, ich hätte Gerardi gesehen.

KRYCEK: Aber Sie hätten da beinahe jemanden getötet. Und wir wissen doch beide, daß ich Sie decke indem ich das für mich behalte.

MULDER: Na gut, was wollen Sie wissen?

KRYCEK: Nur die Wahrheit. Ich weiß genau, Sie sagen mir nicht alles, was ich wissen müßte.

MULDER: Tja, meine Ideen sind normalerweise nicht sehr beliebt.

KRYCEK: Ich habe Ihnen gesagt, ich möchte glauben. Aber ich brauche irgendwas, womit ich anfangen kann.

MULDER: Ich halte es für möglich, daß Cole die psychische Fähigkeit besitzt, Geräusche und Bilder zu manipulieren, um Illusionen zu schaffen, die so cht wirken, daß sie töten können. Wie gefällt Ihnen das als Theorie?

KRYCEK: Naja, das gibt der Virtual Reality einen ganz neuen Dreh, aber zumindest würde es ein paar Dinge erklären.

SICHERHEITSBEAMTER: Agent Mulder, sehen Sie das Auto da oben rechts?

MULDER: Ja.

SICHERHEITSBEAMTER: Das war vor fünf Minuten noch nicht da.

MULDER: Und wo ist das?

SICHERHEITSBEAMTER: Das ist Gleis 17. Das ist nicht jedermann zugängig.

Wechsel zu Cole und Gerardi.

GERARDI: Was machen Sie denn? Das ist doch Wahnsinn. Das...das können Sie mir nicht antun. Sie können mich dafür nicht verantwortlich machen, ich habe nur Befehle befolgt, genau wie Sie.

COLE: Der Herr haßt falsche Zungen.

GERARDI: Das ist die Wahrheit.

Cole schlägt Gerardi.

COLE: Die Wahrheit ist, daß wir Ihretwegen zu Bestien geworden sind.

GERARDI: Sie wurden von niemandem zu etwas gezwungen. Sie waren Freiwillige.

COLE: Der Gerechte wird sich freuen wenn er die Rache des Herrn sieht.

GERARDI hört Schritte: Wer ist das? Wer ist da?

COLE: Er wird seine Füße baden im Blut der Gottlosen.

GERARDI: Wer ist denn das? Ich kann ohne meine Brille nichts sehen.

COLE: Sie müssen nicht sehen können, um zu wissen, wer das ist. Sie wissen wer das ist.

Soldaten kommen heran und nehmen Skalpelle auf, die auf einer Bibel liegen.

COLE: Sie werden bezahlen, wie es die Richter bestimmen. So soll er lassen Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Schlag für Schlag. Wie er einen Menschen verletzt hat, so soll man ihm wiedertun. Wer aber einen Menschen getötet hat, der ist selbst des Todes.

Mulder und Krycek fahren vor.

GERARDI: AHHHH!!!!

Sie suchen nach Gerardi und Cole und finden schließlich Gerardi.

MULDER: Er lebt noch. Sie müssen seine Wunde abdrücken und über Funk Hilfe rufen. Na los!

KRYCEK: Äh...hier ist Agent Krycek. Ich bitte um Hilfe in einem Notfall. Ich befinde mich in einem Lagerhaus an Gleis 17.

MULDER der inzwischen Cole gefunden hat: Treten Sie von dem Vorsprung zurück. Corporal Cole, Ich bin FBI Agent und nun treten Sie bitte zurück.

COLE: Na los doch, erschießen Sie mich.

MULDER: Deswegen bin ich nicht hier raufgekommen. Ich lege meine Waffe hin. Ich will nur ein paar Minuten mit Ihnen reden, danach können Sie von mir aus tun, was Sie wollen.

COLE: Ich bin müde.

MULDER: Ich weiß.

COLE: Nein, man, Sie wissen gar nichts. Sie haben ja keine Ahnung.

MULDER: Ich bitte Sie nur um eine Minute.

COLE: Eine Minute ist mehr als ich Ihnen geben kann. Das Blut kocht in meinen Adern und ich fühle wie die Luft auf meiner Haut sticht.

MULDER: Was das Militär Ihnen angetan hat, war Unrecht, aber vielleicht kann Ihre Zeugenaussage helfen.

COLE: Sie haben aus meinem Gehirn etwas herausgeschnitten. Sie haben jemand anderes aus mir gemacht. Das was sie mir genommen haben, bekomme ich nie wieder. Aber ich kann sie daran hindern, sich noch mehr zu nehmen.

Krycek kommt in dem Raum und zieht seine Waffe, die er auf Cole richtet.

MULDER: Krycek, nehmen Sie die Waffe runter und verschwinden Sie. Krycek, ich habe gesagt Sie sollen die Waffe runter nehmen und hier verschwinden!

Krycek sieht wie Cole eine Waffe auf Mulder richtet, als sich Mulder umdreht sieht er, daß es in Wirklichkeit eine Bibel ist.

MULDER: Nein!

Krycek feuert zweimal und tötet Cole.

COLE: Gute Nacht.

KRYCEK: Er hätte Sie erschossen. Er wollte Sie erschießen.

MULDER: Sie haben richtig gehandelt.

Mulder greift unter den Autositz, aber die Akte ist nicht mehr da.


FBI-ZENTRALE, WASHINGTON, D.C.


Mulder und Scully unterhalten sich in einem Flur.

SCULLY: Sie sind in mein Büro eingebrochen. Haben meine Akten und meinen Computer durchsucht. Ich bin gleich runtergekommen als die Wache angerufen hat aber der Bericht war schon weg.

MULDER: Irgendjemand hat sich sehr viel Mühe gemacht, die Berichte zu stehlen und es geheim zu halten.

SCULLY: Ich weiß. Nur ohne diesen Bericht als Beweis wird Skinner nie eine Untersuchung anordnen.

MULDER: Er sagte, daß es sei noch nie gefährlicher gewesen.

SCULLY: Skinner?

MULDER: Der Mann, der uns das zugespielt hat. Der Mann, der uns geholfen hat.

SCULLY: Sie haben sich mit ihm getroffen.

MULDER: Er sagte, die Schließung der X-Akten sei nur der Anfang gewesen und daß wir nie in größerer Gefahr waren.

SCULLY: Trauen Sie ihm?

Szenenwechsel zu Krycek, der vor drei Mitgliedern des Konsortiums steht, die in der Akte blättern.

RAUCHER: Wissen Sie, wo er das er hat?

KRYCEK: Noch nicht. Aber er hat es bekommen, was bedeutet, daß er entweder eine andere Quelle gefunden hat oder daß eine andere Quelle ihn gefunden hat. Sir, wenn ich etwas empfehlen dürfte. Ich schlage vor, daß wir Gegenmaßnahmen ergreifen.

RAUCHER: Was ist mit Scully?

KRYCEK: Sie anderen Abteilungen zuzuteilen scheint bloß ihre Entschlossenheit verstärkt zu haben. Scully ist ein Problem. Ein viel größeres Problem als Sie angenommen haben.

RAUCHER: Für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Er drückt seine Zigarette aus.

DAS ENDE

Mitgeschrieben von:

  • Autor: Yvi (Special_Agent_Yvi@gmx.net)

Ursprünglich veröffentlicht auf dana d.'s Home. Nutzung mit freundlicher Genehmigung.

  • Betalesung: spooky17 (spooky17@gmx.de)