1X79 Gezeichnet (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


1X79 Gezeichnet
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!



Teaser: Eine junge Frau stolpert nachts zu Tode erschrocken allein mit einem Nachthemd bekleidet durch einen Wald. Auf einmal fällt sie hin und als sie aufblickt, sieht sie ein grelles Licht hinter einem Hügel, das größer wird. Laute Geräusche und ein wirbelnder Wind begleiten es. Eine Silhouette erscheint aus dem Licht auf dem Berg, die auf die Frau zukommt und sich neben sie stellt, während der Lärm und der Wirbelwind unerträglich laut werden. Am nächsten Morgen liegt die Frau mit dem Gesicht nach unten tot auf dem Waldboden.

JOHN TRUITT: Der Tod ist vor ungefähr acht bis zwölf Stunden eingetreten. Es gibt keine Anzeichen von Gewaltanwendung oder sexuellem Missbrauch. Ungewöhnlich ist nur das hier.

Er zeigt auf zwei warzenartige Male auf dem Rücken der Toten.

DETECTIVE MILES: Können wir sie umdrehen?

Nachdem das geschehen ist --

DETECTIVE MILES: Karen Swenson.

ASSISTENT: Kennen Sie das Mädchen etwa?

DETECTIVE MILES: Sie war eine Schulfreundin meines Sohnes. er geht.

JOHN TRUITT: (ruft ihm hinterher) Sie muss sogar in seiner Klasse gewesen sein. Es passiert also wieder.


FBI ZENTRALE
WASHINGTON DC


SPECIAL AGENT DANA SCULLY kommt die Treppe im Hauptgebäude hoch und meldet sich am Empfang.

SCULLY: Agent Dana Scully.

Sie geht durch einige Büros und Gänge zum Büro von SECTION CHIEF BLEVINS. Sie klopft an.

BLEVINS: Herein!

SCULLY tritt ein.

BLEVINS: Schön, dass Sie so kurzfristig kommen konnten, Agent Scully. Bitte setzen Sie sich.

SCULLY setzt sich ihm gegenüber. Hinter ihr ist DER RAUCHER, der während der ganzen Szene still im Hintergrund bleibt. Ein DRITTER MANN sitzt neben BLEVINS.

BLEVINS: Sie sind jetzt schon etwas über zwei Jahre bei uns.

SCULLY: Ja, Sir.

BLEVINS: Sie haben Medizin studiert, aber Sie üben Ihren Beruf nicht aus. Wie sind Sie eigentlich zum FBI gekommen?

SCULLY: Sir, ich wurde angeworben, als ich noch Medizin studierte. Ähm, meine Eltern hielten das immer für reine Opposition, aber ich sehe im FBI die Chance, mein Wissen weiter zu entwickeln.

DRITTER MANN: Haben Sie schon mal was von Agent Fox Mulder gehört?

SCULLY: Ja, durchaus.

BLEVINS: Woher denn?

SCULLY: Ich hab was von ihm gelesen. Ähm, er hat in Oxford Psychologie studiert und eine Abhandlung über Serienkiller und Okkultismus geschrieben. Damit hat er die Überführung einiger Täter erleichtert. Unter Fachleuten gilt er als der beste Analytiker von Gewaltverbrechen. Die Kollegen an der Akademie nannten ihn immer gern... (sie zögert) ... Spooky Mulder.

BLEVINS: Sie wissen wahrscheinlich nicht, dass Agent Mulder eine ziemlich zeitaufwendige Vorliebe für eines dieser Projekte entwickelt hat, die bei uns nebenher laufen. Vielleicht haben Sie schon was von den X-Akten gehört?

SCULLY: Soweit ich weiß, haben sie etwas mit unerklärbaren Phänomenen zu tun.

BLEVINS: Mehr oder weniger. Sie könnten sich und uns einen großen Gefallen tun, indem Sie Mulder bei der Sichtung der Akten helfen. In ihren Berichten beschreiben Sie bitte die Art Ihrer Aktivitäten und ihre Beobachtungen über die Stichhaltigkeit der Resultate.

SCULLY: Habe ich richtig verstanden, daß Sie von mir erwarten, Agent Mulder zu überwachen, Sir?

BLEVINS: Agent Scully, wir erwarten von Ihnen nicht mehr als eine wissenschaftliche Analyse. Nehmen Sie so schnell wie möglich Kontakt zu Agent Mulder auf. Wir sind gespannt auf ihre Berichte.


Im Keller des Gebäudes. SCULLY klopft an die Tür des Büros von SPECIAL AGENT FOX MULDER.

MULDER: (vom Inneren des Raumes) Bedaure, niemand zu Hause bis auf den allseits unerwünschten Mr. Mulder.

SCULLY betritt das Büro. Sie sieht MULDER an einem Tisch über ein paar Dias gebeugt. Er dreht sich nicht zu ihr um. Sie geht durch das Büro, während sie sich umsieht und unter anderem das I WANT TO BELIEVE Poster an seiner Wand sieht. Als sie fast neben ihm steht, dreht MULDER sich zu ihr um.

SCULLY lächelt freundlich und streckt ihm ihre Hand zur Begrüßung hin.

SCULLY: Agent Mulder. Ich bin Dana Scully. Ich soll Ihnen bei Ihrer Arbeit helfen.

MULDER: schüttelt ihre Hand Na, ist das nicht nett, plötzlich so hoch angesehen zu sein? Was haben Sie ausgefressen, dass man Sie hierher strafversetzt hat, Scully?

SCULLY: Gar nichts, und ich freue mich darauf, mit Ihnen zu arbeiten. Ich hab schon viel von Ihnen gehört.

MULDER beschäftigt sich wieder mit seinen Dias, sieht aber immer wieder zu ihr herüber.

MULDER: Ach, wirklich? Ich habe eher den Eindruck, dass man Sie hergeschickt hat, um mich auszuspionieren.

SCULLY: Falls Sie irgendwelche Zweifel an meinen Qualifikationen oder Zeugnissen haben sollten...

MULDER: (fällt ihr ins Wort) Sie sind Doktor der Medizin und Sie lehren als Gastdozentin an der Akademie.

Er gräbt unter einem Stapel einen Hefter hervor.

MULDER: Sie haben Ihr Vordiplom in Physik gemacht... "Einsteins Doppelspaltversuch, eine neue Interpretation von Dana Scully", sehr schön zu lesen. Also, das heißt schon was, sich mit Einstein zu messen.

SCULLY: Sie haben das gelesen?

MULDER: Ja, und ich fand's gut. Nur beim größten Teil meiner Arbeit scheinen physikalische Gesetze kaum anwendbar zu sein.

Er geht zum Diaprojektor und knipst das Licht aus.

MULDER: Aber vielleicht sagen Sie mir mal, was Sie als Medizinerin hiervon halten.

Das erste Dia erscheint auf der Leinwand.

MULDER: Eine junge Frau aus Oregon, Alter einundzwanzig. Keine erklärbare Todesursache. Die Autopsie hat rein gar nichts ergeben.

Ein zweites Dia erscheint, auf dem besagte Male abgebildet sind.

MULDER: Sie hatte aber diese deutlichen Male in der Hüftgegend. Doktor Scully, wissen Sie vielleicht, woher diese Male stammen könnten?

SCULLY: (tritt näher an das projizierte Bild.) Nadeleinstiche vielleicht. Der Biss eines Tieres? Eventuell die Folgen eines Stromschlages.

MULDER: Wie gut sind Sie in Chemie? Diese Substanz hat man im umgebenden Gewebe gefunden.

Ein Diagramm einer chemischen Substanz erscheint als nächstes Dia.

SCULLY: (nachdenklich) Sie ist organisch. Ich weiß nicht, ist das möglicherweise ein synthetisches Protein?

MULDER: Mag sein. Ich hab das auch noch niemals zuvor gesehen.

Nächstes Bild eines anderen Opfers.

MULDER: Aber hier sind die Male wieder in Sturgis, South Dakota ...

Nächstes Bild.

MULDER: ... und auch hier, Shamrock, Texas.

SCULLY: Haben Sie eine Theorie?

MULDER: Ich habe massenhaft Theorien. Vielleicht könnten Sie mir aber erklären, warum das FBI normalerweise diese Fälle als unerklärte Phänomene etikettiert und dann ignoriert. Glauben Sie vielleicht an die Existenz von Außerirdischen?

SCULLY: Streng logisch gesehen müsste ich wohl sagen nein. Schon allein die riesigen Entfernungen, die im Weltall zu überwinden sind, würden die Energiekapazität eines Raumschiffes bei weitem übersteigen.

MULDER: Konventionelle Weisheiten. Wissen Sie, dass dieses Mädchen schon das vierte Opfer aus ihrer Examensklasse ist, das unter mysteriösen Umständen starb? Also, wenn uns die konventionelle Wissenschaft keine Antworten bietet, müssen wir uns dann am Ende nicht doch dem Fantastischen als Möglichkeit zuwenden?

SCULLY: Sie ist ja offensichtlich an irgendwas gestorben. Falls ein Virus den Tod verursacht hat, könnte das bei der Autopsie übersehen worden sein, und falls sie ermordet wurde, ist es möglich, dass die Untersuchung schlampig durchgeführt wurde. Was ich fantastisch finde, ist die Idee, dass es irgendwelche Antworten geben könnte, die unwissenschaftlich sind. Die Antworten gibt es alle. Die Frage ist nur, wo man sie findet.

MULDER: (lehnt sich kurz nahe zu ihr) Ja, und deswegen arbeiten Sie auch als FBI-Agentin.

Er wendet sich ab und geht zu seinem Schreibtisch.

MULDER: Wir sehen uns morgen früh, Scully. Sehr früh sogar. Wir treffen uns um acht am Flughafen und machen eine hübsche kleine Reise nach Oregon.


IM FLUGZEUG ÜBER DEN WOLKEN


MULDER liegt über mindestens drei Sitze ausgestreckt mit Walkman auf den Ohren in der Mitte des Flugzeuges. SCULLY sitzt rechts von ihm und blättert in der Akte des Falles, in der Kopien eines Zeitungberichtes über einen DR. J. NEMMAN sind. (Anmerkung von dd: angeblich soll David Duchovnys Vater Amram hinter SCULLY im Flugzeug sitzen. Könnte zwar so sein, aber sicher bin ich mir nicht.)

DURCHSAGE: Ich bitte alle Passagiere die Gurte anzulegen und das Rauchen einzustellen, da wir jetzt mit dem Landeanflug...

Der Rest der Durchsage geht in lautem Getöse unter, als das Flugzeug offenbar in ein Luftloch gerät und schwankt. SCULLY krallt sich erschrocken an ihren Sitz und atmet lang und tief durch, doch MULDER dreht sich seelenruhig zu ihr um, als sich die Lage wieder beruhigt.

MULDER: Offenbar sind wir hier richtig.


BELLEFLEUR
OREGON


MULDER und SCULLY sitzen in ihrem Mietwagen und fahren auf einer lange Straße. SCULLY liest Autopsieberichte und MULDER isst Sonnenblumenkerne während er fährt.

SCULLY: Sie haben gestern gar nicht erwähnt, dass dieser Fall bereits untersucht worden ist.

MULDER: Ja, das FBI ist nach den ersten drei Todesfällen eingeschaltet worden, weil die hiesigen Beamten keine Beweise finden konnten. Unsere Männer verbrachten eine Woche damit, sich den viel gerühmten Lachs einzuverleiben, den man in dieser Gegend mit einem Spritzer Zitrone genießt, und für den es sich angeblich zu sterben lohnt. Aber dann wurden sie ohne Erklärung abberufen, der Fall wurde als geheim eingestuft und unter X abgelegt. Letzte Woche habe ich ihn wieder ausgegraben.

SCULLY: Und sie fanden etwas, das sonst keiner gefunden hat.

MULDER: Mmmm.

SCULLY: In den Autopsieberichten der ersten drei Opfer stand kein Wort von merkwürdigen Malen oder von Gewebe. Aber diese Berichte sind von einem anderen Gerichtsmediziner unterzeichnet als beim letzten Opfer.

MULDER: Sie sind ziemlich gut, Scully.

SCULLY: (schmunzelt) Besser als Sie erwartet oder besser als sie gehofft hatten?

MULDER: (kaut an einem Sonnenblumenkern) Das sage ich Ihnen, wenn wir den leichten Teil hinter uns haben.

SCULLY: (schmunzelt wieder) Sie haben also den Gerichtsmediziner in Verdacht?

MULDER: Das kann ich erst nach der Öffnung des Grabes sagen. Ich habe veranlasst, eines der drei anderen Opfer zu obduzieren, um das Gewebe mit dem des Mädchens zu vergleichen. Sie sind doch nicht etwa zimperlich oder so was, häh?

SCULLY: Das Vergnügen hatte ich bisher noch nicht.

Das Autoradio spielt auf einmal verrückt und ein lautes, unangenehm grelles Fiepen ertönt.

SCULLY: Was ist denn jetzt los?

MULDER hält an, steigt aus dem Wagen, geht zum Kofferraum, wo er eine Spraydose herausholt und ein riesiges X auf die Straße malt und kurz gen Himmel schaut. Dann packt er die Spraydose wieder in den Kofferraum und macht sich wieder daran, ins Auto zu steigen. SCULLY steht während all dem verblüfft daneben.

SCULLY: Was hat denn das zu bedeuten?

MULDER: Ach, vermutlich gar nichts.


AN DER KÜSTE VON NORD-WEST OREGON
FRIEDHOF
7. MÄRZ 1992


JOHN TRUITT: (sieht MULDER und SCULLY vorfahren) Da kommen sie.

Er und sein Assistent kommen auf die Agenten zu.

JOHN TRUITT: Mr. Mulder? John Truitt vom Gerichtsmedizinischen Institut.

MULDER: (schüttelt ihm die Hand.) Guten Tag. Das ist Agent Scully.

SCULLY: (schüttelt ihm ebenfalls die Hand) Guten Tag.

MULDER: Wann können wir anfangen?

SCULLY schüttelt auch dem Assistenten die Hand.

ASSISTENT: Hallo.

JOHN TRUITT: Es geht sofort los.

MULDER: Na, großartig.

JOHN TRUITT: Fangt an, Leute!

Sie gehen alle zurück auf den Hügel, wo bereits ein kleiner Kran steht, der das Grab ausheben soll.

MULDER: Wäre es möglich, die Untersuchung in Ihrem Institut vorzunehmen?

JOHN TRUITT: Wir haben schon einen Raum für Sie bereitgestellt.

JAY NEMMAN steigt hinter ihnen aus dem Wagen und kommt auf sie zu.

NEMMAN: Entschuldigung! Augenblick!

NEMMANS Tochter, TERESA, steigt vom Beifahrersitz des Wagens und ist im Begriff, ihrem Vater zu folgen.

NEMMAN: Nein. Nein, bitte setz dich wieder ins Auto.

TERESA: Nein, ich möchte nicht, dass du mit den Leuten redest.

NEMMAN: (will sie wieder ins Auto schieben) Bitte. Ich hab dir gesagt, du sollst dich ins Auto setzen.

TERESA: Und ich möchte nicht, dass du mit diesen Leuten redest.

SCULLY und MULDER beobachten das ganze von dem Hügel, auf dem sie stehen. Dann, als TERESA im Auto sitzt.

NEMMAN: Ich weiß nicht, was ich von Leuten wie Ihnen halten soll. Sie kommen einfach hierher und setzen sich über alle Vorschriften hinweg, nicht wahr?

MULDER:' Tut mir leid, wer sind Sie?

NEMMAN: Ich bin Dr. Jay Nemman, der Bezirksgerichtsmediziner.

MULDER: Sind Sie denn nicht informiert worden, dass wir vor hatten, das Grab zu öffnen?

NEMMAN: Nein, ähm, äh, wir waren verreist.

MULDER: Oh, ach so. Das beantworten ja wohl dann auch die Frage, wieso ein anderer Arzt die letzte Autopsie durchgeführt hat. Wissen Sie von der Gewebeprobe, die bei dem Mädchen entnommen wurde?

NEMMAN: Was... was wollen Sie denn hier unterstellen? Soll das heißen, ich habe etwas bei der Untersuchung der anderen Leichen übersehen?

SCULLY: Wir unterstellen Ihnen nicht das Geringste, Sir.

Sie wenden sich von ihm ab, um ihrer Arbeit nachzugehen. NEMMAN greift MULDER am Arm, sodass er sich leicht wütend umdreht.

NEMMAN: Warten Sie! Warten Sie! Ich finde, das tun Sie doch. Um mir etwas vorzuwerfen, müssen Sie schon hieb- und stichfeste Beweise haben.

TERESA: Daddy! Bitte. Lass uns einfach nach Hause fahren. Lass uns nach Hause fahren, bitte.

NEMMAN gibt nach und geht wortlos zurück zu seinem Wagen.

MULDER: Der hätte vielleicht noch länger Urlaub machen sollen.


Dann, als das Grab ausgehoben wird, SCULLY liest gerade den Bericht.

SCULLY: Ray Sommers (Anmerkung von dd: heißt eigentlich Soames, aber irgendwie klingt das stark wie "Sommers".) war das dritte Opfer. Nach dem Abschluss der Highschool machte er eine Therapie in einer Nervenklinik wegen einer spätpupertären Schizophrenie.

MULDER: Sommers hatte ein Geständnis abgelegt, dass er die ersten beiden Morde begangen hat und wollte dafür eingesperrt werden. Aber er konnte damals nicht beweisen, dass er die Morde begangen hat. Lesen Sie mal vor, woran er starb.

SCULLY: Er starb an Unterkühlung. Man fand seine Leiche im Wald, nachdem er aus dem Krankenhaus geflohen war.

MULDER: Er war nur sieben Stunden weg und es war Juli. Scully, wie kann ein zwanzig Jahre junger Mann in einer warmen Sommernacht an Unterkühlung sterben?


Bei der Aushebung.

ARBEITER #1: Ich habe ihn.

ARBEITER #2: Alles klar. Gut so.

Das Seil, das den Sarg hält, reißt und der Sarg rollt den Hügel hinunter, wo er an einem der Grabsteine zum Halten kommt.

ARBEITER #1: So ein Mist.

ARBEITER #2: Vorsicht!

MULDER, SCULLY und TRUITT laufen hin. MULDER ist im Begriff, den Sarg zu öffnen.

JOHN TRUITT: Das ist nicht das übliche Procedere.

MULDER: Ach, wirklich?

Er öffnet den Deckel. Ein kleiner grauer, unmenschlicher Körper liegt darin und alle Beteiligten rümpfen die Nase von dem ekelhaften Geruch.

MULDER: (zu SCULLY) Ich möchte wetten, dass aus Ray Sommers nie ein guter Basketballspieler geworden wäre. (zu TRUITT) Los, versiegeln! Und zwar auf der Stelle. Niemand darf das sehen oder berühren, niemand!


IM AUTOPSIELABOR
22.56 Uhr


MULDER rennt aufgeregt mit einem großen Fotoapparat mit aufgesetztem Blitzlicht um den Tisch mit der Leiche herum und fotografiert, während SCULLY sich an die Autopsie macht.

MULDER: Wissen Sie, was das bedeuten kann? Ich glaube, das können Sie im Augenblick noch gar nicht ermessen.

SCULLY: Das Subjekt ist einhundertsechsundfünfzig Zentimeter groß, und wiegt maximal zweiundfünfzig Kilo. Der Leichnam befindet sich in einem fortgeschrittenen Stadium der Verwesung. Ein sehr auffälliges Merkmal sind die großen Augenhöhlen und die Schädelform deutet darauf hin, dass es sich nicht um einen Menschen handelt. (zu MULDER, etwas genervt) Hören Sie bitte auf, mich mit dem Blitzlicht zu blenden.

MULDER: Wenn es kein Mensch ist, was ist es dann?

SCULLY: Eine verwandte Art. Ich vermute, dass es ein Schimpanse oder etwas anderes aus der Affenfamilie ist, möglicherweise ein Orang-Utan.

MULDER: Wieso sollte der auf dem städtischen Friedhof und dazu noch in Ray Sommers' Grab liegen? Versuchen Sie, das den Einwohnern zu erzählen, oder der Familie von Ray Sommers. Ich brauche Gewebeproben und Röntgenbilder und eine Blutgruppenbestimmung, sowie eine vollständige genetische Auswertung.

SCULLY: Ist das Ihr Ernst?

MULDER: Was wir hier nicht schaffen, geben wir in Auftrag.

SCULLY: Sie halten dieses Wesen doch nicht wirklich für so etwas wie einen Außerirdischen? Da hat sich jemand einen schlechten Scherz erlaubt.

MULDER: Wir könnten doch den größten Teil der Arbeit hier erledigen. Die Röntgenaufnahmen könnten wir sofort anfertigen.

SCULLY glaubt nicht einen Deut von seiner Behauptung.

MULDER: Ich bin nicht verrückt, Scully. Ich habe dieselben Zweifel wie Sie.


SCULLY'S MOTELZIMMER
4.37 UHR


SCULLY sitzt in ihrem Motelzimmer am Laptop und schreibt einen Bericht nieder, den sie vorher auf Band gesprochen hatte.

SCULLYS STIMME AUF EINEM BAND: Die Laboruntersuchungen und die Röntgenanalyse des Leichnams bestätigen eine möglicherweise mutierte Säugetierphysiologie. Sie liefern jedoch keine Erklärung für die Existenz eines nicht identifizierten Gegenstandes, der in der Nasenhöhle des Wesens gefunden wurde. Ein grau-metallisches Implantat, das ...

Sie hält das Band an und besieht besagten Gegenstand näher unter einer Lampe. Es klopft.

SCULLY: Wer ist da?

MULDERS STIMME: Steven Spielberg.

SCULLY lächelt, nimmt ihre Brille ab und geht ihm aufmachen. MULDER steht in Joggingklamotten vor der Tür.

MULDER: Weil ich nicht schlafen kann, jogge ich ein bisschen. Wollen Sie mitkommen?

SCULLY: Verzichte.

MULDER: Wissen Sie schon, was das kleine Ding in Ray Sommers' Nase sein könnte?

SCULLY: Nein. (sie gähnt) Und mich bringt das keineswegs um den Schlaf. Gute Nacht.

Sie macht MULDER die Tür vor der Nase zu und besieht noch mal ein Röntgenbild, das an den Schirm der Tischlampe geheftet ist und auf dem das Implantat rot eingekreist ist.


RAYMON COUNTY
STAATLICHE NERVENKLINIK


MULDER, SCULLY und DR. GLASS sind draußen vor der Klinik.

GLASS: Ja, Ray Sommers war ein Patient von mir. Ich habe ihn über ein Jahr lang therapeutisch betreut wegen seiner klinischen Schizophrenie. Ray hatte überhaupt keinen Bezug zur Wirklichkeit. Ich nehme an, er litt unter einer Art posttraumatischem Stress.

MULDER: Hatten Sie solche Fälle schon öfter?

GLASS: Ich habe ähnliche Fälle behandelt.

SCULLY: Waren das zufällig Ray Sommers' Klassenkameraden?

GLASS: Ja.

MULDER: Wir nehmen an, dass diese Todesfälle irgendwie zusammenhängen. Haben Sie diese Jugendlichen je mit Hypnose behandelt?

GLASS: (lacht ein wenig) Nein, natürlich nicht.

SCULLY: Behandeln Sie immer noch einige dieser Jugendlichen?

GLASS: Sie meinen zur Zeit? Ja, ich behandle Billy Miles und Peggy O'Dell. Beide sind bereits langjährige Patienten.

SCULLY: Sind sie in der geschlossenen Abteilung?

GLASS: Sehr richtig. Und zwar schon seit vier Jahren.

SCULLY: Könnten wir uns mit ihnen unterhalten?

GLASS: Tja, ich denke, es dürfte Ihnen schwer fallen, jedenfalls was Billy Miles angeht.


Schnitt ins BILLYS Krankenzimmer. Die drei nähern sich BILLYS Krankenbett, wo PEGGY O'DELL mit einem Buch in den Händen im Rollstuhl daneben sitzt.

GLASS: Billy ist in einem Zustand, den wir Wachkoma nennen. Seine Gehirnwellenströmung verläuft flach und seine Körperfunktionen sind auf das Vegetative reduziert.

SCULLY: Wie ist es dazu gekommen?

GLASS: Die beiden, er und Peggy, hatten einen schlimmen Autounfall auf einer Landstraße.

PEGGY: (lesend) Und dann sagte er....

GLASS: Peggy? Peggy, wir haben ein paar Besucher. Möchtest du vielleicht einen Moment mit ihnen sprechen?

PEGGY: (mit monotoner Stimme) Billy möchte, dass ich ihm vorlese. Und dann sagte er, 'Es wird Zeit...'

MULDER: (hockt sich neben PEGGY hin) Mag er es, wenn du ihm vorliest?

PEGGY: Ja. Billy braucht meine Nähe.

MULDER: (steht auf und wendet sich an DR. GLASS) Doktor? Dürften wir Peggy vielleicht einer kurzen medizinischen Untersuchung unterziehen?

In dem Moment schmeißt PEGGY ihr Buch vom Schoß und stößt voller Wut ihren Tropf um.

SCHWESTER: Peggy? Peggy, was machst du denn da?

GLASS: Peggy, beruhige dich jetzt...

PEGGY bekommt plötzlich heftiges Nasenbluten und sie schreit, als sie sich von ihrem Rollstuhl auf den Boden wirft.

PEGGY: Ahh, nein! Nein!

GLASS: Rufen Sie einen Pfleger.

GLASS hockt sich helfend neben sie auf den Boden. MULDER ist ebenfalls neben ihr und hebt PEGGYS Hemd am Rücken hoch, um zwei dieser Male zu entdecken. MULDER und SCULLY blicken sich an, SCULLY kann es kaum fassen.

GLASS: Es wird dir doch niemand weh tun, beruhige dich doch! Schwester, rufen Sie einen Pfleger. Na los doch, beeilen Sie sich! Stehen Sie hier nicht so rum, tun Sie, was ich Ihnen sage! Ist ja schon gut, ist ja schon gut! Komm, ist schon gut.

PEGGY: Nein! Aufhören! Aufhören!

PEGGY liegt die ganze Zeit schreiend und weinend auf dem Boden. Dann heben GLASS und MULDER sie wieder in ihren Rollstuhl.

SCHWESTER: Peggy, mein Schatz, es ist doch alles in Ordnung. Niemand wird dir etwas tun. Nun beruhige dich doch endlich.

MULDER und SCULLY blicken sich an. Dann geht SCULLY entsetzt raus, MULDER folgt ihr. Draußen, als sie die Treppe zum Krankenhaus runtergehen...

MULDER: Dieser Billy hat sich übrigens noch entschuldigt, dass er Ihnen nicht auf Wiedersehen gesagt hat.

SCULLY: Woher haben Sie gewusst, dass dieses Mädchen die Male hat?

MULDER: Keine Ahnung, das war nur gut geraten.

SCULLY: Verdammt, Mulder, hören Sie auf mit dem Quatsch. Was geht hier eigentlich vor? Was wissen Sie über diese Male? Was ist das?

MULDER: Wollen Sie meine Meinung in Ihren kleinen Bericht schreiben? Ich glaube nicht, dass Sie schon reif für meine Gedanken sind.

SCULLY: Ich möchte diesen Fall lösen, Mulder. Ich will die Wahrheit wissen.

MULDER: Die Wahrheit? Diese Jugendlichen sind meiner Meinung nach entführt worden.

SCULLY: Von wem?

MULDER: Von was!

SCULLY: (lacht ungläubig) Das glauben Sie doch wohl nicht wirklich.

MULDER: Haben Sie etwa eine bessere Erklärung?

SCULLY: Dieses Mädchen leidet höchstwahrscheinlich an einer ausgeprägten Psychose. Ob die organische Gründe hat oder auf diese Male zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen. Aber zu sagen, sie wäre von einer fliegenden Untertasse entführt worden, ist doch verrückt, Mulder, und dürfte sich äußerst schwierig beweisen lassen.

MULDER: Jedenfalls nicht wissenschaftlich, meinen Sie.

SCULLY: Ich lasse mich nicht auf Spekulationen ein. Denken Sie an diese vier Opfer. Alle sind im Wald oder auf einer Waldlichtung gestorben. Auch die nur mit einem Pyjama bekleidete Karen Swenson wurde im Wald gefunden, zehn Meilen von ihrem zu Hause entfernt. Was hatte sie dort zu suchen? Warum sind diese Jugendlichen mitten in der Nacht in den Wald gegangen?


COLLUM NATIONAL FOREST, NORTHWEST OREGON
NACHT


MULDER und SCULLY gehen mit Taschenlampen durch den Wald. SCULLY hebt ein paar staubige Bodenproben, als plötzlich ein Motorgeräusch ertönt.

SCULLY: Mulder?

Das Geräusch wird lauter und SCULLY geht mit gezogener Waffe einen Hügel hinauf, um dem nachzugehen. Ein helles Licht scheint hinter dem Hügel.

SCULLY: Mulder, sind Sie das? Mulder?

Eine Gestalt kommt aus dem Licht auf dem Hügel zum Vorschein, die ein Gewehr trägt. Es ist DETECTIVE MILES.

SCULLY: Special Agent Dana Scully, FBI. Weg mit der Waffe.

DETECITVE MILES: Ich arbeite für das hiesige Sheriff Departement. Sie betreten unbefugt Privatbesitz.

SCULLY: Wir führen hier eine Ermittlung durch.

MULDER erscheint und richtet seine Waffe auch auf den Typen.

DETECTIVE MILES: Steigen Sie in ihren Wagen und verschwinden Sie oder ich muss Sie verhaften. Ganz egal, wer Sie sind.

MULDER: Warten Sie! Hier ist ein Verbrechen geschehen.

DETECTIVE MILES: Sind Sie vielleicht taub? Sie befinden sich auf Privatbesitz und zwar ohne Genehmigung. Ich will das nicht noch mal sagen müssen. Steigen Sie in ihr Auto und verschwinden Sie!

MULDER und SCULLY senken ihre Waffen, gehen unter diesem lauten Getöse zu ihrem Auto und fahren weg. --- UNTERWEGS, es regnet in Strömen.

MULDER: Was macht der eigentlich so ganz alleine im Wald?

SCULLY: Vielleicht hat es ja etwas hiermit zu tun.

Sie hält ihm die Bodenprobe hin, die sie genommen hatte.

SCULLY: Was meinen Sie, was das ist?

MULDER: Keine Ahnung. Asche von einem Lagerfeuer?

SCULLY: Ich finde nicht, dass es wie Asche aussieht. Ich glaube, hier geschehen eigenartige Dinge. Möglicherweise hat das etwas mit Okkultismus zu tun. Vielleicht waren diese Jugendlichen Mitglieder einer Sekte und dieser Mann wusste etwas davon. Wir müssen da noch mal hin.

MULDER antwortet nicht. Er sieht auf seine Armbanduhr, die 9.03 Uhr anzeigt, dann auf seinen Kompass, der sich wild dreht.

SCULLY: Alles klar, Mulder?

MULDER: (blickt suchend aus der Windschutzscheibe) Ja, ich hab nur...

SCULLY: Suchen Sie etwas? Ahh!

In dem Moment werden sie von einem grellen Licht geblendet und wir sehen, wie das Bild stehen bleibt, möglicherweise wie die Zeit angehalten wird. Dann geht der Motor aus und der Wagen hält im strömenden Regen mitten auf der Straße an.

SCULLY: Was ist passiert?

MULDER: Er springt nicht mehr an. Der Motor ist einfach ausgegangen.

Er sieht wieder auf seine Uhr, diesmal zeigt sie 09.12 Uhr

MULDER: Wir haben neun Minuten verloren!

Er steigt lachend aus dem Wagen in den Regen.

SCULLY: Wir haben was verloren?

MULDER: (aufgeregt) Neun Minuten! Als ich unmittelbar vor dem Blitz auf meine Uhr sah, war es drei nach neun, und jetzt ist es genau 9.13 Uhr! Sehen Sie! Sehen Sie! (lachend, gen Himmel) Oh, ja! (wieder zu SCULLY) Begreifen Sie denn nicht? Bisher haben alle Menschen, die von UFOs entführt wurden davon berichtet, dass sie dabei Zeit verloren hätten.

SCULLY: (wendet sich ab) Ach, kommen Sie.

MULDER: Doch! Das sagten alle!

SCULLY: (wieder zu MULDER, genervt, redet laut) So ein Blödsinn! Sie sind also der Ansicht, wir haben Zeit verloren? Aber die Zeit kann gar nicht verschwinden, sie ist eine allgemein gültige, unveränderliche...

Plötzlich gehen die Scheinwerfer ihres Wagens von selbst an und der Motor springt an.

MULDER: (freut sich wie ein Schneekönig) Nicht an diesem Ort.

Patschnass laufen sie wieder zurück zum Auto.


SCULLYS MOTELZIMMER


SCULLY tippt ihren Bericht und spricht dabei aus dem Off.

SCULLY: (aus dem Off) Die Ansicht von Agent Mulder, dass ein Zeitverlust durch unbekannte Kräfte herbeigeführt wurde, kann durch die Zeugin nicht bestätigt werden.

Plötzlich gehen alle Lichter aus.

SCULLY: Großartig.

SCULLY geht mit einer Kerze ins Badezimmer und läßt die Dusche an. Sie streift ihren Bademantel ab und entdeckt im Spiegel an ihrem Rücken zwei runde Male, die den Malen der Entführten verdächtig ähnlich sehen. Sie ist erschrocken. In der nächsten Szene macht ihr Mulder, ebenfalls mit einer brennenden Kerze in der Hand, die Tür zu seinem Zimmer auf.

MULDER: Hallo.

SCULLY: Ich möchte, dass Sie sich etwas ansehen.

MULDER: Kommen Sie rein.

SCULLY kommt herein, bleibt mit dem Rücken zu ihm gedreht und lässt nach ganz kurzem Zögern (Anmerkung von dd: <g>) ihren Bademantel fallen, sodass sie in Unterwäsche vor MULDER steht. Sie blickt an ihrem Rücken herunter und MULDER folgt ihrem Blick. Er hockt sich hinter sie und besieht die beiden Male an ihrem unteren Rücken.

SCULLY: (fast panisch) Was ist das? Mulder, was ist das?

MULDER: (lacht) Ich würde sagen Mückenstiche.

SCULLY: Sind Sie sicher?

MULDER: Ja. Mich haben sie auch ganz schön zerstochen.

SCULLY fällt ihm erleichtert in die Arme. MULDER ist ein wenig perplex. Dann löst sich SCULLY von ihm.

MULDER: Alles klar?

SCULLY: Ich denke schon.

MULDER: Sie zittern ja.

SCULLY: Ich muss mich hinsetzen.

MULDER: Beruhigen Sie sich erst mal.

in der nächsten Szene liegt SCULLY auf MULDERS Bett, MULDER sitzt davor auf dem Boden und lehnt sich mit dem Kopf aufs Bett.

MULDER: Ich war zwölf, als es passiert ist. Meine Schwester war acht. Eines nachts war sie aus ihrem Bett verschwunden. Sie war weg. Einfach so. Keine Nachricht, keine Anrufe, keine Hinweise irgendwelcher Art.

SCULLY: Sie haben sie nie wiedergefunden?

MULDER: Es hat die Familie zerrissen. Niemand hat darüber gesprochen. Es gab nicht den leisesten Funken Hoffnung, dass sie noch lebte.

SCULLY: Und was haben Sie getan?

MULDER: Irgendwann ging ich auf eine Schule nach England und das FBI hat mich angeworben, als ich wiederkam. Ich habe anscheinend einen guten Riecher dafür, wie man Verhaltensmuster auf Kriminalfälle anwendet.

Schnitt nach draußen. Es regnet immer noch und man sieht eine Gestalt mit Kapuze vor dem Motel.

MULDER: Und mit der Zeit durfte ich auch öfter meinen eigenen Interessen nachgehen. Auf die X-Akten stieß ich ganz zufällig.

SCULLY: Und man hat sie da ran gelassen?

MULDER: Ja, zuerst sah das aus wie ne Abfalldeponie für Fälle von gesichteten UFOs und den üblichen Meldungen über Außerirdische. Also, genau das, was die meisten Menschen als absurd und lächerlich abtun. Aber ich war total fasziniert und las alle Akten, die mir in die Finger kamen. In hunderten von Akten las ich alles über paranormale Phänomene und Okkultismus und... ach...

SCULLY: Was ist?

MULDER: Es hat da noch geheime Regierungsinformationen gegeben, die ich versuchen wollte auszuwerten, aber man verwehrte mir den Zugang dazu.

SCULLY: Wer denn? Das versteh ich nicht.

MULDER: Jemand, der offenbar sehr viel Einfluß hat. Ich durfte nur deswegen meine Arbeit fortsetzen, weil mir einige Leute im Kongress wohlgesonnen sind.

SCULLY: Und wovor haben die Angst? Dass Sie das nicht geheim halten?

MULDER: Das müssten Sie viel genauer wissen als ich.

SCULLY: Ich habe überhaupt keine Ahnung von diesen Dingen. Ich bitte Sie, vertrauen Sie mir. Ich habe das gleiche Interesse wie Sie, diesen Fall zu lösen.

MULDER: (lehnt sich näher zu ihr) Ich bitte Sie, Scully, hören Sie mir jetzt ganz ruhig zu. Ich muss Ihnen etwas erzählen. Seit meiner Studienzeit habe ich sehr engen Kontakt zu einem gewissen Doktor Heinz Werber, und der hat mich durch die Tiefenregressionshyphnose geführt. Ich konnte in meinen unterdrücken Erinnerungen zurück hin bis zu der Nacht, in der meine Schwester verschwand. Ich kann mich daran erinnern, dass draußen ein sehr helles Licht war und dass etwas in unser Zimmer kam. Ich war paralysiert. Es war nicht möglich, meiner Schwester irgendwie zu helfen. lauter und aufgeregter Glauben Sie mir, Scully! Solche Dinge passieren tatsächlich.

SCULLY: Aber woher wissen Sie das...

MULDER: Die Regierung weiß Bescheid. Scully, die verbergen etwas. Der ganze andere Mist interessiert mich nicht. Und so nah wie jetzt war ich noch nie dran, es zu erfahren.

Das Telefon klingelt und SCULLY erschreckt sich. MULDER hebt ab.

MULDER: Hallo? Was? Wer ist da? Wer ist da? (legt verwirrt auf) Da war eine Frau dran, die gesagt hat, Peggy O'Dell wäre tot.

SCULLY: Das kranke Mädchen im Rollstuhl?


BUNDESSTRASSE 133
BELLEFLEUR, OREGON


MULDER und SCULLY kommen angefahren und steigen aus dem Wagen.

MULDER: Wie ist das passiert?

TRUCKFAHRER: Sie ist mir direkt vor den Wagen gerannt.

DEPUTY: Wer sind Sie denn?

MULDER: Vor den Wagen gerannt? Zu Fuß?

SCULLY kniet inzwischen neben der toten PEGGY und sieht, dass das Glas ihrer Uhr kaputt ist. Sie zeigt 9.03 Uhr. MULDER steht neben JOHN TRUITT, als SCULLY dazukommt.

MULDER: Das ist ja wohl nicht zu fassen. Los, gehen wir.

SCULLY: Ich möchte Ihnen ein paar Fragen stellen.

MULDER: Gehen wir! Jemand hat unser Autopsielabor zerstört und die Leiche gestohlen. Wir fahren zurück zum Motel.

SCULLY: Was? Die Leiche ist gestohlen worden?

Als sie wieder am Motel ankommen, steht dieses in Flammen.

MULDER: (zeigt seinen Ausweis.) FBI.

SCULLY: Da verbrennt mein Computer.

MULDER knallt wütend seinen Ausweis auf den Boden.

MULDER: Verdammt!! Die Röntgenaufnahmen und die Fotos!

MULDER schließt frustriert die Augen. TERESA NEMMAN kommt auf die beiden zu.

TERESA: Mein Name ist Teresa NEMMAN. Ich flehe Sie an, beschützen Sie mich!

MULDER: Kommen Sie mit uns.


In der nächsten Szene sitzen die drei in einem Diner am Tisch.

TERESA: Irgendetwas treibt mich da hin. Ich weiß auch nicht genau, wie das geschieht, aber irgendwann finde ich mich in diesem Wald wieder.

MULDER: Und seit wann passiert dir so was?

TERESA: Seit dem Sommer, als wir unseren Schulabschluss gemacht haben. Dasselbe passierte auch meinen Freunden. Deswegen will ich auch, dass Sie mich beschützen. Ich habe Angst, dass es mir genauso ergeht... wie den Anderen... wie Peggy erst heute Nacht.

MULDER: Dein Vater ist der Gerichtsmediziner und du hast uns angerufen. Du hast mir doch erzählt, dass Peggy umgebracht wurde.

TERESA antwortet nicht und sieht betreten vor sich auf den Tisch.

SCULLY: Teresa, dein Vater weiß doch Bescheid, nicht wahr? Er weiß, was passiert ist.

TERESA: Ja. Aber er hat auch gesagt, daß ich niemandem davon etwas erzählen soll.

MULDER: Wieso nicht?

TERESA: Weil er mich beschützen will. Er denkt, er könnte mich beschützen, aber ich glaube nicht, dass er das kann.

MULDER: Hast du diese Male, Teresa?

TERESA: (nickt bedrückt) Ja. Ich bin die Nächste, nicht wahr? Ich muss auch sterben.

SCULLY: Nein, du wirst nicht die Nächste sein.

Plötzlich bekommt TERESA heftiges Nasenbluten. SCULLY springt auf und holt ein paar Papiertaschentücher vom Nebentisch.

SCULLY: Oh, Gott!

Die Tür zum Diner geht auf und JAY NEMMAN kommt mit DETECTIVE MILES herein.

NEMMAN: Lass uns nach Hause fahren, Teresa. Teresa! Na komm. Na komm, mein Schatz. Na komm her...

NEMMAN holt ein Taschentuch aus seiner Jacke, setzt sich neben TERESA und versucht, die Blutung zu stoppen.

MULDER: Ich glaube nicht, dass sie weggehen möchte.

NEMMAN: Was Sie glauben, ist mir scheißegal! Das Mädchen ist krank.

DETCTIVE MILES: (zu TERESA) Dein Vater wird dich mit nach Hause nehmen. Dort kann er dein Nasenbluten behandeln.

NEMMAN: Ich bringe dich dahin, wo du sicher bist, Teresa. Detective Miles und ich lassen nicht zu, dass dir etwas geschieht, das verspreche ich dir.

Sobald DETECTIVE MILES' Name gefallen ist, blicken MULDER und SCULLY ihn verwundert an.

MULDER: Sie sind Billy Miles' Vater?

DETECTIVE MILES: So ist es. Und Sie halten sich fern von meinem Sohn.


Später vor dem Diner - der Regen hat aufgehört -, als die beiden mit TERESA im Wagen wegfahren....

MULDER: Das ist ja ein entzückendes Plätzchen. Hier ist jeder Tag wie Halloween.

SCULLY: Die wissen es, Mulder. Die wissen genau, wer verantwortlich für die Morde ist.

MULDER: Das ist schon möglich.

SCULLY: (aufgeregt) Doktor NEMMAN hat von Anfang an medizinische Beweise unterschlagen. Er hat in seinen Autopsieberichten gelogen. Und nun erfahren wir das über den Detecitve. Wer sonst hätte wohl einen Grund, das ganze Laboratorium zu verwüsten?

MULDER: (ruhiger als SCULLY) Warum wollen die Beweise vernichten? Und warum haben sie den Leichnam gestohlen?

SCULLY: (schüttelt den Kopf, jetzt auch ruhig) Keine Ahnung. Ich weiß es wirklich nicht.

MULDER: Da fragt man sich doch, was in den anderen Gräbern ist.


NACHTS AUF DEM FRIEDHOF


Wieder Regen. MULDER und SCULLY kommen mit Taschenlampen auf den Friedhof und entdecken offene Gräber.

MULDER: Die sind ja beide leer.

SCULLY: (sauer) Können Sie mir sagen, was hier vorgeht?

MULDER: Ich weiß, wer's getan hat. Ich kenne den Mörder von Karen Swenson.

SCULLY: Wer ist es? Der Detective?

MULDER: Nein, aber sein Sohn. Billy Miles.

SCULLY: Der arme Junge im Krankenhaus? Der völlig apathisch ist?

MULDER nickt langsam.


5.07 UHR


SCULLY: Also Billy Miles, der seit mehr als vier Jahren im Koma liegt, ist Ihrer Meinung nach hierher gekommen und hat die Gräber geöffnet?

MULDER: Peggy O'Dell war an einen Rollstuhl gefesselt, aber sie rannte vor einen Lastwagen. Ich reim mir das nicht zusammen, sondern das passt in das Bild einer Entführung durch Außerirdische.

SCULLY: DAS soll ins Bild passen?

MULDER: Ja, Peggy O'Dell ist gegen neun Uhr getötet worden. Also genau um die Zeit, als wir auf der Landstraße neun Minuten verloren. Ich denke, dass etwas passiert, ist in diesen neun Minuten. Ich denke, dass die Zeit, so wie wir sie kennen, stehen blieb. Und dass irgendetwas die Kontrolle darüber übernommen hat.

SCULLY lächelt.

MULDER: Sie halten mich für verrückt?

Sie nickt, er dreht sich um und sieht sie an.

MULDER: Was ist?

SCULLY: Peggy O'Dells Uhr blieb um ein paar Minuten nach neun Uhr stehen. Es ist mir aufgefallen, als ich sie untersucht habe.

MULDER: (unterbricht sie) Das muss der Grund sein. Die Jugendlichen kommen in den Wald, weil sie von einer Macht kontrolliert werden. Und die versammelt sie dort. Und diese Male stammen von irgendwelchen Tests, die mit ihnen durchgeführt werden. Und das verursacht vielleicht so was wie eine genetische Mutation, was den Körper erklären wurde, den wir ausgegraben haben.

SCULLY: Und diese Macht ruft möglicherweise Teresa NEMMANs Körper heute Abend in den Wald.

MULDER: Ja, aber es wird Billy Miles sein, der sie dorthin bringt, angetrieben von einem außerirdischen Impuls. Das ist es!

Sie lachen beide.'

MULDER: Kommen Sie, lassen Sie uns gehen.

SCULLY: Wo wollen wir denn hin?

MULDER: Wir werden Billy Miles einen Besuch abstatten.


IM KRANKENHAUS IN BILLY MILES' KRANKENZIMMER


SCULLY besieht BILLYS Hände.

PFLEGERIN: Wir könnten hier bis zum jüngsten Tag stehen und darauf warten, dass Billy aus seinem Bett kommt. Er bewegt sich nie. Er zwinkert und dann weiß ich genau Bescheid.

MULDER: Ich nehme an, Sie haben gestern Nacht seine Bettpfanne geleert.

PFLEGERIN: Niemand sonst hier würde das tun.

MULDER: Und Ihnen ist nichts Ungewöhnliches aufgefallen? Wissen Sie noch, was Sie gestern Nacht gemacht haben, so gegen neun Uhr?

SCULLY geht zum Fußende des Bettes und schlägt die Bettdecke auf.

PFLEGERIN: Hmm, vermutlich habe ich fern gesehen, ja.

MULDER: Wissen Sie noch, welche Sendung Sie sich angesehen haben?

PFLEGERIN: Hm, warten Sie mal. Tja, ich kann mich nicht erinnern, was ich gesehen habe. (zu SCULLY, die plötzlich intensiv BILLYS Füße untersucht) Miss? (zu MULDER) Wieso sieht sie sich seine Füße an?

SCULLY: Mulder, sehen Sie sich das doch mal an.

MULDER kommt neben sie und betrachtet BILLYS Füße ebenfalls. Sie sind voller Dreck, der ganz nach Waldboden aussieht. SCULLY nimmt eine Probe von dem Schmutz.

MULDER: Wissen Sie, wer Peggy O'Dell letzte Nacht versorgt hat?

PFLEGERIN: Ich habe keine Ahnung. Das ist nicht meine Station. (mit einem eindeutigen Grinsen) Ich arbeite nicht so gerne auf der Frauenstation.

MULDER grinst verständnisvoll.

PFLEGERIN: Außerdem habe ich hier genug zu tun.

SCULLY ist immer noch mit BILLYS Füßen beschäftigt.

PFLEGERIN: Was macht sie denn jetzt schon wieder?

MULDER: Danke für Ihre Hilfe, Ma'am.

PFLEGERIN: Gern geschehen.

MULDER: Auf Wiedersehen.

MULDER und SCULLY verlassen das Zimmer. SCULLY geht hastig den Gang draußen entlang, wild gestikulierend und MULDER folgt ihr.

SCULLY: (kann es gar nicht fassen) Er könnte wirklich der Mörder von Peggy O'Dell sein. Das glaube ich einfach nicht, das ist verrückt!

MULDER: Scully....

SCULLY: Er ist im Wald gewesen.

MULDER: Sind Sie sicher?

SCULLY: Das ist dasselbe Zeug, was ich auf dem Waldboden gefunden habe.

MULDER: Na schön, dann sollten wir es sofort im Labor untersuchen lassen.

SCULLY: Wir haben zwar die Originalprobe bei dem Feuer verloren, aber worum sollte es sich sonst handeln?

Sie bleiben stehen.

MULDER: Ich finde schon, dass Sie lieber genau wissen sollten, wovon Sie reden.

SCULLY: (beschuldigend) Sie halten es doch auch dafür.

MULDER: Ja, aber in Ihrem Bericht muss stehen, wie dieser Stoff heißt.

SCULLY: (sieht es ein) Das ist richtig. Wir werden noch eine Probe aus dem Wald holen und sie, bevor wir etwas anderes tun, mit der hier vergleichen.


COLLUM NATIONAL FOREST, NORTHWEST OREGON
NACHT


Als MULDER und SCULLY ankommen, sehen sie das Auto des DETECITVES dort parken.

SCULLY: Der Detective ist hier. Was halten Sie davon?

Plötzlich hören sie einen Frauenschrei und sie beeilen sich, zu der Ursache zu kommen. SCULLY wird unterwegs niedergeschlagen. Sie fällt zu Boden, verliert aber nicht das Bewußtsein. DETECITVE MILES hat ihr mit dem Lauf seines Gewehres eine verpasst.

DETECTIVE MILES: Sie wollten ja nicht auf mich hören. Ich sagte Ihnen doch, Sie sollen sich da raushalten.

MULDER rennt in der Zwischenzeit weiter und hört abermals Schreie. Er läuft in die Richtung, aus der sie kommen und trifft ebenfalls auf DETECTIVE MILES, der mit dem Gewehr auf ihn zielt.

DETECTIVE MILES: Stehenbleiben! Rühren Sie sich nicht von der Stelle. Sie haben hier draußen nichts zu suchen.

MULDER: Da hat jemand geschrien.

DETECTIVE MILES: Los, hinlegen. (schreit) Na los!

MULDER: Sie wissen, dass es Billy ist. Sie haben es die ganze Zeit gewusst.

DETECIVE MILES: Ich sagte, sie sollen sich hinlegen.

MULDER kniet sich hin, als wieder Schreie ertönen.

MULDER: Wie lange wollen Sie das noch tatenlos mit ansehen? Er wird sie töten.

Schnitt zu TERESA NEMMAN, die von BILLY MILES in einem Wirbelwind vom Boden gehoben wird. BILLY schaut auf, als DETECTIVE MILES zu ihm gerannt kommt.

DETECTIVE MILES: Billy! Nein! Laß sie los! Lass sie in Ruhe!

Als BILLY nicht gehorcht, beginnt der DETECTIVE, sein Gewehr auf ihn zu richten. Da springt MULDER ihn plötzlich von hinten an und bringt ihn zu Boden. Schnitt zu SCULLY, die ihre Hand an ihrer schmerzenden Stirn hat, und den Schuss hört, der sich löst. Sie läuft in die Richtung, aus der er kam. MULDER und der DETECITVE müssen zusehen, wie BILLY TERESA zu dem Licht hochhebt, das über ihnen heller wird. MULDER sieht, dass BILLY die beiden Male am Rücken hat. SCULLY sieht ebenfalls das Licht von der Stelle aus, an der sie steht, kann aber nicht sehen, was passiert, als es verschwindet. BILLY steht aufrecht auf der Lichtung, TERESA vor ihm auf dem Boden. Sie lebt und dreht sich um.

BILLY: Dad?

DETECITVE MILES: Billy!

Er geht zu seinem Sohn und umarmt ihn.

DETECITVE MILES: Oh, Gott.

MULDER sieht fassungslos zu. Die Male an BILLYS Rücken sind verschwunden.

MULDER: Scully.

Er hebt seine Taschenlampe vom Boden auf und läuft, um sie zu suchen.

MULDER: Scully!

Sie finden sich und stehen sich atemlos gegenüber.

SCULLY: Mulder! Was ist passiert? Da war so ein Licht.

MULDER: Es war unglaublich.


FBI ZENTRALE
WASHINGTON DC
22. MÄRZ 1992


BILLY sitzt unter Hypnose DR. HEITZ WERBER gegenüber an einem Tisch.

WERBER: Sie müssen schwören. Heben Sie Ihre rechte Hand. Erzählen Sie mir von dem Licht, Billy. Wann haben Sie das Licht zum ersten Mal gesehen?

BILLY: Das war, als wir... wir waren alle im Wald und haben gefeiert... alle meine Freunde.... es war eine tolle Party....

WERBER: Was habt ihr denn gefeiert?

BILLY: Den Schulabschluss... und dann kam das Licht.

MULDER steht daneben und sieht zu.

BILLY: Es hat mich weggeführt zu diesem Testplatz.... Dann sagten sie mir, ich soll die anderen holen.... sodass sie die auch testen können..... Sie pflanzten etwas in meinen Schädel... (er zeigt auf seine Stirn.) Hier.... Ich sollte auf ihre Befehle warten.

BLEVINS, der DRITTE MANN vom Anfang und SCULLY stehen auf der anderen Seite des Spiegelfensters des Befragungraums und sehen zu.

WERBER: Billy, wer hat die Befehle gegeben?

BILLY: Das Licht.... Sie sagten, es würde nichts passieren, niemand würde es erfahren.... aber die Tests haben nicht funktioniert. Sie wollten, dass ich alles zerstöre. Und sie sagten, sie würden fortgehen. Ich habe Angst. Ich habe Angst, dass sie zurück kommen.

Jetzt sieht man auch DEN RAUCHER an dem Spiegelfenster stehen. Er lehnt sich zu BLEVINS und flüstert ihm etwas zu, worauf BLEVINS nickt und zusammen mit dem DRITTEN MANN DEM RAUCHER aus dem Raum folgen.

WERBER: Sie brauchen keine Angst zu haben, Billy. Sie sind hier, damit wir Ihnen helfen können.

MULDER blickt sich durch das Spiegelfenster an. SCULLY sieht ihn ebenfalls an, obwohl sie weiß, dass er sie nicht sehen kann. Dann geht auch sie.


SECITON CHIEF BLEVINS' BÜRO
FBI HAUPTQUARTIER
WASHINGTON DC


BLEVINS sitzt an seinem Tisch, neben ihm der DRITTE MANN und ihm gegenüber SCULLY.

BLEVINS: Wovon wir gerade Zeuge wurden und das was wir Ihren Berichten entnehmen konnten, erscheint aus einer wissenschaftlichen Betrachtungsweise gänzlich unhaltbar, dessen müssen Sie sich bewusst sein.

SCULLY: Ja, Sir. Meine Berichte sind persönlich und subjektiv. Ich denke jedoch nicht, dass ich soweit ging, Schlüsse aus dem, was ich sah, zu ziehen.

DRITTER MANN: Oder was Sie nicht sahen, wie es in dem Fall zu sein scheint. Dieser... ähm... Zeitverlust... haben Sie den nun erlebt oder nicht?

SCULLY: Ich kann ihn nicht beweisen, nein.

BLEVINS: Was können Sie denn eigentlich beweisen, Agent Scully? Ich sehe kein Beweisstück, das die Notwendigkeit dieser Ermittlung rechtfertigt.

SCULLY: Es sind doch wohl Verbrechen begangen worden.

BLEVINS: Ja, aber wie sieht man in einem solchen Fall vor Gericht aus? Mit der unter Hypnose entstandenen Aussage eines jungen Mannes, der behauptet er würde Befehle einer außerirdischen Macht empfangen und zwar durch in Implantat in seiner Nase. Sie haben keine handfesten Beweise.

SCULLY steht auf, holt das Implantat aus ihrer Tasche und stellte es vor BLEVINS auf den Tisch.

SCULLY: Das hier ist der Gegenstand, der von Billy Miles als Kommunikationsgerät beschrieben wurde. Ich entfernte ihn aus der exhumierten Leiche.

BLEVINS hebt das Glasröhrchen auf und betrachtet es aus der Nähe.

SCULLY: Ich habe ihn in meiner Tasche aufbewahrt, deswegen wurde er als einziges Beweisstück nicht beim Brand zerstört. Ich habe einen Labortest durchgeführt, aber ich konnte das Material nicht identifizieren.

BLEVINS reicht das Implantat dem DRITTEN MANN.

BLEVINS: Agent Mulder? Was sagt der dazu?

SCULLY: Agent Mulder glaubt, dass wir nicht allein sind.

BLEVINS: (nickt leicht) Danke, Agent Scully, das wäre alles.

Als SCULLY das Büro verlässt, geht draußen im Gang DER RAUCHER an ihr vorbei. SCULLY dreht sich um und blickt ihm verwundert nach.


DANA SCULLYS APARTMENT


Abends. Die Uhr auf SCULLYS Nachttisch springt von 11.21 Uhr auf 11.22 Uhr. SCULLY liegt wach im Bett, als das Telefon klingelt.

SCULLY: Hallo?

MULDERS: (Stimme am Telefon) Scully? Ich bin's. Ich konnte nicht schlafen. Ich hab mit der Staatsanwaltschaft in Oregon gesprochen. Es gibt keinen Fall 'Billy Miles'. Unsere ganzen Berichte sind verschwunden. Wir müssen uns unterhalten, Scully.

SCULLY: Ja. Morgen. sie legt auf.


RAUM IM PENTAGON


DER RAUCHER geht einen langen Gang entlang, in dem rechts und links hohe, gefüllte Regale stehen. Er zieht eine der Kisten aus dem Regal hervor und nimmt einen Glasbehälter für mehrere kleine Objekte heraus. Er steckt das Röhrchen mit dem Implantat hinein und schiebt die Kiste zurück. Dann geht er weiter den Gang entlang auf die Kamera zu und verschließt hinter sich die Tür mit der Aufschrift:

"In Case Of Fire Or Emergency
Know Your Exits
PENTAGON
Evacuation Procedure"


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