1X13 Verlockungen (deutsches Transkript)

Aus Spookyverse
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Copygif.gif Die Charaktere, Handlungen, Zitate usw., die im folgenden Transkript Erwähnung finden sind © Chris Carter/1013/Fox Entertainment und (in der deutschen Fassung) Cinephon Synchron. Diese Abschrift ist ohne explizite Erlaubnis von den Rechtehaltern von Fans für Fans als Hommage an Akte X erstellt worden, wir verfolgen keinerlei finanzielle Absichten. Die Texte selbst sind Eigentum des jeweiligen Autors.


1X13 Verlockungen
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen!



EINE DISKOTHEK


Laute Musik spielt und Licht zuckt durch den dunklen Raum. Ein junger Mann versucht mit einer blonden Frau zu reden, aber sie läßt ich stehen. Er geht zu einem Automaten, um sein Horoskop zu lesen. Eine junge Frau stellt sich neben ihn und versucht seine Aufmerksamkeit zu bekommen, aber er scheint uninteressiert und wendet sich wieder dem Automaten zu. Sie nimmt seine linke Hand in ihre und plötzlich sieht er sehr interessiert aus. Er lehnt sich vor und sie flüstert ihm etwas ins Ohr. Sie gehen Hand in Hand weg.


EIN HOTELZIMMER


Später, sie liegen im Bett und hatten gerade Sex. Sie steigt aus dem Bett und steht ein Stück vom Bett entfernt, während er versucht, wieder zu Atem zu kommen.

JUNGER MANN: Oh, Mann! Großer Gott! Das war....das war unglaublich. Das ist mein Ernst. Glaubst du mir etwa nicht? Kannst du mich hören? Hey, Ich ... ich weiß nicht mal wie du heißt.

Er setzt sich im Bett auf, zeigt dann aber Anzeichen von Schmerzen. Er hustet und stöhnt, greift sich an den Hals und fällt zurück ins Bett. Schaum tritt aus seinem Mund und er scheint tot zu sein. Ein Stück entfernt läßt die Frau ihre Unterwäsche auf den Boden fallen, geht durch das Zimmer und fängt an, die Sachen des Mannes anzuziehen. Die Kamera schwenkt nach oben und man sieht, daß die Frau jetzt ein Mann ist.


TATORT
GERMANNTOWN, MARYLAND
AUSSERHALB VON WASHINGTON, D.C.


Ein Fotograf macht Bilder, während Mulder die Leiche des Mannes untersucht. Scully steht dabei und redet mit Detective Horton.

HORTON: New Yorker Geschäftsmann ruft seine Frau an, sagt Gut Nacht, geht dann aus, liest irgendeine Nutte auf, kommt mit ihr hierher und macht Sex. Darüber hinaus, tja, das ergibt irgendwie keinen Sinn.

SCULLY: Inwiefern?

HORTON: Die Sicherheitskamera zeichnete auf, daß das Opfer gegen 22 Uhr mit einer Frau ins Haus ging. Und kurz nach Mitternacht zeichnet sie einen Mann auf, der sich aus dem Haus schleicht.

SCULLY: Hat sie vielleicht die Kleidung gewechselt?

HORTON: Dacht ich zuerst auch, aber der Mann sieht völlig anders aus - kurzes Haar und ca. 30 Pfund schwerer. Das Video hat weder ihn beim Betreten noch die Nutte beim Verlassen des Hauses aufgezeichnet.

SCULLY: Weil wir hier im 30. Stockwerk sind, ist sie wohl kaum zum Fenster raus. Was gibt der Gerichtsmediziner als Todesursache an?

HORTON: Eine geplatzte Arterie. Muß eine heftige Nummer gewesen sein.

Mulder sieht Scully an, die keine Reaktion auf Hortons Kommentar zeigt.

SCULLY: Wie kann man sich heutzutage mit einer völlig fremden Person einlassen? Ist das Opfer beraubt worden?

HORTON: Dieser Mann trug den Anzug des Opfers. Und sein Koffer und die Brieftasche sind auch weg.

SCULLY: Eigentlich weiß ich gar nicht, warum man uns zu diesem Fall hinzuzieht.

HORTON: Wirklich nicht? Jemand von FBI wollte aber, daß man ihn in Fällen mit solchen Tatumständen hinzuzieht und ich nahm an, daß...

MULDER: Danke für den Anruf.


X-AKTEN-BÜRO


Mulder und Scully sehen sich Dias von verschiedenen Leichen an, alle liegen in Betten und sind unterschiedlich weit ausgezogen.

MULDER: Fünf Todesfälle. Vier davon in den letzten sechs Wochen. Und immer stirbt das Opfer in einer Agonie der Leidenschaft. Zwei Frauen und drei Männer, einschließlich des letzten.

SCULLY: Alles junge, gesunde Erwachsene.

MULDER: Und alle starben an plötzlichem Herzstillstand.

SCULLY: Ist das vielleicht eine neue Droge?

MULDER: Die älteste Droge und nicht mal illegal. Im Kreislauf aller Opfer wurden Pheromone nachgewiesen.

SCULLY: Sie meinen den tierischen Sexuallockstoff, der Paarungswilligkeit signalisiert?

MULDER: Und weil es in diesen Fällen ungefähr hundertmal höher dosiert war, als in der Natur, war es stark genug, um einen anaphylaktischen Schock herbeizuführen.

SCULLY: Könnte das jemand synthetisch hergestellt haben?

MULDER: Ist schon gemacht worden, aber nicht annähernd so konzentriert und jetzt halten Sie sich fest, Scully, denn das wird Ihnen gefallen. Die Pheromone, von denen wir sprechen enthalten menschliche DNS.

SCULLY: Tja, ich habe allerdings ganz erhebliche Zweifel, das Menschen Pheromone produzieren können. Was halten Sie davon?

MULDER: Ich weiß es nicht. Aber wenn das wahr ist, dann muß dieser Kerl ein wandelndes Aphrotisiakum sein. Ein Sexmagnet.

SCULLY: Er oder sie? Es gibt Opfer beider Geschlechter. Und auf dem Video kann man sowohl einen Mann als auch eine Frau sehen.

MULDER: Ich weiß. Das ist auch mir ein Rätsel.

SCULLY: Also, wie beschreiben wir unseren Täter? Er ist unbestimmbar an Geschlecht, und unbewaffnet, aber unheimlich attraktiv.

MULDER: Es wird noch absurder. Wie ich schon sagte, gab es vier solcher Todesfälle in den letzten sechs Wochen - in Boston, Hartford, Philadelphia und hier in Washington.

Mulder kreist die Städte auf der Karte ein, die mit einem Tageslichtprojektor projiziert wird.

SCULLY: Der Täter bewegt sich südwärts.

MULDER: Es gab vor einem Jahr schon mal einen Todesfall mit diesen Symptomen. In der Nähe von Steveston, in den Wäldern von Massachusetts, wurde ein 32-jähriger Gewerkschaftsfunktionär tot aufgefunden. Das ist das Zuhause einer Sekte von ein paar religiösen Sezessionisten. Sie nennen sich "Kindred".

Mulder zeigt einige Dias, die "Die Kindred" zeigen.

SCULLY: Genau. Sie leben da oben ohne Strom oder Telefon und verzichten auf jeden heutigen Komfort, so ähnlich wie die Amish leben.

MULDER: Die Kindred sind bekannt für ihre handgefertigten Töpferwaren. Sie fördern den Ton selbst aus den umliegenden Hügeln.

SCULLY: Und was soll daran absurd sein?

MULDER: Der weiße Ton aus diesen Hügeln kommt nur in dieser Region vor. Und genau diese Substanz habe ich in den Kratzspuren entdeckt, die das letzte Opfer auf dem Rücken hatte.

SCULLY: Moment mal. Sind diese Menschen nicht berühmt für ihre Abstinenz und ihre fromme Lebensweise?

MULDER: Ja, schon. Aber anscheinend hat einer von ihnen vergessen, sich die Fingernägel zu säubern.


STEVESTON, MASSACHUSETTS


Mulder und Scully gehen die Straße entlang, die die Hauptstraße zu sein scheint. Sie betreten einen Laden, der von einem Mann und einer Frau geführt wird.

FRAU: Guten Tag.

MULDER: Entschuldigung, Ma'am, das ist FBI Agent Scully, und ich bin Agent Mulder.

SCULLY: Wir ermitteln in einer Mordsache.

FRAU: So was gibt es hier in der Gegend sehr selten.

MULDER: Was können Sie mir über die Kindred erzählen? Sie leben ganz schön zurückgezogen.

MANN: Ja, manche Leute sagen, daß sie da Zeremonien veranstalten. Voodoo oder so was. Ich habe nichts gegen diese Leute einzuwenden. Sie bringen Touristen hierher.

Mulder und Scully sehen mehrere gerahmte Fotos an der Wand hinter dem Tresen. An einigen Stellen sind freie Plätze, wo die Bilder herunter genommen wurden.

SCULLY: Durften Sie diese Fotos von ihnen machen?

MANN: Ach, die? Die stammen noch aus den dreißiger Jahren.

MULDER: Was ist mit den fehlenden?

MANN: Ich will sie neu rahmen lassen. Ich habe sie hier unter der Kasse.

MULDER: Könnte ich die sehen?

MANN: Na, sicher.

Der Mann holt einige zusätzliche Fotos, die sich Mulder genau ansieht. Draußen, ein Wagen mit einem halben Dutzend Leuten, die alle in schwarz gekleidet sind, wird auf der Straße von zwei Pferden gezogen.

MULDER: Was muß ich tun, um sie zu treffen.

MANN: Eigentlich mögen die da oben Fremde nicht sehr. Die Straße dorthin ist miserabel.

Er gibt Mulder eine Karte.

MANN: Sie fängt hier in Steveston an.

Der Wagen fährt vor dem Laden vorbei.

MANN: Da kommen ein paar von denen. Die kaufen jetzt sicher Futtermittel ein.

Der Wagen hält vor dem Laden. Alle, die auf dem Wagen gesessen haben, außer einer, gehen in den Laden hinein. Dieser eine, Bruder Andrew, bleibt bei den Pferden. Mulder und Scully nähern sich ihnen und Mulder versucht die Aufmerksamkeit von dreien von ihnen zu bekommen, als die den Laden betreten.

MULDER: Verzeihung, meine Damen.

Sie beachten ihn nicht und betreten den Laden.

MULDER: (zu Scully) Ich glaub ich geh mal da rein. Soll ich Ihnen eine Tüte Viehfutter mitbringen?

Scully schüttelt den Kopf, bleibt draußen und versucht mit Bruder Andrew eine Unterhaltung zu beginnen.

SCULLY: (zu Bruder Andrew) Hallo.

Andrew antwortet nicht. Scully geht an ihm vorbei und streichelt den Nacken des einen Pferdes.

SCULLY: Hat das Pferd auf dem Asphalt keine Probleme? Hat es noch nie ein Hufeisen verloren?

Andrew sieht weg.

SCULLY: Wie ist sein Name?

BRUDER ANDREW: (schüchtern) Alice.

SCULLY: Ein hübscher Name. Haben Sie ihr den gegeben?

BRUDER ANDREW: Wir haben sie alle zusammen getauft. Ich darf eigentlich gar nicht mit Ihnen reden.

SCULLY: Schon in Ordnung.

Sie streckt ihm ihre Hand entgegen.

SCULLY: Ich bin Dana Scully. Ich will Ihnen nicht Böses tun.

Andrew zögert, dann streckt er auch seine Hand aus und Scully lächelt. Als sie sich die Hände schütteln, streicht Andrew mit seinem Daumen auf ihrem Handrücken. Scullys Gesichtsausdruck wird leer, dann irgendwie glasig. Die anderen Kindred kommen aus dem Laden heraus.

EIN KINDRED: Bruder Andrew.

Andrew läßt Scullys Hand los und klettert wieder auf den Wagen. Scully erscheint desorientiert. Mulder kommt aus dem Laden.

MULDER: Scully, was ist denn los?

SCULLY: Ich...ich hab mich nur unterhalten.

Ihre Stimme wird leiser bei der letzten Silbe und sie scheint verwirrt zu sein. Mulder bemerkt ihren eigenartigen Ausdruck.

MULDER: Alles in Ordnung?

SCULLY: Ja, ich denke schon. Ja, ja.

MULDER: Wollen Sie sich hinsetzen?

Scully antwortet nicht. Der Wagen fährt los und Mulder und Scully sehen ihm nach, wie er die Straße herunterfährt.

EINE KINDRED-FRAU: Hast du gesehen, daß Bruder Andrew diese Frau angefaßt hat?

MULDER: Eine interessante Lebensweise. Konnten Sie was über Sie heraus finden?

SCULLY: Da oben ist etwas, Mulder.

MULDER: Das behaupte ich schon seit Jahren.


AUSSERHALB VON STEVESTON


Es ist später Nachmittag. Mulder und Scully parken das Auto als die Straße unbefahrbar wird. Mulder holt die Karte heraus, die er im Laden bekommen hat. Er geht sie mehrmals durch und versucht sich zu orientieren.

MULDER: Ein Königreich für ein Allradantrieb. Sieht nach ungefähr einer Meile zu Fuß aus.

SCULLY: Nach Ihnen.

Kurz danach, Mulder kämpft immer noch mit der Karte.

MULDER: Also...das er zeigt nach vorne, dann nach links...das ist Westen.

SCULLY: Können Sie überhaupt Karten lesen?

MULDER: (verärgert) Eigentlich müssen wir schon längst da sein.

Er knüllt die Karte zu einem Ball zusammen und tritt den nach oben. Scully fängt ihn auf. Sie seufzt, hört dann einen Stock brechen und sieht einige der Kindred näherkommen.

SCULLY: Mulder, sehen Sie.

Sie sind schnell von ungefähr einem Dutzend Kindred eingekreist.

SCULLY: Wir sind FBI-Agent. Bundespolizei.

MULDER: Ich bin Agent Mulder, und das ist Agent Scully. Wir sind hier um in einem Mordfall zu ermitteln.

SCULLY: Ich muß Sie bitten auf Distanz zu bleiben. Bitte, Sir.

BRUDER OAKLEY: Ihre Waffen sind hier verboten. Wir können Ihnen nicht gestatten, sie bei sich zu führen. Wir werden nicht von hier weggehen, bevor Sie nicht Ihre Waffen unserem Rat ausgehändigt haben. Sie bekommen sie wieder, wenn Sie uns verlassen.

MULDER: Das können wir nicht tun.

SCHWESTER ABIGAIL: Bitte. Ich bin Schwester Abby. Das ist Bruder Oakley. Wir sind alle traurig darüber, was in Ihrer Welt geschieht, aber eigentlich geht uns das gar nichts an. Hier bei uns tötet niemand einen anderen - niemals.

SCULLY: Wir brauchen ein paar Antworten auf unsere Fragen.

SCHWESTER ABIGAIL: Es sind Ihre Waffen, die unwillkommen sind, nicht Sie. Kommen Sie und beten Sie mit uns. Seien Sie unsere Gäste, dann werden Sie sehen, daß wir niemandem etwas tun. Bitte lassen Sie Ihre Waffen hier.

Scully und Mulder tauschen einen Blick aus.

SCHWESTER ABIGAIL: Bitte.

Nach einigen Momenten nickt Mulder und er und Scully nehmen die Magazine heraus und geben sie den Kindred.

SCHWESTER ABIGAIL: Nun gibt es keinen Grund mehr sich zu fürchten.

Mulder und Scully gehen mit den Kindred zu deren Haus. Auf dem Weg dahin sehen sie andere Kindred in einem Feld arbeiten, Bäume fällen und Wäsche aufhängen. Sie betreten das Eßzimmer des Haupthauses.

BRUDER OAKLEY: Kommen Sie. Setzten Sie sich.

Mulder, Scully und acht Mitglieder der Kindred, auch Bruder Andrew, sitzen um den Tisch.

SCH

WESTER ABIGAIL: Laß uns gemeinsam beten. Wir, die wir getrennt sind, danken für die uns in der Welt zugemessene Zeit. Wir bitten um die Kraft, die Fülle, die Gott uns gegeben hat, zu erkennen.

Während sie beten hustet ein Bruder und Scully und Andrew tauschen einen verlegenen Blick.

ALLE: Amen.

SCHWESTER ABIGAIL: Wir beten für den Tag der Auferstehung, für den Augenblick unserer Erlösung.

ALLE: Amen.

SCHWESTER ABIGAIL: Nun, laßt uns essen.

Das Essen wird serviert.

MULDER: Ich würde Ihnen gerne ein paar Fragen stellen. Wir suchen nach jemandem, von dem wir glauben, daß er von hier stammt.

SCULLY: Wir haben Bilder.

SCHWESTER ABIGAIL: Wir erlauben keine Bilder.

SCULLY: Wir müssen ein Verbrechen aufklären. Wir haben gewisse Fragen, auf die wir Antworten brauchen, wenn Sie uns das verzeihen wollen.

BRUDER ANDREW: Was sind für Bilder?

SCULLY: Hotelsicherheitsvideos von einer Frau und einem Mann, die möglicherweise jemanden ermordet haben.

BRUDER ANDREW: Wo wurde dieses Verbrechen begangen?

SCULLY: In einem Hotel in Washington, DC.

MULDER: Wenn Sie sich dieses Videoband mal ansehen, könnten Sie vielleicht den Täter identifizieren.

BRUDER ANDREW: Wieviel Gewalttaten hat diese Person in Ihrer Welt verübt?

MULDER: Fünf Morde sind es bisher.

SCULLY: Und er mordet vielleicht weiter, deswegen brauchen wir Ihre Hilfe.

MULDER: Hat Sie jemand in letzter Zeit vielleicht verlassen?

BRUDER WILTON: (haut auf den Tisch) Ihre Welt interessiert uns nicht. Wir brauchen Ihre Gewalt und Ihre Fragen nicht. Ich habe gesagt, was nötig ist. Sie haben kein Recht, jetzt bei uns zu sein.

Schwester Abigail, auf der anderen Seite des Tisches als Bruder Wilton, steht auf.

SCHWESTER ABIGAIL: Bruder Wilton, steh auf.

Er tut es.

SCHWESTER ABIGAIL: Bevor wir eines anderen Menschen Persönlichkeit akzeptieren können, müssen wir mit uns selbst im reinen sein. Wie kannst du vor die selbst bestehen, in deinem Zorn. Ich bin zu beschämt, um mein Gesicht zu erheben. Und ich sollte in diesen bösen Zeiten nicht beschämt werden. Tue Buße für deinen Zorn, Bruder Wilton.

Bruder Wilton sieht auf den Boden.

MULDER: Ist schon gut. Wir fühlen uns nicht angegriffen.

BRUDER ANDREW: Zorn wird hier genauso wenig wie Gewalt geduldet. Unser Bruder mußte ermahnt werden.

Der Bruder, der vorher gehustet hat, greift nun an seinen Hals.

SCULLY: Er bekommt keine Luft.

SCHWESTER ABIGAIL: Er braucht keine Hilfe.

SCULLY: Er erstickt doch gleich!

Scully steht auf und geht um den Tisch herum, um dem Mann zu helfen.

SCHWESTER ABIGAIL: Entfernt Bruder Aaron aus dem Speisesaal.

Einer der Brüder greift Scully am Arm, um sie aufzuhalten, während andere Bruder Andrew hochheben und ihn wegtragen.

SCHWESTER ABIGAIL: Sie wurden nicht von uns eingeladen, um sich einzumischen.

BRUDER ANDREW: Wir kümmern uns selbst um die unseren.


DISKOTHEK


Ein junger Mann (Marty) erscheint hinter einer blonden Frau.

MARTY ALS MANN: Hast du Lust, zu tanzen?

BLONDINE: Nein, nicht jetzt.

Er nimmt ihre Hand.

BLONDINE: Hör mal, ich hab doch gesagt, daß ich keine Lust hab, okay?

MARTY ALS MANN: Nur einen Tanz?

Als der Mann die Hand der Frau streichelt, ändert sich der Gesichtsausdruck der Frau und die lächelt ihn an.

BLONDINE: Gern.

MARTY ALS MANN: Einen Tanz?

Er nimmt ihre Hand und sie folgt ihm auf die Tanzfläche.


IN DER NÄHE DES KINDRED-BESITZES


Es ist Nacht und die Kindred, die Laternen tragen, haben Mulder und Scully in den Wald begleitet.

BRUDER WILTON: Es ist eine Meile bis zu Ihrem Auto. Folgen Sie dem Weg.

MULDER: Danke für Ihre Hilfsbereitschaft.

Mulder und Scully verlassen die Gruppe, jeder trägt eine Laterne. Sie gehen auf das Auto zu, jetzt außer Sichtweite der Gruppe.

MULDER: Die Addams Family als Missionare.

SCULLY: Bringen Sie mich zurück ins 20. Jahrhundert.

MULDER: Glauben Sie den ganzen Quatsch, Scully?

SCULLY: Welchen Quatsch soll ich glauben?

MULDER: Das "wir kümmern uns um die unseren"-Gerede.

SCULLY: Tja, die sollten sich auch lieber um die ihren kümmern, sonst ist der Mann am Eßtisch ein toter Mann.

MULDER: Ich glaube das war alles Theater.

SCULLY: Was? Der Erstickungsanfall?

MULDER: Nein, dieser ganze "Einfach von der Fülle leben"-Mist. Diese Leute wissen etwas, Scully. Man sieht es in ihren Augen - so wie die sich ansehen.

SCULLY: Sie glauben, die wissen, wer der Mörder ist?

MULDER: Ist Ihnen klar, daß die keine einzige unsere Fragen beantwortet haben. Und dieser Ausbruch bei Tisch kam wie auf Stichwort. Irgendwie haben die uns dazu gebracht, ihre Fragen zu beantworten. Haben Sie sich nicht gewundert, daß keine Kinder da waren?

SCULLY: Ja, das war merkwürdig.

Sie bleiben am Pfad stehen.

MULDER: Wissen Sie, was noch merkwürdiger ist? Erinnern Sie sich an die Fotos aus den 30er Jahren, die wir heute in dem Laden in Steveston gesehen haben? Ich schwöre Ihnen, dieselben Gesichter habe ich heute an unserem Tisch gesehen.

SCULLY: Vielleicht haben diese Leute seit vielen Jahre untereinander geheiratet.

MULDER: Vielleicht. Vielleicht ist ja auch nicht alles so schwarz und weiß, wie sie uns glauben machen wollten.

Mulder macht seine Laterne aus.

SCULLY: Was haben Sie vor?

MULDER: Ich werde mich da nochmal ein bißchen umsehen.

Scully macht auch ihre Laterne aus und folgt ihm. Als sie zurück auf das Grundstück kommen, sehen sie, daß das Haupthaus dunkel ist. Sie hören eine Art Gesang in der Nähe.

MULDER: Vielleicht sind die ja alle ins Kino gegangen. Hören Sie das?

SCULLY: Uh-huh.

Sie folgen dem Geräusch und sehen eine Gruppe von Leuten, die Laternen tragen und singen. Sie gehen leise näher heran, als die Gruppe in einer Scheune verschwindet und die Tür hinter sich schließt. Mulder und Scully schleichen zur Scheune und spähen durch die Ritzen in der Scheunenwand. Sie sehen eine feierliche Prozession mit Mitgliedern der Kindred, die den bewegungslosen Körper von Bruder Aaron, dem der gewürgt hat, tragen. Ein Pferd in der Nähe der Scheunenwand wird unruhig und mehrere Kindred sehen sich vorsichtig um, als der Teil der Gruppe durch eine Kellertür in der Scheune geht. Die anderen gehen aus der Scheune heraus.

SCULLY: Was halten Sie davon?

MULDER: Ich würd gern mal wissen, was in dem Keller ist.

Mulder geht zur Tür, während Scully dort bleibt. Durch die Wand sieht sie, wie Mulder hineingeht, zum Keller und dort hineingeht. Gerade dann erschreckt Bruder Andrew Scully, er legt ihr von hinten eine Hand auf die Schulter.

BRUDER ANDREW: Komm mit mir. Ich kann dir sagen, was du wissen willst.

Scully erhebt sich und folgt ihm.

Mulder hat den Keller betreten und geht einen engen Tunnel entlang. Als er den Gesang hört, hält er an und beobachtet durch ein Loch in der Wand. Mitglieder der Kindred sind in einer höhlenähnlichen Öffnung.

Bruder Andrew und Scully betreten ein Zimmer im Haus.

BRUDER ANDREW: Ich weiß, wer es getan hat.

SCULLY: Die Morde?

BRUDER ANDREW: Ihr habt unsere Gebete gehört. Ihr habt gesehen, daß wir ein gläubiges Leben führen. Ich möchte, daß du diesen Mörder findest. Ich möchte, daß du ihn für mich findest. Er war mein bester Freund.

SCULLY: Wie heißt er?

BRUDER ANDREW: Bruder Martin. Ich nannte ihn Marty.

Zurück im Keller, Mulder sieht, wie die Kindred eine Zeremonie um Bruder Aarons Leiche abhalten. Sie mischen Quellwasser mit lehmigem Material und reiben damit den Leichnam ein.


Im Haus, Scully und Bruder Andrew sind in einem dunklen Zimmer, das von einer einzigen Laterne erhellt wird.

BRUDER ANDREW: Marty war anders als wir.

SCULLY: Inwiefern anders?

BRUDER ANDREW: Wie tötet er?

SCULLY: Wir sind uns nicht ganz sicher. Alle Opfer starben durch Herzstillstand.

BRUDER ANDREW: Er vergiftet seine Opfer, nicht wahr?

SCULLY: Vielleicht, aber woher wissen Sie das?

Andrew stellt einen Stuhl unter die Türklinke, um diese zu blockieren. Scully befürchtet etwas.

BRUDER ANDREW: Ich zeige dir jetzt etwas.....etwas über Marty.


Zurück im Keller, die Gruppe hebt Bruder Aarons Leichnam und legen sie irgendwo in den Keller ab, wo Mulder sie nicht sehen kann. Sie gehen dann wieder zurück. Nachdem sie den Keller verlassen haben, geht Mulder in die Öffnung der Höhle.


Im Haus, Andrew hat einen Stapel Magazine hervorgeholt, die mit einem schwarzen Kleidungsstück umwickelt sind. Er zeigt sie Scully.

BRUDER ANDREW: Die haben wir mal auf einer Straße gefunden. Wir sind herumgewandert. Marty und ich taten das öfter. Wir erforschten die Grenzen unserer Welt. Jemand mußte sie als Abfall zurückgelassen haben. Sie sind nur Abfall.

Scully sieht durch den Stapel.

SCULLY: Wieso haben Sie sie noch?

BRUDER ANDREW: Es war Martin, der sie aufgehoben hat. Ich habe in den Zeitschriften ein paar Dinge gesehen, die mir sehr gefallen haben. Aber das meiste mochte ich nicht. Es war grell. Aber Martin - Marty - kriegt nicht genug davon. Er mochte sogar das Papier auf dem es gedruckt ist. Hochglanz. Marty ließ sich fangen von eurer Welt. Er hat uns verlassen, um einer von euch zu werden.


In der Höhle, Mulder sieht sich die Lehmmischung genau an und untersucht den Lehmtisch, auf dem Bruder Aarons Leiche gelegen hat. Er sieht auch mehrere Löcher in der Lehmwand, hinter einem steht ein Licht und es hat eine schwammige Bedeckung am Eingang. Er hört Stimmen. Er schnappt sich eine Laterne und eilt zum Eingang, aber sieht, daß Leute wieder in den Keller kommen. Er rennt zurück in die Hauptkammer und taucht in eines der dunklen Löchern in der Wand, gerade als mehrere Männer hereinkommen.

KINDRED-MANN #1: Bruder Wilton! Die Frau ist zurückgekommen.

BRUDER WILTON: Wo ist sie?

KINDRED-MANN #1: Bei Andrew, im Haupthaus.

BRUDER WILTON: Was ist mit dem anderen?

KINDRED-MANN #1: Der war nicht bei ihr.

Sie gehen. Mulder, der die Unterhaltung mitgehört hat, sieht sich um, wo er sich versteckt hat und sieht Bruder Aarons Leichnam mit dem lehmigen Material bedeckt. Sein Haar scheint länger und dunkler zu sein. Als Mulder genauer hinsieht, öffnen sich Aarons Augen und starren ihn an.


Scully und Andrew sind immer noch im Haus.

SCULLY: Sie sagten, Marty wäre anders.

BRUDER ANDREW: Ja.

SCULLY: Inwiefern? Ich meine, wie hat er seine Opfer getötet?

BRUDER ANDREW: Ich könnte verbannt werden..

SCULLY: Hat es etwas mit der Zeremonie heute abend in der Scheune zu tun?

Andrew geht zu Scully und nimmt ihre Hand, er reibt sie mit seinem Daumen.

SCULLY: Was tun Sie da?

Draußen, Mulder hat die Scheune verlassen und rennt zu einem Zaun, der in der Nähe des Hauses ist. Er sieht ein Licht im Haus.

MULDER: (flüstert laut) Scully ...

Er bekommt keine Antwort und Mulder geht auf das Haus zu. Drinnen, Andrew streicht immer noch Scullys Hand und berührt ihr Gesicht. Scullys Ausdruck ist leer.

BRUDER ANDREW: Marty ist anders. Wir sind alle anders.

Er kommt näher und drückt seine Nase an ihren Nacken.

SCULLY: Oh ... oh.

Scullys Körper wird schlaff und Andrew hat keine Schwierigkeiten sie auf das Bett drücken und sich auf sie zu legen. Am Türknauf wird gerüttelt.

MULDER: (im Flur) Scully?

Mulder bricht durch die Tür und sieht die beiden auf dem Bett.

MULDER: Gehen Sie runter von ihr.

Er greift Andrew und schiebt in beiseite, hebt dann Scully hoch, die immer noch schlaff ist und hilft ihr aus dem Zimmer. Momente später verlassen sie das Haus, Scully kann jetzt alleine gehen, ist aber immer noch benommen. Sie begegnen einer Gruppe von Kindred als sie aus der Tür gehen.

SCHWESTER ABIGAIL: Ich hatte Sie gebeten, sich nicht einzumischen.

Sie sehen sich alle für einige Sekunden an. Schwester Abigail geht beiseite, um einen Pfad für sie freizumachen. Mulder nickt. Scully ist immer benommen und Mulder führt sie an der Hand weg. Die Kindred gehen ins Haus als Mulder und Scully außerhalb der Hörweite sind. Mulder hat seinen Arm um Scully gelegt, die immer noch steif geht.

MULDER: Was zum Teufel haben Sie da gemacht?

SCULLY: (mit schwacher Stimme) Ich weiß es nicht.

MULDER: Sie wissen es nicht?

SCULLY: Nein.

Scully hält an und stolpert würgend ein paar Schritte zurück.

MULDER: Geht es Ihnen nicht gut?

Scully beugt sich vor und übergibt sich.


DISKOTHEK


Ein junger Mann, Michael, telefoniert während die Musik laut im Hintergrund spielt. Während er spricht erscheint eine junge Frau, die selbe wie im Teaser und berührt seine Hand.

MICHAEL: (am Telefon) Ich hab dich doch nicht ignoriert. Nein. Natürlich hab ich dich geseh

en, ich hatte nur... ich hab dich nicht erkannt, das ist alles. (zu der jungen Frau) Entschuldige mal, ich telefoniere gerade. (wieder ins Telefon) Na also? Ah...

Sie geht auf sein andere Seite und fängt an, seine andere Hand zu streicheln. Er dreht sich langsam zu ihr um und sieht sie an. Er legt auf und sie führt ihn an der Hand weg.


In der Nähe von Steveston


Mulder hat an einem Restaurant gehalten, bringt zwei Becher Kaffee zum Auto und gibt einen davon Scully.

MULDER: Wie geht es Ihnen jetzt?

SCULLY: Besser ... es ist nur peinlich, das ist alles.

MULDER: Warum? Sie wissen doch nicht mehr, was los war.

SCULLY: Ich habe nur noch ein paar verschwommene Erinnerungen....

MULDER: Warum sind Sie nicht geflüchtet, bevor...

SCULLY: Weil er behauptet hat, er wisse, wer der Mörder ist.

MULDER: Woher haben Sie gewußt, daß er es nicht ist?

SCULLY: Ich glaubte ihm.

Mulder seufzt als er seinen Kaffee trinkt.

SCULLY: Und was konnten Sie da unten entdecken?

MULDER: Nur Bruder Wie-heißt-er-gleich begraben in einem übelriechenden Loch in der Wand. Bei lebendigem Leib.

SCULLY: Woher wissen Sie, daß er gelebt hat?

MULDER: Weil ich da drin war mit ihm. Und sein Gesicht war irgendwie anders. Selbst seine Haare waren schon fast feminin. Es war würde er sich in eine Frau verwandeln.

SCULLY: Eine Geschlechtsveränderung?

MULDER: Das würde das Hotelsicherheitsvideo erklären.

SCULLY: Heißt das, daß diese Menschen sich...

MULDER: Ich habe es genau gesehen, Scully. Und ich sah Sie, wie Sie im Begriff waren etwas sehr unanständiges mit einem Fremden zu tun.

Scully starrt ihn einige Momente an.

SCULLY: Denken Sie, er wollte mich umbringen?

MULDER: Vielleicht ist der Sex mit diesen Leuten tödlich.

SCULLY: Wenn er wirklich versucht hat, mich zu töten, wieso haben sie uns dann gehen lassen?

MULDER: Ich weiß es nicht.

Er startet den Wagen.


EIN GEPARKTES AUTO


Michael und die junge Frau beschäftigen sich auf dem Vordersitz. Sie sitzt auf seinem Schoß und küßt ihn. Eine Gestalt mit einer Taschenlampe erscheint und klopft am Fenster.

COP: Jetzt reicht es.

MICHAEL: (stöhnt) Auch das noch.

COP: Hört sofort damit auf. Raus aus dem Auto.

Marty klettert aus dem Auto und schlägt die Tür zu.

MARTY ALS FRAU: Entschuldigung, Officer.

COP: (zu Michael, der noch im Auto sitzt) Sie auch. (zu Marty) Sind Sie eine Professionelle?

MARTY ALS FRAU: Professionelle?

Michael fängt an vor Schmerzen zu Stöhnen und nach Luft zu schnappen. Der Polizist hört ihn und sieht zu ihm herüber, um herauszufinden, was mit ihm los ist.

COP: Was?

Marty schlägt den Polizisten mit einem linken Haken ans Kinn nieder. Während Michael weiter im Auto nach Luft schnappt, geht der Polizist in die Knie und Marty, der nun wie ein Mann aussieht, schlägt den Cop jetzt k.o. Michael wischt die beschlagene Scheibe frei und sieht heraus, um einen Mann zu sehen, der ihn anstarrt. Der Mann rennt weg, während Michael mit großen Augen hustet.


KRANKENHAUS


Michael liegt in einem Krankenhausbett und wird von Mulder und Scully befragt.

MICHAEL: Auf einer Skala von 1 bis 10 war sie eine freundliche 3. Aber sie hatte etwas besonderes an sich.

SCULLY: Hat sie Sie gestreichelt oder auf irgendeine andere Weise Ihren Körper berührt?

MICHAEL: Sie hat meine Hand genommen und ihr Streicheln war...elektrisierend. Meine Erinnerung an alles weitere ist nur sehr vage.

MULDER: Fällt Ihnen überhaupt was ein?

MICHAEL: Eigentlich gar nichts.

MULDER: Denken Sie noch mal nach, Michael. Der Polizist am Tatort hat bestätigt, was Sie sagen., aber vielleicht haben Sie etwas...ungewöhnliches an diese Frau bemerkt. Etwas, das Sie der Polizei gegenüber lieber nicht erwähnt haben, weil es Ihnen peinlich war.

MICHAEL: Behandeln Sie das vertraulich?

MULDER: Aber sicher.

SCULLY: Was haben Sie gesehen, Michael?

MICHAEL: Nachdem die aus dem Auto gestiegen war und mit dem Polizisten kämpfte sah ich sie in ihrer Kleidung und sie sah aus wie ein... (nervöses Lachen) ... sie sah wie ein Mann aus.

Mulder und Scully tauschen einen Blick aus.

SCULLY: Sie war also ein Mann.

MICHAEL: Und in der Clubszene war mal alles so einfach. zu Mulder Bleibt das unter uns?

MULDER: Indianerehrenwort.


Mulder und Scully gehen den Krankenhausflur hinunter.

SCULLY: Es besteht die Möglichkeit, daß die Person, nach der wir suchen ein Transvestit ist.

MULDER: Ich denke der Don Juan da drinnen kennt den Unterschied zwischen einem Männchen und einem Weibchen unserer Spezies.

SCULLY: Wir sollten das aber in Betracht ziehen. Immerhin legt keine Frau so schnell einen 200 Pfund schweren Polizisten auf Kreuz. Sie war ein Er.

Eine Agentin rennt auf sie zu.

AGENTIN: Agent Mulder? Agent Scully? Mit der Kreditkarte, die dem letzten Opfer gestohlen wurde, ist gerade ein Essen in einem Hotel im Geschäftsviertel bezahlt worden, ungefähr acht Blocks von hier.


EIN HOTELZIMMER


MARTY ALS FRAU: Es war immer verboten, aber nach dem ersten Mal konnte ich einfach nicht anders. Einen Menschen zu berühren, egal ob Mann oder Frau, ist so überwältigend für mich, wie es für dich war.

Mulder und Scully betreten das Hotel.

SCULLY: Hier ist Agent Scully, ich bitte um Verstärkung durch die Polizei in die Catherine Street771. Es ist das Hotel Catherine.

Zurück im Hotelzimmer, Marty redet weiter und wir sehen, daß sie mit einem wohl toten Mann redet, der auf dem Bett liegt.

MARTY ALS FRAU: Eure Welt hat für uns Freuden zu bieten. Freuden, die wir bisher nicht kannten, weil wir so anders sind. Aber das weißt du ja jetzt. Die anderen werden mich für meine Taten bestrafen. Sie werden mich finden, weil der Tag immer näher rückt und sie werden nicht ohne mich fortgehen.

Mulder und Scully haben das Stockwerk erreicht und rennen den Flur entlang. Scully sieht das Zimmer zuerst.

SCULLY: Mulder!

Mulder rennt zur Tür und sie ziehen ihre Waffen und beziehen ihre Position. Mulder klopft an der Tür.

MULDER: Zimmerservice!

Niemand antwortet. Mulder signalisiert, daß er die Tür aufbrechen wird und Scully geht zur Seite.

MULDER: (bricht die Tür auf) FBI! FBI! Hände hoch! Hinlegen!

Sie sehen niemanden drinnen. Scully geht in das nächste Zimmer und findet den Mann auf dem Bett.

SCULLY: Hier liegt ein Toter!

Marty hat sich hinter einem Vorhang versteckt, tritt heraus und schlägt von hinten Scully auf Scullys Kopf. Sie stöhnt und fällt auf den Boden. Marty rennt aus dem Zimmer in den Flur.

MULDER: Scully?

SCULLY: (vom Boden, schwach) Ich komm schon klar.

Mulder rennt in die Halle. Er sieht, daß die nächste Tür offen ist und will hineingehen. Von drinnen schlägt Marty ihm direkt ins Gesicht, Mulder fällt auf den Boden im Flur. Als Mulder hinsieht, verwandelt sich die weibliche Marty in den männlichen. Mulder greift nach seiner Waffe, aber der männliche Marty tritt ihm ins Gesicht, tritt die Waffe weg und rennt weg, nur mit Socken, einem Sweatshirt und Unterwäsche bekleidet.

Zurück im ersten Zimmer, Scully steht auf und rennt in den Flur, sie sieht, daß Mulder daliegt.

MULDER: (benommen) Scully. Die Treppe runter...

Sie springt über ihn drüber und die Treppen am Ende des Flur herunter. Sie kommt in eine Gasse, aber sieht niemanden. Als sie durch die Gasse geht, hört sie ein Geräusch und sieht, daß Schatten auf einer Seite eines Gebäudes erscheint. Plötzlich rennt der männliche Marty auf sie zu.

SCULLY: Blieben Sie stehen, ich bin bewaffnet!

Marty hält an.

SCULLY: Bleiben Sie, wo Sie sind!

Plötzlich wird Marty von einer Gestalt in schwarz angegriffen. Er wird von den Kindred umkreist, auch Bruder Andrew ist dabei. Sie werfen ihn auf den Boden.

SCULLY: Lassen Sie den Mann in Ruhe. Gehen Sie mir aus dem Weg.

Andrew dreht sich zu Scully um und geht auf sie zu, während die anderen Marty hinter ihm halten.

BRUDER ANDREW: Bitte! Tun Sie ihm nichts.

SCULLY: Nein. Gehen Sie mir aus dem Weg.

Andrew geht weiter auf sie zu.

SCULLY: Ich habe ein Waffe!

Andrew steht weiter in der Schußlinie von Scully. Als er noch näher kommt, senkt sie ihre Waffe. Mulder kommt aus dem Hotel in die Gasse.

MULDER: Scully!

Scully dreht sich zu ihm um, Andrew schlägt ihr die Waffe aus der Hand und schlägt ihr dann ins Gesicht. Sie fällt. Als Mulder auf sie zu rennt, um ihr zu helfen, bewegen sich die Schatten an der Gebäudewand und die Kindred verschwinden genauso schnell, wie sie erschienen sind.


Später, es sind Polizeiautos in der Gasse und ein Agent nähert sich Mulder und Scully.

AGENT: Wir haben seit einer Stunde alles im Umkreis von 10 Blocks abgesperrt. Außerdem kontrollieren wir alle Straßen nach Steveston. Bisher will sie jedoch niemand gesehen haben. Ich halte es für unmöglich, daß sie durchgeschlüpft sind.

MULDER: Und was, wenn ihnen das doch gelungen ist? Es gibt nur einen Ort, wo sie hin können.


KINDRED-BESITZ NAHE STEVESTON


Der nächste Morgen, mehrere Vierrad-Antriebspolizeiautos nähern sich. Mulder, Scully, der Agent und andere steigen aus und fangen an die Gegend abzusuchen. Scully geht auf das Haus zu und findet niemanden im Essbereich.

SCULLY: Sie sind weg.

Mulder rannte auf die Scheune zu und öffnete die Tür zum Keller. Er findet eine solide Lehmwand dahinter. Der Agent nähert sich von hinten.

AGENT #2: Wir haben etwas im Kornfeld gefunden.

Mulder und Scully gehen durch das Feld.

SCULLY: Ich verstehe das nicht. Wie können sie so einfach verschwinden? Sie haben doch gar keine Transportmittel.

MULDER: Keine irdischen Transportmittel.

Mitten im Kornfeld kommen sie zu einem großen, symmetrischen Kreis.


Mitgeschrieben von:

  • Autor: Yvi (Email)
    • Anmerkung: Da dies hier ein Transcript ist, verwende ich hier die Originalübersetzung der deutschen Fassungen der Folgen, nicht mögliche Übersetzungen des O-Tons. Also, das Copyright des Wortlautes gehört ebenfalls Cinephon. Viel Spaß!
  • Betalesung: Robert B. (Email)