1X20 Ein neues Nest (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


1X20 Ein neues Nest
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!

Stacheldraht umgibt ein große rötliches Gebäude. Beim Entlanggehen eines Korridors hört man Schreie, Jammern und leises Geschwätz. An den Türen sind Namensschilder befestigt mit Aufschriften wie "Maier L., Robbie" oder "Schalin, Scott" Unter jedem Namensschild befindet sich eine Öffnung, durch die das Essen für die Gefangenen geschoben wird. Bild stoppt bei einer Tür, auf dessen Namensschild Tooms, Eugene Victor" Ein Gesicht erscheint in der kleinen Tür. Böse, gelb leuchtende Augen blitzen heraus. Der Mann blickt den Gang entlang, ehe er seine Hand durch den Spalt schiebt. Er erreicht beinahe den Türgriff durch Wachsen seines Armes.Ein Mann und ein Sicherheitsbeamter gehen auf Tooms' Tür zu. Monte klopft an die Tür.

AARON MONTE: Eugene?

Er klopft erneut. Diesmal zweimal.

AARON MONTE: Eugene, hier ist Dr. Monte.

Als er keine Antwort erhält deutet er dem Sicherheitsbeamten, der daraufhin die Tür öffnet. Monte betritt den Raum.

AARON MONTE: Eugene, haben Sie geschlafen?

Tooms setzt sich auf.

EUGENE TOOMS: Nein.

AARON MONTE: Ich bin auf dem Nachhauseweg und wollte nur mal sehen, wie's Ihnen geht.

EUGENE TOOMS: Gut.

Monte setzt sich nieder

AARON MONTE: Schön. Sind Sie nervös wegen morgen? Keine Sorge. Ich weiß, dass Sie glauben, dass die Sie nicht rauslassen. Also, wie wär's wenn wir uns beide ein bisschen ausruhen. Wir sehen uns dann morgen vor Gericht.

Monte durchquert den Raum und nimmt seine Jacke.

AARON MONTE: Ein bisschen Daumendrücken kann nicht schaden.

Monte verlässt den Raum. Tooms hebt seinen Blick vom Boden. Seine Augen leuchten so gelb, wie vorhin. Langsam kreuzt er seine Finger.


Skinner sitzt an seinem Schreibtisch, Scully ihm gegenüber. Der Cigarette-Smoking Man steht rauchend hinter Skinner neben dem Fenster.

SKINNER: Agent Scully, wir haben Ihre Berichte gelesen und sind ehrlich gesagt unzufrieden. Regelwidriges Vorgehen, unhaltbare Indizien, anonyme Zeugen und wenig überzeugende Erkenntnisse unterstützt durch wage Meinung.

SCULLY: Sir, das Wesen dieser X-Akten Fälle schließt oftmals von vornherein konventionelle Untersuchungen aus.

SKINNER: Soll das heißen, Sie verlangen andere Maßstäbe für sich und Agent Mulder?

SCULLY: Nein, Sir.

SKINNER: Oder heißt das, dass Agent Mulder Sie davon abhält, ordnungsgemäß vorzugehen?

SCULLY: Nein, Sir. Ich würde nur vorschlagen, dass diese Fälle von jemandem überprüft werden, der Ihnen aufgeschlossen gegenübersteht.

SKINNER: Vielleicht sind Sie ja schon etwas zu aufgeschlossen.

SCULLY: Bei allen X-Akten Fällen, die von Agent Mulder und mir bis heute untersucht worden sind, haben wir eine Aufklärungsquote von annähernd 75%. Das liegt weit über der üblichen FBI-Quote.

SKINNER: Und das ist das Einzige, was Sie bis jetzt gerettet hat.

SCULLY: Darf ich fragen, Sir, was Sie darüber hinaus noch erwarten?

Skinner sieht zum Cigarette-Smoking Man, der aus dem Fenster sieht. Scully richtet ihren Blick ebenfalls auf den Cigarette-Smoking Man. Nach einigen Augenblicken sieht Skinner wieder Scully an.

SKINNER: Was ich erwarte, ist eine zunehmende Häufigkeit von Berichten und konventionellen Vorgehensweisen. Kurz gesagt, Agent Scully, haben Sie die Pflicht, sich in Zukunft an die Vorschriften zu halten.

SCULLY: Ich verstehe, aber ich fürchte, dass konventionelle Vorgehensweisen in diesen Fällen möglicherweise die Erfolgsquote mindern könnten.

Scully sieht dem Cigarette-Smoking Man zu, wie er seine Zigarette ausdrückt.


Man hört einen Richterhammer schlagen.

RICHTERIN: Im Namen des Staates Maryland wird dieses Gericht den psychischen Zustand von Eugene Victor Tooms überprüfen. Wir beginnen mit der Anhörung vom Gericht ernannten Gutachter. Dazu rufen wir jetzt Dr. Pamela Karetzky auf.

Eugene Tooms sitz an einem Tisch mit einer Frau, die vermutlich sein Anwalt ist. Ein Tisch mit drei Richtern steht in der Mitte des Raumes. Dr. Karetzky steht auf. Man sieht Mulder, der hinter ihr sitzt, wie er auf seine Uhr blickt.

DR. KARETZKY: Ich habe diverse diagnostische Verfahren an Mr Tooms durchgeführt, um irgendwelche organische physiologischen Störungen zu bestimmen. Ein EEG, eine Chromosomenanalyse und eine achsiale Computertomographie. Und die Ergebnisse waren alle negativ.

Es wird zu einem anderen Arzt übergeblendet, der von einem Blatt vorliest.

DR. COLLINS: Mr. Tooms hat kürzlich seinen Job verloren. Er wurde bis dann vom Gesundheitsamt von Baltimore als Hundefänger beschäftigt. Der Kündigungsgrund war die Verhaftung durch das FBI. Sein Angriff auf Agent Scully war, ich zitiere wörtlich "Frustration gerichtet gegen die falsche Person" Ende des Zitats.

Überblendung zu Dr. Aaron Monte.

AARON MONTE: Ich möchte Ihnen aus einer Unterhaltung vorlesen, die Mr. Tooms und ich in der Klinik geführt haben. Ich fragte ihn: Was würden Sie als erstes tun, wenn man Sie entließe? Er sagte: Ich würde versuchen, meinen alten Job wieder zu kriegen. Und ich fragte ihn: Wieso? Und er antwortete: Die Arbeit für das Veterinäramt gab mir das Gefühl, dass ich allen helfen konnte. Menschen und auch Tieren.

Mulder lehnt sich entrüstet in seinem Stuhl zurück. Monte klopft mit seinem Stift zu den betonten Wörtern.

AARON MONTE: Daraus ist klar zu ersehen, dass Mr. Tooms bereits gelernt hat, seine Gefühle zu artikulieren. Er kann seine emotionalen und kreativen Energien zielgerichtet steuern, beziehungsweise zurückhalten.

Tooms sieht Dr. Monte mit gelben Augen an. Man hört keinen Ton mehr und alles wird schwarzweiß außer Dr. Monte. Monte blickt Tooms an, der jedoch seinen Blick zu Boden senkt. Ton und Farbe werden wieder normal.

AARON MONTE: ...ganz genau, wie wichtig Selbstbeherrschung für ihn ist.

Tooms blickt erneut auf. Nun sind seine Augen wieder normal.

AARON MONTE: Ich bin daher der Meinung, dass Mr. Tooms ganz hervorragend auf die monatelange Behandlung, Therapie reagiert hat und sehe keinen Grund, warum er für gefährlich für sich selbst oder für irgendein Mitglied unserer Gesellschaft gehalten werden soll.

Mulder steht auf und hebt seine Hand, um zu schwören

FRAU: Schwören Sie, dass die Aussage, die Sie jetzt machen werden, die Wahrheit ist, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.

MULDER: Ich schwöre.

Mulder setzt sich.

STAATSANWALT MYERS: Da Sie als Gutachter für den Staat Maryland auftreten, könnten Sie uns Ihre Qualifikation nennen.

MULDER: Ich bin Special Agent des FBI und habe 3 Jahre für die Abteilung Verhaltensforschung Täterprofile von Serienkillern erstellt.

VERTEIDIGUNGSANWÄLTIN NELSON: Euer Ehren, ich weiß worauf er damit hinaus will. Darf ich das Gericht daran erinnern, dass Mr. Tooms nur wegen seines Angriffs auf Agent Scully unter psychiatrische Aufsicht gestellt wurde. Er ist weder angeklagt worden, noch hat ihn irgendein Beweisstück mit einem anderen Verbrechen in Verbindung gebracht.

RICHTERIN: Sie dürfen fortfahren, aber wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht.

Mulder sieht Scully, die sich im hinteren Teil des Raumes hinsetzt.

STAATSANWALT: Agent Mulder, soviel ich weiß, sollen Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen ein Täterprofil von Mr. Tooms entwickelt haben.

MULDER: Das stimmt.

STAATSANWALT MYERS: Bitte.

Er deutet Mulder, fortzufahren. Mulder zeigt einige Dias während er spricht. Das erste Bild zeigt eine Frau, die mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegt.

MULDER: Diese Morde sind über fast ein Jahrhundert verteilt. 19 Mordfälle, 5 jeweils alle 30 Jahre seit 1903 Alle sind in Baltimore geschehen. In jedem dieser Fälle wurde die Leber entnommen und vermutlich gegessen. Jedem Opfer wurde eine Art Trophäe gestohlen. Viele davon fand man in der Exeter Street 66. Wir wissen aus den Akten, dass ein Eugene Tooms schon seit 1903 in diesem Haus gewohnt hat. Demselben Jahr in dem dort ein Mann ermordet wurde.

Scully sieht zu Boden, wissend, dass das Gericht Mulder nicht ernst nimmt.

MULDER: Abgesehen von der Leberentnahme verbindet diese Fälle vor allen Dingen die unbestimmbare Stelle des Eindringens ins Haus. Die meisten Opfer wurden in Räumen gefunden, dessen Türen und Fenster von innen verschlossen waren.

Einige Dias zeigen verlängerte Fingerabdrücke.

MULDER: Diese verlängerten Fingerabdrücke, die an 7 von 19 Tatorten gefunden wurden, entsprechen denen von Eugene Victor Tooms.

Mulder macht eine Handbewegung zu Tooms hin.

RICHTERIN: Agent Mulder, sehen Sie sich seine Finger an, sehen Sie sich ihn an. Er soll 100 Jahre alt sein?

MULDER: Ich unterstelle, dass Eugene Tooms durch eine genetische Mutation in der Lage ist, seinen Körper zu deformieren und zu verlängern, um an seine Opfer heranzukommen und ihnen die Leber herauszureißen, um sich in seinem dreißigjährigen Winterschlafs davon zu ernähren. Er braucht noch ein Opfer, um diesen Zyklus zu vervollständigen.

Alle finden seine Theorie lächerlich. Man kann ein leises Murmeln im Hintergrund wahrnehmen.

VERTEIDIGUNGSANWÄLTIN NELSON: Euer Ehren.

MULDER: Eine vorläufige Untersuchung Tooms zeigte zum Zeitpunkt seiner Verhaftung Anomalien seiner Hüftknochen und seiner Muskulatur. Seine Anwältin hat weitere Untersuchungen verhindert.

STAATSANWALT MYERS: Danke, Mr. Mulder!

MULDER: Die Sicherheit anderer Menschen...

RICHTERIN: Frau Anwältin?

VERTEIDIGUNGSANWÄLTIN NELSON: Keine weiteren Fragen.

MULDER: Das ist ein seltenes abnormales menschliches Geschöpf, das nicht frei gelassen werden sondern untersucht werden sollte.

RICHTERIN: Sie dürfen sich setzen.

MULDER: Wenn Sie ich freilassen, wird er wieder töten. Er ist genetisch so programmiert.

Das Gericht beendet die Anhörung mit einem Schlag des Hammers. Schnitt zu Mulder der auf einer Bank im Gang sitzt. Scully geht zu Mulder hin.

MULDER: Hätten die mir eher geglaubt, wenn ich den grauen Anzug getragen hätte?

Scully setzt sich neben Mulder.

SCULLY: Mulder, Ihre Aussage eben klang etwas eigenartig.

MULDER: Ist doch egal, wie es geklungen hat, solange es die Wahrheit war.

Scully seufzt.

MULDER: Und wo waren Sie? Ihre Aussage war wichtig.

SCULLY: Ich war in einer Besprechung mit Direktor Skinner.

MULDER: Und was wollte er?

SCULLY: Er wollte mich an meine Pflichten erinnern.

Die Tür wird geöffnet und der Staatsanwalt kommt in den Gang.

STAATSANWALT: Sie sind fertig.

Zurück im Verhandlungsraum stehen Tooms und sein Anwalt. Mulder und Scully sitzen im hinteren Teil des Raumes.

RICHTERIN: Es ist die Auffassung dieses Gerichtes, dass Eugene Victor Tooms vom heutigen Tag an aus dem Druid Hill Sanatorium entlassen werden soll.

Tooms lächelt, Mulder hingegen seufzt.

RICHTERIN: Das Gericht erlässt außerdem folgende Auflagen: 1. Er verbleibt unter der Aufsicht von Dr. Aaron Monte. 2. Dass er seine Arbeit beim Veterinäramt wieder aufnimmt und 3. Dass er von jetzt an im Haus von Mrs. und Mr. Arlan Green wohnen wird ...

Tooms wendet sich zu Mr und Mrs. Arlan Green.

RICHTERIN: ... und an einem Programm zur Wiedereingliederung von Patienten aus Druid Hill in die Gesellschaft teilnimmt. Mr Tooms? Verstehen und akzeptieren Sie diese Auflagen?

TOOMS: Ja, euer Ehren.

RICHTERIN: Wunderbar. Dann dürfen Sie jetzt gehen.

Die Verhandlung wird beendet. Mulder und Scully kommen aus dem Verhandlungsraum heraus.

MULDER: Ich werde ihn im Auge behalten.

SCULLY: Mulder, so warten Sie doch.

MULDER: Er tötet wieder und zwar bei der ersten Gelegenheit. Aber die alten Leute wird er nicht umbringen. Das wäre zu offensichtlich. Tooms konnte sein Geheimnis nur 200 Jahre bewahren, weil er vorsichtig war. Betrachten Sie ihn als Tier, das nur tötet, wenn es Hunger hat oder sich selbst verteidigt. Wenn er einen Versuch unternimmt, werde ich da sein und ihn aufhalten.

Sie bleiben stehen.

SCULLY: Gut, dann helfe ich Ihnen, ihn zu überwältigen.

MULDER: Nein, ich werde ihn beobachten. Wenn die jetzigen Beweise nicht ausreichen, müssen Sie eben versuchen, ihm die früheren Morde nachzuweisen.

SCULLY: Aber das war vor 30 und 60 Jahren.

MULDER: Es gibt keine Verjährung bei Mordfällen.

SCULLY: Mulder, das heißt doch nichts anderes, als dass ich schon wieder unorthodoxe Methoden anwenden soll.

MULDER: Hören Sie, Scully, falls Ihnen das widerstrebt, weil sie nicht daran glauben, werde ich das respektieren, aber falls Sie sich aufgrund bürokratischem Druck verweigern, dann hat man Ihnen schon das Fell über die Ohren gezogen.

Tooms kommt, gefolgt von Mr und Mrs Green, aus dem Verhandlungszimmer. Tooms verlangsamt sein Tempo etwas, als er an Mulder und Scully vorbeigeht. Er lächelt sie an. Dann gehen sie weiter den Gang entlang.

MR GREEN: Na, dann machen wir uns mal auf den Nachhauseweg. Ich hoffe, dass es Ihnen komfortabel genug ist, Eugene. Das Hinterzimmer ist zwar klein, aber ich bin mir sicher, dass Sie sich da irgendwie hinein quetschen können.

TOOMS: Da bin ich mir ganz sicher.


Tooms steigt aus dem Wagen des Baltimore Veterinäramtes, geht zur Rückseite, nimmt einen Müllbeutel aus dem Kofferraum, zieht sich Plastikhandschuhe an, geht ein Stück die Straße hinunter und hebt dann eine Ratte auf. Er wirft die Maus in den Beutel und legt den Sack wieder zurück ins Auto. Er schleckt den Handschuh dort ab, wo er die Ratte berührt hat. Er schlägt die Autotüre zu und geht wieder zur Vorderseite des Wagens. Bevor er einsteigt, sieht er sich auf der Straße um. Sein Blick fällt auf eine Frau, die sich gerade an einem Stand Tee kauft. Sein Atem wird schneller und der Ton wird ausgeblendet. Sein Augen werden gelb. Als die Frau wieder weitergeht, geht er direkt auf sie zu. Alles wird schwarzweiß bis auf diese Frau. Er knurrt, doch plötzlich stellt sich Mulder in sein Blickfeld. Tooms knurrt ihn an.

MULDER: Entschuldigen Sie mal, ...

Tooms Augen werden wieder normal.

MULDER: ... haben Sie vielleicht meinen Hund gesehen?

Tooms geht zu seinem Wagen zurück und öffnet die Tür.

MULDER: Es ist ein norwegischer Elchhund. Sein Name ist Heinrich. Ich jage mit ihm amerikanische Elche.

MULDER: Tooms steigt ein und fährt davon. Mulder sieht ihm nach.


Detective Briggs liest eine Zeitung mit der Schlagzeile: "Verdächtiger von Serienmorden festgenommen" Unter der Schlagzeile ist ein Bild von Tooms. Briggs knüllt die Zeitung zusammen und wirft sie auf den Boden. Er streicht sich über die Stirn und seufzt. Scully steht im Hintergrund.

BRIGGS: Wenn Tooms jetzt davonkommt, dann werden Sie, wenn er das nächste Mal jemanden umbringt , schon fast in meinem Alter sein.

SCULLY: Detective Briggs, Sie haben und schon mal sehr geholfen. Jetzt müssen wir beweisen, dass Tooms in die Morde verwickelt war, die Sie vor 30 Jahren untersucht haben. Dieser Fall hat Sie Ihr halbes Leben lang begleitet.

Sie geht zu ihm hin und setzt sich hin.

SCULLY: Es muss da so etwas wie eine Verbindung zwischen den Opfern geben. Natürlich kennen wir alle Hinweise zur Genüge, aber könnte es nicht vielleicht eine ganz kleine Ungereimtheit unter diesen Hinweisen geben?

BRIGGS: Es gab da etwas, das mir nie ins übliche Schema gepasst hat. Alle Opfer, die ich 1963 untersucht habe, wurden am Tatort gefunden, die Leber war herausgerissen, bei allen fünf.

SCULLY: Genau wie bei den letzten vier Mordopfern.

Briggs fährt in seinem Rollstuhl zu seinem Bett auf dem eine Kiste steht.

BRIGGS: Als ich Sheriff war während des Powhatan Mill Falles von 1933 wurden nur vier der Opfer am Tatort gefunden. Es gab jedoch eine fünfte Person, die zwar vermisst, aber nie gefunden wurde.

Scully geht zu Briggs, der ein Glas mit einem Stück einer Leber aus der Box holt. Das Glas hat die Aufschrift "Evidence".

BRIGGS: Aber das hier wurde auf dem Gelände des Chemiewerks Ruxton gefunden, als es gebaut wurde.

Briggs gibt Scully das Glas, die sich mit diesem niedersetzt.

BRIGGS: Und das gehört nicht zu den anderen Opfern.

SCULLY: Das ist noch kein Beweis, dass es jemandem gehört, der von Tooms ermordet wurde.

BRIGGS: Ich bin mir ganz sicher, dass Tooms dieses Opfer deswegen versteckt hat, weil etwas an diesem Leichnam beweisen konnte, dass er der Mörder gewesen ist.

SCULLY: Warum sind Sie so überzeugt davon?

BRIGGS: Ich ahne das. Ich habe dafür einen Riecher. Man muss seinen Instinkten vertrauen.

SCULLY: Und was sagt Ihnen Ihr Instinkt darüber, wo Tooms die Leiche vergraben hat?

BRIGGS: Er vergrub Sie in dem Zement, das für das Fundament des Chemielabors verwendet wurde.

Ein Mann mit einer Art Scanner fährt eine Maschine über den Boden. Am anderen Ende des Raumes steht eine andere Maschine, die etwas ausdruckt. Der Stein des Bodens wird auf einem Bildschirm angezeigt. Scully und Briggs sind hinter dem Mann, der den Bildschirm beobachtet und sich Notizen auf dem Ausgedruckten macht.

SCULLY: Die Radarstrahlen durchdringen den Boden. Sie reflektieren ungewöhnliche Gegenstände oder Aushöhlungen.

BRIGGS: Es zeigt Ihnen also, wo die Leiche ist.

SCULLY: Nun, es signalisiert gewisse Unregelmäßigkeiten und dann versucht jemand mit der nötigen Erfahrung zu differenzieren, ob das Signal ein Körper oder ein Stein ist oder nur ein Hohlraum.

BRIGGS: Sie differenzieren?

SCULLY: Mm-hmm.

BRIGGS: Sie meinen also, er rät?

SCULLY: Na ja, er hat das Raten wenigstens gelernt.

Scully geht zu dem Mann an der Maschine.

SCULLY: Wie kommen Sie voran?

ARBEITER: Es ist wirklich schwer zu sagen. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten, aber...und bei keiner bin ich mir absolut sicher.

Die Stimme des Mannes wird leiser, als Briggs durch die Abteile fährt. Er bleibt an einem bestimmten Platz stehen.

BRIGGS: Es ist hier. Hallo!

ARBEITER: Was ist denn?

BRIGGS: Es ist hier. Es ist genau hier.


Tooms wirft eine Katze in einen Plastiksack. Als er sich erhebt, geht ein Mann in einem blauen Anzug an ihm vorbei. Tooms dreht sich um, um den Mann zu sehen. Er setzt sich in den Kofferraum seines Autos und sieht den Mann an. Tooms Augen werden wieder gelb und erneut wird der Ton ausgeblendet und nur der Mann wird farbig dargestellt. Tooms schlägt die Autotür zu, blickt dem Mann, der in seinen Wagen einsteigt, jedoch noch durch die Scheibe nach.


Ein Mann öffnet das Fundament mithilfe eines Presslufthammers an der Stelle die Briggs angezeigt hat. Scully, Briggs und ein paar andere Männer sehen zu. Sie haben alle Ohrenschützer und spezielle Brillen auf. Der Mann hört auf zu bohren und ein anderer Mann bläst mit einem Luftschlauch den Schutt weg.

MANN: Agent Scully, sehen Sie sich das an.

Scully nimmt ihre Ohrenschützer und ihre Brille ab und geht zu der Stelle. Scully bückt sich und kehrt den Staub mit einem kleinen Besen weg. Briggs fährt ebenfalls zu dem Loch. Bei näherer Betrachtung kann man drei menschliche Fingerknochen erkennen. Einer davon ist mit einem Silberring bestückt.


Der Mann im blauen Anzug kommt zuhause an, nach ihm bleibt Tooms mit seinem Wagen stehen, gefolgt von Mulder. Im Inneren des Hauses sitzt der Mann, Frank Ranford, in einem Pullover an seinem Computer. Seine Frau, Christine Ranford steht neben ihm.

CHRISTINE RANFORD: Der kleine Daumenlutscher schläft endlich. Ich seh' im Bett noch ein bisschen fern.

FRANK RANFORD: Ist gut.

Christine Ranford verlässt den Raum. Draußen kann man einen Hund bellen hören. Mulder schläft in seinem Auto, doch ein vorbeifahrendes Auto lässt ihn aus seinem Schlaf erwachen. Er blickt auf seine Uhr und steigt aus dem Auto. Er geht zu Tooms' Auto und scheint mit seiner Taschenlampe in das Innere des Wagens. Er geht zur Rückseite des Wagens, öffnet die Wagentür und leuchtet hinein. Er sieht sich draußen um, läuft dann zum Haus. Unter dem Wagen wird ein Gullideckel geschlossen. Im Badezimmer des Hauses bindet Christine Ranford ihre Haare zusammen. Sie schneuzt sich und geht zur Toilette. Als sie hinein blickt, sieht sie, dass das Wasser grün ist und Blasen wirft. Mulder schleicht um das Haus. Im Badezimmer versucht Christine die Toilette zu reinigen. Sie spült hinunter, während das Baby zu schreien beginnt.

CHRISTINE RANFORD: Ich komme schon, mein Schatz.

Sie verlässt das Badezimmer. Das Seil, das sie zuerst benutzt hat, wird in die Kloschüssel gezogen. Frank arbeitet noch immer an seinem Computer. Christine kommt zurück in das Badezimmer. Sie hat noch Handschuhe an.

CHRISTINE RANFORD: Na großartig.

Sie will das Seil herausziehen, doch es wird von der Gegenseite angezogen. Nachdem sie am Seil gerissen hat, zieht sie es ganz heraus. Sie will den Raum verlassen, geht jedoch noch einmal zurück um die Kindersicherung umzulegen. Man sieht Mulder draußen, wie er sich umsieht und Frank, wie er etwas an seinem Computer schreibt. Tooms schlicht um das Haus. Durch Veränderung seiner Finger ist es ihm möglich, sie durch einen schmalen Spalt zwischen Fenster und Fensterrahmen zu stecken. Er öffnet das Fenster. Als Frank weiter an etwas arbeitet, gelingt es Tooms, der voller Schleim ist, sich zwischen den Eisenstangen des Fenster hindurch in das Haus zu gelangen. Während er vom Tisch zu seiner Beute geht, knurrt er mehrere Male. Er beobachtet Frank, als dieser ein Blatt Papier aus seiner Schreibtischschublade nimmt. Alles außer Frank Ranford wird schwarz weiß. Das einzige was wir hören können, ist Tooms schwerer Atem. Frank sitzt sich wieder an seinen Computer. Mulder, der noch immer draußen nach etwas sucht, kann Fingerabdrücke an dem Fenstersims erkennen. Er läuft zu der Haustüre und klopft an. Christine ruft ihren Mann.

CHRISTINE RANFORD: Kannst du mal hingehen und die Tür aufmachen?

Frank seufzt und schließt die Tür hinter sich. Er geht hinunter und zieht den Vorhang weg, um durch die Tür nach draußen sehen zu können. Mulder steht vor der Tür, seine Dienstmarke in der Hand.

MULDER: F.B.I.

Frank öffnet die Tür.

MULDER: Ich vermute einen Eindringling in Ihrem Haus.

FRANK RANFORD: Was?

Mulder betritt den Raum, in dem zuerst Frank Ranford gearbeitet hat. Frank und Christine Ranford folgen ihm. Frank zeigt auf das offene Fenster.

FRANK RANFORD: Jemand hat das Fenster geöffnet.

Mulder geht zu dem Fenster und leuchtet mit seiner Taschenlampe nach draußen. Er blickt hinunter zum Fenstersims und sieht die selben Fingerabdrücke, wie vor einigen Minuten. Diesmal zeigen sie nach draußen. Er läuft aus dem Haus und sieht, dass Tooms' Wagen verschwunden ist.


Doctor Plith und Scully betreten den Raum, in dem sich das Stück des Zement mit dem Skelett befindet, das nun vollkommen freigelegt wurde.

DR. PLITH: Ich vermute, dass das Todesjahr in der Mitte der Dreißiger liegt. Die ganze vordere Oberfläche des rechten Oberschenkels ist grün. Das deutet auf einen langfristigen Kontakt mit Kupfer hin. Also haben wir uns auf diese Gegend konzentriert und alte Pennies gefunden.

Die beiden gehen zu einem Schreibtisch, auf dem einige Pennies liegen, die Dr. Plith Scully zeigt.

DR. PLITH: 1933, '31, 1933.

SCULLY: Können Sie die Todesursache feststellen? Mein Instinkt sagt mir, dass ein Begräbnis in Zement Mord ist.

DR. PLITH: Nein, ich habe bisher noch keinen Beweis für Mord gefunden. Es gibt da Nagespuren in der Nähe der Rippen, aber das waren vielleicht irgendwelche Ratten bevor der Körper einzementiert wurde. Wir müssen leider mehr von den Überresten sehen, um die Todesursache feststellen zu können. Wie Sie wissen, ist das ein langwieriger und aufwendiger Prozess. Ich hab da eine Kleinigkeit ausprobiert. Ein bisschen verfrüht, wenn wir uns an die Vorschriften halten.

SCULLY: Dann behalten wir es eben solange für uns.

DR. PLITH: Danke, das finde ich gut.

Dr. Plith geht zu einem Computer, Scully folgt ihm.

DR. PLITH: Der alte Mann, Mr. Briggs, er hat mir ein Photo von der 1933 verschwundenen Person gegeben, bei der es sich höchstwahrscheinlich um unser Mordopfer handelt. Ich habe mithilfe des Computers eine, auf den Schädeldaten basierende Gesichtsprojektion angefertigt.

Er hält ein Photo eines Mannes mit einer Brille in die Höhe.

DR. PLITH: Also, das ist zwar nicht offiziell, aber das Skelett war diese Person.

Er zeigt Scully nun ein Bild, auf welchem eine Gesichtshälfte den Mann auf dem Photo zeigt, die andere Hälfte zeigt das Skelett. Die beiden Gesichter scheinen zusammen zu passen.


Mulder sieht sich das Bild an. Er sitzt auf dem Fahrersitz, Scully neben ihm.

MULDER: Das genügt nicht. Das führt uns nicht zu Tooms

SCULLY: Es ist wenigstens ein Anfang.

Mulder nickt. Scully blickt auf die verschiedenen Pizzaschachteln und andere Essensbehälter im Auto.

SCULLY: Mulder, die Luft hier drin wird immer dicker, finden Sie nicht?

Mulder greift in ein Handschuhfach und holt einen Duftbaum heraus und entfernt die Folie. Er hält es in die Höhe-

MULDER: Pinienfrische.

Er riecht daran, dann hält er es Scully vor die Nase.

SCULLY: Uhhh.

Mulder hängt den Baum an den Rückspiegel. Er holt tief Luft.

MULDER: Besser?

Er atmet aus. Scully lächelt ihn an.

MULDER: Tooms ist den ganzen Tag nicht aus dem Haus gegangen. Ich hab mir ein ganzes Spiel der Phillies angehört und vier Stunden Ba-Ba-Booey. Und als es dunkel wurde, ging ich mal kurz um den Block. Haben Sie an das Sandwich für mich gedacht?

Scully greift nach einem Papiersack und holt ein Sandwich heraus.

SCULLY: Es ist Leberwurst.

MULDER: Ha-ha.

Er entfernt die Folie.

SCULLY: Eine ordnungsgemäße Überwachung erfordert zwei Paar Agenten, von denen das eine das andere nach zwölf Stunden ablöst.

MULDER: Artikel 30, § 8.7

SCULLY: Es geht hier überhaupt nicht um die Vorschriften, sonder darum, dass Sie seit über drei Tagen auf den Beinen sind. Irgendwann können Sie sich nicht mehr konzentrieren und Ihr Verletzungsrisiko steigt sprunghaft an.

MULDER: Eine Anforderung weiterer Agenten zu seiner Beobachtung würde abgelehnt werden, weil wir keinen Grund haben.

SCULLY: Dann bleibe ich hier und Sie gehen sich ausschlafen.

Mulder seufzt.

MULDER: Die haben vor, die X-Akten

zu schließen, Scully. Ich weiß nicht, warum, aber jeder Vorwand reicht ihnen. Wie meine Personalakte aussieht, ist mir ziemlich egal, aber Sie können schon Ärger kriegen, weil Sie in diesem Auto sitzen. Ich hasse den Gedanken, dass Sie meinetwegen eine offizielle Abmahnung bekommen.

Scully seufzt.

SCULLY: Fox...

Als Mulder lacht, sieht Scully ihn an.

MULDER: Ja, ich hab sogar meine Eltern gebeten, mich Mulder zu nennen - Mulder.

SCULLY: Mulder, ich würde mich für niemanden in Gefahr bringen außer für Sie.

Die beiden sehen sich an.

MULDER: Wenn das Eistee in diesem Beutel ist, könnte es Liebe werden.

Sie nimmt das Getränk heraus.

SCULLY: Sie haben Pech, Mulder, es ist Bier.

Sie gibt ihm die Dose. Mulder seufzt gespielt laut.

SCULLY: Sie drehen schon durch. Gehen Sie nachhause und schlafen Sie ein bisschen.

Mulder gibt ihr das Sandwich.

MULDER: Hier, nehmen Sie mein Sandwich. Ich hab nur ein Mal abgebissen. Sie werden es noch brauchen, glauben Sie mir. Und rufen Sie mich an, falls irgendetwas passieren sollte. Ich komme sofort.

Scully will aus dem Wagen aussteigen.

MULDER: Ach, um halb zwölf gibt's auf Radiosender 790 Pete Rose Late Night Sporttalkshow.

Er nickt Scully lächelnd zu. Scully, zweifelnd lächelnd, steigt aus dem Wagen und geht zu ihrem eigenen.

SCULLY: Ich kann's kaum erwarten.

Mulder startet seinen Wagen. Scully steigt in ihr Auto und sieht auf das Sandwich.


Mulder liegt in seiner Wohnung schlafend auf der Couch. Im Fernsehen läuft gerade "Die Fliege". Ein Mann betritt mit einem schwarzen Tuch über dem Gesicht die Wohnung einer Frau.

FRAU IM TV: Jetzt ist alle wieder gut, nicht wahr? Nun bist du wieder in Ordnung. Nun wird alles wieder.

Sie zieht dem Mann das Tuch herunter. Darunter verbirgt sich ein Fliegenkopf, der den Kopf des Mannes ersetzt. Die Frau beginnt zu schreien. Mulder schläft ruhig weiter. Man hört Quietschen, als eine Schraube des Lüftungsschachts in Mulders Wohnung von außen heraus geschraubt wird.

FRAU IM TV: Nein, nein, nein!!!!

Die Schraube fällt zu Boden. Die nächste wird heraus geschraubt. Als Mulder erwacht, hört das Schrauben auf, fängt aber wieder an, als Mulder erneut einschläft. Die nächste Schraube fällt zu Boden. Einige Augenblicke später kommt Tooms herein und blickt auf Mulder, Tooms Augen leuchten gelb. Er legt einen Finger auf seine Wange, auf der Blut herabfließt. Er verschmiert das Blut mit seinem Finger. Er knurrt.


Tooms sitzt auf einem Behandlungsstuhl in einem Krankenhaus. Ein Detektive schreibt sich Notizen auf, als eine Ärztin Tooms untersucht.

DETECTIVE: Er wurde bewusstlos auf der Straße gefunden.

ÄRZTIN: Er ist schlimm verprügelt worden. Quetschungen, mehrere Bisswunden und sie Schulter ist ihm ausgekugelt worden. Lassen Sie seine Wunden verbinden und röntgen.

PFLEGER: Ja.

Die Ärztin blickt Tooms ins Gesicht. Sein Gesicht ist an manchen Stellen voller Blut. Ein Fußabdruck zeichnet sich ebenfalls ab.

ÄRZTIN: Er hat einen Fußtritt gegen das Liefer bekommen. Es könnte gebrochen sein. Da ist ein Schuhabdruck.

DETECTIVE: Davon möchte ich ein Photo haben. Vielleicht finden wir den passenden Schuh dazu.

ÄRZTIN: Wissen Sie, wer Ihnen das angetan hat?

Tooms bewegt seine Lippen, doch man kann seine Worte nicht verstehen. So beugt sich die Ärztin näher an Tooms heran.

TOOMS: Das war FBI-Agent Fox Mulder.

ÄRZTIN: Wir kommen gleich wieder, Mr Tooms.

Sie und der Detective verlassen den Raum. Sie bleiben vor dem Zimmer stehen und blicken durch eine Glasscheibe hinein.

ÄRZTIN: Er sagt, es war ein FBI-Agent namens Mulder.

DETECTIVE: Also sagen Sie nun, ist er wahnsinnig oder nur schizophren?

ÄRZTIN: Ich hab ihn zwar nur flüchtig untersucht, aber darauf deutet nichts hin.

Tooms bewegt sein Schulter und man hört ein Geräusch, als er die Schulter wieder eingerenkt hat. Er lächelt.


Mulder wird geweckt, als jemand an seiner Haustüre klopft. Er steht auf und öffnet die Tür. Der Detective zeigt ihm seine Marke.

DETECTIVE: Agent Mulder.

MULDER: Ja.

Der Detective und ein Polizist betreten Mulders Wohnung. Der Detective zeigt dem Polizist, dass er den hinteren Teil des Raumes untersuchen soll, wo die Couch steht.

MULDER: Was ist denn los?

Mulder folgt dem Polizist, der ein Paar Turnschuhe in die Höhe hält.

MULDER: Was soll das bedeuten?

DETECTIVE: Agent Mulder, ziehen Sie sich was an. Sie stecken in Schwierigkeiten.

Der Polizist und der Detective verlassen den Raum. Als Mulder ihnen folgen will, tritt er auf etwas Metallenes. Er beugt sich zum Boden und hebt eine Schraube auf. Er blickt auf den Lüftungssschacht und erkennt, dass eine Schraube fehlt.


Skinner geht von der Tür seines Büros zu seinem Schreibtisch, vor dem Mulder und Scully sitzen. Im Hintergrund sitzt der CSM.

SKINNER: Das sind ernste Anschuldigungen, Agent Mulder.

MULDER: Ein guter Gerichtsmediziner würde wissen, dass es nicht nur einen Schuhabdruck gibt, sondern auch einen Aufschlagpunkt des Fußes von innerhalb. Eine Tiefenanalyse von Tooms Verletzungen würde zeigen, dass mein Fuß zur Zeit des Aufschlags nicht in diesem Schuh war.

SKINNER: Wollen Sie damit sagen, dass Tooms Sie verleumdet?

MULDER: Natürlich.

SKINNER: Wenn Sie tatsächlich rund um die Uhr mit einer nicht genehmigten Beobachtung von Tooms beschäftigt waren, wie könnte er da überhaupt an Ihren Schuh gelangen, ohne dass Sie ihn gesehen haben?

MULDER: Ja, also ich ....

Scully unterbricht ihn, als er weiterreden will.

SCULLY: Sir, ich war auch an dieser ungenehmigten Aktion beteiligt und Agent Mulder hat mich in dem Moment über die Lage informiert, als Tooms ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Agent Mulder kann es nicht gewesen sein, weil wir zusammen waren.

SKINNER: Agent Scully, Sie würden mich doch nicht belügen, oder?

SCULLY: Eigentlich habe ich erwartet, dass Sie mir dasselbe Vertrauen entgegenbringen, wie ich Ihnen.

SKINNER: Agent Scully. Darf ich Sie bitten, mich mit Agent Mulder alleine zu lassen?

Scully blickt Mulder von der Seite an, seufzt und verlässt den Raum. Der CSM zündet sich eine neue Zigarette an. Skinner steht auf, nimmt seine Brille ab und geht rund um den Schreibtisch zu Mulder.

SKINNER: Fox, Sie sind einer der besten, beeindruckendsten Agenten in der fast sechzigjährigen Geschichte dieser Institution.

Er setzt sich neben Mulder.

SKINNER: Ich meine, wir haben schon über Sie gesprochen als Sie noch an der Akademie waren. Nur finden heute die meisten von uns, dass Sie Ihr Talent an den X-Akten verschwenden. Wir respektieren ja durchaus, dass Ihre Hauptinteressen diesem Gebiet gilt, aber wenn diese Fälle so viel Stress verursachen, dass sich nicht nur Sie unangemessen verhalten, sondern auch Ihnen nahe stehende Agenten, dann möchte ich Ihnen raten, sich eine Weile zurückzuziehen. Lüften Sie den Kopf aus. Machen Sie Urlaub und fahren Sie irgendwo hin, wo's schön ist.

MULDER: Das ist ja die Idee.

Er blickt Skinner mit einem leicht sarkastischen Blick an.

MULDER: Danke für Ihren guten Rat.

Skinner sieht zum CSM, steht seufzend auf, geht zurück zu seinem Schreibtisch und setzt sich seine Brille wieder auf.

SKINNER: Gehen Sie bloß nicht in die Nähe von Eugene Tooms.

Mulder steht auf und geht zur Tür.

SKINNER: Mulder...

Mulder bleibt stehen.

SKINNER: Das war nahe dran. Noch mehr und tausend Freunde im Capitol werden Ihnen nicht mehr helfen können.


Mulder sieht sich zusammen mit Scully ein Röntgenbild von Tooms' Kiefer an.

SCULLY: Das sind Eugene Tooms Zahnröntgenbilder aus dem Druid Hill Sanatorium. Ihr Sandwich von gestern Nacht brachte mich auf eine Idee. Dr. Plith erwähnte, dass er Nagespuren an den Rippen gefunden hat und zwar ganz in der Nähe der Leber.

Die beiden gehen zu dem Skelett im Beton.

SCULLY: Weitere Freilegungen offenbarten noch deutlichere Bissspuren menschlicher Zahnabdrücke.

MULDER: Tooms wird sich einem Gebissabdruck nie freiwillig unterziehen.

Scully geht zu Dr. Plith, der an einem Computer arbeitet. Mulder folgt ihr.

SCULLY: Diese Software kann ein ziemlich genaues dreidimensionales Modell von Tooms' Mund nach seinen Röntgenaufnahmen kreieren.

Auf dem Computerbildschirm erscheint ein dreidimensionales Bild der Zähne von Tooms, gefolgt von einem Bild der Bissspuren an der Leiche.

DR. PLITH: Wir haben hier auch die Bissspuren von der Rippe des Opfers.

Er zeigt ihnen die Bissspuren auf dem Monitor. Nachdem er einige Knöpfe gedrückt hat, fügen sich die Zähne in die Bissspuren.

DR. PLITH: Sie passen genau.


Tooms sitzt an einem Tisch der in seinem Zimmer steh und zerreißt Zeitungen in Streifen. Er unterbricht seine Handlung als es an der Tür klopft. Arlan Green öffnet die Tür und betritt gefolgt von Dr. Monte Tooms' Zimmer.

ARLAN GREEN: Eugene, hier ist Dr. Monte.

AARON MONTE: Hallo, Eugene. Ich wollte nur mal vorbeischauen, um zu sehen, wie's Ihnen geht.

ARLAN GREEN: Susan und ich gehen heute Abend aus.

Arlan Green schüttelt Monte die Hand.

AARON MONTE: Danke.

Arlan Green verlässt das Zimmer.

AARON MONTE: Schönes Zimmer, sehr hübsches Zimmer. Wie fühlen Sie sich?

Tooms Atem wird schneller. Die Farben verschwinden aus Tooms Zimmer und Dr. Monte ist nicht mehr zu hören. Monte setzt sich aufs Bett. Plötzlich wird alles wieder normal.

AARON MONTE: Was machen Sie mit den Zeitungsstreifen? Wollen Sie etwa Pappmaschee machen?

EUGENE TOOMS: Ja.

AARON MONTE: Das ist ja phantastisch. Wundervoll. Ich hatte keine Ahnung, dass Sie sich für Kunst interessieren.

Tooms steht auf.

EUGENE TOOMS: Kunst ist sehr schön.

AARON MONTE: Das finde ich auch. Ich bin wirklich sehr stolz auf Sie.

Tooms geht zur Tür. Seine Augen leuchten gelb.

AARON MONTE: Wissen Sie, Kunst kann vielleicht ein Fenster zu Ihren Gedanken und Gefühlen öffnen. Was machen Sie da, Eugene?

Tooms schließt die Tür.

AARON MONTE: Eugene, geht's Ihnen nicht gut?

Man hört einen kurzen Schrei, einen Schlag und einen langen Schrei.


Mulder und Scully fahren vor Tooms' Haus, steigen aus und Mulder klopft an die Tür. Als keiner antwortet betritt er das Haus. Sie gehen in Tooms' Zimmer. Mulder versucht, das Licht einzuschalten, es funktioniert aber nicht. Mulder holt seine Taschenlampe hervor. Man sieht eine blutige Hand, die auf der Lehne eines Stuhles liegt.

MULDER: Das macht fünf.

Er geht hinüber zum Tisch und hebt ein Stück blutiges Zeitungspapier auf.

MULDER: Er baut sich ein Nest. Dreißig Jahre Winterschlaf.

SCULLY: Und wo wird er ihn halten?

MULDER: Da wo er ihn während der letzten neunzig Jahre gehalten hat. In der Exeter Street 66.

SCULLY: Nein, da kann er nicht hin. Die haben das Mietshaus, in dem er gewohnt hat, abgerissen.

MULDER: Was steht denn jetzt da?


Ein riesiges Einkaufszentrum mit dem Namen "City Square" erstreckt sich nun an dem Platz, an dem früher das Mietshaus stand. Ein Sicherheitsbeamter öffnet für Scully und Mulder die Türe.

MULDER: Danke.

Die beiden gehen durch das dunkle Einkaufszentrum, beide mit Taschenlampen in der Hand.

MULDER: Er muss hier irgendwo sein.

SCULLY: Wenn es ihn aus irgendeinem Grund an diesen Ort zieht, dann ist sein Nest ungefähr da zu finden, wo auch schon das vorherige Nest war.

Sie bleiben stehen.

SCULLY: Hier ist die Stelle. Es gibt noch eine Lagerhalle im zweiten Stockwerk.

Mulder geht ein Stück die Rolltreppe hinauf, bleibt dann stehen, dreht sich um und leuchtet Scully ins Gesicht.

SCULLY: Was ist?

Mulder scheint auf Tür, die unter die Rolltreppe führt. Sie öffnen die Tür.

SCULLY: Da ist ja gerade mal Platz genug für einen.

Scully will sich ihre Jacke ausziehen, um nach unten zu klettern, da hält Mulder sie zurück.

MULDER: Sie fangen dann den nächsten Mutanten.

Mulder zieht sich seinen Anzug und seine Krawatte aus, öffnet die obersten Knöpfe seines Hemdes, steckt seine Waffe in den Halter, nimmt die Taschenlampe in die Hand und klettert nach unten. Er leuchtet mit seiner Taschenlampe den Gang entlang. Er nimmt seine Waffe in die Hand und schlängelt sich weiter entlang. Am Boden sieht er einige Tropfen einer gelblichen Substanz aus den Zeitungsstreifen.

SCULLY: (von außen) Mulder?

Scully scheint mit ihrer Taschenlampe auf den Boden, bei dem Versuch Mulder zu sehen. Am Ende des Ganges stößt Mulder auf das Nest. Mulder inspiziert das Nest genauer, dabei entdeckt er ein kleines Loch. Plötzlich kommt eine Hand aus dem Nest, die versucht Mulder hineinzuziehen. Mulder lässt seine Waffe fallen und versucht sich zu wehren. Er kann sich losreißen, jedoch kommt Tooms aus seinem Nest heraus, nackt, gelbe Augen und voller Schleim.

SCULLY: Mulder?

Tooms greift nach Mulder, doch dieser kann ihn abwehren. Mulder

kriecht schnell denn Gang entlang, dicht gefolgt von Tooms. Mulder kommt zur Öffnung und Scully streckt ihm ihre Hand entgegen.

SCULLY: Mulder! Mulder, hier, greifen Sie meine Hand. Kommen Sie. Mulder, was ist denn da los?

Bevor Mulder nach Scullys Hand greifen kann, packt Tooms ihn am Fuß und zeiht ihn wieder hinein. Mulder schlägt Tooms mit dem Fuß ins Gesicht und damit weiter zurück in den Gang. Er nimmt nun Scullys Hand. Scully zieht ihn hoch, doch auch Tooms versucht aus dem Koch zu kommen. Mulder drückt schnell den Knopf, der die Rolltreppe einschaltet. Tooms schreit, während er hineingezogen wird. Man sieht, wie sich Blut auf den Stufen ausbreitet. Mulder und Scully sehen die Rolltreppe an.


Skinner sieht sich die Akte von Tooms' Fall an. Ein Photo und Fingerabdrücke sind auf dem Blatt Papier abgebildet. Er schließt die Akte, auf welcher "Federal Bureau of Investigation File Number: X 129202 Eugene Tooms Victor Tooms - Closed".

SKINNER: Haben Sie den Bericht gelesen?

Der CSM geht zum Fenster. Skinner sieht ihn an.

SKINNER: Glauben Sie ihnen?

CIGARETTE-SMOKING MAN: Natürlich tue ich das.


Mulder sieht auf den Kokon einer Raupe, der von einem Baum herabhängt. Scully stellt sich neben ihn.

SCULLY: Na los, gehen wir.

MULDER: Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich alles ändert.

Scully blickt zu dem Kokon auf.

SCULLY: Die Raupe?

MULDER: Nein, es ändert sich etwas für uns. Und zwar bald.

SCULLY: Woher wissen Sie das?

MULDER: Instinkt.

Er geht weg. Scully sieht zu dem Kokon, dreht sich um und folgt Mulder.


Mitgeschrieben von:

  • Autor: Hanna Blum (Email)