2X02 Der Parasit (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
Wechseln zu: Navigation, Suche
Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


2X02 Der Parasit
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!


German Air Date: 14. September 1995
USA Air Date: 23. September 1994


ATLANTISCHER OZEAN
2 MEILEN VOR DER KÜSTE VON NEW JERSEY


Ein russischer Frachter ist draußen auf See. Ein Mann schlägt schreiend auf einige Rohre im Inneren des Schiffes. Er geht in ein Bad und die Toiletten sind überflutet, überall ist Wasser. Er geht runter in den Boilerraum. Arbeiter rufen sich Russisches zu. Einer von ihnen nimmt das Telefon ab.

(Die Männer reden in russisch, ich schreibe hier nur die deutschen Untertitel auf.)

ARBEITER (u): Maschinenraum! Man hört eine Stimme am Telefon. Er legt auf. Dimitri!

Ein junger Mann kommt die Treppe hinunter.

ARBEITER (u): Ich hab' eine Aufgabe für dich.

Dimitri springt die Treppe hinunter. Er schraubt die Platte ab, die die Tanks verschließt.

ARBEITER (u): Das System hat einen Rückstau. Die Verstopfung muss beseitigt werden, bevor die Tanks gereinigt werden können.

DIMITRI (u): Wieso muss immer ich so was machen?

ARBEITER (u): Weil du jung bist. Und weil es eine fürchterlich stinkende Arbeit ist.

Er geht lachend weg. Dimitri schaut in den Tank, er leuchtet ihn mir einer Taschenlampe aus und sucht nach der Verstopfung. Etwas greift ihn und zieht ihn ins Wasser. Er kommt kurz raus und schreit, wird aber sofort wieder heruntergezogen. Einige Männer kommen, um ihm zu helfen. Er wird aber trotz ihrer Hilfe hineingezogen. Pumpt die Tanks leer! Pumpt die Tanks leer!

Einige Männer laufen los. Man sieht, wie Wasser ins Meer gepumpt wird. Vorspann.


LONGSTREET MOTEL, WASHINGTON D.C.
FBI-ABHÖRMITSCHNITT NR. 5A21147


Ein Tonband, man sieht langsam Mulder, wie er gelangweilt mit Sonnenblumenkernen rumspielt.

1. MANN: Dave sagt, wir können das aufbringen, aber er findet die Kosten ein bisschen zu hoch.

2. MANN: Naja, Dave hält die Kohlen eben zusammen, aber wenn der so viel auftreibt, wärst du ein Narr, dir das entgehen zu lassen.

1. MANN: Naja, ich versteh' schon. Ich möchte nur...

2. MANN: ... nur was?! Ich meine, wenn du absahnen willst, musst du erstmal dein Fettgehalt testen. Du willst hier keinen Magerquark.

1. MANN: Nein, Mann. Die Voll-Fett-Stufe ist angesagt. Die Voll-Fett-Stufe ist angesagt.

2. MANN: Na siehst du. Und deswegen musst du ihn so richtig...

Ein Mann, Mr. Brisentine, betritt den Raum.

BRISENTINE: Agent Mulder?

MULDER: Ja

BRISENTINE: Sie werden von diesem Auftrag entbunden. Agent Bozoff übernimmt für Sie. Sie müssen in einer dreiviertel Stunde am Flughafen sein.

Der nebenstehende Agent geht zu Mulders Tisch. Mulder steht auf.

MULDER: Wo flieg' ich hin?

BRISENTINE: Zu einem Mordfall in Newark, in New Jersey.

Mulder reicht im Gang Agent Bozoff eine Tüte Sonnenblumenkerne.

MULDER: Bedienen Sie sich!

Der andere Agent schaut nicht sehr begeistert.

BRISENTINE: Sie fliegen vom National ab und Ihr Kontakt in Newark ist Detective Norman.

Sie laufen los, er gibt Mulder die Flugtickets.

MULDER: Und wie bin ich zu diesem Fall gekommen?

BRISENTINE: Der stellvertretende Direktor Skinner hat Sie angefordert.

MULDER: Skinner hat mich angefordert?


NEWARK, NEW JERSEY


Streifenwagenfahren vorbei.

FUNKSTIMME 1: Wagen 5-7, bitte geben Sie Ihren Standort durch. Wagen 5-7, wie weit sind Sie von der Mainstreet entfernt?

FUNKSTIMME 2: Ja, ich habe Ihre Anfragen verstanden, ja, ich werde beim Conditioner nachfragen.

FUNKSTIMME 1: Ja, wir werden sehen, was wir tun können. Wir schicken Ihnen noch einen weiteren Wagen zur Verstärkung.

Mulder ist inzwischen mit einem blauen Mietwagen vorgefahren. Er steigt aus und zeigt seine Marke einem Polizisten.

POLIZIST: Wenn Sie Detective Norman suchen, der ist da hinten.

Mulder geht weiter. Er zieht seine Marke.

MULDER: Mulder, FBI.

NORMAN: Das Spurensicherungs-Team ist gerade an der Arbeit. Die Leiche ist noch da, wo Sie gefunden wurde. lauter Kenny!

Ein Polizist bringt ihm Gummistiefel. Das ist mal ein Fall, den ich gerne an euch abtrete.

Mulder geht die Leiter hinunter in einen Abfluss und hustet von dem Gestank.

MULDER: Ohhhh...

NORMAN: Passen Sie auf.

MULDER: Ja, ich möchte nicht in irgendwas treten.

Die Polizisten, Norman und Mulder gehen mit Taschenlampen den Kanal entlang. Zwei Polizisten unterhalten sich leise.

NORMAN: Angeblich ist der Gestank halb so schlimm, wenn man nicht durch den Mund atmet.

MULDER: Aha, ... alles Lüge. Wer hat die Leiche gefunden?

NORMAN: Kanalarbeiter.

Sie kommen an einen Körper im Wasser, sicher Dimitri. Er liegt mit dem Gesicht im Wasser. Sieht aus, als würde sie schon 'ne Weile hier liegen.

MULDER: Hatte er einen Ausweis?

NORMAN: Nein. Und eine Identifizierung dürfte schwierig sein. Die Vorderseite des Körpers ist ziemlich weggefressen. Sollen wir ihn mal für Sie umdrehen?

MULDER: Nein, ich glaub' Ihnen jedes Wort.

Mulder dreht sich um und geht.

NORMAN: Hey, Agent Mulder?! Was passiert denn nun mit der Leiche?

MULDER: Wickeln Sie sie ein und schicken Sie sie ans FBI, zu Händen von Direktor Walter Skinner.


FBI-ZENTRALE
WASHINGTON, D.C.


Mulder wartet ungeduldig vor Skinners Büro. Die Sekretärin kommt aus dem Zimmer.

SEKRETÄRIN: Ja, Sir.

SKINNER: Danke.

Sie schließt die Tür.

MULDER: Ich muss Ihm sprechen.

SEKRETÄRIN: Tut mir leid, Mr. Skinner ist gerade unabkömmlich. Wenn Sie sich so lange hinsetzen ...

MULDER: Würden Sie ihm sagen, dass ich Ihn dringend sprechen muss, sofort.

SEKRETÄRIN: Ich versuch's. öffnet die Tür wieder. Entschuldigen Sie, Mr. Skinner. Tut mir leid, Sie zu stören. Aber Agent Mulder möchte Sie gern sprechen.

SKINNER: Gibt es ein Problem, Agent Mulder?

MULDER: Ja, durchaus.

SKINNER: Dann machen Sie einen Termin aus.

MULDER: Es ist nicht ganz leicht, einen Termin auszumachen, wenn man bis zum Hintern in stinkenden Abwässern steckt und von einem sinnlosen Auftrag zum anderen gehetzt wird.

SKINNER: Wie bitte?

MULDER: Was ist meine nächste Strafe? Muss ich demnächst Klos mit 'ner Zahnbürste putzen?

SKINNER: Nun ist aber Schluss, Agent Mulder!

MULDER: Das glaube ich auch.

SKINNER: Na schön, kommen Sie in mein Büro, Agent Mulder.

Er zeigt auf seinen Stuhl, Mulder betritt den Raum. Er bemerkt, dass er ein wichtiges Treffen gestört hat. Alle am Tisch sehen ihn an.

SKINNER: Agent Mulder, würden Sie uns bitte darüber informieren, warum Sie Ihre Arbeit an dem Mordfall in New Jersey für sinnlos halten?!

MULDER: Es scheint mir hier eher um ein Opfer aus dem Drogenmilieu zu gehen, als an einem Fall, an dem das FBI normalerweise Zeit und Personal verschwendet.

SKINNER: Also, Agent Mulder. Sie mit Ihren letzten Geschichten dürfen sich wirklich kein Urteil über Zeit- und Personalverschwendung des FBI erlauben.

MULDER: Sir, meine Arbeit an den X-Akten ...

SKINNER: Die X-Akten sind aber geschlossen, Agent Mulder. Sie werden Ihre neuen Aufträge ausführen. Und Sie werden sie nach bestem Gewissen untersuchen, ist das klar?

MULDER: Ja.

SKINNER: Und ich erwarte täglich einen Arbeitsbericht über Ihren derzeitigen Mordfall. Danke, das wär's dann.

Mulder verlässt den Raum.

Draußen, Blick auf das Washington Monument. Mulder sitzt auf einer Parkbank. Scully taucht auf.

SCULLY: Ist dieser Platz noch frei?

MULDER: Ja, aber ich muss Sie warnen: Ich mache eine gewaltbereite Phase durch.

SCULLY: Ich bin ja bewaffnet, also werd' ich's mal riskieren.

MULDER: Na dann.

SCULLY: Wie ich höre, sind Sie heute ganz schön mit Direktor Skinner aneinander geraten.

MULDER: Es fällt manchmal nicht leicht, den Diener zu machen, und noch freundlich dabei zu lächeln, wenn das befohlen wird. Verstehen Sie?

SCULLY: Es ist ja nicht gerade so, als ob Sie je versucht hätten, sich dem Laden anzupassen.

MULDER: Nein. Und darüber denk' ich ziemlich oft nach. Ich denk' darüber nach, weg zu gehen.

SCULLY: Vom FBI?

Mulder schüttelt den Kopf. Was wollen Sie denn machen?

MULDER: Ich möchte meine Arbeit über paranormale Phänomene fortsetzen.

SCULLY: Sie könnten sich ja nach Quantico zurück versetzen lassen. In die Abteilung für Verhaltenswissentschaften.

Mulder steht auf.

MULDER: Die wollen nicht, dass wir zusammen arbeiten, Scully. Aber genau das wäre für mich der einzige Grund, doch nicht zu gehen.

SCULLY: Und was ist mit dem Fall, den Sie bearbeiten?

MULDER: Hmm, der ist 'ne Null.

SCULLY: Was ist mit der Leiche?

MULDER: Die müsste jetzt schon in unserem forensischen Labor sein. Hören Sie, ich weiß, was Sie vorhaben!

SCULLY: Wenn man mich lässt, dann mache ich vielleicht die Autopsie.

MULDER: An dieser Sache ist nichts dran! Skinner hat damit nur die Absicht, mir eins auszuwischen. Das ist eine Strafaktion.

SCULLY: Es ist doch ein Mordfall, oder nicht?


FBI-AKADEMIE
QUANTICO, VIRGINIA


Scully schaltet, Kittel und Handschuhe tragend, die Lampe ein, an der eine Kamera befestigt ist. Sie öffnet den Reissverschluss des Leichensackes. Sie hält sich die Nase zu, vor Gestank.

SCULLY: Ohhhm... Nachdem der Körper ausgepackt ist, beginnt sie. Sie spricht laut und deutlich.

Protokoll der Untersuchung und Autopsie der unbekannten Leiche Nr. 1-0-1-3-5-6. Fall Nummer D-P-1-1-2-1-4-8. Special Agent Fox Mulder ermittelt in dieser Sache. Der Körper ist der eines erwachsenen Mannes und er befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung. Sein Gewicht kann höchstens 165 Pfund betragen. Er ist ungefähr 1,80 groß. Die noch intakten Hautpartien sind aufgrund einer längeren Verweildauer des Körpers in einer hochgradig bakteriellen Umgebung fleckig und verfärbt. Die Ursache und der Zeitpunkt des Todes sind unbekannt. Es gibt ein mögliches Identifizierungsmal am rechten Unterarm. Sie sieht sich eine Tätowierung an und nimmt ein Skalpell zur Hand. Die Körperhöhlen scheinen völlig normal ausgebildet zu sein. Der Zustand der inneren Organe ... entspricht dem Grad der Verwesung. Sie nimmt ein pathologisches Instrument. Die Leber zeigt ein paar knötchenartige Verhärtungen, die auf beginnenden Alkoholismus hinweisen.

Ein kleiner grauer Wurm kommt aus dem Fleisch herausgekrochen, Scully springt zurück. Sie greift nach einer Zange. Der Wurm verkriecht sich nach innen. Sie fasst jedoch noch.


NEWARK, NEW JERSEY


Ein Arbeiter geht in den Ablfusskanal hinab. Der zweite Arbeiter heißt Craig.

ARBEITER 1: Ist unterwegs.

CRAIG: Ich hab's schon.

Er bekommt eine kleine Kiste heruntergereicht.

ARBEITER 1: Zieh das Seil ruhig ganz aus.

CRAIG: Alles klar.

ARBEITER 1: Das müsste reichen.

Craig nimmt sich eine Taschenlampe und geht in ein Becken. Er sieht sich ein Loch in einem Gitter an.

CRAIG: Ich brauch'n großes Reparaturgitter und 'ne Menge Bindedraht.

ARBEITER 1: Da muss ich noch mal zum Wagen rauf gehen.

Er geht. Craig nimmt ein großes Stück Holz vom Gitter ab und bringt es aufs Trockene. Er schreit kurz, als er untergetaucht wird ... kurze Zeit nur Blubbern ... Er taucht kurz wieder auf.

CRAIG: Hey ! Hilfe ! ! ! Hey ! Hilfe ! ! ! Hey !

ARBEITER 1: Hier, halt dich fest ! Er wirft ein Seil ins Wasser. Craig stöhnt und schreit laut. Hey ! Festhalten!

Craig kann sich das Seil schnappen, hält sich aber am Gitter fest. Er wirft ihm das Seil noch mal zu. Komm' schon. Halt dich am Seil fest! Mach schon, ich werd' dich hochziehen! Halt dich gut fest, halt dich gut fest! Ich hol' dich da raus... Gleich hab' ich dich. Gleich hast du's geschafft. Er zieht ihn raus, auf den Boden. Der erste Arbeiter sieht eine riesige Bisswunde auf Craigs Rücken. Mein Gott! Ich geh' Hilfe holen.


KRANKENHAUS VON MIDDLESEX COUNTY
SAYREVILLE, NEW JERSEY


Dr. Zenzola strahlt mir ihrer Stifttaschenlampe in Craigs Augen.

DR. ZENZOLA: Ich werde Ihnen als Vorsichtsmaßnahme eine Tetanus-Spritze geben.

CRAIG: Haben Sie vielleicht auch was, womit ich den widerlichen Geschmack im Mund loswerde?

DR. ZENZOLA: Ach ja?! Mulder betritt den Raum. Lassen Sie mich mal sehen. Aaaaaaa ... Er öffnet seinen Mund, sie leuchtet hinein. Irgendwelche Schluckbeschwerden?

CRAIG: Ah-ah ("Nein")

Sie reicht ihm einen Kaugummi.

DR. ZENZOLA: Das vergeht schon wieder. Sie wendet sich Mulder zu. Agent Mulder?

MULDER: Ja.

Sie verlassen den Raum.

DR. ZENZOLA: Die Polizei von Newark hat mich an Sie verwiesen. Ich bin überrascht, dass das FBI was mit dieser Sache zu tun hat. Gibt es hier etwas, das ich wissen sollte?

MULDER: Ich weiß es nicht. Vielleicht können Sie mir das sagen?

Er schaut auf seine Uhr.

DR. ZENZOLA: Der Patient ist ein Kanalarbeiter. Er behauptet, er wäre da unten von irgendetwas angegriffen worden.

Sie geht zu einem Medizinschrank.

MULDER: Angegriffen? Wodurch?

DR. ZENZOLA: Das haben wir bis jetzt noch nicht rausgefunden. Zuerst dachte ich, er wollte bloß krank geschrieben werden, aber jetzt scheint er mir doch die Wahrheit zu sagen.

Sie füllt eine Spritze.

MULDER: Wie ist sein Zustand?

DR. ZENZOLA: Eigentlich zufriedenstellend. Ich hab' ihm starke Antibiotika verabreicht. Und wir testen ihn auf Hepatitis. Er hat eine merkwürdige Wunde auf dem Rücken.

MULDER: Was für eine Wunde?

Sie bewegen sich wieder in Richtung des Krankenzimmers.

DR. ZENZOLA: Es könnte sich um eine bakterielle Infektion handeln. Offen gestanden, könnte ich nicht sagen, dass ich so was ähnliches schon mal gesehen hätte.

Sie gehen wieder zurück zu Craig.

DR. ZENZOLA: Das ist Agent Mulder vom FBI

Sie gibt ihm die Spritze.

MULDER: Irgend 'ne Ahnung, was Sie angegriffen hat?

CRAIG: Ja, ich glaube, das war vielleicht 'ne Python.

MULDER: Ein Python?!

CRAIG: Oder 'ne Boa Constrictor. Vermutlich hat da jemand seinen Privatzoo durchs Klo entsorgt. Vor einigen Jahren fanden wir da mal einen Alligator. Die war vielleicht stark, kann ich Ihnen sagen, die wollte mich gar nicht mehr loslassen. Dr. Zenzola geht an seinen Rücken, nimmt den Verband ab und sieht sich die Wunde an.

DR. ZENZOLA: Das sieht wie ein Biss aus.

Mulder geht auch rum zu ihr. Er sieht eine Bisswunde, in dessen Mitte ein Loch ist und dann noch vier längliche an allen Ecken, wie ein X. Sein Handy klingelt.

MULDER: Ooh, entschuldigen Sie! Er geht etwas zur Seite und nimmt ab. Mulder.

SCULLY: Mulder, ich bin's. Ich muss sie sprechen. Ich hab hier etwas, das Sie sich ansehen sollten.

MULDER: Und was ist das?

Man sieht Scully an einem Schreibtisch. Das Telefon ist auf Lautsprecher gestellt.

SCULLY: Ich habe einen Parasiten in ihrer Leiche gefunden. Den lasse ich gerade untersuchen, aber ich müsste schon mehr wissen, bis Sie wieder hier sind.

MULDER: Ich bin hier oben in Jersey, aber ich kann in einer Stunde ein Flugzeug nehmen.

Er legt auf.

CRAIG: Und wann kann ich hier raus? Ich würde gern nach Hause gehen.

Das Handy piept schon wieder. Mulder dreht sich wieder zurück.

MULDER: Ach, entschuldigen Sie!

Schnitt in einen dunklen Raum, an dem jemand in einem Stuhl sitzend telefoniert.

MULDER: Es ist jetzt ein ungünstiger Zeitpunkt, Scully.

MR. X: Mister Mulder?

Wieder Schnitt zu Mulder, der nicht weiß, mit wem er redet.

MULDER: Ja

MR. X: Ich glaube Sie sollten wissen, dass Sie einen Freund beim FBI haben.

MULDER: Wer ist denn da?

Mr. X legt auf.

ZENZOLA: Agent Mulder?!

MULDER: Ähh, ja?

ZENZOLA: Falls Sie keine weiteren Fragen haben, entlasse ich diesen Mann.

MULDER: Okay, tun sie das.

Mulder schaut immer noch verwirrt wegen dem Anruf.


FBI-AKADEMIE
QUANTICO, VIRGINIA


Mulder kommt in Scullys Büro.

SCULLY: Schließen sie die Tür. Das tut er auch, er geht zu ihr und sie reicht ihm ein Glas mit dem Wurm in der Flüssigkeit. Das ist eine Tubellarie, oder gemeinhin bekannt als Strudelwurm oder Plattwurm.

MULDER: Das war also dieser Parasit?!

SCULLY: Hmm, offenbar hat er sich an den Gallengang geklammert und von dort aus von der Leber ernährt.

MULDER: Na wie entzückend...

SCULLY: Ob sie es glauben, oder nicht, aber damit sind ca. 40 Millionen Menschen weltweit infiziert.

Er stellt das Glas wieder ab.

MULDER: Sie wollen mir doch jetzt hoffentlich keine ekelhaften Geschichten über Sushi erzählen.

SCULLY: Wollen sie sich lieber anhören, was sie sich von einem blutigen Steak einfangen können?!

MULDER: Heißt das etwa, die Tatwaffe war ein vergammeltes Steak?

SCULLY: Wahrscheinlich hat er sich den Parasiten da unten in der Kloake zugezogen. Denn Abwässer sind für Plattwürmer durchaus ein natürlicher Lebensraum.

MULDER: Vor seinem Tod oder danach?

SCULLY: Keine Ahnung. Nach den mir vorliegenden Informationen kann ihn ein einzelner Parasit nicht getötet haben. Er war ein junger Mann. Aber merkwürdigerweise konnte ich auch keine andere Todesursache feststellen.

MULDER: Und auf welche Weise hängen sich diese Parasiten an?!

SCULLY: Sie haben einen sogenannten Skolex. Das ist ein Saugnapf-ähnlicher Mund mit vier Hakenzähnen.

Mulder holt ein Foto vom Rücken des Arbeiters raus.

MULDER: Ähnlich wie das?

SCULLY: Wo haben sie das her?

MULDER: Ein Kanalarbeiter in Newark ist heute von etwas angegriffen worden.

SCULLY: Und sie nehmen an, dass das ein Plattwurm war?

MULDER: Ist das denkbar?

SCULLY: Mulder, ein Skolex ist ein sehr kleines Organ und das hier ist eine riesige Bisswunde.

Mulder nimmt das Glas noch mal zur Hand.

MULDER: Wie groß können diese Dinger werden?

Scully lacht.

SCULLY: Mulder, ich... Sie sieht, dass er es nicht lustig meint. Es tut mir leid. Es war gerade wieder wie in alten Zeiten. Plattwürmer gehören zur Kategorie der Endoparasiten. Sie leben in ihren Wirten und gelangen in deren Körper durch den Verzehr ihrer Larven oder Eier. Das sind keine Geschöpfe die rumlaufen und Menschen angreifen.

MULDER: Das ist gut, dann brauche ich ja Skinner nicht zu erzählen, sein Verdächtiger wäre ein riesiger blutsaugender Wurm.

SCULLY: Nein.

MULDER: Nun ja, wenigstens wird das für die Newarker Kläranlage interessant sein. Hören Sie, Scully. Ich weiß nicht, wen Sie über unsere gestrige Unterhaltung informiert haben. Aber ich würde es doch vorziehen, wenn sie keine Kampagnen für mich führen.

SCULLY: Sie glauben doch nicht...

MULDER: Ich weiß nicht, mit wem Sie geredet haben...

SCULLY: Ich rede doch nicht über so was.

MULDER: Heute rief mich jemand an und sagte, ich hätte einen Freund beim FBI.

Sie schaut verwirrt.

SCULLY: Also, Mulder. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, aber ich erzähle nie etwas Vertrauliches weiter.

Mulder nickt sich wundernd.


DAS HAUS VON CRAIG
NEWARK, NEW JERSEY


Craig schaltet die Dusche an und nimmt das Handtuch vom Rücken, was die Wunde erkennen läßt. Er macht das Schränkchen auf und nimmt die Zahnpasta raus. Er macht sich viel Paste auf seine Zahnbürste und fängt an, sich die Zähne zu bürsten. Er macht noch mehr Paste auf die Bürste um den ekligen Geschmack loszuwerden. Er bürstet sehr kräftig drückt den Inhalt der Tube direkt in den Mund, kaut ein wenig und spült es mit Wasser wieder aus. Beim Ausspucken kommt auch noch Blut aus seinem Mund, er sieht sich erschrocken im Spiegel an und wischt sich das Blut von den Lippen. Unter der Dusche: Er entspannt sich unter dem warmen Wasser, fährt sich durch die nassen Haare. Er fängt an zu husten und zu würgen, Blut läuft aus seinem Mund. Ein großer Wurm kommt aus seinem Mund und verschwindet sofort wieder im Abflußrohr.


NEWARK COUNTY
KLÄRANLAGE


Ein Vorarbeiter führt Mulder durch die Anlage.

VORARBEITER: Die Kanalisation der Stadt besteht aus verschiedenen Systemen, manche sind neu und manche stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Die sind beinahe so alt, wie Charlie hier, stimmt's nicht, Charlie?

Er zeigt auf einen älteren Mitarbeiter, der gerade vorbeigeht.

CHARLIE: Oh ja, Sir.

MULDER: In welchem Teil der Kanalisation war ich?

Sie stehen vor einer Karte.

VORARBEITER: Das war einer der älteren Teile. Ein 2 Meter 40-Rohrtunnel.

MULDER: Das hat mehr wie eine Katakombe ausgesehen.

VORARBEITER: Ja, in den neuen Teilen legen wir Betonröhren mit nur 60 cm Durchmesser.

MULDER: Und sie klären hier die gesamten Abwässer?

VORARBEITER: 560.000 Menschen rufen täglich mein Büro über das Porzellantelefon an.

Mulder holt das Glas mit dem Wurm raus.

MULDER: Haben sie so was schon mal gesehen?

VORARBEITER: Sieht aus, wie'n Wurm.

MULDER: Dieses Ding war in der Leiche, die sie gefunden haben und wird Plattwurm genannt.

VORARBEITER: Das überrascht mich nicht. Was da alles ausgebrütet wurde in den letzten hundert Jahren...

Unten: Wasser rauscht im Hintergrund. Charlie geht an den Becken vorbei, und raucht eine Zigarre. Als er ein Plätschern im Wasser hört, wird er aufmerksam und sieht sich um. Im Wasser sieht er mit einmal sehr deutlich eine etwas kurz auftauchen. Er rennt zu einem Schrank mit einem Telefon, drückt einen Knopf, woraufhin im Büro des Vorarbeiters am Telefon eine Lampe leuchtet und ein Piepton ertönt. Er nimmt ab.

VORARBEITER: Ray hier...

CHARLIE: ...sind Sie das?

VORARBEITER: Ja.

CHARLIE: Ehh, kommen Sie schnell...

VORARBEITER: unterbricht ihn Immer mit schön der Reihe nach.

Unten laufen Ray und Mulder zu Charlie, der an einem Pult steht.

CHARLIE: Ich hab gerade auf Rücklauf umgeschaltet.

MULDER: Was ist es?

CHARLIE: Ich weiß es nicht. Es schwamm direkt an mir vorbei. Er stellt einen Schalter um. Da ist es.

Sie gehen an eine Röhre. Charlie leuchtet mit einer Taschenlampe darauf und man erkennt das Gesicht des Plattwurmmannes, eines riesigen mutierten Plattwurms. Der Skolex ist weit geöffnet, als wolle er gähnen. Ray und Mulder schauen sich gegenseitig erstaunt an.


FBI-ZENTRALE
WASHINGTON, D.C.


Scully sitzt an ihrem Computer, liest einen Fachtext und schreibt ihre Gedanken auf.

SCULLY: Die Turbellarien oder Plattwürmer sind freilebende Fleisch- und Aasfresser, die für gewöhnlich weniger als drei Zentimeter lang werden. Sie kommen sowohl in Süß- als auch in Salzwasser vor. Sie sind hermaphroditisch, mit komplexen Vermehrungssystemen und zur Selbstbefruchtung fähig. Viele ihrer Spezies brauchen mehr als einen Wirt, um einen Lebenszyklus zu vollenden. Obwohl die Form der Wunde an dem Kanalarbeiter Ähnlichkeit mir einem Skolex-Biss hat, schließt die reine Größe der Wunde die Beteiligung eines gewöhnlichen Plattwurms aus.

Ein Magazin wird unter ihrer Tür hindurch geschoben. Sie nimmt Brille ab und geht rüber, hebt die Zeitschrift auf, öffnet die Tür und schaut sich um, doch niemand ist zu sehen. Sie geht rein und blättert in der Illustrierten. Auf einmal fällt ihr ein Artikel mit der Schlagzeile "MONSTER ON BOARD!?" und der Zusammenfassung: "Bizarre accident on Russian cargo ship has officials suspicious"

SCULLY: liest Monster an Bord? Mysteriöser Unfall auf Russischem Frachtschiff erweckt das Misstrauen der Behörden.

Darunter ist ein Bild des Schiffes. Scully sieh erschrocken auf und dreht sich wieder zu ihrem Computer um. Sie sieht sich noch mal den Obduktionsbericht und zoomt auf den Arm des Toten, auf dem eine Tätowierung ist. Ihr Telefon klingelt. Sie hebt ab.

SCULLY: Scully.

MULDER: Ich bin's. Erinnern Sie sich an den Plattwurm, den Sie erwischt haben?

SCULLY: Ja.

MULDER: Der muss das Nesthäkchen gewesen sein.


PSYCHIATRISCHE KLINIK VON
MIDDLESEX COUNTY


Scully sieht durch ein kleines rundes Fenster in eine kleine Zelle mit einigen Rohren an der Seite und einer Liege.

SCULLY: Ich kann's nicht sehen.

Mulder sieht durch und zeigt auf eine Stelle.

MULDER: Da ist es. Es hat sich hinter diesen Wasserrohren versteckt.

Etwas großes weißes bewegt sich hinter den Rohren.

SCULLY: Ohh mein Gott.

MULDER: Sie können das von hier aus nicht sehen, aber es hat keine Geschlechtsorgane. Es ist geschlechtslos.

SCULLY: Platyhelminthis sind oft hermaphroditisch. Mulder, das ist unglaublich. Es hat fast alle äußeren Merkmale eines Parasiten, aber eine beinahe primatische Physis. Wo zum Teufel kommt das bloß her?

MULDER: Ich weiß es nicht. Anscheinend muss ich Skinner doch sagen, dass sein Verdächtiger ein riesiger blutsaugender Wurm ist. Jetzt wissen wir nur noch nicht, wer der tote Mann aus der Kloake war.

Sie gehen vom Fenster weg.

SCULLY: Er war Russe.... und arbeitete auf einem Frachtschiff. Er hatte eine Tätowierung auf dem Unterarm. Sie holt ein Foto des Armes raus. Diesen Zusammenhang konnte ich erst herstellen, als ich dahinter kam, dass das der Name DIMITRI in kyrillischen Buchstaben war.

MULDER: Und wie kamen Sie dahinter?

Sie holt das Magazin raus.

SCULLY: Nachdem jemand diese Zeitung unter meiner Tür durch geschoben hat. Ich schätze, Sie haben wirklich einen Freund beim FBI.

Er überfliegt den Text ein wenig. Und Mulder, wenn Sie zu Skinner gehen, um Ihren täglichen Dienstbericht abzuliefern, ich weiß, dass es Ihre Entscheidung ist, aber ich hoffe, Sie wissen, dass ich es für mehr als einen beruflichen Verlust halten würde, falls Sie weggingen.


FBI-ZENTRALE
WASHINGTON, D.C.

Skinner durchblättert Mulders Bericht langsam, liest ihn sorgfältig. Mulder sitzt ihm wartend gegenüber. Skinner kratzt sich am Hals. Kurz darauf ist er fertig mit Lesen.

SKINNER: Scheint ja alles in Ordnung zu sein.

MULDER: Pfff... beleidigtes Lachen

SKINNER: Stimmt was nicht, Agent Mulder?

MULDER: Ihre Reaktion ist ein bisschen überraschend, angesichts der bizarren Natur dieses Falles. Und der des Tatverdächtigen.

SKINNER: Die Eigenarten des Täters sind mir in diesem Fall durchaus bewusst. Ich machte mir Gedanken darüber während eines Gespräches mit der Bundesstaatsanwaltschaft, als es darum ging, wie mit dem Verdächtigen zu verfahren sei. Dieses Gespräch dient nur der Beurteilung Ihrer Arbeit.

MULDER: Sie können das auf keinen Fall strafverfolgen.

SKINNER: Das Justizministerium hat den Antrag auf eine psychiatrische Beurteilung des Verdächtigen in einer geschlossenen Anstalt gestellt.

Mulder schüttelt den Kopf.

MULDER: Das ist kein Mensch, es ist ein Monster. Es hat in einem Krankenhaus nichts zu suchen.

SKINNER: Und wohin steckt man es sonst, Agent Mulder? In einen Zoo? Es hat immerhin zwei Menschen getötet.

MULDER: Zwei?

SKINNER: Dieser Kanalarbeiter, der angegriffen wurde, ist in seiner Wohnung an der Verletzung gestorben.

Skinner blättert weiter in Mulders Bericht. Mulder steht auf, um zu gehen. Er dreht sich noch mal um und zeigt mit dem Finger auf Skinner.

MULDER: Wissen Sie, sie hatten ein paar Agenten, die das hätten verhindern können. Scully und ich hätten vielleicht das Leben dieses Mannes gerettet, aber Sie mußten unsere Abteilung ja schließen.

SKINNER: Ich weiß, das müsste 'ne X-Akte sein. Wir kriegen alle unsere Befehle von irgendjemandem. Das wär's dann.

Mulder geht.


MIDDLESEX COUNTY


Auf dem Weg in die Anstalt. Zwei Marshalls rollen den Plattwurmmann festgeschnallt hinunter in einen Raum und packen ihn in einen Krankenwagen, der die Aufschrift "U.S. MARSHALL" trägt. Sie schließen die Tür und einer von ihnen klopft auf den Wagen.

MANN: Alles klar.

Der Wagen fährt los. Eine Frauenstimme ist über Funk zu hören.

FRAU: Wagen 15-20, sind Sie inzwischen am Tatort angekommen? Wir haben Ihnen zwei Wagen 31-17 als Verstärkung geschickt. Aber wie wir inzwischen erfahren haben, hat die Schießerei aufgehört. ... Wagen 15-20 ...

Der Marshall blickt sich um, doch der Plattwurmmann liegt nicht mehr festgeschnallt auf der Liege. Er nimmt das Mikro.

MARSHALL: Hier ist Wagen 49-40. Erbitte sofortige Verstärkung und Hilfe.

FRAU: Roger, 49-40. Ich schicke Ihnen sofort jemanden. Achtung, Achtung! An alle Einheiten! Wagen 49-40 braucht Verstärkung. Das Fahrzeug befindet sich in der Nähe des Lake Betty.

Der Marshall fährt an den Straßenrand und hält vor einem kleinen Bürohäuschen. Er nimmt sich eine Schrotflinte, lädt diese und steig aus. Er geht um den Wagen herum, öffnet die Tür, aber niemand ist zu sehen. Er betritt den Wagen und sieht, dass ein Gürtel, mit dem der Plattwurmmann festgemacht war, mit Schleim bedeckt ist. Er wischt sich den Schleim von den Händen ab, hört ein Geräusch. Man sieht den Wagen von außen. Schreie und ein Schuss mit der Waffe sind zu hören. Neben dem Wagen steht ein Schild, auf dem steht:

> LAKE BETTY
                 NATURE'S
PLAYGROUND
CAMPSITES AVAILABLE
LIVE BAIT
FISH...ALL YEAR ROUND!

(BETTY-SEE, Spielplatz der Natur, Zeltplätze verfügbar, Köderfischen, Fisch, das ganze Jahr über!)

Der Plattwurmmann kriecht über den Boden in ein kleines Toilettenhäuschen. Er wartet in der Kloake auf sein nächstes Opfer...


LAKE BETTY PARK
5.27 UHR


STIMME ÜBER FUNK: Wo sind Sie, Wagen 4? Der Kunde wartet schon eine halbe Stunde.

WAGEN 4: über Funk Ich bin im Stau steckengeblieben.

Ein Laster mit der Aufschrift "A&A ANDERSON TANK CLEANING SERVICE - 277*1628" fährt rückwärts an die Toiletten ran. Der Fahrer steigt aus, zieht sich Gummihandschuhe an, geht zu dem Toilettenhäuschen, öffnet die Tür und steckt in die Toilette einen Absaugschlauch. Danach schaltet er einen Hebel um, durch den das Saugen beginnt. Er lehnt sich zurück und raucht seine Zigarette weiter. Nach kurzer Zeit fängt der Motor an, zu rumoren und zu stottern. Der Arbeiter wundert sich, kontrolliert den Schlauch, doch nachdem der Plattwurmmann durch den Schlauch in den Tank des Lasters gekrochen ist, funktioniert alles wieder normal.


LAKE BETTY PARK
6.37 UHR


Polizeiwagen und Leichenbeschauer befinden sich an dem Schauplatz, wo zuvor der US-Marshall getötet wurde. Die Leute untersuchen auch den Krankenwagen auf Spuren. Ein Polizeifunkgerät ist zu hören.

FRAU: Wagen 33-12. Geben Sie bitte ihren Standort durch. Wir brauchen so schnell wie möglich eine Einheit auf dem Interstate Freeway. Dort hat es einen Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten gegeben.

WAGEN 33-12: Zentrale, wir...

DT. NORMAN: Passen Sie auf, dass die da nichts anfassen.

FRAU: Roger, Wagen 33-12

Mulder fährt vor. Als er aussteigt, fährt gerade einer A&A-Tanklaster vorbei. Er geht zu Detective Norman, der sich gerade mit einem Leichenbeschauer unterhalten hat.

MULDER: Na, was haben Sie?

NORMAN: Tja, wir haben einen toten Marshall und einen entkommenen Häftling. Sonst haben wir gar nichts. Wir haben im Radius von zwei Meilen Sperren errichtet.

MULDER: Behalten Sie alle Überläufe und Zugänge zur Kanalisation im Auge. Es wird versuchen, dorthin zurückzukehren. Sein Handy klingelt, er nimmt ab. Mulder.

MR. X: Mister Mulder, ich werde es kurz machen: Ein Erfolg bei Ihrem derzeitigen Einsatz ist von entscheidender Wichtigkeit.

MULDER: Mit wem spreche ich?

MR. X: Haben Sie mich verstanden, Mister Mulder?

Norman redet im Hintergrund mit einigen Mitarbeitern.

MULDER: Ja, und wieso ist das so wichtig?

NORMAN: Einer Wiedereröffnung der X-Akten darf einfach nichts im Wege stehen.

Er legt auf. Man hört Norman mit einem Funkgerät im Hintergrund.

EINHEIT 64: K 9, Einheit 64, bitte kommen!

NORMAN: Ich höre, Einheit 64.

EINHEIT 64: Wir sind auf einem Campingplatz, ungefähr 'ne viertel Meile von Ihnen entfernt. Mulder geht rüber zu Norman. Die Hunde sind der Witterung zu einem Chemieklo gefolgt, wir dachten, er versteckt sich da drin, aber es ist leer.

MULDER: leise Der Tanklaster.

NORMAN: Warten Sie, 64.

Er sieht Mulder an. Was ist?

MULDER: geht schnell los Was ist, wenn er in dem Tanklaster ist?


NEWARK COUNTY, KLÄRANLAGE
8.15 UHR


Mulder fährt schnell die Einfahrt hoch, hinter ihm rollt ein weiterer Tanker lang. Er rennt in das Hauptgebäude.

STIMME: Hey, Max!

Mulder und der Vorarbeiter gehen eine Treppe hinunter, wo die Laster entladen werden.

VORARBEITER: Die Firma, der der Tanklaster gehört, den Sie suchen, führt keine detaillierten Kartenbücher. Die hatten heute früh ungefähr fünf Tankwagen in der Gegend. Drei davon haben ihre Ladung bereits deponiert.

MULDER: Dann könnte er bereits hier gewesen und wieder weg sein?

VORARBEITER: Falls er noch nicht hier war, kommt er sicher.

MULDER: Bringen alle Tankwagen ihre Ladung hierher?

VORARBEITER: Ja, das ist gesetzliche Vorschrift.

MULDER: Und alle Abwässer werden hier aufbereitet.

VORARBEITER: Ja.

Sie gehen die Treppen weiter runter.

MULDER: Und was geschieht dann damit?

VORARBEITER: Sie werden durch ein Auslaufrohr ins Meer geleitet, das ungefähr fünf Meilen vor der Küste liegt.

MULDER: Könnte dieses Ding durch das Auslaufrohr entkommen sein?

VORARBEITER: Sehr unwahrscheinlich. Das System hat so viele Siebe und Filter, dass nicht es kaum was durchläßt, das größer als ihr kleiner Finger ist. Wenn es hier ist, dann sitzt es ganz bestimmt in der Falle.

MULDER: Dann können wir wohl nichts tun, als warten. Sie bleiben an einem riesigen System von Rohren und Becken stehen. Mulder und andere Mitarbeiter gehen durch die Anlage und beobachten die Becken. Mulders Handy klingelt. Er geht ran. Mulder.

SCULLY: Ich bin's, wo sind Sie?

MULDER: Ich bin in dieser Kläranlage. Ich habe gedacht, es würde vielleicht wieder hierher zurückkommen.

SCULLY: Und wie?

MULDER: Vergessen Sie's. Es war dumm.

Scully sitzt an einem Schreibtisch, die Brille in der Hand.

SCULLY: Was ich ihnen zu erzählen habe, wird ihnen auch nicht gefallen.

MULDER: Wieso nicht?

SCULLY: Ich hätte das nie für möglich gehalten, aber jetzt doch, dass dieser Plattwurm aus der Leiche eine inkubierende Larve ist. Dieses Geschöpf, oder was immer es ist, überträgt sein Ei oder seine Larve durch seinen Biss.

MULDER: Sie meinen, es versucht sich zu vermehren?

SCULLY: Es ist auf der Suche nach Wirten. Und es greift an, weil die Körper der Opfer seiner Nachkommenschaft Nahrung bieten. Mulder, ...

MULDER: Ja.

SCULLY: ...falls es einen neuen Wirt findet...

MULDER: Ich weiß. Es könnte sich vervielfältigen.

Der Vorarbeiter kommt im Hintergrund angelaufen.

VORARBEITER: Agent Mulder, einer von meinen Männern hat etwas gesehen, dass in einem Rohrabschnitt sitzt.

MULDER: Wo denn?

Drinnen rollt der Vorarbeiter einen Plan des Rohrsystems aus und zeigt mit dem Finger auf einen Punk.

VORARBEITER: Hier.

MULDER: Das ist nah am Fundort des ersten Leichnams.

VORARBEITER: Richtig. Dieses Rohr aber gehört zu einem alten Überlaufsystem, das sich bei starkem Regen in den Hafen entleert.

MULDER: Und so kam es wahrscheinlich auch in das System. Der Vorarbeiter nickt. Es will wieder ins Meer zurück.

Mulder und der Vorarbeiter fahren zu einem Gully, wo schon einige Arbeiter stehen. Mulder nimmt sich eine Taschenlampe und steigt ab. Der Vorarbeiter folgt ihm.

ARBEITER: Geht der so da runter?

Mulder schützt seine Nase vor dem Gestank unten. Der Vorarbeiter und Mulder gehen durch die Kanäle, beide mit einer Taschenlampe.

VORARBEITER: Das ist das Überlaufrohr. Es führt zu einer anderen Kammer wie dieser und dann über ungefähr eine dreiviertel Meile in den Hafen.

MULDER: Versuchen Sie, ob Sie dieses Tor schließen können.

Der Vorarbeiter nickt und geht zu einer Klappe, er steht auf einem kleinen Vorsprung über dem Becken. Er geht nahe an der Wand, um nicht hineinzufallen. Er duckt sich, um den Hebel umzuschalten, doch schafft es mit einer Hand nicht.

VORARBEITER: Es ist ein bisschen fest gerostet. Mal sehen, ob ich es mit Hebelkraft bewegen kann.

Er versucht es noch mal, strengt sich sehr an. Mulder sieht sich um, schaut ins Wasser und bemerkt, dass er unter einen Strahl hineinfließendes Wasser geraten ist. Er wischt das Wasser von seiner Schulter, riecht an seinen Fingern und bemerkt den Gestank.

MULDER: Hmmm... Der Vorarbeiter strengt sich immer mehr an, rutscht ab, schreit kurz und fällt ins Wasser. Hey!

Er taucht wieder auf, hat jedoch seine Brille verloren.

VORARBEITER: Ohh, verdammt.

MULDER: Alles in Ordnung?

VORARBEITER: Ja, ich hab nur meine Brille verl...

Er wird runtergezogen. Mulder zieht seine Waffe und sucht nach dem Plattwurmmann. Der Vorarbeiter kommt wieder auf und versucht sich an die Kante des Beckens zu retten.

MULDER: Hey! Mulder geht an das Geländer am Beckenrand, hält sich daran fest und beugt sich zu ihm runter. Geben Sie mir Ihre Hand! Geben Sie mir Ihre Hand!!!

VORARBEITER: Los, hol'n Sie mich hier raus! Verdammt! Ah...Ah...Ah...

Er wird wieder nach unten gezogen, Mulder hatte ihn schon fast.

MULDER: Wir brauchen sofort Hilfe hier unten!

Mulder springt ins Wasser, in dem man noch stehen kann und sucht nach ihm. HEY!

Mit einmal kommt der Vorarbeiter mit ausgestrecktem Arm aus dem Wasser, schreiend. Hey, ich hol' Sie hier raus.

Etwas schwimmt an ihm vorbei zum Ausgang in den Hafen, er bringt den Vorarbeiter, der immer noch schreit, an die Seite.

MULDER: Ich hab Sie, halten Sie durch! Halten Sie durch. Halten Sie sich fest! Sind Sie verletzt? SIND SIE VERLETZT?

Mulder dreht sich um und sieht den Plattwurmmann zur Klappe hochsteigen. Er geht schnell zu dem Hebel, den der Vorarbeiter vorher nicht umgestellt bekam, um das Tor zu schließen, durch das der Plattwurmmann nun schon halb durch ist. Er hängt sich mit vollem Körpergewicht ran und fällt ins Becken, als der Hebel nach unten schlägt und das Tor sich schließt. Der Plattwurm wird durch das Tor in zwei geteilt. Ein greller Schrei ertönt und Mulder sieht die Beine samt Leiste im Wasser schwimmen.


WASHINGTON, D.C.


Mulder sitzt auf einer Bank in einem Park und beobachtet am anderen Ufer das Lincoln Memorial. Scully kommt zu ihm.

SCULLY: Ist dieser Platz noch frei?

MULDER: Ja, aber ich muss Sie warnen, ich könnte vielleicht ein bisschen nach Kloake riechen.

SCULLY: Das muss ich wohl riskieren.

Mulder grinst, sie setzt sich.

MULDER: seufzt Ahh...

SCULLY: Was sagt Skinner denn nun?

MULDER: Unsere derzeitige Arbeit muss erfolgreich sein, Scully, damit die Wiedereröffnung der X-Akten nicht abgelehnt werden kann.

SCULLY: Das stammt von Skinner?

MULDER: Nein, wir haben einen Freund im FBI.

SCULLY: Ich hab gedacht, Sie interessieren sich vielleicht für die Laborergebnisse über die Biologie der Plattwurmlarve. Mulder nickt. Sie nimmt eine Akte raus und fängt an, zum lesen. Dissektion und die Analyse weisen auf eine reproduktive und physiologische Artenkreuzung hin und das Resultat ist ein quasi niederer Wirbeltiermensch.

MULDER: Ein Mensch?

SCULLY: Ja, aber immer noch zu spontaner Regeneration fähig. Wie ein Strudel oder Plattwurm.

MULDER: Wie ist das möglich?

SCULLY: Ich nehme an, durch Strahlung. Eine abnorme Zellfusion, die dabei natürlich genetische Prozesse unterdrückt. Mulder, die Natur hat dieses Monster nicht kreiert, wir waren es. Scully gibt ihm die Akte und Mulder schaut sich Bilder von Mutationen und derartigem an.

MULDER: Die kenne ich. Die sind aus Tschernobyl.

SCULLY: Diese Kreatur stammt von einem ausgedienten russischen Frachter, der zur Beseitigung von ausgebrannten Brennelementen benutzt wurde. Er wurde geboren in einer...man könnte sagen, Ursuppe von radioaktiven Abwässern.

MULDER: Es heißt, drei Arten sterben Tag für Tag auf diesem Planeten aus, da fragt man sich doch, wie viel neue geschaffen werden.

Mulder steht auf und geht näher an den See.


NEWARK, NEW JERSEY


Es ist Nacht, man sieht eine Reihe von Wolkenkratzern, Verkehr, der an einem Gully vorbeifährt, der Gully führt über Gänge und Zuflüsse hinab in ein Becken mit einem kaputten Gitter. Im Wasser taucht noch ein anderer Wurmmann auf, ähnlich dem ersten sehr ähnlich aussieht. Doch er scheint tot zu sein, da er weder atmet, noch die Augen auf hat. Doch mit einmal öffnet es die Augen und man hört ein leichtes Atmen...

ABBLENDE


Deutsche Bearbeitung: CINEPHON
Buch: HORST MÜLLER
Dialogregie: PETER BAUMGARTNER
Redaktion: MARION McDONALD


Mitgeschrieben von:

  • Autor: Robert B. (spooky17@gmx.de)
  • Betalesung: CayceP

ENDE