1X14 Lazarus (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


1X14 Lazarus
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!


Maryland Marine Bank, 17:55 Uhr nachmittags
Scully öffnet einen Aktenkoffer an einem Schreibpult. Agent Jack Willis steht hinter ihr. Er ist unruhig und sieht sich um.
SCULLY: ( leise, zu Willis) Beruhige dich, die kommen schon.
WILLIS: Die Bank schließt doch schon in fünf Minuten!
SCULLY: Vielleicht ist der Tipp nur ein Scherz gewesen.
WILLIS: Nein, der war echt. Ich bin lange genug dabei, um den Unterschied zu kennen. Ich spüre sowas. Ich weiß, was in deren Köpfen vorgeht
SCULLY: ( warnend) Dann sieh zu, dass du deinen nicht verlierst.
WILLIS: ( lächelt) Botschaft angekommen, Agent Scully, das war deutlich. ( leise ins Mikrofon) Position fünf. Hier Agent Willis. Verstehen Sie mich?
In Scully's Koffer liegt eine Pistole. Sie verschließt ihn wieder.

Gleichzeitig: Draußen vor der Bank sitzen Dupre und Lula im Auto und warten. Dupre lädt eine Waffe, Lula beobachtet die Bank.
DUPRE: Bist du nervös?
LULA: Nein. Ich will nur nicht, dass unsere Glückssträhne zu Ende geht.
DUPRE: Hör mal,du bist mein Glück. Und egal, was auch passiert: wann immer ich zu den Sternen aufsehe, weiß ich, dass du zu denselben raufschaust.
LULA: Zu denselben, mein Liebling.
Dupre küsst Lula leidenschaftlich. Auf seinem rechten Unterarm ist eine Tätowierung zu sehen.
DUPRE: Du machst jeden Tag zu einer Silvesternacht.
Eine Hockeymaske mit einem darauf abgebildeten Totenkopf und ein Gewehr tragend stürmt Dupre in die Bank.
DUPRE: ( schreit) Los Leute, legt euch sofort alle auf den Boden! Das ist ein Überfall! Sofort hinlegen, du auch! Das ist mein voller Ernst! Sie auch! Legen Sie sich sofort auf den Boden, oder Sie sind tot! Ihr da drüben auch! Legt euch sofort hin, oder ich lege euch alle um! Nun macht schon! Bewegt euch!
Die Menschen schreien und geraten in Panik. Dupre wirft eine Tasche auf den Schalter.
DUPRE: Und du: Steck das ganz Geld in die Tasche. Aber ein bisschen plötzlich. Los doch!
Willis zieht seine Waffe und zielt auf Dupre. Scully, direkt hinter Willis, zielt mit ihrer Waffe ebenfalls auf den Bankräuber.
WILLIS: Dupre! Weg mit der Waffe - FBI! Weg mit der Waffe und zwar sofort!
Stille tritt ein, alle sind ruhig. Dupre senkt sein Gewehr. Willis entspannt sich. Dann reißt Dupre es plötzlich wieder hoch und schießt Willis in die Brust. Scully schießt dreimal auf Dupre. Der stürzt und seine Maske schlittert über den Boden.

Später im Krankenhaus. Dupre ist tot und wird auf der Trage zugedeckt. Willis ist noch in der Notaufnahme. Scully steht daneben, sie ist besorgt.
ÄRZTIN: Ich will sofort wissen, wenn sich auf dem Monitor etwas tut.
ASSISTENZARZT: Kein Puls, keine Atmung.
ÄRZTIN: Versuchen sie es noch einmal mit dem Defibrillator.
ASSISTENZARZT: 11 Minuten, 55 Sekunden. Achtung, weg vom Tisch!
Willis' Herzschlag zeigt keine Reaktion auf den Stromschlag.
SCULLY: Komm schon, Jack.
ÄRZTIN: Sein Herz steht jetzt schon seit über 12 Minuten still.
ÄRZTIN: Noch eine Ampulle Epinephrin und wir versuchen es nochmal mit 360. Weg vom Tisch!
Immer noch keine Reaktion.
ASSISTENZARZT: Immer noch kein Puls.
ÄRZTIN: ( zu Scully) Mehr können wir nicht tun. Tut mir Leid.
ASSISTENZARZT: Soll ich ihn für tot erklären?
SCULLY: Nein, Sie dürfen ihn nicht aufgeben.
ÄRZTIN: Es sind jetzt über 13 Minuten. Er ist tot.
SCULLY: Gehen Sie auf 400.
ÄRZTIN: Wir haben ihn verloren. Lassen Sie ihn gehen.
SCULLY: Ich bin Ärztin. Gehen Sie auf 400, oder ich mache es selbst.
ÄRZTIN: ( widerstrebend) Weg vom Tisch.
Als sich Willis' Körper unter der Stromladung aufbäumt, zuckt Dupres zugedeckte Leiche im Nebenraum.
ASSISTENZARZT: Immer noch kein Puls.
SCULLY: Geben Sie im eine weitere Ampulle Epinephrin direkt ins Herz und versuchen Sie es nochmal mit 400. ( Alle starren sie an.) Na los doch!
ÄRZTIN: Achtung, weg vom Tisch.
SCULLY: Nochmal. Komm schon, Jack.
ÄRZTIN: Achtung. -valign=:"top"
Monitor beginnt zu piepen und Vitalzeichen zu registrieren.
ÄRZTIN: ( überrascht) Da tut sich was. Wir haben einen Puls. Fragen Sie mich nicht, wie, aber wir haben ihn wieder. Blutdruck 80 zu 50 und steigend. 90 zu 50 …
Scully ist erleichtert. Die Kamera schwenkt auf die Tätowierung auf Dupres leblosen rechten Arm.

Bethesda Naval Hospital, 00:51 Uhr morgens, Zwei Tage später
Willis' Krankenzimmer. Er liegt im Bett und ist an mehrere Maschinen angeschlossen. Plötzlich öffnet er die Augen und steht auf, geht in ein anschgeschlossenes Zimmer und zieht die Kleidung des dort liegenden Mannes an. Eine Schwester betritt den Raum, um nach dem Patienten zu sehen. Willis versteckt sich im Bad, bereit, die Schwester mit einem Gummischlauch zu erwürgen. Nachdem sie gegangen ist, sieht er sich selbst im Spiegel. Er berührt verwundert sein Gesicht. Er erinnert sich, wie Willis erschossen wurde.
Willis geht in die Pathologie und öffnet das Fach mit Dupres Leiche. Bei dem Körper hat bereits die Totenstarre eingesetzt. Er versucht, den Ehering von Dupres Finger zu ziehen, aber er steckt fest. Willis öffnet eine Schublade, nimmt eine Knochenschere heraus und schneidet damit Dupres Finger von dessen Hand.

Das Krankenhaus, am nächsten Tag. Mulder folgt Scully in die Pathologie.
SCULLY: Irgendetwas Neues von Willis?
MULDER: Keine Spur. Er ist weder zu Hause noch im Büro gewesen. Und hier soll jemand verstümmelt worden sein?
SCULLY: Ja. Drei Finger von Dupres linker Hand sind mit einer Chirurgenschere abgetrennt worden. Und die Fingerabdrücke auf der Schere sind von Willis.
MULDER: Sie sagten, er hat diesen Kerl fast ein Jahr lang verfolgt?
SCULLY: Ja, er hat diesen Fall praktisch gelebt. Das war alles, worüber er nachdachte und sprach.
MULDER: Was halten Sie davon?
SCULLY: Er könnte vielleicht unter einer Art posttraumatischer Psychose leiden. So wie manchmal Soldaten die Körper ihrer bereits toten Feinde verstümmeln.
MULDER: Das erklärt nicht, warum er einfach verschwunden ist. Dupre's Partnerin wer war sie? ( blättert in einer Akte) Lula Phillips.
SCULLY: Sie haben sich kennengelernt, als sie im Frauengefängnis von Maryland eine zehnjährige Haftstrafe wegen Totschlags abgesessen hat.
MULDER: Und er war der Gefängniswärter.
SCULLY: Bis der Gefängnisdirektor ihr Geheimnis entdeckte. Laut Lula's Zellengenossin hatten sie eine ziemlich feurige Romanze.
MULDER: Hier steht, dass sie am 2. Mai 1993 entlassen wurde.
SCULLY: Eine Woche vor dem ersten Raubüberfall in Annapolis. Eine 65-jährige Kassiererin wurde mit der Pistole niedergeschlagen und starb an einer schweren subduralen Blutung zwischen Hirnschale und Gehirn und zwar nur, weil sie das Geld nicht schnell genug in die Tasche gepackt hat.
MULDER: Ein reizendes Pärchen.
SCULLY: Offenbar haben sie sich abgewechselt. Einer machte den Überfall und der andere fuhr das Fluchtauto. Die beiden haben zusammen sieben Menschen umgebracht und ihre Beute beträgt annähernd 100.000 Dollar.
MULDER: Das ist eine Menge Geld, jetzt wo sie es nicht mehr teilen muss.
SCULLY: Wir geben Steckbriefe von ihr an alle Lokalzeitungen und TV-Nachrichten.
bemerkt, dass Mulder ihr kaum zuhört und noch immer in der Akte liest Langweile ich Sie?
MULDER: Sie haben geheiratet.
SCULLY: Ja, letzten Mai in Atlantic City. Und?
MULDER: Ich glaube nicht, dass das eine einfache nekrophile Verstümmelung war. Willis hat der Leiche die Finger abgeschnitten, um an den Trauring zu kommen.
Mulder sieht hinaub auf Dupres's Gesicht und vergleicht es mit dem Foto in der Akte.

Dupre's und Lula's Apartment. Willis schlägt das Fenster in der Tür ein, greift hindurch um die Verriegelung zu öffnen und tritt ein.
WILLIS: Jemand da? Lula? ( Über dem Haus ist dumpf ein Flugzeug zu hören.) Liebling, mein Liebling, wo bist du? ( Er geht zum Kamin und tastet darin herum. Er ist enttäuscht.) Verdammt!
Er schaut verwundert auf seinen Arm, als Dupres Tätowierung langsam darauf erscheint.

X-Akten Büro. Mulder und Scully sichten die Beweise aus der Pathologie.
SCULLY: Das ist sein linker Daumenabdruck.
MULDER: An den beiden Handgabelungen können Sie sehen, dass, wer auch immer diese Schere benutzt hat, Linkshänder war.
SCULLY: Was meinen Sie mit "wer auch immer"? Es war Willis.
MULDER: Willis ist Rechtshänder. Das konnte ich an seinem Pistolengriff erkennen. Aber alle Überwachungsvideos aus der Bank zeigen, dass Dupre Linkshänder war.
SCULLY: Worauf wollen Sie hinaus?
MULDER: Wie lange war Willis schon tot, bevor Sie ihn wiederbelebt haben?
SCULLY: Etwas über 13 Minuten.
MULDER: Dies ist der EKG-Streifen, auf dem seine Herztätigkeit während der Wiederbelebungsversuche aufgezeichnet wurde. Und nun möchte ich Ihre
medizinische Meinung
hören, wonach das für Sie aussieht.
SCULLY: Das kann alles mögliche sein. Eine Fehlfunktion des Gerätes, elektrische Überladung.
MULDER: ( betont) Aber wonach sieht es nun aus?
SCULLY: ( genervt) Nach zwei Herzschlägen.
MULDER: Sie sagten doch, dass Dupre's und Willis' Herzen genau zur selben Zeit stehengeblieben wären.
SCULLY: Ja, das stimmt.
MULDER: Was bedeutet, dass beide Männer für mehrere Minuten klinisch tot waren.
SCULLY: Das ist schon richtig, aber wir haben Willis zurückgeholt.
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" | MULDER:

Sie haben seinen Körper zurückgeholt.
SCULLY: ( warnend) Mulder ...
MULDER: Zwei Männer sind in der Notaufnahme in dieser Nacht gestorben, Scully. Ein Mann ist zurückgekommen. Die Frage ist: Welcher von beiden?

Universität von Maryland, Fachbereich Biologie
Mulder und Scully befinden sich im Büro von Professor Varnes. Mulder beobachtet Scully, die dem Professor zuhört.
VARNES: Was wissen Sie über Nahtod-Erlebnisse - Erfahrungen von Menschen, die fast gestorben wären - Agent Scully?
SCULLY: Naja, nur das Übliche. Der Tunnel, das Licht, die Menschen schweben und betrachten ihre eigenen Körper.
VARNES: Und wie erklären Sie als Wissenschaftlerin dieses Phänomen?
SCULLY: Das muss eine Art von dissoziativer Halluzination sein.
VARNES: ( lacht) Wissen Sie, dass die Hälfte aller Erwachsenen, die schonmal ein solches Erlebnis hatten, keine Uhr mehr tragen können? Die verstärkte elektrische Aktivität in ihren Körpern lässt ihre Armbanduhren plötzlich falsch gehen. Ich weiß natürlich, dass das verrückt klingt, aber jeder Biologe wird Ihnen bestätigen, dass, wenn Zellen sterben und sich das genetische Material aufzulösen beginnt, eine enorme Menge an Energie freigesetzt wird.
MULDER: Dr. Varnes glaubt, dass dieser Energiestoß verantwortlich ist für die transformatorischen Natur solcher Erlebnisse.
VARNES: Die Menschen kehren von diesem Ereignis grundlegend verändert zurück.
SCULLY: Inwiefern?
VARNES: Die Persönlichkeit ändert sich, übersinnliche psychische Fähigkeiten werden entdeckt, größere Freude am Leben.
MULDER: Und wie sieht es mit negativen Konsequenzen aus?
VARNES: Nun ja, sie sind sehr selten, aber offenbar gibt es während des Sterbevorgangs ein Zeitfenster, in dem der Körper verwundbar ist.
SCULLY: Das verstehe ich nicht ganz.
VARNES: Also, einer meiner Patienten war Pilot und starb bei einem Absturz zusammen mit seinen drei Passagieren. Das war vor einigen Jahren. Er erinnerte sich, dass er in einer strahlenden Lichtaura noch oben schwebte und dann das überwältigende Bedürfnis verspürte, in seinen Körper zurückzukehren. Auf dem Weg ins Krankenhaus wurde er wiederbelebt und überlebte als einziger. Aber schon kurz darauf begann er Visionen zu haben. Bilder von Liebesnächten mit seiner Frau, die ihm so nicht in Erinnerung waren. Und nun stellte sich heraus, dass einer der toten Passagiere des Flugzeugs ein Verhältnis mit seiner Frau hatte. Das Gedächtnis des toten Passagiers, genau gesagt sein Bewusstsein, hatte durch den Piloten überlebt.
SCULLY: Und was passierte dann?
VARNES: Der Pilot verhielt sich zunehmend desorientiert und schizophren, bis er eines Tages seine Frau mit einem Verlängerungskabel erdrosselte.
lächelt und geht weg
MULDER: Eine schöne Geschichte.
Scully seufzt.

Später, Mulder und Scully gehen die Treppen hinab.
SCULLY: Ich ziehe Todeserfahrungen nicht in Zweifel, sie können empirisch erklärt werden durch die Stimulierung des Temporallappens.
MULDER: Ich spüre ein großes "aber" kommen.
SCULLY: Naja, ich glaube immer noch, dass es für Jack's Verschwinden eine psychologische und keine übersinnliche Erklärung gibt.
MULDER: Und welche?
SCULLY: Der Stress des Falles, das Trauma, erschossen zu werden ... und Jack's Persönlichkeit.
MULDER: Wie gut kennen Sie ihn?
SCULLY: ( gezwungen sachlich) Wir waren fast ein Jahr lang zusammen. Er war mein Lehrer an der Akademie.
Scully geht weiter, Mulder bleibt sehen und sieht ihr nach.
MULDER: Ein dramatischer Hintergrund.
SCULLY: ( kehrt zu Mulder zurück) Wir haben sogar am selben Tag Geburtstag. Wir feierten ihn damals in einer Spelunke in Statford, in der ein schiefer Poolbillardtisch stand. Aber es fiel Jack immer so schwer, sich zu entspannen. Es war eigentlich unmöglich für ihn, er war immer ein so zielbewusster und ruheloser Mensch.
MULDER: Glauben Sie, dass er für eine derartige psychotische Episode prädestiniert ist?
SCULLY: Ich bin jedenfalls weit davon entfernt, zu sagen, dass Jack eine Nahtod-Erfahrung hatte und dass sein Körper seither von Warren Dupre bewohnt wird. Sehr weit entfernt.
Mulder seufzt.

Tommy's billiges, unordentliches Apartment. Willis bricht die Tür auf, nimmt Tommy's Waffe und richtet sie auf Tommy, der vom Bett aus fernsieht.
TOMMY: Was zum Henker?!
WILLIS: Du änderst deine Gewohnheiten offensichtlich nie, Tommy.
TOMMY: Wer sind Sie?
WILLIS: Raus aus dem Bett.
TOMMY: Ich hab' doch garkeine Klamotten an!
WILLIS: Raus aus dem Bett. Ich will dich nicht erschießen, wenn du da drin liegst.
TOMMY: Wer sind Sie? Sind Sie wegen der Miete hier? Ich hab doch alles bezahlt. Ich schwör's, ehrlich. Von mir aus fragen Sie doch Cosmo.
WILLIS: nimmt sich eine Dose aus dem Kühlschrank und trinkt.
Halt die Klappe. Wo ist sie?
TOMMY: Wo ist wer?
WILLIS: Deine Schwester.
TOMMY: Hä? Lula? Ich hab' keeine Ahnung. Wirklich, ich schwör's! Die bringen gleich was über sie in den Nachrichten. ( zeigt auf den lautlosen Fernseher) Na, was sage ich? Sehen Sie doch selbst.
Willis versucht, die Lautstärke einzustellen.
TOMMY: Der Ton ist kaputt. Sieht aus, als würden die sie vor dir finden, Kumpel.
WILLIS: Das glaubst du also, ja? Ich glaube das nicht.
berührt behutsam den Bildschirm mit dem Foto von Lula, schaltet dann den Fernseher aus
Ich vermisse sie, Tommy, ich vermisse sie sehr. Deswegen bin ich zurückgekommen.
TOMMY: Kennen wir uns irgendwoher?
WILLIS: In allem, was ich sehe, sehe ich sie.
Auf Willis' weißem Pullover erscheint ein Blutfleck.
TOMMY: Großer Gott, Mann, du blutest ja!
WILLIS: ( sieht seine blutübersträmte Hand an) Selbst hässliche Dinge werden schön, wenn ich an sie denke.
richtet die Waffe auf Tommy.
TOMMY: ( entsetzt) He warte, was soll das?
WILLIS: Du hast uns verpfiffen, Tommy. Du hast uns ans FBI verkauft.
TOMMY: ( erkennend, überrascht) Dupre?
Ein Schuss fällt

Desmond Arms Resident Hotel
Tommy's Apartment am nächsten Tag. Mulder sieht sich um, während Scully mit Agent Bruskin spricht.
BRUSKIN: Die Nachbarn haben einen Schuss gehört, aber niemand hat sich die Mühe gemacht, nachzusehen. Zwei Streifenpolizisten haben ihn heute früh nach einem anonymen Anruf gefunden. Aber die Ratten hatten ihn schon früher entdeckt. Der Name des Opfers war Thomas Phillips.
SCULLY: Das ist Lula's Bruder.
BRUSKIN: Viel von der Familienähnlichkeit ist nicht geblieben, nach den Ratten und dem Schuss ins Gesicht. ( Steckt einen Kaugummi in den Mund) align="right" Äh, wie ich diese Nikotinkaugummis hasse!
SCULLY: Und was wissen Sie über ihn?
BRUSKIN: Naja, er war ledig und hat die letzten sieben Monate hier allein gelebt. Ein paar Strafen wegen kleinerer Vergehen, hauptsächlich Einbruch und Rauschgiftbesitz. Nichts im Vergleich zu seiner großen Schwester.
MULDER: War der Fernseher an, als Sie ihn gefunden haben?
BRUSKIN: Nein, warum?
MULDER: Er scheint nicht gerade ein Bücherwurm gewesen zu sein, da hier überhaupt keine Bücher sind. Und wenn ich mir die Lage der Leiche so ansehe, würde ich sagen, dass er vielleicht ferngesehen hat, als er erschossen wurde. ( Officer Daniels mischt sich ein.)
DANIELS: Der Spurensicherungskoffer ist das drüben. Bedienen Sie sich ruhig.
Es gibt einen kleinen Aufruhr an der Eingangstür, als Willis an Officer Daniels vorbei will. Mulder und Scully drehen sich um.
WILLIS: Gehen Sie mir aus dem Weg.
DANIELS: Laut Vorschrift müssen Sie sich ausweisen, um Zugang zu einem Tatort zu bekommen.
MULDER: ( zu Scully) Scheint, als ob Sie Recht hätten.
SCULLY: Entschuldigung sie mich. ( geht zur Tür) Jack
Willis sieht sie an und erinnert sich an ihre Schüsse in der Bank, die Dupre getötet haben.
SCULLY: ( zu Officer Daniels) Gibt es ein Problem?
WILLIS: Nein, ich habe nur keinen Ausweis. Würdest du vielleicht diesem Herrn hier sagen, wer ich bin?
SCULLY: Ist schon in Ordnung, Officer. Das ist Agent Jack Willis. Er ist bei der Abteilung für Gewaltverbrechen des FBI in Washington. ( führt Willis durch die Tür) Komm, lass uns draußen reden.
DANIELS: ( lässt Willis passieren) Ich tue nur meine Pflicht, Ma'am.
SCULLY: Um Gottes Willen, Jack. Was ist passiert? Das halbe FBI hat nach dir gesucht. Wo bist du gewesen?
WILLIS: Ich weiß es nicht. Ich war ... Ich war einfach nicht ich selbst. Und irgendwie, irgendwann bin ich dann auf der Straße ...
SCULLY: Ich bringe dich zurück ins Krankenhaus. Du bist nicht in der Verfassung, um -
WILLIS: Nein, nein, nein, kommt nicht in Frage! Ich bleibe hier!
SCULLY: So weit bist du aber noch nicht.
WILLIS: Was soll das heißen?
SCULLY: Jack. Du erholst dich von einem schweren Trauma. Es ist ein Wunder, dass du hier überhaupt herumlaufen kannst.
WILLIS: Hör zu, das ist doch Tommy Phillips' Wohnung, oder?
SCULLY: Jack
WILLIS: Sag mir nur eins: Wurde er mit einer '45er umgebracht?
SCULLY: Das stimmt zwar, aber woher weißt du ...
WILLIS: Ich wußte es. Das ist Lula's Lieblingswaffe. Ich kenne diese Leute ziemlich genau, weil ich sie so lange verfolgt habe. Und jetzt haben wir sie fast.
SCULLY: ( lenkt ein) Ich weiß, du hast den Stein ins Rollen gebracht.
WILLIS: Und ich werde auch dabei sein, wenn er sein Ziel erreicht hat.
schlägt mit der Faust in die Handfläche
SCULLY: 
Na schön. Aber als Kollegin und auch als Freundin kann ich dir nur empfehlen, dich einer vollständigen Untersuchung zu unterziehen - sowohl körperlich als auch psychologisch.
WILLIS: Na schön, wie du willst.
Sie gehen zu den anderen ins Schlafzimmer.
MULDER: Jack, schön, Sie wieder unter den Lebenden zu sehen.
Mulder schüttelt Willis die Hand, sieht ihn aber genau an.
WILLIS: Das freut mich auch.
BRUSKIN: ( schüttelt Willis die Hand) Jack.
WILLIS: Also, was haben wir denn hier?
BRUSKIN: Mulder hier hat einen Fingerabdruck auf dem Fernseher gefunden, der nicht vom Opfer stammt. Er ist leider etwas verwischt.
WILLIS: ( sieht Mulder an) Gute Arbeit, Agent Mulder. Ich bin beeindruckt.
Mulder beobachtet, wie Willis zum Fernseher geht.

Interner Schießstand des FBI. Mulder, sich die Ohren zuhaltend, geht auf Willis zu, der auf die Scheibe schießt. Willis beendet seine Übung und hebt die Waffe.
MULDER: Ganz hervorragend.
WILLIS: Naja, ich brauche eine neue Bescheinigung, bevor ich meine Waffe wiederkriege.
MULDER: ( schaut auf die Scheibe) Darüber würde ich mir keine Sorgen mache, wenn ich mir das so ansehe.
WILLIS: Kann ich irgendwas für Sie tun?
MULDER: Ja, heute hat Scully Geburtstag und ich dachte, dass auch Sie vielleicht unterschreiben wollen.
Mulder legt eine Glückwunschkarte auf den Tisch und beobachtet Willis' Reaktion. Er gibt ihm einen Stift. Willis ist entspannt.
WILLIS: Na sicher, das mache ich doch gern. Ich bin immer dafür, die Feste zu feiern, wie sie fallen.
Willis unterschreibt die Karte mit der linken Hand
WILLIS: Alles klar.

X-Akten Büro. Mulder wirft die Karte auf Scully's Schreibtisch.
MULDER: ( grinst) Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Scully.
SCULLY: ( verwirrt) Sie sind zwei Monate zu früh dran.
MULDER: Die ist von Willis. Ich dachte, Sie hätten am selben Tag Geburtstag.
SCULLY: Haben wir auch.
MULDER: Na ihm scheint das jedenfalls neu zu sein. Ich bat ihn, zu unterschreiben und das hat er auch, mit seiner linken Hand.
setzt sich an den Schreibtisch
SCULLY: Sie haben ihn also getestet.
MULDER: Ja, nachdem ich herausfand, dass der Beweis aus dem Phillips-Mordfall fehlt.
SCULLY: Welcher Beweis denn?
MULDER: Der Fingerabdruck auf dem Fernseher ist verschwunden. Jemand hat ihn gestohlen, bevor das Labor eine Chance hatte, ihn sich anzusehen.
SCULLY: ( geht zu Mulder herüber) Und Sie denken, Willis ist dafür verantwortlich?
MULDER: Ich bin mir nicht sicher, ob Willis auch Willis ist.
Scully seufzt und rollt mit den Augen.
MULDER: Können Sie nicht wenigstens die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass während seines Todeserlebnisses irgendeine Art psychischer Übertragung stattgefunden hat?
SCULLY: Können Sie nicht die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass dies keine X-Akte ist? Abgesehen vom dem zu erwartenden posttraumatischen Stress hat Jack in beiden Untersuchungen gut abgeschnitten, körperlich und psychisch. Und nur die Tatsache, dass jemand einen Geburtstag vergisst, bedeutet noch lange nicht, dass er besessen ist. Als ich meine Doktorarbeit schrieb, habe ich meinen Geburtstag auch vergessen.
MULDER: Haben Sie auch vergessen, wie Sie unterschreiben? Das ist die Autoanforderung, die Willis am Tag, bevor er erschossen wurde, abgegeben hat. Vergleichen Sie mal die Unterschriften.
Die beiden Unterschriften sehen sich nicht einmal ähnlich.
SCULLY: Wie ich schon sagte, Mulder: Stress. In Ordnung? Wir wissen beide, dass sich dadurch auch die Schrift verändern kann. Ich befürchte, das hier beweist gar nichts.

Willis sitzt am Schreibtisch in seinem Büro in der Abteilung für Gewaltverbrechen. Er sieht die Akte des Falls durch. Darin sind Fotos seiner Leiche und von Lula. Sein Telefon klingelt.
WILLIS: ( ins Telefon) Agent Willis hier.
Willis hört einen Moment zu, dann legt er schnell auf und geht zur Tür. Scully nähert sich ihm.
SCULLY: Jack. Wo gehst du denn hin?
WILLIS: Der Durchbruch. Ein Hauswirt in Boyle Heights denkt, dass er unser Mädchen hat.
SCULLY: Hat er gerade angerufen?
WILLIS: Ja, er hat ihr Foto im Postamt gesehen. Hier ist die Adresse.
SCULLY: Jack, darf ich dich etwas fragen?
WILLIS: Ja, sicher.
SCULLY: Der Phillips-Mord. Der Fingerabdruck, den Mulder vom Fernseher abgenommen hat, ist verschwunden.
WILLIS: Ja, und?
SCULLY: Du hast das Beweismaterial hierher gebracht.
WILLIS: Willst du damit etwas andeuten, Agent Scully? Ich weiß nichts von einem verschwundenen Fingerabdruck. Und jetzt stehe ich kurz davor, den größten Fall meiner Karriere abzuschließen. Also, kommst du mit?

Wohnhaus. Willis und Scully steigen die Treppen zu Apartment 202 hinauf.
WILLIS: Wie war nochmal die Wohnungsnummer?
SCULLY: 202.
WILLIS: Ach ja, ( klopft) Und wie heißt der Kerl nochmal?
SCULLY: Multrevich.
WILLIS: Multrevich?
Willis klopft an die Tür 202. Multrevich, ein dicker und langhaariger Mann, öffnet die Tür.
WILLIS: Mr. Multrevich? Ich bin vom FBI. Jack Willis. Wir haben telefoniert.
MULTREVICH: Oh, ja.
WILLIS: ( zeigt ihm ein Bild von Lula) Haben Sie diese Frau schonmal gesehen?
MULTREVICH: Ja, die wohnt in 207. Das war vor zwei Tagen. Sie hat zwei Monatsmieten bar bezahlt.
SCULLY: Wo ist 207?
MULTREVICH: Den Gang runter und um die Ecke.
SCULLY: Also, Mr. Multrevich, wir möchten, dass Sie wieder in Ihre Wohnung zurückgehen und sich von den Fenstern fernhalten. Danke.
Multrevich schließt die Tür. Willis und Scully gehen den Flur entlang.
SCULLY: Wo bliebt unsere Verstärkung? Du hast doch welche angefordert, oder?
WILLIS: Ja, die hätten schon vor zehn Minuten hier sein müssen. Womöglich flüchtet sie inzwischen über die Feuerleiter.
SCULLY: Dann ruf ich jetzt nochmal an.
Lula öffnet die Tür am Ende des Ganges, sie trägt einen Korb Wäsche.
WILLIS: ( bemerkt Lula und strahlt, glücklich, sie zu sehen) Sieh nur, da ist sie ja.
Lula wirft den Korb auf den Boden und läuft die Treppen hinunter. Scully und Willis folgen Lula in den Keller.
WILLIS: ( verzweifelt) Wo ist sie? Wo ist sie hin?
SCULLY: Ich seh mal hier hinten nach.
Getrennt suchen sie in der Dunkelheit weiter. Lula greift Scully von hinten an. Scully überwältigt Lula und zwingt sie mit dem Gesicht auf eine alte Matratze.
SCULLY: Gesicht nach unten! Gesicht nach unten! Die Hände auf den Rücken. Na los, wird's bald!
Scully legt Lula Handschellen an, dann dreht sie sich zu Willis um, der zu ihr tritt.
SCULLY: Jetzt gehört sie dir, Jack.
WILLIS: ( sieht Lula an) Ja, wie ein Hund an der Leine.
Lula sieht Willis scharf an. Willis hebt Scullys Pistole auf und wirft seine Handschellen auf die Matratze.
SCULLY: ( irritiert) Sie ist schon gefesselt.
WILLIS: Die sind für dich, Scully. Mach schon. Leg sie an.
SCULLY: Was geht hier vor, Jack?
WILLIS: ( zielt mit seiner Waffe auf Scully) Leg sie an, oder ich muss dich auf der Stelle umlegen.
SCULLY: Jack
WILLIS: Halt die Klappe! Mach schon endlich.
Scully starrt Jack an, legt dann langsam die Handschellen um ihre eigenen Handgelenke. Willis geht zu Lula und streichelt sanft ihr Gesicht.
WILLIS: Na komm, mein Liebling, na komm, steh schon auf, Liebling. Sieh dich nur an, dein Gesicht ist ganz schmutzig.
LULA: ( versucht, ihn wegzuschieben) Nimm deine dreckigen Hände von mir.
WILLIS: Schatz, du glaubst nicht, wo ich gewesen bin.
Scully starrt sie an.

Lula's und Dupre's Wohnung. Willis spricht mit Lula, die einen Koffer packt. Scully ist mit Handschellen an die Heizung gefesselt. Ihre Lippe ist geschwollen und blutig.
WILLIS: Natürlich ist das verrückt. Glaubst du, ich weißt das nicht? Das ist nicht mein Gesicht und das sind nicht meine Hände, aber das hier drin bin ich. Ich kenne dich. Ich weiß alles über dich, Liebling! Komm, frag mich was. Du hast am 7. April Geburtstag, deine Lieblingsfarbe ist rot. Na los, frag mich irgendwas anderes. Mach schon, frag mich!
LULA: ( nicht überzeugt) Na schön, also was haben wir nach unserer Hochzeit gemacht?
WILLIS: ( lacht) Gleich danach?
LULA: Nein, danach.
WILLIS: Naja, wir gingen zum Strand runter. Dann holte ich mein Messer raus und ritzte meine Handfläche auf und dann habe ich auch deine Handfläche aufgeritzt ( nimmt ihre Hand) und wir haben unser Blut ins Wasser tropfen lassen.
LULA: Und was hast du dann zu mir gesagt?
WILLIS: Ich habe gesagt: Das tun wir, damit wir in allen Ozeanen der Welt vermählt sind. ( küsst ihre Hand) Und dann habe ich den heiligen Eid geleistet, ( hält den Ehering hoch) dass ich nie wieder diesen Ring abnehmen würde. ( steckt ihn auf) Niemals. Und ich werde dieses Versprechen halten.
LULA: ( schüttelt den Kopf und steht auf) Das ist mir zu unheimlich. Ich glaub einfach nicht, dass du das bist.
WILLIS: Keine Sorge, Liebling, im Dunkeln macht das keinen Unterschied.
Willis beginnt, ihren Nacken zu küssen. Ihr ist sichtlich unbehaglich.

Mulder und Agent Bruskin kommen aus Multrevich's Wohnung.
BRUSKIN: Danke, Sir, wir bleiben in Verbindung.
MULTREVICH:

He, wann bekomm' ich denn meine Belohnung?
BRUSKIN: Wir rufen Sie an.
Multrevich geht in die Wohnung zurück.
BRUSKIN: Ich mache mir langsam Sorgen. 12 Stunden ohne eine Nachricht. Ich verstehe nicht, warum ihr Auto noch immer vor dem Haus steht. Warum hat Willis keine Verstärkung angefordert?
MULDER: Weil Willis gar nicht am heißen Draht war.
BRUSKIN: Was reden Sie da? Sie haben doch die Aufzeichnung mit Willis' Stimme gehört.
MULDER: ( ruhig) Vergessen Sie's, Bruskin.
BRUSKIN: Und dazu hat doch gerade der Vermieter ihn und Scully identifiziert.
MULDER: ( ganz ruhig) Und ich sage, vergessen Sie's doch, Bruskin.
Sie gehen zum Auto.
BRUSKIN: Das ist doch nicht eine von Ihren X-Akten-Theorien, oder?
MULDER: Es spielt keine Rolle, was ich denke. Wir sind doch hinter derselben Sache her.
Mulder's Handy klingelt. Er nimmt ab. Mulder.
STIMME: ( am Telefon) FBI-Vermittlung. Bitte bleiben Sie dran.
MULDER: ( am Telefon) Ja.
WILLIS: ( am Telefon) Raten Sie mal, wer dran ist.
MULDER: ( am Telefon) Willis?
WILLIS: ( am Telefon) Das kommt darauf an, wen Sie fragen, oder?
MULDER: ( am Telefon) Wo ist Scully?
WILLIS: ( am Telefon) Sie sind doch das FBI. Dann finden Sie es auch raus.
MULDER: ( am Telefon) Lassen Sie mich mit ihr reden.
WILLIS: ( am Telefon) Ja, sicher.
hält das Telefon an Scully's Ohr.
SCULLY: ( am Telefon) Mulder?
MULDER: ( am Telefon) Dana, was ist los?
SCULLY: ( am Telefon) Vorsicht er ...
Willis zieht das Telefon weg
MULDER: ( am Telefon) Dana?
WILLIS: Okay. Das war's. Wiedersehen.
legt auf.

In Dupre's Wohnung.
SCULLY: Das wird nicht funktionieren, Jack.
WILLIS: Glaubst du nicht?
SCULLY: Die FBI-Politik verbietet Verhandlungen mit Kidnappern. Aber das weißt du ja längst, Jack.
WILLIS: Hör auf, mich so zu nennen!
SCULLY: Du heißt Jack Willis und wurdest am 23. Februar 1957 geboren. Du wohnst 51. Ecke Stanhope -
WILLIS: Mein Name ist Warren James Dupre. Und ich kam in Klamath Falls, Oregon zur Welt, im Jahr der Ratte.
SCULLY: Wir haben zusammen ein Wochenende in Pine Barrens verbracht. Du hast mir gezeigt, wie man durch das Eis angelt. Es war die Hütte deiner Eltern, Jack. Versuch, dich zu erinnern. Wir sind da in einem Schneesturm raufgefahren. Ich bitte dich, Jack.
Willis atmet schwer, er erinnert sich an Schneeflocken, schiebt das Bild aber beiseite und dreht sich zu Scully um.
WILLIS: Denkst du, ich hätte nicht gesehen, was du getan hast? Ich hing wie ein kleiner Papierstreifen oben an der Decke im Krankenhaus. Ich habe alles gesehen.
SCULLY: Was hast du gesehen?
WILLIS: Du hast mich verrecken lassen, während du versucht hast, deinen Freund zu retten.
SCULLY: Du bist mein Freund!
WILLIS: Aber er war leider schon tot. Ich habe ihn gehen sehen. Ich habe gesehen, wie er fortging durch diesen langen schwarzen Tunnel.
SCULLY: Nein. Wir haben dich wiedergeholt.
WILLIS: Du hast mich niedergeschossen. Und dann hast du mich sterben lassen.
SCULLY: Nein. Du wirst mich nicht töten, Jack.
WILLIS: ( stößt ihr die Waffe in die Seite) Wenn du mich noch einmal so nennst, dann mach ich dich auf der Stelle kalt.
Lula betritt das Zimmer.
LULA: Ruhig, Liebling, ganz ruhig. Noch nicht. Wir brauchen sie noch. Vergiss das nicht.
WILLIS: nimmt Lula die leere Getränkedose aus der Hand und trinkt die letzten Tropfen. Haben wir noch mehr von dieser Cola?
LULA: Du hast gerade die letzte getrunken.
SCULLY: ( erkennend) Cola? Wie viele davon hast du getrunken?
WILLIS: Was geht dich das an?
SCULLY: Jack Willis ist Diabetiker. Das bedeutet, dass du auch einer bist. Zuviel Zucker führt unter Umständen zu Überzucker, Hyperglycämie, und dann zu einem diabetischen Koma.
LULA: He, vielleicht hast du deshalb solche Bauchschmerzen.
SCULLY: Leibschmerzen sind das erste Anzeichen für ein diabetisches Koma. Du brauchst Insulin.

FBI Hauptquartier, Washington, D.C.
X-Akten Büro, Mulder hört sich Willis' Kommentare auf Kassette an und blättert in der Akte.
WILLIS: ( auf Band) Ich kann fühlen, was in ihren Köpfen vorgeht. Und ich habe Angst vor dem, was ich fühle. Die berauschende Freiheit, die aus der Trennung von Ursache und Wirkung herrührt. In ihrer Welt zählt nichts außer ihren eigenen Bedürfnissen und ihren perversen Gelüsten. Und dafür, dass die Lust, die sie aus ihren Gewalttaten beziehen, deutlich sexuell ist, sprich auch das, was der Gefängnisdirektor Jackson ihre bedingungslose Hingabe füreinander nannte. Es ist eine Liebesbeziehung, um die ich sie fast beneide.
Mulder's Pieper springt an. Er sieht ihn an.

Später. Mulder betrachtet eine detaillierte Karte, der Raum ist voller Agenten.
MULDER: Die Polizei hat uns gerade gemeldet, dass in einen Drugstore eingebrochen wurde. Und zwar hier an der Ecke Old Forge Road und Madison. Ich möchte wetten, dass Agent Scully hier irgendwo innerhalb eines Fünf-Meilen-Radius ist.
BRUSKIN: Ist mir etwas entgangen?
MULDER: 200 Einheiten Insulin sowie eine Schachtel Spritzen wurden gestohlen. Willis ist Diabetiker.
BRUSKIN: Ich brauche die letzte Volkszählung, um mal zu sehen, wie viele Haushalte das überhaupt sind.

Lula's und Dupre's Wohnung. Scully schüttet eine Tüte mit Glasfläschchen und Spritzen auf den Tisch und bereitet eine davon vor.
WILLIS: ( verzweifelt) Meine Beine werden schon langsam taub.
SCULLY: Halt durch.
Lula richtet plötzlich die Waffe auf Scully und fegt das Insulin vom Tisch.
WILLIS: Was soll denn das?
LULA: ( zu Scully) Lass die Spritze fallen.
SCULLY: Er stirbt, wenn er diese Medizin nicht bekommt.
LULA: Ja, das sagten Sie schon. Und jetzt legen Sie die Spritze endlich weg, oder ich sehe mich gezwungen, Sie abzuknallen.
Scully legt das Insulin beiseite.
WILLIS: Was zum Teufel tust du? Ohne Insulin sterbe ich!
LULA: Anscheinend bist du noch nicht dahintergekommen, wie?
WILLIS: Hinter was? Was meinst du?
LULA: Es war nicht mein Bruder, der dich an die Bullen verraten hat.
WILLIS: ( versteht endlich) Du?
LULA: Ja, das war ich. Wie hätte ich denn wohl sonst flüchten können? In dem Augenblick, in dem du die Bank betreten hast, war ich schon weg. Ich hatte das Geld und war dich los. Wenigstens dachte ich das.
Lula tritt auf das Fläschchen und zerbricht es. Willis stöhnt vor Schmerz auf.

FBI Hauptquartier. Das Telefon klingelt.
AGENT: ( in den Raum) Das ist es.
Mulder geht ans Telefon.
MULDER: ( am Telefon) Mulder.
LULA: ( am Telefon) Hören Sie gut zu.
MULDER: ( am Telefon) Wo ist Willis?
LULA: ( am Telefon) Ach, der liegt hier irgendwo rum.
MULDER: ( am Telefon) Dann geben Sie mir Scully.
LULA: ( am Telefon) Nein, dieses Mal nicht.
MULDER: ( am Telefon) Wir verhandeln nicht, ohne zu wissen, dass Scully lebt.
LULA: ( am Telefon) Keine Sorge, sie lebt. Sie ist zwar nicht glücklich, aber noch lebt sie.
MULDER: ( am Telefon) Jetzt hören Sie mir zu. Wenn Sie es wagen, ihr was anzutun, dann hilft ihnen kein -
LULA: ( am Telefon) Ich würde an Ihrer Stelle aufhören zu reden und schonmal den Sammelhut rumgehen lassen, denn wenn Sie Scully lebend wiedersehen wollen, kostet Sie das 1 Million Dollar. Halten Sie das Geld morgen um diese Zeit bereit, ich sage Ihnen dann, wo und wann.
legt auf
AGENT: ( der den Anruf zurückverfolgt hat) Wir haben es. Es ist eine 202-Nummer.
BRUSKIN: Großartig.
AGENT: Es kommt gerade durch. Hier ist es.
BRUSKIN: Großartig. Besorgen Sie mir die Adresse.
MULDER:
sieht auf des Blatt, knüllt es zusammen. Vergessen Sie's. Das ist Scully's Telefonnummer. Sie benutzen ihren Apparat. Wir können sie nicht zurückverfolgen.

FBI Hauptquartier, Washington, D.C.
Mulder ist mit einem Techniker in einem Tonlabor und hört sich Lula's aufgezeichnete Stimme an.
LULA: ( auf Band) Sie ist zwar nicht glücklich, aber noch lebt sie. Ich würde an Ihrer Stelle aufhören zu reden und schonmal den Sammelhut rumgehen lassen.
TECHNIKER: Diesen Teil meinen Sie doch, oder?
MULDER: Ja, aber können Sie die Stimme dieses Mal noch mehr herausfiltern?
TECHNIKER: Ja. ( verändert die Anordnung der Regler) Und jetzt hören wir wieder.
LULA: ( auf Band) Ich würde an Ihrer Stelle aufhören zu reden und schon mal den Sammelhut rumgehen lassen.
TECHNIKER: Ja, ja. Da ist irgendetwas. Ich versuche das herauszuziehen. Lassen Sie mich die richtigen Frequenzen finden, dann kann ich den Rest herausfiltern.
LU

LA:

( auf Band) Ich würde an Ihrer Stelle aufhören zu reden und schonmal den Sammelhut rumgehen lassen.
Motorengeräusch ist neben der Stimme zu hören.
MULDER: Da, was ist das für ein Geräusch?
TECHNIKER: Das kann ich noch stärker anheben.
LULA: ( auf Band) Ich würde an Ihrer Stelle aufhören zu reden und schonmal den Sammelhut rumgehen lassen.
Motorengeräusch ist nun klar zu hören.
MULDER: Ist das ein Sportflugzeug?
TECHNIKER: Klingt so, als ob es starten würde. Geben Sie mir noch ein paar Minuten, dann können wir sogar bestimmen, wie hoch es ungefähr fliegt.
MULDER: Sehr gut!
Später, im Besprechungsraum.
BRUSKIN: ( legt das Telefon auf) Also gut, Freunde, setzt euch hin und kommt zur Ruhe. Mulder sagt, er hätte etwas.
WESTIN: Was denn? Einen außerirdischen Virus oder weiß er, wer der Kennedy-Attentäter ist?
BRUSKIN: Hey, Mulder ist schon okay. Und wenn Sie aufpassen, lernen Sie vielleicht was von dem Mann.
Mulder tritt ein und geht zur Karte.
MULDER: Also, aus unserem letzten Telefonkontakt konnten wir etwas identifizieren, was nach einem startenden Flugzeug klingt. Zufällig liegt der Regionalflughafen von Washington County in dieser Gegend und zwar südlich der Staatsgrenze. Da nur nach Norden oder Süden gestartet wird, können wir davon ausgehen, dass unser Ziel irgendwo in dieser Flugschneise liegt. Das in Frage kommende Gebiet lässt sich dadurch auf schätzungsweise drei Quadratmeilen eingrenzen. Das sind ungefähr tausend Haushalte. Wenn wir hundert Polizisten zur Verfügung haben und mit 30 Haushalten pro Mann und Stunde rechnen, sollte es möglich sein, die Gegend in drei Stunden abzusuchen. Agent Bruskin wird das Zielgebiet unter den Teams aufteilen.
Die Agenten stehen auf und reden untereinander.
MULDER: Und für alle von Ihnen, die es noch nicht wissen: Es ist sehr wichtig für mich, also hängen Sie sich rein.
Stille für einen Moment, dann beginnt Agent Bruskin die Liste vorzulesen.
BRUSKIN: Die Agenten Steinburg, Westin und Calder bleiben hier.

Wohnung, morgens. Willis liegt noch immer in der Ecke. Scully ist mit Handschellen an die Heizung gefesselt, sie schläft.
WILLIS: Scully?
SCULLY: ( wacht auf) Ja?
WILLIS: Lag da Schnee?
SCULLY: Ja, Jack. Viel, da lag sogar sehr viel Schnee.
WILLIS: Keine Ahnung, ich weiß nicht mehr.
SCULLY: Es war Dezember. Es war das Wochenende nach Thanksgiving.
WILLIS: Ich kann mich an einen ... einen roten Ofen erinnern.
SCULLY: Ja, du hast Recht. Da war ein roter Ofen mit Holzfeuerung, der genau in der Mitte des Zimmers stand.
WILLIS: Es war kalt.
SCULLY: Ja.
WILLIS: Es war sehr kalt. Ich weiß noch, ich habe dich in eine Decke eingewickelt, als uns das Holz ausgegangen war.
SCULLY: Ja.
Willis schwankt.
SCULLY: Nein, Jack, du darfst nicht die Augen schließen. Sprich weiter, Jack, sprich weiter. Komm schon.
DUPRE: ( erinnert sich an die Bank) Sofort auf den Boden mit euch, oder ihr seid tot!
WILLIS: ( plötzlich wütend) Ich werde jeden einzelnen von euch erschießen!
SCULLY: Nein, nein.
Scully sieht anstelle von Willis für einen Moment Dupre.
DUPRE: Halt die Klappe und tu es!
Scully sieht noch einmal hin, aber sein Gesicht liegt im Schatten.
Es klopft an der Tür des Nebenzimmers. Lula nimmt die Pistole und geht zur Tür.
LULA: Ich komme ja schon. Wer ist da?
BIBELVERKÄUFER: Hier ist Bruder Tate. Kann ich Sie bitte einen Moment sprechen?
LULA: Was wollen Sie?
BIBELVERKÄUFER: Nur ein paar Minuten Ihrer Zeit, Ma'am. Wunderschöner Tag, nicht wahr? Ich wollte Sie für die Heilige Schrift interessieren, in Leder gebunden, schwarz oder rot, ganz nach Ihrer Wahl.
LULA: ( schließt die Tür) Verschwinden Sie.
Vor dem Haus, der Bibelverkäufer ist in Wahrheit ein Polizist und spricht in sein Mikro. POLIZIST: Hier ist 'Eins-Vier'. Ziel gesichtet.
Ein Lieferwagen stellt sich in Position.
Drinnen, Lula betritt den Raum, in dem sich noch immer Willis und Scully befinden.
LULA: Tja, es wird langsam Zeit, anzurufen.
SCULLY: Er ist tot. Das ist alles Ihre Schuld, nur Ihretwegen ist er gestorben.
LULA:
kniet sich vor Willis hin und zieht den Ehering ab, sie ist nicht traurig. Ich schätze, es ist vorbei. Wer immer du auch warst.
Willis greift nach Lula's Waffe und richtet sie auf sie. Sie weicht vor Überraschung zurück.
WILLIS: Keine Bewegung.
SCULLY: Jack!
WILLIS: Halt's Maul!
WILLIS: Ich liebe dich. Weißt du das nicht? Nur deinetwegen bin ich zurückgekommen.
Draußen gehen die Agenten in Position.
WESTIN:
steht auf einer Drehleiter und spricht ins Mikrofon Hier ist Westin. Die haben sich verbarrikadiert. Von hier aus gibt es keine freie Schussbahn. Wie sieht es bei euch aus?
Mulder sieht zu dem Agenten auf dem Dach hoch, der schüttelt den Kopf.
MULDER: ( ins Mikrofon) Genauso. Nehmt eure Positionen ein und schaltet die Funkgeräte auf Kanal zwei.
Agenten umkreisen das Haus. Agent Bruskin schließt sich Mulder an.
MULDER: Wie sieht es aus?
BRUSKIN: Wir haben zwar genug Leute, aber wir wissen noch nicht, was da drin vorgeht.
MULDER: Das werden wir gleich wissen.
Im Haus versucht Lula verzweifelt, Willis zu beruhigen.
LULA: Ich habe noch etwas von der Medizin im anderen Zimmer. Ich geh sie holen. Was sagst du dazu? Ich hole sie für dich.
kriecht zu ihm hinüber und streichelt sein Gesicht. Hör zu, ich liebe dich, ich liebe dich noch immer.
WILLIS: Nein.
LULA: Hör zu, hör zu, wir haben sie doch noch bei uns. Wir könnten es immer noch schaffen.
WILLIS: Ich fürchte nein, Liebling, nicht dieses Mal.
SCULLY: Jack, bitte leg die Waffe weg.
WILLIS:
hält Lula dicht an sich gedrückt Erinnerst du dich an das Licht, von dem ich dir erzählt habe? Es ist wunderschön. Es gibt nichts, vor dem man sich fürchten muss.
LULA: Nein, bitte nicht.
Er schießt Lula in den Bauch, während er sie küsst.
SCULLY: Nein!
Mulder und die anderen Agenten stürzen ins Haus.
BRUSKIN: FBI! Kommen Sie mit erhobenen Händen heraus! FBI!
SCULLY: Jack!
MULDER: FB -
Agent Bruskin überprüft Willis, Mulder geht zu Scully, die noch immer an die Heizung gefesselt ist.
MULDER: Scully, ist alles in Ordnung?
SCULLY: sieht Mulder nicht an Jack!?
Agent Bruskin schüttelt den Kopf und tritt von Willis zurück. Mulder und Scully sehen zu, wie die Tätowierung auf Willis' Arm verblasst.

Scully räumt Willis' Schreibtisch aus. Mulder kommt zu ihr herüber.
MULDER: Hallo. Das habe ich aus dem Leichenschauhaus, zusammen mit dem Rest seiner persönlichen Dinge. Ich dachte, Sie hätten es gerne.
Er gibt ihr eine Uhr mit einer Gravur auf der Rückseite.
SCULLY: Herzlichen Glückwunsch zum 35. - in Liebe, Dana." Die habe ich ihm vor drei Jahren geschenkt.
MULDER: Hatte er Verwandte?
SCULLY: Nein, Jack war ein Einzelkind. Beide Eltern starben, als er auf dem College war. Es gibt da einen Jungen drüben in Parklawn. Jack war wie ein Bruder für ihn, also werde ich ihn morgen besuchen. Was soll ich ihm erzählen?
MULDER: Die offizielle Geschichte.
SCULLY: Und die wäre?
MULDER: Die flüchtige Lula Phillips starb gestern nach einer Schießerei mit Bundesagenten. Und während dieser Schießerei ist auch Special Agent Jack Willis in Ausübung seines Dienstes getötet worden.
SCULLY: seufzt, sieht zur Seite und setzt sich Und was soll ich mir selbst weismachen?
MULDER: ( dreht sich um) Gute Nacht.
SCULLY: ( sieht auf die Uhr) Sie funktioniert nicht. Sie ist stehengeblieben, und zwar um 6:47 Uhr.
MULDER: ( kommt zurück) Genau zu dem Zeitpunkt, zu dem Jacks Herz im Krankenhaus stehenblieb.
SCULLY: Was hat das zu bedeuten?
MULDER: Es bedeutet ... was immer Sie möchten, dass es bedeutet. ( leise) Gute Nacht.
Mulder geht. -


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